DICTUM

Sprichwort, adage, proverb, saw, saying, byword, proverbe, proverbio, refrán, frase proverbial, ditado, provérbio, przysłowie, Redensart, colloqualism, idiom, expression, phrase, tournure, poncif, dicton, expresión, frase hecha, locución, frase fatta, modo di dire, expressão idiomática, powiedzenie, powiedzonko, Zitat, quotation, citation, excerpt, quote, cita, citazione, detto, sentenza, passo, citação, Sentenz, sententia, proverbium, adagio, adagium, locutio, dictum, Spruch, carmen, elogium, pronuntatio, Redensart, phrase, collocation, locution

  • Alle Poesie soll belehrend sein, aber unmerklich, sie soll den Menschen aufmerksam machen, wovon sich zu belehren wert wäre, er muss die Lehre selbst daraus ziehen, wie aus dem Leben.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Zelter, 26.11.1825? Nachschrift
  • Alle Polemik ist unkünstlerisch.
    Jakob Bosshart (1862-1924), Bausteine
  • Alle Politik muss ihre Knie vor dem Recht beugen.
    Immanuel Kant (1724-1804), deutscher Philosoph
  • Alle politischen Fragen, alle Fragen des Rechts, sind im Grunde nur Machtfragen.
    August Bebel (1840-1913), deutscher Politiker, Mitbegründer der SPD
  • Alle politischen Gebilde sind Gewaltgebilde.
    Max Weber (1864-1920), Politik als Beruf
  • Alle positiven und geoffenbarten Religionen sind folglich gleich wahr und gleich falsch.
    Gotthold Ephraim Lessing, Über die Entstehung der geoffenbarten Religion
  • Alle Pracht des Orients hat doch am Ende nichts Höheres wie die liebenden Herzen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), S. Boisserée, 4.8.1815
  • Alle Praktiken der Orden, der solitären Philosophen, der Fakirs sind von dem richtigen Wertmaße eingegeben, dass eine gewisse Art Mensch sich noch am meisten nützt, wenn sie sich soviel wie möglich hindert, zu handeln.
    Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900), Wille zur Macht
  • Alle praktische Menschen suchen sich die Welt handrecht zu machen, alle Denker wollen sie kopfrecht haben. Wie weit es jedem gelingt, mögen sie zusehen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 924
  • Alle Priester sollen arm sein und nichts haben als das Almosen.
    Jan Hus (1369-1415), Glaubensartikel (überliefert von Siegmund Meisterlin: Chronik Nürnbergs)
  • Alle prime minestre non s'ingrassa.
  • Alle prime rinfrescate si mette a prova la sanità. Ma pure s'intende a quest'altro modo, almeno in montagna dov'è più freddo: io ti conosco pover'uomo che non hai panni d'inverno da porti indosso.
  • Alle privilegierten Priester haben sich verbündet mit Cäsar und Konsorten zur Unterdrückung der Völker.
    Heinrich Heine (1797-1856), Deutschland, Von Luther bis Kant
  • Alle Qualen werden nicht gewogen.
  • Alle Quellen versiegen.
    la] Baccae egent oleo.
  • Alle qvinder ere gode lutherske de prædike heller end de høre messe.
  • Alle Raben auf der Welt sind schwarz.
    China
  • Alle Raben sind schwarz und alle Gutsherrn böse.
    China
  • Alle Raben unter dem Himmel sind schwarz.
  • Alle Räder stehen still,
    Wenn dein starker Arm es will!
    Georg Herwegh (1817-1875), Bundeslied für den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein
  • Alle Räder und Rädchen wollen Schmiere haben.
    ee] Kõik rattad ja rattakesed tahavad määret saada.
  • Alle Rätsel der Welt, so schwierig sie sich auch entbieten, sind ein Muster an Einfachheit, sobald ihre Lösung bekannt ist.
  • Alle Reden halten sich nicht auf dem Wasser.
    Finnland
    fr] Ce n'est pas tout évangile, ce que l'on dit par la ville.
  • Alle reden vom Energiesparen. Ich spare meine.
  • Alle reden vom Wetter, wir nicht!
    geflügeltes Wort
  • Alle Regeln und Formen der Höflichkeit enthalten die Verkörperung eines nach Ausdruck ringenden Innerlichen; der Gedanke, der Geist hat sie alle geschaffen, es gibt keine einzige, die ohne ihn in die Welt gekommen wäre, das heißt, es hat niemals eine Höflichkeitsform gegeben, die von allem Anfang an bedeutungslos gewesen wäre.
