DICTUM

Al

  • Alle Kamele kämpfen; nur das unsere liegt still da.
    Libanon
  • Alle Kämpfer fechten in des Königs Bann.
    Rechtssprichwort
    info] Der König ist oberster Heerführer und führt den ersten Schild, dann folgen die übrigen Heerschilder unter ihnen, der zweite die geistlichen Fürsten, der dritte, die weltlichen Fürsten und Herzoge, der vierte, die Freiherren.
    altfries] Umbe thet fiuchtath alle campe binna thes kininges banne.
  • Alle kann man nicht mit einem Maß messen.
    ee] Kõiki ei saa ühe mõeduga mõeta.
  • Alle Kannen und Kübel sind hohl.
    info] Von dem, was keinem Zweifel unterliegt, was gewiss und allbekannt ist.
  • Alle Karten in der Hand haben.
  • Alle Katzen lieben ihre Jungen.
  • Alle Katzen lüstet's nach Milch.
    ndt] Alle (alte) Katten lüstet auk Mealke.
    Büren
  • Alle Katzen möchten eine Schelle haben.
    Italien
  • Alle Katzen wollen Schellen, alle Frauen Korallen.
    Bergamasken
  • Alle Käufe wollen Gewähr.
    info] Wird der Käufer einer Sache mit einer Eigenthumsklage belangt, so bezieht er sich in Betreff der Gewer auf seinen Vordermann, um den rechtmäßigen Erwerb nachzuweisen.
  • Alle kennen den Affen, aber der Affe kennt keinen.
    se] Alla känna apan, men apan känner ingen.
  • Alle kennen den Bär, aber der Bär kennt keinen.
    Finnland
  • Alle kiende abe, abe kiender ingen.
  • Alle Kinder sind dankbar, wenn man sich mit ihnen beschäftigt ...
    Honoré de Balzac (1799-1850), Die Lilie im Tal
  • Alle Kinder sind klug, solange sie klein sind, aber bei der Mehrzahl bleibt es beim Kinderverstand.
    Jiddisch
  • Alle Kinder werden mit Weinen geboren.
    la] Clamabunt E et A quotquot nascuntur ab Eva.
  • Alle Klassen von Menschen strömen in die Hauptstadt zusammen, welche für Laster wie für Tugenden hohe Preise aussetzt.
    Lucius Annaeus Seneca (1-65)
  • Alle kleinen Bäche (o. Wasser) laufen in die großen.
    nl] De kleine beken loopen in de groote.
  • Alle kleinen Bäche (o. Wasser, Gewässer) laufen in die großen.
    mhd] Alle kleine water lopen in de groten.
    nl] De kleine beken loopen in de groote.
    la] Exigui manant fontes in flumina magna.
  • BACH
  • Alle kleinen Bäche laufen in die großen. - Körte, 357.
    Holl.:] De kleine beken loopen in de groote. (Harrebomée, I, 37.)
  • Alle Kleinen sind schön, selbst die des Teufels.
  • Alle kleinen Wasser laufen in die großen.
    zit] Die kleinen Wasser allgemein laufen in die großen hinein.
  • Alle Klugen gehen zu Fuß, und alle Narren fahren in Kutschen.
    Jiddisch
  • Alle Klugheit einer Frau ist in ihrem Hause, wenn sie es verlässt, ist sie wertlos.
    Kurdistan
  • Alle Knoten bleiben im Kamm hängen.
    it] Tutti i nodi vengono al pettine.
  • Alle kommen in den alten (d. i. heiligen) Hain (od. auf den Beerdigungsplatz).
    ee] Vana varikohe lääva kõik.
  • Alle können ja nicht auf einem Schlitten fahren.
    ee] Ega kõik või ühe kelgu peal sõita.
  • ALLE
  • Alle können nicht Alles.
    Lat.: Non omnia possumus omnes.
  • Alle können nicht auf einem Stäbchen stehen.
    ee] Kõik saa-ai üte pulga pääl saista.
  • Alle können tadeln und richten, aber wenig können dichten.
  • Alle Köpe willen Wehrent hebben.
