DICTUM

Sprichwort, adage, proverb, saw, saying, byword, proverbe, proverbio, refrán, frase proverbial, ditado, provérbio, przysłowie, Redensart, colloqualism, idiom, expression, phrase, tournure, poncif, dicton, expresión, frase hecha, locución, frase fatta, modo di dire, expressão idiomática, powiedzenie, powiedzonko, Zitat, quotation, citation, excerpt, quote, cita, citazione, detto, sentenza, passo, citação, Sentenz, sententia, proverbium, adagio, adagium, locutio, dictum, Spruch, carmen, elogium, pronuntatio, Redensart, phrase, collocation, locution

  • Alle Handwerke verstehen.
    i] Zu allem zu gebrauchen sein.
  • Alle Handwerken sünd smerig (sind schmierig).
  • Alle hanen moeten een kam hebben.
  • Alle Hantwerken sünd smêrig, se(de) den Köster sîn Wîf, dô krêg se 'n End Kêrs ût de Kark.
    Ostfriesland
    de] Alle Handwerke sind schmierig, sagte der Küster zu seiner Frau, die bekam sie ein Kerzenende aus der Kirche.
  • Alle Hast dênt nich.
  • Alle hast is nien spôd.
    ndt] Ilen Hast hat sien Daj keenen Schpuot.
    Neumark
    nl] Haast is geen spoed.
    nl] Met zinnen, kinder, wat ghy doet! Je groter haast, je minder spoed.
    bm] Kvapky mívají hapky.
  • Alle Hast taugt nicht(s).
  • Alle have ei lykke til at hove ride.
  • Alle have talen, faa viisdommen.
  • Alle Hebel (o. Himmel und Hölle) in Bewegung setzen.
    var] Alle Minen springen lassen.
    en] To move heaven and earth
    fr] Remuer ciel et terre - Faire flèche de tout bois - Faire jouer tous les ressorts - Faire feu des quatre fers (o. pieds) - Faire des pieds et des mains
    it] Muovere (o. mettere sottosopra) cielo e terra - Far fuoco e fiamme - Aiutarsi con le mani e con i piedi
  • Alle Hebel ansetzen.
    la] Omnes adhibere machinas.
  • Alle Hebel in Bewegung setzen um ein Ziel zu erreichen.
    fr] Remuer ciel et terre.
  • Alle Hebel in Bewegung setzen
    la] Acheronta movebo.
    Vergil (70-19 v. Chr.), Aeneis
  • Alle Heilige d'Füss abbissen.
    Luzern
    i] Lippendienst tun.
  • Alle Heiligen anrufen.
    i] In großer Verlegenheit sein. Alle Triebräder in Bewegung setzen. Aus der Ansicht entstanden, dass die Fürbitte vieler Heiligen einen verstärkten Einfluss auf die Ratschlüsse Gottes habe)
    fr] Il appelle tous les saints du calendrier à son secours.
    fr] Il ne sait à quel saint se vouer.
    fr] Il se recommende à tous les Saints et Saintes de paradis.
  • Alle Heiligen sind ein Heiliger.
    Die Heilgen alle sind ein Heiliger allein:
    Weil sie ein Hertz / Geist / Sinn / in einem Leibe seyn.
    Angelus Silesius, Cherubinischer Wandersmann, Fünfftes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 7
  • Alle Hennen scharren auseinander, keine zusammen.
  • Alle hernach!
    Eine Kirchhofinschrift.
    i] Früher oder später wird jeder eine Beute des Todes.
  • Alle Herrlichkeit auf Erden.
    geflügeltes Wort
  • Alle Herrschaft nimmt einmal ein End'.
    la] Nulla potentia longa est.
  • Alle Herzen im Sturm erobern
  • Alle Herzen sind Geschwister.
    Holland
    bm] Jedno Brdce druhého se týká.
    bm] Jedno srdce druhému rozumí.
  • Alle Herzen sind zu fühlen geschaffen, und alle Vergnügungen scheinen gemacht zu sein, der Seele Liebe einzuflößen.
    Marianne Ehrmann (1755-1795), Philosophie eines Weibs
  • Alle Hilfe bâte, sât der Wouf (Wolf), en schlucket en Möck (Mücke).
