DICTUM

An

  • An die Spitze der zum Hörnertragen besonders veranlagten Scharen stellen wir jene Bankiers, die fortwährend mit Millionen arbeiten, deren Kopf dermaßen mit Berechnungen angefüllt ist, dass schließlich die Zahlen die Hirnschale durchdringen und sich in Additionsreihen über ihrer Stirn erheben.
    Honoré de Balzac (1799-1850), Die Physiologie der Ehe
  • An die stangen kommen.
    info] In Streit, in Kampf mit jemandem geraten.
  • An die Stelle der alten bürgerlichen Gesellschaft mit ihren Klassen und Klassengegensätzen tritt eine Assoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist.
    Karl Marx (1818-1883)/Friedrich Engels (1820-1895), Manifest der Kommunistischen Partei
  • An die Stelle der eigenen Vernunft tritt die Majorität.
    la] Stat pro ratione numerus!
    Otto von Bismarck (1815-1898), im deutschen Reichstag, 12. 6. 1882; 24.1.1887
  • An die Stelle des Glaubens ist der Unglaube getreten, an die Stelle der Bibel die Vernunft, an die Stelle des Himmels die Erde, des Gebetes die Arbeit, der Hölle die materielle Not, an die Stelle des Christen der Mensch.
    Ludwig Feuerbach (1804-1872), deutscher Philosoph
  • An die Stützen, die wir wanken fühlen, klammern wir uns doppelt fest.
    Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916)
  • An die Substanz gehen.
  • An die tote Hand kommen.
    info] Von einem geistlichen Stifte erworben werden.
  • An die unrechte Tür anklopfen (anbossen).
  • An die Wahrheit der geistigen Welt glauben: das ist Religion.
    Leopold von Ranke (1795-1886), Tagebuchblätter
  • An die Wand drücken, dass sie quietschen.
    geflügeltes Wort
  • An die Wegscheide kommen.
  • An die Zuschauer (gerichtet)
    info] von der Bühne aus unmittelbar ans Publikum
    la] ad spectatores
  • Ân Diem der Iésel (Esel) behôrt, begrôt hier auch.
  • An diese politische Quadratur des Zirkels ist sehr viel Mühe gewandt worden: aber der rohe Eigennutz scheint durchaus unermeßlich, antisystematisch zu sein. Er hat sich durchaus nicht beschränken lassen, was doch die Natur jeder Staatseinrichtung notwendig erfordert. Indes ist durch diese förmliche Aufnahme des gemeinen Egoismus, als Prinzip, ein ungeheurer Schade geschehn und der Keim der Revolution unserer Tage liegt nirgends, als hier.
    Novalis (1772-1801), Aphorismen, II. Glauben und Liebe oder Der König und die Königin
  • An diesem Augenblicke hängt die Welt!
    Friedrich Schiller (1759-1805), Wallensteins Tod (1799), V, 9 Gordon
  • An diesem Bangen, an diesem Verwelken der Sinne,
    an dieser Grabessehnsucht fühl' ich es,
    dass mir nicht fern das Ende der Tage!
    Franz Grillparzer (1791-1872), Die Argonauten II
  • An diesem Ende des Marktes erzählte er eine Lüge, am anderen Ende glaubte er sie selbst.
    Türkei
  • An diesem Feste wird nicht anders getanzt.
    info] Wenn man zwar etwas im allgemeinen als unziemlich betrachtet, aber zugibt, dass es an einem gegebenen Orte, bei einer bestimmten Gelegenheit nicht zu vermeiden sei, z.B. wenn man im Bade sich entkleidet, in einer Gesellschaft Trunkener etwas übers rechte Maß mitgeht, unter Weibern den männlichen Ernst fahren lässt u.s.w. Entlehnt von den Festen, an denen bestimmte Gebräuche üblich und schwer zu ändern sind. Wenn Kirmes ist, hörte ich einen schlesischen Bauer sagen, so ist Kirmes. Und einen anderen: 'S wird fortgesoffen, 's ist Kirmes.
  • An diesem Herzen endet meine Irrfahrt.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Die Jungfrau von Orleans, III, 3 (Burgund)
  • An diesem Menschen ist nicht sein Äußeres, sondern sein Inneres hinzugelogen: er will durchaus nicht Schein und Oberfläche scheinen, was er doch ist.
    Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900), Nachlaß (Unschuld des Werdens)
  • An diesem Seil muss man nicht ziehen.
    info] Muss sich an der Sache nicht beteiligen, nicht daran mit arbeiten.
  • An diesem Strick hängt unser Glück, sagte der Schulze, da hing er das Bild des Landrats aus dem Fenster.
  • An diesem Strick muss man nicht ziehen.
    nl] Gij moet aan dat touwtje niet trekken.
  • An diesem Tage hätte die Weltgeschichte ihren Sinn verloren.
    geflügeltes Wort
  • An diesem Tische hat kein Afterredner Statt.
    info] Augustus hatte über seinen Speisetisch geschrieben: Quisquis amat dictis absentum rodere famam, hanc mensam vetitam noverit esse sibi.
    la] Absint offensae, cum fit celebratio mensae.
