DICTUM

Al

  • ALLEIN
  • Allein känn män essen, ober nit arbeiten. (Warschau.)
    info] Theilung der Arbeit ist meist nothwendig, nur essen kann man allein.
  • Allein kann man nicht der Menge widerstehen.
    ee] Ütsindä' saa-ai' hulga vasta saista'.
  • Allein kann man nichts Großes verrichten.
    ee] Ütsinda ei saa midägi suurt ärä tetä.
  • ALLEIN
  • Allein kann niemand freveln. - Graf, 306, 158.
    info] Es ist hier von verbrecherischen Angriffen auf den Rechtsfrieden eines andern die Rede, die, wie Ueberfälle, nur von einer Anzahl von Leuten ausgeführt werden konnten. Die Zahl derselben ist in den einzelnen Rechten verschieden festgesetzt. In den nordischen Rechten werden fünf Theilnehmer, vier Männer mit ihrem Anführer, angenommen, in andern germanischen Rechten sieben.
  • Allein kommt der Mensch zur Welt, allein stirbt der, allein genießt er den Lohn für seine guten und allein den Lohn für seine bösen Taten.
  • Allein könnte ich vielleicht einmal meinen Posten wirklich aufgeben. Verheiratet wird es nie möglich sein.
    Franz Kafka (1883-1924), Tagebücher (1913)
  • Allein läuft ein junger schnell, mit einem älteren langsam, aber zusammen gehen sie weit.
  • Allein leid ist on neid.
  • Allein liegen ist am besten.
  • Allein lügen am besten.
  • Allein man nimmt sich nicht in acht, und schlupp! ist man zur Welt gebracht.
    Wilhelm Busch (1832-1908), Die Haarbeutel
  • Allein mein Leser wird ungeduldig werden. Er erwartet ganz was anders, als die Geschichte der Weltweisheit in einer Nuss.
    Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781), Gedanken über die Herrnhuter
  • Allein mein oder lass es gar sein.
    mhd] Zer werlde mac niht süezers sin dan ein wort daz heizet mîn.
    pt] Melhor he o men, que o nesso.
  • Allein mein
    Oder lass gar sein.
  • Allein niemand bedachte, dass wir nicht sehen können wie die Griechen und dass wir niemals wie sie dichten, bilden und heilen werden.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit III,15
  • Allein schlafen fördert die Wohnungsnot.
  • Allein sein bringt nur Strafen.
    Franz Kafka (1883-1924), Tagebücher 1914
  • Allein sein ist besser als in schlechter Gesellschaft.
  • Allein sein ist schön, wenn man allein sein will, nicht wenn man es muss.
  • Allein sein müssen ist das Schwerste, allein sein können, das Schönste.
  • Allein sein schickt sich nur für Gott.
    Arabien
  • Allein sein taugt dem Menschen nicht.
    Tschechien
  • Allein sein zu müssen ist das schwerste, allein sein zu können das schönste.
  • Allein singen und allein dreschen ist eine langweilige Arbeit.
    ndt] Alloa dreschn und alloa singa - bringt koa Korn und koane Kinda!
  • Allein so geht es, wenn man die Gelehrten ums Himmels willen bittet eine demütigste Vorstellung zu Herzen zu nehmen - kaum haben sie sie gelesen, grad geht sie nach dem Kopf.
    Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), Aphorismen (Sudelbücher), 1773 - 1775
  • Allein Tun, allein büßen.
  • Allein Tyche [das Zufällige] lässt nicht nach und wirkt besonders auf die Jugend immerfort, die sich mit ihren Neigungen, Spielen, Geselligkeiten und flüchtigem Wesen bald da-, bald dorthin wirft und nirgends Halt, noch Befriedigung findet.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) über seine Gedichte - Urworte - Orphisch - Das Zufällige
  • Allein und nicht Allein.
    Jch fliehe zwar das Volk / bin aber nie Allein:
    Denn weh! wie solte mir ohn meinen Heyland seyn?
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Drittes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 226
  • Allein Unglück und Armut ist für den Neidhart gut.
  • ALLEIN
  • Allein verredt sich kein(er)es.
    Lat.: Ubi desunt audientes, non inveniuntur detrahentes.
  • Allein von Brot vnd kess wird kein gross gesess.
  • Allein was hilft das Recht, wo nur das Geld regiert, und wo ein armer Mann stets den Prozess verliert?
    Petronius (14-66), Satyricon
  • Allein was ist Ehre? Ein Wort. Was ist dieses Wort Ehre? Luft. Eine feine Rechnung!
    William Shakespeare (1564-1616), König Heinrich IV., 1, 5, 1 (Falstaff)
  • Allein weise sein.
    la] Solus sapit.
  • Allein wer andre wohl zu leiten strebt,
    Muß fähig sein, viel zu entbehren.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Ilmenau, am 3. September 1783
  • Allein wie das rechte Auge.
    Russland)
    info] Einzig und teuer.
  • Allein wie dem Laufe aller menschlichen Glückseligkeit sich je einmal ein Damm entgegenstellt, der ihn irgendwo zurückdrängt ...
