DICTUM

An

  • An kleinem Zahnweh merkt man frey, wie elend unser Leben sey.
  • BRUNNEN
  • An kleinen Brunnen löscht man auch den Durst. - Simrock, 1357.
    Frz.:] A petite fontaine boit-on à son aise. ( Leroux, I, 48.)
    Engl.:] A little stream may quench thirst as well as a great river. ( Marin, 24.)
    Schwed.:] Små brunnar släcka ock törsten. ( Marin, 24.)
  • BRÜNNLEIN
  • An kleinen Brünnlein löscht man auch den Durst. - Eiselein, 99.
  • An kleinen Dingen muss man sich nicht stoßen,
    Wenn man zu großen auf dem Wege ist.
    Friedrich Hebbel (1813-1863), Demetrius, IV, 2 (Mniczek)
  • An kleinen Riemen lernen die Hunde Leder fressen.
  • An kleiner Hund bellen soll man sich nicht kehren.
  • An kleiner Quelle kann man bequem trinken.
    fr] A petite fontaine on peut boire à son aise.
  • An Konrad steht kein Mühlrad, weil er ja immer Wasser hat.
  • An Kopf haben wiera Wassaschaf.
    Oberösterreich
    info] Einen unförmlich großen oder so angeschwollenen Kopf haben.
  • An Korbinian fängt das frieren an.
  • An Kosmas und Damian fängt das Laub zu färben an.
  • An Kotzebue schreiben.
  • An kranken (o. armen) Leuten kanm niemand Ritter werden.
  • An Künsten trägt man nicht schwer.
    zit] An Kunst und weisheit tregst nit schwer.
  • An künstlerischer Integrität und Geschliffenheit hat die französische Sprache höchste Vollkommenheit erreicht und erschwert damit die Arbeit der Schriftsteller.
    Isaak Babel (1894-1941), Erzählungen schreiben
  • An kurzen Haaren ist nicht viel zu kämmen.
    Russland
    bm] Dlouhé vlasy, krátký rozum.
    en] A bald head is soon shaven.
    fr] De peu de drap courte cappe.
    nl] Kort haar is gaauw gekamd.
  • An kurzen Rossen und langen Stieren ist nichts zu verlieren.
  • An Lamberti (17.9.) nimm Kartoffeln raus, doch breite ihr Kraut auf dem Felde aus.
  • An Lânjhüs het kurt Bian.
    Amrum
    info] Ein Lügenhaus hat kurze Beine.
  • An Lânjhüs mut (skal) an gud Gîdechtnis hâ.
    Amrum
    info] Ein Lügenhaus (Lügner) muss ein gut Gedächtnis haben.
  • An Lappen lernen die Schneiderjungen nähen.
  • An Laurentius (10. 8.) man pflügen muss.
  • An Laurentius ist's zur Zeit; an der Madonna (15. 8.) ist's noch gut; an Sankt Rochus (16. 8.) ist's zu spät, an Bartholomäi (24. 8.) gib ihm einen Fußtritt.
    info] Der frühe Augustregen ist der beste.
    Italien
  • An Laurenzi (10. 8.) ist es Brauch, da hört das Holz zu wachsen auf.
  • An leffen Wâi wânert 'm lagt.
    Amrum
    info] Einen lieben Weg wandert man leicht.
  • An leib, an ehr, an gut schadt vngetrewer muth.
  • An Leib, Verstand und Gut, der volle Wein schaden tut.
  • An Leibeserben fällt das Eigen lediglich.
    Rechtssprichwort
    info] Das deutsche Erbrecht gründet sich ursprünglich nur auf Sippe, d.i. eheliche Verwandtschaft, nahe und fern, Vater, Kinder und alle Vettern. Es liegt in der Natur des deutschen Erbrechts, dass das Erbe nur in der Familie sich vererbe, d.h. was der Sinn des obigen Sprichworts ist, nur an Leibeserben falle.
    mhd] An lip erben vallz daz aigen ledeclich.
    bm] Matka při synu není nápadnice.