    Aachen (bâte = frommt, nützt)
  • Alle Hilfe bate, seit der Jong, do pischden 'e en der Rihn.
  • Alle Hilfe bate, seit et Mätsche, do spannden et der (den) Hahn en de Schörkär (Schiebkarren).
    Gladbach
  • Alle Hilfe kommt von Gott.
    la] A Deo est enim omnis medela.
  • Alle Himml-Herrgotz-Jesus-Hailands-Kruzifix-Greiz-und-Fahnadrägr sollet komma, s goht weitr.
  • Alle historischen Bücher, die keine Lügen enthalten, sind schrecklich langweilig.
    Anatole France (1844-1924), Die Schuld des Professors Bonnard
  • Alle historischen Rechte veralten.
    Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), Aphorismen
  • Alle hoffen auf ein Jenseits und niemand freut sich darauf.
    Emanuel Wertheimer (1846-1916), Aphorismen
  • Alle Hoffnung ist angefault.
    Basken
  • Alle Hoffnungen in jemanden setzen.
    es] Poner todas las esperanzas en alguien.
  • Alle Hoffnungen sind naiv, aber wir leben von ihnen.
  • Alle hohe Ding durchwehen die bösen rauhen Winde.
    Paternoster
  • Alle hohen Bäume werfen Schatten.
  • Alle Hölpen (Betjes, Hilfe) baten (nützt).
    Deutz
  • Alle Hölpen (Hilfe) baten (nützt), sei de Möck, do pêste se en de Rhîn.
    Meurs
  • Alle Höner (Hühner).
    Mecklenburg
    i] Soviel wie: Aller Abschied, de ganze Rummelie. Alle Neun im Kegelspiel.
  • Alle horizontalen Flächen werden in kurzer Zeit mit Gerümpel bedeckt sein (Naturgesetz).
  • Alle Hühner werden nicht zu gleicher Zeit Eier legen.
  • Alle hui.
    Rottenburg
    i] Alle Augenblicke.
  • Alle Hülff batt (Hilfe nützt), sagt der Wolff und fieng ein Muck mit dem Maul.
  • Alle Hünd (Hunde) ün alle Jewunim hoben ein Punim.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    i] Jewunim = Plural von Jawan = Grieche; griechisch-katholischer Christ, Russe; in dem obigen Sprichwort: russische Soldaten; Punim = Gesicht, Aussehen.
  • Alle Hunde bellen, aber nicht jeder beisst.
    Russland
    fr] Tous les chiens, qui aboient, ne mordent pas.
    nl] Alle blaffende (keffende) honden bijten niet.
  • Alle Hunde bellen: ams amma, amma!
    Litauen
  • Alle hunde bide ikke reven.
  • Alle Hunde loslassen.
  • Alle Hunde sind stark im eigenen Hof.
  • Alle hundert Li ändern sich die Sitten, alle zehn Li ändern sich die Bräuche.
  • Alle hundert Li ist der Himmel ein anderer.
    China
  • Alle Hundsschiss.
    i] Alle Augenblicke.
  • Alle Hurenkinder haben gunst und ehre loser und vnuerstendiger Leute.
  • Alle Hypothesen hindern den Anatheorismos, das Wiederbeschauen, das Betrachten der Gegenstände, der fraglichen Erscheinungen von allen Seiten.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 1221
  • Alle Ideen Christi sind vom Menschenverstand verdorben worden und scheinen unerfüllbar zu sein.
    Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821-1881), Tagebuch eines Schriftstellers
  • Alle Ideen sind wahr, insofern sie auf Gott bezogen werden.
    Baruch de Spinoza (1632-1677), Ethik
  • Alle Ideen, die man aus Büchern erhält, kann man tot nennen im Vergleich mit jenen, die man durchs Anschauen bekommt.
