DICTUM

Am

  • Am (im) Schwanz ist das Gift.
    fr] A la queue est le venin. - En la queuë et en la fin gît de coûtume le venin.
    nl] In het startje zit het venijn.
  • Am 1. Mai fährt man den Ochsen ins Heu.
  • Am 1.11. gedenkt die römisch-katholische Kirche aller ihrer Heiligen (Allerheiligen). Es folgt am 2.11. Allerseelen (gedenken an die Verstorbenen) und am 11.11. ist der Martinstag, ein Festtag zu Ehren ihres Heiligen Martin von Tours.
  • Am 10. Jänner Sonnenschein,
    bringt reiche Ernte und guten Wein.
  • Am 10. Oktober 1793 schickte ich meiner lieben Frau aus dem Garten eine künstliche Blume aus abgefallenen bunten Herbstblättern. Es sollte mich in meinem jetzigen Zustande darstellen; ich ließ es aber nicht dabei sagen.
    Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), Aphorismen (Sudelbücher), 1793 - 1796
  • Am 15. April der Kuckuck rufen soll, und müßte er rufen aus einem Baum, der hohl.
  • APRIL
  • Am 15. April der Kuckuck singen soll, und müsst er singen aus einem Baum, der hohl.
    ndt] An 'n 15. Awril de Kukuk singen sull, un wier 't ut 'n Bom, de hull.
    it] A cinque d'Aprile il cucco de venire; e se non viene ai sette o gli otto, o che è presso o che è morto.
    Lux] De fofzengten Aprel muss de Gukuck sangen.
  • Am 20. März (früher auch 21. März) ist die Tagundnachtgleiche.
  • Am 24. Julii 1797. gegen halb drei Uhr des Nachmittags wurde mir mein siebentes Kind, ein Knabe, sehr glücklich geboren. Ich war sehr bewegt. An demselben Tage erhielt ich einen Brief von meinem Bruder datiert: Gotha den 20. Julii, worin er mir von dem kleinen Knaben den er von dem Tischler Paul adoptiert hat, obgleich der Vater noch lebt, sagt daß es eines der schönsten Kinder sei, die er je gesehen habe, und er fände es, wie manche Römer, angenehmer anderer Leute Kinder zu erziehen, als sich die Mühe zu nehmen selbst welche zu machen. - Hier will ich ihn beim Wort halten. Ich will ihm Kinder genug zu erziehn geben, die er nicht gemacht hat, und gegen die er mehr Verbindlichkeiten hat, als gegen die von dem Tischler Paul, Meine eigenen, die Ich, sein Bruder, selbst gemacht habe. Meines Bruders Brief enthielt einige vortreffliche Erinnerungen an unsres unvergeßlichen Vaters Sterbe-Tag, wegen des Datums. Mein Brief an ihn, worauf der seinige die Antwort war, war den 17ten Julii, den Sterbe-Tag meines Vaters, datiert, (er starb den 17. Julii 1751.) Mein lieber Bruder wird sich meiner armen Kinder gewiß annehmen, wenn es ihm gehörig vorgestellt, und er zugleich an unsere Mutter erinnert wird.
    Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), Aphorismen (Sudelbücher), 1796 - 1799
  • Am 28 ten Dezember 1789 abends als Herr Hof-Rat Richter bei mir war fiel mir folgende Darstellung eines bekannten Gedankens von mir ein: Die Menschen gehen eigentlich nicht selbst in Gesellschaft, sondern sie schicken eine angekleidete Puppe statt ihrer hin, die sie auskleiden wie sie wollen. Herr Richter lächelte dabei.
    Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), Aphorismen (Sudelbücher), 1789 - 1793
  • Am 30. Februar ganz gewiss, immer schönes Wetter ist.
  • Am 30. Februar hat Petrus frei, da ist ihm der Winter einerlei.