  • An Leuten, die hoch stehen, sieht man Male und Höcker (Buckel) fern.
    la] Omne animi vitium tanto conspectius in se crimen habet, quanto major, qui peccat, habetur. Juvenal
  • An Lichtmess (2. 2.) fängt der Bauersmann neu mit des Jahres Arbeit an.
  • An Lichtmess (2. 2.) lässt man (Arbeit und) das Spinnrad in Ruh', damit der Wolf keinen Schaden tu'.
    Masuren
  • An Lichtmess (2. 2.) Sonnenschein,
    Der bringt noch viel Schnee herein;
    Gibt es aber Regen und keinen Sonnenblick,
    Dann ist der Winter fort und kehrt nicht mehr zurück.
  • An Lichtmess begegnet sich der Sommer mit dem Winter.
    Rutenen
  • An Lichtmess miss deinen Topf und hebe dein Korn auf.
    England
  • An Lichtmess muss die Lerche singen und sollt' der Kopf ihr auf dem Stein zerspringen.
  • An Lichtmess müsst ihr noch die Hälfte euers Strohs und Heus haben.
    Tschechien
  • An Lichtmess Schnee, zu Ostern Wasser zu Tee (Regen).
  • An Lichtmess Sonnenschein, der bringt noch viel Schnee herein,
    gibt es aber Regen und keinen Sonnenblick, dann ist der Winter fort und kehrt nicht mehr zurück.
  • An losen (falschen) Zeugen gebrach es niemand.
    mhd] Loses tuges en brak nummanne.
    la] Inveniet facile testem qui quaerit inanem.
    nl] Looze getuigen ontbreken niemand.
  • An Ludwig schon die Schwalben ziehn, wenn im März die Veilchen blühn.
  • An Lügen gewinnt man nicht, dann dass man jnen zunächst dester weniger glaubt.
  • An Lügen gewinnt man nicht, denn daß man ihm nächstens desto weniger glaubt.
  • An Lügen gewöhnt man sich wie an Regierungen.
    Russland
  • An Lügnern gewinnt man nichts, denn dass man ihn zunächst destoweniger glaubt.
    fr] Le mensonge a besoin qu'on le croie.
    fr] Mentir a mestier à la fiée.
  • An Magd, die glei singt, und on a Hund, dâr glei bellt, sein nischt wârt.
    Lusdorf bei Böhmisch-Friedland
  • An Magdalena (22. 7.) regnet's gern, weil sie weinte um den Herrn.
  • An Magerkeit ist noch keiner gestorben.
  • An male sarta
    gratia nequiquam coit et rescinditur?
    Horaz (65-8 v. Chr.), Epistulae
    de] Oder ist eure schlecht ausgebesserte Freundschaft vergeblich geschlossen und reisst wieder auseinander?
  • An manchem Hofe wird ein gar gottlos Sauleben geführt, sodass man daran um Leib und Seele kommt.
    Martin Luther (1483-1546)
  • An manchem Kopf ist das beste der Zopf.
    zit] Da war einmal an einem Schopf ein Zopf, der hing so stattlich an dem Kopf; des freute sich der Tropf. Und als der Zopf geschnitten war vom Haar, da ward zuerst es allen klar, dass weiter nichts dahinter war.
  • An manchem Kopf
    Ist das Beste der Zopf.
  • An manchem Ort wär' volle Offenheit
    Nur lächerlich und schwerlich an der Zeit.
    Molière (1622-1673), Le Misanthrope, I, 1 (Philinte)
  • An manchen Tagen geht alle schief, aber dafür klappt an anderen gar nichts.
  • An manman sé an bol a Kouvèti.
  • An Margarethe (20. 7.) Regen und Sturm bringt der Haselnuss den Wurm.
  • An Margarethen (13. 7.) Regen bringt den Nüssen keinen Segen.
  • An Mariä Geburt (8. 9.) ziehen (o. fliegen) die Schwalben fort.
  • An Maria Geburt fliegen die Schwalben furt; an Maria Verkündigung kehren sie wiederum.
  • An Mariä Heimsuchung (2. 7.) der Regen,
    Tut oft sich vierzig Tag nicht legen.
  • An Mariä Heimsuchung (2. 7.) wird's bestellt,
    Wie's Wetter sich vierzig Tage hält.
