DICTUM

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  • ARMUT
  • Armut bringt Demut. - Franck, II, 113b.
  • ARMUT
  • Armut bringt der Familie einen tüchtigen Sohn, und Gefahr offenbart dem Staat den loyalen Minister.
    China
  • ARMUT
  • Armut bringt in der Regel Abhängigkeit hervor.
    Oliver Goldsmith (1728-1774) , Der Weltbürger
  • ARMUT
  • Armut bringt Kunst und Demuth.
  • ARMUT
  • Armut bringt Ungeduld.
  • ARMUT
  • Armut dempffet Hochmuth. - Henisch, 674, 17; Petri, II, 20.
  • ARMUT
  • Armut demütigt die Menschen, sodass sie selbst über ihre Tugenden erröten.
    Luc de Clapiers, Marquis de Vauvenargues (1715-1747), Nachgelassene Maximen
  • ARMUT
  • Armut den Herzen Friede geit (gibt), Reichthum in großen Sorgen leit (liegt).
  • ARMUT
  • Armut den Sack zum halben Theil zubind. - Petri, II, 20.
  • ARMUT
  • Armut des Geistes Gott erfreut,
    Armut und nicht Armseligkeit.
    Matthias Claudius (1740-1815), Ein gülden ABC
  • ARMUT
  • Armut drängt durch Türen und Fenster herein.
    ee] Vaesus tükis ussist ja aknist sisse.
  • ARMUT
  • Armut ein Schalk, macht manchen fetten Balg. - Simrock, 550; Sailer, 71.
  • ARMUT
  • Armut erfährt viel. - Simrock, 548.
  • ARMUT
  • Armut erfreyet Kunst. - Petri, II, 20.
  • ARMUT
  • Armut ernährt, aber sie macht nicht fett.
    Dän.:] Fattigdom føder, men feder ikke.
  • ARMUT
  • Armut ertragen, wenn man arm geboren worden, ist eine Tugend, deren tausend Menschen fähig sind - aber von dem höchsten Überflusse plötzlich zur höchsten Notdurft heruntersinken und zufrieden sein und sich obendrein noch glücklich schätzen, ist eine Erscheinung, die ich nimmermehr erklären kann.
    Diderot, Merkwürdiges Beispiel einer weiblichen Rache
  • ARMUT
  • Armut ertragen, wenn man in Armut geboren und erzogen ist - das können tausend Menschen; aber vom Überfluss zum Mangel übergehen, sich dareinschicken und überdies sein Glück darin finden - das ist es, was ich nicht begreifen kann.
    Denis Diderot (1713-1784), Jacques le Fataliste
  • ARMUT
  • Armut erzeugt Armut, Reichtum erzeugt Reichtum.
    ee] Vaesus kasvatap vaesust, rikkus rikkust.
  • ARMUT
  • Armut fehlt einiges, Habsucht alles.
  • ARMUT
  • Armut findet (alle) Wege und Sanktge.
  • ARMUT
  • Armut findet alle Weg' und Stege. - Simrock, 558.
  • ARMUT
  • Armut findet alles auf den ersten Griff. - Simrock, 559.
  • ARMUT
  • Armut findet auf ungekehrten Bänken.
    info] Sie treibt mitunter sehr freisinnige Nebenhandwerke.
  • ARMUT
  • Armut folgt Armut bis in die Grub hinein. - Petri, II, 20.
  • ARMUT
  • Armut gehört hinter die Thür.
    info] Kann im buchstäblichen Sinne nur von der Armut gelten, die mit Schlechtigkeit gepaart ist.
    Lat.:] Quam raro egregios pauper sortitur honores.
  • ARMUT
  • Armut geht nicht betteln, sondern der Bettel.
  • ARMUT
  • Armut geht nit betlen. - Franck, I, 117a.
  • ARMUT
  • Armut geloben heißt sich durch Eid zu Faulheit und Dieberei verpflichtien.
    Denis Diderot (1713-1784), Die Nonne
  • ARMUT
  • Armut get nit heischen, sunder Bettel; denn Armut hat viel Ranks. - Eiselein, 40.
  • Armut gibt Verwegenheit. Irdische Güter und ihren Wert nicht anzuerkennen, nichts oder wenig davon zu verlangen, ist des Bettlers Entschluss, der das sorgloseste Behagen erzeugt.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Divan, Noten und Abhandlungen - Künftiger Divan - Buch Suleika
  • ARMUT
  • Armut greifft nit fehl. - Egenolff, 314b.
    info] Weil ihr Geld gezählt und ihre spärliche Habe leicht zu übersehen ist, oder weil sie gewiss ist, nirgends etwas zu finden.
    Ung.:] Szegény ember hamar megolvashatja malaczait.
  • ARMUT
  • Armut hat allenthalben Geleit. - Simrock, 554.
