DICTUM

Sprichwort, adage, proverb, saw, saying, byword, proverbe, proverbio, refrán, frase proverbial, ditado, provérbio, przysłowie, Redensart, colloqualism, idiom, expression, phrase, tournure, poncif, dicton, expresión, frase hecha, locución, frase fatta, modo di dire, expressão idiomática, powiedzenie, powiedzonko, Zitat, quotation, citation, excerpt, quote, cita, citazione, detto, sentenza, passo, citação, Sentenz, sententia, proverbium, adagio, adagium, locutio, dictum, Spruch, carmen, elogium, pronuntatio, Redensart, phrase, collocation, locution

  • Alles mit Maß, sagte der Bauer, da trank er eine Maß Branntwein.
    var] Alles mit Maßen, sagte der Bauer und trank ein Viertel Branntwein auf einmal aus.
  • Alles mit Maß, sagte der Schneider und drosch seine Frau mit dem Metermaß.
    var] Alles mit Maßen, sagte der Schneider und schlug seine Frau mit der Elle tot.
    nde] Allens mit Maten, sä de Snider - dar haut he sin Fro mit de Ellen.
  • Alles mit Maß, sagte der Schneider, da schlug er seine Frau mit der Elle tot.
  • Alles mit Maß, sagte Kaatje und goß ihrem Mann eine Kanne Wasser über den Leib.
  • Alles mit Maß.
  • Alles mit Maßen, sagte der Schneider und schlug seine Frau mit der Elle tot.
    ndt] Allens mit Maten, sä de Snider - dar haut he sin Fro mit de Ellen.
    ndt] All mit Mâte, see de Kêrel, dô slôg he sîn Wîw mit'n Ellstock dör.
    Ostfriesland
    ndt] Alles met Maote, segg de Snîder, dar slog he sine Frau met de Iäle (Elle) daut.
    Ostfriesland
    ndt] Alles mit Maten, see de Kêrel, do slog he sîn Wîf mit d'r Êl dör. Harz
    nl] Alles met maten, zei de snijder, en hij sloeg zijn wijf met de el voor haar achterste. I49b.)
    nl] Alles met maten, zei Flips de hondenslager, en hij mat de stokslagen met de el uit.
  • Alles mit Maßen, sagte der Teufel und ging mit dem Zollstock (o. griff zur Schmiege).
    nl] Alles met maten, zei de drommel, en hij hing een' bandelier om.
  • Alles mit Maßen, sagte die Frau, und goss ihrem Manne eine Kanne Wasser über den Kopf.
    nl] Alles met maten, zei Kaatje, en zij gooide haar man eene kan water over't lijf.
  • Alles mit Maßen.
    ndt] Maisse wilt aller dinge walden.
    dk] Aldting til maade.
    en] There is reason in all things.
    it] Ogni cosa vuol misura.
    se] Allting met måtta.
  • Alles mit Maßen.
    ndt] Maisse wilt aller dinge walden.
  • Alles mit Rat!
    i] Tue nichts ohne Überlegung.
    fr] Ne faites rien sans déliberer, sans une mûre réflexion.
    se] All ting med råd.
  • Alles mit Ruhe, sagte der Schuster, und aß die Grütze mit der Ahle.
    dk] Smuk langsam, sagde han, som øste velling op med en syl.
  • Alles mit Schuppen zählt als ein Fisch.
  • Alles mit Stumpf und Stiel wegnehmen.
    la] Una cum pulvisculo.
  • Alles mit Überlegung, sagte die Frau und briet den Speck in Butter.
  • Alles mit Überlegung, sagte die Frau und briet Speck in Butter.
    nl] Het overleggen is stal, zei de vrouw, en zij braadde het spek in de boter.
  • Alles mit Überlegung.
    nl] Alle ding met overleg.
  • Alles moet zijn' tijd hebben.
  • Alles mot en Anfang un en Enne hewwen.
    Westfalen
    i] Man muss nichts, auch keine Neckerei zu weit treiben).
    dk] Aldting maa have en begyndelse.
    dk] Der maa valn grundvold til bygningen.
  • Alles muß wider in Eins.
    Alls kombt auß einem her / und muß in Eines ein:
    Wo es nicht wil gezweyt / und in der vielheit seyn.
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Fünfftes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 1
  • Alles muss allem dienen. Es gibt im letzten Sinne keine Ungerechtigkeit.
    Christian Morgenstern (1871-1914), Stufen
  • Alles muss der Mensch lernen, der auf Bildung Anspruch machen will: nur seine Sprache will der Deutsche nicht lernen, die soll ihm von selbst kommen.
    Ernst Moritz Arndt (1769-1860), Über Volkshaß
  • Alles muss einen Anfang und eun Ende haben.
    i] Man muss nichts, auch keine Neckerei zu weit treiben.
  • Alles muss in nichts zerfallen,
    Wenn es im Sein beharren will.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Eins und Alles
  • Alles muss man lernen: die Verachtung der anderen, die uns als eine Maske begegnet, eine wohlbekannte, doch befremdlich, denn man muss lieben, was uns hasst, das Vortreffliche hasst eben weil es nur ein Irrtum ist.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Riemer, 24.12.1810
  • Alles muss mir rein sein, sagte die Frau, und zog die Maus aus dem Schmantdüppen, strich den Schmant ab und tat ihn wieder hinein.