  • Am 4 ten Julii 1765 lag ich an einem Tag, wo immer heller Himmel mit Wolken abwechselte, mit einem Buche auf dem Bette, so daß ich die Buchstaben ganz deutlich erkennen konnte, auf einmal drehte sich die Hand, worin ich das Buch hielt, unvermutet, ohne daß ich etwas verspürte, und weil dadurch mir einiges Licht entzogen wurde, so schloß ich es müßte eine dicke Wolke vor die Sonne getretten sein, und alles schien mir düster, da sich doch nichts von Licht in der Stube verloren hatte. So sind oft unsere Schlüsse beschaffen, wir suchen Gründe in der Ferne, die oft in uns selbst ganz nahe liegen.
    Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), Aphorismen (Sudelbücher), vom 1 ten Julii 1765 an
  • Am 8. des April, da soll der Kuckuck kommen. Kommt er am 8. nicht, so ist er tot oder gefangen. Und kommt er am 10. nicht, so ist er gefangen im Zaun; und kommt er am 20. nicht, so ist er gefangen im Korn; und kommt er am 30. nicht, so aß ihn der Hirt mit Polenta.
    Venetien
  • Am A(r)sch legge kenne.
    info] Missachtung ausdrücken, abweisen.
  • Am Aba (Abend) nit nid'r, am Morga nid ûf, isch all'r fule Lüüte Bruch.
  • ABEND
  • Am Aba nit nid'r, am Morga nid ûf, isch all'r fule Lüüte Bruch.
    Bern
    info] Am Abend nicht ins Bett, am Morgen nicht aufstehen, ist aller faulen Leute Brauch.
  • Am Abdontag (30.7.) soll man Gras schneiden, Farn ausreißen, Schilf aus den Teichen, Dornen aus den Feldern rotten, Schwamm am Hause beseitigen, Ungeziefer vertilgen, Kugeln gießen
    info] Abdons war ein Märtyrer unter Kaiser Decius. Der Glaube ist auf den Anklang des Namens an 'abtun' zurückzuführen. Im Bergischen heißt der Tag daher 'Abtu-Tag'. Um die Kenntnis von seinen unheilvollen Eigenschaften verschwinden zu lassen, hat man ihn 'Beatrix' umbenannt.
  • Am Abend (geh) früh schlafen, am Morgen steh früh auf.
    ee] Õdängu varra magama, homgu tule varra üles.
  • Am Abend des Lebens lieben wir nur noch die Stille.
  • Am Abend des Winterfestes (d. i. Weihnachten) gehen sogar die drei Faulen in die Kirche.
    ee] Talvsipühä õdakul läävat ka kolm laiskagi kergohe.
  • Am Abend duftet alles, was man gepflanzt hat, am lieblichsten.
    Johann Anton Leisewitz (1752-1806), Julius von Tarent
  • Am Abend eines Lebens werden die großen und wichtigen Dinge klarer, so wie in der Landschaft die Linien klarer werden. Unsere Waage wird zuverlässiger und gerechter, und sie wird auch milder. Und milder wird auch die Trauer um die große Erkenntnis, dass wir aufhören müssen, Mensch zu sein, gerade in dem Augenblick, in dem wir begonnen haben, es zu werden.
    Ernst Wiechert
  • Am Abend erkennt man den Arbeiter und am Morgen den Wirt.
  • Am Abend früh über Nacht bleiben, am Morgen sich früh auf den Weg machen.
    ee] Õhtu vara öösele, homiku vara teele.
  • Am Abend geht der Magen aufs Stroh.
    ee] Õhta läheb kõht õlile.
  • ABEND
  • Am Abend gekammert, am Morgen gejammert.
  • Am Abend geschnittene Nägel werden eines gesunden Mannes Tod.
  • ABEND
  • Am Abend geschwelgt, am Morgen gekelcht.
    info] Dafür gebüßt, gelitten.
  • Am Abend ist der Tanz lieb, am Morgen der Schlaf süß.
    ee] Õhtul tants armas, homikul uni magus.
  • ABEND
  • Am Abend ist warm der Herd, am Morgen der Steert.
  • Am Abend kriegt der Igel Beine.
  • Am Abend lobe den Meister und am Morgen den Gastwirt.
    fr] Au soir, loue l'ouvrier, et au matin, l'hôtelier.
  • Am Abend nimmt das Bergmännlein teil an einem Hochzeitstanz
  • Am Abend nimmt man den Magen auf den Schoß.
    ee] Õhtul võetas kõtt hõlma.
