DICTUM

An

  • An der Schwelle des Todes bittet ein Mann um das Fieber.
  • An der Schwindsucht stirbt man (entweder dann), wenn die Blätter im Herbst vom Baum fallen oder wenn die Blätter im Frühling an den Bäumen treiben.
    ee] Tiiskusõh koolõssõ', kas leht sügüse lätt puust vai leht keväjä tulõ puuhtõ.
  • An der Seite von: 'Ich werde das tun' stand: 'Noch nicht getan'.
  • An der Sonne ist es warm, aber bei Muttern ist es gut.
  • An der Sonne öffnet sich die Rose.
    info] Warmherzigkeit schafft Vertrauen.
  • An der Spitze aller Kultur steht ein geistiges Wunder: die Sprache, deren Ursprung, unabhängig vom Einzelvolk und seiner Einzelsprache, in der Seele liegt ... . dann aber sind die Sprachen die unmittelbarste höchste spezifische Offenbarung des Geistes der Völker, das ideale Volk desselben, das dauerhafteste Material, in welches die Völker die Substanz ihres geistigen Lebens niederlegen, zumal in den Worten großer Dichter und Denker.
    Jacob Burckhardt (1818-1897)
  • An der Spitze von etwas stehen (an der Spitze eines Ministeriums stehen).
    es] Ser responsable de algo, estar al cargo de algo.
  • An der Sprache erkennt man das Regime.
  • An der Stiefmutter Grabe weinen.
    info] Von erheuchelten Tränen.
  • An der Stimme erkennt man Mensch und Vieh.
  • An der Stinkblume merken, dass es nicht nach Rosen riecht.
    Russland
  • An der Stirn ist auf der Stirn.
  • An der Stirn kann man sehen, wie einer beschaffen ist.
    es] No se mide el hombre que para la frente.
  • An der Stirn sieht man nicht das Hirn.
  • An der Stirn zu lesen ist des Menschen Wesen.
    la] Frons animi janua.
  • An der Straße steht ein Haus, da mancher macht ein Tadel draus; wenn jeder dächte nur an sich, so gäb' es keine Feinde nich.
  • An der Strippe.
  • An der Suppe großer Herrn soll man sich den Mund nicht verbrennen.
  • An der Tafel des Gastmahls gibt's mehr Freunde als an der Tür des Kerkers.
  • An der Tafel kommt zuerste der Abt, dann der Küchenmeister und dann ich, sagte der Narr; der Herrgott isst bei uns mit den Armen.
  • An der Tafel muss man nicht vom Tode reden.
    info] Man soll nichts sprechen, was den Umständen, dem Orte, der Zeit oder den anwesenden Personen nicht angemessen ist.
    it] Non ragionar (ricordar) de'(i) morti a tavola.
  • An der Tafel wird man nicht älter.
    it] A tavola non s' invecchia.
  • An der Tagesordnung sein.
  • An der Tanne kann kein Äpfelchen wachsen.
  • An der Tat liegt die meiste Macht.
  • An der Theologie und an Stockfischen ist die Tunke das Beste.
  • An der Tugend Blüte denken, macht alle Seufzer kränken.
  • An der Tür des Paradieses steht geschrieben: Nie in ihrem Leben hat eine Schwiegermutter ihre Schwiegertochter lieb gehabt.
  • An der Tür des Tauben klopf' so oft du willst.
  • An der Tür des vollen Gewölbes drängen sich Freunde und Verwandte, aber die kalte Küche ist leer.
  • An der Tür sollt es geschrieben stan, Hurenleben ist zum tot ein ban.
    la] Scribatur portis, meretrix est ianua mortis.
  • An der Waffel haben.
  • An der Wahrheit sein.
    info] Auf der Erde vollendet haben.
  • An der Warte und am Bauen liegt mehr als am Kosten.
  • An der Weiber Zähren, an der Bauern Geren und der Spieler Schwören soll sich niemand kehren.
    fr] Femme rit quand elle peut et pleure quand elle vent.
    fr] Femme se plaint femme se malade femme se deult quand elle veut.
    it] Due sorte di lagrime negli occhi delle donne una di dolore, altra d'inghanni.
    it] Le donne sono simile al coccodrille: per prendere l'uomo piangane e presso lo divoranno.
    la] Foemina dum plorat, dum rusticus ebrius orat, dum lusor jurat nihil haec devotio durat.
  • An der Welt ist alle Straff verloren.
  • An der Welt ist Tauf und Krisam verloren.
