DICTUM

An

  • An stinckendem (faulem) Fleisch ists saltz verlohren.
  • An Stockfisch- un Erdäpfelsdâg (Freitag) sagen de ärm Lück, esse mêr de Erdäpfel met gekreiztem Olg (Öl) un de Stockfesch' setzen dröm eröm.
    Köln
  • An Stricke bindet man die Ochsen, an Unterschriften die Bauern.
  • An Sünden gewinnet man nichts.
  • An Tag kommen/gekommen sein.
    es] Descubrirse, ser descubierto.
  • An Tand'lmoarkt z'sammenkaufen.
    zit] Was hast denn da für an Tand'lmaorkt z'sammen kauft?
    info] Altes Zeug aller Art, Plunder, ein Durcheinander von unbedeutenden Dingen.
  • An Terno mach'n.
    info] Glück haben, ein gutes Geschäft machen.
    zit] Mid sein Weib had er an Terno g'machd. Mit dem Kuf had er an Terno g'machd.
  • An Tiefe sowie an Fleiß hat es dem Deutschen nie gefehlt. Nähert er sich anderen Nationen an Bequemlichkeit der Behandlung und übertrifft sie an Aufrichtigkeit und Gerechtigkeit, so wird man ihm früher oder später die erste Stelle in Wissenschaft und Kunst nicht streitig machen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Geschichte der Farbenlehre 2. Abt. - Farbenlehre und Farbenbehandlung
  • An Titeln soll man nicht sparen, man kauft sie ja nicht auf der frankfurter Messe.
    la] Qui vents volnut pasci, indigni sunt alimento alio.
  • An Titeln soll man nicht sparen, sagte die Braut zum Pfarrer, als sie das Aufgebot bestellte; ich bitte um den Ehrentitel Weiland vor Jungfrau, den die selige Amtmännin bekam.
  • An Tröghal, hä egh mannar üsch tau Earmer.
    Nordfriesland
    info] Ein Bettler hat nicht weniger als zwei Gewerbe.
    info] Will sagen, dass er nicht mit einer Gabe zufrieden ist.
  • An trübem Teich sammelt der Fischer leicht Reichtümer an.
  • An tu civem ab hoste natura ac loco, non animo factisque distinguis?
    Cícero, Paradoxa Stoicorum
  • An Tuch und Worten geht viel ein.
  • An tuira ieftha ende thria witena mute stonda al weer witscip.
  • An twei Dingen fählt ümmer wat, an dei Moehl uin an dei Brut.
  • An überwundene Leiden denkt man mit Siegesfreuden.
    it] Quel che fù duro a patire, è dolce a ricordare.
  • An unasked for excuse infers transgression.
  • An unasked question is the most futile thing in the world.
  • An unbidden guest knows not where to sit.
  • An unbidden guest must bring his stool with him.
    fr] Un hôte non invité doit apporter son siège.
  • An Uncle Tom.
  • An und für sich betrachtet, ist es ein gutes Leben; aber in Betracht, daß es ein Schäferleben ist, taugt es nichts. In Betracht, daß es einsam ist, mag ich es wohl leiden, aber in Betracht, daß es stille ist, ist es ein sehr erbärmliches Leben. Ferner, in Betracht, daß es auf dem Lande ist, steht es mir an; aber in Betracht, daß es nicht am Hofe ist, wird es langweilig. Insofern es ein mäßiges Leben ist, seht ihr, ist es nach meinem Sinn; aber insofern es nicht reichlicher dabei..
    William Shakespeare (1564-1616)
  • An und für sich; von selbst
    la] per se
  • An und in dem Boden findet man für die höchsten irdischen Bedürfnisse das Material, eine Welt des Stoffes, den höchsten Fähigkeiten des Menschen zur Bearbeitung übergeben ...
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Wanderjahre III,14
  • An Undankbaren ist alle Wohlthat verloren.
  • An uneven part of the whole.
    la] Aliquant.
  • An unexpected stone can split the head.
  • An unfortunate man would be drowned in a tea-cup.
  • An ungebetnen Gast steckt man untern Ofen.
  • An ungetanem Werk ist nichts zu meistern.
    se] För ogjord gjärning bötes oföd fä.
    se] Hät är med ingo bött.
    se] Ogjord blijr ospord.
  • An unknown quantity.
  • An unlawful oath is better broken, than kept.
  • An unlucky person is a dead person.
    jiddisch] A mentsh on glik is a toyter mentsh.