  • An Maria Himmelfahrt (15. 8.), das wisse, gibt es schon die ersten Nüsse.
  • An Mariä Namen (12. 9.) sagt der Sommer (sein) Amen.
  • An Mariä Reinigung (2. 2.) begegnet sich der Winter mit dem Sommer.
    Russland
  • An Maria Verkündigung (25. 3.) geht unsere liebe Frau mit einem brennenden Scheit unter der Erde hin.
    Oberösterreich
    zit] Unter den Tagen, welche auf Zeit und Witterung, auf Saat und Ernte Bezug haben, treten gewisse besonders hervor, und es lassen sich auch, wenn man die Abstände vergleicht, öfters wiederkehrende Cyklen von Monaten und Tagen nicht verkennen. Unter den Frauentagen ist besonders Mariä Verkündigung zu nennen. Von da an gefriert es nicht mehr, weil unsere liebe Frau mit einem brennenden Scheit unter der Erde hingeht. Unter den Tagen der Heiligen sind am wichtigsten Georg, Peter und Paul, Michael, denen sich Matthias, Jakob, Bartholomäus, Matthäus, Simon und Judas anschließen. Zu erwähnen sind noch Gregor, Benedict, die vierzig Märtyrer, Mariä Heimsuchung, Laurenz; Gertrud (17.3.), welche an ihrem Namenstage zu?garteln? anfängt, fällt, was Zeit- und Natursymbolik betrifft, mit Mariä Verkündigung zusammen. Die beiden Tage schließen so zu sagen eine Octave ein. Als Haupttag des Jahres stellt sich Georgi heraus; mit ihm beginnt der Auswärts, die mildere Jahreszeit, welche mit Michaelis wieder endet. Der Abstand zwischen beiden beträgt fünf Monate und wenige Tage; nur einen Tag mehr als der von Pauli Bekehrung (halb Winter hinum, halb Winter herum) bis zum Peterstag, der mit der Sichel dasteht und die erste Hälfte der mildern Jahreszeit schließt. Von Mattheis, der's Eis bricht, bis Jakobi, wo der Schnee blüht, zieht sich ebenfalls eine Frist von fünf Monaten. Von Pauli Bekehrung bis Georgi verläuft eben ein Vierteljahr oder drei Monate; und die nämliche Zeitfrist erstreckt sich zwischen Georgi und Jakobi, zwischen Jakobi und Simon Judas, wo es den ersten Schnee anwirft, und die rauhe Jahreszeit wieder beginnt, endlich zwischen Simon Judas und zwischen Pauli Bekehrung. Auch Peter und Pauli und Michaeli liegen drei Monate voneinander ab. Von Mattheis, der's Eis bricht, bis Bartholomäi, wo alles Getreide eingebracht sein soll, gehen sechs Monate; ebenso von Benedicti, wo Hafer gebaut wird, bis Matthäus, der das Geschick der neuen Aussaat bestimmt, und von Mariä Verkündigung bis Michaeli. Von Gregori, wo der Bär das erstemal aus dem Loche geht, sind etwas mehr als vierzig Tage bis Georgi, wo er keinesfalls mehr im Loche bleibt. Mit Beginn der Woche, in die Georgi fällt, enden die vierzig kalten Tage der vierzig Märtyrer. Vierzig Regentage reichen von Mariä Heimsuchung bis Laurenzi; und der Laurenzisturm, der dem Regenwetter ein Ende macht, bleibt nicht aus.
  • An Mariä Verkündigung (25. 3.) kommen die Schwalben wiederum.
  • An Maria Verkündigung (25. 3.) legt man die Lampen nieder, an Maria Geburt (28. 9.) holt man sie wieder.
    it] Alla Madonna di Marzo si scopano, e alla Madonna di Settembre si trovano.
  • An Mariä Verkündigung hat das Frühjahr den Winter überwunden.
    Russland
  • An Mariä Verkündung (25. 3.) hell und klar, ist ein Segen für das ganze Jahr.
  • An Mariä Verkündung (25. 3.) kehrt der Storch zurück mit Vespermündung (Vesperbrot).
  • An Mariä Verkündung hell und klar, ist ein Segen für das ganze Jahr.