    Rudolf von Ihering (1818-1892), Der Zweck im Recht
  • Alle Regeln, alle Art zu arbeiten beruht auf Zweck. Ein Werk bloß für die Kunst machen heißt, ein Ziel in der freien Luft treffen wollen.
    Wilhelm Heinse (1746-1803), Aphorismen
  • Alle Regierung beruht auf Meinung, und das gilt für die freieste und populärste Regierung ebenso wie für die despotischste und militärischste.
    David Hume (1711-1776), schottischer Philosoph, Ökonom und Historiker
  • Alle Regierungen fordern blinden Glauben, sogar die göttliche.
    Friedrich Hebbel (1813-1863)
  • Alle Regierungen, seien sie noch so unabhängig, sind en dernier lieu nur die Vollstrecker der ökonomischen Notwendigkeiten der nationalen Lage.
    Friedrich Engels (1820-1895)
  • Alle Regierungs- und Verwaltungsgeschäfte erfordern die vereinigte Wirkung vieler Menschen.
    Christian Garve (1742-1798), Uber Gesellschaft und Einsamkeit
  • Alle Regierungsformen werden mit der Zeit unzulänglich.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Riemer, 20.2.1828
  • Alle Register ziehen (o. spielen lassen)
    en] to pull all the stops - to go it strong
    fr] mettre tout en oeuvre - employer (o. recourir à) tous les moyens
    it] ricorrere a (o. valersi di) ogni mezzo
  • Alle reichen Leute sind seine Vettern.
    nl] Alle rijke lieden zijn zijne magen.
  • Alle Reichtümer kommen aus der Erde.
  • Alle Reichtümer, die unrechtmäßig erworben werden, zerschmelzen in den Händen ihres Besitzers wie ein Schneeball.
  • Alle reinen Segenskräfte der Menschheit sind nicht Gaben der Kunst und des Zufalls, im Innern der Natur aller Menschen liegen sie mit ihren Grundanlagen. Ihre Ausbildung ist allgemeines Bedürfnis der Menschheit.
    Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827), Die Abendstunde eines Einsiedlers
  • Alle Reisebeschreibungen sind mir, als wenn ich in meine flache Hand sähe.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Schiller, 4.5.1802
  • Alle Reiskörner auf eurer Tafel sind mit dem Schweiße des Landmanns befeuchtet.
  • Alle Reize sind relativ - sind Größen - bis auf Einen, der ist absolut - und mehr als Größe.
    Novalis (1772-1801), Aphorismen, III. Politische Aphorismen
  • Alle Religion ist Feuerkult.
    Oswald Spengler (1880-1936), Urfragen. Fragmente aus dem Nachlass
  • Alle Religionen sind gleich falsch und gleich nützlich.
  • Alle Religionen sind Trittsteine zurück zu Gott.
  • Alle Religionen, die sich mit der Regierung verbunden haben, stehen der Freiheit mehr oder weniger feindlich gegenüber.
    Henry Clay (1777-1852), US-amerikanischer Politiker
  • Alle rennen aus dem brennenden Haus, außer Klaus, der guckt raus.
  • Alle riechen den Weihrauch gern, der ihnen gestreuet wird, aber nicht jeden darf man auf gleich grobe Art einräuchern.
    Adolph Knigge (1752-1796), Über den Umgang mit Menschen
  • Alle rijke lieden zijn zijne magen.
  • Alle Rippen im Leibe tun mir weh.
  • Alle rivieren lopen in die see.
  • Alle roten Fahnen, die die Völker, eins nach dem anderen bald hissen werden, wenn sie ans Weiterleben denken, sind einander ähnlich, wie alle Völker und alle Menschen sich ähnlich sehen.
    Henri Henri Barbusse (1873-1935), Der Schimmer im Abgrund
  • Alle Ruten in ein Bündel packen.
    Altrömisch
    i] Von denen, die viel Dinge in eins zusammenfassen, sie leichter tragen zu können.
  • Alle Sachen kann Herr Ego am besten machen.
  • Alle Sachen, die wir haben, sind Geschenk und Gottes Gaben.
    la] Omnia voluntate Dei.
  • Alle sagen, sie seien gut, aber wer kann das Geschlecht einer Krähe bestimmen?