    Nikolai Michailowitsch Karamsin (1766-1826), Reise durch Deutschland
  • Alle im Rückschreiten und in der Auflösung begriffenen Epochen sind subjektiv, dagegen aber haben alle vorschreitenden Epochen eine objektive Richtung. Unsere ganze jetzige Zeit ist eine rückschreitende; denn sie ist eine subjektive. Dieses sehen Sie nicht bloß an der Poesie, sondern auch an der Malerei und vielem anderen. Jedes tüchtige Bestreben dagegen wendet sich aus dem Innern hinaus auf die Welt.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
  • Alle Individuen und, wenn sie tüchtig sind und auf andre wirken, ihre Schulen sehen das Problematische in den Wissenschaften als etwas an, wofür oder wogegen man streiten soll, eben als wenn es eine andere Lebenspartei wäre, anstatt dass das Wissenschaftliche eine Auflösung, Ausgleichung oder eine Aufstellung unausgleichbarer Antinomien fordert.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 1182
  • Alle Inseln spürt er, alle fernen
    Küsten - nur das Paradies nicht auch.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Der Antritt des neuen Jahrhunderts
  • Alle Intuitionen, die Spezialgebiete betreffen, gebe ich, sofern sie irgendwie beachtenswert erscheinen, als Anregungen den Herren vom Fache weiter. Ich für meine Person beschränke mich darauf, mich in den Sinn der Dinge zu versenken. Hierbei nun wirkt der Andrang zu vieler Tatsachen nicht fördernd, sondern hinderlich.
    Eduard von Keyserling (1855-1918), Reisetagebuch eines Philosophen, Im indischen Ozean
  • Alle irdische Gewalt beruht auf Gewalttätigkeit.
    Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), Aphorismen
  • Alle irdische Poesie ist immer noch zu charakteristisch, rein objektiv zu sein, das heißt noch zu individuell, nicht generell genug. Ja, was uns als reines Objekt vorkommt, ist selbst noch Individuum. Die Sonne selbst ist ein Individuum, ob sie uns gleich als das reinste Objekt erscheint, da sie mit nichts zu vergleichen ist. Alle empirische Poesie, selbst die uns am meisten objektiv erscheint, die griechische oder antike, ist doch nur charakteristisch und individuell und imponiert uns nur dadurch, durch ihr streng Charakteristisches. Es ist ein erhöhtes Griechentum, was uns entgegenkommt.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Riemer, 28.8.1808
  • Alle Irrtümer der Menschen sind ein Nebel der Wahrheit; alle Leidenschaften seiner Brust sind wildere Triebe einer Kraft, die sich selbst noch nicht kennet, die ihrer Natur nach aber auf nichts anders als aufs Bessere wirket.
    Johann Gottfried Herder (1744-1803), Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit
  • Alle Irrtümer haben nur eine Zeit, nach hundert Millionen Schwierigkeiten, Spitzfindigkeiten und Ränken ist die kleinste Wahrheit doch immer noch, was sie war.
    China
    it] La verità è senza varieta.
  • Alle Irrtümer und Fehler der Demokratie kommen daher, dass das Volk oder vielmehr die Führer des Aufruhrs, nachdem sie den Thron gestürzt und den Herrscher verjagt haben, die Gesellschaft zu revolutionieren glaubten, weil sie das monarchistische Personal revolutionierten und, indem sie das vollständig organisierte Königtum beibehielten, es nicht mehr auf das göttliche Recht, sondern auf die Souveränität des Volkes zurückführten. Gegen diesen rechtlichen und faktischen Irrtum, der in der Praxis niemals wirken könnte, protestierten alle Revolutionen.
    Pierre-Joseph Proudhon (1809-1865), Bekenntnisse eines Revolutionärs
  • Alle Jahr ein Käs, gibt wenig Käs; alle Jahr ein Kind, gibt viel Kind.
    Schweiz
    var] Alle Jahr ein Käs, wenig Käs; alle Jahr ein Kind, viel Kind.
    var] Alle Jahr ein Käse, wenig Käse, alle Jahr ein Kind, viel Kinder.
  • Alle Jahre ein Käse ist nicht gleichviel Käse; aber alle Jahr ein Kind ist gleichviel Kind.
    ndt] Alli Jahr a Chäs isch nid glî (gleich, bald) viel Chäs, aber alli Jahr 's Chind isch glî viel Chind.
    Bern
  • Alle Jahre einmal mit vollem Sack ist besser als alle Tag mit leerem Beutel.
  • Alle Jahre wieder.
    geflügeltes Wort
  • Alle Jahre wird ein Feld leer.