  • ABEND
  • Am Abend noch ein Edelmann, am Morgen spricht er die Leute an.
  • Am Abend noch Jungfrau, um Mitternacht eine junge Frau, beim Morgenrot schon ein Hausfrauchen.
  • Am Abend rote Sonne, ist des Schäfers Wonne.
  • Am Abend schätzt man erst das Haus.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust I, Vor dem Tor
    Wagner Vs 1144
  • Am Abend schimpf nicht mit deiner Frau, sonst musst du alleine schlafen.
    China
  • Am Abend sind alle Katzen grau.
    ee] Õhta on kõik kassid hallid.
  • Am Abend tönen die herbstlichen Wälder
    Von tödlichen Waffen
    Georg Trakl (1887-1914), Grodek
  • Am Abend waren fünf Paar Ochsen da, am Morgen ist nicht einmal ein Kalb (da).
    ee] Õhtu oli viis paari härgi, homiku ei ole vasikatki.
  • Am Abend werden die Faulen fleißig.
  • Am Abend werden die Hühner gezählt.
  • Am Abend wird der Faule fleißig, und der ganz Faule am Sonnabend.
    Finnland
  • Am Abend wird der Faule fleißig.
  • Am Abend wird man klug
    Für den vergangenen Tag,
    Doch niemals klug genug
    Für den, der kommen mag.
    Friedrich Rückert (1788-1866), Vierzeilen 2. Hundert, Nr. 73
  • Am Abend wirst du in der Liebe geprüft. Lerne zu lieben, wie Gott geliebt sein möchte, und lass deine Eigenheit.
    Juan de la Cruz (1542-1591), Merksätze von Licht und Liebe
  • ABEND
  • Am Abend zeigt es sich, ob die Nacht hell sein wird.
    info] Die Aegypter wollen damit sagen, dass eine Person von ihrer frühesten Jugend Zeichen ihrer künftigen Tugenden gibt.
  • Am Abend, wenn die Glocken Frieden läuten,
    Folg ich der Vögel wundervollen Flügen.
    Georg Trakl (1887-1914), Verfall
  • Am Abrahamstag (20.12.) soll man versuchen, Schätze zu graben.
  • Am absoluten Nullpunkt angelangt sein.
  • AGATHENTAG
  • Am Agathentag die Hälfte Heu und die Hälfte Stroh. (Schweiz.)
    Frz.: A la St.-Adietta demi schon fin et demis cha pailletta.
  • ALBERTSTAG
  • Am Albertstage (24. April) versteckt ihre Socken die Krähe im Roggen.
    Poln.: Na Woy ciecha wrona sie wzycie skryil. (Boebel, 21.)
  • Am Albertstage (24.4.) versteckt ihre Socken die Krähe im Roggen.
    pl] Na Woy ciecha wrona się wzycie skryil.
  • Am Alekseitag (17. 3.) die Schlittendeichseln hinaus, die Wagendeichseln herein.
    ee] Alekseijah riivehmre' vällä, rattavehmre' sisse.
  • Am allerfördersamsten aber sind unsere Nebenmenschen, welche den Vorteil haben, uns mit der Welt aus ihrem Standpunkt zu vergleichen und daher nähere Kenntnis von uns zu erlangen, als wir selbst gewinnen mögen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Schriften zur Natur- und Wissenschaftslehre - Bedeutende Fördernis durch ein einziges geistreiches Wort
  • ALLERHEILIGEN
  • Am Allerheiligen säe Weizen und sammle Disteln. (Span.)
  • Am allerlängsten ehrlich währt.
    Johann Nepomuk Nestroy (1801-1862), Zu ebener Erde und erster Stock
  • Am allertiefsten endlich erniedrigt es uns vor dem Auslande, wenn wir uns darauf legen, demselben zu schmeicheln.
    Johann Gottlieb Fichte (1762-1814), Reden an die deutsche Nation
  • Am allerwenigsten muss man an den Charakteren herumbasteln wollen, es führt zu gar nichts, außer zu Verstimmung und Ärgernis.
    Theodor Fontane (1819-1898), Der Stechlin
  • Am alten Maitage muss sich eine Krähe in der jungen Saat verbergen können.
