DICTUM

Al

  • Alle Disharmonie ist Unwahrheit.
    Bettina von Arnim (1785-1859), Tagebuch
  • Alle Doag is kên Jahrmarkt.
    Strelitz
    info] Alle Tage ist kein Jahrmarkt.
  • Alle Döhntjes mutt m' nich utsingen.
    de] Alle Lieder muss man nicht zu Ende singen.
    info] Döhntjes = Dichterische Erzählung, Fabel, Märchen, Lied. Vom mittelhochdeutschen Ton, Melodie. - Nicht alles sagen, was man weiß.
  • Alle Doktores haben das Mittelstück.
  • Alle dramatischen Arbeiten (und vielleicht Lustspiel und Farce zuerst) sollten rhythmisch sein, und man würde alsdann eher sehen, wer was machen kann.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Schiller, 25.11.1797
  • Alle drei Dinge sind gut oder schlecht.
    fr] Toutes tierces sont bonnes ou mauvaises.
  • Alle dummen Laffen schulmeistern gern die Pfaffen.
  • Alle Dunkelheit der Welt kann das Licht einer einzigen Kerze nicht auslöschen.
  • Alle durch die Bank.
    info] Alle miteinander, die wir auf der Bank, weiter ausgedehnt: im Zimmersitzen.
    Berliln
  • Alle eckere geben zehenden.
  • Alle Edelleute sind Vettern und alle Schliffel Gevattern.
    info] Schliffel = Lümmel, Grobiane.
    fr] Tous gentilshommes sont cousins et tous vilains son compères.
  • Alle Ehemänner haben es nötig, zum heiligen Werdebesser zu gehen.
    Frankreich
  • Alle Ehemänner sind hässlich.
    Charles de Secondat, Baron de Montesquieu (1689-1755), Meine Gedanken
  • Alle Ehepaare der Welt sind schlecht verheiratet.
    Fernando Pessoa (1888-1935), Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares
  • Alle Ehre beruht zuletzt auf Nützlichkeitsrücksichten.
    Arthur Schopenhauer (1788-1860), Aphorismen zur Lebensweisheit
  • Alle Eide kann man nicht halten.
    info] Nicht alle guten Vorsätze. Von erzwungenen Eiden oder solchen, die ein unsittliches Verhältnis oder Versprechen bekräftigen. Die Prüfung solcher Eide war Sache der geistlichen Gerichtsbarkeit, die nach Umständen davon entbinden konnte.
  • Alle Eier in ein Nest legen.
    fr] Mettre tous ses oeufs dans an même panier.
  • Alle Eier in einen Korb legen.
  • Alle Eindrücke sind polar, unterscheiden etwas im Gegensatz zu etwas anderem.
    Oswald Spengler (1880-1936), Urfragen. Fragmente aus dem Nachlass
  • Alle Eintracht hängt ab von der Einheit in den Willenskräften.
    Dante Alighieri (1265-1321), Über die Monarchie
  • Alle Einwohner werden unter ein Recht gehalten.
    Rechtssprichwort
    info] Die streitenden Parteien haben vor dem Richter gleiche Rechte.
  • Alle Einzeltatsachen sind wie reizlose Riffe, die über die Flut ragen. In der Tiefe aber verbindet sie eine Korallenbank zur Einheit.
    Oscar Schmitz (1873-1931), Brevier für Weltleute
  • Alle Empfindungen, die wir beherrschen, sind rechtmäßig, alle, die uns beherrschen, sind verbrecherisch.
    Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), Emile
  • Alle Empiriker streben nach der Idee und können sie in der Mannigfaltigkeit nicht entdecken, alle Theoretiker suchen sie im Mannigfaltigen und können sie darinne nicht auffinden. Beide jedoch finden sich im Leben, in der Tat, in der Kunst zusammen, und das ist so oft gesagt, wenige aber verstehen, es zu nutzen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 803, 804
  • Alle Engländer sind als solche ohne eigentliche Reflexion, die Zerstreuung und der Parteigeist lassen sie zu keiner ruhigen Ausbildung kommen. Aber sie sind groß als praktische Menschen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Eckermann, 24.2.1825
  • Alle entscheidenden Schläge werden mit der linken Hand geführt werden.
