DICTUM

Sprichwort, adage, proverb, saw, saying, byword, proverbe, proverbio, refrán, frase proverbial, ditado, provérbio, przysłowie, Redensart, colloqualism, idiom, expression, phrase, tournure, poncif, dicton, expresión, frase hecha, locución, frase fatta, modo di dire, expressão idiomática, powiedzenie, powiedzonko, Zitat, quotation, citation, excerpt, quote, cita, citazione, detto, sentenza, passo, citação, Sentenz, sententia, proverbium, adagio, adagium, locutio, dictum, Spruch, carmen, elogium, pronuntatio, Redensart, phrase, collocation, locution

  • Alle Wenden wetten windisch.
    i] Die Strafgelder, welche bei Vergehen an den Richter zu zahlen waren, scheinen nicht in allen Stadt- und Landrechten gleich gewesen zu sein; sogar die persönlichen Rechte mögen, nach dem obigen Sprichwort, darauf Einfluss gehabt haben, sodass die Wenden nach windischem Rechte zahlten.
    mhd] Alle wende wetten windischiu.
  • Alle wenig wir einander gleich sehen under augen, so wenig auch im sinn.
  • Alle werden einmal zwei Hände gekreuzt (auf der Brust) haben.
    ee] Kõik saavad kord kaks kätt risti pääle.
  • Alle Werktag um den Herd ist des Sonntags schämenswert.
  • Alle wertvollen Gefühle - für einen Menschen wie für einen Glauben, eine Scholle, ein Land - sind konservativ. Und wie kann die Freiheit von jemandem missbraucht werden, der weiß, was es kostet, ein Herz von dem zu lösen, woran es sich einmal gehängt?!
    Ellen Key (1849-1926), Über Liebe und Ehe: Freie Scheidung
  • Alle Wesen erstreben das Gute, doch nicht alle erkennen das Wahre.
    Thomas von Aquin (1225-1274), Über die Wahrheit
  • Alle Wetter!
    es] ¡Maldición! ¡Mil demonios!
  • Alle wichtigen Fragen entscheiden sich besser über Nacht.
    Epicharmos (540-460 v. Chr.), Fragmente
  • Alle wie aus einem Munde.
  • Alle wie aus einem Ofen.
  • Alle wilia gamble wardha ok aengin gamal heta.
  • Alle willen up em riden (reiten).
    i] Jeder will sich an ihm reiben.
  • Alle Winkel, Kisten und Kasten voll haben.
  • Alle wirken wir zu einem Endergebnis zusammen, die einen wissend und aufmerkend, die anderen, ohne es zu achten.
    Mark Aurel (121-180), Selbstbetrachtungen
  • Alle Wirkungen, von welcher Art sie seien, die wir in der Erfahrung bemerken, hängen auf die stetigste Weise zusammen, gehen ineinander über; sie undulieren von der ersten bis zur letzten. dass man sie voneinander trennt, sie einander entgegensetzt, sie untereinander vermengt, ist unvermeidlich; doch musste daher in den Wissenschaften ein grenzenloser Widerstreit entstehen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Aphorismen und Fragmente - Natur
  • Alle wissen guten Rat, nur (der) nicht, der ihn nötig hat.
    se] Alla weta god råd förutan den i wåndan står.
  • Alle wissen guten Rath, nur der nicht, der ihn nöthig ist.
  • Alle wissen und sehen nicht alles, was soll einer alle wissen und sehen.
    la] Qui statuit aliquid parte inaudita altera aequum licet statuerit, haud aequum est tamen.
  • Alle wissen wir, dass die Echo uns nur den Schall unsrer Worte zurückgibt, dass, wie wir fragen, sie uns antworte.
    Johann Gottfried Herder (1744-1803), Das eigene Schicksal
  • Alle Wissenschaft hat als Ausgangspunkt ein Zweifeln, gegen das der Glaube sich auflehnt.
  • Alle Wissenschaft kommt durch die Sinne.
    zit] Alle der Menschen wissenschafft kommt durch die fünff Sinn; dieselbe seint in einem mehr frisch und hurtig, im andern lam, stumpff und mangelhafft. Wie nun die sinne, also auch die wissenschafft.
    la] Sensus sunt scala scientiae.
