DICTUM

Am

  • Am gleichen Strang (o. Strick) ziehen
    en] to pull together
    fr] tirersur la même corde
    it] mirare al medesimo scopo
    la] pari iugo niti
    es] Tirar todos de la misma cuerda, perseguir todos el mismo objetivo.
  • Am gleichen Strang zu ziehen, heißt noch gar nichts. Auch Henker und Gehenkter tun das.
  • Am Glück ist alles gelegen.
    fr] Il n'y a qu'heure et malheur en ce monde.
    la] Fortuna homini plus quam consilium valet.
  • Am Goldbach wachsen die Freunde wie Erlen am Ufer.
    Russland
  • Am Golde hängt doch alles.
    geflügeltes Wort
  • Am Grab der meisten Menschen trauert, tief verschleiert, ihr ungelebtes Leben.
  • Am Grab kann man den Namen des Menschen lesen, der sich nützlich machen konnte.
  • Am Grabe der Stief(Schwieger-)mutter weinen.
    info] Schmerz heucheln, wo man sich freut.
  • Am Gräinjt gid et der Lous gât.
    Siebenbürgen-Sachsen
    Im Grinde geht es der Laus gut.
  • Am Grangd äss de Gield biesten ugelôcht.
    info] Grangd = eine gute siebenbürgische Traubengattung.
  • Am Gregorstag geht nunmehr der Winter in das Meer.
    pl] Grzegorza idzie zima do morza.
  • Am Gregorstage (12. 3.) schwimmt das Eis ins Meer.
  • Am Grenzort fehlt's nicht an Diebstahl und Mord.
    it] Gente di confini, o ladri, o assassini.
  • Am großen Kunstwerk ist Stimmungskern und Geflecht nicht zu unterscheiden; vielmehr: Das Gedankliche und das Bildliche wächst organisch aus der ganzen Stimmung heraus. Das Gefühl schafft, gebiert sich selbst seinen Körper ...
    Christian Morgenstern (1871-1914), Von neuer Lyrik
  • Am Großtun erkennt man den/die Kleinen.
  • Am Grunde der Geduld ist der Himmel.
  • Am grundloser Aberglaube krankt eine Armee; Tapferkeit ist die einzige Gottheit, die in die Brust des Kriegers herrscht.
  • Am Gründonnerstag fliegen die Glocken nach Rom und kommen Karsamstag zurück.
    info] Um die Zeit zu bezeichnen, in der nicht geläutet wird. Während derselben wurde (oder wird an einzelnen Orten noch) 'ratschen' gegangen. Das 'Ratschen gehen' ist ein Kinderfest, die Knaben ziehen herum und rufen die Stunden aus und lassen sich zum Schluss mit Eiern u. dgl. beschenken.
  • Am Gründonnerstag und Karfreitag Regen gibt selten Erntesegen.
  • Am grünen Tisch; vom grünen Tisch aus.
  • Am guten Alten
    In Treuen halten,
    Am kräft'gen Neuen,
    Sich stärken und freuen
    Wird niemand gereuen.
    Emanuel Geibel (1815-1884), Spätherbstblätter
  • Am guten Bissen verdirbt man sich den Magen zuerst.
  • Am guten rat ist nichts verloren.
  • Am guten Tage ein gutes Werk.
    fr] A bon jour bonne oeuvre.
  • Am guten Tage sei guter Dinge, und den bösen Tag nimm auch für gut; denn diesen schafft Gott neben jenem, dass der Mensch nicht wissen soll, was künftig ist.
    Prediger Salomo, 7, 14
  • Am Hag sein.
    info] An der Grenze seiner Kunst, seiner Gelehrsamkeit, seines Wissens.
  • Am Halm erkennt man noch, wie groß die Ähre war.
  • Am Halmen kann man sehen, was er für eine Ähre tragen werde.
    zit] An der Jugend, was im Alter werd auss ihr werden, denn was sich arten will, das äugelt sich bald.
  • Am Handel erkennt man den Wandel.
  • Am Handel erkennt man die Ware.
  • Am Handel kennt (o. lernt) man den Wandel.
  • Am Handgriff liegt viel.
  • Am hartnäckigsten werden verlorene Posten verteidigt; siehe die Religion. Sie aufgeben, hieße bei Tausenden von Männern, die sich nicht mehr verwandeln können, ein verlorenes Leben sich eingestehen.
    Emil Gött (1864-1908), Aphorismen
  • Am hässlichsten ist Hässlichkeit am Spötter.
    William Shakespeare (1564-1616)
  • Am Hechte ist der Schwanz das Beste.
    fr] Dos de brochet, ventre de carpe.
  • Am heiligen Gallus (16.10.) der Apfel in den Sack muss.
    pl] Swietego Garusza, musze do miecha vszystkie iablusza.
  • Am heiligen Georg (23. 4.) säe deine Gerste, Sankt Marks (25.4.) ist's zu spät.
    info] Allgemein: Der kleinste Aufschub schadet.
    fr] A la saint George sème ton orge.