    Dän.:] Fattigdom har stor frihed.
  • ARMUT
  • Armut hat den sechsten (ist der sechste) Sinn. - Simrock, 562.
    info] Noth macht erfinderisch.
    Lat.:] Paupertas est ingeniosa.
  • Armut hat die unheimliche Macht, sich selbst fortzupflanzen.
    David Lloyd George, Reden (1892)
  • ARMUT
  • Armut hat dreihundertfünfundsechzig Fasttage.
  • ARMUT
  • Armut hat ein schwarz Gesicht und stehet beschambt in dieser und jener Welt. - Pers. Rosenthal, 257.
  • ARMUT
  • Armut hat einen Sinn mehr, denn andere Leute - die Noth. - Simrock, 561.
    Dän.:] En fattig har et sind meer.
  • Armut hat einen Sinn mehr: die Not.
    Spruch im Berliner Rathause. Zweiter Stock
  • ARMUT
  • Armut hat Eselskleid und Pfauenstimm'.
    info] Ist für Auge und Ohr gleich unangenehm.
  • ARMUT
  • Armut hat gut Fasten halten.
  • ARMUT
  • Armut hat ihren Stand ohn Neid erhalten. - Petri, II, 20.
  • Armut hat keine Scham.
    dk] Fattigdom har stor frihed.
    nl] Armoede heeft geene schaamte.
    fläm] Armoe maakt onschamel lien.
  • Armut hat keine Verwandtschaft.
    Italien
  • Armut hat manchen zum Herren gemacht, aber auch viel an den Galgen gebracht.
  • ARMUT
  • Armut hat Muth. - Sprichwörtergarten, 51.
    info] Wenn auch oft keinen andern als - Unmuth.
  • ARMUT
  • Armut hat Städte gebaut. - Sailer, 197.
  • ARMUT
  • Armut hat überall geliehen. - Körte, 286.
  • ARMUT
  • Armut hat viele an den Galgen gebracht.
    Engl.:] Poverty is the cause of many evils.
  • ARMUT
  • Armut hat viele zu Herren (Huren) gemacht und viele auch an den Galgen gebracht. - Lehmann.
    info] Von den sittlichen Gefahren der Armut.
    Dän.:] Armod har giort mange til horer, til herrer, til betlere og til tyve.
  • ARMUT
  • Armut heilt Hochmuth. - Sprichwörtergarten, 50.
    It.:] Povertà fa, viltà.
  • ARMUT
  • Armut hindert der Ehren viel, Kunst ohne Geld ist Affenspiel.
  • ARMUT
  • Armut hinkt, Reichthum (Wohlstand) springt.
    Holl.:] Armoede dwingt, weelde springt. (Harrebomée, I, 20.)
  • ARMUT
  • Armut holt die Trägheit ein, es sei denn, dass diese auf einem Mönch reitet. - Klosterspiegel, 18, 7.
  • ARMUT
  • Armut hüt wol. - Egenolff, 375b.
  • ARMUT
  • Armut hütet übel. - Eiselein, 39.
  • Armut im Alter ist ein großes Unglück. Ist diese gebannt und die Gesundheit geblieben, so kann das Alter ein sehr erträglicher Teil des Lebens sein.
    Arthur Schopenhauer (1788-1860), Aphorismen zur Lebensweisheit
  • ARMUT
  • Armut im Lande macht der Regierung oft Schande. - Dev., 490.
  • ARMUT
  • Armut in Ehren ist besser als Reichthum mit Schande.
    Dän.:] Ærlig fattigdom er bedre end ond rigdom.
  • Armut isse Schand fern guhde Bettler.
  • ARMUT
  • Armut isst a saures Brot.
  • Armut ist (uns) näher als Reichtum.
    ee] Santus on lähemal kui rikkus.
  • ARMUT
  • Armut ist aller Kunst Stiefmutter. - Eiselein, 39.
    info] Wo man noch für den Magen sorgen muss, da ist kein Boden für die (schönen) Künste.
  • ARMUT
  • Armut ist angenehm. - Simrock, 536.
  • ARMUT
  • Armut ist angnem als wann ein Hund ins Bad kem. - Franck, I, 117b.
  • ARMUT
  • Armut ist auch vnder den mördern sicher. - Franck, I, 119a.
  • ARMUT
  • Armut ist auslagefrei. - Simrock, 576; Grimm, I, 562.
  • Armut ist Ausweglosigkeit vor dem ewigen Schreckgespenst des Hungertods.
    Wissarion Grigorjewitsch Belinski (1811-1848), an W. P. Botkin, 7. 7. 1847
  • Armut ist das Los aller Weisen.
  • Armut ist das Los der großen Menschheitshelfer.
    Heinrich Heine (1797-1856)
  • ARMUT
  • Armut ist der Armut Erbe. - Altmann VI, 399.
