DICTUM

An

  • An Sankt Michael siehe gut zu, ob der Himmel heiter ist.
    Venetien
  • An Sankt Paul Bekehr (25. 1.) wendt sich der Winter halb hin, halb her.
  • An Sankt Philippstag die Linsen zum Felde trag.
  • An Sankt Urban (25.5.) setzt die Frucht die Körner an.
    it] Per Sant' Urbano il frumento è fatto grano.
  • An Sankt Urbanstag (25. 5.) ist Baum- und Weingarten verdient.
    info] Da die Pflege der Baum- und Weingärten den Wirtschafter nicht das ganze Jahr in Anspruch nimmt, so war bestimmt, dass mit dem Sankt Urbanstage, als der Zeit, da die Weingärten und Baumpflanzungen aus der Pflege des Gärtners traten und ihrer eigenen Entwickelung überlassen wurden, der Ertrag verdient sein solle.
  • An Sankt Valentein (14. 2.) friert's Rad mitsamt der Mühle ein.
  • An Sankt Valentin (14. 2.) die Hälfte Brot, die Hälfte Wein, und die Hälfte Heu fürs Vieh.
    info] Die Italiener gehen sogar in der Vorsicht noch weiter, indem sie die andere Hälfte des Winters erst mit dem 14. Februar beginnen lassen.
  • An Sankt Vinzent (22. 1.), da hat der Winter noch kein End'.
  • An Sankt Wolfgang (31. 10.) Regen,
    Verspricht ein Jahr voller Segen.
  • ARSCH
  • An satten Eeers kan föl bitheenk. (Nordfries.) - Firmenich, III, 6.
    info] Ein sitzender Arsch kann viel erdenken.
  • An Säuen fehlt es nicht, wenn der Teufel aus Besessenen fährt.
  • An Saukauf ist wenig zu gewinnen.
    info] Schädlicher Einfluss schlechter Gesellschaft.
    zit] Vnd fecht ein schedlichs spil jn (den Schelm, hier ein Mensch von unanständigem Betragen, pöbelhaftem Charakter, der in bessere Geaellschaft gekommen ist) an, damit sie all zu schaffen han, mit leib und leben kaum entrinnen, an sawkauf wenig nutz gewinnen.
  • An scelus sceleri ingerit?
    Sêneca, Thyestes
  • An Schiffen und Frauen ist immer was zu flicken.
  • An schlechten Bissen kauen.
  • An schlechten und mittelmäßigen Schriftstellern ließe sich noch mancher schöne Kranz verdienen. Man hat bisher fast lauter Schlechtes und Mittelmäßiges über dieselben - und doch würde eine Philosophie des Schlechten, Mittelmäßigen und Gemeinen von der höchsten Wichtigkeit sein.
    Novalis (1772-1801), Aphorismen, IV. Teplitzer Fragmente
  • An schlüpfrigen Händen bleibt leicht etwas kleben.
  • An schmierigen Händen bleibt viel hängen.
    en] Benefits bind.
    fr] Qui prend s'engage.
    fr] Qui prend, se vend.
    it] Chi ha preso resta preso.
    la] Munera capiunt hominesque deosque.
    es] Quien prende su cuerpo vende.
  • An Schnee koa Loch eini dasoacha
  • An Schnittern fehlt es nicht, wenn nur erst zu ernten ist.
  • An schönen Herbst und gelinden Winter glaubt, werden die Bäume schon im September entlaubt.
  • An schönes (teueres, kostbares) Holz gehängt werden.
    info] Ein Unglück ist erträglicher, wenn es von Schande frei ist. Für den der hängt, dürfte es allerdings keinen schönen Baum geben; eine hohle Weide möchte für ihn wohl mit einem Lorberbaume in gleichem Range stehen.
  • An Schönheit und an Leim bleibt man sehr leicht kleben.
    zit] Schönheit ist ein Vogelleim, jeder hänget gern daran, wer nur fleugt, wer nur schleicht, wer nur manchmal kriechen kann.
  • An schönne Gruß, und wear net laufe könn', deam fehl's am Fuß.
    Bietigheim
  • An Schorf soll man nicht tasten.
    info] Verharschte, wunde Stellen soll man nicht berühren.
    nl] Schurft is ligt geraakt. - Schurft will niet geraakt zijn.
