DICTUM

Al

  • Alles Reden ist sinnlos, wenn das Vertrauen fehlt.
    Franz Kafka (1883-1924)
  • Alles Reden ist verloren, findet man nicht offne Ohren.
  • Alles Reden und Beschreiben hilft bei sinnlichen, ja auch bei moralischen Gegenständen nichts.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Charlotte v. Stein, 2.12.1786
  • Alles reduzieren sie zuletzt auf den sogenannten Effekt, alles ist relativ, und so wird auch alles relativ, außer dem Unsinn und der Abgeschmacktheit, die denn auch ganz absolut regiert.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Lehrjahre VIII,7
  • Alles reformiert sich: Musik war ehemals Lärm, Satire war Pasquill, und da, wo man heutzutage sagt: Erlauben Sie gütigst, schlug man vor alters hinter die Ohren.
    Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799)
  • Alles regelt sich in Raten - nur das Plötzliche nicht.
    Emil Gött (1864-1908), Aphorismen
  • Alles Regieren muss durch das Benutzen der menschlichen Natur geschehen.
  • Alles rennet, rettet, flüchtet,
    Taghell ist die Nacht gelichtet.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Das Lied von der Glocke
  • Alles richtig verstehen macht sehr nachsichtig.
    Anne Louise Germaine de Staël-Holstein, Corinne ou L'Italie
  • Alles Römische ziehe ihn unwillkürlich an. Dieser große Verstand, diese Ordnung in allen Dingen sage ihm zu, das griechische Wesen nicht so, die Liebe und Neigung dafür habe er sich nur angeeignet.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), S. Boisserée, 11.8.1815
  • Alles rülpset in seiner Art.
  • Alles Schaffen aus dem Notwendigen heraus ist Leben und Mühe, die sich selbst verzehren, wie im Blühen das Vergehen schon herannaht.
    Gottfried Keller (1819-1890), Der grüne Heinrich
  • Alles Scheisse, Deine Elli!
  • Alles schenken,
    Niemals henken,
    Verändert Land und Stand.
    Abraham a Sankta Clara (1644-1709), Etwas für Alle
  • Alles schläft und ist glücklich, nur ich nicht.
    Fernando Pessoa (1888-1935), Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares
  • Alles Schnickschnack - ohne Geld!
  • Alles schon dagewesen!
    Karl Gutzkow (1811-1878), Uriel Acosta
    nl] Alle dingen hebben hunnen keer, behalve de tijd, want als die eens voorbij is, zoo komt hij niet weder.
  • Alles Schöne der Alten ist bloß charakteristisch,
    und bloß aus dieser Eigentümlichkeit entsteht die Schönheit.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Der Sammler und die Seinigen
  • Alles Schöne hat einmal ein Ende.
    it] Ogni bel gioco dura poco.
  • Alles Schöne im Leben ist unmoralisch, illegal oder es macht dick.
  • Alles Schöne im Menschen kommt von den Strahlen der Sonne und von der Milch der Mutter - das ist es, was uns mit Liebe zum Leben erfüllt.
    Maxim Gorki (1868-1936), Die Mutter und Tamerlan
  • Alles schreitet vorwärts, entwickelt sich; nur eins wird kleiner: der Geist.
    Jules Michelet (1798-1874), Die Liebe
  • Alles schweige!
    Jeder neige
    Ernsten Tönen nun sein Ohr!
    Weihelied in den Deutschen Bundesliedern (Jena 1817)
  • Alles sei recht, was du tust, doch dabei lass es bewenden,
    Freund, und enthalte dich ja, alles, was recht ist, zu tun.
    Wahrer Eifer genügt, dass das Vorhandne vollkommen
    Sei; der falsche will stets dass das Vollkommene sei.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Politische Lehre
  • Alles Seiende ist wahr.
    la] Omne ens verum.
  • Alles Selbstdenken kommt mir wie Sünde vor, wenn ich in der Natur bin; könnt man ihr nicht lieber zuhören?
    Bettina von Arnim (1785-1859), Die Günderode
  • Alles Sichtbare, mag es auf göttlichem oder menschlichem Prinzip beruhen, ist ein einheitliches Ganzes: Organe sind wir eines großen Körpers.
    Lucius Annaeus Seneca (1-65), Briefe an Lucilius
  • Alles sind Biber, alle gleich.
    Russland
  • Alles sind Taten, die vollbracht werden.
    ee] Kõik on teod, mes tehässe.
  • Alles soll man dem Nächsten wünschen, sagt der Jude, nur keinen bösen Nachbar.
  • Alles soll man kennen, nichts soll man brauchen.
    Jüdisch-deutsch
    info] Man soll sich soviel als möglich Kenntnise einsammeln, auch wenn man nicht weiß, ob man sie gebraucht. Will sagen, dass jedes Wissen zwar nützlich und angenehm sei, wofern man nicht angewiesen ist, davon zu leben.
    ndt] Alles soll män können, nischt soll män brauchen.