  • Alle Jahrhunderte ähneln sich durch die Bosheit der Menschen.
    Voltaire (1694-1778), Zeitalter Ludwigs XIV.
  • Alle Jubeljahre einmal.
    ndt] Olle heilja Zeita.
    Schlesien
    ndt] Olle Ihrenzeita amol.
  • Alle Jubeljahre.
    en] Once in a blue moon.
  • Alle Juden haben denselben Verstand.
    Jiddisch
    i] Weil ihre Weisheit aus ihren heiligen Schriften stammt)
  • Alle Juden haben ein S'echel.
    Warschau
    i] Weil ihre Weisheit aus ihren heiligen Schriften stammt.
  • Alle Juden können Vorsänger sein, aber die meisten sind heiser.
    Jiddisch
  • Alle Kälber gehen ja nicht zur Herde.
    ee] Ega kõik vasike lää-äi' karja.
  • Alle Kalender betriegen.
  • Alle Kamele kämpfen; nur das unsere liegt still da.
    Libanon
  • Alle Kämpfer fechten in des Königs Bann.
    Rechtssprichwort
    i] Der König ist oberster Heerführer und führt den ersten Schild, dann folgen die übrigen Heerschilder unter ihnen, der zweite die geistlichen Fürsten, der dritte, die weltlichen Fürsten und Herzoge, der vierte, die Freiherren.
    altfries] Umbe thet fiuchtath alle campe binna thes kininges banne.
  • Alle kann man nicht mit einem Maß messen.
    ee] Kõiki ei saa ühe mõeduga mõeta.
  • Alle Kannen und Kübel sind hohl.
    i] Von dem, was keinem Zweifel unterliegt, was gewiss und allbekannt ist.
  • Alle Karten in der Hand haben.
  • Alle Katzen lieben ihre Jungen.
  • Alle Katzen lüstet's nach Milch.
    ndt] Alle (alte) Katten lüstet auk Mealke.
    Büren
  • Alle Katzen möchten eine Schelle haben.
    Italien
  • Alle Katzen wollen Schellen, alle Frauen Korallen.
    Bergamasken
  • Alle Käufe wollen Gewähr.
    i] Wird der Käufer einer Sache mit einer Eigenthumsklage belangt, so bezieht er sich in Betreff der Gewer auf seinen Vordermann, um den rechtmäßigen Erwerb nachzuweisen.
  • Alle kennen den Affen, aber der Affe kennt niemanden.
    var] Alle kennen den Affen, aber der Affe kennt keinen.
    se] Alla känna apan, men apan känner ingen.
  • Alle kennen den Bär, aber der Bär kennt keinen.
    Finnland
  • Alle kiende abe, abe kiender ingen.
  • Alle Kinder sind dankbar, wenn man sich mit ihnen beschäftigt ...
    Honoré de Balzac (1799-1850), Die Lilie im Tal
  • Alle Kinder sind klug, solange sie klein sind, aber bei der Mehrzahl bleibt es beim Kinderverstand.
    Jiddisch
  • Alle Kinder werden mit Weinen geboren.
    la] Clamabunt E et A quotquot nascuntur ab Eva.
  • Alle Klassen von Menschen strömen in die Hauptstadt zusammen, welche für Laster wie für Tugenden hohe Preise aussetzt.
    Lucius Annaeus Seneca (1-65)
  • Alle kleinen Bäche (o. Wasser) laufen in die großen.
    nl] De kleine beken loopen in de groote.
  • Alle kleinen Bäche (o. Wasser, Gewässer) laufen in die großen.
    mhd] Alle kleine water lopen in de groten.
    nl] De kleine beken loopen in de groote.
    la] Exigui manant fontes in flumina magna.
  • Alle Kleinen sind schön, selbst die des Teufels.
  • Alle kleinen Wasser laufen in die großen.
    zit] Die kleinen Wasser allgemein laufen in die großen hinein.
  • Alle Klugen gehen zu Fuß, und alle Narren fahren in Kutschen.
    Jiddisch
  • Alle Klugheit einer Frau ist in ihrem Hause, wenn sie es verlässt, ist sie wertlos.
    Kurdistan
  • Alle Knoten bleiben im Kamm hängen.
    it] Tutti i nodi vengono al pettine.