    Rügen
  • Alle Köpfe haben Haare, aber nicht alle Gehirn.
  • Alle Körper sind entweder in Bewegung oder in Ruhe.
    Baruch de Spinoza (1632-1677), Ethik
  • Alle Körper sind mit dem Weltganzen zusammengewachsen und wirken wie unsere Glieder miteinander zusammen.
    Mark Aurel (121-180), Selbstbetrachtungen
  • Alle Körper weisen Spuren der Einheit auf, erreichen sie aber nicht.
    Augustinus (354-430), Über die wahre Religion
  • Alle Kraft der Menschenbrust wird jetzt zu Freiheitsliebe, und die Freiheit ist vielleicht die Religion der neuen Zeit, und es ist wieder eine Religion, die nicht den Reichen gepredigt wurde, sondern den Armen, und sie hat ebenfalls ihre Evangelisten, ihre Märtyrer und ihre Ischariots!
    Heinrich Heine (1797-1856), Englische-Fragmente
  • Alle Kraft dringt vorwärts in die Weite,
    Zu leben und zu wirken hier und dort;
    Dagegen engt und hemmt von jeder Seite
    Der Strom der Welt und reisst uns mit sich fort.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Die Geheimnisse
  • Alle Kraft ist man der Welt schuldig und dem, der uns am nächsten steht, am ersten.
    Bettina von Arnim (1785-1859), Die Günderode
  • Alle Kraft, alles Leben, alle Derbheit, alle Frische der Nation kann nur im Volk liegen, das, so wie es immer als Masse handelt, auch einen solchen Charakter hat.
    Wilhelm von Humboldt (1767-1835), an Karoline, 20. 8. 1814
  • Alle kräftigen Menschen lieben das Leben.
    Heinrich Heine (1797-1856), Französische Zustände, Die Reformbill in England
  • Alle Krähen unter dem Himmel sind schwarz.
  • Alle Kreaturen jagen Gott mit ihrer Liebe, denn es ist kein Mensch so unselig, dass er aus Bosheit sündigte; sondern er tut es um seiner Lustgier willen.
    Meister Eckhart, Fragmente
  • Alle Kreaturen sind ein Fußstapfen Gottes.
    Meister Eckhart, Fragmente
  • Alle Krebse haben den gleichen Gang.
    China
  • Alle Kreter lügen.
    Altgriechisch
  • Alle Kriege sind nur Raubzüge.
    Voltaire (1694-1778)
  • Alle Kriegsgeschichte wird erst verständlich, wenn man sie auf ihre ökonomischen Grundlagen, zurückführt. Sie verflüchtigt sich dagegen in einen historischen Roman, wenn man das größere oder geringere 'Genie' der Feldherren zü ihrem bewegenden Hebel machen will.
    Franz Mehring (1846-1919), Die Lessing-Legende
  • Alle Kristallisationen sind ein realisiertes Kaleidoskop.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 1394
  • Alle Kritik, aller Tadel läuft auf den Satz hinaus: ich bin nicht du.
  • Alle Krokodile der Welt haben nicht so viele Tränen, wie eine Schwiegertochter beim Tode ihrer Schwiegermutter vergießt.
    Indien
  • Alle krummen Hölzer sind quaat (schwer) zu richten.
  • Alle krummen Wege wissen.
    fr] Favoir bien tous les biais pour la grippe.
  • Alle Krummschnäbel erhalten sich vom Rauben.
  • Alle Kühe sind des Nachts (im Finstern) schwarz.
  • Alle Kühe sind Kälber gewesen.
    info] Alles entwickelt sich stufenweise bis auf den Punkt, den es seiner Natur nach zu erreichen bestimmt ist; auf einmal ist nichts vollkommen. Von dem Sprichwort macht jedoch ein Stier in Nürnberg über dem Tor eines Schlachthauses eine Ausnahme, denn von ihm heißt es: 'Eh' was vollkommen wird, muss es mit Weil genesen; gleichwohl ist der Ochs allhier kein Kalb gewesen.'
