DICTUM

An

  • Anmut bringen wir ins Leben,
    Leget Anmut in das Geben!
    Leget Anmut ins Empfangen!
    Lieblich ist's, den Wunsch erlangen.
    Und in stiller Tage Schranken
    Höchst anmutig sei das Danken.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust II A I, Weitläufiger Saal
    Die Grazien Vs 5299
  • Anmut geht über Schönheit.
    la] Gratior est pulchro veniens in corpore virtus.
  • Anmut ist das natürliche Gewand der Schönheit, Kraft ohne Anmut ist wie ein wunder Körper.
    Joseph Joubert (1754-1824), Gedanken, Versuche und Maximen
  • Anmut ist ein Ausströmen der inneren Harmonie.
    Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), Aphorismen
  • Anmut ist ein großer Glanz von innen.
    Rainer Maria Rilke (1875-1926)
  • Anmut ist eine bewegliche Schönheit ...
    Friedrich Schiller (1759-1805), Über Anmut und Würde
  • Anmut ist eine Schönheit, die nicht von der Natur gegeben, sondern von dem Subjekte selbst hervorgebracht wird.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Über Anmut und Würde
  • Anmut ist köstlicher denn Schönheit.
    Heinrich Zschokke (1771-1848), Stunden der Andacht (1809-1816)
  • Anmut machet schön das Weib
    Das macht die Schönheit nimmermher, sie leihet Anmut nie dem Leib.
    mhd] Liebe machet schoene wîp
    Desn mac diu schoene niht getuon, sin machet niemer lieben lîp.
    Walther v. d. Vogelweide (1170-1230)
  • Anmut macht eine schöne Frau noch schöner, eine entzückende Frau noch entzückender, Anmut macht eine alte Frau jung und eine hässliche schön. Anmut bringt Gefühle hervor und bezaubert auf unmerkliche Art.
    Li Yu (1610-1680)
  • ANMUT
  • Anmut macht keine Suppe (fett).
  • Anmut muss angeboren sein.
    en] Grace must be natural.
  • Anmut ohne Schönheit ist ein Magnet, der heimlich, aber fest zieht, ein Glanz, der nicht blendet, aber wohltut, ein Zauber, der nicht überrascht, aber beseligt.
    Moritz Gottlieb Saphir (1795-1858), Nachtschatten der Zeit und des Lebens (1832)
  • Anmut ohne Ungezwungenheit ist undenkbar.
    Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), Émile
  • Anmut sparet nicht noch Mühe!
    geflügeltes Wort
  • Anmut umgibt die Eleganz und kleidet sie.
    Joseph Joubert (1754-1824), Gedanken, Versuche und Maximen
  • Anmut und Würde stehen in einem zu hohen Werte, um die Eitelkeit und Torheit nicht zur Nachahmung zu reizen.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Über Anmut und Würde (1793)
  • Anmut, die dem Geiste eigen,
    Muss in Werk und Wort sich zeigen,
    Nicht von außen, nur von innen
    Ist die Anmut zu gewinnen.
    Friedrich von Bodenstedt (1819-1892), Aus dem Nachlasse Mirza-Schaffys (1874)
  • ANMUT
  • Anmuth geht über Schönheit. - Tendlau, 738.
    Lat.:] Gratior est pulchro veniens in corpore virtus.
  • ANMUT
  • Anmuth muss angeboren sein.
    Engl.:] Grace must be natural.
  • Anmutig werden selbst alltägliche Sentenzen
    Im Silbenwasserfall melodischer Kadenzen.
    Friedrich Rückert (1788-1866), Weisheit des Brahmanen
  • Ann (Annentag, 26. 7.) harnt (d. i. es regnet).
    ee] Ann kusõs.
  • Ann (Annentag, 26. 7.) hat sehr schmächtige Schamteile (d. i. es kann bald anfangen, zu regnen).
    ee] Ann om väiga kõhnu riistuga'.
  • Ann de Binätsch verlesen.
    Durlach
    info] Einen tüchtig heimschicken, ausfilzen. In Elsass Binätsch = Spinat.
  • Ann Koahle, du bleibst.