  • Alle kommen in den alten (d. i. heiligen) Hain (od. auf den Beerdigungsplatz).
    ee] Vana varikohe lääva kõik.
  • Alle können ja nicht auf einem Schlitten fahren.
    ee] Ega kõik või ühe kelgu peal sõita.
  • Alle können nicht alles (machen).
    la] Non omnia possumus omnes.
  • Alle können nicht auf einem Stäbchen stehen.
    ee] Kõik saa-ai üte pulga pääl saista.
  • Alle können tadeln und richten, aber wenig können dichten.
  • Alle Köpe willen Wehrent hebben.
    Rügen
  • Alle Köpfe haben Haare, aber nicht alle Gehirn.
  • Alle Körper sind entweder in Bewegung oder in Ruhe.
    Baruch de Spinoza (1632-1677), Ethik
  • Alle Körper sind mit dem Weltganzen zusammengewachsen und wirken wie unsere Glieder miteinander zusammen.
    Mark Aurel (121-180), Selbstbetrachtungen
  • Alle Körper weisen Spuren der Einheit auf, erreichen sie aber nicht.
    Augustinus (354-430), Über die wahre Religion
  • Alle Kraft der Menschenbrust wird jetzt zu Freiheitsliebe, und die Freiheit ist vielleicht die Religion der neuen Zeit, und es ist wieder eine Religion, die nicht den Reichen gepredigt wurde, sondern den Armen, und sie hat ebenfalls ihre Evangelisten, ihre Märtyrer und ihre Ischariots!
    Heinrich Heine (1797-1856), Englische-Fragmente
  • Alle Kraft dringt vorwärts in die Weite,
    Zu leben und zu wirken hier und dort;
    Dagegen engt und hemmt von jeder Seite
    Der Strom der Welt und reisst uns mit sich fort.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Die Geheimnisse
  • Alle Kraft ist man der Welt schuldig und dem, der uns am nächsten steht, am ersten.
    Bettina von Arnim (1785-1859), Die Günderode
  • Alle Kraft, alles Leben, alle Derbheit, alle Frische der Nation kann nur im Volk liegen, das, so wie es immer als Masse handelt, auch einen solchen Charakter hat.
    Wilhelm von Humboldt (1767-1835), an Karoline, 20. 8. 1814
  • Alle kräftigen Menschen lieben das Leben.
    Heinrich Heine (1797-1856), Französische Zustände, Die Reformbill in England
  • Alle Krähen unter dem Himmel sind schwarz.
  • Alle Kreaturen jagen Gott mit ihrer Liebe, denn es ist kein Mensch so unselig, dass er aus Bosheit sündigte; sondern er tut es um seiner Lustgier willen.
    Meister Eckhart, Fragmente
  • Alle Kreaturen sind ein Fußstapfen Gottes.
    Meister Eckhart, Fragmente
  • Alle Krebse haben den gleichen Gang.
    China
  • Alle Kreter lügen.
    Altgriechisch
  • Alle Kriege sind nur Raubzüge.
    Voltaire (1694-1778)
  • Alle Kriegsgeschichte wird erst verständlich, wenn man sie auf ihre ökonomischen Grundlagen, zurückführt. Sie verflüchtigt sich dagegen in einen historischen Roman, wenn man das größere oder geringere 'Genie' der Feldherren zü ihrem bewegenden Hebel machen will.
    Franz Mehring (1846-1919), Die Lessing-Legende
  • Alle Kristallisationen sind ein realisiertes Kaleidoskop.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 1394
  • Alle Kritik, aller Tadel läuft auf den Satz hinaus: ich bin nicht du.
  • Alle Krokodile der Welt haben nicht so viele Tränen, wie eine Schwiegertochter beim Tode ihrer Schwiegermutter vergießt.
    Indien
  • Alle krummen Hölzer sind quaat (schwer) zu richten.
  • Alle krummen Wege wissen.
    fr] Favoir bien tous les biais pour la grippe.
  • Alle Krummschnäbel erhalten sich vom Rauben.
  • Alle Kühe sind des Nachts (im Finstern) schwarz.
