DICTUM

Ac

  • Achte mit Sorgfalt darauf, dass durch die Wechselhaftigkeit deiner Gedanken die grünende Kraft, die du von Gott hast, in dir nicht dürr wird.
    Hildegard von Bingen (1098-1179), Briefwechsel
  • Achte nicht auf den Namen des Vogels, sondern auf seinen Gesang.
    Russland
  • Achte nicht auf den, der spricht, achte auf das, was gesprochen wird.
    tr] Söyleyene bakma, söylenene bak.
  • Achte nicht den, der dich nicht achtet.
  • Achte nicht nur auf das, was andere tun, sondern auch auf das, was sie unterlassen.
  • Achte nicht, wer zu dir spricht, nur was man zu dir spricht.
  • Achte nichts für wert, dass du darauf hoffst. Was hat es denn, das deines Wunsches wert wäre?
    Lucius Annaeus Seneca (1-65), Naturbetrachtungen
  • Achte niemanden gering, weil er alt geworden ist; denn auch von uns werden welche alt.
    Jesus Sirach, 8,6
  • Achte nur darauf, was Christus für dich und für alle getan hat, damit du auch lernst, was du für andere zu tun schuldig bist.
    Martin Luther (1483-1546)
  • Achte sicher darauf, dass deine Decke deine Füße bedeckt.
  • Achte sie und sie wird auch dich achten.
  • Achte(st) du mein,
    so acht' ich dein.
    la] Vicem pro vice reddam tibi, care amice.
  • Achte, dass du nicht ein Zaunstecken bleibest, womit man die Sau im Kessel treibt.
  • Achte, willst du glücklich sein,
    Ehrenstellen nicht zu klein!
    Wer, was hoch ist, gar nicht schätzet,
    der wird selten hoch gesetzet.
    Friedrich von Logau (1605-1655), Sinngedichte
  • Achten die Menschen sich selbst, so achten sie gewöhnlich auch die fremde Persönlichkeit.
    Samuel Smiles (1812-1904), Charakter
  • Achten muss sich jeder und, dass er sich liebt, dafür sorgen seine Instinkte; aber, wenn er sich anbetet, so wird dies sein Fluch.
    Karl Emil Franzos (1848-1904), Deutsche Dichtung
  • ALLMANN
  • Achter Allmann's Oars goahn. - Schlingmann, 4.
  • ALLMANN
  • Achter Allmanns Fers gan.
  • Achter de wolken schijnt de zon.
  • Achter iederen berg ligt weer een dal.
    en] Behind every mountain lies a vale.
  • ACHTERN
  • Achter in's Lôg wânt (wohnen) ôk Lüde. - Frommann, II, 338.
    info] Lôg = Dorf, namentlich Pfarrdorf.
  • Achter Johannisdage (24.6.) mutt man nich um Regen bidden, wenn Een ok dat Swêt von der Swaren loppt.
  • Achter Moders (Mutters) Kohlpott (Mûspott) sittn blibn.
  • Achter op het veld zijn de beste weiden, zei de vos, niet voor mij, maar voor de goede ganzen.
  • Achter öwer, segt Berg, häst minen Hammel nich sehn?
  • Achter Rücken lehrt man einen besser kennen.
  • ACHTERN
  • Achter un vör beslan wesen. - Eichwald, 1723.
  • Achter ût kleît de Höner.
    info] Kleien heißt in der Marsch: eine Grube reinigen vom Schlamm, Gräben ausschlämmen, dann: sudeln, schmieren, im Kot wühlen; ferner, wie in der obigen Redensart, kratzen, krauen, liebkosen; hüm söt kleien = ihm etwas abzuschmeicheln suchen.
  • Achter't Netz fisken.
  • ACHTERANANDER
  • Achterânander her de klen tander Gise.
    info] So sagt man in Hamburg von denen, die ohne Paar und Glied zu halten hintereinander hergehen.
  • ACHTERÄS
  • Achteräs äs de Hane krasset. (Westf.)
  • Achterlei Händelstück bringen neunerlei Ungelück.
  • BERG
  • Achtern Barge holen. - Eichwald, 40.
  • Achtern Kachelaven liggen.
    de] Hinterm Kachelofen liegen.
    info] Faulenzen, oder die Arbeit in der Kälte scheuen.
    Zwischen dem geräumigen Ofengebäude und der Wand ein genügender Raum mit einer Bank, sich von Kälte und Beschwerde, von des Tages Not zu erholen, aber auch Raum genug für einen oder zwei zu einem warmen Nachtlager, außen am Ofengestelle bleibend angebracht, um Kleider u.s.w. zu trocknen, kurz der Kachelofen einst der wesentlichste Teil des häuslichen Behagens.
  • Achtern Smack kam'n.
  • ACHTERNA
  • Achterna (hintennach) as Bloom. - Frommann, II, 388.
    info] Bloom, eigentlich Blume, in der Jägersprache: Schwanz, steht hier als Eigenname. Sinn: das Letzte pflegt nicht das Bessere, Vorzüglichere zu sein.