  • Alles soll nach seiner Nase gehen!
  • Alles soll nach seiner Pfeife tanzen.
  • Alles soll so einfach wie möglich gemacht sein, aber nicht einfacher.
  • Alles soll zu seiner Geige stimmen.
  • Alles sollte man dem Menschen opfern. Nur nicht den Menschen.
  • Alles spielte sich hinter den Kulissen ab
    en] all that took place (o. happened o. occurred) behind the scenes
    fr] tout se déroula dans la coulisse
    it] tutto si svolse dietro le quinte
  • Alles Spinozistische in der poetischen Produktion wird in der Reflexion Machiavellismus.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 322
  • Alles Sprechen und Schreiben heißt Würfeln um den Gedanken. Wie oft fällt nur ein Auge, wenn alle sechs fallen sollten.
    Friedrich Hebbel (1813-1863), Tagebücher
  • Alles Staat und nichts in der Schüssel.
    Frankreich
  • Alles stammt aus einem großen Ei, und unser ganzer Erdball ist ein großes Ei, das alle anderen enthält.
    Voltaire (1694-1778), Der Mann mit den vierzig Talern
  • Alles Starke ist einfach!
    Robert Musil (1880-1942), Der Mann ohne Eigenschaften
  • Alles stehen und liegen lassen.
  • Alles steht auf'm sprung.
  • Alles steht in Gottes Hand.
  • Alles steht Kopf.
  • Alles stiehlt ein Dieb, nur nicht die Lieb'.
  • Alles Streben des höheren Menschen gilt höheren Dingen, das Trachten des gewöhnlichen gilt dem Gewöhnlichen.
    Konfuzius (551-479 v. Chr.)
  • Alles strebt zum Guten.
    la] Omnia bonum appetunt.
  • Alles Süße gilt den Beduinen als Dörrfeigen.
    Arabien
  • Alles taugt nicht zum Essen, (über) alles geziemt es sich nicht zu sprechen.
    ee] Kik ei sünni süvvä, kik ei kõlba kõnelda.
  • Alles taugt nicht zum Essen, was man mit den Augen sieht.
    ee] Kõik ei kõlba süvvä, mis silmäge näed.
  • Alles taugt zu essen, was im Mund nicht schreit.
    ee] Kõik sünnib süüa, mis suus ei karju.
  • Alles Tragische beruht auf einem unausgleichbaren Gegensatz. Sowie Ausgleichung eintritt oder möglich, schwindet das Tragische.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), F. v. Müller, 6.6.1824
  • Alles trägt dazu bei, einem zur Herrschaft über andere erzogenen Menschen jedes Gefühl für Gerechtigkeit und Rechenschaft zu rauben.
    Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), Contrat social
  • Alles trägt Pelzmützen, und er redet vom Schwitzen.
    info] Er behauptet ganz unwahrscheinliche Dinge, wie z.B. nicht zu frieren, oder gar, zu schwitzen, wenn man bald erfrieren möchte.
  • Alles Transparent, sagte der Wirt bei der Illumination; da konnte man durch die Fleischschnitten hindurchsehen.
  • Alles trauert, du bist lustig.
    la] Lugent cuncta, tu laetus es.
  • Alles Tun auf Gott gebaut, keinem Menschen recht getraut, nicht zu groß und nicht zu klein, höflich, doch nicht zu gemein, viel Geduld bei wenig Geld, so kommt man fort in aller Welt.
    Obersulzbach in Mittelfranken
  • Alles tun zu seiner Zeit! Sonntagsarbeit nicht gedeiht!
  • Alles Übel des Menschen kommt davon, dass er nicht allein sein kann: daher der Hang zu Spiel, Luxus, Zerstreuung, Wein und Frauen, daher Unwissenheit, Lästersucht, Missgunst, Selbstvergessen und Lauheit gegen Gott.
    Jean de La Bruyère (1645-1696), Vom Menschen
  • Alles Übel kommt von dem, was die Jugend nicht weiß und das Alter nicht kann.
  • Alles Übel kommt von oben.
    zit] Wie der Meister, so der Geselle.
  • Alles Übel kommt von Spanien, alles Gute vom Norden.
    Spanien
  • Alles Übel nimmt ein Ende.
    bm] Zlého se sprosti?, a i smutku se zhosti?.
  • Alles über den Haufen schmeißen.es] Echarlo todo por tierra, desbaratar los planes.
  • Alles über die Klinge jagen (o. springen lassen).
  • Alles über ein Leisten schlagen.