  • Alle Wissenschaft wäre überflüssig, wenn die Erscheinungsform und das Wesen der Dinge unmittelbar zusammenfielen.
    Karl Marx (1818-1883), Das Kapital
  • Alle Wissenschaften müssen sich auf die Natur gründen.
    Ludwig Andreas Feuerbach (1804-1872), Vorläufige Thesen zur Reformation der Philosophie
  • Alle Witwen sind reich.
    en] Widows are always rich.
  • Alle Wochen einen andern Knecht und das Jahr zwölf Mägde.
  • Alle Wohlgerüche Arabiens.
    geflügeltes Wort
  • Alle Wohltat findt ihre stete.
  • Alle Wolken regnen nicht.
    mhd] Alle wolken regen nicht.
    la] Depluit haud omnis quam cernis in aëre nubes.
    nl] Alle wolken regenen niet.
    se] Alt moln geer intet regn.
  • Alle wollen alt werden, aber keiner will es sein.
  • Alle wollen geliebt werden. Auch und gerade die Schwierigen und Problematischen.
  • Alle wollen in den Himmel, aber niemand will sterben.
  • Alle wollen zurück zur Natur, aber keiner zu Fuß!
    var] Alle wollen zurück zur Natur, nur nicht zu Fuß.
  • Alle Wort auf das Goldwägelein legen.
  • Alle Worte scharwenzeln um die Wahrheit herum; sie ist keusch.
    Wilhelm Busch (1832-1908), Sprikker
  • Alle Worte sind Aussagen, aber nicht alle sind Zurücknahmen.
    Estland
  • Alle Worte sind ja nicht Aussagen.
    ee] Kõik sõnad pole ju ütlemised mitte.
  • Alle Wünsche sind ein bloßes Nerven-Spiel und das umgebende Mittel pflanzt sie nicht zu meinem Willen fort. Meine Furcht und sehnlichster Wunsch ist nicht im Stand den leichten Nebel einer Donnerwolke aufzuhalten. Sie zieht den Gang der ihr angewiesen ist. Der Mensch ist nicht in den Erdball einorganisiert, sondern bloß in seinen Körper.
    Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), Aphorismen (Sudelbücher), 1789 - 1793
  • Alle Würden dieser Welt wiegen einen guten Freund nicht auf.
    Voltaire (1694-1778), Jeannot und Colin
  • Alle würden eher ihr väterliches Erbteil abtreten als eingestehen, dass ihnen Geist und Witz fehlen ... Glaubet jedoch nicht, dass es diesen Hohlköpfen an Kohlköpfen mangele, die ihre Ansichten billigen; die plumpste Dummheit, die absurdeste Verkehrtheit findet auf Erden bekanntlich die meisten Bewunderer und Liebhaber, weil eben, wie ich euch schon gesagt habe, fast alle Menschen der Torheit huldigen.
    Erasmus von Rotterdam (1465-1536), Lob der Torheit
  • Alle wütend verbrachte Zeit ist verloren Zeit, um glücklich zu sein.
  • Alle zehn Finger braucht man zum essen, aber der Daumen ist es, der die Speisen in den Mund schiebt.
    Indien
  • Alle zehn Finger danach lecken.
    nl] Hij zal daar nog met vinger en duim van likken.
  • Alle Zeiche fluchen.
    i] Alle Verwünschungsformeln aussprechen.
  • Alle Zeichen lügen nicht.
  • Alle zeilen bijzetten.
  • Alle Zeit, treu bereit, für des Reiches Herrlichkeit.
    Helmuth Karl Bernhard Graf von Moltke (1800-1891)
    fr] Il faut du temps pour tout.
  • Alle Zerstreuung schwächt. Durch fremde Gegenstände, die mich reizen, ohne mich zu befriedigen - oberflächlich - werde ich zerstreut. Mir ist deshalb die Zerstreuung zuwider, weil sie mich entkräftet. Nützlich ist sie bei sthenischen Zufällen. Gegen Ernst und Leidenschaft ist sie mit Nutzen zu gebrauchen. (Die Menschen werden künftig in medizinischer Hinsicht mehr zusammenhalten müssen.)
