DICTUM

Sprichwort, adage, proverb, saw, saying, byword, proverbe, proverbio, refrán, frase proverbial, ditado, provérbio, przysłowie, Redensart, colloqualism, idiom, expression, phrase, tournure, poncif, dicton, expresión, frase hecha, locución, frase fatta, modo di dire, expressão idiomática, powiedzenie, powiedzonko, Zitat, quotation, citation, excerpt, quote, cita, citazione, detto, sentenza, passo, citação, Sentenz, sententia, proverbium, adagio, adagium, locutio, dictum, Spruch, carmen, elogium, pronuntatio, Redensart, phrase, collocation, locution

  • Allera monnick borge opa sine egne hava.
  • Allerdings eine gefährliche Gabe, Macht ohne Güte, erfindungsreiche Schlauigkeit ohne Verstand. Nur können, haben, herrschen, genießen will der verdorben-kultivierte Mensch, ohne zu überlegen, wozu er könne, was er habe und ob, was er Genuss nenne, nicht zuletzt eine Ertötung alles Genusses werde.
    Johann Gottfried Herder (1744-1803), Briefe zu Beförderung der Humanität
  • Allerdings heft de Bock e Büdel.
    i] Scherzhafte Anspielung auf den Bocksbeutel, richtiger Booksbüdel. Die Redensart wird zur Verspottung altertümlichen Wesens angewandt.
  • Allerdings ist es vorzüglich oder vielmehr ganz und gar das Glück, was bei allen menschlichen Dingen den Ausschlag gibt.
    Dempsthenes (384-322 v. Chr), Staatsreden
  • Allerdings ist in der Kunst und Poesie die Persönlichkeit alles, allein doch hat es unter den Kritikern und Kunstrichtern der neuesten Zeit schwache Personnagen gegeben, die dieses nicht zugestehen und die eine große Persönlichkeit bei einem Werke der Poesie oder Kunst nur als eine Art von geringer Zugabe wollten betrachtet wissen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Eckermann, 13.2.1831
  • Allerdings könnte man auch einen Karrengaul schön nennen und warum nicht? Ein Maler fände an dem stark ausgeprägten Charakter, an dem mächtigen Ausdruck von Knochen, Sehnen und Muskeln eines solchen Tieres wahrscheinlich noch ein weit mannigfaltigeres Spiel von allerlei Schönheiten als an dem milderen, egaleren Charakter eines zierlichen Reitpferdes.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Eckermann, 18.4.1827
  • Allerdings könnten jetzt die bekehrten Wilden uns selber wieder Heidenbekehrer zuschicken.
    Jean Paul (1763-1825)
  • Allerdings wußte sie nicht, was kommen sollte; aber sie war überzeugt, daß es die unendliche Aufgabe aller Liebenden sei, sich als das zu erhalten, was man füreinander in den höchsten Augenblicken gewesen ist.
    Robert Musil (1880-1942), Der Mann ohne Eigenschaften
  • Allererst die Schulden, dann die Almosen.
    Rechtssprichwort
    i] Erst wenn aus dem Nachlass des Verstorbenen die Schulden bezahlt sind, können Legate und Vermächtnise berichtigt werden, die ebenfalls vom Erbe abgehen, ehe es angetreten oder verteilt werden kann.
    mhd] Allererst de schult, danne die almosen.
  • Allererst ist das Chaos entstanden.
    Hesiod (700 v. Chr.), Theogonie
  • Allererste Sahne.
  • Allerhand ist ein Gänsedreckel.
    i] Als Erwiderung, wenn auf die Frage, was es zu essen gebe, geantwortet wird: Allerhand.
  • Allerhand Männkes maken.
  • Allerheiligen (1. 11.) Reif,
    Macht die Weihnacht starr und steif.
  • Allerheiligen bringt einen gewissen Sommer (o. bringt den Nachsommer).
  • Allerheiligen bringt Sommer für alte Weiber, der ist des Sommers (letzter) Vertreiber.
    Bayern
  • Allerheiligen feucht, wird der Schnee nicht leicht.
  • Allerheiligen kalt und klar, macht zu Weihnacht alles starr.
