DICTUM

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  • ARMUT
  • Armut ist ein ehrlich Ding, wer nur damit umzugehen weiss.
    info] Von den sittlichen Gefahren der Armut.
    Holl.:] Armoed is een goede staet, die daer wel med omme gaet. (Brunes, 267.)
  • Armut ist ein Feind guter Manieren.
    England
  • Armut ist ein feurig Hemd.
    Türkei
  • Armut ist ein Fluch.
  • ARMUT
  • Armut ist ein fröhlich Ding. - Venedey, 127; Simrock, 532.
    info] Hab' ich kein Bette, so schlaf' ich auf Stroh,
    Da sticht mich keine Feder, da beisst mich kein Floh.
  • ARMUT
  • Armut ist ein getreuer Knecht, sie geht nur hintennach.
  • ARMUT
  • Armut ist ein große bürd. - Franck, I, 117b.
  • Armut ist ein großer Glanz aus innen.
    Rainer Maria Rilke (1875-1926), Das Stundenbuch
  • ARMUT
  • Armut ist ein Gut, das alle Menschen hassen.
  • ARMUT
  • Armut ist ein gutes Magenpflaster.
    info] Oder auch ein schlechtes.
  • Armut ist ein Haderkatz.
  • Armut ist ein Hemd von Feuer.
    Türkei
  • ARMUT
  • Armut ist ein Hurenbalg und lehrt partieren.
    Frz.:] Si la pauvreté est la mère des crimes, le défaut d'esprit en est le père.
  • Armut ist ein Kleid aus Feuer.
    Indien
  • ARMUT
  • Armut ist ein Last, das alter ein vnwerder Gast. - Graf, I, 6.
  • ARMUT
  • Armut ist ein Loch, das mit jedem Tage grösser wird. - Altmann VI, 491.
  • ARMUT
  • Armut ist ein Loch, das nur das Glück wieder zuflicken kann. - Altmann VI, 491.
  • ARMUT
  • Armut ist ein Luchs, fängt wol auch einen Fuchs.
  • ARMUT
  • Armut ist ein Riegel der Sünden. - Lehmann, 47, 83.
  • Armut ist ein Schalk macht (manchen) fetten Balg.
  • ARMUT
  • Armut ist ein Schalk, sie macht manchen Balg. - Körte, 274.
    info] Bei Simrock (550): Armut ein Schalk; macht fetten Balg.
  • Armut ist ein schlimmer Gast.
  • Armut ist ein Schmerz, aber keine Schande.
    en] Poverty is a pain, but no disgrace.
  • ARMUT
  • Armut ist ein schneidend Schwert.
  • Armut ist ein Segen, der von allen Menschen gehasst wird.
  • Armut ist ein unwerter Gast
    fr] La pauvreté n'est pas vice, mais c'est une espèce de ladrerie; chacun la fuit. (Die Armut ist keine Schande; aber sie ist eine Art Aussatz; jeder flieht sie.)
  • ARMUT
  • Armut ist ein unwerther Gast. - Simrock, 542.
  • ARMUT
  • Armut ist ein Wurtzel aller Misshandlung. - Lehmann, 43, 8.
  • Armut ist eine ältere Tochter von Faulheit.
  • ARMUT
  • Armut ist eine böse Krankheit.
  • ARMUT
  • Armut ist eine böse Stiefmutter guter Sitten vnd Tugend. - Petri, II, 21.
  • ARMUT
  • Armut ist eine große Noth.
  • ARMUT
  • Armut ist eine gute Ringmauer.
    info] Sie sichert trefflich vor Dieben.
    Lat.:] Centum viri pauperem spoliare non possunt. - Pauperi pax in obsessa via. - Paupertas est sibi murus.
    Ung.:] Mindenütt bátorságosa szegény. - Nincs a szegénynek féltö marhája. - Szegénynek ajtaját nem örzi a manó.
  • ARMUT
  • Armut ist eine Haderkatz'. - Körte, 292.
    Dän.:] Armod volder til traette. (Prov. dan., 35.)
  • ARMUT
  • Armut ist eine Kunst, wer's kann. - Simrock, 566.
  • ARMUT
  • Armut ist eine Last und Alter ein unwerther Gast. - Eiselein, 39.
    Dän.:] Fattigdom er gammel mands plage; og det elendigste er en gammel tigger.
  • Armut ist eine Sandbank, Reichtum ein Felsen im Meere des Lebens. Die Glücklichen schiffen hindurch.
    Ludwig Börne (1786-1837), Gesammelte Schriten, (1862-1863)
  • ARMUT
  • Armut ist eine schlimme Gesellschaft.