  • Alle Kultur und Kunst, welche die Menschheit ziert, die schönste gesellschaftliche Ordnung, sind Früchte der Ungeselligkeit, die durch sich selbst genötigt wird, sich zu disziplinieren und so durch abgedrungene Kunst die Keime der Natur vollständig zu entwickeln.
    Immanuel Kant (1724-1804), Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht
  • Alle Kultur wird einem gefährlich: dem Ungeziefer. Wir Modernen haben keine Ahnung mehr davon, was die Laus dem Mittelalter bedeutete. Die Romantik entsteht nur durch räumliche, zeitliche und - gründliche Entfernung des Beschauers von der Sache.
    Emil Gött (1864-1908), Aphorismen
  • Alle Kunst gefällt nur, wenn sie den Charakter der Leichtigkeit hat. Sie muss wie improvisiert erscheinen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Riemer, 1803-1814
  • Alle Kunst ist ein Ersatz des Abwesenden, und das beste Mittel es herzustellen, erhält den Preis, sei's Malerei oder Poesie. Sie zeigt allzeit Mangel an. Wenigstens war dies ihre Erfindung. Das Gegenwärtige festzuhalten ist schon Luxus und Weichlichkeit und Mangel an Sinn für Natur.
    Wilhelm Heinse (1746-1803), Aphorismen
  • Alle Kunst ist Entwicklung von Vorstellungen, wie alles Denken Entwicklung von Begriffen ist.
    Konrad Fiedler (1841-1895), Schriften zur Kunst
  • Alle Kunst ist Nachahmung der Natur.
    Lucius Annaeus Seneca (1-65), Moralische Briefe
  • Alle Kunst ist schwer, und wer sie beurteilen will, muss durchaus die Teilnahme und den Respekt mitbringen, die aller ehrlichen Arbeit gebührt.
    Theodor Fontane (1819-1898), Briefe
  • Alle Kunst ist seelische Bewegung, hervorgerufen durch die Mittel der betreffenden Kunst.
    Henry von Heiseler (1875-1928), Sämtliche Werke
  • Alle Kunst ist völlig nutzlos.
    Oscar Wilde, Das Bildnis des Dorian Gray
  • Alle Kunst ist zugleich auch Handwerk, was bitter erlernt werden muss.
    Adolph Menzel (1815-1905)
  • Alle Kunst ist zugleich Oberfläche und Symbol.
    Oscar Wilde (1854-1900), Das Bildnis des Dorian Gray
  • Alle Kunst praktischer Erfolge besteht darin, alle Kraft zu jeder Zeit auf einen Punkt - auf den wichtigsten Punkt - zu konzentrieren und nicht nach rechts oder links zu sehen.
    Ferdinand Lassalle
  • Alle Kunst soll bloß Zeichen sein; sobald sie die Wirklichkeit selbst sein will, ist sie gräßlich und wird wirklich tot, wie auf einmal ein Mensch an Schlag gestorben, und ohne Bewegung. Zum Beispiel eine natürlich kolorierte Statue.
    Wilhelm Heinse (1746-1803), Aphorismen
  • Alle Künste lernt und treibt der Deutsche, zu jeder
    Zeigt er ein schönes Talent, wenn er sie ernstlich ergreift.
    Eine Kunst nur treibt er und will sie nicht lernen, die Dichtkunst.
    Darum pfuscht er auch so, Freunde, wir habens erlebt.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Venezianische Epigramme 33
  • Alle Künste sind gut, ausgenommen die langweilige Kunst.
    Voltaire (1694-1778)
    var] Alle Kunstgattungen sind gut, mit Ausnahme der langweiligen.
    Voltaire, Enfant prodigue
  • Alle Künste und Wissenschaften beruhn auf partiellen Harmonien. (Poeten, Wahnsinnige, Heilige, Propheten.)
    Novalis (1772-1801), Aphorismen und Fragmente, 1798-1800
  • Alle Kunstform borniert.
    Christian Morgenstern (1871-1914), Stufen
  • Alle Kunstgattungen sind gut, mit Ausnahme der langweiligen.
    Voltaire, Enfant prodigue
  • Alle kwade honden spelen met den staart.