    Martin Luther (1483-1546)
  • An der westlichen Küste von Afrika gebrauchen sie [die Engländer] die Neger selbst in ihren großen Besitzungen, und es ist gegen ihr Interesse, dass man sie dort ausführe. In Amerika haben sie selbst große Negerkolonien angelegt, die sehr produktiv sind und jährlich einen großen Ertrag an Schwarzen liefern. Mit diesen versehen sie die nordamerikanischen Bedürfnisse, und indem sie auf solche Weise einen höchst einträglichen Handel treiben, wäre die Einfuhr von außen ihrem merkantilischen Interesse sehr im Wege, und sie predigen daher, nicht ohne Objekt, gegen den inhumanen Handel.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Eckermann, 1.9.1829
  • An der Zunge des Bewerbes hüpft der Name des Geliebten.
  • An der Zunge erkennt man den Kopf (Menschen).
  • An derselben Klippe scheitern.
    info] Auch: An dieselbe Klippe stossen, d.h. in Ausführung eines Planes durch etwas gehemmt werden, was schon andern bei Verfolgung derselben Absicht ein Hindernis gewesen ist.
    la] Haerere in eisdem scopulis. Offendere in eundem scopulum.
  • An derselben Sucht krank liegen.
  • An des anderen Vorteil denken, wird zum eigenen werden.
    China
  • ARME (DER)
  • An des Armen Barte lernt der Junge scheren. - Körte, 264.
  • An des Herren Sohlen hangt der beste Mist.
    nl] Aan de voetzolen des meesters hangt de beste mest.
  • An des menschen stirn kan man sein frommkeit nicht spürn.
  • An des Nachbarn Fall soll man sich spiegeln.
  • An des Narren Barte lernt das Messer scheren.
    it] A la barba de' pazzi il barbier impara a radere.
    la] A barba stulti discit tonsor.
    la] Audax in barba stulti novacula.
    pt] Na barba do nescio aprendem todos a rapar.
    es] A barba de necio aprenden todos á rapar.
  • An des Pfarrers Rockschößen klettert der Teufel in den Glockenstuhl.
    Spanien
  • An des Schläfrigen Angel beißt ja kein Fisch.
    ee] Ega uimatse õnge kala ei hakka.
  • An des Schwätzers Kopfe ist nicht viel Gutes zu sehen.
    Surinam
    en] He tat is a blab is a scab.
    nl] Laat geene klappers in uw huis wonen, want zij draagen veel in en uit.
  • An des Täters Kopf hängt die Tat den Zopf.
  • An des Tauben Tor muss man stark klopfen.
  • An des Tigers Grabe hört man kein Wehklagen der Antilopen.
    Abessinien
    info] Um den Gedanken auszudrücken, dass der Tod eines Tyrannen von dem Tyrannisierten nicht beklagt wird.
  • An des Todes Seil kommen.
  • An des Waisen Kopf lernt der Barbier zu rasieren.
  • An des Wartenden Angel beißt der Fisch.
    ee] Uutaja õnge hakkab kala.
  • An Deutschlands baldiger 1heit,
    Da 2fle ich noch sehr.
    Adolf Glaßbrenner (1810-1876), Eingabe an seine Majestät den König (1847)
  • An di is kên Haar gôds.
    Altmark
    info] An der ist kein gutes Haar.
  • An di sint caelumque regant, ne quaere doceri:
    cum sis mortalis, quae sunt mortalia, cura.
    Disticha Catonis
    dt] Begehr nicht zu erfahren, ob es Götter gibt und sie im Himmel herrschen: Du bist ein Mensch, kümmere dich um das Menschliche.
  • An dickes Drutscherl.
    Oberösterreich
    info] Eine dicke weibliche Person mit plumpen Körperbewegungen.
  • An die ärgere Hand fallen.
  • An die Armee, meine Herren, rühren Sie nicht! Da sage ich ihnen auch nicht bloß meine Meinung, sondern die Meinung der Majorität der Nation; da hört die Gemütlichkeit auf.
    Otto von Bismarck (1815-1898), im Reichstage (14. Juni 1882)
  • ARMUT
  • An die Armut will jedermann die Schuhe wischen. - Weisheit, 5; Schonheim, P, 8.
    info] Riehl hat in seiner Schrift Deutsche Arbeit den vierten Abschnitt dem Lobe der Armut gewidmet und dabei auch eine Anzahl hierhergehörender Sprichwörter behandelt.
    Lat.:] At nunc barbaries grandis habere nihil. - Pauper ubique jacet. (Ovid.) - Mendico ne parentes quidem amici sunt. (Tappius. 7.)
    Ung.:] Kutya is a szegényt hamar megugatja.
  • An die Arznei glauben, macht sie wirksam.
    Indien
  • An die Backe kriegen.
  • BERG
  • An die Berge scheint die Sonne zuerst. - Simrock, 9591.
  • An die Brust heften.
  • An die Decke gehen.
    es] Subirse por las paredes.