  • Armut ist eine Schlinge, die Demut erwürgt und zu Respektlosigkeit gegen Gott und Menschen führt.
  • ARMUT
  • Armut ist eine schwere Last und nimmt ehrlichen Menschen Muth und Rast.
    Lat.:] Paupertas onus est et miserum et grave. (Fischer, 171, 25.)
  • ARMUT
  • Armut ist eine Sünde, die der Reiche nie vergibt. - Altmann VI, 398.
  • ARMUT
  • Armut ist frumm, Reichthum dumm und krumm. - Körte, 277.
  • ARMUT
  • Armut ist für Thorheit gut. - Körte, 268.
  • ARMUT
  • Armut ist fürs Podagra gut. - Eiselein, 39; Grimm, I, 562.
  • ARMUT
  • Armut ist gepaart mit Demuth.
  • Armut ist Göttlich.
    GOtt ist das ärmste ding/Er steht gantz bloß und frey:
    Drumb sag ich recht und wol/daß armut Göttlich sey.
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Erstes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 65
  • ARMUT
  • Armut ist gross, aber Faulheit noch grösser.
  • Armut ist gut fürs Podagra.
  • ARMUT
  • Armut ist gut, wer's glaubt und recht thut.
  • Armut ist härter als Krankheit.
  • ARMUT
  • Armut ist heiter und wohlgemuth, denn man stiehlt ihr wenig Gut.
    Böhm.:] Chudoba bozpecna, a proto vesela. (Celakovský, 171.)
  • ARMUT
  • Armut ist ihr Vaterland (Cap oder Hafen). (S. Arbeiten.) - Sprenger I.
    info] Aus dem Seeleben. Das Lebensschiff derer, die nicht arbeiten wollen, läuft in den Hafen der Armut oder landet am Cap der Noth.
  • Armut ist in der Stadt groß, aber die Faulheit viel größer.
    Martin Luther (1483-1546), Tischreden
  • Armut ist kein Fehler, aber sie erzeugt gern welche.
    Franz Grillparzer (1791-1872)
  • Armut ist kein Gebrechen, aber zweimal so schlimm.
  • Armut ist kein Laster, aber auch keine Tugend.
  • Armut ist kein Laster, aber es ist besser, sie zu verbergen.
    fr] Pauvreté n'est pas péché, mieux vaut cependant la cacher.
  • Armut ist kein Laster, aber etwas weit Schlimmeres.
    Rumänien
  • ARMUT
  • Armut ist kein Laster, aber sie wirkt wie der Aussatz.
    Frz.:] Pauvreté n'est pas vice. - Pauvreté est une espèce de ladrerie. (Bohn I, 45.)
  • ARMUT
  • Armut ist kein Laster. - Harsdörffer, Gr. Schauplatz, XVI.
    Dän.:] Armod holdes for störste udyd. - Fattigdom er ingen Lyde uden man selv er aarsag dertil ved ladhed og overdaadighed.
    Frz.:] Pauvreté n'est pas vice, mais c'est une espèce de ladrerie, chacun la fuit (oder: c'est bien pire; auch: mais peu s'en faut). (Venedey, 127; Kritzinger, 519.)
    Holl.:] De armoede moge geene ondeugd zijn, ze is toch een groot gebrek.
    Dän.:] Fattigdom er ingen lyde, uden man selo er aarsag dertil, ved ladhed og overdaadighed. (Prov. dan., 159.)
    Span.:] A pobreza no hay verguenza. (Bohn I, 200.)
  • ARMUT
  • Armut ist kein Schand, aber Vrsach zur Armut geben ist Schand vnd Vnrecht. - Petri, II, 21.
  • Armut ist kein Verbrechen, aber es ist besser, sie nicht zu zeigen.
  • ARMUT
  • Armut ist keine Lame am Leibe, noch Hinderniss an der Seele. - Petri, II, 21.
  • ARMUT
  • Armut ist keine Schande (Sünde), aber ein leerer Sack steht nicht gut aufrecht. - Eisenhart, II, 3, 8; Bücking, 80; Venedey, 127.
    info] Aeltere Gesetzbücher enthalten viele für die Armen nachtheilige Verordnungen, so hielt man sie z.B. nicht für fähig, gültige Zeugen abzugeben. Dies Sprichwort will also ein Vorurtheil widerlegen, indem es sagt, dass Armut allein weder Verdacht erwecken, noch zur Schande gereichen könne.
    Engl.:] Poverty is no sin.
    Engl.:] Poverty is not a shame, but the being ashamed of it is. (Marin, 12.)
