DICTUM

An

  • An der Erfahrung fehlt es nicht, aber an der Gemütsruhe, wodurch das Erfahrene ganz allein klar, wahrhaft, dauerhaft und nützlich wird.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) zu Zelter, 29. 3. 1827
  • An der ersten Lüge ist noch niemand gestorben.
  • An der Eselsbrücke stehen bleiben.
  • An der Ewigkeit knappen.
    Rottenburg
    info] Mit einem Geschäft nicht fertig werden.
  • An der Fahn' kennt man den Mann.
  • An der Fahne allein soll niemand unser künftig Volk erkennen; es muss sich alles verjüngen, es muss von Grund aus anders sein; voll Ernsts die Lust und heiter alle Arbeit! nichts, auch das Kleinste, das Alltäglichste nicht ohne den Geist und die Götter!
    Friedrich Hölderlin (1770-1843), Hyperion
  • An der farb erkennt man das Tuch, am geschmack den Wein, am geruch die Blume, am reden den Mann.
  • An der Farbe lässt sich die Sinnesweise, an dem Schnitt die Lebensweise des Menschen erkennen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
  • An der Ferse der Arbeit.
    Altgriechisch (Am Schluss)
  • An der Finsternis zusammengeschrunden,
    wird dein Auge vom Licht entbunden.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Gott, Gemüt und Welt
  • An der Flagge kann man sehen, wie der Wind ist.
    nl] Men kan aan de vlag zien, hoe de wind is.
  • An der Flasche sein.
    es] Darle a la botella, empinar el codo.
  • An der Freude leichtem Gängelband.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Die Götter Griechenlands
  • An der Frucht erkennt man den Baum.
    Matthäus 12, 33
    en] The tree is known by its fruit.
    fr] C'est au fruit que l'on connaît l'arbre.
    fr] On reconnaît l'arbre à ses fruits.
    it] Dal frutto si conosce l'albero.
  • An der Frucht kann man den Baum erkennen.
  • An der Fuhr bin i selber schuld, hat der Ochs gsagt, wie er 'n Mist hat aufs Feld ziachn müssen.
  • An der Futterkrippe sitzen
    en] to feed at the public trough
    fr] tenir l'assiette au beurre
    it] mangiare alla greppia
  • An der Galanterie muss was schlumpern.
  • An der Gaukelei teilnehmen und auf der Bühne eine anständige Rolle spielen, das kann jeder; aber im Inneren und in seiner Brust, wo alles für uns erlaubt ist und wo alles verborgen bleibt, dort mit sich im Reinen zu sein, das ist der springende Punkt.
    Michel de Montaigne (1533-1592), Die Essais
  • An der Geduld erkennt man den Mann.
  • An der Geduld erkennt man den Mann.
    info] Geduld bezeichnet hier männliche Ausdauer im Kampfe, keineswegs das feige Hinnehmen jedes Unrechts.
  • An der Gesellschaft erkennt man die Leute, sagte die Henne, als sie Enten ausgebrütet hatte und am Hühnerstall vorüberging.
  • An der Gesellschaft erkennt man die Leute.
  • An der Glückseiche wächst die Hochmutsflechte.
  • An der Grenze ist übel wohnen.
    bm] U samých hranic neni dobre chalupu staveti.
  • An der Größe liegt nicht viel.
    info] Die geistige Bedeutung eines Menschen hängt nicht von seiner körperlichen Größe ab.
  • An der Größe liegt's nicht, sonst wär' ein Mühlstein mehr wert als ein Edelstein.
  • An der Hagebutte sieht man nicht, dass sie einst eine Rose gewesen ist.
  • An der hänffen Sucht verderben.
    info] Gehängt werden.
  • An der hund hincken, huren (buhlschwester) wincken, frawen weinen und krämer schweren soll sich niemand (kein weiser an)keren.
    zit] Du aber sollst dich an der Hund hincken, der Metzen wincken, der Frauen weinen, der Kinder greinen, der Krämer schwören nicht ein Dimplein kehren.
    zit] Weist das sprichwort: an frawen weinen, an hund hincken auff dreyen beinen und darzu auch an Kaufmanns schweren soll sich kein weiser man an kern.
    zit] An alter Bummler Trinken, an junger Mädchen Winken, an alter Weiber Zähren und mancher Fürsten Schwören, da soll sich niemand kehren.
    mhd] An hundes hinken, frawen wainen und krâmer schweren, dâ darff sich kain man an keren. Fastnachtsspiel
    bm] Kdy? pes spí,?id přisahá,?ena pláče, nevĕř.
    dk] Naar hunde hinker, horen vinker, qvinder graede, kraemmere svaere, derom skal sig ingen kere.
