DICTUM

Am

  • Am Anfang widersteht eine Frau dem Ansturm des Mannes, und am Ende verhindert sie seinen Rückzug.
  • ANFANG
  • Am Anfang wollt' ich hoch hinaus und kam nachher ins Gärtner- (auch Huren-) Haus. (Königsberg.)
    info] Wenn jemand bei der Wahl einer Gattin anfänglich zu hohe Ansprüche und zuletzt arge Misgriffe macht.
  • Am angeführten Ort
    info] Stelle einer Schrift
    la] loco citato (l. c.)
  • Am Angesichte sieht man's wohl.
    fr] Au vis se découvre souvent le vice.
  • ANGESICHT
  • Am Angesichte sieht man's wol.
    Frz.:] Au vis se découvre souvent le vice.
  • ANRÜHREN
  • Am Anrühren des Klaviers erkennt man den Spieler.
    It.:] Al toccar de tasti si conosce il buon organista.
  • ANTONIUSTAG
  • Am Antoniustag (17. 1.) erblickt das Schwein am Himmel die Sonne.
    ee] Tennüspäiv nägi tsiga päävä taivahe är.
  • ANTONIUSTAG
  • Am Antoniustag (17. 1.) gesegnetes Brot wird aufs Flachsfeld gelegt.
  • ANTONIUSTAG
  • Am Antoniustag (17. 1.) musste die Hälfte des Viehfutters vorhanden sein.
    ee] Tõnisepäevast pidi pool loomatoitu alles olema.
  • ANTONIUSTAG
  • Am Antoniustag (17. 1.) seien der Quappe die Flechten losgegangen.
    Estland
    info] Die Quappe fängt an zu laichen.
  • ANTONIUSTAG
  • Am Antoniustag (17. 1.) steht auf des Daches Giebel: Das Brot zur Hälfte, das Viehfutter zur Hälfte.
    info] Die Wintervorräte dürfen nur zur Hälfte verzehrt und müssen noch zur Hälfte übrig sein. Der Antoniustag (17.1.) wird von den Esten für die Mitte des Winters gehalten. Die Russen nennen daher auch den heiligen Timotheus (22.1.) Halbwinterer und die heilige Xenia (24.1.) Halbbrotbewahrerin.
  • ANTONIUSTAG
  • Am Antoniustag (17. 1.) verlängert sich der Tag um einen Teufelsschritt. (Eine Stunde).
    it] Sant' Antonio il dì s'allunga d'un passo di demonio.
  • ANTONIUSTAG
  • Am Antoniustag (17. 1.) wird der Winter in zwei Hälften gezählt.
    ee] Tinuspääval loedas talv poolõs.
  • ANTONIUSTAG
  • Am Antoniustag (17. 1.) wird des Winters Rücken gebrochen.
    ee] Tõnisepäeval murtakse talve selg katki.
  • ANTONIUSTAG
  • Am Antoniustag (17. 1.) wird im Meer das erste Robbenjunge geboren.
    ee] Tõnisepäeval sünnib esimene hülgepoeg merre.
  • APRILREGEN
  • Am Aprilregen ist viel gelegen.
    info] In Apulien sagt man: Regen im April mästet den Ochsen und tödtet das Schwein; aber das Schaf lacht. (Ausland 1870, S. 425-426.)
    Frz.:] Avril pluvieux, Mai gai et venteux, annoncent fécond et même gracieux. - Pluje d'abril vaut le char de David. (Leroux, I, 63.)
  • Am ärgsten verdrießet ein Spaß, der die Wahrheit ist.
    es] No hay peor burla que la verdadera.
  • Am armen Schlucker wischt sich jeder Jämmerling die Schuh'.
  • Am Arsch die Räuber.
  • Am Arsch hängt der Hammer!
  • Am Aschentag (d. i. Aschermittwoch) wird (einmal) das Fleisch abgequästet und der Fisch aufgequästet.
    ee] Tuhkapäev viheldakse liha seljast maha ja kala selga.
  • Am Aschentag wird (einmal) das Fleisch abgequästet und der Fisch aufgequästet.
    Estland
  • Am Aschermittwochabend (geh) schlafen ohne Licht, zur Fastnacht bei Tageslicht.
    ee] Tuhkabe õhta tuleta magama, vastlabe õhta õvvevalges.
