DICTUM

An

  • Anen tondre las cabras, auren pus leu tondut.
  • Anerkennen und beobachten müssen stört die Freundschaft; die festesten und wahrsten Freundschaften gedeihen auf der Basis wechselseitiger Geringschätzung. Kluge Freunde achten darauf, solche Basis nie zu verlassen.
    Alfred Polgar, Kleine Schriften, Band 3. Irrlicht
  • Anerkennende Worte sind eine beliebte Einleitung für anschließenden Tadel.
  • Anerkennung braucht jedermann. Alle Eigenschaften können durch tote Gleichgültigkeit der Umgebung zugrunde gerichtet werden.
    Immermann
  • Anerkennung geht in der Regel nur so weit, als sie dazu dient, dem Anerkennenden selbst Relief zu geben.
    Karl Gutzkow (1811-1878), Vom Baum der Erkenntnis
  • Anerkennung gibt dem Streben Nahrung.
  • ANERKENNUNG
  • Anerkennung ist das Brot der Geister. - Paul Lindau's Gegenwart, XI, 282.
  • Anerkennung ist das Wort eines Idioten, man findet sie im Lexikon, aber nicht im menschlichen Herzen.
    Honoré de Balzac (1799-1850), Modeste Mignon
  • Anerkennung ist der Sauerstoff für menschliche Beziehungen.
  • Anerkennung ist eine beliebte Friedhofspflanze.
  • Anerkennung ist eine Pflanze, die vorwiegend auf Gräbern wächst.
  • Anerkennung und Applaus können auch Vernichtung bedeuten.
  • Anerzogen ist wie angeklebt, manchmal aber verwächst das Angeklebte.
    Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), Aphorismen
  • ANIS
  • Anes, Fanes (= Fenchel), Koriander ist der vin' als wi der ander. (Ulm.)
  • Ânesse avec ânon, ne va pas droit au moulin.
  • Anetu, Anetu, pocu linaghju è micca vignetu.
  • Anew.
    la] De novo.
  • ANWENDE
  • Anewand siyn. (Westf.)
    info] Einen Wendepunkt erreicht haben. Wenn der Pflüger durch ein anstossendes Feld oder einen Weg u.s.w. genöthigt ist, auf dem Acker selbst, den er pflügt, umzuwenden, so bleiben die Enden desselben vorläufig ungepflügt. Dieser Streifen, der später der Breite nach umgebrochen und mit Querfurchen versehen wird, heisst: Anewand, Anewenne, Anwende.
  • Anexo, en la perrera, batalla fiera.
  • ANFAHEN
  • Anfahen ist schwer, beharren ist Kunst. - Petri, II, 16.
  • Anfahren.
    Euphemismus: tadeln
  • Anfall är bästa försvar.
  • ANFALL
  • Anfall fällt vor sich. - Graf, 193, 56.
    info] Der Erbgang ist niederwärts. (S. Erbgut 3, Erbe 11 u. 27, Erben 4, Niederwärts und Niederthum.)
    Mdh.:] Der Anfall vellet vor sich. (Röszler, I, 92.)
  • ANFALL
  • Anfall stirbt der Mutter in den Schos. - Graf, 194, 79.
    info] Wird ein eheliches Kind erst nach des Vaters Tode geboren, so ist es Erbe, sobald es die Augen öffnet und die vier Wände beschreit. Stirbt es wieder, so fällt sein Antheil an die Mutter, was der Sinn des obigen Sprichwortes ist.
    Mhd.:] Daz angevelle stirbet der muter in den schoz. (Reitemeier, 140.)
  • Anfang der Dinge ist das Unendliche.
    Anaximander, Über die Natur
  • ANFANG
  • Anfang flüchtig, Fortgang nichtig.
  • Anfang gut, alles gut.
  • ANFANG
  • Anfang heiss, Mitte lau, Ende kalt.
    Lat.:] Principium fervet, medium tepet, ultima frigent.
  • ANFANG
  • Anfang ist bedenkenswert.