    nl] Aan der honden hinken, aan der hoeren winken, aan des kramers zweren, en des wijfs begeeren zal men zich niet keeren.
    la] Phoenicum pacta.
    pl] Kiedy pies śpi, żid przysięga, pijany się modłi, a białogłowa płacze, rzadko wierzyć trzeba.
  • An der Hunde Hinken und der Kaufleute Schwören soll sich niemand kehren.
  • An der Hunde Hinken,
    An der Huren Winken,
    An der Weiber Zähren (o. Und der Krämer Schwören).
    Soll sich niemand kehren.
  • An der Hütte des Hirten klopft der Hunger nie an.
  • An der Inquisition soll sich niemand reiben.
    info] Es soll sich keiner unterstehen, das Verfahren derselben zu tadeln.
  • An der Jahrzahl erkennt man den Wein nicht.
  • An der Jugend ist alles lieblich.
    la] Pueritia semper amabilis.
  • An der Kasse Schlange stehen.
    es] Hacer cola para pagar.
  • An der Kette wird auch der Hund schneller alt.
    ee] Kedi otsas vananeb kuergi kiiremine.
  • An der Kinder Weis' erkennt man der Mutter Fleiß.
  • An der Klaue erkennt man den Löwen.
    Plutarch (45-125), De defectu oraculorum
  • An der Kleidung des Mannes kann man erfahren, wie seine Frau ist.
  • An der Kleidung kennt man den Toren, wie den Esel bei den Ohren.
  • An der Kleinkinderschule würdest Du Deine Freude haben, und auch die große Schule ist
  • An der Klippe immer noch weiter ist schon manches Schiff gescheitert.
    fr] Les ambitieux font toujours naufrage au - plus ultra.
  • An der Klippe ist schon manches Schiff zerschellt.
    nl] Op die klip heeft zich zoo menigeen gestooten.
  • An der Knospe schon erkennt man die Frucht.
  • An der Knospe sieht man schon, was eine Rose werden will.
  • An der Kralle erkennt man den Löwen.
    info] Einen hervorragenden Menschen erkennt man oft an Eigentümlichkeiten, die an sich unbedeutend, für ihn aber charakteristisch sind.
    fr] A l'ongle on connaît le lion.
    it] Dall'unghia si conosce il leone.
  • An der Krämer Schwören soll sich niemand kehren.
    bm] Kupecké vĕrováni a ?enský pláč na korec es nemĕrî.
    la] Phoenicum pacta.
  • An der Krippe sitzen.
  • An der Krone erkennt man den Kaiser.
  • An der kühnen Arbeit der Menschen sich ergötzend, wird man immer wieder an die Vergangenheit erinnert, und das hilft sehr, die Gegenwart richtig einzuschätzen.
    Maxim Gorki (1868-1936), Durch die Union der Sowjets
  • An der Ladenpforte sind viele Freunde und Genossen, an der Pforte des Elends weder Genossen noch Freunde.
  • An der Latt sein.
    info] Eine Strafe abbüßen.
  • An der Leine fängt der Hund keinen Hasen.
    Bulgarien
  • An der Liebe Niederlagen lässt der Dichter Lieder nagen.
  • An der Macht ist der Mensch so gern alleine.
  • An der Macht sein.
    es] Estar en el poder.
  • An der Madonna ist's noch gut, An Sankt Rochus hat's zu sehr warten lassen.
    Mailand
  • An der Madonna ist's noch gut, An Sankt Rochus ist's noch etwas.
    Venetien
  • An der Männer Schwören, an der Frauen Zähren soll sich niemand kehren.
    zit] Den Schwüren der Männer und den Ttänen der Frauen ist niemals zu trauen.'
    it] Ad uomo che giura, ed a donna piangente, non creder mai niente.
  • An der Mannigfaltigkeit der Welterscheinungen freut sich der Lebemensch, an der Einheit dieser Mannigfaltigkeit der höhere Forscher.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an E. Meyer, 23.4.1829
  • An der Matratze horchen.
  • An der Menschlichkeit sündigt, wer den Gegensatz und den Hass der Rassen schürt und propagiert.
    José Martí (1853-1895), Unser Amerika
  • An der Nadel hängen.
  • An der Narrenkappe muss jeder sein Teil haben.
    info] Die Narrenkappe ist eine an den Zipfeln mit Schellen versehene Kappe, dergleichen ehemals die Hofnarren trugen.
    zit] Tragt die Kappe willig, habt nur Mut, ein Narr zu sein; klug zu sein, ist billig.
  • An der Nase herumführen.
  • An der Nase ziehen
    la] naribus trahere
  • An der Nasenspitze ablesen.
  • An der Nasenspitze kann man doch den Mann nicht erkennen.
    ee] Ega nina otsast või meest tunda.