  • ALTER (DAS)
  • Am Alter und am Tode will jeder zum Ritter werden.
    mhd] Am alter wil iederman geritten und zum ritter werden.
  • ALTER (DAS)
  • Am alter wil iederman geritten vnnd zum ritter werden. - Franck, II, 164a.
  • Am anderen liebt man Vollkommenheiten, an sich sich.
    Jean Paul (1763-1825)
    en] In others we love perfection, in ourselves, ourselves.
  • Am Anfang auf den Zaum gebissen, zuletzt doch auf die Brack geschissen.
  • Am Anfang beginnen.
    la] A linea incipere.
  • Am Anfang der Liebe sprechen die Liebenden von der Zukunft; bei ihrem Ende von der Vergangenheit.
  • Am Anfang der Nacht gebe ich mein Leben für dich, o Weib. Am Ende der Nacht sage ich: such dir eine Decke zum Wärmen, denn meine brauche ich für mich allein.
  • Am Anfang der Welt war der Bauer, und wo war der Junker?
  • Am Anfang fangt ma net mit de Knöpf a.
  • Am Anfang gehören alle Gedanken der Liebe. Später gehört dann alle Liebe den Gedanken.
  • ANFANG
  • Am Anfang heilen ist besser (leichter) als am Ende.
    info] Niesswurz, sagt Ovid, ist umsonst, wenn die kranke Haut schon geschwollen, Arznei zu spät, wenn das Uebel durch die Länge der Zeit schon unheilbar geworden ist.
    Lat.:] Satius est initiis mederi quam fini. (Suid.) (Erasmus, 837.)
  • Am Anfang hieß es 'Lebe lang!', das Ende klang wie Grabgesang.
  • Am Anfang ist das Suchen nach Wissenschaft bitter wie Galle.
    Afrika
  • Am Anfang oder am End der März sein Gift versendt.
  • Am Anfang passen sie in ein Hemd, später nicht in dieselbe Hütte.
    Estland
    info] Von der Ehe gesagt.
  • Am Anfang schlecht, am Ende gut.
  • Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Die Erde aber war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.
    info] Himmel und Erde = das gesamte Schöpfungswerk Gottes; der Kosmos als eine Einheit; sein Erscheinungsbild als ein Oben und Unten. Ein Gericht aus gemischtem Kartoffel- und Apfelpüree mit gebratener Blut- und Leberwurst; nach den Kartoffeln in der 'Erde' und den Äpfeln im 'Himmel' benannt.
    la] In principio creavit Deus caelum et terram. Terra autem erat inanis et vacua, et tenebrae super faciem abyssi, et spiritus Dei ferebatur super aquas.
  • Am Anfang steht der Glaube, am Ziel die Schau.
    Augustinus (354-430)
  • Am Anfang war auch der Teufel ein Engel.
  • Am Anfang war das Vorwort.
  • Am Anfang war das Wort - am Ende die Phrase.
  • Am Anfang war das Wort und nicht das Geschwätz, und am Ende wird nicht die Propaganda sein, sondern wieder das Wort.
  • Am Anfang war das Wort, am Ende war es fort.
  • Am Anfang war das Wort. Am Ende das Zitat.
  • Am Anfang war das Wort. Dann kamen die Wortspalter und machten Sätze daraus.
  • Am Anfang war das Wort. Dann muss es ihm die Sprache verschlagen haben.
  • Am Anfang war das Wort. Dann wurde es ergriffen.
  • Am Anfang war das Wort. Es folgte das Geschwätz.
  • Am Anfang war das Wort. Und dann wurde es durchs Bild zerstört.
  • Am Anfang war das Wort. War es das richtige?
  • Am Anfang war das Wort.
    la] In principio erat verbum.
  • Am Anfang war der Vorsatz.
  • Am Anfang war die Kraft.
    Paula Modersohn-Becker (1876-1907), Tagebuchblätter
  • Am Anfang war die Presse.
  • Am Anfang war die Stille, dann kam das Wort, gleich darauf das Geschwätz - und zum Schluss wieder das Schweigen.
  • Am Anfang war die Tat.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust
  • Am Anfang war die Untat.
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