  • An dieser Stelle
    la] hoc loco
    Cicero (106-43 v. Chr.), In Verrem
  • An dives omnes quaerimus, nemo an bonus.
    Publilius Syrus, Sententiae falso inter publilianas receptae
  • An Dota schberrt ma it ai.
  • An Dreck schwoabts oiwei owe, mia san de höchstn im Gebirg
  • An drei Dinge soll sich niemand kehren: an der Krämer Schwören, an der Hunde Hinken, an der Huren Winken.
  • An drei Dinge soll sich niemand kehren: an der Spieler Schwören, an der Bauern Geren und an der Weiber Zähren.
  • An drei Dingen erkennt man den Fürsten: bei Haltung gegebener Zusagen, reiner Straße und guter Münze.
  • An drei Dingen erkennt man den Sohn Abrahams: Gerechtigkeit im Herzen, Bescheidenheit des Geistes und Mäßigung in seinen Wünschen.
    Hebräisch
  • An drei Dingen erkennt man den Weisen: Schweigen, wenn Narren reden, denken, wenn andere glauben, und handeln, wenn Faule träumen.
    fr] Cinq propriétés caractérisent le sage: Ne pas interrompre celui qui parle, écouter et réfléchir, ne faire de questions que celles qui mènent à un but, répondre à propos et par ordre, le sot fait tout le contraire.
  • An drei Dingen erkennt man des Menschen Sinn in der Welt: im Trunk, im Zorn und am - Geld.
    fr] Trois choses font connaître l'homme: la bouteille, la bourse et la colère.
  • An drei Dingen erkennt man einen Weisen: Schweigen, wenn Narren reden, denken, wenn andere glauben, und handeln, wenn Faule träumen.
  • An drei Dingen erkennt man, ob jemand verheiratet ist oder nicht: wenn seine Haare aus dem Hute, seine Ellenbogen aus dem Ärmel und seine Zehen aus den Strümpfen hervorsehen.
  • An drei Dingen fehlt es noch immer in der Welt: an Münze, Holz und guten Freunden.
  • An drei Dingen ist immer etwas zu flicken: an einer Mühl', einer Uhr und eines Weibes Tücken.
  • An drei Dingen ist in Westfalen nicht Not: an dünnem Bier, langen Meilen und grobem Brot.
  • An drei Dingen kan Mancher den Tod erwischen: an Kalb, junge Hünle vnd rohen Fischen.
    la] Vitalus, pulli et pisces condi mortem multis pariunt.
  • An drei Dingen kann man erkennen, ob einer klug ist: wenn er seinen Zorn mäßigen, sein Haus wohl regieren und einen guten Brief stellen kann.
    zit] Das erste betrifft seine Begierden, das andere sein Leben und Wandel, das dritte sein Verstand.
  • An drei Dingen wird erkennt ein schlechtes Regiment: wenn der Zehrstand blüht, der Nährstand flieht (auswandert) und der Lehrstand vervieht (verdummt).
  • An drei Orten erweist man sich keine Ehre: im Gefängnis, im Klosett und im Schwitzbad.
    Jiddisch
  • An drei Orten erweist man sich nicht die Ehre: im Gefängnis, im Klosett und im Schwitzbad.
    .אין דרײַ ערטער גיט מען זיך קיין כּבֿוד ניט אָפּ: אין תּפֿיסה, אין בית?הכּיסא און אין מרחץ
    jiddisch] In dray erter git men zikh keyn koved nit op: in tfise, in beys-hakise un in merkhets‫.‬
  • An drei Schöffen nimmt der König die Wahrheit.
    Rechtssprichwort
    info] Zur Schöpfung des Urteils waren drei Schöffen erforderlich.
    bm] Kon?el jest krále úředník.? Kon?el jest obecného dobrého slu?ebníkem.
    nl] Die waerheyt sol hij (de conick) nemen an drie Schepenen.
  • An drei Stücken mangelt es den Menschen: am Anfang, Mittel und Ende.
  • An dreien ist kein Segen: an dem, der alles kauft, an dem, der sich immer nur auf die Verdienste seiner Eltern (Ahnen) stützt, und an dem, der den Erlöser bringen möchte.
    info] Der erste ist arm oder verarmt bald, der andere hat kein eigenes Verdienst und der dritte befindet sich in schlechten Umständen.
  • An dreierlei Leuten ist kein Mangel: an Priestern, Juden und Huren.
  • An dreyen Dingen wird es der Welt noch vor dem Jüngstentag mangeln: an Holz, an guter Münz und an guten Freunden.
  • An dronken Wüüf as an Engel uu-nt Bâd.
    Amrum
    info] Ein trunken Weib ist ein Engel im Bette.
  • An dummen Leuten fehlt's nicht.
    fr] Plus de gens bestes que d'asne chrestien.
