DICTUM

Am

  • Am Don, da ist es schön, aber daheim ist es besser.
  • Am Donner des schäumenden Wasserfalls oder beim Glanze jener leuchtenden Systeme, die sich über uns kreuzen, findet der wahre Mensch seine heiligsten Stunden.
    Gottfried Keller (1819-1890)
  • Am Donnerstag ist die Woche rum.
  • Am Donnerstag zum Bade gehen vnd die vbrige fünf (Tage) abwaschen (saufen).
  • Am Donnerstage trägt kein Vogel zu Neste.
    info] Es sollten an diesem Tage Feld- und Hausarbeit ruhen, der Schlesier erklärt das Sprichwort dadurch, weil Gott an diesem Tage die Vögel erschaffen habe.
  • Am Draht ziehen.
    info] Aus politischem Parteitreiben Gewinn suchen.
    Zitat] Die Wortführer sprachen von einer Vereinigung der Parteien (Mozart und Tammanyhall), aber es war nicht eines jeden Wunsch, denn da könnten sie ja nicht am Draht ziehen, wenn sie wollten.
    Neuyorker Staatszeitung, vom 19. November 1863
  • Am Dreeg a Watschn geem.
  • Am Dreikönigstag sind die Feste vorbei, Mariä Verkündigung bringt neue herbei.
    info] Mit dem Dreikönigstage schließen die Festtage des weihnachtlichen Festkreises und die des Osterfestkreises beginnen mit Mariä Verkündigung.
    it] Befania (Epiphania) tutte a feste manda via, e Santa Maria tutte le ravvia.
  • Am Dreschfelde vorübergehende Männer müssen den Hut lüften, Frauen die Schürze wehen lassen.
  • APRIL
  • Am dretta Abarella mos der Gugger grüena Haber schnella. - Tobler, 246.
  • Am Drücker sitzen/sein/bleiben.
  • Am Duft erkennt man die Blumen.
  • Am Dünken und gespanntem Tuch geht viel ein.
  • Am dünnen Faden hängen.
  • AST
  • Am dürren Aste reiten. - Graf, 344.
    info] Am Galgen sterben. »Er soll sterben am dürren ast.« (Waldis, III, 5, 14.)
  • BROT
  • Am dut wälle mer es det Brît net af zwo Seyte schmieren. ( Siebenbürg.-sächs.) - Frommann, V, 327, 307.
    info] Darum oder deswegen wollen wir das Brot nicht auf zwei Seiten schmieren.
  • Am e arme Ma' (Mann) putzt jedermann d' Schuah a.
    Ulm
  • Am ehrlichsten ist der Politiker dann, wenn er sagt, was er denkt, dass die anderen von ihm denken sollen.
  • Am Eid ist schuld, wer ihn begehrt,
    Nicht wer ihn vorteilshalber schwört,
    Mithin ist's Unrecht, wenn man spricht,
    Dass, wer den Eid nicht hält, ihn bricht.
    Samuel Butler (1835-1902), Hudibras
  • Am eigenen Korn sieht man wohl, wenn des Nachbars Roggen reif ist.
  • Am Ellenbogen fehlt's dem nicht, sondern da - (auf die Stirn zeigend).
  • Am End die Wahrheit wird erkent.
    la] In fine videbitur cujus toni.
    la] Spondyla fugiens pessime pedit.
  • Am end find sichs, was für ein klang vnd gesang die lugen gegeben hat.
  • Am end kent mans gewandt.
  • Am end lernt sich, was weltliche ehr gewesen sei.
  • Am End mag alles noch viel einfacher sein, als der Prediger meint, Gott wird wohl wissen, dass der unsterblichen Seele durch böses Schicksal kein Schaden geschehen kann.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Katharina Elisabeth Goethe, November 1755
  • Am End muass ma dem gar mit'n Weihwedel und mit'n Rauchfassel entgegengehen.
    Niederösterreich
  • Am end sihet man cujus toni.
  • Am end singt man das Gloria (o. Hallelujah, Ehre sei Gott).
    fr] Après Matines doit-on chanter Te Deum.
    fr] En la fin se chante le gloria.
    es] Al fin se canta la gloria.
  • Am end soll man ein ding loben.
    it] Cosa fatta ha capo.
    la] Non sibi concordem spondent exordia finem.
  • Am Ende aber, im Tode, wenn das Dasein abgelaufen ist, sinken alle Belichteten wie die Finsteren in die eigene Tiefe hinauf, in diesen unaussprechlichen Abgrund unseres Wesens, den die Menschen draußen Gott, in sich Seele nennen.
    Hermann Stehr (1864-1940), Peter Brindeisener
  • Am Ende aller Enden.
  • Am Ende deiner Bahn ist gut Zufriedenheit,
    Doch wer am Anfang ist zufrieden, kommt nicht weit.