  • An Schuch voll eigfasst sagt man wenn oana an Dreck oder an Batz eini gsting is, a so das eam a Dreck ohm eini is.
  • An schwarzen Kesseln kann man sich nicht weiß brennen.
    ndt] Am e ruessige Kessel kammer sich nidd sufer rywe. Strasburg
    la] Luto lutulentior.
  • An Sebastiani (20. 1.) darf man nicht in den Wald fahren, sonst passiert ein Unglück.
    Bischofsheim
  • An Sebastiani erfriert oder ersäuft einer.
    Königshofen
  • An seine Grenzen stoßen.
  • An seine Träume glauben heißt, sein Leben im Schlaf verbringen.
    China
  • An seinem eigenen Schopfe kann sich niemand aus der Grube ziehen, in die er gefallen ist.
  • An seinem Ort.
    la] Suo loco.
  • An seinem Stricke spinnen.
    info] Auf dem Wege zum Galgen sein.
  • An seinem Stuhl kleben.
  • An seinem Todestage kräht kein Hahn.
  • An seinem Umgang erkennt man den Menschen.
  • An seinem Umgange (seiner Gesellschaft) erkennt man den Menschen.
  • An seinem Werk erkennt man den Arbeiter.
  • An seinen Blüten erkennt man den Baum der Früchte trägt.
  • An seinen Feinden rächt man sich am besten dadurch, dass man besser wird als sie.
  • An seinen Früchten erkennt man jeden Baum.
  • An seinen Früchten erkennt man, was für ein Baum es ist.
    la] Fructibus ex propriis arbor cognoscitur omnis. Beda Venerabilis (672-735), Proverbiorum liber
    la] Fructibus ipsa suis, quae sit, cognoscitur arbor. Panfilus
  • An seinen Gewohnheiten hängt man.
  • An seinen Idealen zu Grund gehen können heißt lebensfähig sein.
    Peter Altenberg (1859-1919)
  • An seinen Nachkommen erkennt man den Mann.
    la] In extremis suis agnoscitur vir.
  • An seinen Räten erkennt man den Fürsten.
    bm] Po radcĕ krále poznati jest.
  • An seinen Scherzen erkennt man den Menschen.
    fr] Au plaisanter on connaît l'homme.
  • An seinen Vertrauten soll man nicht zweifeln; einmal Bezweifelten nicht trauen.
  • An seinen Vorfahren kann man nichts ändern, aber man kann mitbestimmen was aus den Nachkommen wird.
    François de La Rochefoucauld (1613-1680)
  • An seiner Nase findet jeder Fleisch.
    info] Er ziehe sich also daran, und bekümmere sich nicht um die Nasen (Angelegenheiten) anderer.
  • An seiner Rübe erkennt man den Trunkenbold.
    fr] A la trogne connaît-on l'ivrogne.
  • An seiner Uhr ist's nie zu spät.
    info] Vom Trägen.
    fr] Il n'est jamais tard à son horloge.
  • An senes puer docebis, ante pubem vesticeps?
    Schottus, Adagia
  • An Septemberregen ist dem Bauern viel gelegen.
  • An Septemberregen
    Für Saaten und Reben ist dem Bauern gelegen.
  • An servus hic qui fata sic contempserit?
    Schottus, Adagia
  • An sich denken gibt wenig Glück. Wenn man aber viel Glück dabei hat, liegt es daran, dass man im Grunde nicht an sich, sondern an sein Ideal denkt.
    Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900), Wir Philologen, 2, Plan und Gedanken zur Ausführung
  • An sich denken, ist ganz recht; nur an sich denken, das ist schlecht.
  • An sich halten.
  • An sich ist das Leben nichts Gutes und nichts Böses, es ist der Hintergrund, auf dem ihr selbst Gutes und Böses anbringen könnt.
    Michel de Montaigne (1533-1592), Die Essais
  • An sich ist es ja gleichgültig, ob man sein Geld spart oder ausgibt, gut oder schlecht kann nur genannt werden, was wir damit wollen.
    Michel de Montaigne (1533-1592), Die Essais
  • An sich ist nichts weder gut noch böse, das Denken macht es erst dazu.
    William Shakespeare (1564-1616), Hamlet (Hamlet)
  • An sich rapsen und dapsen.
  • An sicherem Ort
    la] in solido
  • An sichern Dingen ist der Zweifel gut.