  • An unmöglichen Dingen soll man selten verzweifeln, an schweren nie.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Italienische Reise II, Paralipomena
  • An Unmögliches ist niemand gebunden.
    Rechtssprichwort.
    la] Ad impossibile nemo tenetur.
  • An unpleasant guest is as welcome as salt to a sore eye, 394
  • An unsanctified temper is a fruitful source of error, and a mighty impediment to truth.
    E. L. MAGOON
  • An unser früheres Leben können wir uns deswegen nicht erinnern, weil Erinnerung eine Eigenschaft nur dieses Lebens ist.
    Lew Nikolajewitsch Tolstoi (1828-1910), Tagebücher (1905)
  • An unseren Gedanken hat der Wille weit mehr Anteil als der Verstand.
    Hugo von Hofmannsthal (1879-1929), Buch der Freunde
  • An unshod mocks a shoe.
  • An unsung hero.
  • AUFREGUNG
  • An unverschuldeter Aufregung gestorben, erklärte der Todtenschauer, als er einen Mann todt mit drei Kugeln im Kopfe fand.
  • An unverstendigen Leuten kan niemand Meister werden.
  • An up-and-a-downer.
  • An uphill battle/fight/struggle.
  • An uphill job/task.
  • An upright freedman is a son without the tie of blood.
  • AMBITION
  • An upstart is a sparrow eager to be betrothed to a hornbill.
    MALAY PROVERB
  • An Urban (25. 5.) die Hirse gut geraten kann.
  • An Urban (25. 5.) und Pankrazius (12.5.) der Winzer die Ernte bemessen muss.
  • An urem Mann is a Wattren (Freigebiger) auf a fremden Beutel.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    info] Wenn jemand auf Kosten anderer mildtätig ist.
  • An urem-Mann is wie a Hojker.
    info] Höcker, Buckliger. Beide tragen, was sie besitzen, auf dem Rücken.
  • An urm Mann is wie a löchriger Sack.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    Schwer zu füllen.
  • An urm Mann steht bei der Tür.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    Wer Gefälligkeiten oder Wohltaten beansprucht, muss bescheiden sein.
  • An Ursula (21. 10.) muss das (o. brings) Kraut herein, sonst schneien (noch) Simon und Juda (28.10.) hinein.'
  • An verdächtigen Orten halte dich nicht auf und sei nie Gefährte eines Menschen, der ein Wegweiser zum bösen Ort ist, damit er dich nichts Böses lehre. Dergleichen Leute fliehe und bleibe ihnen fern.
    Buch des Kabus (1058)
  • An vergangenes Unglück ist gut denken.
    la] Jucunda malorum praetoriorum memoria.
  • An veritas, an nihil.
    es] La verdad o nada.
  • An verlegenem Fleisch kauft man allzeit zu teuer.
  • APPETIT
  • An verlorenem Appetit stirbt man nit.
    Span.:] Dejar de comer por haber comido no es enfermedad de peligro. (Cahier, 3307.)
  • An Versprechungen ist jeder so reich, wie er will.
    Ovid (43 v. Chr.-17 n. Chr.), Die Liebeskunst
  • An Versprechungen und rohem Tuch geht viel ein (zurück).
    dk] Løfte og raat klaede løber meget ind.
  • An viel reden kennt man einen Narren.
  • An viel reden ohne Verstand wird der Narr erkannt.
    nl] In woorden zonder slot is't kenmerk van een' zot.
  • An viel Rühmen soll man sich nicht kehren.
    fr] De se vanter doit l'en prendre garde.
  • An vielem Fragen erkennt man einen Narren.
    zit] In den Hospitälern bemerkt man, dass die Narren vorzüglich gern Tabak schnupfen. In der Gesellschaft erkennt man sie an dem vielen Fragen.
    it] Chi troppo dimanda ha testa di matto.
  • An vielem Lachen erkennt man den Hachen
    info] Oft wird man fragen können, wer der Narr ist, der welcher lacht, oder der, über den gelacht wird.
  • An vielem Lachen sollst du den Narren erkennen (o. erkennt man den Narren).
    la] Per risum multum debes cognoscere stultum.
  • An vielem Schwatzen erkennt man den Mann.
    la] Qui multum fatur, stultissimus esse probatur.
  • An vielen Höfen essen die Esel der Gelehrten Brot und die Narren besitzen die Ehrenstellen.
  • An vieles, was ich erst erlebe, kann ich mich schon erinnern.