  • Alles über einen Kamm scheren - alles mit der gleichen Elle messen - alles über einen Leisten schlagen - alles in einen Topf werfen.
    en] to measure everything by (o. with) the same yardstick - to lump everything together - to apply the same standard to everything.
    fr] mettre tout dans le même sac (o. pot o. panier o. sur le même pied) - (man sollte nicht alles ... = il ne faut pas mélanger les torchons et (o. avec) les serviettes.
    it] mettere tutto in un mazzo (o. in un mucchio o. nello stesso calderone) - fare di ogni erba un fascio
  • Alles über einen Kamm scheren
    info] Aus der Barbierstube entlehnt, wo man den Kamm nach der Person, die sich das Haar schneiden ließ, oder nach dem Masse der Haare, das verlangt wurde, wählte. Die Redensart stammt, wie viele andere, aus den alten Badestuben. Das vexare liegt übrigens nicht notwendig darin, es heißt auch: alle ohne Rücksicht gleich behandeln, wie ein Bader, der für alle Kunden denselben Kamm nahm.
  • Alles über einen Leisten schlagen.
  • Alles über Eva.
    geflügeltes Wort
  • Alles Übermaß ist schädlich und verderblich.
    Giacomo Casanova (1725-1798), Neunundneunzig Abenteuer
  • Alles Übermäßige verstößt gegen die Natur.
  • Alles überwindet der Mensch, aber nur, wenn die Überwindung für ihn eine Notwendigkeit ist - alles vermag er, wenn er muss.
    Ludwig Andreas Feuerbach (1804-1872), Tagebuch 1834-1836
  • ACHSEL
  • Alles uf di leicht Achs'l namma. (Franken.) - Schleicher, 80; Frommann, VI, 163.
  • ALLES
  • Alles um der Wurst willen.
  • Alles um Liebe!
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), J. G. v. Zimmermann, September 1775
  • Alles umb alles.
    Die Seeligkeit ist alls. Wer alles wil erheben /
    Der muß auch zuvoran hier alls umb alles geben.
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Sechstes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 105
  • Alles ums liebe Geld.
    nl] Om gelds wille is 't al te doen.
  • Alles umsunst, das schafft kein Gunst.
  • Alles Unangenehme soll man vielmehr höchst prosaisch und nüchtern auffassen, damit man es möglichst leicht nehmen könne.
    Arthur Schopenhauer (1788-1860), Aphorismen zur Lebensweisheit, Paränesen und Maximen
  • Alles Unbekannte gilt für groß.
    Tacitus (58-120), Agricola
  • Alles Unbekannte wirkt bloß auf die Phantasie, die immer vergrößert oder verkleinert und nie das Maß der Wirklichkeit trifft.
    Wilhelm Heinse (1746-1803), Das Spiel des Wesens
  • ALLES
  • Alles und sonst no Einiges. (Ulm.)
  • Alles under der Nasen einschießen.
  • Alles ungebildete Denken ist übertriebenes Denken.
    William Butler Yeats (1865-1939), Entfremdung
  • Alles Ungewöhnliche hindert die Leute, so zu leben, wie sie wollen.
    Maxim Gorki (1868-1936), Wladimir Iljitsch Lenin
  • Alles Unglück fahet sich in Gottes namen an (in nomine Domini).
    info] Und so beginnen auch die päpstlichen Bullen.
    zit] Daher man gewöhnlich spricht: Alles Unglück fahet sich in Gottes Namen an, und in Gottes Namen schlug jener Bauer seinen Knecht zu tot.
    zit] Haben diese 16 Nonnen auch angefangen in nomine Domini Krüg und Häfen zerbrechen und gute scherben zu machen.
  • Alles Unglück in der Welt geschieht nur, weil einer mehr tut als er muss.
  • Alles Unglück ist gut, wenn man Brot dabei hat.
  • Alles Unglück ist im Krieg.
    la] Nulla salus bello.
  • Alles Unglück kommt durch den Mund.
  • Alles Unglück von A bis Z. O meine liegen alle zwischen A und G (Frau, Ehe).
    Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), Aphorismen (Sudelbücher), 1776 - 1779
  • Alles Unglück, das aus den geschlechtlichen Beziehungen, aus den Verliebtheiten entsprungen ist, kommt nur daher, dass wir die fleischliche Wollust mit dem geistigen Leben, mit - schrecklich zu sagen - der Liebe vermengen; wir brauchen unseren Verstand nicht dazu, diese Leidenschaft klar zu beurteilen und zu bestimmen, sondern dazu, sie mit den Pfauenfedern der Geistigkeit auszuschmücken.
    Lew Nikolajewitsch Tolstoi (1828-1910), Über die Ehe
  • Alles Unheil dieser Welt kommt vom falsch verteilten Geld.
  • Alles Unheil kommt von einer einzigen Ursache, dass die Menschen nicht in Ruhe in ihrer Kammer sitzen können.
    geflügeltes Wort
  • Alles Unheil rührt von unserer riesenhaften Unwissenheit her. Was man studieren musste, wird ohne Diskussion geglaubt. Statt zu erwägen, bestätigt man.
    Gustave Flaubert (1821-1880), an George Sand, 31. 3. 1871
  • Alles Unnatürliche ist unvollkommen.
    Frankreich
  • Alles Unrecht hat seinen Ursprung im Geist. Wenn der Geist verwandelt wird, wie kann dann Unrecht bleiben?
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