  • Am heiligen Tage soll die Arbeit ruhen.
    bm] V den svatý práce mají spáti.
  • Am hellen (o. hellichten) Tag
    en] in broad daylight
    fr] en plein jour
    it] in pieno giorno
  • Am hellen Mittage eine Laterne anzünden.
    info] Etwas nicht zu rechter Zeit tun; oder erläutern was an sich klar genug ist.
  • Am hellen Tageslichte
    Hab ich es anders gesehn.
    Gewiss, Geschichten und Geschichte
    Wachsen und wechseln im Entstehn.;Th. Fontane
  • Am hellsten leuchtet der Menschengeist, wo Glanz der Kunst mit Glanz der Wissenschaft sich eint.
    Emil Du Bois-Reymond (1818-1896), Reden (3. Juli 1890)
  • Am Herd und am Waschplatz wird alles, gut und böse, erzählt.
  • Am Heumarientag (Mariä Heimsuchung, 2. 7.) ist das Gras ausgewachsen.
    ee] Heinamaarjapäev - rohu kasv täis.
  • Am Heumarientag (Mariä Heimsuchung, 2. 7.) nimmt man das erste Mal Honig, am Jakobstag (25. VII ) das zweite Mal und am Laurentiustag (10. VIII) das letzte Mal.
    ee] Heinmaarjapäe esimene, jaaguppäe teene ja lauritsepäe viimane meevõtmene.
  • Am Himmel geschehen Zeichen und Wunder,
    Und aus den Wolken blutigrot
    Hängt der Herrgott den Kriegsmantel runter.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Wallenstein
  • Am Himmel hat sich noch niemand den Kopf zerstoßen.
    Russland
  • Am Hinken erkennt man den Lahmen.
    la] E naevo cognoscere aliquem.
  • Am Hintern nackt und Parfümerien daran.
    info] Der Bettelstolz.
  • Am höchsten ehren die Götter die Tugend im Geleit des Eros.
    Platon (428-347 v. Chr.), Das Gastmahl
  • Am höchsten in Ehren stehet das Gold; für Gold stehet die Liebe zu Dienst.
    Ovid (43 v. Chr.-17 n. Chr.), Ars amatoria
  • Am Hochzeittag flindert die Hauben, darnach fladert sie.
    zit] Auff Hochzeiten wird manches durchgebracht, das hernach ein lange Zeit zu bezalen ist.
  • Am Hofe des Königs heißt es: Jeder für sich selbst.
    fr] A la cour du roi, chacun y est pour soi.
  • Am Hofe des Königs ist jeder auf sich allein gestellt.
    fr] A la cour du roi, chacun y est pour soi.
  • Am Hofe gelten Tugend und Demut selten.
    pl] Cnota i pokora niema miejsca u dwora.
  • Am Hofe hat man keinen Freund als sich selber.
    nl] Aan 's konings hof is elk voor zich zelven alleen.
  • Am Hofe leben, heißt frühen Tod sich geben.
    it] Chi disse corte disse morte.
  • Am Hofe legt man sich mit der Selbstsucht zu Bett und steht mit ihr wieder auf. Sie erfüllt einen morgens und abends, am Tag und in der Nacht, sie ist die Triebfeder im Denken, Sprechen, Schweigen, Handeln.
    Jean de La Bruyère (1645-1696), Die Charaktere
  • Am Hofe muss man tun wie am Hofe.
    info] Wer unter den Wölfen ist, muss mitheulen; man soll aber vermeiden unter die Wölfe zu gehen.
  • Am Hofe sagt man aus zwei Gründen Gutes von jemandem: Erstens, damit er erfahre, dass wir gut von ihm sprechen, und zweitens, damit er es auch von uns tue.
    Jean de La Bruyère (1645-1696), Die Charaktere
  • Am Hofe teilt man die Menschen ein, wie ehemals die Chemiker die Metalle, nämlich in solche, die sich dehnen und strecken lassen, und in solche, die dies nicht tun.
    Heinrich von Kleist (1777-1811), an Ulrike von Kleist, 25. November 1800
  • Am Hofe und im Hause des Reichen kommt man immer auf seine Kosten.
    fr] A la cour (,auprès des grands), s'il n'y pleut, il y dégoutte.
  • Am Horn fasst man den Ochsen, beim Wort den Mann.
    nl] Bij de hoornen vangt (vat, bindt) men den os, bij het woord den man.
  • Am Horn merkt man das Hirn.
  • Am Hügel versuchen wie sich der Berg ersteigt.
  • Am Hühnerseil stricken.
    info] Etwas Unnützes und Überflüssiges tun, als wenn z.B. eine Mutter ihre Töchter in der Putzsucht und im Kokettieren unterrichtet.
    zit] Noch find ich frawen michel theyl, die auch stricken am hünerseyl, die jhre töchtern lerent sünden, den hünern jre schwäntz auffbinden.