  • Am Ast sägen, auf dem man sitzt.
  • AUFSCHUB
  • Am Aufschub stirbt die Tugend.
  • Am Augustin
    ziehen die Wetter hin.
  • AUGUST
  • Am Augusto die zween letzten Tag, vnd ersten zween September betracht. Dann so die schön und fein gespürt, wird Bachus mit Trauben geziert. - Lins, Augustmonat.
  • Am Aussehen erkennt man den Mann.
    la] Ex visu cognoscitur vir.
  • Am Aussehen erkennt man den Menschen, am Gesichtsausdruck erkennt ihn der Weise.
    Jesus Sirach 19,29
  • AUSKEHREN
  • Am Ausskehren wird sich finden, wer das Schermesser gefressen hat.
    »Oder am End wird sich's aussweysen, was ein jeder für ein Vogel gewesen.« (Dietrich, I, 431.)
  • Am Ball bleiben.
    es] Estar al pie del cañón, estar en primera línea, estar bajo control, estar al quite, "al loro".
  • Am Bärentag (Margaretentag, 13. 7.) muss man einmal um das Feld ziehen, dann muß die Egge auf dem Feld sein.
    ee] Karusepääval peab korra ümber põllu aama, siis peab äke põllal olema.
  • Am Bärentag (Margaretentag, 13. 7.) wird auch die Roggenwurzel abgebrochen.
    ee] Karusepääval murtaks ka rukki juur katki.
  • Am Bart des Toren lernt der Barbier rasieren.
    en] A barber learns to shave by shaving fools.
    fr] A barbe de fol, on apprend à rire.
    Ho] By moeyelijke keeren is veel te leeren.
    Ho] Men heeft groote kunst van doen, om een narre te vol-doen.
    Ho] 'T moet een wijse hant zijn, die een sotten kop wel scheeren sal.
    Ho] Wilt gij wel scheren na den aert, soo scheert voor eerst een geck sijn baert.
    it] Alla barba de' pazzi il barbier impara a radere.
    es] En la barba del necio aprehende a rapar el barbero.
  • Am Bart zupfen.
    la] Vellere barbam.
  • BART
  • Am Barte des Narren lernt man scheren.
    Frz.:] A barbe de fol, on apprend à rire. (Recueil, 28.)
    info] Jüdisch-deutsch in Warschau. Er lernt sich auf Jenems Burd (Bart) scheren. Auf Kosten Anderer klug werden, Erfahrung sammeln.
    Engl.:] A barber learns to shave by shaving fools. (Bohn II, 131.)
    Holl.:] By moeyelijke keeren is veel te leeren. - Men heeft groote kunst van doen, om een narre te vol-doen. - 'T moet een wijse hant zijn, die een sotten kop wel scheeren sal. - Wilt gij wel scheren na den aert, soo scheert voor eerst een geck sijn baert. (Cats, 283.)
    It.:] Alla barba de' pazzi il barbier impara a radere. (Bohn II, 131.)
  • Am Barte des Törichten lernt der Barbier rasieren.
  • Am Bartholomäustag (24. 8.) gehen die Schwalben in den See.
    ee] Pärtlipäeval lähvad pääsukesed järve.
  • Am Bartholomäustag (24. 8.) sät man nicht, denn Pärtel soll gesagt haben: 'Streut mir nicht in die Augen, sondern kratzt mir den Rücken!'; er habe aber befohlen, zu pflügen und zu eggen.
    ee] Pärtlipäeval ei külvata, sest Pärtel ütelnud: 'Ärge mulle silmadesse pilluge, vaid sügage mu selga'; ta käskinud aga künda ja äästada.
  • Am Bartholomäustag (24. 8.) wird ein kalter Stein ins Meer und ein warmer Stein in den Brunnen geworfen.
    ee] Pärtlipäevast vissatakse külm kivi merese ja soe kivi kajuse.
  • BARTHOLOMÄUSTAG
  • Am Bartholomäustag schüttle die Äpfel und Birnen ab.
    info] Wenn das Sommerobst länger steht, wird es mehlig.