    Novalis (1772-1801), Aphorismen, IV. Teplitzer Fragmente
  • Alle Zinsen fahren.
    Rechtssprichwort
    i] Bezieht sich auf die mittelalterliche Einrichtung, den Brauch der Grundherren, die Lehnsleute zu pünktlicher Zinsenzahlung zu veranlassen, indem die Verabsäumung der Zinsentrichtung durch die Rutscherzinsen geahndet wurde. Der Rutscherzins aber besteht darin, dass mit jedem Tage der Zahlungsverzögerung der Betrag des rückständigen Zinses sich verdoppelt. So oft die Sonne auf- und niedergeht, der Schilling doppelt.
    mhd] Alle zinss fharen.
  • Alle Zivilisation fängt mit der Theokratie an und hört mit der Demokratie auf.
    fr] Toute civilisation commence par la théocratle et finit par la démocratie.
    Victor Hugo (1802-1885), Notre Dame
  • Alle zonden kunnen vergeven worden.
  • Alle zu gleich! rief der Bauer, da hatte er nur ein Pferd vor dem Wagen.
  • Alle Zucht ist der Jugend zuwider.
    la] Nulla dulcis est infantiae disciplina prudens.
  • Alle Zufälle unsers Lebens sind Materialien, aus denen wir machen können, was wir wollen. Wer viel Geist hat, macht viel aus seinem Leben. Jede Bekanntschaft, jeder Vorfall, wäre für den durchaus Geistigen erstes Glied einer unendlichen Reihe, Anfang eines unendlichen Romans.
    Novalis (1772-1801), Aphorismen, I. Blütenstaub
  • Alle zusammentrommeln.
  • Alle zwanzig Jahr eine neue Welt.
  • Alle Zweifel und Klagen der Menschen über die Verwirrung und den wenig merklichen Fortgang des Guten in der Geschichte rühret daher, dass der traurige Wanderer auf eine zu kleine Strecke seines Weges siehet.
    Johann Gottfried Herder (1744-1803), Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit
  • Alle Zweige eines Baumes gleichen einander wie Mutter und Tochter.
  • Alle, die auf ihrer Väter Spuren laufen, laufen.
  • Alle, die äußerlich eine ernste und strenge Miene zur Schau tragen, während sie innen hohl und beschränkt sind, sind die niedrigsten Menschen.
    Konfuzius (551-479 v. Chr.), im Lun-yü
  • Alle, die den Menschen bearbeiten, teilen sich in dessen Äußeres oder Innres oder beides. Philosophen und Dichter die letztern, Maler und Bildhauer und Friseurs und Schneiders die erstem; die letztern machen zu ihrem Hauptzweck, ihn recht schön zu machen, und verhunzen meistens seine natürliche Form und Gestalt.
    Wilhelm Heinse (1746-1803), Aphorismen
  • Alle, die der Tag beschienen, haben ihren Feind in ihnen.
  • Alle, die die Sonne bescheint, haben ihren Feind in sich selbst.
  • Alle, die gestorben sind, sind gleich.
  • Alle, die keine Religion haben, ermangeln einer Tugend, und hätten sie auch alle andern, so könnten sie dennoch nie vollkommen werden.
    Joseph Joubert (1754-1824), Gedanken und Maximen
  • Alle, die sich ihrer eigenen Unwissenheit bewußt sind, werden bewundert.
    la] Conscii propriae ignorantiae admirantur omnes.
  • Alle, die unter dem Himmel leben, sind zusammen verwoben, wie eine große Matte.
  • Alle, die wider den Christenglauben leben, sind ungläubig.
    mhd] Alle dy weder den cristen gelauben leben syne vngelowbig.
  • Alle, sage ich, streben dorthin, zur Freude, aber wo sie dauerhafte und große Freude finden, wissen sie nicht.
    Lucius Annaeus Seneca (1-65), Moralische Briefe
  • Alle, welche dich suchen, versuchen dich.