    Friedrich Rückert (1788-1866), Die Weisheit des Brahmanen
  • Am Ende deiner Reise wirst du nicht gefragt: Bist du ein Heiliger geworden oder hast du für das Heil der Menschen gekämpft? Die einzige Frage die du beantworten musst ist: Bist du, du selbst geworden?
    Laotse
  • Am Ende der Elle fehlt das Tuch.
    fr] Au bout de l'aune faut le drap.
  • Am Ende der Geduld wartet der Segen.
    tr] Sabrın sonu selamettir.
  • Am Ende der Nacht hört man das Geschrei.
  • Am Ende der Weisheit ist Gott.
    England
  • Am Ende des Grabens der Purzelbaum.
    info] Man fällt man hinein. Wird in vertraulichem Sinne auf den angewandt, der sich in eine Reihe verfehlter Unternehmungen einlässt, die endlich seinen Untergang herbeiführen.
  • Am Ende des Grabens fällt man hinein.
  • Am Ende des Jahres gleicht der Hund dem Meister.
  • Am Ende des Lebens gehen dem gefaßten Geiste Gedanken auf, bisher undenkbare, sie sind wie selige Dämonen, die sich auf den Gipfeln der Vergangenheit glänzend niederlassen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 258
  • Am Ende des Schwadens sitzt man, in der Mitte ruht man sich aus.
    ee] Ii otsan istutas, poolõn iin puhatas.
  • Am Ende des Spiels gehen König und Bauer in denselben Beutel.
    England
  • Am Ende des Spiels wartet der Teufel.
    en] Gaming has the devil at the bottom.
  • Am Ende eines Tages wirst du nicht für das beurteilt was du hättest tun können, sondern für das, was du getan hast.
  • Am Ende erhält man die Rechnung.
  • Am Ende erkennt man das Gewerbe.
  • Am Ende fehlt das Tuch.
    fr] Au bout de l'aune faut le drap.
  • Am Ende findet man die Wahrheit.
    Rechtssprichwort
    info] Will sagen, dass man vor geschlossener Untersuchung nicht einseitig urteilen solle.
  • Am Ende gehen die Füße dorthin, wo das Herz ist.
  • Am Ende hängen wir doch ab
    Von Kreaturen, die wir machten.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust II A II, Laboratorium
    Mephisto Vs 7003
  • Am Ende hapert's am meisten.
    Schlesien
    fr] En la queue est li encombriers (difficulté) souvent.
  • Am Ende ist alles gut. Wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende.
  • Am Ende ist das Geld doch das Zeichen aller Notwendigkeiten und Bequemlichkeiten des Lebens.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an J. H. Meyer, 19.9.1788
  • Am Ende ist der ganze Kerl
    Noch nicht einmal geboren.
    Albert Lortzing (1801-1851), Waffenschmied II. 7
  • Am Ende ist doch das schlechteste Theater besser als die beste Langweil.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Lili Parthey, 23.7.1823
  • Am Ende ist ein Mensch alles müde, nur des Herzens Verlangen und der Seele Wanderung nicht.
  • Am Ende ist ihnen (den Großen) niemand unentbehrlich.
    Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781), Minna von Barnhelm, IV, 6 (Tellheim)
  • Am Ende ist nichts ohne Furcht als ein gut Gewissen.
  • Am Ende kackt die Ente
  • Am Ende kann doch nur ein jeder in seinem eignen Sinne aufgeklärt werden.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
  • Am Ende kennt man das Gewebe.
  • Am Ende knallt die Peitsche.
    hu] Végén csattan az ostor.
  • Am Ende kommt die Ehre.
    info] Als Aufmunterung für j-n, der nach einer ehrenvollen Stellung trachtet.
  • Am Ende kommts vielleicht gar aufs alte heraus, dass wir nur wenig wissen können und dass bloß die Frage ist, ob wir es gut wissen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Schiller, 15.7.1798
  • Am Ende läuft es auf eins hinaus, ganz von einer notwendigen Gewohnheit oder ganz von der willkürlichsten Zufälligkeit abzuhangen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Wahlverwandtschaften
  • Am Ende lobe das Leben und am Abend den Tag.
    nl] Het einde des jaars zal men eerst heilig loven.
    la] Totum laudatur, si finis laude beatur.
  • Am Ende meines Strebens könnte meine göttliche Tat (oder Mittat) gewesen sein: dem Manne das Weib gleichgestellt zu haben.
    Emil Gött (1864-1908), Gedichte, Sprüche und Aphorismen
  • Am Ende pflegen die Idealisten doch Recht zu behalten, wenn auch mitunter vielleicht hundert Jahre, nachdem sie begraben sind.
    Theodor Storm (1817-1888)
  • Am Ende sein.es] No poder más, estar agotado.