    Walter Benjamin, Einbahnstraße
  • Alle Enttäuschungen sind gering im Vergleich zu denen, die wir an uns selbst erleben.
    Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), Aphorismen
  • Alle Entwicklung ist bis jetzt nichts weiter als ein Taumeln von einem Irrtum in den anderen.
    Henrik Ibsen (1828-1906), an Georg Brandes, 4. 4. 1872
  • Alle Epochen, in welchen der Glaube herrscht, unter welcher Gestalt er auch wolle, sind glänzend, herzerhebend und fruchtbar für Mitwelt und Nachwelt. Alle Epochen dagegen, in welchen der Unglaube, in welcher Form es sei, einen kümmerlichen Sieg behauptet, und wenn sie auch einen Augenblick mit einem Scheinglanze prahlen sollten, verschwinden vor der Nachwelt, weil sich niemand gern mit Erkennis des Unfruchtbaren abquälen mag.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Divan, Noten und Abhandlungen - Israel
  • Alle Erbinnen sind schön.
    England
  • Alle Erblehen sind unsterblich.
  • Alle Ereignisse sind in dieser besten aller möglichen Welten ineinander verkettet.
    Voltaire (1694-1778), Candide oder Die beste der Welten
  • Alle Erfindungen gehören dem Zufall zu, die eine näher, die andre weiter vom Ende.
    Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), Sudelbücher
  • Alle erfolgreichen Schmöker der letzten Jahrhunderte und aller Länder haben den Sieger über das Leben zum Thema - die Ritter, die wilden Räuber, die Seehelden, den Detektiv, den großen Verbrecher ... es sind alles Leute, die kühner, größer, ungebärdiger als die Leser sind, solche, die das tun, was er gern tun möchte, aber nicht tun darf.
    Kurt Tucholsky (1890-1935), Rudolf Herzog - ein deutscher Mann
  • Alle Erinnerung ist Gegenwart. Im reinern Element wird alle Erinnerung uns wie notwendige Vordichtung erscheinen.
    Novalis (1772-1801), Aphorismen und Fragmente, 1798-1800
  • Alle Erkenntnis ist Liebe, darum ist es so selig zu lieben, weil im Lieben der Besitz liegt, der eignen göttlichen Natur.
    Bettina von Arnim (1785-1859), Goethes Briefwechsel mit einem Kinde
  • Alle Eroberer sind einander irgendwo ähnlich in ihren Plänen, in ihrem Geist und Charakter.
    Joseph Joubert (1754-1824), Gedanken, Versuche und Maximen
  • Alle Erscheinungen des Lebens lassen sich auf eine einzige wesentliche zurückführen: auf die Entwicklung der Erkenntnis- und der Arbeitstechnik, auf das Sammeln von Erfahrungen, die notwendig sind für den Aufbau einer neuen Welt.
    Maxim Gorki (1868-1936), Über verantwortungslose Menschen und über das Kinderbuch unserer Zeit
  • Alle erschöpften Menschen verlieren nicht die Fähigkeit, sich im höchsten Grade zu erregen, aber die Erregung hält nicht lange vor, und es stellt sich danach eine große Apathie ein.
    Anton Pawlowitsch Tschechow (1860-1904), an A. S. Suworin, 30. 12. 1888
  • Alle Erziehung, ja alle geistige Beeinflussung beruht vornehmlich auf Bestärken und Schwächen. Man kann niemanden zu etwas bringen, der nicht schon dunkel auf dem Wege dahin ist und niemanden von etwas abbringen, der nicht schon geneigt ist, sich ihm zu entfremden.
    Christian Morgenstern (1871-1914), Stufen
  • Alle Esel sind grau, auch die mit zwei Beinen.
  • Alle eseler er ikke saekke-dragere.
  • Alle eseler have ei lange øren.
  • Alle eure Stützen sind zu schwach, wenn euer Staat die Tendenz nach der Erde behält. Aber knüpft ihn durch eine höhere Sehnsucht an die Höhen des Himmels, gebt ihm eine Beziehung aufs Weltall, dann habt ihr eine nie ermüdende Feder in ihm und werdet eure Bemühungen, reichlich belohnt sehn.
