DICTUM

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  • Arbeit, Arbeit! Wie glücklich fühle ich mich, wenn ich arbeite.
    Leo N. Tolstoi (1828-1910), Tagebücher (1853)
  • ARBEIT
  • Arbeit, auff vorgessen brot gethan, gehet langsam fort. - Henisch, 523, 28.
  • Arbeit, die ewige Last, ohne die alle übrigen Lasten unerträglich würden.
  • Arbeit, die Freude macht, ist schon zur Hälfte fertig (o. getan).
    fr] Besogne qui plaît est à demi faite.
  • ARBEIT
  • Arbeit, die gethan, sieht man ruhig an.
    Lat.:] Rem factam habere. (Martial.) (Erasm., 826.)
  • Arbeit, die man gerne tut, ist halb gemacht.
    fr] Besogne qui plait est à demi faite.
  • ARBEIT
  • Arbeit, die vorüber, ist uns um so lieber.
  • Arbeit, edle Himmelsgabe,
    Zu der Menschen Heil erkoren!
    Nie bliebt ohne Trost und Labe,
    Wer sich deinem Dienst geschworen.
    Friedrich von Bodenstedt (1819-1892), A. d. Nachlasse Mirza-Schaffys (1874), B. 3, Buch der Sprüche Nr. 44
  • Arbeit, fühle ich, wird das einzige sein, was mich ruhiger machen kann.
    Heinrich von Kleist (1777-1811), an Wilhelmine von Zenge, 3.6.1801
  • Arbeit, Mäßigkeit (o. Müßigkeit) und Ruh'
    schließt dem Arzt die Türe zu.
    Friedrich von Logau (1605-1655)
    pl] Praca, umiar i spokój trzymają lekarza z daleka.
  • Arbeit, Müßigkeit und Ruh, schließt dem Arzt die Türe zu.
  • ARBEIT
  • Arbeit, Sorg und Herzeleid ist der Erde Alltagskleid.
  • ARBEIT
  • Arbeit, welche Segen bringt, ist kein Frohndienst.
    Engl.:] Account not that work slavery that in penny savory. (Bohn II, 145.)
  • ARBEIT
  • Arbeit, Zwang und Lehr' bringen Kindern Nutz und Ehr'.
  • Arbeit: eines der Verfahren, durch das A dem B Eigentum erwirbt.
    Ambrose Bierce (1842-1914)
  • Arbeite - du weißt, Arbeit ist Leben.
    Estland
  • Arbeite am Tage und iss in der Nacht, dann prügelt der Gutsvogt ja nicht.
    Estland
  • Arbeite an Sonn- und Feiertagen, statt deinen Bruder um Almosen zu bitten.
    Libanon
  • Arbeite bis zum Stamm (d. i. bis zum Schluß).
    ee] Tii tüü tüveni.
  • ARBEITEN
  • Arbeite brav, das gibt guten Schlaf.
  • Arbeite daher an deines Feindes Untergang, noch ehe der Feind an Maßregeln zu deinem Untergang arbeitet. Unter keinen Umständen sei vor ihm in Sicherheit.
    Buch des Kabus (1058), 29, Sich gegen seine Feinde wahren
  • ARBEITEN
  • Arbeite deiner Wegen, Gott gibt dir sein Segen.
    Dän.:] Arbeyd, og lad sud sörge. (Prov. dan., 34.)
  • Arbeite ein bisschen, stiehl ein bisschen, sagte der Zigeuner zu seinem Sohn, als er ihm die Grundsätze des Lebens beibrachte.
    Kroatisch
  • ARBEITEN
  • Arbeite fleissig und Gott wird es dir segnen. - Burckhardt, 531.
    info] Ein Sprichwort, dessen sich die Aegypter oft im Handel bedienen und womit sie den Gedanken ausdrücken: Gott ist die Ursache, dass deine Güter (Waaren) verkauft sind, er ist die Ursache deines Gewinns.
    Lat.:] Esto laborator Deus est tunc anxiliator. (Egeria, 62.)
  • ARBEITEN
  • Arbeite frisch, die gebratenen Tauben fliegen nicht auf den Tisch.
  • ARBEITEN
  • Arbeite früh, so hast du mittags Brüh'.
    Lat.:] Labor senectuti optimum obsonium.
  • ARBEITEN
  • Arbeite gern und sei nicht faul, gebratene Tauben fliegen keinem ins Maul.