  • Am Ende siegt immer die Wahrheit. Doch leider sind wir erst am Anfang.
  • Am Ende sieht man cujus toni.
  • Am Ende sieht man wohl, wie man leben soll.
    fr] A la fin louée la vie, et au soir loué le jour.
    fr] A la fin on verra qui aura mangé le lard.
    fr] Il faut attendre le boiteux.
    it] Al levar delle tende si conosce la festa.
    it] Nel fine si canta l'alleluja.
    la] A bellariis commendatur epulum.
    la] Exitus ostendit, quo mundi gloria tendit.
    hu] Végén szoktak a dolgot megdicsérni.
  • Am Ende sieht's ein Tor, ein Klüg'rer in der Mitte,
    Und nur der Weise sieht das Ziel, beim ersten Schritte.
    Friedrich Rückert (1788-1866), Weisheit des Brahmanen
  • Am ende sihet man, was die Glocken geschlagen hat.
  • Am Ende sind wir alle Pedanten. -
    Das mach ich mir denn zum reichen Gewinn,
    dass ich getrost ein Pedante bin.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Zahme Xenien II
  • Am Ende söhnet der Geist mit allem uns aus.
    Friedrich Hölderlin (1770-1843), Hyperion
  • Am Ende soll man auf den Anfang sehen.
    dk] Som enden er sidst i gierningen, mane den vaere først i betragtningen.
  • Am Ende soll man ein Ding loben.
    en] The end crowns all.
    William Shakespeare (1564-1616), Troilus und Cressida IV,5
    fr] La fin couronne les oeuvres.
    nl] Het einde kroont (prijst) het werk.
    nl] Het einde prijst het leven, gelijk de avond den dag.
    it] Il fine corona l'opera.
    la] Finis coronat opus. Ovid
    pl] Koniec wieńczy dzieło.
    es] El fin corona la obra.
    ru] Конец - (всему) депу венец.
  • Am Ende soll man nicht umkehren.
  • Am Ende stellt sich alles her, wenn derjenige welcher weiß, was er will und kann, in seinem Tun und Wirken unablässig beharrt.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Zelter, 21. 1. 1826
  • Am Ende stirbt die Kohlraupe im Kohl.
    China
    info] Die Schlechten kommen in ihren Sünden um.
  • Am Ende treiben sies nach ihrer Weise fort,
    Als wenn sie nicht erzogen wären.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust II A II, Am untern Peneios
    Chiron Vs 7343
  • Am Ende verlieren alle Blumen ihren Duft.
    Italien
  • Am Ende vieler Katastrophen gibt es immer einen Italiener.
  • Am Ende war das Leben weniger als der Blick auf das weiße Fohlen, das hinter der Zaunlücke vorbeitrabte.
  • Am Ende weiß man wieviel es geschlagen hat.
  • Am Ende weiß man, wie viel es geschlagen hat.
  • Am Ende weiß man, wieviel es geschlagen hat.
  • Am Ende wird noch, der neusten Philosophie gemäß, alles in nichts zerfallen, eh es noch zu sein angefangen hat.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Zelter, 12.2.1829
  • Am Ende wird sich's zeigen.
    fr] L'évènement en fera foi.
    fr] Nous en jugerons par le succès.
  • Am Ende/ausgelaugt sein.
    es] No poder más, estar agotado.
  • Am ene Weib und an ene Mühle ist aliwîl öppis z' verbessre.
  • Am Enne bitt de Aal.
    Oldenburg
  • Am Erikstag (18. 5.) schießt der Roggen in die Ähren.
    ee] Eerikupäeval tulevad rukkipead välja.
  • APRIL
  • Am ersten (und letzten) April schickt man die Narren wohin man will. - Wurzbach II, 10; Schambach, 383.
    Holl.:] Op den eersten April zendt men de gekken, waar men wil. (Harrebomée, I, 18.)
    info] Für Henneberg: Frommann, II, 408, 20. - In Holland, wo man den Befreiungskampf vom spanischen Joche von jener Frühlingsnacht herdatirt, wo am 1. April 1572 die Meergeusen den Soldaten Alba's die kleine Feste Briel entrissen, singen die Kinder den geschichtlichen Vers: Oop den eersten Aprijl verloor Alba zijn bril. - An 'n irsten April schickt man de Narren wohen man will, un de Kinner nach de Apteik, dat sei Müggenfett, Puckelblau oder Krewtblaut halen. (Mecklenburger Kalender, Ro stock 1865.)
  • APRIL
  • Am ersten April schickt man d' Narren, wo man will; am ersten Mai schickt man's wieder hei. - Kirchhofer, 238.
  • Am ersten Feiertag geht nicht einmal der Hund zu des anderen Haus.
    ee] Edimädse pühä ei lää pini kah tõsõ tarõ mano.
  • Am ersten Mai fährt man den Ochsen ins Heu.
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