DICTUM

Am

  • Am ersten Mai soll sich eine Krähe im Roggen verstecken.
  • Am ersten Mai treibt man die Ochsen ins Heu.
  • Am ersten Tag bin ich der Fremde (d. i. der Gast), am zweiten Tag eine Last, am dritten Tag stinke ich.
    ee] Esimesel päeval olen võõras, teisel päeval olen koormaks, kolmandamal päeval haisen ma.
  • Am ersten Tag ein Gast, am dritten Tag eine Last.
    The first day a guest, the second day a guest, the third day a calamity.
  • Am ersten Tag triffst du einen Freund. Am nächsten Tag triffst du einen Bruder.
  • Am ersten Weihnachtsfeiertag geht nicht einmal der Hund zu des anderen Haus.
  • Am Esel ins Theater reiten
  • Am Essen erkennt man den Arbeitsmenschen.
    ee] Süöjäst tuntakse tüömiest.
  • Am Evangelio verleurt man nichts.
  • Am Fabian un Sebaschtian fange d' Bäum ze saften an.
    Strasburg
    info] Um diese Zeit (20.1.) fängt nach dem Sprichwort die Natur an, sich allmählich wieder zu beleben. Die Bewegung wird im Pflanzenreich wieder merklich.
  • Am Faden zieht man den Knäuel hervor.
    es] Por el hilo sacarás el ovillo.
  • Am falschen Ende sparen.
    ndt] Eeen Giezkrågen sport den speck up dei Musfall'.
    en] Cutting corners.
    fr] Faire des économies de bouts de chandelles.
  • Am falschen Fleck.
  • Am farbigen Abglanz haben wir das Leben.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust II A I, Anmutige Gegend
    Faust Vs 4727
  • Am Fass und Brunnen schmeckt's am besten.
    info] Also aus erster Hand.
  • Am Fasten stirbt niemand.
    info] Dass in Deutschland das Fasten nicht zum Hungertode geführt hat, wenigstens nicht in den Klöstern, geht aus dem Küchenbuche des altbayerischen Klosters Benedictbeuern hervor, das der Pater Kuchelmeister im Jahre 1714 eigenhändig unter dem Titel 'Absonderliche Anmerkungen, so in unserer Klosterkuchel das ganze Jahr hindurch zu beobachten seind', in einer Schrift von 136 Seiten zusammengestellt hat. Gleich am ersten und höchsten Feiertage, dem Aschermittwoch, heißt es: 'In die cinerum auf Mittag: Erstlich durchtriebene Arbissuppen mit gebähten Brotschnitten, Eier mit Schmalz auf etlichen Schüsseln, so viel nämlich erklecklich sind, auch so viel Schüsseln geröstete Hechten, alsdann ein guter Sudfisch, jedem seine Portion, etlich Stückel aber mehr, damit alles wohl erklecklich sei. Item Zottlkraut und auf jeder Schüssel vier Häringe. Nach diesen 4 Schüsseln gebachene Dollen, item 4 Schüsseln Platais, dass in jeder wenigstens 6 liegen, dann 4 Schüsseln geselchte Renken oder eingemachte Ruten, mehr 4 Schüsseln geschmelzten Stockfisch, 4 Stück Lachs in süßer Brüh mit Zwiebeln und Mandeln, 4 Schüsseln Schnecken in Häusern, 4 Mandeltorten, 4 Schüsseln Hasenehrl und ebenso viel Krebsen und Zwetschgen und zuletzt drei Schüsseln Obst.'
  • Am Fastenmarientag (Mariä Verkündigung, 25. 3.) hat der Kiebitz das erste Ei im Nest.
    ee] Puastumuarjapäeval on kiivel esimene muna pesas.
  • Am Fastenmarientag (Mariä Verkündigung, 25. 3.) soll die Bäuerin den Schweinen das halbe Futter wegnehmen, und den fehlenden Teil muss sich das Schwein draußen schon selbst suchen.