    Und die, die dich finden, binden dich
    An Bild und Gebärde.
    Ich aber will dich begreifen
    Wie dich die Erde begreift,
    Mit meinem Reife
    Reift dein Reich.
    Rainer Maria Rilke (1875-1926), Das Stundenbuch
  • Alle, welche die Erde trägt, die Sonne bescheint.
    i] Gute und Schlechte.
    la] Omnium quos sol videt.
  • Alle, wie wir jebacken sind (= alle zusammen).
    Berlin
  • Allega, allegador, para buen derramador.
    var] Allega, allegador, para buen desparramador.
  • Allegado de la virtud, ajeno de la maldad.
  • Allegador de la ceniza y deramador de la harina.
    var] Allegador de la ceniza y derramador de la harina.
    var] Allegadora de la ceniza y derramadora de la harina.
  • Allegans casum fortuitum, illum probare tenetur.
  • Allegans contraria non est audiendus.
  • Alleganti probatio incumbit.
  • Allegare nihil, et allegatum non probare, paria sunt.
  • Allegari non debuit quod probatum non relevat.
  • Allegata et probata.
  • Allégate a la peña, mas no te despeña.
  • Allégate a los buenos y serás uno de ellos.
    var] Allégate á los buenos, y serás uno dellos.
  • Allegatio contra factum non est admittenda.
  • Allegatio et non probatio, quasi non allegatio.
  • Allegatio partis non facit ius.
  • Allegatio sine probatione veluti campana sine pistillo.
  • Allegator, allegator, para buen desparramador.
  • Allegó el mezquino y no supo para quién lo hizo.
  • Allegorie entsteht, wenn der Verstand sich vorlügt, er habe Fantasie.
    Friedrich Hebbel (1813-1863), Tagebücher
  • Allegrezza di cuore, fa bella pelatura di viso.
  • Allegrezza di pan fresco.
  • Allegrezza fa bel viso.
  • Allegrezza fa lustrare la pelle del viso.
  • Allegria segreta, candela spenta.
  • Allegru è sbaiuccatu.
  • Allegru è senza dinari, cussì vani i me affari.
  • Alléguer l'impossible au roi, est un abus.
  • Alléguer l'impossible aux rois, c'est un abus.
  • Allehaande som qvinder kommer i pölse.
  • Allehöflich, sprechen die Bergleute.
  • Allein auch dieses liegt in der Natur eines außerordentlichen Geistes, der, wenn er eine materielle Schale durchbricht, nie bedenkt, dass über derselben noch eine ideelle, geistige Grenze gezogen sei, gegen die er umsonst ankämpft, in die er sich ergeben oder sie nach seinem Sinne erschaffen muss.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Am Rhein, Main und Neckar 1814/15 - Kunst und Altertum - Heidelberg
  • allein auf verlorenem Posten stehen
  • Allein auf weiter Flur ist man kein Kämpfer.
    Alexander Iwanowitsch Herzen (1812-1870), Mein Leben
  • Allein auf weiter Flur.
    geflügeltes Wort
  • Allein aus Politik spielt man die Prüde schon, ist mit den Jahren erst der Jugend Glanz entflohn.
    Molière (1622-1673), Der Menschenfeind
  • Allein bei Freunden lässt man frei sich gehn,
    Man ruht in ihrer Liebe, man erlaubt
    Sich eine Laune, ungezähmter wirkt
    Die Leidenschaft, und so verletzen wir
    Am ersten die, die wir am zärtsten lieben.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Tasso A III Sz 4 (Antonio) Vs 1989f.
  • Allein beim Um-Rat-Fragen, allein im Kummer.
    Dänemark
  • Allein bis einer sagen kann, er begreife das Grün des Regenbogens, oder das Grün des Laubes, oder das Grün des Meerwassers, dieses erfordert ein so allseitiges Durchschreiten des Farbenreiches und eine daraus entspringende solche Höhe von Einsicht, zu welcher bis jetzt kaum jemand gelangt ist.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Eckermann, 21.12.1831
  • Allein bist du nirgends allein.
    i] Wer sich hat, der hat alles
    zit] Schafe und Rindvieh leben in Gesellschaft, Adler horsten allein.