  • An der Oberfläche des Weltgeschehns herrscht das Unvorhergesehene.
    Oswald Spengler (1880-1936), Der Untergang des Abendlandes
  • An der öffentlichen Krippe liegen.
    info] Von den Einkünften eines Amtes leben.
  • An der Pfaffen scheinen, an der Frauen weinen, an der kramer schweren soll sich niemand kehren.
  • An der Pforte des Ladens (Überflusses) gibt's der Freunde und Genossen gar viele, an der Pforte des Elends weilen weder Freunde noch Genossen.
    Rabbinische Blumenlese (1844)
  • An der Pisangpalme der Tatkraft wachsen die Bananen des Ruhms.
    Ägypten
  • An der Priester Leben kehrt man sich mehr als an ihre Lehren.
  • An der Quelle ist (o. schmeckt) das Wasser am reinsten (besten).
  • An der Quelle ist auch die Wolga nicht tief.
    Russland
  • An der Quelle ist das Wasser am reinsten.
  • An der Quelle saß der Knabe
    Blumen wand er sich zum Kranz.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Der Jüngling am Bache
  • An der Quelle sitzen.
  • An der Raufe nagen.
    info] Not, Mangel an den notwendigsten Bedürfnissen leiden; am Hungertuche nagen.
    fr] Ronger son râtelier, sa litière.
  • An der Raufe sein.
    en] To lie at rack and manger.
  • An der Rebe hängen die reifsten und vollsten Trauben am tiefsten zur Erde herab. So ist der Mensch, je weiser, desto bescheidener.
    Talmud
  • An der Red erkennt man den Mann.
  • An der Red' erkennt man den Toren wie den Esel an den Ohren.
    la] Ex verbis fatuos, ex aure tenemus asellos.
  • An der Rede erkennt man den Mann.
    Pred. Sal. 27, 18
    info] Man erkennt an der Sprache nicht bloß Bildung und Charakter eines Menschen, sondern auch an seinen Dialekten die Provinz oder Stadt, in der er geboren oder erzogen worden ist. Die Chinesen sprechen dieselbe Erfahrung sprichwörtlich aus: ein Mensch, in den Ländern Tsi oder Tsu geboren oder erzogen, behält unfehlbar seinen Accent; sowie man in Deutschland den Berliner, den Sachsen, Schlesier u.s.w. sofort erkennt.
    bm] Po chodu a po řeči pozná? človĕka.
    bm] Pozná? po vřavĕ (řeči), co ve hlavĕ.
    it] Al canto l'uccello, al parlare il cervello.
    it] Al parlar si scorge l'uomo.
    it] Dal discorso si conosce di qual tempera sia il cuor dell' uomo.
    kroat] Covĕk se po be?edi poznaje.
    la] Qualis autem homo ipse esset, talem esse eius orationem
    pl] Poznać wnet z mowy, jakiéj kto głowy.
    se] Af ljudet kännes malmen, af talet pröfwas mannen.
    hu] Embert a' szaváról jobban meg ösmérheted, mint sem a' nyomáról.
    hu] Ki-tetszik szavából, ha tehén-e vagy fülemile.
  • An der Rede erkennt man den Menschen.
  • An der Reihe sein.
  • An der Reinlichkeit erkennt man die Hausfrau fein, Schmudelei verrät ein Schwein.
  • An der Saale hellem Strande
    Stehen Burgen stolz und kühn.
    Franz Kugler (1808-1858), Rudelsburg
  • An der Schale beisst sich mancher die Zähne aus, ehe er zum Kern kommt.
  • An der Scholle kleben.
  • An der schönen blauen Donau.
    info] Kehrreim des Gedichts 'An der Donau' von Karl Beck.
  • An der Schrift erkennt man den Schreiber.
    nl] Men ziet aan het schrijven wel, wat klerken het zijn.
  • An der Schulter ausweinen.
  • An der schwarze Tafel stoh.
    Hauenstein im Aargau
    info] Gantverpfändung, öffentlicher Zwangsverkauf.
  • Än der schwarzer Jêrd (Erde) gerêt gât Kiren.
    info] Auch wohl scherzhaftes Schmeichelwort für Brünetten, fast in dem Sinne wie Acker.
  • An der Schweine Waschen ist Seife und Lauge verloren.
  • An der Schwelle des Hafens sein.
    la] In limine portus esse. Vergil (70-19 v. Chr.)
  • <<< 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 >>>

    alphabetical
    A-a A-b A-c A-d A-e A-f A-g A-h A-i
    A-j A-k A-l A-m A-n A-o A-p A-q
    A-r A-s A-t A-u A-v A-w A-y A-z
    Aa Ab Ac Ad Ae Af Ag Ah Ai Aj Ak Al Am
    An Ao Ap Aq Ar As At Au Av Aw Ax Ay Az
    Ba Be Bi Bj Bl Bo Br Bs Bu By

    keywords
    Aa Ab Ac Ad Ae Af Ag Ah Ai Ak Al Am An Aq Ap Ar As At Au Av Aw Ax Az
    Ba Be Bi Bl Bo Br Bu By
    Ca Ce Ch Ci Cl Co Cr Cu Cy
    Da

    DICTUM operone