  • ACHTERNA
  • Achterna as Kese. - Kern, 964.
  • ACHTERNA
  • Achterna back Eierkoken. - Schütz, I, 17.
    info] Hintennach ist's zu spät.
  • ACHTERNA
  • Achterna dat is dunneber.
    info] Hintennach das ist Dünnbier.
    info] Schlechtes Bier, Halb-Bier, das aus dem zweiten Aufguss bereitete Bier, der zweite Absud.
  • ACHTERNA
  • Achternä êten si Käse, sagen die Westfalen. - Frank.
    Lat.: Ficus post pisces. (Tappius, 34a.)
  • ACHTERNA
  • Achterna fleuten (flöten).
    info] Vergeblich wieder zurückrufen, wie z.B. ein Vogelsteller, wenn die Vögel fort sind, oder wenn jemand seinem Hunde umsonst nachpfeift.
  • ACHTERNA
  • Achterna is wiveruwe. - Freybe, Redentiner Spiele, 1624.
    info] Hintennach ist Weiberreue, taugt und nützt nichts; klug ist, wer sich zuvor bedacht. Vgl. Liliencron, Hist. Volkslieder, III, 296: Dat mag men wol loren in guden truwen, dat einem ein ding achterna deit ruwen! Wen he den vogel heft flegen laten, so wil he sik hindenna vele undermaten, so is dar to late katteropen (d.h. Rufen der Katze) in gemein, wan de groteste schade is gescheen.
  • ACHTERNA
  • Achterna ist gôd lachen. - Schütz, I, 17.
    info] Hintennach lacht sich's leichter als vorher.
  • ACHTERNA
  • Achterna kakeln de Höner. - Kern, 645.
    info] Nachdem die Sache geschehen, ist das Reden darüber nutzlos.
  • ACHTERNA
  • Achterna kamt de Rekens (Rechnung).
  • ACHTERNA
  • Achterna lopt dünn Beer.
    Frommann, II, 388, 5; für Münster: Frommann, VI, 426, 51; Simrock, 1090a. - Achterna dat is dunneber. (Freybe, Redentiner Spiele, 1622.) Hintennach das ist Dünnbier, schlechtes Bier, Halb-Bier, das aus dem zweiten Aufguss bereitete Bier, der zweite Absud.
  • ACHTERNANNER
  • Achternanner (hintereinander) as de Eilanders (die Inseln Wangeroog, Spikeroog u.s.w.) un de Göse (Gänse).
  • ACHTERNANDER
  • Achternanner as de Eilanders un de Gansen (Gänse). - Kern, 20; Hauskalender, III.
    info] Unter den Eilanders sind die Bewohner der ostfriesischen und oldenburgischen Inseln gemeint, die von den Festländern als einfältig und dumm verschrien werden. Der Pastor Cadarius Müller in Stedesdorf erzählt in seinem Manuscript über die friesische Sprache (1691) eine Anzahl Anekdoten von der Einfalt der Insulaner, von denen einige an ihrem Orte als Beispielsprichwörter aufgeführt sind.
  • ACHTERNANNER
  • Achternanner as de Olenländer Göse. - Richey.
    info] Von denen, die einzeln hintereinander hergehen.
  • Achternao löpp dünne Beer.
  • Achteroewer is uk een Gesäß, säd de Bur un seit sik in' Nettel.
  • ACHTERÖVER
  • Achteröver (hintenüber) segt Berg, hest mînen Hamel nich sehn?
  • Achteröver segt Berg, hest mînen Hamel nich sehn?
  • ACHTERÖVER
  • Achteröver stikt de Bur dat Spêt. - Schütz, I, 17.
    info] Im Dithmarschen von Leuten, die etwas Verkehrtes thun.
  • Achterrût kleit de Höner.
    Rastede
  • Achtersteven.
    info] Gesäß
  • ACHTERUT
  • Achterût (hintenaus) kleit (kratzen, scharren) de Höner. (Rastede.) - Frommann, II, 388.
  • Achtest du mein,
    So acht ich dein.
  • Achtet die Jungen! Wie wollt ihr wissen, ob sie nicht eines Tages alles das sein werden, was ihr jetzt seid?
    Konfuzius (551-479 v. Chr.)
  • Achtet eine Frau sich mehr wegen der Vorzüge ihrer Seele und ihres Geistes als um ihrer Schönheit willen, so steht sie über ihrem Geschlecht; schätzt sie ihre Schönheit höher ein als Geist und Seele, so ist sie ihrem Geschlecht treu; schätzt sie aber Abkunft und Rang höher ein als ihre Schönheit, so steht sie außer und unter ihrem Geschlecht.
    Nicolas Chamfort (1741-1794), Maximen VI
  • Achtet mir, meine Brüder, auf jede Stunde, wo Euer Geist in Gleichnissen reden will: Da ist der Ursprung Eurer Tugend.
    Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900)
  • Achtet nicht die Achtenswerten, und es wird nicht Streit sein im Volk.