  • BARTHOLOMÄUSTAG
  • Am Bartholomäustag versteck nur deinen Vespersack. (Wohlau.) - Boebel, 42.
  • BAUCH
  • Am Bauch groß, hinten bloss. - Fischart, Gesch.
  • Am Baum der guten Vorsätze gibt es viele Blüten, aber wenig Früchte.
  • Am Baum des Schweigens hängt der Friede.
    Arabien
  • Am Baume des Schweigens hängt (s)eine Frucht, der Friede.
    Arthur Schopenhauer (1788-1860), Parerga und Paralipomena, Unser Verhalten gegen den Weltlauf
  • Am begierigsten langt der Hilfsbedürftige nach dem Fernsten, dem Unbekanntesten, und der Fremde erweckt in ihm das Vertrauen, welches er zu dem Nächsten verloren hat.
    Adelbert von Chamisso (1781-1838), Reise um die Welt
  • Am Beispiel anderer gehen wir zugrunde; wir werden geheilt, wenn wir uns nur von der Masse absondern.
    la] Alienis perimus exemplis; sanabimur, si separemur modo a coetu.
  • BEMBEMBELENSTAG
  • Am Bembembelenstag, wenn d' Eule bocket.
    info] Soll irgendetwas geschehen (d.h.) nie. Scherzhafte Antwort auf die Frage: Wann? Oder: wann wird's geschehen? Fragt man: Wann ist der Bembembelenstag? so lautet die Antwort: Wenn die Eule bocket.
  • Am besagten Ort.
    la] Dicto loco.
  • Am besten (ist es), wir machen gar keinen solchen Galimathias!
    ndt] Am beschda, mir machet gar koin so en Galimathias!
  • Am besten aber wirst du den Charakter eines Menschen kennenlernen, wenn du beobachtest, wie er jemanden lobt und wie er sich verhält, wenn er selbst gelobt wird.
    Lucius Annaeus Seneca (1-65), Mächtiger als das Schicksal
  • Am besten angewandt ist die Zeit, die man verschwendet.
    Frankreich
  • Am besten erkennt man den Charakter eines Menschen bei Geldangelegenheiten, beim Trinken und im Zorne.
    Talmud, Erubin
  • Am besten fängt man unten an und endet oben.
    Ungarn
  • Am besten geht es mit vereinten Händen.
  • Am besten gerät uns immer die stinkende Hoffart, sprach der Hofnarr, als eine Frau den Flor im Klostergarten rühmte.
  • BESTE (DAS)
  • Am Besten hat man den besten Kauf. - Bücking, 298; Henisch, 328; Körte, 555.
    It.:] Il migliore è meno caro. (Bohn I, 120.)
    info] Die Polen sagen, wenn sie Jemand necken oder ihn zum besten haben wollen: Bzdurum Badurum. Badura war ein Bauer, den man als Thron-Candidaten vorschlug, da man einen andern nicht haben wollte. Natürlich wurde auch Badura nicht König.
  • Am besten ist der beste Kauf.
  • Am besten ist der gerade/ehrliche Weg.
    hu] Legjobb az egyenes út.
  • BESTE (DAS)
  • Am besten ist die beste Arbeit und der nützlichste Kauff. - Herberger, II, 229.
  • Am besten ist es, Geschäfte mit Gott zu machen, er hat zwei Hände und beide sind gleich warm.
    Finnland
  • Am besten ist es, mit dem eigenen Arsch zu scheißen.
    ee] Kaige paremb on oma persegä sittuda.
  • Am besten ist es, sich an die Gegenwart zu halten; die führt unsre Freuden und Leiden mit sich! Die Gegenwart gehört dem Menschen wie das Vergangene den Toten und die Zukunft den Göttern!
    Georg Ludwig Weerth (1822-1856), an die Mutter, 23. 2. 1844
  • Am besten ist es, weder einen guten Bettelmönch zum Freund noch einen schlechten zum Feind zu haben.
    Spanien
  • BESTE (DAS)
  • Am Besten ist's gewesen.
  • Am besten ist's, die Bösen sind entzweit,
    so lebt der Rest der Welt in Sicherheit.
    Laßt doch die Schurken ihre Kriege führen!
    Wer Frieden liebt, sollt' ihr Gezänk noch schüren!
