DICTUM

An

  • AUGSBURG
  • An Augsburg schreiben. - Frischbier, II, 181.
    info] Sich erbrechen.
  • An Augustin (28. 8.) ziehn die Wetter (o. gehen die warmen Tage) dahin.
  • An aulen Huisern un an aulen Fruislui'en mößt du jümmer wat anwennen.
  • An ausgeräucherte Lülke.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    info] Ausgeräucherte = durchgerauchte; Lülke = Lulka, ruthenisch = Pfeife. Von erfahrenen, durchtriebenen Menschen, in dem Sinne von Junge und Kind. Die Pfeifen, besonders die meerschaumenen, sind nur dann dauerhaft und geschätzt, wenn sie eine Zeit lang im Gebrauch gewesen, also durchgeraucht sind.
  • An ausgestanden (überwunden) Ungemach ist zu denken leichte Sach'.
    la] Quod fuit durum pate, meminise dulce est.
  • An auspicious occasion.
  • An authentic work of art must start an argument between the artist and his audience.
    Rebecca West
  • An awful lot.
  • An awkward customer.
  • An axe hanging over someone/something.
  • BESOFFENER
  • An B'suffin soll a Heiwôg'n ausweichen. (Franken.) - Frommann, VI, 165, 39.
    info] In Siebenbürgen: Em Besôfäne sâl em mät em Füder Hä auswechen. (Schuster, 1047.)
  • An ba latè pa ni plézi.
  • An bad thinking do not wrest true speaking.I'll offend nobody.
  • An Bamschul beim Lehrer Ast ganga und als Hackstock aussakemma
  • BANK
  • An Bänken können auch schwache Leute gehen.
    Dän.:] Ved benke og stöd kunne og svage folk gaae. (Prov. dan., 92.)
  • BARTHOLOMÄUS
  • An Barthelmä gehn die Gewitter wieder he (heim). (Sachsen.) - Boebel, 42.
  • An bäsen Hund geit mer (gibt man) zwä Brocken.
    Franken
  • An Bäumen wächst Moos, Männer werden bärtig.
  • An Beedla éppas néhma, an Foppa éppas geèm.
  • An Beinen ist gut Fleisch nagen.
  • BEIN
  • An Beinen ist niedlich fleisch zu nagen, als man gemeiniglich tut sagen.
    Lat.:] Dulcior est caro, quae magis ossibus haeret ubique. (Loci comm., 25.)
  • BEIN
  • An Beinern ist gut Fleisch nagen. - Kirchhofer, 253.
  • An bellenden Hunden sollen hohe Leut kein Hundschläger werden.
  • BENEDICTUS
  • An Benedictus (21. März) man Hafer (Gerste, Erbsen, Zwiebeln) säen muss. - Boebel, 17.
  • An betj föör't Süünjhâid, sâd a Thiif, diar 'r hinget wees skul.
    Amrum
    info] Ein bischen für die Gesundheit, sagte der Dieb, da er gehängt werden sollte.
  • An Betschwestern
    Erkenn' ich alte Buhlerinnen ganz so sicher
    Wie an den Scherben eingeschlagne Töpfe.
    Christian Dietrich Grabbe (1801-1836), Don Juan und Faust (1829), Akt 3, Szene 1 (Don Juan)
  • BEUTEL
  • An Beutel hänga. - Nefflen, 451.
    info] Starke Rechnung machen; in der Anrechnung, Geldforderung streng sein.
  • An Bildern schleppt ihr hin und her
    Verlornes und Erworbnes;
    Und bei dem Senden kreuz und quer,
    Was bleibt uns denn? - Verdorbnes!
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Museen
  • An Boden verlieren.
    es] Perder terreno.
  • BÖHME (MÜNZE)
  • An Böhm un a Tippel Fett.
    info] In Breslau als Bezeichnung eines dürftigen Lohnes.
  • An böse Tage denkt man länger als an gute.
    fr] Memoire du mal alongue traße memoire du bien tuntost passe.
    la] Maior longe ac diuturnior malorum quam bonorum memoria.
  • An bösem Erz und am Schlacken ist alles Schmelzen verloren.
  • An bösem Weib sich keiner reib'.
  • An bösen Hünj mut'm an Stak Broad du, that'r ean egh bat.
    Nordfriesland
    info] Einem bösen Hunde muss man ein Stück Brot geben, dass er einen nicht beiße.
  • An bösen Leuten gewinnt man nichts, weder mit guten, noch mit bösen Worten.
  • An bösen Taten lernt sich fort die böse Tat.
    Sophokles (497-406 v. Chr.), Elektra, 605 (Elektra)
  • An bösen Tieren ist nichts zu verdienen.
  • An bösen Weibern und räudigen Schafen hat es nimmer gefehlt.
  • An bösen Weibern, räudigen Schafen und falschem Geld ist kein Mangel in der Welt.
    dk] Af onde kvinder og skabbede faar fattes ei mens verden staaer.