  • Allerheiligen klar und helle, sitzt der Winter auf der Schwelle.
  • Allerheiligen trägt eigen den Winter zu allen Zweigen.
  • Allerheiligen.
    la] Commemoratio omnium sanctorum.
  • Allerhillgen stigt de Winter upp de Willgen (Weidenbäume).
    Oldenburg
  • Allerhillgen, sit de Winter up de Tilgen (Zweigen).
  • Allerhillgensuemer bliwt nit iude.
    Westfalen
    i] Selten bleiben sonnige Tage in der Zeit des 1. November aus
  • Allerhilligen Dag Fressland wol beklagen mag.
    i] Wenn die Heiligen irgendwo ihre Schutzaufgaben nicht erfüllt haben, so ist es in Nordfriesland gewesen, denn für dieses ist der 1. November wiederholentlich ein wahrer Unheilstag gewesen, besonders aber der des Jahres 1570, der Veranlassung zu obigem Sprichwort gegeben hat, an dem gegen 400.00 Menschen ihr Leben eingebüß haben sollen, und viele Ortschaften völlig verschlungen worden sind.
  • Allerhöchste Eisenbahn.
    geflügeltes Wort
  • Allerlei Dreck anknet (buttert) si nit.
    Solothurn
    i] Mannichfaltiges, Widersprechendes lässt sich nicht vereinen.
  • Allerlei Fische fressen den Menschen, aber nur der Hai wird beschuldigt.
    Jamaika
  • Allerlei ist zweierlei.
  • Allerlei Schuhe kann man nicht an einen Fuß ziehen.
  • Allerley Hundshaare mit hineinhacken (darunterhacken).
    Martin Luther (1483-1546), Tischreden
    i] Etwas verderben, verschlimmern, böse machen.
    zit] Wenn man etwas will verbösern vnd verderben, so muss man einen Wurm in handel setzen, Senff darzu anrichten, versäwern, versaltzen, den Compass oder das ziel verdrehen, ein Essig Fässlein darzu legen. Medium fermenti totam massam corrumpet. Hundshar darin hacken, ein Pfeffer oder Brühe darüber machen, mit einer schwartzen bürst darüber faren. Mäussdreck vnter Pfeffer mischen, der Drummel ein loch machen, dem Kranz ein blum nach der ander aussrupffen, der Freud den boden aussstossen, eines gewin vnd nutzen verwunden.
  • Allerlieblichste Trochäen
    Aus der Zeile zu vertreiben
    Und schwerfälligste Spondeen
    An die Stelle zu verleiben,
    Bis zuletzt ein Vers entsteht,
    Wird mich immerfort verdrießen.
    Laß die Reime lieblich fließen,
    Laß mich des Gesangs genießen
    Und des Blicks, der mich versteht!
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Zahme Xenien V
  • Allermanns Freund ist Allermanns Narr.
    la] Nec nulli sis amicus, nec omnibus (multis).
    ndt] Allmanns Frund, mennig Manns Geck.
  • Allermanns Freund, jedermanns Geck.
  • Allermanns Knecht kann's nicht jedem machen (o. kochen) recht.
  • Allermanns Nutzen, Allermanns Schaden.
    se] Allmän nytta, allmän skada.
  • Allermanns Wort lügt selten.
    dk] Dit almindelige rygte lyver ikke.
    dk] Hver mands ord ere gjerne sande.
  • Allerorten hell und klar, Glückauf zum neuen Jahr.
  • Allerseelen kalt und klar, Weihnachten alles starr.
  • Allerseelen
    la] commemoratio animarum
  • Allerseelentag
    la] animarum dies
  • Allerwelt geiz hat keinen Boden.
  • Allerwelts Bücher sind immer übelriechende Bücher: der Kleine-Leute-Geruch klebt daran.
    Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900)
  • Allerwelts Freund (o. Allerweltsfreund), jedermanns Geck.
  • Allerweltsfreund, niemands Freund.
  • Allerweltskerl, ein Mensch, der in allen Gassen zu finden ist.
  • Alles (zu) wissen ist über allem (zu) haben!
    ndt] Älles wissa isch iebr älles hau!