    China
  • Alle sagen, wie traurig es ist, dass uns der Tod nicht erspart bleibt! - Klingt das nicht seltsam im Munde von Leuten, denen das Leben nicht erspart geblieben ist?
    Mark Twain (1835-1910), Querkopf Wilson
  • Alle Saiten anspannen.
    i] Alle Mittel anwenden, um seinen Zweck zu erreichen.
    fr] Employer le vert et le sec.
    fr] Il y va à rames et à voiles.
    nl] Al de snaren van de viool spannen.
  • Alle saueren Moralisten hielten ihr Zeitalter für das schändlichste, und sie haben alle Recht, denn die gegenwärtige Schande ist immer die größte.
    Johann Gottfried Seume (1763-1810), Apokryphen
  • Alle Schaltjahr einmal.
    i] Von etwas, das selten geschieht.
    ndt] All Schaltjoor amool.
  • Alle Schande sagt man einem, wenn man ihn undankbar nennt.
    la] Dixeris male dicta cuncta, cum ingratum hominem dixeris.
  • Alle Schellen an ein Pferd hängen.
    en] I'll not hang all my bells on one horse.
  • Alle Schelmenstücke zu verblümen wissen.
  • Alle Scheu und Scham ablegen.
    la] Faciem s. frontem perfricare.
  • Alle Schiffe haben ein Leck.
    Italien
  • Alle Schiffe sind gut, so lange sie auf der Werft liegen.
  • Alle Schläge tun nicht wehe.
    mhd] Alle slege en doent nicht wê.
    la] Omnia non semper mortales verbera laedunt.
  • Alle Schläge verwunden, der letzte tötet.
    la] Vulnerant omnes, ultima necat.
  • Alle Schlauheit ist flau (klein, gering, unbedeutend) gegen die Frau.
  • Alle schlechten Menschen wohnen hinterm Ural.
  • Alle Schliche kennen.
  • Alle schlimmen Fälle (o. Taten) sind verneinbar.
    i] Niemand gesteht gern seine Schande.
    fr] Tout mauvais cas est niable (o. reniable).
    fr] Tous vilains cas sont reniables.
  • Alle Schlüssel an einen Haken hängen.
  • Alle Schlüssel hängen nicht am Gürtel einer Frau.
  • Alle Schlüssel hängen nicht an einem (o. eines Mannes) Gürtel.
    en] All keyes hang not on one girdle.
  • Alle Schmeichler sind Lakaienseelen, und nur Leute von gemeiner Gesinnung werden Schmeichler.
    Aristoteles (384-322 v. Chr.), Nikomachische Ethik
  • Alle Schmerzen lassen sich bei Brot verschmerzen.
    Spanien
  • Alle Schnauzen sind Schwestern.
    Bergamasken
  • Alle Schnelligkeit kommt von den Sporen.
    England
  • Alle schöne Handlung, alles Große ist ein Gedicht des Geistes.
    Bettina von Arnim (1785-1859), Die Günderode
  • Alle Schönheit liegt in der Weisheit, alle Weisheit in dem Gedanken, und das physische Symbol des Gedankens ist der Kopf!
    E. T. A. Hoffmann (1776-1822), Die Königsbraut
  • Alle Schönheiten der Natur in Farben, Figuren und Tönen; die ganze Herrlichkeit der Schöpfung; der Zusammenhang des unermesslichen Weltgebäudes; die Ratschlüsse Gottes und seine unendlichen Eigenschaften; alle Neigungen und Leidenschaften unserer Seele; unsere subtilsten Gedanken, Empfindungen und Entschließungen, können der poetischen Begeisterung zum Stoff dienen.
    Moses Mendelssohn (1729-1786), Betrachtungen über die Quellen und die Verbindungen der schönen Künste und Wissenschaften
  • Alle schöpferischen Zeiten sind ernst gewesen. Es gibt kein tiefes Glück ohne tiefe Moral. Es gibt keine Moral, wenn sie sich nicht von etwas Festem ableiten läßt. Es gibt kein Glück, das nicht auf einer Überzeugung ruht. Ohne Moral lebt nicht einmal das Tier. Aber der Mensch weiß heute nicht mehr, mit welcher.
    Robert Musil (1880-1942), Der Mann ohne Eigenschaften
  • Alle Schöpfung ist Werk der Natur. Von Jupiters Throne
    Zuckt der allmächtige Strahl, nährt und erschüttert die Welt.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Vierjahreszeiten? Herbst
  • Alle Schrift muss durch römisch Sieb und Beutel gehen.