    Julius Weber, Der lachende Philosoph
  • Allein daraus, dass aus Bösem Gutes, aus Unglück Glück geworden ist, folgt noch nicht, dass Böses und Unglück nicht anfänglich waren, was sie waren.
    Jacob Burckhardt (1818-1897), Weltgeschichtliche Betrachtungen
  • Allein das beständige Gebet erhellt und erleuchtet die Seele, festigt und verwandelt sie und erhebt sie zu Gott.
    Angela von Foligno (1248-1309), Das Buch der glückseligen Angela von Foligno
  • Allein das europäische Gemeinwesen bewährt sich auch darin als ein lebendiges Ganzes, dass es in seinem inneren Leben Kräfte birgt, welche das gestörte Gleichgewicht noch immer wieder hergestellt haben.
    Leopold von Ranke (1795-1886), Englische Geschichte
  • Allein das ist der Irrtum der Menschen, bei großen Erschütterungen und Agitationen zuviel von persönlichen Absichten zu erwarten oder zu befürchten. Die Bewegung folgt ihrer eigenen großen Strömung, welche selbst die mit sich fortreisst, die sie zu leiten scheinen.
    Leopold von Ranke (1795-1886), Engl. Geschichte
  • Allein das ist tatsächlich schön, was nach vielen Jahren noch so erscheint wie am ersten Tag.
    Józef Ignacy Kraszewski (1812-1887), Gräfin Cosel
  • Allein der Arme tut unrecht und hat das Kalb ins Auge geschlagen.
  • Allein der Catholische Christ ist weise.
    Miß dir nicht Weißheit zue / wie klug du dir auch bist:
    Niemand ist Weiß in Gott als ein Catholischer Christ.
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Sechstes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 253
  • Allein der Freundschaft Segen nähret
    Das Herz durch alle Lebenszeit.
    Gottfried August Bürger (1747-1794), Die Königin von Golkonde
  • Allein der Geist und der Gedanke gehören der Ewigkeit.
    Malwida von Meysenbug (1816-1903), Der Lebensabend einer Idealistin
  • Allein der gesunde Menschenverstand, ein so respektabler Geselle er auch in dem hausbackenen Gebiet seiner vier Wände ist, erlebt ganz wunderbare Abenteuer, sobald er sich in die weite Welt der Forschung wagt
    Friedrich Engels (1820-1895), Anti-Dühring, Einleitung
  • Allein der Mensch besitzt noch manches, womit er seinen Freunden beistehen kann, das eben nicht klingende Münze zu sein braucht.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), deutscher Dichter
  • Allein der Mensch ist nun einmal nicht geboren, hinieden ein vollkommenes Glück zu genießen.
    Erasmus von Rotterdam (1465-1536), Lob der Torheit
  • Allein der Menschheit höchste Taten,
    Wuchsen wie Lilien aus dem Herzen.
    Emanuel Geibel (1815-1884), an die Verzagten
  • Allein der Sprung von Hass zu sanftern Trieben
    Wird leichter, als man glaubt, getan.
    Christoph Martin Wieland (1733-1813), Juno und Ganymed
  • Allein der Tod erlaubt der Maus, auf dem Fell der Katze zu tanzen.
  • Allein der Todt zeigt an, woran man genug muss han.
  • Allein der Umgang mit Unwissenden ist kein Umgang und verschafft auch ihnen kein Vergnügen. Sie werden ihrer eigenen Unfruchtbarkeit müde und haben nicht Stoff genug, der ihnen Worte verschaffen könnte, das Gespräch zu unterhalten.
    Philip Dormer Stanhope, 4. Earl of Chesterfield (1694-1773), Briefe an seinen Sohn, Bath, 4. 10. 1746
  • Allein der Verständige strebt, alles Denkbare seiner Klarheit anzueignen und selbst die geheimnisvollsten Erscheinungen faßlich aufzulösen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Schriften zur Literatur - Geistes-Epochen
  • Allein der Vortrag macht des Redners Glück ...
