DICTUM

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  • ÄNDERN
  • Alles endert sich ohne des Papstes wurstkahen vnd der kuhschwantz. - Zinkgref, IV, 252.
  • Alles endet mit Weinen.
  • Alles endet, außer die Liebe zu Gott.
    Portugal
  • Alles entartet unter den Händen der Menschen.
    Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), Emile
  • Alles Entscheidende entsteht trotzdem.
    Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900), Ecce homo
  • Alles entsteht und vergeht nach dem Gesetz, doch über des Menschen
    Leben, dem köstlichen Schatz, herrschet ein schwankendes Los.
    Nicht dem blühenden nickt der willig scheidende Vater,
    seinem trefflichen Sohn, freundlich vom Rande der Gruft,
    nicht der Jüngere schließt dem Älteren für immer das Auge,
    das sich willig gesenkt, kräftig dem Schwächeren zu.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
  • Alles Erdreich ist Österreich untertan.
    la] Austriae Est Imperare Orbi Universo.
    Wahlspruch
  • Alles Erkennen ist Gestaltung. Gestaltung ist seelisches Besitzergreifen, Hunger nach Erkenntnis ist seelischer Wille zum Besitz.
    Oswald Spengler (1880-1936), Urfragen. Fragmente aus dem Nachlass
  • Alles erkennt man an diesen Händen, an der Art wie sie warten, wie sie greifen und stocken: den Habsüchtigen an der krallenden, den Verschwender an der lockeren Hand, den Berechnenden am ruhigen, den Verzweifelten am zitternden Gelenk ...
    Stefan Zweig (1881-1942), Vierundzwanzig Stunden aus dem Leben einer Frau
  • Alles erkläret sich wohl, so sagt mir ein Schüler, 'aus jenen
    Theorien, die uns weislich der Meister gelehrt.'
    Habt ihr einmal das Kreuz von Holze tüchtig gezimmert,
    Paßt ein lebendiger Leib freilich zur Strafe daran.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Venezianische Epigramme 79
  • Alles erlaubt sich ein Weib, und es dünkt unziemlich ihr gar nichts.
    Juvenal (60-127), Satiren
  • Alles Erlaubte würde man hingeben für alles Verbotene.
  • Alles erzählen, was man auf dem Herzen hat.
    la] Vider son sac.
  • Alles Erzeugnis der Kunst ist Symbol der Offenbarung, und da hat oft der auffassende Geist mehr teil an der Offenbarung als der erzeugende.
    Bettina von Arnim (1785-1859), Goethes Briefwechsel mit einem Kinde
  • Alles es gued in 'n Folkspot, mär niene witte Fiksebounen, hadde de gneädige Frau saght.
    Hagen
    info] Alles ist gut im Gesindetopf, aber keine weißen Fiksbohnen. (Fikse-, Fitze- Fisebônen, d.i. die gefeset werden müssen, um sie grün (mit den Schoten) zu essen)
  • Alles Ewige ist notwendig.
    Thomas von Aquin, Summe gegen die Heiden
  • Alles fällt auf mich, nur kein Beutel Geld.
    info] Klage eines vom Glück Vernachlässigten.
  • Alles Festlegen verarmt.
    Christian Morgenstern (1871-1914), Stufen: Lebensweisheit-Ethisches
  • Alles fette schadet sehr, der Fischen aber noch viel mehr.
    la] Omnis pinguedo mala, piscium pessima.
  • Alles Fleisch ist Heu.
    info] Jeder Mensch ist sterblich.
    fr] Tout ce qui est chair, est périssable.
  • Alles Fleisch ist zu essen, und alle Mädchen sind zum Heiraten.
    England.
    var] Alles Fleisch muss gegessen werden, alle Mädchen geheiratet.
  • Alles Fleisch soll gegessen, alle Mädchen sollen geheiratet werden.
    England
  • Alles fließt, nichts ist fest.