  • Alle schüchternen Leute drohen gern, denn sie fühlen, dass Drohungen auf sie selber großen Eindruck machen würden.
    Charles de Secondat, Baron de Montesquieu (1689-1755), Meine Gedanken
  • Alle Schuhe werden nicht auf eine Art gemacht.
    en] All feet tread not in one shoe.
    fr] Tous les habits ne sont pas taillés sur le même patron.
    it] Tutte le scarpe non valgano per gli stessi piedi.
    se] Alla skor göras inte öfwer en läst.
  • Alle Schuld rächt sich auf Erden.
  • Alle Schulden muss man bezahlen.
    mhd] Alle scult mut man wohl gelden.
  • Alle Schuster gehen burfüß (barfuß).
    Jüdisch-deutsch, Warschau
  • Alle Schweine sind im Dunkeln schwarz.
    Finnland
  • Alle Schweine sind im Finstern Schwarzvieh.
    se] Föra swin til Rhin, det blijr äntå swin.
    se] Swijn alla swarta i mörkret.
  • Alle Schwierigkeiten bei der Erziehung ergeben sich, daraus, dass die Eltern sich nicht bemühen, ihre eigenen Fehler abzulegen, ja sie nicht einmal als Fehler anerkennen, sie zu rechtfertigen suchen, und diese Fehler daher bei ihren Kindern nicht sehen wollen.
    Lew Nikolajewitsch Tolstoi (1828-1910), an F. A. Sheltow, 18.12.1895
  • Alle Schwierigkeiten sind leichter, wenn man sie kennt.
    William Shakespeare (1564-1616), Maß für Maß
  • Alle see hans bolde arm, ingen seer hans slunkne tarm.
  • Alle Segel aufspannen.
    nl] Alle zeilen bijzetten.
    nl] Blank zeil maken (spulen).
  • Alle Segel passen nicht für jedes Schiff.
  • Alle Segels bisett'n.
    i] Alle Kräfte und Mittel aufbieten.
  • Alle sehen in dir den, als der du erscheinst. Wenige sind es, die dich als den fühlen, der du bist.
    Niccolò Machiavelli (1469-1527)
  • Alle seine Nachbaren liebt man auf dem Dorfe bloß.
    Friedrich Rückert (1788-1866), Weisheit des Brahmanen
  • Alle Seiten jeden Dinges zu verstehen, gilt als so selbstverständlich, dass sich das Gute fast seiner Einseitigkeit schämt.
    Emil Gött (1864-1908), Im Selbstgespräch
  • Alle sieben für einen und einer für alle sieben.
  • Alle sieben Jahr ein Flohjahr,
    Alle sieben Jahr ein Raupenjahr,
    Alle sieben Jahr ein Käferjahr.
  • Alle sieben Jahr frisst man zu Hof einen Küchenjungen auf.
    i] Spott auf unsaubere Köche und deren Gehilfen, die ihre Hände erst reinigen, indem sie dieselben in die Speisen bringen und diese zubereiten, wodurch, wie das Sprichwort in der ihm eigenen Übertreibungsart sagt, so viel von dem Küchenpersonal in die Speisen übergeht, dass es in sieben Jahren das Volumen eines Küchenjungen hat.
  • Alle sieben Jahre ändert sich die halbe Welt.
  • Alle sieben Jahre passt ein Flicken.
  • Alle sieben Pfingsten einmal.
    i] Sehr selten.
  • Alle sieben Röhren afreiße.
    Oberösterreich
    i] Alle Körperöffnungen aufreißen. Von solchen, welche beim Gähnen den Mund sehr weit öffnen.
  • Alle sind einer Mutter Kinder, aber nicht alle eines Verstandes.
    Litauen
  • Alle sind einer Mutter, aber nicht alle eines Verstandes.
    Litauen
  • Alle sind Götzendiener, einige der Ehre, andere des Interesses, die meisten des Vergnügens. Der Kunstgriff besteht darin, dass man diesen Götzen eines jeden kenne, um mittels desselben ihn zu bestimmen.
    Baltasar Gracián (1601-1658), Handorakel und Kunst der Weltklugheit
  • Alle sind Herren in ihrem Hause.