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust I, Nacht
    Wagner Vs 546
  • Allein der Wahn ist reich oder arm.
    zit] Wie einer ein Wag, Aug, Urtl und Achtung vor ihm hat, also seind ihm all Ding.
  • Allein der Weise ist Reich.
    Allein der Weiß ist Reich? die Tugenden in GOtt /
    Die er stat goldes hat / nihmt ihm auch nicht der Tod.
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Sechstes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 240
  • Allein die eigentliche Leckerei ist nicht die Erfindung eines Hungrigen, sondern eine Folge des Nachdenkens über einen gehabten Genuss, ein Bestreben der Vernunft, die Begierde darnach durch andre Sinne wieder zu reizen ...
    Georg Forster (1754-1794), Über Leckereien
  • Allein die Jugend nimmt das aus der Kindheit mit herüber, dass sie guten Gesellen nichts nachträgt, dass eine unbefangene Wohlgewogenheit zwar unangenehm berührt werden kann, aber nicht zu verletzen ist.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit IV, 18
  • Allein die Kappe macht den Mönch nicht aus.
    William Shakespeare, Heinrich VIII.
  • Allein die Kunst ist unerschöpflich.
    Johann Joachim Winckelmann (1717-1768), Kleine Schriften
  • Allein die Liebe findet überall einen Weg, durch Feuer, durch Wasser und Nordlandschnee.
    Longos von Lesbos (2. Jh.), Daphnis und Chloe
  • Allein die Mäßigkeit gibt die Kraft ... sich mit wahrer, bleibender Freude hinzugeben.
    Xenophon (426-355 v. Chr.), Erinnerungen an Sokrates (469-399 v. Chr.)
  • Allein die Menschen sind nichts, besser dran: Den Bösen sind sie los, die Bösen sind geblieben.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust I, Hexenküche
    Mephisto Vs 2508
  • Allein die Philosophie kann uns aufrütteln, sie allein kann die schwere Schläfrigkeit verscheuchen. Widme dich ihr mit aller Kraft.
    Lucius Annaeus Seneca (1-65), Mächtiger als das Schicksal
  • Allein die Tränen, die unendlichen,
    Der überbliebnen, der verlaßnen Frau
    Zählt keine Nachwelt, und der Dichter schweigt
    Von tausend durchgeweinten Tag- und Nächten ...
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Iphigenie A V sz 6 (Iphigenie) Vs 2069f.
  • Allein die überwindung beruhigt.
    Freund streiten ist nicht gnug / du must auch überwinden /
    Wo du wilt ewge Ruh und ewgen Frieden finden.
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Sechstes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 75
  • Allein die Vernunft ist so gut ein Geschenk Gottes wie der Glaube.
    Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716), Die Theodicee
  • Allein die wahre Weisheit ist die Begleiterin der Einfalt.
    Immanuel Kant (1724-1804), Träume eines Geistersehers
  • Allein die Welt! des Menschen Herz und Geist!
    Möcht jeglicher doch was davon erkennen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust I, Nacht
    Wagner Vs 586
  • Allein die zuverlässigen Entdeckungen anderer zu benutzen und den ganzen gegenwärtigen Zustand der Wissenschaft innezuhaben, Wahrheit und Tatsache von Irrtum und Betrug zu unterscheiden, die wesentlichen Grundlehren ganz zu verdauen und dann den einzelnen Teil, den Punkt der Wissenschaft, dessen Aufklärung uns näher liegt, mit steter Rücksicht auf jene Grundlage genauer zu sichten und zu kultivieren: dazu ist das Leben nicht nur, sondern selbst die Zeit der Bildung, unsere Jugend, lang genug.
    Georg Forster (1754-1794), Ein Blick in das Ganze der Natur
  • Allein durch Rat und Geld nährt sich Rebellion:
    Vereint bestürmen sie, es wankt zuletzt der Thron.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Jahrmarktsfest zu Plundersweilem
    Haman
  • Allein ehrbar ist annehmlich, selbander schlafen ist freundlich, zu dritt gehen ist lieblich.