  • Anfang ist dasjenige, was selbst nicht mit Notwendigkeit auf ein anderes folgt, wogegen nach ihm naturgemäß ein anderes ist oder wird; Ende im Gegenteil das, was selbst naturgemäß nach einem andern folgt, sei es mit Notwendigkeit oder bloß in der Regel, wogegen nichts andres nach ihm folgt.
    Aristoteles (384-322 v. Chr.), Dichtkunst
  • ANFANG
  • Anfang ist die Hälfte des Ganzen.
    info] Die grösste Schwierigkeit macht der Beginn einer Unternehmung. Der, sagt Horaz, hat die Hälfte der That, wer gut angefangen hat.
    Holl.:] Het begin is het halve werk. (Harrebomée, I, 43.)
    Lat.:] Principium dimidium totius. (Hesiod.)
  • ANFANG
  • Anfang ist ein gut Behagen, denn das Ende die Last muss tragen.
    Frz.:] Au commencement tout est beau.
    It.:] Il veleno sta nella coda.
  • ANFANG
  • Anfang ist kein Meisterstück. - Weisheit, 1.
    Frz.:] Les apprentis ne sont pas maîtres.
    It.:] Tutti i principj son deboli.
    Frz.:] N'a pas fini qui commence.
    Lat.:] Inventum simul et perfectum nihil est. (Gaal, 65.)
  • ANFANG
  • Anfang ist schwer, no's Mistladen net, do kriegt me 's leicht zuerst. (Schwaben.)
  • Anfang und end nicht bleiben gleich, wer heut ist arm, wirt morgen reich.
  • ANFANG
  • Anfang und End steht alles in Gottes Händ.
  • Anfang und End' in allen Sachen
    Muss man mit Gott dem Herren machen.
  • Anfang und Ende einer Liebe stehen einander wie Rätsel gegenüber.
  • ANFANG
  • Anfang und Ende in allen Sachen muss man mit Gott dem Herren machen. - Steiger, 133.
  • ANFANG
  • Anfang und Ende reichen einander die Hände.
    de] Beginning and ending shake hands.
  • ANFANG
  • Anfang und Ende sind selten gleich.
    Lat.:] Flebile principium melior fortuna sequetur. - Non sibi concordem spondent exordia finem.
    Dän.:] Enden og begyndelsen vil ey gierne folges ad. (Prov. dan., 145.)
  • Anfang und Ende sind wohl unter sich verwandt,
    Doch ist der Anfang blind, das Ende hat's erkannt.
    Friedrich Rückert (1788-1866), Die Weisheit des Brahmanen
  • ANFANG
  • Anfang und Ende vom Januar zeigt das Wetter an für's ganze Jahr. - Baierischer Hauskalender.
  • ANFANG
  • Anfang und Ende wollen nicht allzeit übereinkommen.
  • Anfang und Grundlage eines vernünftigen Lebens ist das Maßhalten bei Speise und Trank.
  • Anfang Verstand und Rat, zum Fortgang Vorsicht, zum Vollenden Glück und Beständigkeit.
  • ANFANG
  • Anfang vnd end nicht bleiben gleich; wer heut ist arm, wirt morgen reich. - Henisch, 886, 43; Petri, II, 10.
  • ANFANGEN
  • Anfang'n un tolang'n.
    »Beide Hann' in beide Taschen, will dat Spillwerk doch nie flaschen.« (Ptattdütscher Husfriend, II, 25.)
  • ANFANG
  • Anfang, bedenk das Ende. - Schonheim, P, 20.
    Lat.:] Principiis obsta.
    Dän.:] For begyndelsen taenk paa ende. (Prov. dan., 62.) - Som enden er sidst i gjerningen maae den vaere först i betragtningen. (Prov. dan., 143.)
    Frz.:] Au commencement considérez la fin. (Gaal, 362.)
  • ANFANG
  • Anfang, Mitte und Ende sein.
    info] Die Seele des Ganzen, alles in allem sein.
    Lat.:] Principium, medium et finis. (Erasm., 918.)
  • ANFANG
  • Anfang, Mittel und End' allein, lass Gott in allen Sachen sein; denn, was mit Gott wird angefangen, ist niemals übel ausgegangen. - Hertz, 67.