  • An die Diern drängen s' sik an as die ollen Wiewer an'n Fischwågen.
    ndt] An das Mädchen drängen sie sich ran, wie die alten Weiber an den Fischwagen.
  • An die Dinge glauben heißt: etwas bestehen lassen nach dem eigenen Tode, und im Leben die Befriedigung haben, in Berührung zu kommen mit dem, was noch nach uns bestehen wird.
    Cesare Pavese
  • An die dumme Stirne gehört als Argument von Rechts wegen die geballte Faust.
    Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900), Menschliches Allzumenschliches
  • An die Fahne heften.
  • An die falsche Adresse geraten.
    info] Nicht den Richtigen treffen.
    en] To come to the wrong address (o. shop, house). - To mistkae your man. - To knock at the wrong door. - To bark u the wrong tree (coll)
    fr] Se tromper d'adresse.
    it] Capitar male.
  • An die Fersen gewachsen sein.
    info] Er war seiner Mutter an die Fersen gewachsen.
  • An die Fersen heften.
  • An die Flabben schlagen.
    info] Backen, Wangen, flabben, auch flappen = mit Schall küssen, auch unmässig küssen, schmatzen.
  • An die Füße fassen/packen.
  • An die Geehrten und Einflussreichen heften sich die Schmeichler und mästen sich so; bei Wechselfällen jedoch sind sie rasch verschwunden.
  • An die Geschichte verweise ich euch, forscht in ihrem belehrenden Zusammenhang nach ähnlichen Zeitpunkten und lernt den Zauberstab der Analogie gebrauchen.
    Novalis (1772-1801), Die Christenheit oder Europa
  • An die graue Hûr (Haren) derkennt män die Juhr.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
  • An die große Glocke hängen.
    geflügeltes Wort
  • An die Gurgel gehen.
  • An die guten Tage soll man denken und die bösen überwinden.
    en] Think of ease, but work on.
  • An die H. Clara.
    Wer dich genennet hat/hat dir den Nahmen geben /
    Den du mit Wahrheit hast/hier und in jenem Leben.
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Drittes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 63
  • An die Hammelbeine packen.
  • An die Heiligen zu denken heißt gewissermaßen, sie zu schauen.
    Bernhard von Clairvaux (1090-1153), Fünfte Ansprache auf das Fest Allerheiligen
  • An die Hirten.
    Gieb Antwort liebes Volk/was hastu doch gesungen
    Als du inn Stall eingingst mit den erbebten Zungen /
    Und GOtt ein Kind gesehn? Daß auch mein Jesulein
    Mit einem Hirten Lied von mir gepreist kan seyn.
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Drittes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 9
  • An die Hütte des Hirten pocht der Hunger nicht.
    Spanien
  • An die Jungfrau MARIA.
    Sag an/O werhte Frau/hat dich nicht außerkohrn
    Die Demut/daß du GOtt empfangen und gebohrn?
    Sag/obs was anders ist? Damit auch ich auf Erden
    Kan eine Magd und Braut und Mutter Gottes werden.
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Drittes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 3
  • An die Jungfrau Maria/die geheime Lilie.
    Du Edle Lilie wer findet deines gleichen?
    Solt' er auch alles Feld im Paradeiß durchstreichen.
    Du gläntzest wie der Schnee/wann jhn zu schöner Zeit
    Der Himmel mit dem Gold deß Phaethons bespreit:
    Für dir muß Sonn und Mond und alle Stern' erbleichen.
    Dein ansehn/deine Pracht ist schöner als das Kleid
    Des Königs Salomons in seiner Herrligkeit /
    Dir muß der klare Blitz der Seraphine weichen:
    Dein Edeler Geruch erquikt die gantze Welt /
    Und was sonst unsrem GOtt dem Herrn zu Fusse fällt.
    Jn dir findt man allein die Schönheit der Jungfrauen /
    Der Märterer bestand/und aller Heilgen Ziehr.
    Drumb Edle Lilie komm und erquik mich hier /
    Daß ich mög ewig dich und deinen Saamen schauen.
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Sechstes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 2
  • An die Kette/Leine legen.
  • An die letzte Wohltat erinnert man sich am besten.
    England
  • An die Löwenhaut einen Fachsbalg nähen.
  • An die Nerven gehen.
  • An die niedrige Mauer lehnen sich alle.
    Italien
  • An die Nieren gehen.
  • An die Qualität denkt man noch, wenn man den Preis längst vergessen hat.
  • An die richtige Adresse geraten.
    es] Dar con la dirección correcta.
  • An die Schlange beiß' ich nicht an, sagte der Bub' zum Pastor; da sollte er in der Kinderlehre den Sündenfall erzählen.
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