  • Alles a gen Po'zeklock hangen.
    Aachen
    i] Alles unter die Leute bringen. Po'z = Pforte, großes Tor; Po'zeklock = eine Glocke am Rathause, welche vorm Torschlusse geläutet wird.
  • Alles Abbild des Essentiellen, des Transzendenten und Ewigen im Spiegel des menschlichen Geistes ist unveränderlich und gleich, von Mose bis Plato, von Lionardo bis Goethe: Hier waltet keine Originalität. Originell ist nur das Menschliche: Die Trübung.
    Walther Rathenau (1867-1922)
  • Alles aber lässt sich in harter und beharrlicher Arbeit überwinden.
    Francesco Petrarca (1304-1374), an Socrates in Avignon
  • Alles aber, was man gute Gesellschaft nennt, besteht in einer immer wachsenden Verneinung sein selbst, so dass die Sozietät zuletzt ganz null wird, es müßte denn das Talent sich ausbilden, dass wir, indem wir unsere Eitelkeit befriedigen, der Eitelkeit des anderen zu schmeicheln wissen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Divan, Noten und Abhandlungen - Künftiger Divan - Buch des Unmuts
  • Alles abstrakte wird durch Anwendung dem Menschenverstand genähert, und so gelangt der Menschenverstand durch Handeln und Beobachten zur Abstraktion.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 530
  • Alles Alte, soweit es den Anspruch darauf verdient hat, sollen wir lieben; aber für das Neue sollen wir eigentlich leben.
  • Alles altert, selbst die Achtung, wenn man sich nicht in Acht nimmt.
    Joseph Joubert (1754-1824), Gedanken, Versuche und Maximen
  • Alles am Weibe ist ein Rätsel, und alles am Weibe hat eine Lösung: sie heißt Schwangerschaft.
    Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900), Also sprach Zarathustra
  • Alles an alles setzen.
    la] Omnem jacere aleam.
  • Alles an diesem Gedicht ist vollkommen, Sprache, Gedanke,
    Rhythmus, das einzige nur fehlt noch, es ist kein Gedicht.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Xenien 133 - Ein deutsches Meisterstück
  • Alles an einen Nagel hängen.
    i] Alles verwischen, durcheinanderwerfen, anstatt jeder besondern Sache ihren eigentümlichen Platz anzuweisen. Oder: das ganze Vermögen z.B. an ein Unternehmen wagen.
  • Alles an seinen Ort, sagt Flegel, der Schelmendeckel (Hut, Mütze) auf den Grind (Kopf).
    it] In chiesa co' santi e all' osteria (in taverna) co' ghiotti (ghiottoni).
  • Alles an seinen Ort, sagte Jerms, das Aug' ins Fenster, den Arsch in die Brill'.
    nl] Het oog in het venster, en de aars op het kakhuis.
  • Alles an Staat und nichts in der Schüssel.
    fr] Plus de veloux que de pain.
  • Alles andere behalt im Sinn, das Schlafsäckchen vergiß.
    ee] Kõik muu pea meeles, unekotike uneta.
  • Alles andere ist primär.
    geflügeltes Wort
  • Alles ändert sich auf der Welt.
    Estland
  • Alles ändert sich, nicht aber der Tango.
  • Alles anklagen ist Einheit. Alles vertragen ist Kleinheit. Zu allem ja sagen, ist Gemeinheit.
    Karl Kraus (1874-1936), Aphorismen. Nachts
  • Alles ännert sik in der Welt, man de Schimienstäute nit.
    Sauerland
  • Alles auch Meinende
    Wird nicht vereint,
    Weil das Erscheinende
    Nicht mehr erscheint.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Zahme Xenien V
  • Alles auf dem Leibe und nichts darin.
    fr] C'est la reine d' Antioche qui mange plus de pain que de brioche.
  • Alles auf den Kopf stellen
    en] to turn everything topsy-turvy
    fr] mettre tout sens dessus dessous - mettre tout en l'air
    it] mettere tutto a soqquadro
  • Alles auf den Schein, heißt es jetzt; alles auf die Dauer, haben die Alten gesagt.
