DICTUM

An

  • Anpacken und zu Ende führen.
    la] Suscipere et finire.
  • Anpassung ist der Kerkermeister der Freiheit und der Feind des Wachstums.
    en] Conformity is the jailer of freedom and the enemy of growth.
    John F. Kennedy
  • Anpassung ist die Stärke der Frauen.
  • Anpassung ist die Stärke der Schwachen.
  • Anpfiff.
    Euphemismus: lautstarke Zurechtweisung
  • ANPUMPEN
  • Anpumpft, Herr Vetter (oder Herr Pfarrer).
  • Ans Altsein gewöhnt man sich rasch, viel langsamer ans Nicht-mehr-jung-Sein.
  • Ans Bein pinkeln.
  • Ans Bett gefesselt sein.
    es] Tener que guardar cama.
  • Ans brennende Haus läuft auch der feindselige Nachbar, um zu löschen.
    Rumänien
  • Ans Brett müssen.
  • Ans Creutze Christi.
    Schau deine Sünden sinds die Christum unsern Gott
    So unbarmhertziglich verdammen biß inn Tod.
    Jedoch verzweiffle nicht; bistu nur Magdalen /
    So kanstu seeliglich bey seinem Creutze stehn.
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Drittes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 40
  • Ans Herz drück ich den Feind, doch um ihn zu ersticken.
    Racine (1639-1699), Britannicus
  • Ans Kreuz geschlagen sein.
    info] Scherzhaft von denen, die einen Orden erhalten haben.
    la] Alligari ad gladium.
  • Ans Leder gehen.
  • Ans Licht bringen/zerren/kommen.
  • Ans Licht zeuch nicht, sollen sie bleiben hold: Mädchen, Leinwand und Gold.
  • Ans Meer gehen, um seine Hände zu waschen.
    fr] Pour laver ses mains on ne vend pas sa terre.
  • Ans Messer liefern.
  • Ans Nehmen ist so viel Freude gehängt, als wenn vom Mann das Weib empfängt; doch Wiedergeben tut beschweren, als sollten wir ein Kind gebären.
  • Ans Rad hängt sich Dreck, wie Rost ans Eisen.
    dk] Der haenger altid skarn ved hiulet og rust ved jernet.
  • Ans Ruder kommen
    en] to take the helm
    fr] prendre le gouvernail (o. la barre)
    it] salire al potere
    es] Tomar el poder, llegar al poder.
  • Ans Schienbein stoßen macht helle (o. wache) Augen.
  • Ans Schlechte da denkt man noch oft zurück, doch Gutes vergisst man im Augenblick.
  • Ans sont années, et les années la vieillesse.
  • Ans Sterben denkt man zu spät.
    fr] On s'arise tard en mourant.
  • Ans Vaterland, ans teure, schließ dich an,
    Das halte fest mit deinem ganzen Herzen.
    Hier sind die starken Wurzeln deiner Kraft,
    Dort in der fremden Welt stehst du allein,
    Ein schwankes Rohr, das jeder Sturm zerknickt.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Wilhelm Tell, II, 1 (Attinghausen)
  • Ans Wahre wie ans Falsche sind notwendige Bedingungen des Daseins gebunden.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Geschichte der Farbenlehre 4. Abt. - Zwischenbetrachtung
  • Ans Werk!
    info] letztes Wort des Kaisers Septimius Severus
    la] Laboremus.
  • Ans Ziel gelangen.
    info] Bis zum Kalke kommen: das Ziel war mit Kalk bezeichnet.
    la] Ad calcem pervenire.
  • Ansam quaeris.
  • Ansammlung hat die Riesenratte getötet.
  • Ansares a la sierra, agua en tierra.
  • Anschaffen gehen.
  • Anschäten, leif Gott, de Schäper seet inne armer Hock (beim Blitzeinschlag).
  • Anschauen können wir uns nicht, das Ich verschwindet uns dabei immer. Denken können wir uns aber freilich. Wir erscheinen uns dann zu unserm Erstaunen unendlich, da wir uns doch im gewöhnlichen Leben so durchaus endlich fühlen.
    Friedrich Schlegel (1772-1829), Philosophische Vorlesungen
  • ANSCHAUEN
  • Anschauen macht Gedanken.
  • ANSCHAUEN
  • Anschauen macht Liebe und Gelegenheit Diebe.
    info] Was das erstere betrifft, so lässt sich oft über eine Sache nicht eher richtig urtheilen, als bis man sie selbst gesehen und von allen Seiten gehörig beobachtet hat.
  • Anschauen macht Liebe, Gelegenheit Diebe.
  • Anschauliche Reiseberichte machen die Entwicklung der Unkultur vom Männnergesang zum Männergebrüll fühlbar. Je lauter der Lärm und je schlechter die Luft, desto klarer die Erkenntnis, dass in dem Kampf um das Freiheitsrecht, der Zeit ihre Phrase zu prägen, Bier fließt.