    Lat.:] Paupertas tolerabilis est, si ignominia absit. (Marin, 12.)
    Schwed.:] Fattigdom är ingen last. (Marin, 12.)
    Span.:] Pobreza no es vileza, ma es ramo de picardia. (Bohn I, 240.)
  • Armut ist keine Schande an sich, sondern wo sie ein Zeichen von Leichtfertigkeit, Mangel an Selbstbeherrschung, Gedankenlosigkeit oder Verschwendung ist.
  • Armut ist keine Schande noch Unehre.
  • Armut ist keine Schande, aber auch keine große Ehre.
    Jiddisch
  • Armut ist keine Schande, aber ein leerer Sack steht nicht gut aufrecht.
  • Armut ist keine Schande, aber eine große Ehre ist sie auch nicht.
  • Armut ist keine Schande, aber eine Last.
    en] Poverty is no disgrace.
    fr] Pauvreté n'est pas vice, richesse n'est pas vertu.
    it] Povertà non guasta gentilezza, ma è una disgrazia.
    it] Pobreza no es vileza.
  • Armut ist keine Schande, aber keine Schönheit nicht.
    fr] Pauvreté n'est pas vice, mais c'est une espèce de ladrerie; chacun la fuit. (Armut ist keine Schande; aber es ist eine Art Aussatz; jeder flieht sie)
  • Armut ist keine Schande, aber sich ihrer zu schämen ist eine.
    England
  • ARMUT
  • Armut ist keine Schande, Reichthum keine Ehre. - Graf, 41, 121; Braun, I, 119.
  • Armut ist keine Schande. Reichtum auch nicht.
  • Armut ist keine Schande.
    Pauvreté n'est pas vice.
  • Armut ist keine Schwäche.
  • Armut ist keine Sünde, aber es ist besser, sie zu verbergen.
  • Armut ist keine Sünde, doch führt sie zur Sünde.
  • Armut ist keine Sünde, es ist etwas Schlimmeres.
    Russland
  • Armut ist keine Sünde. Aber es ist trotzdem besser, sie zu vermeiden.
  • Armut ist keine Sünde.
    ee] Ega vaesus patt ei ole.
  • Armut ist keine Sünde; aber es ist besser, sie zu verbergen.
  • ARMUT
  • Armut ist keine Unehre. - Simrock, 573.
  • ARMUT
  • Armut ist kostenfrei (zollfrei). - Körte, 291.
  • ARMUT
  • Armut ist listig vnd sinnreich. - Petri, II, 21.
  • ARMUT
  • Armut ist listig, sie fähet auch einen Fuchs. - Sailer, 197.
    Lat.:] Ingenium mala saepe movent. (Ovid.)
  • ARMUT
  • Armut ist mit wenigem zufrieden. - Lehmann, II, 11, 50.
  • Armut ist Neides Bruder.
    la] Est miserorum, ut malevolentes sint, atque invideant bonis. Plautus
    la] Invidiae plenus super omnes exstat egenus.
  • ARMUT
  • Armut ist nicht arm, sie sei denn: dass Gott erbarm! - Körte, 284.
  • ARMUT
  • Armut ist nicht Armut, sie sei denn fröhlich.
  • ARMUT
  • Armut ist nicht gut und tut nichts Gutes.
  • ARMUT
  • Armut ist nicht gut, denn sie bricht Muth.
  • Armut ist nicht schmachvoll.
    la] Paupertas non est probro.
  • ARMUT
  • Armut ist Nides Brut. - Eiselein, 39.
    Lat.:] Est miserorum, ut malevolentes sint, atque invideant bonis. (Plautus.) - Invidiae plenus super omnes exstat egenus.
    Lat.:] Invidiae plenus super omnes castat egenus. (Binder II, 1555; Eiselein, 39.)
  • ARMUT
  • Armut ist nit für all vnglück gut. - Franck, I, 116b; Lehmann, II, 29, 26.
  • ARMUT
  • Armut ist nit nicht haben, sondern vil begeren. - Franck, I, 116b; Lehmann, II, 30, 28.
  • ARMUT
  • Armut ist noch schlimmer als begraben sein. (Arab.)
    info] Das Begrabensein gehört auch gar nicht zu den schlimmsten Dingen.
  • ARMUT
  • Armut ist nur dem beschwerlich, der sie nicht ertragen kann.
  • Armut ist oft Dummheit.
  • Armut ist ohne Zweifel das Schrecklichste. Mir dürft' einer zehn Millionen herlegen und sagen, ich soll arm sein dafür, ich nehme es nicht.
    Johann Nepomuk Nestroy (1801-1862), Der Zerrissene
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