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Wanderjahre III,10
  • ALLEIN
  • Allein wie der Auerhahn auf der Falz.
    info] Alleinsein mit dem Nebenbegriff der Wichtigthuerei und Albernheit.
  • ALLEIN
  • Allein wie der Fuchs in der Angel.
    info] Alleinsein mit dem Nebenbegriff des Sichverlassenfühlens in der Noth.
  • ALLEIN
  • Allein wie der Teufel vor der Frühmesse.
    info] Alleinsein mit dem Nebenbegriff unnützer Geschäftigkeit.
  • ALLEIN
  • Allein wie ein Finger. (Russ. und Lit.)
  • ALLEIN
  • Allein wie ein Meilenweiser.
    info] Einzeln dastehend.
  • ALLEIN
  • Allein wie ein Sandkorn im Auge. (Russ.)
    info] Nebenbegriff des Hinderlichseins, Imwegeseins.
  • ALLEIN
  • Allein wie ein Tropfen in der Rinne.
  • ALLEIN
  • Allein wie eine verspätete Mohnblume. (Russ.)
  • Allein wie Tugend nie sich reizen läßt,
    buhlt Unzucht auch um sie in Himmelsbildung,
    so Lust, gepaart mit einem lichten Engel,
    wird dennoch eines Götterbettes satt
    und hascht nach Wegwurf.
    William Shakespeare (1564-1616)
  • Allein wir selbst betrügen uns so gern
    Und ehren die Verworfnen, die uns ehren.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Tasso A V Sz 5
    Tasso Vs 3336
  • Allein zu essen ist für einen philosophierenden Gelehrten ungesund.
    Immanuel Kant (1724-1804), Anthropologie in pragmatischer Hinsicht
  • Allein zu sein geziemt nur Gott.
    Osmanen
  • Allein zu sein!
    Drei Worte, leicht zu sagen
    Und doch so schwer,
    so endlos schwer zu tragen.
    Adelbert von Chamisso (1781-1838), Gedichte
  • Allein zu tragen dieses Glück und Elend,
    Vermag ich nicht.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Iphigenie auf Tauris III,1
  • Allein, bevor und nachdem man Mutter ist, ist man Mensch; die mütterliche Bestimmung aber oder gar die eheliche kann nicht die menschliche überwiegen oder ersetzen, sondern sie muss das Mittel, nicht der Zweck derselben sein.
    Jean Paul (1763-1825)
  • Allein, das rechte Burschenherz
    Kann nimmermehr erkalten.
    Im Ernste wird, wie hier im Scherz,
    Der rechte Sinn stets walten.
    Dr. Eugen Höfling (?), Studentenlied (1825)
  • Allein, ganz allein müssen wir alle von hinnen gehen in jene dunkle Welt, nur unsere Werke, gute wie böse, folgen uns.
  • Allein, wer glücklich ist, soll, glücklicher zu sein, nicht wünschen.
    Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719-1803), Der Hahn und die Hausmagd
  • ALLEIN
  • Allein, wie das rechte Auge. (Russ.)
    info] Einzig und theuer.
  • Allein: in schlechter Gesellschaft.
    Ambrose Bierce (1842-1914)
  • Alleine seyn gleicht GOtt.
    Wer stäts alleine lebt / und niemand wird gemein:
    Der muß / ist er nicht GOtt / gewiß Vergöttet seyn.
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Andertes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 202
  • Alleingang bringt den Tod.
  • Alleinherrschaft kann nur bestehen, solange ein Volk in Stände zerfällt, welche, in einer unwandelbaren Ordnung übereinandergebaut, die festen Stufen bilden, welche gemählich zum Throne führen.
    Ludwig Börne (1786-1837), Gesammelte Schriften
  • Alleinleben tötet die Liebe.
  • Alleinsein ist besser als schlechte Gesellschaft.
  • Alleinsein schafft Übermut.
    Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900)
  • ALLEINSEIN
  • Alleinsein schickt sich nur für Gott. (Arab.)
  • Allem Anschein nach haben diese Leute, wenn auch höchst irrigerweise, den Namen Kritiker im wörtlichen Sinne aufgefaßt nämlich so, dass ein wichtiger Teil seines Amtes darin bestünde Lob und Empfehlung auszusprechen und dass ein Kritiker, der nur deshalb liest, um eine Gelegenheit zu Tadel und Vorwurf zu finden, ein so barbarisches Wesen sei wie ein Richter, der sich vornimmt, alle Menschen, die ihm vorgeführt werden, an den Galgen zu bringen.
    Jonathan Swift (1667-1745), Ein Tonnenmärchen
  • Allem Anschein nach.
    es] Por lo que parece.
  • Allem Glauben zugrunde liegt die Empfindung des Angenehmen oder Schmerzhaften in Bezug auf das empfindende Subjekt.
    Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900), Menschliches, Allzumenschliches
  • Allem Großen, allem Schönen
    Ist des Sängers Herz geweiht.
    Maximilian von Schenkendorf (1783-1817), Frauenlob
  • Allem kann ich widerstehen, nur der Versuchung nicht.