  • An dummen Leuten sind Rüben und Sack verloren.
  • An Dunckel (Dünkel) bind man kein Pferdt.
  • An dünnen, unmerkbaren Seilen hängen oft fürchterliche Gewichte.
    Friedrich Schiller (1759-1805)
  • An e Sod is kân Broche.
    info] An einem Geheimnis ist kein Segen (berächah).
    info] Als Bemerkung, wenn man sieht, dass einer dem andern was in die Ohren raunt.
  • An eager beaver.
  • An eagle eye.
  • An ear to the ground.
  • An earful.
  • An early bath.
  • An early bird catches the worm.
  • An early bird.
  • ADVERSITY
  • An earthquake achieves what the law promises but does not in practice maintain - the equality of all men.
    IGNAZIO SILONE
  • An easy shepherd makes the wolf void wool.
  • An easy/soft touch.
  • An eben diese Betrachtung [über Goethes gegenständliches Denken] schließt sich die vieljährige Richtung meines Geistes gegen die Französische Revolution unmittelbar an, und es erklärt sich die grenzenlose Bemühung, dieses schrecklichste aller Ereignisse in seinen Ursachen und Folgen dichterisch zu gewältigen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Schriften zur Natur- und Wissenschaftslehre - Bedeutende Fördernis durch ein einziges geistreiches Wort
  • An eben diesem Tage ersoff der Branntweinschenke Conradi, in Brunnenwasser. Das Wasser, das seine vermaledeite Industrie gänzlich vom Schenktisch der Musen-Söhne zu verdrängen rastlos bemüht war, hat sich an ihm gerochen.
    Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), Aphorismen (Sudelbücher), 1796 - 1799
  • An edition with notes of various writers.
    la] Editio cum notis variorum.
  • An educated guess.
  • An eel escapes from a good fisherman.
  • An egg and to bed.
  • An egg is an egg, said the boor, and took the goose's egg.
  • An egg is better to-day, than a pullet to-morrow.
  • An egg will be in three bodies in twenty-four hours.
  • An ego totiens de eadem re audiam?
    Terenz (184-158 v. Chr.), Adelphoe
    dt] Soll ich mir ständig dasselbe anhören?
  • An Ehren ab, an Schanden auf, das ist der Welt Lauf.
  • An Ei is en Gräul und en groß Geschrei um en Brei (Bereitung, Gericht).
    Sauerland
  • An Eigen ist die rechte Leibzucht der Frauen.
    Rechtssprichwort
    info] Leibzucht (Leibgedinge, Wittum) ist das dingliche Nutzungsrecht, das der Mann vor oder nach Eingehung der Ehe für den Leib, d.i. für das Leben der Frau gerichtlich an seinen Liegenschaften, also an wahrem Eigen und nicht an Fahrhabe bestellte, um das Bestehen derselben im etwaigen Witwenstande zu sichern. Dies Nutzungsrecht erlosch mit dem Tode der Frau.
  • An eigenen Gedanken und gespanntem Tuche gehet viel abe.
    Martin Luther (1483-1546) in der Auslegung des 7. Kap. Johannis
    la] Cogitationes saepissime fallunt.
  • An Eigennutz und Tand wird der Mensch erkannt.
    nl] Eigenbaat is de toetssteen der menschen.
  • An eigner Nasenspitze wohnt für manche schon der Horizont.
  • An eim fluss ein prunnen graben.
  • An eim schwartzen Kessel reibt sich niemand weiß.
  • An ein faules (stinkend) Fass legt man keinen silbernen (kostbaren) Reif.
  • BUCH
  • An ein schlechtes Buch macht man keine silbernen Clausuren.
  • An ein schön Spiel denkt man gern.
    fr] A beau jeu, beau retour.
  • An ein stumpfes Messer braucht man keine goldene Klinge zu setzen. Soll am Messer eins von Blei sein, dann lieber der Griff als die Schneide.
    Russland
  • An ein ungeschauts Tuch schlägt man kein Blei.
  • An eine alte Sünde darf man sich nicht erinnern.
    ee] Vanna pattu ei pia mitte mälehtetama.
  • an eine andere Schule versetzt werden
  • An eine böse sache soll man einen trunck Wein gießen.
    zit] Mit dem Gegenteil einen Trunk tun, so wird sie vertragen.
  • An eine böse Ziege bindest du deine nicht an.
  • An eine Hure gepicht sein.
    zit] Wir Deutschen reden, wer an eine Hur gepicht ist, der' u.s.w.
  • An eine reine Quelle soll man mit reinem Eimer gehen.
    Russland
  • An eine schwache (schwankende) Wand muss man sich nicht lehnen.
    dk] Ondt er at støtte sig til ludende vaeg.
    nl] Tegen eenen zwacken muur zal men niet leunen.
  • An eine schwankende Wand muss man sich nicht lehnen.
  • An eine Wand, so den Fall droht, pisst kein Hund.
  • AALSCHWANZ
  • An einem Aalschwanz bleibt keine Klette hangen.
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