    Jean de La Fontaine (1621-1695), Die Geier und die Tauben
  • Am besten ists auch hier, wenn ihr nur einen hört
    Und auf des Meisters Worte schwört.
    Im ganzen - haltet euch an Worte!
    Dann geht ihr durch die sichere Pforte
    Zum Tempel der Gewissheit ein.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust I, Studierzimmer
    Mephisto Vs 1988f.
  • Am besten lacht, wer zuletzt lacht.
  • Am besten lässt man eine Kränkung sich dreimal wiederholen, die erste kann ein Zufall, die zweite ein Fehler sein, aber die dritte ist wahrscheinlich beabsichtigt.
    Kongogebiet
  • Am besten machst du gleich dein Ding am Anfang recht,
    Nachbesserung macht oft Halbgutes völlig schlecht.
    Friedrich Rückert (1788-1866), Die Weisheit des Brahmanen
  • Am besten schmeckt, was man selber erjagt und schreckt.
  • Am besten schnell getan.
    William Shakespeare (1564-1616), Macbeth 1, 7
  • Am besten spielt, wer gar nicht spielt.
  • Am besten spricht mit Gott, wer gar nicht spricht.
    info] Wer durch Bewunderung seiner Werke tiefe Ehrfurcht vor ihm kundgibt
  • Am besten wäre es, gar nicht hinzugehen.
    fr] Autant ne pas y aller.
  • Am besten zwar ist Wasser, und das Gold sticht hervor, / wie brennendes Feuer bei Nacht, aus männererhebendem Reichtum;
  • Am Bett einer langen Krankheit gibt es keine wahre Sohnesliebe.
  • Am Bett eines lange Kranken gibt es keine wahre Sohnesliebe.
    China
  • BETTELSTAB
  • Am Bettelstabe sein.
    Frz.:] Être au bissac.
  • Am bittersten bereuen wir die Fehler, die wir am leichtesten vermieden hätten.
    Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), Aphorismen
  • Äm blött dat Hiärt.
  • Am Boden der Geduld findet man den Himmel.
  • Am Boden scharren.
    info] Am Ende sparen.
  • BODEN
  • Am Boden scharren.
    info] D.i. am Ende sparen.
  • Am Boden zerstört sein.
    es] Estar desesperado.
  • BRAUTFÜHRER
  • Am Brautführer sieht man wol, was an der Braut ist.
    Holl.:] Men ziet aan den bruidleider wel, wat bruid het is. (Harrebomée, I, 100.)
  • BROT
  • Am Brot isst man sich nicht den Tod.
  • Am Brunnen vor dem Tore,
    Da steht ein Lindenbaum.
    Wilhelm Müller (1794-1827), Lieder des Lebens und der Liebe, Nr. 1, Die Winterreise, Der Lindenbaum (gedr. 1822). Melodie von Franz Schubert (komp. 1827)
  • BUBENSEIL
  • Am Bubenseil ziehen.
    »Dem sie selb auch das mehrertheils zohen an solchem Bubenseil.« (Waldis, IV, 39, 9.)
  • Am Buchstaben kleben.
  • Am Busen der Natur.
  • Am Chauvinismus ist nicht so sehr die Abneigung gegen die fremden Nationen als die Liebe zur eigenen unsympathisch.
    Karl Kraus (1874-1936), Aphorismen. Mensch und Nebenmensch
  • Am Creutz am sichersten.
    Man ligt am seeligsten in Leyden Creutz und Pein:
    Wo aber sind die gern auf disem Bette seyn?
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Fünfftes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 79
  • Am Creutz ist die lieb' am Liebsten.
    Sag wo die Liebe wird am liebesten gefunden?
    Am Creutz / wenn sie umb deß geliebten willn gebunden.
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Fünfftes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 82
  • Am Dapen (Daumen) sugen.
  • Am Dasein Gottes können nur blasierte Toren zweifeln.
    Werner von Siemens (1816-1892), deutscher Ingenieur und Unternehmer
  • Am deutschen Wesen soll die Welt genesen.
    info] Motto der deutschen Außenpolitik 1933-1945
  • Am Dienstag heiratet man nicht.
  • Am Don ist's freilich schön, aber daheim ist's schöner.
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