  • Alles auf der Welt hat sein zweites Gesicht, die Natur, die Kultur, die Religion, die Kunst, die Politik, die Liebe, alles, alles. Wer das nicht weiß, ist glücklich, ich weiß es.
    Hermann Löns (1866-1914), Das zweite Gesicht
  • Alles auf der Welt ist eitel, wer kein Geld hat, scheisst in'n Beutel.
    Ulm
  • Alles auf der Welt kommt auf einen gescheiten Einfall und auf einen festen Entschluss an.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
  • Alles auf deutschen (o. englischen u.s.w.) Fuß einrichten.
    i] Wie man sagt: eine gute Hand schreiben, so lässt Jean Paul 'die Krüppel einen guten Fuß schreiben'.
  • Alles auf die Faust setzen.
  • Alles auf dieser Welt kann man rückgängig machen, bloß nicht das Wissen.
  • Alles auf ein Pferd setzen.
  • Alles auf eine Karte (o. aufs Spiel) setzen - aufs Ganze gehen.
    en] to stake everything an one card (o. chance) - to play (at) double or quit(s) - to put all eggs in one basket - to go nap.
    fr] jouer son va-tout (o. quitte ou double) - risquer le tout pour le tout - mettre tous ses ?ufs dans le même panier.
    it] puntare tutto su una carta - andare (o. gettarsi) allo sbaraglio
    es] Jugárselo todo a una carta.
  • Alles auf einen gemeinsamen Nenner bringen.
  • Alles auf einmal haben wollen.
    en] To have the egg and also the halfpenny that you buy it with.
  • Alles auf einmal tun zu wollen, zerstört alles auf einmal.
    Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), Über das Studium der Naturlehre
  • Alles auf Erden lässt sich finden, wenn man nur zu suchen sich nicht verdrießen lässt.
    Philemon (360-264 v. Chr.), Fragmente
  • Alles auf jegliche Weise fühlen, mit den Gefühlen zu denken verstehen und mit dem Denken zu fühlen ...
    Fernando Pessoa (1888-1935), Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares
  • Alles aufs Spiel setzen.
    fr] Jouer à tout perdre.
    la] Omnem jacere aleam.
  • Alles Aufsehenerregende, mag es noch so künstlerisch angelegt sein, ermüdet und stößt bald ab.
    Melchior Grimm (1723-1807), Das Ende der großen Kunstformen
  • Alles äugt sehnsüchtig nach den Schanzen, - aber niemand will die Gräben füllen.
    Emil Gött (1864-1908), Aphorismen
  • Alles aus einer Büchse würzen.
  • Alles aus Liab - aber nix umsunst! sagen d' Buam und d' Wucherer.
  • Alles aus Liebe, aber nichts umsonst.
    i] Motto eines Ladentisches im Bazar des Berliner Frauenvereins. Vossische Zeitung, 30. Jan. 1868
  • Alles aus Liebe, du (verfluchter) Hund.
    Königsberg
  • Alles aus Müßiggang. Denn die meisten beten aus Langeweile, die andern verlieben sich aus Langeweile, die dritten sind tugendhaft, die vierten lasterhaft ... es ist zu langweilig!
    Georg Büchner (1813-1837), Lenz
  • Alles aus Nichts erschaffne Reale, wie z. B. die Zahlen und die abstrakten Ausdrücke - hat eine wunderbare Verwandtschaft mit Dingen einer andern Welt, mit unendlichen Reihen sonderbarer Kombinationen und Verhältnissen, gleichsam mit einer mathematischen und abstrakten Welt an sich, mit einer poetischen, mathematischen und abstrakten Welt.
    Novalis (1772-1801), Aphorismen und Fragmente, 1798-1800
  • Alles außer mir, was nicht dieses selbständige Einfache hat, gibt mir keinen vollkommnen Genuß.
    Wilhelm Heinse (1746-1803), Aphorismen
  • Alles außer uns ist nur Element, ja ich darf wohl sagen, auch alles an uns, aber tief in uns liegt diese schöpferische Kraft, die das zu erschaffen vermag, was sein soll, und uns nicht ruhen und rasten lässt, bis wir es außer uns oder an uns, auf eine oder die andere Weise dargestellt haben.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Lehrjahre VI - Bekenntnisse einer schönen Seele
  • Alles Äußere betrachten und beobachten sie fürtrefflich, aber das Innere ist ihnen verborgen, weil sie selbst wenig Inneres haben.