  • Allein ein edler Mensch, in dessen Seele Gott die Fähigkeit künftiger Charaktergröße und Geisteshoheit gelegt, wird durch die Bekanntschaft und den vertraulichen Umgang mit den erhabenen Naturen griechischer und römischer Vorzeit sich auf das herrlichste entwickeln ...
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Eckermann, 1.4.1827
  • Allein ein Pergament, beschrieben und beprägt,
    Ist ein Gespenst, vor dem sich alle scheuen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust I, Studierzimmer (Faust) Vs 1726
  • Allein ein Schwur drückt mir die Lippen zu,
    Und nur ein Gott vermag sie aufzuschließen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Aus Wilhelm Meister? Mignon
  • Allein ein unterrichteter Mann öffnet nicht leicht die Fundgrube seines Wissens; er hätte zu viel zu sagen und weiß nur zu wohl, dass auch nach ihm noch weit mehr zu sagen wäre. So schweigt er denn.
    Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), Émile
  • Allein ein Weib bleibt stet auf einem Sinn,
    Den sie gefaßt.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Iphigenie A II Sz 1 (Pylades) Vs 791
  • Allein Erschlaffung ist das Los einer zu üppigen Verschwendung der Zeugungskräfte.
    Georg Forster (1754-1794), Leitfaden zu einer künftigen Geschichte der Menschheit
  • Allein es ist eine Eigenschaft der Vernunft, dass sie Begierden mit Beihilfe der Einbildungskraft, nicht allein ohne einen darauf gerichteten Naturtrieb, sondern sogar wider denselben erkünsteln kann, welche im Anfange den Namen der Lüsternheit bekommen, wodurch aber nach und nach ein ganzer Schwarm entbehrlicher, ja sogar naturwidriger Neigungen unter der Benennung der Üppigkeit ausgeheckt wird.
    Immanuel Kant (1724-1804), Mutmaßlicher Anfang der Menschengeschichte
  • Allein es steht in einem andern Buch.
    geflügeltes Wort
  • Allein essen ist wie allein sterben.
  • Allein freilich verbirgt der Despotismus gern die Schlachtopfer seiner Tyrannei.
    Wilhelm von Humboldt (1767-1835), Tagebuch, 9.8.1789
  • Allein fromm leut hoffen im Übel.
    la] In malis sperare bonum, nisi innocens nemo potest.
  • Allein geht's nicht, sagte die Essig-Tine, als sie gefragt wurde, weshalb sie noch keinen Mann habe.
    Werra
  • Allein getan, allein gebüßt.
  • Allein gewiss, ich war recht bös auf mich,
    dass ich auf Euch nicht böser werden konnte.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust I, Garten (Margarete) Vs 3177
  • Allein gib Gott dem Herrn die Ehr', mit deinem Kind sein Reich vermehr.
  • Allein Gott die ehr, sonst niemand mehr.
  • Allein gott kann über Land heilen.
  • Allein Haushalten ist wie der Tod, aber Haushalten zu zweien ist Leben.
  • Allein ihr [Männer] strebt nach fernen Gütern,
    Und euer Streben muss gewaltsam sein.
    Ihr wagt es, für die Ewigkeit zu handeln
    Wenn wir ein einzig nah beschränktes Gut
    Auf dieser Erde nur besitzen möchten
    Und wünschen, dass es uns beständig bliebe.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Tasso A II Sz 1 (Prinzessin) Vs 1024f.
  • Allein im Bereich des Bewusstseins ist der Mensch frei, Bewusstsein wiederum ist nur im jeweils gegenwärtigen Augenblick möglich.
    Lew Nikolajewitsch Tolstoi (1828-1910), Tagebücher (1907)
  • Allein im Grunde ist alles polemische Wirken gegen meine eigentliche Natur, und ich habe daran wenig Freude.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Eckermann, 15.5.1831
  • Allein in der Phantasie des Menschen findet jede Wahrheit ihre wirkende und unbestreitbare Existenz.
    Joseph Conrad (1857-1924), Bericht über mich selbst
  • Allein in Kriegszeiten bedarf ein grober Feind auch eines gewaltsamen Gegenstoßes.