    Estland
  • Am Fastenmarientag (Mariä Verkündigung, 25. 3.) wird der erste heiße Stein ins Wasser geworfen, der zweite beim Hinaustreiben von Vieh (1. 4.) und der dritte am Georgstag (23. 4.).
    ee] Paastumaarjapäeval visatakse esimene kuum kivi vette, karjalaskmisepäeval teine ja jüripäeval kolmas.
  • Am Fasttag (6. (19.) 8.) werden die Äpfel sauber.
    ee] Paasapäävä läävä' ubinah puhtas.
  • Am faulsten sind die Parlamente, die am stärksten besetzt sind.
    Winston Churchill
  • Am Februar krachen de Schtîn, äm Mierz kracht det Eiss.
  • Am Feiertag gesponnen hält nicht.
  • Am Feiertag zerrinnt, was der Werktag beginnt.
    fr] Jour ouvrier gaigne-denier, jour de feste despensier.
  • Am Feiertage gesponnen hält nicht.
  • Am feinsten lügt das Plausible.
    Emil Gött (1864-1908), Aphorismen
  • Am feinsten Tuch findet man den Bleicherzipfel.
  • Am feinsten Tuch täuscht man sich am meisten.
    nl] In het fijnste laken, is het meeste bedrog.
  • Am Feld erkennt man den Mann.
    ee] Põllust tuntakse meest.
  • Am Ferkel wird oft gerochen, was die Sau verbrochen.
    la] Quod sus peccavit, succula saepe luit.
  • Am Fest der Beschneidung Mariä!
    info] Also nie, am Nimmerleinstag.
  • Am Festtag sind alle Leute große Herren.
  • Am Finger erkennt man den Riesen.
  • Am Firmament in diesem Jahr ist's so geblieben wie es war.
    Matthias Claudius (1740-1815), Universalhistorie des Jahrs 1773
  • Am Fliegen kannst du die Krähe nicht hindern, wohl aber, dass sie auf deinem Kopf landet.
    Jamaika
  • Am Flug kann man noch nicht jeden Vogel erkennen.
    Estland
  • Am Fluge erkennt man den Vogel.
  • Am Flusse kannst du stemmen und häkeln,
    Überschwemmung lässt sich nicht mäkeln.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Sprichwörtlich
  • Am Fohlen erkennt man das Pferd.
    info] Man sieht, was aus ihm werden wird, oder auch was die sind, von denen es abstammt.
  • Am Freien liegt eines Mannes Gedeihen.
    info] An der richtigen Ehefrau also.
  • Am freiesten wird der sein, der am wenigsten Bedürfnisse hat.
  • Am Freitag ist Gott reich, am Montag gerecht.
    ee] Reede Jummal rikas, eespa õige.
  • Am Freitag und am Dienstag heiratet man nicht, verreist man nicht und tritt keine Stellung an.
    it] Di venere e di marte non si sposa, non si parte e non s'inizia in arte.
  • Am fremden Hunde riechen die anderen.
  • Am Freudentag, wenn wir die Gäste begrüßen,
    die heiter kommen, heiter zu genießen,
    da freut uns jeder, wie er schiebt und drängt
    und, Mann für Mann, der Säle Raum verengt.
    Doch höchst willkommen muss der Biedre sein,
    tritt er als Beistand, kräftig zu uns ein
    zur Sorgenstunde, die bedenklich waltet.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
  • Am Fronleichnamstage sprengt man Weihwasser auf die Felder.
  • Am frühen Morgen entscheide über den Abend.
  • Am Fünften, am Agathentag (5. 2.), da rieselt das Wasser den Berg hinab.
  • Am funfzehnten April der Kuckuck singen soll und müsst' er singen aus einem Baum, der hohl.