  • Alle Lächerlichkeiten der Menschen charakterisieren nur eine schlechte Eigenschaft, nämlich die Eitelkeit, und da die Leute der großen Welt ihre Leidenschaften dieser Schwäche unterordnen, so liegt offenbar deswegen so wenig Wahrheit in ihrer Lebensführung. Nichts ist so natürlich im Menschen wie die Eitelkeit, und nichts entfremdet ihn so sehr der Natur.
    Luc de Clapiers, Marquis de Vauvenargues (1715-1747), Nachgelassene Maximen, Die französischen Moralisten
  • Alle lachten herzlich, denn keiner hatte den Scherz verstanden.
    Julius Stettenheim (1831-1916) (1831-1916), Wippchen's sämmtliche Berichte
  • Alle lacrime di un erede, (è) ben matto chi ci crede.
  • Alle Land sind des Weisen Vaterland.
  • Alle Länder haben England nötig.
    England
  • Alle landsbedienden hebben een' eed gedaan.
  • Alle Lasten gehen in den Gütern.
    info] Die wesentlichste Eigenschaft der Reallasten ist, dass sie nicht auf der Person, sondern auf dem Gute haften.
    altfries] Alle berthe gaed in da gueden.
  • Alle Laster entspringen beinah aus dem Missverhältnis der Armut gegen den Reichtum.
    Wilhelm von Humboldt (1767-1835), Tagebuch, 11. 8. 1789
  • Alle Laster nehmen mit der Zeit ab, nur Geiz und Lüge nehmen zu.
    mhd] So der gîtig minr des weges hât, so er mê guotes ûf sich lât.
    en] When all sins grow old, covetousness grows young.
    it] Ogni cosa si scema con la vecchiezza fuor chè l'avarizia.
  • Alle laster nemen bei den Menschen ab; allein die begierd zu gelt und gütern bleibt bei ihm biss in die Höll.
  • Alle Laster sind auf dem Dolden.
  • Alle laster tage af omsider, gierighed voxer altid til.
  • Alle lebenden Kreaturen haben die gleiche Seele, auch wenn ihre Körper verschieden sind.
  • Alle Lebewesen außer dem Mensch wissen, dass der Hauptzweck darin besteht es zu genießen.
  • Alle Lebewesen außer dem Menschen wissen, dass der Hauptzweck des Lebens darin besteht, es zu genießen.
    Samuel Butler (1835-1902)
  • Alle leeren Seelen neigen zu extremen Ansichten.
    William Butler Yeats (1865-1939), Entfremdung
  • Alle Lehren, denen man Originalität zuschreiben kann, sind nicht so leicht gefaßt, nicht so geschwind epitomiert und systematisiert.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Geschichte der Farbenlehre? Einleitung
  • Alle Leiden um uns müssen auch wir leiden.
    Franz Kafka (1883-1924), Betrachtungen über Sünde, Leid, Hoffnung und den wahren Weg
  • Alle Leidenschaften sind nichts anderes als die verschiedenen Grade der Wärme und Kälte des Blutes.
    François de La Rochefoucauld (1613-1680), Unterdrückte Maximen
  • Alle Leidenschaften sind nur übersteigert, natürliche - legitime - Triebe.
    Lew Nikolajewitsch Tolstoi (1828-1910), Tagebücher (1907)
  • Alle Leidenschaften sind nur verschiedene Grade der Wärme und der Kälte des Blutes.
    François VI. Herzog de La Rochefoucauld (1613-1680)
  • Alle Leidenschaften sind Schwestern.
    Frankreich
  • Alle Leidenschaften suchen ihre Nahrung, die Furcht liebt den Gedanken an Gefahr.
    Joseph Joubert (1754-1824), Gedanken, Versuche und Maximen
  • Alle Leidenschaften übertreiben und wären keine Leidenschaften, wenn sie nicht übertrieben.
    Nicolas Chamfort (1741-1794), Maximen und Gedanken
  • Alle Leidenschaften verleiten uns zu Fehlern, die Liebe aber zu den lächerlichsten.
    François VI. Herzog de La Rochefoucauld (1613-1680)
  • Alle lemmer lyde hovedet.
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