  • Armut ist der Dummheit Nachbar.
    ee] Vaesus on rumaluse naaber.
  • Armut ist der Faulheit Kamerad.
    ee] Vaesus on laiskuse seltsimees.
  • ARMUT
  • Armut ist der Faulheit Lohn.
    Holl.:] Armoede is luiheids loon. (Spiegel, 199; Harrebomée, I, 20.)
  • ARMUT
  • Armut ist der Gesundheit Mutter.
    Dän.:] Fattigdom er sundheds moder.
    Böhm.:] Chudoba je matka zdraví. (Celakovský, 172.)
    Engl.:] Poverty is the mother of health. (Bohn II, 17.)
  • ARMUT
  • Armut ist der Künste (Weisheit) Mutter. - Sailer, 196.
    Dän.:] Fattigdom lærer kunst og viisdom.
    Holl.:] De armoede is de moeder van alle kunsten. (Harrebomée, I, 20.)
    It.:] La povertà insegna tutte le arti.
    Lat.:] Paupertas excitat artes. - Paupertas sapientiam sortita est. (Zenod.) (Erasm., 717.)
    Böhm.:] Chudých jest náuka. (Celakovský, 172.)
    Poln.:] Ubogich jest nauka. - Ubostwo wiele dobreijo nau czy. (Celakovský, 172.)
  • Armut ist der schlechteste Wächter über Keuschheit.
    Italien
  • Armut ist der sechste Sinn.
    England
  • ARMUT
  • Armut ist der Tasche gut. - Simrock, 539.
  • ARMUT
  • Armut ist der Tugend Stiefmutter.
    Lat.:] Facilius corrumpitur pauper, quam dives. (Binder II, 1074.)
  • ARMUT
  • Armut ist des Reichen Hand, Zunge, Aug' und Fuss. - Mayer, 3, 1; Venedey, 128.
    info] Der Reiche kann der Armen Dienste nicht entbehren.
  • ARMUT
  • Armut ist des Reichen Kuh. - Eiselein, 40.
    »Die Armen müssen geben da die Reichen von leben.«
  • ARMUT
  • Armut ist des Reichthums Hand und Fuss. - Simrock, 326.
  • ARMUT
  • Armut ist des Unfriedens Mutter.
    Engl.:] Poverty breeds strife. (Bohn II, 125.)
  • Armut ist die einzige Last, die schwerer wird, je mehr Geliebte daran tragen.
    Jean Paul (1763-1825)
  • ARMUT
  • Armut ist die Erfinderin aller Dinge. - Eiselein, 39.
    Lat.:] Ingenium mala saepe movent.
  • ARMUT
  • Armut ist die grösste Plage. - Eiselein, 39. Goethe's Schatzgräber, 1 Str.
    Frz.:] De pauvreté fatigue et peine. (Leroux, II, 212.)
  • ARMUT
  • Armut ist die grösste Untugend (Sünde).
  • Armut ist die größte Plage,
    Reichtum ist das höchste Gut!
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Der Schatzgräber (1797)
  • Armut ist die Mutter aller Künste und Gewerbe.
    England
  • ARMUT
  • Armut ist die Mutter der Demuth.
    Frz.:] Pouvreté prent tout en gré. (Prov. de Bouvelles. XVIme siècle.)
    It.:] La povertà, è madre dell' umiltà.
    Frz.:] Qui n'a point d'argent en bourse, ait au moins miel en bouche. (Quint., S. 13.)
    Span.:] La pobreza no es vileza, mao es madre de picardia. (Cahier, 3657.)
  • Armut ist die Mutter der Gesundheit.
    England
  • Armut ist die Mutter der Künste.
    Slowakei
  • Armut ist die Sklaverei.
  • ARMUT
  • Armut ist die Tochter der Faulheit.
    Frz.:] Pauvreté est compagne de paresse.
    Engl.:] Poverty is the reward of idleness. (Gaal, 431.)
    It.:] La povertà è il premio della pigrizia. (Gaal, 431.)
  • Armut ist die weit aufklaffende, erbarmungslose Hölle, die unter der zivilisierten Gesellschaft gähnt.
  • Armut ist eben gewiss kein hoher Glanz von innen, oder wie Vater Rilke das nannte, sondern eine einzige Sauerei.
    Kurt Tucholsky (1890-1935), an Nuuna, 29. 5. 1934
  • ARMUT
  • Armut ist ein bleierner Mantel.
  • ARMUT
  • Armut ist ein böser Gast in einem alten Hause. - Kirchhofer, 356.
  • ARMUT
  • Armut ist ein böser Rathgeber.
  • ARMUT
  • Armut ist ein brennend Hemde.
    Engl.:] Poverty is a shirt of fire. (Proverbs, 30.)
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