    Wilhelm Heinse (1746-1803), Aphorismen
  • Alles bätert sech op de Dê'r.
    i] Alles bessert sich auf die Dauer.
  • Alles Bêd's (beide), Frau Pfarrern, sagt der Kutscher.
    i] Die Frau eines Landgeistlichen will einem Lohnkutscher aus der Residenz, der bei kühlem Wetter mit seinem Wagen vor dem Predigerhause wartet, um jemand abzuholen, nach ihrer guten Gewohnheit eine Erfrischung reichen, und fragt ihn deshalb: 'Mögen Sie lieber eine Tasse Kaffee, oder ein Schnäpschen?' 'Alles Bêd's, Frau Pfarrern'.
  • Alles beed's, Frau Pfarren.
    Köthen
    i] Ein etwas unbescheidener Lohnkutscher hielt vor der Tür eines Landpredigers und wurde von der Frau desselben gefragt, ob er zu seiner Erquickung lieber Kaffee oder einen Schnaps annehme, worauf er obige sprichwörtlich gewordene Antwort gab.
  • Alles begehren ist nichts haben.
    Mensch glaube diß gewiß / hastu nach allm Begihr /
    So bistu bettel arm und hast noch nichts in dir.
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Sechstes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 189
  • Alles beginnt der Deutsche mit Feierlichkeit, und so zieht auch
    Diesem deutschen Journal blasend ein Spielmann voran.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Xenien 251 - Das Journal Deutschland
  • Alles beginnt mit der Sehnsucht.
  • Alles Behagen am Leben ist auf eine regelmäßige Wiederkehr der äußern Dinge gegründet.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Aus meinem Leben, Dichtung und Wahrheit (1809-1831), III, 13
  • Alles bekommt man einmal satt, am schnellsten die Frauen.
    Guy de Maupassant (1850-1893), Friedhofsbesuche
  • Alles bekommt man vom Wald, nur ein selbstgewachsenes Spinnrad nicht.
    ee] Muud asja saab kõik metsast, aga isekasvand vokiratast saa mette.
  • Alles belebt sich zur Essenszeit und genest zur Topfzeit.
    ee] KõiK sütüsse söögi ajos ja paranese paa ajos.
  • Alles beruht darauf, dass du dir selbst gebietest.
    Cicero (106-43 v. Chr.)
  • Alles besieget die Lieb', und wir auch geben besiegt uns.
    Vergil (70-19 v. Chr.), Eklogen, X, 69
  • Alles besiegt Amor.
  • Alles besiegt der Gott der Liebe.
    Vergil (70-19 v. Chr.), Bucolica
  • Alles besiegt die Liebe, alles erreicht das Geld, alles endet mit dem Tode, alles verschlingt die Zeit.
  • Alles besiegt unablässiger Fleiß und die Not des drückenden Mangels.
    Vergil (70-19 v. Chr.), Georgica
  • Alles besiegt und raubt die geizende Zeit;
    Den Ruhm auch, und schafft uns ein zweites Sterben,
    Und wie vor dem ersten kein Mittel uns vor ihm feit.
    So siegt die Zeit ob der Welt, lässt ihre Namen verderben.
    Francesco Petrarca (1304-1374), I, Trionfi
  • Alles besser wie gestorben.
    Warschau
    i] Trost der Unglücklichen, die bei großem Verlust, z.B. Einer Feuersbrunst, wenigstens das Leben gerettet haben.
  • Alles Bestreben gegen Unmöglichkeit oder Notwendigkeit ist lächerlich. Der Weise ergibt sich gleich drein.
    Wilhelm Heinse (1746-1803), Aphorismen
  • Alles Bestreben, einen Gegenstand zu fassen, verwirrt sich in der Entfernung vom Gegenstande und macht, wenn man zur Klarheit vorzudringen sucht, die Unzulänglichkeit der Erinnerungen fühlbar.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), L. K. Vogel, letzte Lebensjahre
  • Alles bezwingt die Liebe.
    la] Omnia vincit Amor.