    Karl Kraus (1874-1936), Aphorismen. Nachts
  • An vier Dingen erkennt man den Franzosen: wenn die Uhr schlägt, wenn er jemand fragt, wenn er Versprechungen macht und wenn er von seinen Liebschaften redet.
  • An vier Dingen erkennt man einen Narren: sich selbst loben, sich leicht erzürnen, ungefragt viel reden und wegleihen ohne Sicherheit.
    en] By six qualities may a fool be known: Anger without cause, speech without profit, change without motive, inquiry without an object, putting trust in a stranger and wanting the capacity to discriminate between a friend and a foe.
  • An vier Dingen geht viel ab: an Rechnungen, an Worten, Dünken und gespanntem Tuch.
  • An vier Dingen wird ein Mensch erkannt: in seinem Geschäft, in seinem Trinken, in seinem Zorn und seinem Spiel.
  • An vier Zeichen erkennet man den Mann: seine Weisheit, wenn er in Rechten ist; seine Geduld, wenn er in Not ist; seine Demut, wenn er groß ist, seinen Reichtum, wenn er tot ist.
  • An viererlei Leuten ist Mangel auf Erden: an Pfaffen, sonst dürfte einer nicht sechs bis sieben Pfründen haben; an Adeligen, sunst wollte nit jeder Bauer ein Junker sein; an Huren, sonst würden Eheweiber und Nonnen das Handwerk nicht treiben, und an Juden, sonst würden Christen nicht wuchern.
  • An Vierzigritter kalter Wind, noch vierzig Tage windig sind.
  • An Vinzenzi (22. 1.) voller Sonnenschein, der lässt uns hoffen auf Korn und Wein.
  • An vivere tanti est.
    de] Ist Leben so viel
  • An vivere tanti est?
    Pseudo-Gallus / Rezende
  • An Vorwand fehlt es keinem, wenn er betrügen will.
  • An Wänden gehen.
  • An Wanj, thiar knarket, thi healt laang.
    Nordfriesland
    info] Ein Wagen, welcher knarrt, hält lange.
    info] Um zu sagen, dass die, welche stets über ihre Gesundheit klagen, in der Regel am längsten leben.
  • An Waren und grauem Tuch geht viel ein.
  • An warmen Öfen? An vollen Tischen? Am besten lebt es sich dazwischen!
  • An Wedwüf her iarst Mân mut altidj üübh baasel dânsi.
    Nordfriesland
    info] Der erste Mann einer wieder verheirateten Witwe muss allezeit auf dem Tische tanzen.
    info] Er wird bei jedem Anlass gelobt.
  • An Weibern ist keine Ehre zu erjagen.
  • An Weibern liegt keine Macht.
    info] Der Ehemann wird als der natürliche Vormund seiner Frau betrachtet, in dessen Hand auch die Verwaltung des gesammten Vermögens ruht.
    mhd] An wiben liget keyne macht niet.
  • An Weibern und Melonen kauft man allzeit mit Gefahr.
  • An Weibern und Unglück ist niemals mangel gewest.
  • An Weibertreue und Wunder ist schwer glauben.
  • An Weiberweinen, Metzgerschwören und Hundehinken darf sich niemand kehren.
    la] Neve puellarum lachrymis moveare caveto, ut flerent, oculos erudire suos.
  • An Weihnacht die Hälfte Brot, die Hälfte Wein.
    Toskana
  • An wem liegt es?
    A qui la faute?
  • An wenig Gegenständen erscheint die Farbe in ihrer ursprünglichen Reinheit, selbst im vollsten Lichte, sie wird mehr oder minder durch die Natur der Körper, an denen sie erscheint, schon modifiziert ...
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Schriften z. Kunst - Diderots Versuch ü. d. Malerei
  • An wessen Gewinn jemand beteiligt war, an dessen Verlust soll er auch teilhaben.
    Rechtssprichwort
    la] Cuius participavit lucrum, participet et damnum.
  • An Willen und Worten ist kein Zwang.
    info] Im Allgemeinen sollen nicht bloß die Gedanken, sondern auch die Worte, insofern in diesen nicht selbst schon, wie bei Ehrenkränkungen, das vollendete Unrecht liegt, von strafrechtlicher Ahndung verschont bleiben, da dadurch allein noch niemand Gewalt angetan wird.
    mhd] An willen noch an worden i's nen gedvang.
  • ARMUT
  • An williger Armut hat Gott kein Schuld. - Petri, II, 18.
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