    Novalis (1772-1801), Die Christenheit oder Europa
  • Alle eventyr ere løgn, og alle vijser sande.
  • Alle Fäden laufen in seiner Hand zusammen.
    es] Él mueve los hilos, maneja el tinglado.
  • Alle Fälle geraten nicht gleich wohl.
  • Alle Farben der schönsten Welt verbleichen: So bald ihr jenes Licht, die Erstgeburt der Schöpfung, erstickt.
    Johann Georg Hamann (1730-1788), Aestetica in nuce
  • Alle Faulen loben dieses Land, wo man nicht zu arbeiten braucht.
    ee] Kõik laisad kiitvad seda maad, kus pole tarvis teha tööd.
  • Alle Fehler nämlich sind, offen zu Tage, weniger wirksam: Auch Krankheiten neigen dann zur Gesundung, wenn sie aus dem Verborgenen hervorbrechen und ihre Kraft deutlich machen.
    Lucius Annaeus Seneca (1-65), Briefe über Ethik
  • Alle Fehler, die den Frauen vorwerfen könnte, sind das Werk der Männer, der Gesellschaft und vor allem einer falsch verstandenen Erziehung.
    Melchior Grimm (1723-1807), Über die Frauen
  • Alle Fehler, die man hat, sind verzeihlicher als die Mittel, welche man anwendet, um sie zu verbergen.
    François de La Rochefoucauld (1613-1680), Reflexionen
  • Alle finantz macht die schuh gantz.
  • Alle Finger lang.
    Nürtingen
  • Alle Fische beißen, aber der Hai bekommt die Schuld.
  • Alle Fische im Meere stehen Gott zu gebot.
  • Alle Fische schnellen den Schwanz, selbst das Alte Weib (Name eines Fisches).
    Surinam
    info] Auch der Unbedeutendste sucht sich geltend zu machen. Oder ironisch: Der auch! Der wird's Kraut fett machen.
  • Alle Flecken kann man herausnehmen mit ein bissele Gold.
  • Alle Flinke laufen sich zu Tode, alle Faule tragen sich zu Tode.
  • Alle Flügel tragen nicht in die gleiche Höhe.
    ee] Kõik tiivad äi kanna ühekõrgusele.
  • Alle Flüsse fließen ins Meer, das Meer wird nicht voll. Zu dem Ort, wo die Flüsse entspringen, kehren sie zurück, um wieder zu entspringen.
    Altes Testament, Kohelet 1, 7
  • Alle Flüsse fließen zum Meer.
  • Alle Flüsse laufen ins Meer, und doch ist das Meer nicht voll.
    China
  • Alle Flüsse laufen ins Meer.
    Prediger Salomo 1, 7.
    fr] Les rivières retournent à la mer.
    nl] Alle rivieren lopen in die see.
    la] Ad mare declivus omnis currit cito rivus.
  • Alle Flüsse tun ihr Bestes für das Meer.
  • Alle Formen des Stils sind gut, wenn man sie nur geschmackvoll anwendet, es gibt eine Menge Ausdrücke, die Fehler bei den einen, Schönheiten bei den andern sind.
    Joseph Joubert (1754-1824), Gedanken und Maximen
  • Alle Frachten lichten (o. leichtern), sagte der Schiffer, da warf er seine Frau über Bord.
    ndt] Alle Frachten lichten, seggt dei Schipper, da schmêt hei sîn Fru äwer Bürd.
    Mecklenburg
    nl] Alle beetjes helpen en alle vrachtjes ligten, zei de schipper, en hij smeet zijne vrouw over boord.
  • Alle Frachten lichten, sagte der Schiffer, da warf er seine Frau über Bord.
    de] All freight lightens, said the skipper, when he threw his wife overboard.
  • Alle Fragen sind frei.
  • Alle Frauen heißen Eva.
  • Alle Frauen lieben die Geister, die in jungen Körpern wohnen, und Seelen, die schöne Augen haben.
    Joseph Joubert (1754-1824), Gedanken, Versuche und Maximen
  • Alle Frauen müssen mit dem Tod kämpfen, um ihre Kinder zu behalten.