  • Alles bis auf das äußerste hinaus zu verfolgen, so daß nicht die geringste dunkle Idee zurückbleibt, mit Versuchen die Mängel daran zu entdecken, sie zu verbessern, oder überhaupt zu dieser Absicht etwas Vollkommneres anzugeben, ist das einzige Mittel uns den so genannten gesunden Menschen-Verstand zu geben, der der Haupt-Endzweck unsrer Bemühungen sein sollte. Ohne ihn ist keine wahre Tugend. Er macht allein den großen Schriftsteller, scribendi recte sapere est et principium et fons. Man muß nur wollen, war der Grundsatz des Helvetius.
    Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), Aphorismen (Sudelbücher), 1773 - 1775
  • Alles bis auf den letzten Heller bezahlen.
    fr] Payer rubis sur l'ongle.
    fr] Payer ric à ric.
  • Alles Böse gründet in einem Guten, und alles Falsche in einem Wahren.
    Thomas von Aquin (1225-1274), Über das Böse
  • Alles Böse ist nicht böse. Aus dem Bösen kommt das Gute.
  • Alles Böse ist nur das Phänomen der Hemmung des Triebs zum Guten, der Verzehrung des Guten.
    Johann Wilhelm Ritter (1776-1810), Fragmente
  • Alles böss kompt vom guten her, auss Engeln Teuffel, auss Jungfrawen Huren.
  • Alles brennt trocken gut, nur die Lampe nicht.
    Westfalen
  • Alles bricht in Gähnen aus, und das Volk schleicht still nach Haus.
    August Wilhelm Schlegel (1767-1845), Der lahme Pamphletist
  • Alles bricht, wenn es zu dünn wird, der Mensch, wenn er zu stark wird.
    Kurdistan
  • Alles Brot ist dem gesund, der hungert.
  • Alles bunt durcheinander wie ein Hanswurstwamms auf der Kirchweih.
  • Alles da, Holz un Torf, die Miet' wird abgedanzt, drêmol um'n Ofen is ein Monat weg.
    Stettin
    i] Der Ofen steht nämlich dicht in einer Ecke.
  • Alles daransetzen, zu ...
    es] Hacer todo lo posible para ...
  • Alles das geschieht mit Arglist.
    la] Dolo malo haec fiunt omnia.
  • Alles das, wonach wir aus Vernunft streben, ist nichts anderes als das Erkennen, und der Geist beurteilt, insofern er von der Vernunft Gebrauch macht, nur das als für ihn nützlich, was zum Erkennen führt.
    Baruch de Spinoza (1632-1677), Ethik
  • Alles Dasein, welches verneint werden kann, verdient es auch, verneint zu werden; und wahrhaftig sein heißt: an ein Dasein glauben, welches überhaupt nicht verneint werden könnte und welches selber wahr und ohne Lüge ist.
    Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900), Unzeitgemäße Betrachtungen, 3, Schopenhauer als Erzieher
  • Alles Denken geschieht unter der Kategorie der Zeit, das wahre Erkennen dagegen schaut in einem ewigen Nu.
    Meister Eckhart (1260-1328)
  • Alles Denken hat bisher Resultate ergeben.
    Walther Rathenau (1867-1922), Auf dem Fechtboden des Geistes
  • Alles Denken ist nichts anderes als ein Vorstellen durch Merkmale.
    Immanuel Kant (1724-1804)
  • Alles Denken ist unmoralisch. Sein eigentliches Wesen ist Zerstörung.
    Oscar Wilde (1854-1900), Eine Frau ohne Bedeutung
  • Alles Denken ist Zurechtmachen.
    Christian Morgenstern (1871-1914)
  • Alles Denken, das in die Tiefe geht, endet in ethischer Mystik.
  • Alles der Würste wegen.