    Schlesien
    info] Diese Redensart ist neuern Ursprungs. Eine Gemeinde hatte aus den Probepredigern nicht den Kandidaten gewählt, der einigen einflussreichen Persönlichkeiten angenehm war. Die Wahl wurde bemängelt, und es wurde versucht, seitens des Patrons oder eines Kreisbeamten in einer Gemeindeversammlung der Stimmung der Gemeinde eine andere Richtung zu geben. Ein Mitglied der Gemeinde, Namens Kahl, sprach seine Meinung dagegen aus. Der anwesende Patron drohte, ihn hinausbringen zu lassen. Da riefen Stimmen: 'Ann Koahle, du bleibst!' (Und Kahl, du bleibst!) Das Wort wurde nochmals im Chor wiederholt und ward sofort nicht blos am Orte selbst, sondern auch in der Umgegend, wo man von dem Vorgange Kenntniss erhielt, sprichwörtlich angewandt, um jemand zum Dableiben zu nötigen.
  • Ann kusõs.
    de] Ann (Annentag, 26. VII) harnt (d. i. es regnet).
  • Ann om väiga kõhnu riistuga'.
    de] Ann (Annentag, 26. VII) hat sehr schmächtige Schamteile (d. i. es kann bald anfangen, zu regnen).
  • ANNA
  • Anna (16. August) warm und trocken, macht den Bauer frohlocken. (Warmdorf.) - Boebel, 40.
  • Anna (26. 7.) warm und trocken, macht den Bauer frohlocken.
  • Anna aega atra seada.
    de] Gib Zeit, (um) den Pflug zu richten.
  • Anna aitäh kassi ehk koera kätte, katsu, kas elab sellega.
    de] Gib den Dank der Katze oder dem Hund, sieh, ob sie damit leben (können ).
  • Anna antust, murra murtust.
    de] Gib vom Gegebenen, brich vom Abgebrochenen.
  • Anna asi teise kätte, vahi ise läbi viie sõrme.
    de] Gib die Sache in des anderen Hand, selbst guck durch die fünf Finger.
  • Anna himole maad, siis himo saab sino üle kuning[aks].
    de] Gib der Begierde Raum (d. i. Gelegenheit), dann wird die Begierde über dich König.
  • Anna hobune teisele, siis anna nuga kaasa.
    de] Gibst du das Pferd einem anderen, so gib auch das Messer (mit).
  • Anna ihule, mida ihu igatseb.
    de] Gib dem Leib, wonach der Leib verlangt.
  • Anna iks orjale, siis orja and ka härjale.
    de] Gib immer dem Sklaven (d. i. dem Knecht), dann gibt der Sklave auch dem Ochsen.
  • Anna ist als Jungfrau gestorben, weil sie nicht gefragt wurde.
  • Anna Jumal hättä, küll hädäle appi saa.
    de] Gott gebe die Not, Hilfe wird sich schon finden.
  • Anna kik ära tõisele, jäta iseennast ilma.
    de] Gib alles dem anderen, laß dich selbst ohne.
  • Anna koerale leiba, võtab veel käegi tagajärele.
    de] Gib dem Hund Brot, nimmt er hinterher auch die Hand.
  • Anna kuradile hammas, siis tahab ta sind ennast.
    de] Gib dem Teufel einen Zahn, dann will er dich selbst.
  • Anna kuratile õlut, tema sööb raba.
    de] Gib dem Teufel Bier, er ißt die Treber.
  • Anna kürik küllä, ise sorgi sõrmega.
    de] Gib das Glied ins Dorf, selbst stochere mit dem Finger.
  • Anna kurjale sõrm, siis võtab ta terve käe.
    de] Gibt man dem Bösen (d. i. dem Teufel) einen Finger, so nimmt er die ganze Hand.
  • Anna kurjale tilka verd, pärast võtab kuri hinge.
    de] Gibt man dem Bösen (d. i. dem Teufel) einen Tropfen Blut, nimmt der Teufel nachher die Seele.
  • Anna kutsikale vitsu, et ta koeraks ei kasva.
    de] Gib dem Hündchen Ruten, damit es nicht zum Hund (d. i. Schelm) wächst.
  • Anna lapsele armu ja hirmu.
    de] Gib dem Kind Liebe und Furcht.
  • Anna naine teisele, isi mine litsi juure.
    de] Die Frau gib dem anderen, selbst geh zur Hure.