  • An Marien (25. 3.) ist gut Lein säen.
  • An Markus (25. 4.), da versteckt die Socken, unsere Krähe im Roggen.
  • An Markus, da versteckt die Socken, unsere Krähe im Roggen.
  • An Mârnemân hi hê't, an Injammân hi fê't.
    Amrum
    info] Ein Morgenmann hat's, ein Abendmann kriegt's.
    info] Der Frühaufstehende ist schon im Besitz dessen, was der Spätaufstehende noch erreichen soll.
  • An Martina (30. 1.) Sonnenschein, verheisst viel Frucht und guten Wein.
  • An Martini (10. 11.) Sonnenschein tritt ein kalter Winter ein.
  • An Martinitag (10. 11.) die Gans zu Hause bleiben mag.
    info] Man trieb an diesem Tage die Gänse nicht ins Feld, weil jedermann das Recht besaß, sie wegzunehmen.
  • An mäßigem (etwas) Regen ist viel gelegen.
  • An Matrus hed di Nacht sin Jil ferdên. Am Marnam siad an Kriak üb a Roa an rep: Spar', spar'! To lât, to lât, Mât, sad thi Matrus.
    Nordfriesland
    hdt Ein Matrose hatte die Nacht sein Geld verthan. Des Morgens sass eine Krähe auf der Raa und rief: 'Spar, spar!' 'Zu spät, zu spät, Kamerad', sagte der Matrose.
  • An Matthäi (21. 9.) die Mütz' über die Ohren zieh'.
  • An Matthäi hat das schöne Wetter ein Ende.
    Venedig
  • An me ipse retexam.
    de] Soll ich mich selbst umknüpfen (zu einem anderen Menschen machen).
  • An me non agnoscitis ducem?
    Tito Lívio, Ab Urbe Condita
  • An me tam amentem putas ut isto modo loquar?
    Cícero, De Finibus
  • An meinem Barte soll er das Scheren nicht lernen.
    info] Ich gehöre nicht zu den Leuten, die mit sich spielen und sich misshandeln lassen.
    nl] Hij zal voor niet hat scheren aan mijn baard nit leeren.
  • An meinem Herzen hat sich nichts angehängt (o. ist nichts hängen geblieben).
    info] Um die Unschuld zu versichern.
  • An meinem Leben und meinen Schicksalen liegt nichts; an den Wirkungen meines Lebens liegt unendlich viel.
    Johann Gottlieb Fichte (1762-1814)
  • An meinen Bildern müsst ihr nicht schnüffeln, die Farben sind ungesund.
    Rembrandt, überliefert bei Goethe (Maximen und Reflexionen)
  • An Meinen bindet niemand sein Pferd an.
  • An Meinen und Glauben bindet man kein Pferd fest.
  • An meiner Stelle würdest du anders reden.
    Terenz (184-158 v. Chr.), Andria
  • An menschen oft ein schaafes wat, eins wolffe gmüt bedecket hat.
    la] Pelle sub agnina, latitat mens saepe lupina.
  • An Menschen und Rosenstöcken muss man nie verzweifeln.
    zit] Der Winter entblättert diese, das Unglück beugt jene, aber pflegt sie nur die Liebe, so schießen die Knospen wieder nach. Kotzebue
  • An Mich und Mir und Mir und Mich kennt man Berliner sicherlich.
  • An Michaeli (29. 9.) kauft man gut Vieh. Doch den Verkauf brech' nicht übers Knie.
  • An mir soll es nicht fehlen.
    la] Partes meae non desiderabuntur.
  • An miseros tristis fortuna tenaciter urget?
    Ovídio, Heroides
  • An Mitgift ist noch keiner gestorben, sagte der Bräutigam.
  • An Mittag, wenn die Sonne scheint, sieht man keine Sterne.
    fr] A midy estoile ne luit.
  • An Mutters Rock- o. Schürzenzipfel hängen
    en] to be tied to o's mother's apron-strings
    fr] être pendu aux basques (o. au cotillon o. au jupon) de sa mère - se réfugier dans les jupes de sa mère
    it] essere attaccato (o. cucito) alla gonnella (o. alle sottane) della madre
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