  • ARBEITEN
  • Arbeite in der Jugend streng, lebst dann froh und in die Läng. - Schweiz.
  • ARBEITEN
  • Arbeite in der Jugend, damit du zu zehren hast im Alter.
    Engl.:] They must hunger in frost, that will not work in heat.
    Lat.:] Dum vires annique sinunt, tolerate labores; jam venit tacito curva senecta pede.
    Ung.:] A ki nyárban nem gyüjt, tèlben keveset füt. - Ki ifjonta jól gyüjt, vénségére jól füt.
    Dän.:] Arbeyd mens du er frisk og ung, det gasner naar du or gammel og tung. (Prov. dan., 33.)
  • Arbeite klug, nicht hart.
  • Arbeite mit den Händen, aber nicht mit Handschuhen.
    ee] Tee tööd kätega, aga mitte kinnastega.
  • Arbeite mit der aufsteigenden, ruhe mit der sinkenden Sonne.
    China
  • Arbeite mit Schweiß, dann ißt du (dein) Brot mit Appetit.
    ee] Tee tööd higiga, siis sööd leiba himuga.
  • Arbeite nicht mit dem Müden (Matten) und tummle dich nicht mit dem Satten.
    Osmanien
  • Arbeite nur, die Freude kommt von selbst!
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
  • Arbeite schnell und geh schnell, dann sagt niemand, dass du alt bist.
  • Arbeite schwer und sei arm; tu nichts und werde reicher.
    England
  • Arbeite so, daß der Z... zittert; Brot iß so, daß der Arsch reißt.
    ee] Tee tööd, nii et tü- väriseb,/söö leiba, nii et perse käriseb.
  • Arbeite umsonst, aber verweile nicht umsonst.
  • ARBEITEN
  • Arbeite und begnüge dich mit dem Deinen.
    Lat.:] Sicyon arrodens uxor lacernam texe. (Athenaeus.)
    Dän.:] Man skal arbeyde og tage for goet hvad gud giver. (Prov. dan., 34.)
  • Arbeite und bete zu Gott.
    ee] Tee tööd ja palu Jumalat.
  • Arbeite und du wirst stark sein; setz dich und du wirst stinken.
  • Arbeite und gib dir Mühe, dann kommst du in den Himmel.
    ee] Tee tööd ja näe vaeva, siis saad taeva.
  • Arbeite und manchmal stiehl, den Stolz ja nicht verlier.
    Estland
  • Arbeite und schwitze, sieh zu und leide.
    Estland
  • Arbeite und zahl Geld; das Landstück bleibt dem (Guts)herrn.
    ee] Tee tööd ja maksa raha, maatükk jääb herrale.
  • Arbeite und ziehe den Gürtel fest zusammen; wenn du essen gehst, so lockere (ihn).
    ee] Tii tööd ja kinnita vööd; kui sööma läät, siis nõrguta.
  • Arbeite wie ein Sklave und iss wie ein Lord.
  • Arbeite wie ein Sklave und speise wie ein Herr.
    Albanien
  • Arbeite wie eine Ameise und du wirst Zucker essen.
  • Arbeite zur Arbeitszeit; plaudre zur Plauderzeit.
    ee] Tee tööd töö ajal, aja juttu jutu ajal.
  • Arbeite zur rechten Zeit, und belustige dich zur passenden Zeit.
  • Arbeite, als ob du ewig zu leben hättest, bete, als ob du heute nacht sterben müsstest.
  • Arbeite, als ob du hundert Jahre leben würdest, denke, als ob du morgen stürbst.
    Bulgarien
  • ARBEITEN
  • Arbeite, als wolltest du ewig leben, und sei fromm, als solltest du diese Stunde sterben. - Egenolff, 76b; Agricola, 98.
    Lat.:] Serere ne dubites. (Tappius, 166a.) - Omnem crede diem tibi diluxisse supremum. (Horaz.) - Tanquam perpetuo victurus, adito laborem, et vitam, veluti cras moriturus, age.
    Dän.:] Man skal arbeyde, som man skulle awig leve, og väre from som man skulle döe hoer stund. (Prov. dan., 33.)
    Slov.:] Deluj, kakor bi imel adno ziveti; moli kakor bi imel iutri umreti.
  • Arbeite, an Sonn- und Feiertagen, statt deinen Bruder um Almosen zu bitten.