  • Anfang: der wichtigste Teil der Arbeit.
    Platon
  • Anfangen = Afoh ist gut, aber höre (= aufhören) no besser.
    Luzern
  • Anfangen ist ein gut Behagen, denn das Ende die Last muss tragen.
    fr] Au commencement tout est beau.
    it] Il veleno sta nella coda.
  • ANFANGEN
  • Anfangen ist halb, vollenden ganz.
    »Der Beginn ist die Hälfte des Ganzen« gehört schon zu den Sinnsprüchen, die Pythagoras im Munde führte und seine Schüler lernen liess. (Vgl. Julius Braun, Reformbedürfnisse in den Alterthumsstudien, im Deutschen Museum, 1860, S. 579.)
  • ANFANGEN
  • Anfangen ist leicht, beharren ist Kunst.
    Dän.: Let er at begynde, men at fare fort og fuldende, hører forstand og mod til.
    Frz.: Il est aisé de commencer, mais pour continuer et pour finir il faut du jugement et du courage.
    It.: Non ci è più difficil cosa ch' il cominciare.
  • ANFANGEN
  • Anfangen ist leichter als aufhören.
    Dän.: Mageligerre er den förste ende at gribe an, end den sidste at faae fast. (Prov. dan., 143.)
  • Anfangen lasst sich viel!
  • ANFANGEN
  • Anfangen thut's.
    info] Für: Etwas zu thun anfangen, findet man bei Plinius: Die Thür öffnen (Fores aperire), und bei Terenz: Das Fenster öffnen (Fenestram aperire), doch jenes in günstigem, dies mehr im eklen Sinne. (Erasm., 9.)
  • ANFANGEN
  • Anfangen und aufhören sind bei ihm eins.
    Lat.: In limine deficere.
  • ANFANGEN
  • Anfangen und ringen ist ob allen Dingen.
  • Anfangen und Ringen
    Ist bei/ob allen Dingen.
  • Anfangen und Vollenden (o. Ausmachen) ist zweierlei.
    fr] Commencer et finir sont deux.
    fr] N'a pas fini (o. fait) qui commence. (Der hat nicht getan [das Werk vollbracht], der anfängt)
    it] In limine deficere.
  • ANFANGEN
  • Anfangen und vollenden ist zweierlei.
    Frz.: Commencer et finir sont deux.
    Lat.: In limine deficere.
  • ANFANGEN
  • Anfangen vnd ausmachen ist zweierley. - Moscherosch, 312.
  • Anfangen zu bemerken, und bemerkt zu werden, ist ein kurioser Punkt unsers Lebens, geliebter Freund.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an J. L. Hetzler (Konzept), 28.9.1770
  • Anfangen zu verstehen heißt anfangen zu sympathisieren.
    Robert Louis Stevenson (1850-1894), Die Geschichte der Lüge
  • ANFANGEN
  • Anfangen, fortfahren und hinausführen gehören zusammen.
    Dän.: At beginde, fare fort og fuldende hörer sammen. (Prov. dan., 61.)
    Frz.: N'a pas fait qui commence. (Bohn I, 40.)
  • Anfangs beabsichtigte ich, ihren Geist zu bilden: meine Mühe war verloren.
    Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), Bekenntnisse
  • ANFANGS
  • Anfangs bedenck das End. - Lehmann, 17, 10.
  • Anfangs bestand der Effektenhandel aus der einfachen und gelegentlichen Übertragung von Aktien, aber durch die Emsigkeit der Börsenmakler, welche das Geschäft in die Hand bekamen, wurde es ein Handel, und zwar einer, der vielleicht mit den größten Intrigen und Listen betrieben wurde, die nur je unter der Maske der Ehrlichkeit zu erscheinen wagten.
    Daniel Defoe (1660-1731), englischer Schriftsteller
  • Anfangs eine Sache zum Lachen, später wird es Ernst.
    ee] Esite naeruasi, pärast tõsi taga.