  • An bösen Worten, die man ungesagt herunterschluckt, hat sich noch niemand den Magen verdorben.
  • An bösen Zahlern mahnt man sich bald müde.
  • An böser ware ist nichts zu gewinnen.
    info] Auch mit dem Zusatz: wenn schon gut Wort legst auf die Binnen.
    it] Roba cattiva non è mai a buon mercato.
    la] Judice me fraus est concessa, depellere fraudem.
    se] Elakt gods gjer slemm winning.
  • BRATEN (SUBST.)
  • An Braten, den man einst gegessen, und Kleider, die man zerrissen, denkt man nicht mehr.
    Lat.:] Vestis et escarum memor est quis preteritarum. (Reuterdahl, 1027.)
    Schwed.:] Hwa minnis aethin math ok riwin klaedhe. (Reuterdahl, 1027.)
  • BROT
  • An Brot und Ehr' trägt man nicht schwer.
    Lat.:] Mantica cum pane non est vectigal inane. ( Reuterdahl, 503.)
    Schwed.:] Ae laettis mota byrdhe. ( Reuterdahl, 503.)
  • BUBE
  • An buben ist alle wolthat verloren. - Henisch, 543.
  • BUHLER
  • An Buhler Schwören thu dich nicht kehren. - Kirchhofer, 169.
  • An Burkhardi (11. 10.) Sonnenschein,.
    Der schüttet Zucker in den Wein.
  • BUTTER
  • An Butter ist noch niemand erworgt. (Schles.) - Schles. Provinzialblätter, 1862, S. 570.
  • An Carlyle ist es bewundernswürdig, dass er bei Beurteilung unserer deutschen Schriftsteller besonders den geistigen und sittlichen Kern, als das eigentlich Wirksame, im Auge hat. Carlyle ist eine moralische Macht von großer Bedeutung. Es ist in ihm viel Zukunft vorhanden, und es ist gar nicht abzusehen, was er alles leisten und wirken wird.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Eckermann, 25.7.1827
  • An cian che lécia cénder, no ge sporger ciarn da vénder.
  • An cristendom and ân oynedom.
  • An d'Aen darf me nemme' ma Ilebon (Elbogen) reeren.
    Luxemburg
  • An d'r Nase 'rumführa.
    info] Hinhalten, zum Besten haben.
  • An das armut wil yederman die schuch wischen.
  • An das besondere Glück der Studierten und Examinierten, der Staatswürdenträger aller Arten und Grade, glaube ich nicht recht und.stehe mit meinen Sympathien dem freien Bürgertum näher, dem Handel und Wandel, der Kunst und Wissenschaft.
    Theodor Fontane (1819-1898), Briefe
  • BRETT
  • An das Brett kommen. - Murner, Nb., 27; Eiselein, 94.
    info] Eine einflussreiche Stellung erhalten. »Wer ans Brett nit kommen kann, der ist nit ein geschickter Mann.«
    Frz.:] Cet homme est le saint du jour. ( Lendroy, 1350.)
  • An das Gesetz des Todes gebunden, geht alle Welt von hinnen, und alle Wesen gehen immerfort den Weg, den sie schon gegangen waren, der durch das Maß der Zeit gemessen ist und Schöpfung und Bestand zum Ziele hat.
    Mahabharata (400 v. Chr.)
  • An das Gewissen zu appellieren, geniert den, der es tut, beinahe mehr als den, der gemeint ist.
    Emil Gött (1864-1908), Im Selbstgespräch
  • An das Göttliche glauben
    Die allein, die es selber sind.
    Friedrich Hölderlin (1770-1843), Menschenbeifall
  • An das grüne Tuch gesetzt werden.
    info] In Gunst kommen, bevorzugt werden.
    zit] Zum Unterschied derer, die da felices, Hahn im Korbe seyn, an das grüne Tuch gesetzt werden, und bei den Jungfrauen durchschlagen.
  • An das Gute glauben nur die Wenigen, die es üben.
    Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), Aphorismen
  • An das JEsus Kind.
    Jch habe dich mein Kind/du zarter Nazarener /
    Den Lilgen offt vergleicht; Nu aber geh ichs an /
    Daß jch dir viel zu kurtz und Unrecht hab gethan:
    So viel du edler bist/so viel bistu auch schöner.
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Vierdtes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 3
  • An das Kindlein JEsu.
    Wie sol ich Dich mein Kind die kleine Liebe Nennen /
    Dieweil wir deine Macht unendlich groß erkennen?
    Und gleichwol bistu klein! ich sprech dann groß und klein /
    Kind/Vatter/GOtt und Mensch/O Lieb' erbarm dich mein.
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Drittes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 24
  • BRETT
  • An das schwarze Brett kommen.
    info] An einer Schand-, Straf- oder Warnungstafel angeschrieben werden; in ungünstigen Ruf kommen.
  • An das Schwert gebunden sein.
    info] Wohl in Bezug auf den Soldatenstand.
  • An das Verhängnis glauben, heißt es in uns hervorbringen.