  • Am Hungertuch nagen - an den Hungerpfoten saugen.
    en] to be starving.
    fr] tirer le diable par la queue - traîner la savate.
    it] patire (o. fare) fame
  • Am Hungertuch nagen, macht schwächlich zu schlagen.
    zit] Der hungerig Wolff muss den lären Magen mit Sand füllen, dass er gewichtig sei ein Pferd niederzuziehen.
  • Am Hungertuche nagen.
    info] Sich höchst armselig behelfen, kümmerlich leben müssen, am Notwendigsten Mangel leiden. Frisch leitet diese Redensart von dem schwarzen Tuche ab, womit in einigen Gegenden zur Fastenzeit der Altar behangen wird, was eine Anspielung auf die um diese Zeit in der katholischen Kirche übliche Enthaltung von allem Fleische sein soll. Vielleicht ist sie aber eher von der schrecklichen Erfahrung abzuleiten, welche man an bereits begrabenen Scheintoten machte, die in der wirklichen Todesangst im Sarge das Leichentuch in den Mund steckten, um nur bald aus diesem Schreckenszustande zu kommen.
  • Am I my brother's keeper?.
  • Am I right or am I right.
  • Am interessantesten ist die Innenseite der Außenseiter.
  • Am irdenen Topfe stolz ist besser als demütig am goldenen Tische.
  • Am Irrwahn hängend, dass es Götter gibt,
    Indes der Zufall diese ganze Welt beherrscht?
    Euripides (480-406 v. Chr.), Hekabe, 490/91
  • Am Jagdtag wird kein Jagdhund mit Steinen beworfen.
    Afrika
  • Am Jakob (Jakobstag, 25. 7.) ein Notbrot, am Laurits (Laurentiustag, 10. VIII) ein breites Brot, am Pärtel (Bartholomäustag, 24. VIII) einen Brotlaib fürs ganze Haus.
    ee] Jaagup hädäuudine, Laurits lai leib, Pärtel pere päts.
  • Am Jakobitag (25. 7.) blüht der Schnee.
  • Am Jakobitag (25. 7.) in den Acker gesteckte Stangen, die oben mit einem Spalt, in den man Knoblauch klemmt, versehen sind, wehren Unheil ab.
  • Am Jakobstag (25. 7.) Mehlsuppe, am Olafstag (29. 7.) neues Brot.
    ee] Jaakobipääval jahuleem, olevipäävas uus leib.
  • Am Jakobstag (25. 7.) wendet sich der Sommer schon dem Herbst zu.
    ee] Jakapääväst küünüs suvi jo' sügüsehe.
  • Am Jakobstag wendet sich der Sommer schon dem Herbst zu.
  • Am Johannismorgen (24. 6.) ist Gerst' und Hafer noch nicht geraten, noch nicht verdorben.
  • Am Johannismorgen (24. 6.) steht jeder Hafer noch in Sorgen,
    Doch ist die Gerste nicht verdorben.
  • Am Johannistag (24. 6.) die erste Kirsch nach Hause trag.
  • Am Johannistag (24. 6.) man keine Gerste loben mag.
  • Am Johannistag (24. 6.) muss man einen borsdorfer Apfel im Flachs verstecken können, wenn er geraten soll.
  • Am Johannistag muss man einen borsdorfer Apfel im Flachs verstecken können, wenn er geraten soll.
  • Am Josephstag (19. 3.) wirft man das Licht in Bach.
    info] Ende des Winters.
  • Am jungen Licht (Neumond) ein schwarzes Horn, im alten wird's ein Regenborn.
  • Am Jüngsten Gericht wird alles geschlicht't.
    zit] Am Jüngsten Gericht soll jeder zu seinem Recht kommen, bis dahin aber soll er gläubig und demüthig alles Unrecht ertragen. Ruge, Hallische Jahrbücher, 1842
  • Am jüngsten Tag wird Gott allen Blinden den Star stechen.
  • Am jüngsten Tag wird mancher schauen, was er hie hab für bier gebrauen.
  • Am jüngsten Tag wird offenbar wer hier ein guter Pilgrim (o. frommer Pilger) war.
    en] On the day of judgement you will know the good pilgrim.
    fr] Quand le jeu est fait, on voit qui a gagné.
    it] Al scuotere dei sacchi ce ne accorgeremo.
    es] Al fin se ven las zurrapas.
  • Am jüngsten Tag, wenn die Posaunen schallen
    Und alles aus ist mit dem Erdeleben,
    Sind wir verpflichtet, Rechenschaft zu geben
    Von jedem Wort, das unnütz uns entfallen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Sonette XIII - Warnung
  • Am Jüngsten Tage gilt de Kauflad' so viel as 'ne Pistole.
    Westfalen
  • Am Jüngsten Tage gilt der Beutel so viel als das Geld.
    Rotttal
  • Am Jüngsten Tage muss man ihn totschlagen.
    info] Den, der gar nicht sterben zu wollen scheint.
  • Am Jüngsten Tage wird man sehen, wer den größten Arsch hat.
    info] Am Schluß wird abgerechnet.
  • Am Jüngsten Tage wird's erschaut, was mancher hier für Bier gebraut.
  • Am Jüngsten Tage, eher nicht.
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