  • Am furchtbarsten erscheint dieses Dämonische, wenn es in irgend einem Menschen überwiegend hervortritt. [ ...] Es sind nicht immer die vorzüglichsten Menschen, weder an Geist noch an Talenten, selten durch Herzensgüte sich empfehlend, aber eine ungeheure Kraft geht von ihnen aus, und sie üben eine unglaubliche Gewalt über alle Geschöpfe, ja sogar über die Elemente, und wer kann sagen, wie weit sich eine solche Wirkung erstrecken wird?
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit IV,20
  • Am Fuß der Kerze ist es finster (o. dunkel].
    Persien
    info] Im Umkreis eines großen Geistes halten es oft nur kleine aus.
  • Am Fuße der Mauer erkennt man den Maurer.
  • Am Fuße des Leuchtturmes ist es immer am finstersten (dunkel).
  • Am Fuße des Leuchtturms herrscht Dunkelheit.
    Japan
    var] Am Fuße des Leuchtturms ist es dunkel.
  • Am Fuße des Leuchtturms ist es dunkel.
  • Am Fuße des Liiakse-Berges ist keine Stadt.
    ee] Ega linn Liiakse mää all ole.
  • Am Gang, an der Red' und am Gewand wird der Mensch erkannt.
    la] Ex habitu cognoscere.
  • Am Gange und am Trinken erkennt man die Frau.
    Spanien
  • Am Gängelband führt man keine Männerhand.
  • Am ganzen Himmel herumirren.
    info] Sehr bedeutend irren. Entweder aus der Mythe des Phaëton oder der Ceres, oder von den Schiffern entlehnt, welche den Lauf der Sterne beobachten und ihren Lauf danach richten.
  • Am Gaul kauft man die Füße.
  • Am Geblök erkennt man die Schafe.
    nl] Het schaap en het lam herkennen elkander aan hun geblaat.
  • Am Gedinge ist keine Folge.
    Rechtssprichwort
    info] Das Sprichwort hat seine Quelle im sächsischen Lehnrecht. Die juridische Grundbedeutung von 'Gedinge' ist 'Vertrag' oder 'Verabredung'. Unter Gedinge ist hier die durch ein Versprechen des Lehnsherrn jemandem gegebene Anwartschaft auf ein Lehn zu verstehen, das er ihm geben wolle, sobald es erledigt werde. Wenn mit der gegebenen Anwartschaft nicht eine vorläufige Belehnung verbunden ist, so geht der Sinn des Sprichworts vorzüglich dahin, dass solche Anwartschaften widerruflich sind und den Erben desjenigen, der sie erhielt, noch kein Recht auf den Besitz des Lehns geben, wenn ihrer nicht besonders im Gedingbriefe gedacht worden, dass ferner die Kraft der Anwartschaft mit dem Tode des Versprechenden erlischt, sowie sie den gegenwärtigen Besitzer des Lehns in seinen Rechten nicht kränkt.
    mhd] An 'me gedinge n'is nenn volge.
  • Am gefährlichsten ist die Dummheit, die nicht der Ausdruck von Unbildung, sondern von Ausbildung ist (Helmut Arntzen).
  • Am Gefährten erkennt man den Mann.
  • Am Gehen und am Trinken erkennt man die Frau.
    es] En el andar y en el beber se conoce la mujer.
  • Am gekrümmten Schnabel kennt man den Raubvogel.
    fr] Tout bec crochu de proye est soustenu.
  • Am gelben Mittwoch, als der Riepel die Stieg abfiel.
    info] Zu ergänzen: war es oder wird es sein.
  • Am Geld kleben.
    es] Estar pegado al dinero, ser un agarrado, un avaro.
  • Am Geld, im Trunk und im Zorn erkennt man des Menschen Gemüt.
  • Am Gelde riecht man's nicht, womit es verdient ist.
    en] Money is welcome though it come in a dirty clout.
  • Am Georgstag (23. 4.) gibt das Schaf einen Rock, am Michaelstag (29. 9.) einen Pelz.
    ee] Jüripäev annab lammas kuue, mihklipäev kasuka.