    Venetien
  • Alle sind Herren, wer ist Sklave?
    i] Spöttisch, wenn mehrere sich in den Vordergrund spielen wollen.
  • Alle sind honigsüß, wenn sie gehen; butterig, wenn sie genommen werden.
    ee] Kõik omma minneh mesitse, võttõh võismõtsõ'.
  • Alle sind in der Kirche schön, feiertags hübsch.
    ee] Kõik on kirikus kenad, kallil ajal kaunikesed.
  • Alle sind Irre, aber wer seinen Wahn zu analysieren versteht, wird Philosoph genannt.
    Ambrose Bierce (1842-1914)
  • Alle sind ja nicht Birkhühner, die voller Tüpfel sind.
    Estland
  • Alle sind Judas meinung, was wolt ihr mir geben, so will ich.
  • Alle sind Kinder gewesen.
  • Alle sind Leute, doch jeder ist ein Mensch für sich.
  • Alle sind Leute, doch nicht alle sind Menschen.
  • Alle sind mit ihrem Verstand zufrieden, aber nicht mit ihrem Gelde.
    Arabien
  • Alle sind Narren geworden. In Glaubenssachen schwanken wir wie ein Blatt des Baumes hin und her.
    Dmitri Mereschkowski (1865-1941), Peter und Alexej
  • Alle sind nicht gleich klug und gleich fleißig.
    ee] Kiik ei ole üte targa ja üte virga.
  • Alle sind nicht Kuckucke, die 'kukkuck' rufen.
    ee] Pole kõik kägud, kes 'kukku' laulavad.
  • Alle sind nicht Schmiede, deren Augen schmutzig sind.
    ee] Kõik ei ole mitte sepad, kelle silmad mustad on.
  • Alle sind nicht so reich, wie man prahlt; alle sind nicht so arm, wie man schilt.
    ee] Kõik ep ole nii suured rikkad, kuda kiidetakse, kõik ep ole nii suured vaesed, kui laidetakse.
  • Alle sind schon da, außer Peter, der kommt später.
  • Alle sind sie entwichen des Lebens Schatten, verschwunden
    Sind mir die Menschen und klar stehet der Mensch nur vor mir.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Xenien aus dem Nachlaß 139. Idealwelt
  • Alle sind um der Geräte Zankende, ein Bestatter der Leiche ist nicht da.
    ee] Kõik on riista riidlejad, ei ole koolja koristajat.
  • Alle sind wir am Anfang Kinder.
  • Alle sind wir gelehrig für das, was
    Schlechtes wir sehn und Schändliches.
    Juvenal (60-127), Satiren
  • Alle sind wir mit etwas Pech befleckt.
    it] Tutti siam macchiati d'una pece.
    Francesco Petrarca (1304-1374), Trionfo d'Amore
  • Alle sind wir nur bis zum Gürtel Menschen.
    Russland
  • Alle sind wir unüberlegt und unvorsichtig, alle unzuverlässig, unzufrieden, ehrsüchtig, - doch was verdecke ich den faulen Fleck aller mit zu milden Worten: böse sind wir alle. Was man daher an einem andern tadelt, das wird jeder in seinem eigenen Busen finden.
    Lucius Annaeus Seneca (1-65), Drei Bücher über den Zorn
  • Alle sind wir wacker im Schelten. Unsere eigenen Fehler sehen wir nicht.
    Menander (341-291 v. Chr.), Sentenzen in Monostichen
  • Alle sind wohlgeneigt, weil er sich bescheiden zeigt.
  • Alle singen besser, wenn es heißt: Bete für mich!
  • Alle sinnlichen Leidenschaften wohnen in verweichlichten Körpern.
    Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), Émile
  • Alle Sklaven, die Königen und Königinnen dienen, sind zugleich auch die Spione ihrer Herzen.
    Voltaire (1694-1778), Zadig
  • Alle smukke piger vil gierne have mand, saa vil og den grimme, om hun den fange kand.
  • Alle so genannten praktischen Menschen haben ein Geschick zum Dienen: Das eben macht sie so praktisch, sei es für andere oder für sich selber.
    Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900), Menschliches, Allzumenschliches
  • Alle söben Jâr (Jahre) en Flöjâr, alle söben Jâr en Rûpenjar, alle söben Jâr en Käverjâr, alle söben Jar en Kranken- oder Unglücksjâr.
    i] In Holstein herrscht die Meinung, dass in jedem Jahrsiebent ein Jahr treffe, in dem sich Flöhe, eins, in dem sich Raupen u.s.w. überviel einfinden.