  • Arbeite, bete, vertraue Gott, und hilf den Nächsten aus der Not.
    Christoph Wilhelm Hufeland (1762-1836), Lebensregeln
  • ARBEITEN
  • Arbeite, bis du schwitzest und iss, bis du satt bist.
    Böhm.:] Jez do syta a delej do potu. (Celakovský, 132.)
  • Arbeite, dann wird das Essen schon süß sein.
    ee] Tii tüüd, küll sõs süük makus om.
  • ARBEITEN
  • Arbeite, du Elender, für diesen faulen Schwelger. - Burckhardt, 109.
  • Arbeite, solange du lebst.
    ee] Tee tööd, kuni elad.
  • Arbeite, und du kannst schlafen.
  • Arbeite, und du wirst essen.
  • ARBEITEN
  • Arbeite, und wär' es auch nur ein einziges Körnlein, und rechne auf den Vortheil des Müssiggängers. - Burckhardt, 55.
  • Arbeite, wäre es auch nur, um einen Pfennig zu gewinnen, und ziehe den Müßiggänger zur Rechenschaft.
  • ARBEITEN
  • Arbeite, wenn du kannst, bekommst du auch nicht, was du verdienst.
  • Arbeiten auf dem Lande ist besser als in der Wüste beten.
  • Arbeiten auf den Feldern ist hart, aber Hunger ist härter.
  • ARBEITEN
  • Arbeiten bringt Brot, Faulenzen Hungersnoth. - Megerle.
    Holl.:] Nog beter is het, verloren arbeid gedaan, dan in ledigheid zich te verliezen. (Bohn I, 335.)
  • Arbeiten dau ik giern, arbeiten måkt mi Spåß, bloß Spåß kann ik nich verdrågen.
  • ARBEITEN
  • Arbeiten für nichts und wieder nichts. (Schles.)
    info] Der Franzose hat dafür die Redensart: Travailler pour le roi de Prusse (Für den König von Preussen arbeiten), was soviel bedeutet, als umsonst arbeiten, seine Mühe nutzlos verschwenden. Der Ursprung dieser Redensart wird in die Zeit Voltaire's verlegt, der, von Friedrich dem Grossen in Ungnade entlassen, dieselbe in dem angegebenen Sinne gebraucht haben soll. Nach andern soll sie daher rühren, dass die preussische Regierung die sogenannten Baugefangenen umsonst an königlichen Ge bäuden arbeiten liess. Ein paar sehr treffende Anwendungen fand die Redensart in neuerer Zeit. Als die Angelegenheit des Manuscriptenfälschers Simonides in Leipzig und Berlin spielte, erzählte auch Ludwig Lalanie, der Redacteur des Athénacum français, von seiner Kenntniss um dieselbe, und machte in Bezug auf den gelehrten und geschickten Betrüger die Bemerkung, der arme Simonides habe, trotz aller aufgebotenen Kunst, in dem berliner Gefängniss schliesslich doch zu der Einsicht kommen müssen, »qu'il avait travaillé pour le roi de Prusse«. - Als sich England anfangs mit dem in Paris (1856) geschlossenen Frieden unzufrieden zeigte, entstand während der Congressverhandlungen folgendes Bonmot: Le roi de Prusse a travaillé, toujours pour la paix, les Anglais ont travaillé contre la paix, mais pourtant ils ont travaillé pour le roi de Prusse.
    info] Büchmann (10. Aufl., S. 127) sucht die Entstehung dieser Redensart in einem Spottliede, das nach der Schlacht von Rossbach von den Parisern gesungen wurde und dessen Refrain lautete: Il a travaillé, il a travaillé pour le roi de Pru sse. - Das 1863 erschienene Husarenbuch des Grafen zur Lippe deutet die Redensart auf die vergeblichen, nur den höhern Ruhm des Preussenkönigs fördernden Anstrengungen seiner kleinen fürstlichen und reichsstädtischen deutschen Gegner.
    Engl.:] To work for a dead horse, or goose. (Bohn II, 156.)
  • ARBEITEN
  • Arbeiten gehört den Menschen, Wohlgerathen kommt Gott zu.
  • ARBEITEN
  • Arbeiten hat seine Zeit, und Feiern hat seine Zeit.
    Böhm.:] Cas práci, a zábavám svá doba. (Celakovský, 133.)