  • An de gröne Schnapp (grünen Schnabel) kennt man de jungen Vägels.
    Rendsburg
  • An de Miggda kommet de Ungeschickta.
    info] Der allgemeine Glaube vom Mittwoch.
  • An de Wieg sihn können, wenn et Kend Schlôp het (o. kakken well).
    Meurs
    info] An der Wiege sehen können, wenn das Kind geschlafen hat (o. kacken will).
    Hei kann et der Weige anseien, wann dat Kind kacken will.
  • An debeatur.
  • An dei Diern drängen s' sik an as dei ollen Wiewer an'n Fischwagen.
  • An deinem Geburtstag einige Worte der Weisheit: Lächle solange du noch Zähne hast!
  • An deinem Kopfe klingt's am hellsten, sagte Boleslaw zum Narren.
    Schlesien
  • An deiner Sprache rüge
    Du schärfer nichts denn Lüge.
    Die Wahrheit sei dein Hort!
    Ludwig Uhland (1787-1862), Die deutsche Sprachgesellschaft
  • An deiner Sprache, Deutscher, halte fest!
    Weh dem, der diesen Schatz sich stehlen lässt.
    Wer erst beginnt, das reine Wort zu fälschen,
    Dem kann gar bald auch Kopf und Herz verwelschen.
    Otto von Leixner (1847-1907), Aus dem Leben für das Leben
  • An dem Armen sind viele große Fehler zu sehen.
    Irland
  • An dem Barte der Narren lernt man scheren.
  • An dem deutschen Kaffee habe ich eine übertriebene Nachgiebigkeit gegenüber der Milch beobachtet. Er erbleicht, wenn sie nur in seine Nähe kommt. Das könnte auch ein Bild von der Beziehung der Geschlechter in diesem Lande sein.
    Karl Kraus (1874-1936), Aphorismen. Länder und Leute
  • An dem Eingang der Bahn liegt die Unendlichkeit offen;
    Doch mit dem engesten Kreis höret der Weiseste auf.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Menschliches Wirken
  • An dem feinsten Laken ist der größte Betrug.
  • An dem fremden tisch dein reden spar, so wird lob schier offenbar.
    la] Dum conuiuaris, caueas ne multa loquaris.
  • An dem Füchselein siehst du schon
    Dass er eines Fuchses Sohn.
    Jüdisch
  • An dem Füchslein siehst du schon, dass er eines Fuchses Sohn.
  • An dem Gaste wird's verspürt, wie der Wirt den Handel führt.
  • An dem gegenwärtigen Übel soll man ein künftiges tragen lernen.
  • An dem Halm erkennt man noch, wie groß die Ähre war.
  • An dem hat er seinen Mann gefunden.
    nl] Hij heeft zijn' man in dem gevonden.
  • An dem hewwe mir nix verloren un sie nix gewunne'.
    info] Von einem charakterlosen Menschen, der vom Judentum zum Christentum übergegangen ist.
  • An dem Hut der Flor bracht' ihn wieder empor.
    info] Der Tod seiner Frau verbesserte seine Vermögensverhältnisse.
  • ADVOKAT
  • An dem is 'n Avkate verdorben. (Schaumburg.)
  • An dem is die Schmad (Taufe) verloren.
    info] Es war überflüssig ihn zu taufen, da er schon längst aufgehört hat, Jude zu sein.
  • An dem is kei Massel un kei Broche, kei Broche un kei Zloche.
    Jüdisch-deutsch
    info] Wenn jemand kein Glück hat.
  • CHRISAM
  • An dem ist Chrisam und Taufe verloren. - Sailer, 301; Kirchhofer, 132; Henisch, 624; Simrock, 1437a; Eiselein, 106; Mayer, II, 78.
    info] Mathesy (I, 138a) hat Craesam oder Tauffe. - Alles, Mühe und Kosten umsonst verwenden. Wol ursprünglich von solchen Proselyten, die um des Gewinnes wegen einen andern Glauben angenommen.
    Lat.:] Oleum et operam perdidit. (Philippi, II, 64.)
  • An dem ist die Taufe (Schmad) verloren.
    info] Er ist schon längst so wenig Jude mehr, dass er die Taufe nicht nötig hatte.
  • An dem ist Eure Kunst verloren.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Maria Stuart, 1, 3 (Paulet)
  • An dem ist hacken und düngen verloren.
  • An dem ist Hopfen und Malz verloren.
    ndt] An den is hoppen un molt verloren.
  • An dem ist kein gut Fäserlein.
    Ulm
  • An dem ist kein verfallener Schlag.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    info] Er bleibt keine Antwort schuldig.
  • An dem ist keine falsche Ader.
    fr] veine = Ader und Glück, mauvaise veine = Unglück
    Zitat] Ka Tüpferl, ka Stäuberl, ka Unaderl hat's. (Kein Unäderchen, d.h. keinen Makel, von einem Kind)
    Joh. Gabr. Seidl, Niederösterreichische Flinserln, 1828 ff.
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