  • Alles Dichten und Trachten der Menschen, wie es sich in ihren so mannigfaltigen Bestrebungen betätigt, schlägt zwar äußerlich sehr verschiedene Wege ein, aber schließlich läuft es doch immer auf das eine letzte Ziel, die Erlangung der Glückseligkeit, hinaus. Diese aber ist das höchste Gut, nach dessen Erlangung nichts mehr zu wünschen übrig bleibt.
    Boethius (480-524), Tröstungen der Philosophie, 3. Buch
  • Alles dichtet und tut und kein Mensch weiß, was er will, es sind lauter Velleitäten, die, wie Seifenblasen den spielenden Kindern, so den lieben Verfassern vor der Nase zerplatzen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Nees v. Esenbeck, 24.5.1827
  • Alles Ding hat sein end.
  • Alles ding macht verdrossen mut, so man sein zuvil hat und thut.
    la] Omne quod est nimium, crebrum sordescit ob usum.
  • Alles Ding währt seine Zeit.
  • Alles Ding will vorher Rat, dann Tat.
  • Alles dinghes een wile.
  • Alles dings ein mass.
    dk] Alting til maade.
    la] Omnibus in rebus modus est pulcherrima virtus.
  • Alles doppelt sehen.
    i] Betrunken sein.
    zit] Es daucht jhn, was er siehet wer zweyfeltig.
  • Alles Drängen, alles Ringen
    ist ewige Ruh' in Gott dem Herrn.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Zahme Xenien
  • Alles dreht sich um Brot und Tod.
  • Alles durch den Arss fahren lassen.
  • Alles durch den Bauch jachen.
  • Alles durch die schwarze Brille sehen/Ein Unkenrufer/Ein Unke sein.
    es] Ser un cenizo.
  • Alles durch eine rosa Brille sehen.
    es] Verlo todo de color de rosa.
  • Alles durch Milde, nichts durch Gewalt.
    dk] Lemfeldighed er ofte bedre end ret og magt.
    dk] Mildhed er øm til at medlide; let til at forlade, færdig til at hielpe.
    dk] Mildhed udretter meere end strenghed
    en] The charitable give cut at the door and God puts in at the window.
    fr] Tout par amour, rien par force.
    la] Facilitate nihil est homini melius, neque clementia.
  • Alles durcheinander bringen.
  • Alles durcheinander, wie sie der Griff gibt, sagte der Bettler, als er eine Filzlaus drunter fand.
    nl] Zulke loopen er onder, zei de meid, en zij had eene plattluis tusschen hare vingeren.
  • Alles Edle ist an sich stiller Natur und scheint zu schlafen, bis es durch Widerspruch geweckt und herausgefordert wird.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
  • Alles eigentlich gemeinsame Gute muss durch das unumschränkte Majestätsrecht gefördert werden.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
  • Alles ein Gesöff, sagte die Gans, da hatte sie in sieben Pfützen herumgeschnattert.
  • Alles eine Zeit lang.
    la] Omnia ad tempus certum durant.
  • Alles Eisen lässt sich hämmern, aber nicht aus jedem wird Stahl.
  • Alles Elend der Welt wird durch impotente Hirne verursacht.
  • Alles en der Meddelmass (Mittelmaß).
    Bedburg
  • Alles endert sich ohne des Papstes wurstkahen vnd der kuhschwantz.
  • Alles endet mit Weinen.
  • Alles endet, außer die Liebe zu Gott.
    Portugal
  • Alles entartet unter den Händen der Menschen.
    Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), Emile
  • Alles Entscheidende entsteht trotzdem.
    Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900), Ecce homo
  • Alles entsteht und vergeht nach Gesetz; Doch über des Menschen
    Leben, dem köstlichen Schatz, herrschet ein schwankendes Los.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Elegien: Euphrosyne
  • Alles Erdreich ist Österreich untertan.
    la] Austriae Est Imperare Orbi Universo.
    Wahlspruch
  • Alles Erkennen ist Gestaltung. Gestaltung ist seelisches Besitzergreifen, Hunger nach Erkenntnis ist seelischer Wille zum Besitz.
    Oswald Spengler (1880-1936), Urfragen. Fragmente aus dem Nachlass
  • Alles erkennt man an diesen Händen, an der Art wie sie warten, wie sie greifen und stocken: den Habsüchtigen an der krallenden, den Verschwender an der lockeren Hand, den Berechnenden am ruhigen, den Verzweifelten am zitternden Gelenk ...