    Heraklit (520-460 v. Chr.)
  • Alles Freidenkertum ist Torheit, denn der Gedanke ist nicht frei, sondern an Denkgesetze gebunden, an die Logik, wie die Natur an Naturgesetze.
    August Strindberg (1849-1912), schwedischer Dichter
  • Alles Fremdsein und Fernsein haßt Gott. Zur Einigung lockt und zieht Gott, eines suchen alle Geschöpfe, auch die niedersten Kreaturen suchen eines.
    Meister Eckehardt, Buch der göttlichen Tröstung
  • Alles freuet sich und hoffet,
    Wenn der Frühling sich erneut.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Der Jüngling am Bache
  • Alles Fühlende leidet in mir, aber mein Wille ist stets mein Bezwinger und Freudenbringer.
    Franziska Gräfin zu Reventlow (1871-1918), Tagebücher
  • Alles führt den in Versuchung, der sich vor der Versuchung fürchtet.
    Frankreich
  • Alles führt mich zu dem glücklichen stillen Leben zurück, zu dem ich geboren war.
    Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), Träumereien eines einsamen Spaziergängen
  • Alles für die Ehre, doch die Ehre ist um nichts feil.
  • Alles für die Katz.
  • APFEL
  • Alles für einen Apfel und ein Ei haben wollen.
    Holl.:] Men kan dat vor een ei of een' appel krijgen. (Harrebomée, I, 17.)
  • Alles für Evangelium nehmen.
    info] Von Leichtgläubigen, Prüfungsscheuen.
  • Alles für Geld, umsonst ist nur der Tod.
  • Alles für nichts! ist der irdische Imperativ.
    Friedrich Hebbel (1813-1863), Tagebücher
  • Alles fürchtet sich vor der Zeit, aber die Zeit fürchtet sich vor den Pyramiden.
  • Alles gackert, aber wer will noch still auf dem Neste sitzen und Eier brüten?
    Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900)
  • Alles geben die Götter, die unendlichen,
    Ihren Lieblingen ganz:
    Alle Freuden, die unendlichen,
    Alle Schmerzen, die unendlichen, ganz.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Brief an Auguste zu Stolberg, 17.7.1777
  • Alles Gebet macht rein, es ist eine Selbstpredigt.
    Jean Paul (1763-1825), Dr. Kazenbergers Badereise
  • Alles geduldig tragen macht zum allgemeinen Sklaven. Ohne Stolz und Trotz wird selbst der Starke ohnmächtig. Was nicht weichen will, daran hält man sich endlich.
    Wilhelm Heinse (1746-1803), Aphorismen
  • Alles gegen die Natur ist auch gegen die Vernunft, und was gegen die Vernunft ist, ist Unsinn und zu verwerfen.
    Baruch de Spinoza (1632-1677), Theologisch-politische Abhandlung
  • Alles Gegenwärtige ist mir nur der Stiel, an dem ich Vorzeit und Zukunft anfasse.
    Clemens Brentano (1778-1842), an Bettine
  • Alles Geglaubte besteht, und nur dieses.
    Hugo von Hofmannsthal (1879-1929), Buch der Freunde
  • Alles geht ins Uferlose, wo keine Frauen dabei sind.
    USA
    en] Everything goes to loose ends where there ain't no women.
  • Alles geht mit, sagte das Mädchen, da bekam sie einen Schneider.
    ndt] All gôd mit, se(de) de Maid, dô krêg se 'n Snîder.
  • Alles geht nach Gottes Willen - aber es geht nicht, wie es gehen sollte.
    es] Todo es come Dios quiere - mas no como debe.
  • Alles geht vorüber - sagt mancher - aber er hat dabei nicht an die Dummheit gedacht.
  • Alles geht vorüber, aber die Liebe bleibt.
  • Alles geht vorüber, alles zerbricht, alles wird müde.
    Frankreich
  • Alles geiht, men kein Forsk.