  • Anfangs fällt die Gestalt im Grabe ein, dann schleift sich sogar ihr Bildnis auf dem Grabsteine hinweg, - was bleibt? Was beide erschuf, die Seele!
    Jean Paul (1763-1825), Dämmerungen für Deutschland
  • Anfangs geht man ins Wasser und glaubt, man wolle wohl durchwaten, bis es immer tiefer wird, und man sich zum Schwimmen genötigt sieht.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Schiller, 21.12.1804
  • Anfangs halt gute maß, spar, was noch ist im Fass, sonst, wenn du am end erst sparen wilt, so ists zu spat, es ist verspilt.
  • Anfangs Hauses.
    info] In der ersten Zeit des Ehestandes.
  • Anfangs holt man Wasser mit dem Sieb, später nicht mal mit dem Eimer.
    ee] Enne viib sõelaga vett, pärast ei vii pangiga.
  • Anfangs Honigwochen (= Flitterwochen), später Tränenwochen.
    Estland
  • Anfangs immer groß und berühmt, später scheint (es) nicht mal aus der Wandritze heraus.
    Estland
  • Anfangs immer so gut und teuer, später wird man mit der Hundepeitsche weggejagt.
    ee] Esti ikke nii hia ja kallis, pärast aetakse koerapiitsaga minema.
  • Anfangs macht man immer die ganze Welt, später nicht mal ein einziges Hemd.
  • Anfangs nimmt der Mann einen Schnaps, später nimmt der Schnaps den Mann.
    ee] Esmalt võtab mees pitsi, pärast pits mehe.
  • Anfangs verbreiten sich die Räuden zwischen den Fingern, aber später kratzt man sich schon den Arsch.
    ee] Edimält aja kärnä sõrmõ vaihelõ, a peräst jo süüdät perst.
  • Anfangs wollt' ich fast verzagen,
    Und ich glaubt', ich trügt es nie,
    Und ich hab' es doch getragen, -
    Aber fragt mich nur nicht wie.
    Heinrich Heine (1797-1856), Buch der Lieder
  • Anfangs zog Aegina die besten Kinder. (Von allem, was einen guten Anfang nimmt, allmählich aber schlechter wird)
  • Anfangs zog Aegina die besten Kinder.
    info] Von allem, was einen guten Anfang nimmt, allmählich aber schlechter wird.
  • Anfangstermin
    la] dies a quo.
  • ANFANG
  • Anfank un Enne sint selten glück. (Sauerland.)
  • ANFECHTUNG
  • Anfechtung ist der Seele eine Artzeney und dem Leibe Gifft. - Wirth, II, 8.
  • ANFECHTUNG
  • Anfechtung ist ein Salz, welches die Tugend würzt.
    Lat.:] Virescit vulnere virtus.
  • ANFECHTUNG
  • Anfechtung lehrt aufs Wort merken. - Körte, 180; Härlin, 39.
    info] Auf die Stimme Gottes, sie thue sich kund in der Natur, Vernunft oder Bibel.
  • ANFECHTUNG
  • Anfechtung lehrt, dass man Gott hört. - Mannich, Sacra emblem., 49.
  • ANFECHTUNG
  • Anfechtung macht einen Mann. - Petri, II, 17.
  • ANFECHTUNG
  • Anfechtung macht gute Christen, sagte der Handwerksbursch auf der Landstrasse.
  • ANFECHTUNG
  • Anfechtung macht gute Christen. - Steiger, 46; Simrock, 331.
    info] Bewährung macht stark
  • ANFRAGE
  • Anfragen stehen frei.
  • Anfragen steht frei.
  • Anführen heißt nicht führen an der Hand.
  • Anführerin bei den Übeltaten aber ist die Frau, in Verbrechen ist sie Künstlerin.
    Lucius Annaeus Seneca (1-65), Hippolytus
  • Anführungszeichen sind oft nichts als faule Ausrede, mittels deren der Autor die Verantwortung für eine Banalität, die ihm in die Feder kam, oder für die ihm nichts besseres einfiel, dem schlechten Geschmack seiner Zeitgenossen aufzubürden versucht.
    Arthur Schnitzler (1862-1931)
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