    Stefan Zweig (1881-1942), Vierundzwanzig Stunden aus dem Leben einer Frau
  • Alles erkläret sich wohl, so sagt mir ein Schüler, aus jenen
    Theorien, die uns weislich der Meister gelehrt.'
    Habt ihr einmal das Kreuz von Holze tüchtig gezimmert,
    Paßt ein lebendiger Leib freilich zur Strafe daran.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Venezianische Epigramme 79
  • Alles erlaubt sich ein Weib, und es dünkt unziemlich ihr gar nichts.
    Juvenal (60-127), Satiren
  • Alles Erlaubte würde man hingeben für alles Verbotene.
  • Alles erzählen, was man auf dem Herzen hat.
    la] Vider son sac.
  • Alles Erzeugnis der Kunst ist Symbol der Offenbarung, und da hat oft der auffassende Geist mehr teil an der Offenbarung als der erzeugende.
    Bettina von Arnim (1785-1859), Goethes Briefwechsel mit einem Kinde
  • Alles es gued in 'n Folkspot, mär niene witte Fiksebounen, hadde de gneädige Frau saght.
    Hagen
    i] Alles ist gut im Gesindetopf, aber keine weißen Fiksbohnen. (Fikse-, Fitze- Fisebônen, d.i. die gefeset werden müssen, um sie grün (mit den Schoten) zu essen)
  • Alles Ewige ist notwendig.
    Thomas von Aquin, Summe gegen die Heiden
  • Alles fällt auf mich, nur kein Beutel Geld.
    i] Klage eines vom Glück Vernachlässigten.
  • Alles Festlegen verarmt.
    Christian Morgenstern (1871-1914), Stufen: Lebensweisheit-Ethisches
  • Alles fette schadet sehr, der Fischen aber noch viel mehr.
    la] Omnis pinguedo mala, piscium pessima.
  • Alles Fleisch ist Heu.
    Jeder Mensch ist sterblich.
    fr] Tout ce qui est chair, est périssable.
  • Alles Fleisch ist zu essen, und alle Mädchen sind zum Heiraten.
    England.
    var] Alles Fleisch muss gegessen werden, alle Mädchen geheiratet.
  • Alles Fleisch soll gegessen, alle Mädchen sollen geheiratet werden.
    England
  • Alles fließt, nichts ist fest.
    Heraklit (520-460 v. Chr.)
  • Alles Freidenkertum ist Torheit, denn der Gedanke ist nicht frei, sondern an Denkgesetze gebunden, an die Logik, wie die Natur an Naturgesetze.
    August Strindberg (1849-1912), schwedischer Dichter
  • Alles Fremdsein und Fernsein haßt Gott. Zur Einigung lockt und zieht Gott, eines suchen alle Geschöpfe, auch die niedersten Kreaturen suchen eines.
    Meister Eckehardt, Buch der göttlichen Tröstung
  • Alles freuet sich und hoffet,
    Wenn der Frühling sich erneut.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Der Jüngling am Bache
  • Alles Fühlende leidet in mir, aber mein Wille ist stets mein Bezwinger und Freudenbringer.
    Franziska Gräfin zu Reventlow (1871-1918), Tagebücher
  • Alles führt den in Versuchung, der sich vor der Versuchung fürchtet.
    Frankreich
  • Alles führt mich zu dem glücklichen stillen Leben zurück, zu dem ich geboren war.
    Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), Träumereien eines einsamen Spaziergängen
  • Alles für die Ehre, doch die Ehre ist um nichts feil.
  • Alles für die Katz.
  • Alles für einen Apfel und ein Ei haben wollen.
    nl] Men kan dat vor een ei of een' appel krijgen.
  • Alles für Evangelium nehmen.
    i] Von Leichtgläubigen, Prüfungsscheuen.
  • Alles für Geld, umsonst ist nur der Tod.
  • Alles für nichts! ist der irdische Imperativ.
    Friedrich Hebbel (1813-1863), Tagebücher
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