  • Allem Leben, allem Tun, aller Kunst muss das Handwerk vorausgehen, welches nur in der Beschränkung erworben wird. Eines recht wissen und ausüben gibt höhere Bildung als Halbheit im Hundertfältigen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Wanderjahre I, 12
  • Allem stimme ich zu, was mit dir, o Kosmos, übereinstimmt. Nichts kommt mir zu früh oder zu spät, was dir zur rechten Zeit kommt. Alles, was deine Jahreszeiten bringen, ist mir reife Frucht.
    Mark Aurel (121-180)
  • Allemal derjenige, welcher!
    Louis Angely (1787-1835), Das Fest der Handwerker
  • ALLEMAL
  • Allemal heft de Katt e Puckel. - Frischbier, I, 36.
  • Allemal ihrer drei.
    Hannover
    info] In dem Sinne: Aller guten Dinge sind drei.
  • Alleman is een dief van sijne neringhen.
  • Allemann wat: dat deelt schoon.
  • Allemannen hießen wir, jetzt heißen wir füglich Alleweiber.
    Johann Gottfried Seume (1763-1810), Apokryphen
  • Allemans vriend, is allemans gek.
    en] Every man's friend, is every man's fool.
  • BECHER
  • Allen (Konfessionen) den Becher der christlichen Liebe reichen.
  • Allen denen, die nur beschauen, ist eine theoretische Leerheit gewissermaßen recht willkommen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Knebel, 15.3.1799
  • Allen Dichtern fehlt ein Vers.
    it] A tutti i poeti manca un verso.
  • Allen dingen ein maße geben, ist fürwar das beste leben.
    la] Praevalet in cunctis, discreta modestia punctis.
  • Allen Dingen lässt sich abhelfen, nicht dem Tod.
  • Allen Ernstes.
  • Allen Frauen, denen die Sitte und die Scham die Befriedigung des Geschlechtstriebes untersagt, ist die Religion als eine geistigere Auslösung erotischer Bedürfnisse etwas Unersetzbares.
    Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900), Unschuld des Werdens
  • Allen gefallen bedarf Kunst.
  • Allen gefallen ist nicht möglich, keinem gefallen ist Tyrannisch und Teuffelisch.
  • Allen gehört, was du denkst; dein eigen ist nur, was du fühlest.
    Soll er dein Eigentum sein, fühle den Gott, den du denkst.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Gedichte: Votivtafeln: Das eigene Ideal
  • Allen Geschlechtern gehört die Erde, jeder hat Anspruch auf alles.
    Novalis (1772-1801), Blüthenstaub
  • Allen Gewalten
    zum Trutz sich erhalten:
    Nimmer sich beugen,
    kräftig sich zeigen
    Rufet die Arme
    Der Götter herbei!
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Gedichte, Aus dem Nachlaß, Vermischte Gedichte, Sehnsucht, Feiger Gedanken Bängliches Schwanken usw. (gedruckt 1777)
  • Allen glauben ist zuviel, keinem glauben zuwenig.
    "Nichts sei schwerer für einen Mann von Verstande, als der Glaube." Barreaux
    bm] Zároven zle jest i vsechnem veriti, i nikomu.
    la] Utrumque vitium est, et omnibus credere, et nulli. Seneca
    pl] Zarównie zle i wszystkim wierzyé, i nikomu.
    sp] Quien á todos cree, yerra, quien á ninguno, no acierta.
  • Allen großen Hoffnungen folgt Traurigkeit.
  • Allen Gutes tun, aber einem jeden die eigene Verantwortung lassen.
    Papst Johannes XXIII., Briefe an die Familie (Bruder Severo), 6. Januar 1948
  • Allen haftet die Schlechtigkeit der menschlichen Gesinnung an, und die Erfahrung hat nur zu sehr gelehrt, wie wenig ohne Furcht vor Strafe die Menschen durch die getanen Versprechen in ihren Pflichten gehalten werden. Für die Sicherheit muss deshalb nicht durch Verträge, sondern durch Strafen gesorgt werden ...
    Thomas Hobbes (1588-1679), Vom Bürger
  • Allen ist das Denken erlaubt, vielen bleibt es erspart.
  • Allen kann auch kein König gefallen.
    la] Ardua res regi carum simul esse gregi.
  • Allen kann Jupiter selbst nicht gefallen.
    Altgriechisch
    la] Multum deliro, si cuique placere requiro.
    la] Ne Jupiter quidem omnibus placet.
    la] Nemo invenitur, qui satisfaciat omnibus.
    la] Nemo placet omnibus unquam.
    la] Nemo unus ex sententia omnium fecerit.
  • Allen kann man es nicht recht machen.
  • Allen kann man's nicht recht machen, der Herr meint, ich gefiele ihm alle Tage besser, sagte Rieke, als die Frau sie schalt, es würde alle Tage schlechter, sie habe wieder den Braten verbrennen lassen.
  • Allen leidenden Menschen ist die Weile lang und wiederum kurz den Fröhlichen, sonderlich aber und unermeßlich lang ist sie denen, die diesen inwendigen Schmerz der Seele haben, da von Gott verlassen gefühlt wird.
    Martin Luther (1483-1546), Deutsche Schriften
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