    Sauerland
    info] Der Frosch hüpft.
  • Alles Geld der Welt ist nicht so viel wert wie zur rechten Stunde ein Becher besten Weines.
  • Alles Gelingen hat sein Geheimnis, alles Misslingen seine Gründe.
  • Alles gelingt, was man mit rechtem Eifer angreift.
    Samuel Smiles (1812-1904), Charakter
  • Alles genau besehen, spielt denn doch der körperliche Mensch da [auf dem Theater] die Hauptrolle, ein schöner Mann, eine schöne Frau! Ist der Direktor glücklich genug, ihrer habhaft zu werden, so sind Komödien- und Tragödiendichter geborgen. Der losere Zustand, in dem eine solche Gesellschaft lebt, macht ihre Genossen mehr mit der eigentlichen Schönheit der unverhüllten Glieder bekannt als irgendein anderes Verhältnis, selbst verschiedene Kostüms nötigen zur Evidenz zu bringen, was sonst herkömmlich verhüllt wird.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Wanderjahre III,3
  • Alles genau nach Plan.
    es] Todo según lo previsto.
  • Alles gerrettet!
    info] Landsteiner, Wiener Polizeipräsident an Erzherzog Albrecht am 8. Dez. 1881 beim Brand des Ringtheaters, bei dem fast alle Besucher ums Leben kamen.
    info] Während im Innern des Theaters Hunderte von Menschen verbrannten, wurden obige Worte, die in Wien seitdem in ihrer Ironie geflügelt sind, ausgesprochen.
  • Alles Geschaffene ist vergänglich. Strebt weiter, bemüht euch, unablässig achtsam zu sein.
  • Alles Geschehen aus Absichten ist reduzierbar auf die Absicht der Mehrung von Macht.
    Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900), Der Wille zur Macht
  • Alles Gescheite ist schon gedacht worden, man muss nur versuchen, es noch einmal zu denken.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 441
  • Alles getan (o. vertan) vor meinem end macht ein richtig Testament.
  • BEDACHT (SUBST.)
  • Alles gethan mit bedacht, hat niemand in Vnglück gebracht. - Lehmann, II, 33, 24.
  • Alles Gewesene und Geschehene ist interessant, sofern nur zuverlässige Chroniken darüber erhalten sind.
    Nikolai Wassiljewitsch Gogol (1809-1852), Über das Mittelalter
  • Alles Gewordene vergeht, und das Wachsende altert.
    Sallust (86-35 v. Chr.), Jogurtha
  • Alles gibt Brühe.
    it] Tutto fa brodo.
  • Alles gibt es: auch das gibt es, dass es nichts gibt.
  • Alles glauben ist Schwäche und nichts glauben ist Torheit.
    Christine von Schweden (1626-1689), Königin von Schweden
  • Alles glauben ist Schwäche, und nichts glauben ist Torheit.
  • Alles glauben, ist Torheit - gar nichts glauben, ist Torheit.
  • Alles Gottesdienst stehet im gehorsam.
    dk] Ret Guds tieneste laeres ved troen, ei ved fornuften.
  • Alles Göttliche auf Erden
    Ist ein Lichtgedanke nur.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Die Gunst des Augenblicks
  • Alles Göttliche hat eine Geschichte.
    Novalis (1772-1801), Die Lehrlinge zu Sais
  • Alles Göttliche und alles Schöne ist schnell und leicht. Oder sammelt die Freude sich etwa so wie Geld und andere Materien durch ein konsequentes Betragen?
    Friedrich Schlegel (1772-1829), Lucinde
  • Alles grau in grau malen.
  • Alles Große besteht aus Kleinem. Wer vom Kleinen nicht Besitz nimmt, kann das Große nie erwerben.