  • Alle Sohnesweiber hassen ihres Mannes Mutter.
  • Alle solche Fratzenbilder drücken sich unauslöschlich ein, und ich leugne nicht, dass ich mir manchmal in Gedanken damit einen Spaß mache, diese Gespenster aufrufe, und sie noch schlimmer verzerre.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Die guten Weiber (Henriette)
  • Alle sollen leben, die uns Stoff zum Lachen geben.
  • Alle som komme i høy stand, blive derfor ikke bedre.
  • Alle Sorgen
    Nur auf morgen!
    Sorgen sind für morgen gut.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Jery und Bätely (Bätely)
  • Alle Sozialisten, unter ihnen und an der Spitze Marx, haben sich die Vernichtung der Staatsmacht zum Ziele gesetzt.
    Wladimir Iljitsch Lenin (1870-1924), Der Sowjetstaat
  • Alle sozialistischen Märchen beginnen mit: 'Es wird einmal ... '.
  • Alle Speise schmeckt einem Hungrigen wohl.
    mhd] Alle spysen smaken dem hungergen.
    la] Omnia ieiunae sunt quam dulcissima fauci.
  • Alle Speisen schmecken ihm.
    i] Er ist kein Kostverächter.
    fr] C'est un cadet de bon, de haut appétit.
  • Alle Speisen sind gut zu essen, aber nicht alle Worte sind gut zu sprechen.
  • Alle Spekulation, vielleicht alles Philosophieren ist nur ein Denken in Spiralen.
    Arthur Schnitzler (1862-1931)
  • Alle Spieler gehen weg am Ende und haben leere Hände.
  • Alle Spieler gehen zugrunde.
  • Alle Spieler haben am Ende wenig mehr als leere Hände.
    bm] Hráč nejčastĕji bez penĕz.
    la] Sic, ne perdiderit, non cessat perdere lusor.
  • Alle Sprache ist Bezeichnung der Gedanken.
    Immanuel Kant (1724-1804)
  • Alle Sprachen setzen Gold in Umlauf.
    Joseph Joubert (1754-1824), Gedanken und Maximen
  • Alle Sprachen sind aus nahe liegenden menschlichen Bedürfnissen, menschlichen Beschäftigungen und allgemein menschlichen Empfindungen und Anschauungen entstanden.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Eckermann, 20.6.1831
  • Alle Sprachen, solange sie gesund sind, haben einen Naturtrieb, das Fremde von sich abzuhalten, und wo sein Eindrang erfolgte, es wieder auszustoßen, wenigstens mit den heimischen Elementen auszugleichen.
    Jacob Grimm (1785-1863), Kleinere Schriften
  • Alle Sprachverschiedenheit ruht auf der Mannigfaltigkeit der Organe, und diese hängen wieder von mannigfaltiger Totalität menschlicher Organisation ab, die sich weder im Einzelnen noch im Ganzen verleugnen kann, sodann entscheidenJugendeindrücke, Zusammenbildung der Gehör-, Sprach- und Denkwerkzeuge.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Schriften zur Literatur - Der Pfingstmontag
  • Alle sprechen schlecht von den Frauen und doch zieht das Herz alle zu ihnen.
    Bergamasken
  • Alle sprechen schlecht von den Frauen, aber es gibt auch gute darunter.
  • Alle Sprichwörter gehen auf Stelzen.
  • Alle Sprichwörter müssten mit goldenen Lettern geschrieben werden.
    es] Todos los refranes habian de estar escritos con letras de oro.
  • Alle Sprichwörter sind wahr.
    es] Todos los refranes son verdaderos.
  • Alle Sprichwörter warnen und mahnen.
  • Alle spørge om man er rig, faae spørge hvor from man er.
  • Alle Stände haben ihr eigen Laster.
  • Alle Stärke wird nur durch Hindernisse erkannt, die sie überwältigen kann (o. muss).
  • Alle starken Leidenschaften sind von dieser Art; je länger sie dauern, desto stärker entwickeln sie sich.
    Nikolai Gawrilowitsch Tschernyschewski (1828-1889), Was tun?
  • Alle Stauden haben Ohren und alle Bichl (= Hügel) Augen.