    Lao-Tse (6. Jh. v. Chr), Dao-de-dsching
  • Achtet zunächst darauf, daß junge Leute, Greise, Frauen und Dummköpfe vor allen anderen an heiligen Handlungen und religiösen Gebräuchen Gefallen finden und sich darum auch stets so dicht wie möglich an den Altar drängen.
    Erasmus von Rotterdam (1465-1536), Lob der Torheit
  • Achtgeben ist mehr als Reue.
  • Achtkantig hinauswerfen.
    en] Turf sbd out. - To chuck (o. boot) sbd out. - To throw sbd out on his ear.
  • Achtsamkeit auf geringfügige Dinge ist die Wirtschaftskunst der Tugend.
    China
  • Achttein Handwerk is nägentein Unglück.
  • ACHTUNDACHTZIG
  • Achtundachtzig ist a jüdische Klute. (Jüdisch-deutsch. Warschau.)
    info] Ein Lieblingsfluch der Juden ist: »Habe achtundachtzig schwarze (d.i. unglückliche) Jahre.«
  • ACHTUNG
  • Achtung erwirbt, was du tust. Liebe verschafft, was du bist.
  • ACHTUNG
  • Achtung gewinnt Achtung.
  • ACHTUNG
  • Achtung ist besser als Gold.
    Lat.: Bona opinio tutior est pecunia. (Publ. Syr.)
  • ACHTUNG
  • Achtung ist der Freundschaft unfehlbares Band.
    Friedrich Schiller (1759-1805)
  • ACHTUNG
  • Achtung ist der jüngere Bruder der Liebe.
  • ACHTUNG
  • Achtung ist größer aus der Entfernung.
    Tacitus (58-120)
  • ACHTUNG
  • Achtung ist manchmal besser als Liebe.
  • ACHTUNG
  • Achtung ist mehr als Beachtung, Ansehen mehr als Ruhm, Ehre mehr als Ruhm.
    Nicolas Chamfort (1741-1794), Maximen und Gedanken
  • ACHTUNG
  • Achtung nutzt sich ab wie Liebe.
    Luc de Clapiers, Marquis de Vauvenargues (1715-1747), Reflexionen und Maximen
  • ACHTUNG
  • Achtung verdienen Männer von Gewicht, doch alle, die viel wiegen, nicht.
  • ACHTUNG
  • Achtung verdient, wer vollbringt (o. erfüllt), was er vermag.

    Sophokles (497-406 v. Chr.)
  • ACHTUNG
  • Achtung vor dem Alter! Die Torheit vorm Alter schützen!
  • ACHTUNG
  • Achtung, die man den Fürsten bezeigt, ist zweite Selbstachtung.
    François de La Rochefoucauld (1613-1680), Nachgelassene Maximen
  • ACHTZEHN
  • Achtzehn gewinnt nie.
    info] Zunächst beim Whist, es müssen zwanzig sein. Doch auch Spielerglaube, der nicht gern auf 18 anlegt, sondern meint, von 16 aus seien die fehlenden 4 Points leichter als von 18 die fehlenden 2 zu erlangen; wenigstens tröste sich der Gegner damit.
  • ACHTZEHN
  • Achtzehn göttinnengleiche Töchter sind einem buckligen Sohn nicht gleichwertig.
    China
  • ACHTZEHN
  • Achtzehn oder drei.
    info] Alles oder nichts, das Höchste oder das Geringste. Vom Würfelspiel entlehnt, wo achtzehn die höchste und drei die niedrigste Anzahl Augen sind, die man werfen kann. Von Wagehälsen gebraucht, die alles aufs Spiel setzen.
  • ACHTZEHN
  • Achtzehn, wie auf dem Schiesshause.
  • Achzt du arbeitend, ißt du gierig.
    ee] Tehit teten, pohmit süvven.
  • Acid test.
  • Ácido nítrico.
  • Aciértalo tú, que yo lo diré.
  • Acies hebescit.
  • Acima das nossas forças.
  • Acima de tudo.
  • Acipere quam facere praestat iniuriam.
    Cicero, Tusculane disputationes 5, 56.
    de] Besser Unrecht leiden als Unrecht tun.
  • ACKER
  • Acker um Acker, chuet an Stab. (Appenzell.)
    Ung.: A fekete földoen tarem a jô buza. (Schuster, 465.)
  • ACKER
  • Acker und Pflug, Wein und Krug, durstiger Bruder, Zecher und Luder, Rettich und Ruben, Huren und Buben, Hühner und Hahnen, waren alle Gespanen. - Parömiakon, 3020.
  • ACKER
  • Acker und Wiesen durch den Bauch führen.
  • ACKER
  • Äcker, die außer der Landwehr liegen, sind schwer zu hüten.
  • ACKERSTUDENT
  • Acker-Studenten und Pfluge-Docktores müssen immer lernen mores. - Oec. rur.
  • ACKERBAU
  • Ackerbau ist der beste aller Berufe, Handel ist mittelmäßig; Dienen verächtlich, und Betteln der letzte Ausweg.
    Bhojpur, Nepal
  • ACKERBAU
  • Ackerbau ist der beste Beruf, aber der Bauer muss selbst im Felde sein.
    Marathi, Indien
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