    Oscar Wilde (1854-1900), Eine Frau ohne Bedeutung
  • Alle Frauen sind Evas Töchter.
    dk] Alle mandfolk ere Adams sönner og quindfolk Evae døttre.
  • Alle Frauen sind furchtsam. Und es ist ein Glück, dass sie es sind, denn wer möchte sich sonst mit ihnen einlassen?
    Honoré de Balzac (1799-1850), Die Physiologie der Ehe
  • Alle Frauen sind gut zu etwas oder nichts.
    England
  • Alle Frauen sind gute Lutheraner, denn sie möchten lieber predigen als der Messe zuhören.
    Dänemark
  • Alle Frauen sind hübsch, wenn man die Kerze ausmacht.
  • Alle Frauen sind Menschen, folglich müssen auch sie intellektuell, moralisch und religiös gebildet werden.
    Betty Gleim (1781-1827), Erziehung und Unterricht des weiblichen Geschlechts
  • Alle Frauen sind voller Klugheit, vor allem wenn es darum geht, ihre Schwäche zu übertreiben.
  • Alle Frauen stammen aus Evas Geschlecht.
  • Alle Frauen und Katzen sind schwarz in der Dunkelheit.
    Bosnien
  • Alle Frauen, anständig oder nicht, verkaufen sich. Wenn ein Mann Zeit hat, kauft er die Frau, die seine Liebe begehrt, durch eifrige Bewerbung; wenn er es eilig hat ..., bedient er sich der Geschenke und sogar des Goldes.
    Giacomo Casanova (1725-1798), Neunundneunzig Abenteuer
  • Alle Frauen, selbst die einfältigsten, wissen eine List, um ihr Ziel zu erreichen.
    Honoré de Balzac, Eugénie Grandet
  • Alle Freier sind reich, alle Gefangenen arm.
    ee] Kõik kosilased rikkad, kõik vangid vaesed.
  • Alle Freier sind reich, und alle Gefangenen arm.
    de] All wooers are rich, and all captives poor.
  • Alle Freiheitsapostel, sie waren mir immer zuwider.
    Willkür suchte doch nur jeder am Ende für sich.
    Willst du viele befrein, so wag es, vielen zu dienen!
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
  • Alle Fremden sind miteinander verwandt.
  • Alle Freude des Dichters, ein gutes Gedicht zu erschaffen,
    Fühle das liebliche Kind, das ihn begeisterte, mit.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Vierjahreszeiten - Herbst 28
  • Alle Freude steckt in der Weinkarte.
  • Alle Freude und alles Leid kommt aus uns selbst; alles, was über uns kommt, kommt von uns.
  • Alle Freuden an dem Wechsel der Naturerscheinungen haben das, dass sie zugleich moralische sind für das sie dankbar empfindende Herz.
    Wilhelm von Humboldt (1767-1835), Briefe an eine Freundin, 22. März 1825
  • Alle Freuden haben ihre Quelle in unsrer eignen Existenz, die nicht von hierher kommen, wird uns das Äußere nicht geben. Jeder gehe in seine eigne Erfahrung zurück, um die Wahrheit davon zu fühlen.
    Wilhelm Heinse (1746-1803), Aphorismen
  • Alle Freundschaft gibt Kraftgefühl, aber gerechter Sinn ist fern von gewaltsamen Taten.
    Johannes von Müller (1752-1809)
  • Alle Füchse kommen endlich beim Kürschner zusammen.
    en] Every fox can be found at the furrier's.
    fr] A la fin les renards se trouvent chez le pelletier.
    it] Tutte le volpi si riveggono in pelliceria.
    es] Allá nos veremos, en el corral de los pellejeros.
  • Alle fugl har feyr og vinger, men kunne dog ei flyve sau høyt som ørnen.
  • Alle fugle flyve ei høge, hver med sit sig lade nøye.
  • Alle fünf (ergänzend: Finger) danach ausstrecken.
    info] Etwas sehr stark begehren und mit Anstrengung erstreben.
  • Alle fünfe ablecken.
    info] Ganz besondere Ursache haben befriedigt zu sein.
    ndt] Dar schast du alle Five na likken.
  • Alle für einen und einer für alle!
  • Alle Furcht hat viel Phantasie und wenig Talent.
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