  • Anna nällätsele penile veidi vai pallu, aga konagi ta täis ei saa.
    de] Gib einem hungrigen Hund wenig oder viel, aber er wird nie satt.
  • Anna ohjad kurja kätte, läheb hobu hoopis metsa.
    de] Gibt man die Zügel in des Bösen Hand, geht das Pferd lieber in den Wald.
  • Anna õõlale suud ehk paku pahale perset.
    de] Gib dem Boshaften einen Kuß oder biete dem Schlechten den Arsch an.
  • Anna palju, aga luba pisut.
    de] Gib viel, aber versprich wenig.
  • Anna penile leiba - peni pure päälegi.
    de] Gib dem Hund Brot, der Hund beißt noch obendrein.
  • Anna perse külasse ja situ ise läbi küljeluie.
    de] Gib den Arsch ins Dorf und scheiß selbst durch die Rippe.
  • Anna piitska, söödä peost.
    de] Gib die Peitsche, füttere von der Handfläche.
  • Anna pill hullu kätte, hull ajab pilli lõhki.
    de] Gib die Pfeife in des Narren Hand, der Narr bringt die Pfeife zum Platzen.
  • Anna pill latse kätte, laits aab pilli lõhki.
    de] Gib die Pfeife in des Kindes Hand, das Kind bringt die Pfeife zum Platzen.
  • Anna põllule, mis põld tahab.
    de] Gib dem Feld, was es will.
  • Anna põllule, siis annab põld sinule.
    de] Gib dem Feld, dann gibt das Feld dir.
  • Anna põrssale, sis põrssa külest lövvät.
    de] Gib dem Ferkel, so findest beim Ferkel.
  • Anna saksale suud, seni kui nakab perset näütämä.
    de] Küß den Deutschen (d. i. den Herrn), bis er den Arsch zu zeigen beginnt.
  • Anna sandile kanikas, anna kott kah.
    de] Gibst dem Bettler einen Brotkanten, gib auch einen Sack.
  • Anna sandile, mis sandi kohus, aga ära santi ära tapa.
    de] Gib dem Bettler, was dem Bettler gebührt, aber belaste den Bettler nicht zu Tode.
  • Anna sandile, mis sandi kord ja kohus, aga ära hauguta.
    de] Gib dem Bettler, was dem Bettler gebührt, aber schilt ihn nicht.
  • Anna sandile, mis sandi õigus on, siis Jumal õnnistab sulle kua.
    de] Gib dem Bettler, was des Bettlers Recht, dann segnet Gott auch dich.
  • Anna siis koerale süüa, kui koer karja lähab.
    de] Gib dann dem Hund zu fressen, wenn er Vieh hüten geht.
  • Anna suoja käega.
    de] Gib mit warmer Hand.
  • Anna suu külasse, söö ise läbi külje.
    de] Gib deinen Mund dem Dorf, iß selbst durch die Rippe.
  • Anna tollõ, kiä armõtu, pistä tollõ, kiä perätü.
    de] Gib demjenigen, der armselig; steck demjenigen zu, der bodenlos.
  • Anna üheksale hirmu, kümmes kuuleb armu.
    de] Gib neunen Furcht (d. i. züchtige sie), der zehnte gehorcht der Liebe.
  • Anna üks hiuksekarv kuratile, siis kisub ta kõik su pea otsast ära.
    de] Gib dem Teufel ein Haar, so reißt er dir den ganzen Kopf ab.
  • Anna valu vaiale, küll vai ajab lõhe laiale.
    de] Gib dem Keil Schmerzen (d. i. schlag ihn), er wird wohl den Spalt verbreitern.
  • Anna viimane käest välja, viimaks jää ise vesilusikale.
    de] Gibst das Letzte aus der Hand, wirst zuletzt selbst auf dem Wasserlöffel bleiben (d. i. hungern).
  • Anna warm und trocken, macht den Bauer frohlocken.
  • Anna' liha eläjäle, lats või kuivõb ka' olla'.
    de] Gib das Fleisch den Tieren, das Kind kann auch magerer sein.
  • Anna, mis lubad, tee, mis tõutad.
    de] Gib, was du versprichst; mach, was du gelobst.
  • Anna, oled sõber, mine otsima, siis käid ilma kübarata.
    de] Gib, bist ein Freund; gehst suchen, dann gehst du ohne Hut.