    Karl Kraus (1874-1936), Fahrende Sänger
  • Anscheinend haben Europäer anstatt Blut laue Milch in den Adern.
    Voltaire (1694-1778), Candide oder Die beste der Welten
  • ANSCHLAG
  • Anschläg haben offt ein gestalt der Riesen vnd seynd doch nur ein Rauch. - Lehmann, 33, 23.
  • ANSCHLAG
  • Anschläg kluger Leut ohne Gott stehen vffen Sand vnd gehen für sich als hetten sie's von Krebsen gelernt. - Lehmann, 33, 32.
  • ANSCHLAG
  • Anschläg sind für augen gross, in Worten ein rauch vnd ganz krafftlos. - Lehmann, 596, 53.
  • ANSCHLAG
  • Anschlag, der nicht Fortgang hat, ist ein Wagen ohne Rad.
    Friedrich von Logau (1605-1655), Deutsche Sinn-Getichte (1654)
  • ANSCHLAG
  • Anschläge gehen mit der Sonne auf und nieder.
    Holl.:] Alle aanslagen gelukken niet even wel. (Harrebomée, I, 3.)
  • Anschläge gehn mit der Sonne auf und nieder.
    Spruch im Berliner Rathause, Dritter Stock
    nl] Alle anslagen gelukken niet even wel.
  • ANSCHLAG
  • Anschläge in hohen Sachen lassen sich in keinen Sack packen.
  • ANSCHLAG
  • Anschläge macht er, es könnt's kein Hund verrennen. (Rottenburg.)
  • ANSCHLAG
  • Anschläge ohne Gott stehen auf Sand und gehen, als hätten sie es von den Krebsen gelernt.
    Dän.:] Mange anslag tillige gaaer krebsgang.
    Frz.:] Plusieurs projets à la fois avancent à reculons.
  • ANSCHLAG
  • Anschläge sind (oft) in den Augen groß, im Werk aber ein Rauch und kraftlos.
  • ANSCHLAG
  • Anschläge und Blaubeeren geraten nicht alle Jahre.
  • ANSCHLAG
  • Anschläge verschmelzen offt wie Schnee. - Lehmann, 593, 16.
    Lat.:] Ut sunt rerum eventus, sic sunt hominum mentes. (Lehmann, 593, 16.)
  • ANSCHLAG
  • Anschläge, die listig und frech, sind im Anfange lieblich, in die Länge beschwerlich, im Ausgange verderblich.
    Dän.:] Listige (oder dristige) anslag ere i begyndelsen yndelige, i længden besværlige, i enden fordærvelige.
    It.:] Disegni non riuscone sempre.
  • ANSCHLAG
  • Anschläge, so nicht fortgesetzt werden, sind so nütz wie ein Wagen ohne Räder. - Wirth, I, 5.
  • ANSCHLAG
  • Anschlege bestehn, wann man sy mit rath füret, vnnd Krieg solle man mit vernunfft füren. - Agricola, II, 261.
  • Anschluss haben an den Sinn, das heißt Vollkommenheit.
    Dschuang Dsï, Das wahre Buch vom südlichen Blütenland
  • Anschuldigungen gegenüber muss man schwerhörig sein.
    la] Difficilem oportet aurem habere ad crimina.
  • Anschuldigungen muss man überhören.
    la] Difficilem oportet aurem habere ad crimina.
  • ANSEHEN (VERBUM)
  • Ansehen deit gedenken; schrivt de Becker in Hadersleven. - Schütze.
    info] Dies holsteinische Sprichwort rührt daher, dass ein Bäcker in Hadersleben, dessen Haus sehr vor dem Anlauf der Reisenden lag, über verschiedene an die Vorderseite seines Hauses gemalte Brotwaaren das: Ansehen tut gedenken, als Inschrift und Lockspeise hatte malen lassen.
    Vläm.:] Anzien doet gedenken.
    Holl.:] Aanzien doet gedenken, sprak de man, en hij zette een' geschilderden oven op het venster. (Harrebomée, II, 368.) - Aanzien doet gedenken, zei de vos tegen de hoenderen; toen noodde hij haar op een ont bijt. (Harrebomée, I, 310.)
  • ANSEHEN (VERBUM)
  • Ansehen der Person macht schele Augen.
  • Ansehen ist der gute Ruf, den man genießt, weil viele schwiegen.
    Philip Dormen Stanhope
  • ANSEHEN (VERBUM)
  • Ansehen ist leichter als machen (ausführen, thun).
    info] Um auszudrücken, dass etwas beim ersten Anblick nicht schwer erscheine, bis man dazukomme, sagt der Franzose: Il semble qu'il n'y ait qu'à se baisser et prendre.
  • Ansehen kostet kein Geld.
    ee] Kaeminõ massa-ai rahha.
  • Ansehen kostet nichts.