  • Alle Steine aus dem Wege räumen.
    i] Alle Hindernise beseitigen.
    bm] Dva tvrda kameni zřídka dobré mouky namelí.
    la] Lapis lapidem terit.
    se] Twå hårda stenar mala sälln gott mjöl.
  • Alle Steine setzt er in Bewegung.
    hu] Minden követ megmozgat.
  • Alle Stellungen im öffentlichen Leben, welche auf die Persönlichkeit im Gegensatz zum Gesetz gestellt sind - bedürfen der Furcht vor der Persönlichkeit, und in diesen Verhältnissen enthält alles, was letztere abschwächen kann, eine Bedrohung der Macht, - Aufrechterhaltung des Ansehens der Person ist hier die unerlässliche Bedingung der Machtstellung.
    Rudolf von Ihering (1818-1892), Der Zweck im Recht
  • Alle Sterne am Himmel grüßen den Polarstern, alle Flüsse der Erde fließen anch Osten.
    i] In China fließen die Flüsse tatsächlich nach Osten. Gemeint ist hier, dass es wie im Staat Herrscher im Universum Fixpunkte und Gesetze gibt, denen sich alles unterordnet.
  • Alle Stich zieh' ich, sagt der Schuster, und das muss halten.
  • Alle Stiche verlieren.
  • Alle Straßen führen in zwei Richtungen.
  • Alle Straßen führen nach Rom.
    it] Tutte le strade portano a Roma.
  • Alle streben nach Gewinn, doch wenige erzielen ihn.
  • Alle streben nach Wohlstand, aber nur wenige bringen es zu Wagen und Dienerschaft; manche Menschen entbehren des Weibes, wo doch alle möglichen Weiber hundertfach vorhanden sind.
    Mahabharata (400 v. Chr.)
  • Alle streng eingekerkerten Kräfte zerreißen und zerstören.
    Charles Dickens (1812-1870), Harte Zeiten
  • Alle Stümme wöllen a S'ach (viel) reden.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    i] Man will gern seine Fehler verbergen und das scheinen, was man nicht ist. Stumme wollen am meisten reden.
  • Alle Stummen wollen viel reden.
  • Alle Stund ein Schritt und alle Wirtshäuser Einkehr ist übel gehauset.
  • Alle Stunden ein ander Gesicht machen.
    i] Wer sich gar nicht gleich bleibt.
  • Alle Stunden einen Esslöffel, sagt der Doktor.
    i] Vom allmählichen Gebrauch einer Sache, wenn etwas in kleinen Portionen gebraucht werden soll.
    Jüdisch-deutsch] Alle Schû (Stunde) an Esslöffel.
  • Alle Stunden umfasse mit beiden Armen. So wirst du weniger vom Morgen abhängen, wenn auf das Heute du die Hand legst.
    Lucius Annaeus Seneca (1-65), Briefe an Lucilius
  • Alle Stunden verwunden, die letzte aber tötet.
    la] Vulnerant omnes, ultimat necat. Inschrift auf Sonnenuhren
  • Alle Stunden
    Schlagen dir Wunden.
    In der letzten
    Wirst du gesunden!
  • Alle südlichen Nationen würden eine unendliche Langeweile finden, wenn sie gegen die Ihrigen sich in der fortdauernden, wechselseitigen Spannung erhalten sollten, wie es die Nordländer gewohnt sind.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Schriften zur Kunst - Winckelmann und sein Jahrhundert - Gesellschaft
  • Alle Sünde büßt sich selbst.
  • Alle sünden geschehen freiwillig.
    la] Omne peccatum voluntarium.
  • Alle Sünden in eine münden.
  • Alle Sünden kann man verzeihen, nur die Dummheit nicht!
  • Alle Sünden widerstreiten der Klugheit, wie auch alle Tugenden von der Klugheit ihre Richtschnur empfangen.
    Thomas von Aquin (1225-1274), Summa theologica
  • Alle Tag ein Stückerl weiter, alle Tag ein bisserl gescheiter.
  • Alle Tag gleich satt, macht zuletzt eine wüste Hofstatt.
    Hessen
  • Alle Tag weh, stirbt nimmermeh.
    i] Wer dauernd klagt, ist meist gar nicht so krank. Scherzhafter Spott bei immer Klagenden, oder Ausdruck liebloser Ungeduld in Betreff Kranker, deren Pflege sehr lästig wird.
  • Alle Taga voll und übersatt, all Wochen zwey mal im Bad machen endlich eine böse Hofstatt.
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