  • Annab Jumal lapse, annab ka lapse leiva.
    de] Gibt Gott ein Kind, gibt er dem Kind auch Brot.
  • Annab Jumal mõistust, siis annab ta ka koha.
    de] Gibt Gott den Verstand, so gibt er auch die Stelle (d. i. das Amt).
  • Annab Jumal tibukese, annab ka teräkese.
    de] Gibt Gott ein Küchlein, gibt er auch ein Körnlein.
  • Annab Jumal tibukest, anna tibul ka terakest.
    de] Gibt Gott ein Küchlein, gib dem Küchlein auch ein Körnlein.
  • Annab Jumal võõraid, siis ta annab ka võõraste vara.
    de] Gibt Gott Gäste, so gibt er auch den Vorrat für die Gäste.
  • ANNABERG
  • Annaberg die liebste, Freiberg die grösste, Chemnitz die höchste, Leipzig die beste.
    info] Sprichwörter wie diese sind nur eine gewisse Zeit und auch da nur in gewisser Hinsicht wahr, also auch nur aus ihrer Zeit zu erklären.
  • Annad hullu kätte pilli, pead selle järel tantsme ka.
    de] Gibst dem Narren eine Pfeife, mußt auch nach ihr tanzen.
  • Annad sõbrale suu, siis ära anna südant.
    de] Gibst dem Freund den Mund, dann gib ihm nicht das Herz.
  • Annahmen füllen den Getreidekorb nicht, 'wenn' füllt die Speisekammer nicht.
  • Annaks küll sõbrale kooki, aga enesel pole leiba.
    de] Man würde dem Freund wohl Kuchen geben, aber man hat selbst kein Brot.
  • Annaks vöerale süüa, aga pole koosta.
    de] Man würde dem Fremden zu essen geben, aber es gibt keinen (hölzernen) Löffel.
  • Annalium ab excesu divi Augusti libri.
    es] Libros de anales desde la muerte del divino Augusto.
  • Annant'à l'oru ùn si cala rughjina.
  • Annantu à i stradi belli hè un bel'andà.
  • Annata bisesta, biatu cu' cci resta!
  • Annata bisesta: 'a cunta cui resta.
  • ANNLIESE
  • Anne ähs, bi di Wärr' hoatt gebrahnt. (Henneberg.)
    info] Anno eins, als die Werra gebrannt, d.i. vor sehr langer Zeit. Die Franzosen sagen, wenn sie ausdrücken wollen, dass etwas vor uralter Zeit gewesen sei: Zur Zeit, als man sich die Nase an die Aermel wischte. (Du temps qu'on se mouchait sur la manche.)1
    info] Namentlich um eine verflossene gute Zeit zu bezeichnen.
  • Anne bêse Schwegermutter îs's Toifels Underfutter.
    info] Eine böse Schwiegermutter ist des Teufels Unterfutter.
    info] Man hat sogar behauptet: Der Teufel dürfte sich ihrer oft als Überzug nicht schämen. Die Spanier sagen: Eine Schwiegermutter ist bitter und wäre sie auch von Zucker. In Hindostan heißt es, um das Glück einer jungen Frau zu preisen, die mit ihrem Manne allein ist: Es ist weder Mutter noch Schwiegerin da, sie ist glücklich. Man lässt dort aber auch die Schwiegertochter Hunger leiden, wenn die Schwiegermutter nicht daheim ist, indem man sagt: Die Schwiegermutter ist nach ihrem Dorf gegangen und die junge Frau fragt: was soll ich essen? Dagegen klagt diese über Ansprüche jener: Die Schwiegermutter hat nicht einmal Beinkleider und die junge Frau verlangt ein Zelt und Schirme. Bei den Russen hat die böse Schwiegermutter auch hinten Augen. Die Albanesen bezeichnen das Wohnen in der Nähe einer Schwiegermutter als unangenehm und gefährlich, indem sie sagen: Die Schwiegermutter nahe bei der Tür ist wie der Mantel beim Dornbusch.
  • Anne Froge (Frage) stieht frey: Jungfer, set er anne Hure?
  • Anne suum laudet patrem, nisi prospera proles?
    Plutarco / Grynaeus
  • Anneau trop étroit, Ne le met à ton doigt.
  • Année avec beaucoup de pluie, année avec beaucoup de pain.
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