  • An sieben Dingen (Stücken) wird eines Menschen Weisheit erkannt: wenn er in Gegenwart Verständigerer schweigt, niemandem in die Rede fällt, nicht unbedachtsam antwortet, gern hört und lernt, nach des Gesprächs Veranlassung fragt, in seinen Reden Ordnung hält und die Wahrheit sagt.
  • An Siebenbrüder (10. 7.) Regen, der bringt dem Bauern keinen Segen.
  • An Silber bin ich äußerst interessiert.
    la] In argento plane studiosus sum.
  • An silbernen Wocken spinnt man das feinste Garn.
  • An sîne Rede ess weder Klack noch Schmack.
    Lippe
  • An Sittensprüchen hat der Arge sein Vergnügen,
    Nicht um danach zu tun, doch um damit zu trügen.
    Friedrich Rückert (1788-1866), Weisheit des Brahmanen
  • An Skelm, diar sin bâst ep dê.
    Amrum
    info] Ein Schelm, der sein Bestes nicht tut.
  • An skürw'd Schep kan an hian Hokfal umstegh.
    Nordfriesland
    info] Ein räudig Schaf kann eine ganze Hürde voll anstecken.
  • An slacht Müs, diar man ian Hâl hea.
    Nordfriesland
    info] Eine schlechte Maus, die nur eine Höhle, ein Loch hat.
  • An slachten Föggel, thiar sin anj Neast egh onnerhoal kaan.
    Nordfriesland
    info] Ein schlechter Vogel, der sein eigenes Nest nicht unterhalten kann.
  • An so ein Leben, in dem man nie allein ist, gewöhnt man sich nicht, man lebt es bitter zu Ende.
    Kurt Tucholsky (1890-1935), Nie allein
  • An so vieles muss ich denken, wie Sie sich nicht denken können.
    Christian Morgenstern (1871-1914), Die beiden Denker
  • An solchem Kaufe solches Geld.
    it] Tanto è mercante colui che perde quanto colui che guadagna.
  • An solchen Vorfrühlingstagen, wo der Geist die Last des Winters noch nicht ganz abgeschüttelt hat, ist's, wo die Sehnsucht nach der Ferne uns am mächtigsten ergreift. Es ist ein sonderbares Ding um diese Sehnsucht, die wir nie verlieren, so alt wir sein mögen.
    Wilhelm Raabe (1831-1910), Die Chronik der Sperlingsgasse
  • An Sorgen muss mancher erworgen.
    nl] De zorgen verworgen.
  • An St. Afra (7. 8.) Regen kommt dem (o. ist für den) Bauern ungelegen.
  • An St. Andreas (30. 11.) ist's die ganze Zeit Nacht.
  • An St. Anton (17. 1.) nehmen die Tage zu um eine Mönchsruh'.
  • An St. Benedikt (21. 3.) acht wohl, dass man Hafer säen soll.
  • An St. Cyprian zieht man oft schon Handschuh' an.
  • An St. Gall' (16. 10.) flieg auf den Berg und sä' im Tal.
  • An St. Gallustag den Nachsommer man erwarten mag.
  • An St. Gertrud ist es gut, wenn in die Erd' die Bohn' man tut.
  • An St. Kilian (8. 7.) säe Rüben an.
  • An St. Lorenz die große Hitze, an St. Antoni die große Kälte; die eine oder die andere währt nicht lange.
  • An St. Lucia ist der Abend dem Morgen nah.
  • An St. Lukastag soll das Winterkorn schon in die Stoppeln gesät sein.
  • An St. Medardus (8. 6.) wird ausgemacht, ob 40 Tage die Sonne lacht.
  • An St. Philipps Tag die Linsen zum Felde trag.
  • An St. Valentein (14. 2.) friert's Rad mitsamt der Mühle ein.
  • An Steckn muss ma sich richten in jungen Jahrn, dass ma a Heb' (= Stütze) hat für die alten Tag.
  • An Stelle des Siegels
    info] auf Kopien, Beglaubigung
    la] loco sigilli (l. s.)
  • An stinckendem (faulem) Fleisch ists saltz verlohren.
  • An Stockfisch- un Erdäpfelsdâg (Freitag) sagen de ärm Lück, esse mêr de Erdäpfel met gekreiztem Olg (Öl) un de Stockfesch' setzen dröm eröm.
    Köln
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