  • Alle Kühe sind Kälber gewesen.
    i] Alles entwickelt sich stufenweise bis auf den Punkt, den es seiner Natur nach zu erreichen bestimmt ist; auf einmal ist nichts vollkommen. Von dem Sprichwort macht jedoch ein Stier in Nürnberg über dem Tor eines Schlachthauses eine Ausnahme, denn von ihm heißt es: 'Eh' was vollkommen wird, muss es mit Weil genesen; gleichwohl ist der Ochs allhier kein Kalb gewesen.'
  • Alle Kultur und Kunst, welche die Menschheit ziert, die schönste gesellschaftliche Ordnung, sind Früchte der Ungeselligkeit, die durch sich selbst genötigt wird, sich zu disziplinieren und so durch abgedrungene Kunst die Keime der Natur vollständig zu entwickeln.
    Immanuel Kant (1724-1804), Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht
  • Alle Kultur wird einem gefährlich: dem Ungeziefer. Wir Modernen haben keine Ahnung mehr davon, was die Laus dem Mittelalter bedeutete. Die Romantik entsteht nur durch räumliche, zeitliche und - gründliche Entfernung des Beschauers von der Sache.
    Emil Gött (1864-1908), Aphorismen
  • Alle Kunst gefällt nur, wenn sie den Charakter der Leichtigkeit hat. Sie muss wie improvisiert erscheinen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Riemer, 1803-1814
  • Alle Kunst ist ein Ersatz des Abwesenden, und das beste Mittel es herzustellen, erhält den Preis, sei's Malerei oder Poesie. Sie zeigt allzeit Mangel an. Wenigstens war dies ihre Erfindung. Das Gegenwärtige festzuhalten ist schon Luxus und Weichlichkeit und Mangel an Sinn für Natur.
    Wilhelm Heinse (1746-1803) (1746-1803), Aphorismen
  • Alle Kunst ist Entwicklung von Vorstellungen, wie alles Denken Entwicklung von Begriffen ist.
    Konrad Fiedler (1841-1895), Schriften zur Kunst
  • Alle Kunst ist Nachahmung der Natur.
    Lucius Annaeus Seneca (1-65), Moralische Briefe
  • Alle Kunst ist schwer, und wer sie beurteilen will, muss durchaus die Teilnahme und den Respekt mitbringen, die aller ehrlichen Arbeit gebührt.
    Theodor Fontane (1819-1898), Briefe
  • Alle Kunst ist seelische Bewegung, hervorgerufen durch die Mittel der betreffenden Kunst.
    Henry von Heiseler (1875-1928), Sämtliche Werke
  • Alle Kunst ist völlig nutzlos.
    Oscar Wilde, Das Bildnis des Dorian Gray
  • Alle Kunst ist zugleich auch Handwerk, was bitter erlernt werden muss.
    Adolph Menzel (1815-1905)
  • Alle Kunst ist zugleich Oberfläche und Symbol.
    Oscar Wilde (1854-1900), Das Bildnis des Dorian Gray
  • Alle Kunst praktischer Erfolge besteht darin, alle Kraft zu jeder Zeit auf einen Punkt - auf den wichtigsten Punkt - zu konzentrieren und nicht nach rechts oder links zu sehen.
    Ferdinand Lassalle
  • Alle Kunst soll bloß Zeichen sein; sobald sie die Wirklichkeit selbst sein will, ist sie gräßlich und wird wirklich tot, wie auf einmal ein Mensch an Schlag gestorben, und ohne Bewegung. Zum Beispiel eine natürlich kolorierte Statue.
    Wilhelm Heinse (1746-1803), Aphorismen
  • Alle Künste lernt und treibt der Deutsche, zu jeder
    Zeigt er ein schönes Talent, wenn er sie ernstlich ergreift.
    Eine Kunst nur treibt er und will sie nicht lernen, die Dichtkunst.
    Darum pfuscht er auch so, Freunde, wir habens erlebt.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Venezianische Epigramme 33
  • Alle Künste sind gut, ausgenommen die langweilige Kunst.
    Voltaire (1694-1778)
    var] Alle Kunstgattungen sind gut, mit Ausnahme der langweiligen.
    Voltaire, Enfant prodigue
  • Alle Künste und Wissenschaften beruhn auf partiellen Harmonien. (Poeten, Wahnsinnige, Heilige, Propheten.)