    Joseph von Eichendorff (1788-1857), Halle und Heidelberg
  • Allein ist allein, am besten ist's daheim.
    Böhmen
  • Allein ist besser als mit Schlechten im Verein.
    Mit Guten im Verein ist besser als allein.
    Friedrich Rückert (1788-1866), Gedichte
  • Allein ist besser als mit Schlechten in Verein: mit Guten in Verein, ist besser als allein.
  • Allein ist das beste Fuhrwerk, da ist immer angespannt
  • Allein ist der Mensch ein unvollkommenes Ding, er muss einen zweiten finden, um glücklich zu sein.
    Blaise Pascal (1623-1662)
  • Allein ist der Wolf glücklicher.
    ee] Ütsindä susi om õnnekap.
  • Allein ist der Zustand, in dem sich jeder Nachdenkliche befindet.
  • Allein ist einem am besten.
  • Allein ist es besser zu leben als zu neunt.
    Estland
  • Allein ist es gut zu essen, zu zweit gut zu schlafen, in Mengen gut zu arbeiten.
    ee] Üksi hea süüa, kahekesi hea magada, hulgeli hea tööd teha.
  • Allein ist man töricht,
    allein ist man Nichts;
    allein -
    und wär man
    von Bärenstärke -
    hebt man keinen Balken
    mittlern Gewichts,
    geschweige
    ein Haus -
    fünf Stockwerke.
    Wladimir Wladimirowitsch Majakowski (1893-1930), Wladimir Iljitsch Lenin
  • Allein ist unsicher.
    i] Gegen Ehelosigkeit.
  • Allein kann der Mensch nicht wohl bestehen, daher schlägt er sich gern zu einer Partei, weil er da, wenn auch nicht Ruhe, doch Beruhigung und Sicherheit findet.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 421
  • Allein känn män essen, ober nit arbeiten.
    Warschau
  • Allein kann man nicht der Menge widerstehen.
    ee] Ütsindä' saa-ai' hulga vasta saista'.
  • Allein kann man nichts Großes verrichten.
    ee] Ütsinda ei saa midägi suurt ärä tetä.
  • Allein kann niemand freveln.
    Rechtssprichwort.
    i] Es ist hier von verbrecherischen Angriffen auf den Rechtsfrieden eines andern die Rede, die, wie Überfälle, nur von einer Anzahl von Leuten ausgeführt werden konnten. Die Zahl derselben ist in den einzelnen Rechten verschieden festgesetzt. In den nordischen Rechten werden fünf Teilnehmer, vier Männer mit ihrem Anführer, angenommen, in andern germanischen Rechten sieben.
  • Allein kommt der Mensch zur Welt, allein stirbt der, allein genießt er den Lohn für seine guten und allein den Lohn für seine bösen Taten.
  • Allein könnte ich vielleicht einmal meinen Posten wirklich aufgeben. Verheiratet wird es nie möglich sein.
    Franz Kafka (1883-1924), Tagebücher (1913)
  • Allein läuft ein junger schnell, mit einem älteren langsam, aber zusammen gehen sie weit.
  • Allein leid ist on neid.
  • Allein liegen ist am besten.
  • Allein lügen am besten.
  • Allein man nimmt sich nicht in acht, und schlupp! ist man zur Welt gebracht.
    Wilhelm Busch (1832-1908), Die Haarbeutel
  • Allein mein Leser wird ungeduldig werden. Er erwartet ganz was anders, als die Geschichte der Weltweisheit in einer Nuss.
    Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781), Gedanken über die Herrnhuter
  • Allein mein oder lass es gar sein.
    mhd] Zer werlde mac niht süezers sin dan ein wort daz heizet mîn.
    pt] Melhor he o men, que o nesso.
  • Allein mein
    Oder lass gar sein.
  • Allein niemand bedachte, dass wir nicht sehen können wie die Griechen und dass wir niemals wie sie dichten, bilden und heilen werden.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit III,15
  • Allein schlafen fördert die Wohnungsnot.
  • Allein sein bringt nur Strafen.
    Franz Kafka (1883-1924), Tagebücher 1914
  • Allein sein ist besser als in schlechter Gesellschaft.
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