    Slov.:] Dneska rob, zajtra hop. (Celakovský, 133.)
  • ARBEITEN
  • Arbeiten im Lande ist besser als in der Wüste beten.
    info] Das Lieblingssprichwort der Neger in Centralamerika (Panama) dagegen lautet: Nur Narren und Pferde arbeiten; es charakterisirt ihre beispiellose Faulheit.
  • ARBEITEN
  • Arbeiten is forr dumme Lü (Leute) un Päre (Pferde). (Oldenburg.) - Weserzeitung, 4077.
  • Arbeiten is ganz gaut, äwerst nicks dann schmeckt uk nich bitter.
  • Arbeiten ist bei sich selbst sein.
    Peter Hille (1854-1904), Enzyklopädie der Keinigkeiten
  • Arbeiten ist besser als Nichtarbeiten.
  • Arbeiten ist beten.
    la] Laborare est orare.
    info] Grundsatz der Benediktiner.
  • Arbeiten ist demzufolge eine unerlässliche Pflicht des sich in der Gesellschaft bewegenden Menschen. Ob Reich oder Arm, ob Mächtig oder Schwach, jeder müßige Bürger ist ein Spitzbube.
    Jean-Jacques Rousseau (1712-1778)
  • ARBEITEN
  • Arbeiten ist der beste Brautschatz.
  • ARBEITEN
  • Arbeiten ist ihr Vorland (Cap). - Sprenger I.
    info] Aus dem See- oder Küstenleben entlehnt. »Vorland« ist die ins Meer ragende Landspitze, worauf ein Fahrzeug anhält. Arbeiten legt den Grund zu einem sichern Bestehen.
  • Arbeiten ist Irrtums Lohn.
  • ARBEITEN
  • Arbeiten ist kein Zuckerlecken.
    Böhm.:] Roboty - Klopoty. (Celakovský, 127.)
  • ARBEITEN
  • Arbeiten ist keine Schande.
  • ARBEITEN
  • Arbeiten ist leichter als faulenzen.
  • Arbeiten ist selig, sagten die Beginchen, und sie schlugen zu siebt ein Ei.
  • ARBEITEN
  • Arbeiten ist umsunst, wenn das Glück nicht gibt sein Gunst.
    Dän.:] Arbeyde hielper ikke, naar lykken ey vil. (Prov. dan., 34.)
  • Arbeiten lernen, das ist gegenwärtig die Hauptaufgabe wirklich des ganzen Volkes in der Sowjetrepublik. Erreichen, dass alle lesen und schreiben können, auf keinen Fall dabei stehenbleiben, sondern um jeden Preis weitergehen und alles wirklich Wertvolle aus der europäischen und amerikanischen Wissenschaft übernehmen - das ist unsere vorrangige und wichtigste Aufgabe.
    Wladimir Iljitsch Lenin (1870-1924), Ein Löffel Teer in einem Fass Honig
  • ARBEIT
  • Arbeiten machen den Reichthum und der Webestuhl baut das Vorrathshaus. - Bertram.
  • Arbeiten måkt Spaß, säd Fulhans, man mi is gor nich spaßig tau Maut.
  • ARBEITEN
  • Arbeiten malet man einem nicht in den Schild. - Henisch, 101, 32; Petri, II, 18.
  • ARBEITEN
  • Arbeiten mit leerem Magen, ist nicht lang zu tragen.
  • ARBEITEN
  • Arbeiten mögen wir nicht und Herr zu sein geht nicht. (Lit.)
  • Arbeiten muss man, alles andere - zum Teufel damit.
    Anton Pawlowitsch Tschechow (1860-1904), Briefe (9. Dez. 1890)
  • ARBEITEN
  • Arbeiten müssen, dass die Zunge zum Maule 'raushängt.
  • Arbeiten oder eine Karriere haben erhält einen länger jung.
  • ARBEITEN
  • Arbeiten ohne Beten ist ein Fass ohne Wein, ist ein Gold ohne Schein.
    Abraham a Sankta Clara, Judas der Erzschelm
  • Arbeiten ohne Beten ist ein Teich ohne Fisch, ist eine Stube ohne Tisch.
    Abraham a Sankta Clara, Judas der Erzschelm
  • Arbeiten ohne Beten ist eine Nuss ohne Kern, ist ein Himmel ohne Stern.
    Abraham a Sankta Clara, Judas der Erzschelm
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