    Novalis (1772-1801), Aphorismen und Fragmente, 1798-1800
  • Alle Kunstform borniert.
    Christian Morgenstern, Stufen
  • Alle kwade honden spelen met den staart.
  • Alle Lächerlichkeiten der Menschen charakterisieren nur eine schlechte Eigenschaft, nämlich die Eitelkeit, und da die Leute der großen Welt ihre Leidenschaften dieser Schwäche unterordnen, so liegt offenbar deswegen so wenig Wahrheit in ihrer Lebensführung. Nichts ist so natürlich im Menschen wie die Eitelkeit, und nichts entfremdet ihn so sehr der Natur.
    Luc de Clapiers, Marquis de Vauvenargues (1715-1747), Nachgelassene Maximen, Die französischen Moralisten
  • Alle lachten herzlich, denn keiner hatte den Scherz verstanden.
    Julius Stettenheim (1831-1916) (1831-1916), Wippchen's sämmtliche Berichte
  • Alle lacrime di un erede, (è) ben matto chi ci crede.
  • Alle Land sind des Weisen Vaterland.
  • Alle Länder haben England nötig.
    England
  • Alle landsbedienden hebben een' eed gedaan.
  • Alle Lasten gehen in den Gütern.
    i] Die wesentlichste Eigenschaft der Reallasten ist, dass sie nicht auf der Person, sondern auf dem Gute haften.
    altfries] Alle berthe gaed in da gueden.
  • Alle Laster entspringen beinah aus dem Missverhältnis der Armut gegen den Reichtum.
    Wilhelm von Humboldt (1767-1835), Tagebuch, 11. 8. 1789
  • Alle Laster nehmen mit der Zeit ab, nur Geiz und Lüge nehmen zu.
    mhd] So der gîtig minr des weges hât, so er mê guotes ûf sich lât.
    en] When all sins grow old, covetousness grows young.
    it] Ogni cosa si scema con la vecchiezza fuor chè l'avarizia.
  • Alle laster nemen bei den Menschen ab; allein die begierd zu gelt und gütern bleibt bei ihm biss in die Höll.
  • Alle Laster sind auf dem Dolden.
  • Alle laster tage af omsider, gierighed voxer altid til.
  • Alle lebenden Kreaturen haben die gleiche Seele, auch wenn ihre Körper verschieden sind.
  • Alle Lebewesen außer dem Mensch wissen, dass der Hauptzweck darin besteht es zu genießen.
  • Alle Lebewesen außer dem Menschen wissen, dass der Hauptzweck des Lebens darin besteht, es zu genießen.
    Samuel Butler (1835-1902)
  • Alle leeren Seelen neigen zu extremen Ansichten.
    William Butler Yeats (1865-1939), Entfremdung
  • Alle Lehren, denen man Originalität zuschreiben kann, sind nicht so leicht gefaßt, nicht so geschwind epitomiert und systematisiert.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Geschichte der Farbenlehre? Einleitung
  • Alle Leiden um uns müssen auch wir leiden.
    Franz Kafka (1883-1924), Betrachtungen über Sünde, Leid, Hoffnung und den wahren Weg
  • Alle Leidenschaften sind nichts anderes als die verschiedenen Grade der Wärme und Kälte des Blutes.
    François de La Rochefoucauld (1613-1680), Unterdrückte Maximen
  • Alle Leidenschaften sind nur übersteigert, natürliche - legitime - Triebe.
    Lew Nikolajewitsch Tolstoi (1828-1910), Tagebücher (1907)
  • Alle Leidenschaften sind nur verschiedene Grade der Wärme und der Kälte des Blutes.
    François VI. Herzog de La Rochefoucauld (1613-1680)
  • Alle Leidenschaften sind Schwestern.
    Frankreich
  • Alle Leidenschaften suchen ihre Nahrung, die Furcht liebt den Gedanken an Gefahr.
    Joseph Joubert (1754-1824), Gedanken, Versuche und Maximen
  • Alle Leidenschaften übertreiben und wären keine Leidenschaften, wenn sie nicht übertrieben.
    Nicolas Chamfort (1741-1794), Maximen und Gedanken
  • Alle Leidenschaften verleiten uns zu Fehlern, die Liebe aber zu den lächerlichsten.