  • Am Georgstag (23. 4.) gibt man den Mägden und Knechten die Pässe in die Hand und sie können auf den Heuboden schlafen gehen.
    ee] Jüripäeval anta tütrukutele ja sulastelle passid käde ja nad voivad menna lakka magama.
  • Am Georgstag (23. 4.) legt das Birkhuhn das erste Ei.
    ee] Jüripäeval muneb teder esimese muna.
  • Am Georgstag (23. 4.) soll sich das neue Korn schon so recken, dass sich die Krähe drin kann verstecken.
  • Am Georgstag (23. 4.) werden neue Kummethölzer um den Hals gelegt, neues Kerbholz für die geleistete Arbeit wird in die Hand gegeben.
    ee] Jüripäiv vastse taose pandas kaala, vastne teopulk andas kätte.
  • Am Georgstag (23. 4.) wird den Tieren der Schlüssel abgegeben.
    ee] Jüripäeval anti kätte loomade võti.
  • Am Georgstag (23. 4.) wurde dem Wolf der Zaum angelegt, am Michaelstag (29. 9.) abgenommen.
    ee] Jüripää pandud hundile päitsed pähe, mihklipää võetud ää.
  • Am Georgstag (23. 4.) zeigt sich schon die Schwalbe einen Augenblick,.
    Und zieht sich dann nochmal zurück.
  • Am Geraumen is gut imkären.
  • Am Gerichtstage wird jeder seinen Korb tragen.
  • Am Gertrudstag (17. 3.) wird der Schweinetrog hinter den Zaun geworfen, das Schwein muß sich dann selbst ernähren.
    ee] Käädrepääv tsiamold hiidetäs aia takka, tsiga peät sis jo esi hennäst toitma nakkama.
  • Am geruch erkennt man die blumen.
  • Am Geruch erkennt man Kräuter, am Geschwätze Bärenhäuter.
  • Am Gesang (o. Federn, Nest) kennt man den Vogel.
    it] Al canto si conosce l'ucello et al parlar il buon cervello.
    kroat] Pozna se ptica po perju.
    kroat] Pticu je poznati iz popévke.
    la] E cantu dignoscitur avis.
    la] Index est animi sermo.
  • Am Gesang hört man zu aller Frist, was es für ein Vogel ist.
  • Am Gesang und an den Federn erkennt man jeden Vogel.
    la] Ex cantu et plumis volucris dinoscitur omnis.
  • Am Gesange erkennt man nicht, womit der Vogel gefüttert wird (o. was der Vogel gefressen).
  • Am Geschmack erkennt man den Wein.
  • Am Gesellen erkennt man den Mann.
  • Am Gesicht allein ist der Mensch kenntlich.
  • Am Gesicht erkennt man den Menschen.
    zit] Das Verhältnis der Seele zum Gesicht ist von den Physiognomen noch so wenig erklärt, als von den Botanikern das Verhältniss der Staubfäden zum Kelche. W. Menzel, Streckverse
  • Am Gesicht erkennt man den Mohren, an den Worten den Toren.
  • Am Gesicht erkennt man den Säufer.
    fr] A la trogne on connaît l'ivrogne.
  • Am Gesicht erkennt man, wie ein Mensch geartet ist.
    la] Ab occursu faciei cognoscitur sensatus.
  • Am Gesicht sieht man, was einer im Schilde führt.
    bm] Hned se vydá, tvárí, co se v srdci varí.
    la] Sua quemque inscribit facies.
    pl] Twarz lacno wynurzy, co sie w sercu burzy.
  • Am Gesind kennt man den Herren.
  • Am Gewäsch den Gimpel, den Segler am Wimpel.
  • Am Geweih erkennt man den Spießer.
  • Am Giebel und am Dach merkt (o. spürt) man des Wirtes Hausgemach.
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