    Wilhelm Heinse (1746-1803), Aphorismen
  • Alles Große bildet, sobald wir es gewahr werden.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Eckermann, 16. 12. 1828
  • Alles große Denken ist aus dem Widerstreit zweier Einsichten entsprungen: der Unheilbarkeit des Risses im Sein und der Notwendigkeit seiner Schließung.
  • Alles Große in der Welt geschieht nur, weil einer mehr tut als er muss.
  • Alles Große in der Welt wird nur dadurch Wirklichkeit, dass irgendwer mehr tut, als er tun müsste.
  • Alles Große ist ja leicht der Entartung ausgesetzt, und das Sprichwort hat recht: das Schöne ist schwer.
    Platon (428-347 v. Chr.), Staat
  • Alles Große ist mir nichtig,
    Dem der Kern des Ewgen fehlt;
    Alles Kleinste ist mir wichtig,
    Das der Schönheit sich vermählt.
    Friedrich von Bodenstedt (1819-1892), Aus dem Nachlaß des Mirza Schaffy
  • Alles Große kommt uns wieder,
    Alles Schöne kehrt zurück.
    Theodor Körner (1791-1813), Bundeslied vor der Schlacht
  • Alles Große steht im Sturm.
  • Alles Große und Edle ist einfacher Art.
    Gottfried Keller (1819-1890)
  • Alles Große und Gescheite existiert in der Minorität. Es ist nie daran zu denken, dass die Vernunft populär werde. Leidenschaften und Gefühle mögen populär werden, aber die Vernunft wird immer nur im Besitze einzelner Vorzüglicher sein.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Eckermann, 12. 2. 1829
  • Alles Große, das Menschen je geleistet, geht aus der Einsamkeit, aus der Vertiefung geistigen Schauens hervor.
    Peter Rosegger (1843-1918), Höhenfeuer
  • Alles Große, zumal Neue, ist gefährlich: meistens tritt es auf, als ob es einzig berechtigt wäre.
    Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900), Nachlaß (Unschuld des Werdens)
  • Alles Gut ist eines anderen.
  • Alles gut wenn Ende gut.
    hu] Minden jó, ha a vége jó.
  • Alles Gute auf Erden findet stets üble Nachäffer ...
    Michail Afanassjewitsch Bulgakow (1891-1940), Das Leben des Herrn Molière
  • Alles Gute besitzt den Charakter der Gattung; es bringt ewig wieder Gutes hervor. Darum ist auch der Rechtschaffene unsterblich.
    Johann Wilhelm Ritter (1776-1810), Fragmente aus dem Nachlaß eines jungen Physikers
  • Alles Gute hat ein Ende, außer Gottes Güte.
    Schottland
  • Alles gute in Maßen.
  • Alles Gute ist entweder äußerer oder seelischer Art, und davon verdient das seelisch Gute den Vorzug.
    Aristoteles (384-322 v. Chr.), Eudemische Ethik
  • Alles Gute ist schön, Schönes aber gibt es nicht ohne inneres Maß.
  • Alles Gute kommt von Gott.
    dk] Alt godt er guds gave, det ondt er straf for synden.
    fr] Dieu est le principe de toutes choses.
  • Alles Gute kommt von oben, sagte der Junge, als ihm eine faule Birne ins Maul fiel.
  • Alles Gute kommt von oben.
    info] Ironisch, besonders bei Vogeldreck.
  • Alles Gute nimmt wie der Himmel nur wenige Farben an, es gehört mehr Kenntnis dazu, einen Friedensfürsten als einen Kriegsfürsten zu malen.
    Jean Paul (1763-1825), Dämmerungen für Deutschland
  • Alles Gute siehst du bei deinem Nachbarn.
    ee] Kaik hüäd nääd oma naaburi juurest.
  • Alles Gute und alles Übel beruht auf Empfindung, der Tod aber ist der Verlust der Empfindung. Daher macht die rechte Einsicht, dass der Tod uns nichts angeht, das sterbliche Leben Genussvoll.
    Epikur, Brief an Menoikeus
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