  • Ansehen macht (o. tut) freien.
    it] Dov' è l'amore, la è l'occhio.
    la] Ex aspectu nascitur amor.
  • ANSEHEN (VERBUM)
  • Ansehen macht freien.
    It.:] Dov' è l'amore, la è l'occhio.
    Lat.:] Ex aspectu nascitur amor.
  • ANSEHEN (DAS)
  • Ansehen macht gedenken.
  • ANSEHEN (DAS)
  • Ansehen tut alles, und Gold macht das Ansehen.
  • ANSEHEN (DAS)
  • Ansehen tut freien.
    Lat.:] Ex aspectu nascitur amor. (Tappius, 223b.)
  • ANSEHEN (VERBUM)
  • Ansehen tut frewen. - Franck, II, 128a; Lehmann, II, 28, 3; Petri, II, 17.
  • ANSEHEN (DAS)
  • Ansehen tut mehr denn Macht.
    Dän.:] Man maa see paa krammen for ingen penge. (Prov. dan., 357.)
  • ANSEHEN (VERBUM)
  • Ansehen tut nicht unrecht.
  • Ansehnlicher Schaden
    la] speciosum damnum.
  • Anser, apis, vitulus populos et regna gubernant.
  • Anseres inter oleres strepunt.
  • Ansí, santo, entreos a ver y hurtásteme el asno.
  • Ansicht können nicht überleben, wenn man nicht die Möglichkeit hat, für sie zu kämpfen.
  • Ansichten kann jeder haben, aber bleibend sind auf die Dauer nur die, mit denen man etwas verdient, weil das beweist, dass sie anderen Leuten auch einleuchten.
    Robert Musil (1880-1942), Der Mann ohne Eigenschaften
  • Ansichten sind wie Nägel, je häufiger man darauf klopft, desto tiefer dringen sie ein.
  • Ansichten, die vom herrschenden Zeitgeist abweichen, geben der Menge stets ein Ärgernis.
    Germaine de Staël (1766-1817), Über Deutschland
  • Anspannen kostet viel.
    info] Ein selbständiges Leben beginnen kostet viel Geld).
    ee] Rakendamine läheb palju maksma.
  • Anspielungen auf persönliche Beziehungen in literarischer Polemik halte ich für unzulässig.
    Alexander Alexandrowitsch Blok (1880-1921), an Andrej Bely, 6. 8. 1907
  • ANSPRACHE
  • Ansprake hebbe. - Eichwald, 40.
  • Anspruch einer Sache
    info] Herausgaberecht
    la] rei vindicatio
  • Ansprüche machen stumpf den Geist.
    Fjodor M. Dostojewski (1821-1881), Das Dorf Stephantschikowo und seine Bewohner
  • Anspruchsdenken zeugt nicht von anspruchsvollem Denken.
  • Anspruchslosigkeit fordert die Philosophie, nicht Selbstbestrafung: Es braucht nicht ungepflegt zu sein die Anspruchslosigkeit.
    Lucius Annaeus Seneca, an Lucilius
  • Anspruchslosigkeit ist freiwillige Armut.
    Lucius Annaeus Seneca (1-65), Briefe über Ethik
  • Anspruchslosigkeit ist Seligkeit.
    Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), Aphorismen
  • Anstalten machen.
  • ANSTAND
  • Anstand ist die Hauptsache.
    Lat.:] Caput artis est, decere, quod facias.
  • ANSTAND
  • Anstand tut's, sage Säuberlich, da putzt er an der Tafel seine Nägel aus.
  • ANSTAND
  • Anstand und Lüge sind Geschwisterkinder.
  • ANSTAND
  • Anstand ziert und kostet nichts. - Petermann, Jugendblätter, 1862, Nr. 26.
  • Anständige Frauen haben eine Scheu vor Heftigkeiten und Unberechenbarkeiten, die indessen zum Wesen der Leidenschaft gehören, aber auch wo kein Ungestüm ihr Schamgefühl verletzt, setzen sie sich zur Wehr.
    Stendhal (1783-1842), Über die Liebe
  • Anständigen im wahren Sinne begegnet man nur unter Menschen, die feste Überzeugungen haben, konservative oder liberale, die so genannten Gemäßigten neigen zu sehr zu Belohnungen, Beihilfen, Kreuzen, Gehaltszulagen.
    Anton Pawlowitsch Tschechow (1860-1904), Notizbücher
  • Anständigkeit ist der Trost, der einem nach schlechten Geschäften bleibt.
  • Anständigkeit ist die Verschwörung der Unanständigkeit mit dem Schweigen.
  • Anstatt aber das Einfachere sich und anderen fruchtbar zu entwickeln, dreht man sich um den Anfang herum, dem man doch eher nichts abgewinnt, als wenn man auf ein lebendiges Fortschreiten aufmerkt.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an E. Meyer, 23.4.1829
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