    François VI. Herzog de La Rochefoucauld (1613-1680)
  • Alle lemmer lyde hovedet.
  • Alle Leute konnten nicht treffen, aber mein Sohn schoss dicht vorbei.
  • Alle Leute tragen die Augen in der Tasche und die Füße in der Hand.
  • Alle Leute, welche Sachen von uns kaufen, die wir nicht mehr brauchen, und eben aus dieser einzigen Ursache weggeben, stehen nicht in dem besten Kredit bei der Welt, die Antiquarii, die geringen Juden, alle Trödler, die Dungkärrner, die ihre Grade haben und endlich sich gar in das Unehrliche verlieren.
    Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), Aphorismen (Sudelbücher), 1768 - 1771
  • Alle Lieb dolosiret.
    la] Omnis amans amens.
  • Alle Liebe bezieht sich auf Gegenwart, was mir in der Gegenwart angenehm ist, sich abwesend mir immer darstellt, den Wunsch des erneuerten Gegenwärtigseins immerfort erregt, bei Erfüllung dieses Wunsches von einem lebhaften Entzücken, bei Fortsetzung dieses Glücks von einer immer gleichen Anmut begleitet wird, das eigentlich lieben wir, und hieraus folgt, dass wir alles lieben können, was zu unserer Gegenwart gelangen kann, ja um dasLetzte auszusprechen: dieLiebe des Göttlichen strebt immer darnach, sich das Höchste zu vergegenwärtigen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 388
  • Alle Liebe dieser Welt ist auf Eigenliebe gebaut.
    Ließest du die Eigenliebe, so ließest du leicht die ganze Welt.
    Meister Eckhart (1260-1328), Merksprüche und Weisungen
  • Alle Liebe ist Liebe, aber Eigenliebe ist die stärkste.
    Afrika
  • Alle Liebe will besitzen, und ich will nicht besessen sein.
    Christian Morgenstern, Lebensluft
  • Alle lieben den Besitz, aber nicht alle werden von ihm geliebt.
    Russland
  • Alle lieben sich selbst.
    Titus Maccius Plautus (254-184 v. Chr.), Die Gefangenen
  • Alle Liebesbriefe sind lächerlich. Sie wären nicht Liebesbriefe, wären sie nicht lächerlich.
    Fernando Pessoa (1888-1935), Dichtungen
  • Alle Liebesgesänge gleichen Gebeten, das macht sie so innig und seelisch.
    Malwida von Meysenbug (1816-1903), Der Lebensabend einer Idealistin
  • Alle Lieder lassen sich nicht aussingen.
    i] Man kann nicht jedes Thema erschöpfend behandeln.
  • Alle List und Kunst brauchen.
    la] Omnes adhibere machinas.
  • Alle listicheit en botet alletyt nicht.
    la] Saepe dolus caruit faustis successibus omnis.
  • Alle listigen Füchse kommen endlich beim Kürschner in der Beize zusammen.
    var] Der listige Fuchs wird doch endlich unterm Arm zur Kirche getragen.
    fr] La peau du renard finit toujours par arriver à la boutique du pelletier. (Die Haut des Fuchses kommt schließlich immer in den Laden des Pelzhändlers.)
  • Alle Loblieder enthalten eine Beimischung Opium.
    Jonathan Swift (1667-1745), Gedanken über verschiedene Gegenstände
  • Alle Löcher durchsuchen.
    nl] Al de gaten omzoeken.
  • Alle Löpers (Läufer) sünt kêne Köpers.
    i] Es haben nicht alle Leute, die auf dem Markt herumlaufen, die Absicht zu kaufen.
  • Alle Lügen ersticken in der Wiegen.
    la] Mendacium non senescit.
  • Alle Lügen sind krumm, grad' ist keine, wie die Schlange auch.
    zit] Alle Lügen seyen krumb, keine grad, wie die Schlange auch, die seyn immer schlecht, aussgenommen, wann sie tot sind.
    Martin Luther (1483-1546)
  • Alle Lumpen kommen nach Prato!
  • Alle Lust der Welt ist kurzer Traum nur.
    Francesco Petrarca (1304-1374), Sonette, I, 14
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