    Sauerland
  • Alles muss nach jemandes Kopf gehen.
  • Alles muss sich nach der Wahrheit richten.
    la] Veritas est regula, norma et mensura proborum.
  • Alles muss unter die Erde.
  • Alles muss verrungeniert (ruiniert) werden.
    David Kalisch (1820-1872), Berlin, wie es weint und lacht
  • Alles Mystische ist personell - und mithin eine Elementarvariation des Weltalls.
    Novalis (1772-1801), Fragmente
  • Alles nach der Bauernregel ermessen.
  • Alles nach der Ordnung, sagte der Amtmann Schloßer zum Itzik, da lebt' er noch.
  • Alles nach der Zeit.
    ee] Kik aja mööda.
  • Alles nach Gottes Willen.
  • Alles nach seiner Elle messen.
    Alles nach sich, seiner Anschauung und Ansicht, seinem Standpunkte beurteilen.
    fr] Mesurer les autres à son âme.
    nl] Hij meet anderen naar zijne eigene el.
  • Alles nei machd dr Mai:
    Schberrd sai Weib in Kaschda nai.
    Lot se rous, schberrd se ai,
    Lot se wiedr rous.
  • Alles neigt dazu, in seinem Sein zu verharren.
    Baruch Spinoza (1632-1677)
  • Alles nennt man Liebe, und was die Menschen Liebe heißen, ist oft nur Eitelkeit, Eigensinn, Temperament, Sinnlichkeit, Vieherei.
    Marianne Ehrmann (1755-1795), Philosophie eines Weibs
  • Alles neu macht der Mai, macht die Seele frisch und frei.
    Hermann Adam von Kamp (1796-1867), Der Mai
  • Alles neu macht der Mai.
    geflügeltes Wort
  • Alles neu, alles gut.
  • Alles Neue bekommen wir von jungen Menschen.
  • Alles Neue findet Widerspruch.
    Russland
  • Alles neue ist schön.
  • Alles Neue ist süss.
  • Alles neue wird geachtet.
  • Alles nimmt ab in der Welt, aber die Laster nehmen zu.
  • Alles nimmt der Teufel, nur ein böses Weib nicht.
  • Alles nimmt ein Ende.
  • Alles nimmt uns das Alter, sogar den Verstand.
    Vergil (70-19 v. Chr.), Hirtengedichte
  • Alles nun, was ihr wollt, dass es euch die Menschen tun, das tut auch ihr ihnen. [Goldene Regel].
    NT, Matthäus 7,12
  • Alles nur auf den äußeren Formen der Staatsverfassung ruhende Recht der Bürger ist ohne innere sittliche und geistig gebildete Bürgerkraft in den Republiken wie in den Königreichen nur Staub.
    Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827), an die Unschuld, den Ernst und den Edelmut meines Zeitalters
  • Alles nur in meinen Sack.
    zit] Nur alles in meinen Sack und sonst keinem Menschen gedient.
  • Alles nur mit dem linken Ohr hören.
  • Alles oder nichts.
    zit] Ganz oder gar nicht. Alles in Allem. Jehova oder Baal; Christus oder Belial. Mit Christo oder wider Christum. Sammeln oder zerstreuen. Garizim oder Hebol. Kinder des Vaters im Himmel oder Kinder ihres Vaters, des Teufels. Das Evangelium im Geruch des Lebens zum Leben, oder im Geruch des Todes zum Tode. Hillmann, Evangelisierte Sprichwörter.
    en] To win the mare or lose the halter.
    fr] Tout ou rien.
    la] Aut Caesar aut nihil.
  • Alles öffentliche Leben ist wenig mehr als ein Schauspiel, das der Geist von vorgestern gibt, mit dem Anspruch, der Geist von heute zu sein.
    Christian Morgenstern (1871-1914), Zeitkritisches
  • Alles opponierende Wirken geht auf das Negative hinaus, und das Negative ist nichts. Wenn ich das Schlechte schlecht nenne, was ist da viel gewonnen? Nenne ich aber gar das Gute schlecht, so ist viel geschadet.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Eckermann, 24.2.1825
  • Alles paletti.
  • Alles passt in des Sängers Lied.
    Finnland
  • Alles Poetische sollte rhythmisch behandelt werden ... Dass man nach und nach eine poetische Prosa einführen konnte, zeigt nur, dass man den Unterschied zwischen Prosa und Poesie gänzlich aus den Augen verlor.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Schiller, 25. 11. 1797
  • Alles politische Denken in den letzten Jahren wurde auf die gleiche Weise beeinträchtigt. Die Leute können die Zukunft nur voraussehen, wenn sie mit ihren Wünschen zusammenfällt, und die offensichtlichsten Tatsachen können ignoriert werden, wenn sie nicht willkommen sind.
    George Orwell (1903-1950), englischer Schriftsteller
  • Alles Politisieren, auch bei den größten Staatsmännern, ist Improvisieren auf gut Glück.
    Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900)
  • Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen,
    Dass er, kräftig genährt, danken für alles lern',
    Und verstehe die Freiheit,
    Aufzubrechen, wohin er will.
    Friedrich Hölderlin (1770-1843), Lebenslauf
  • Alles Quark ohne Geld.
    i] Das Wort Quark ist ein wendisches Wort Twarog, welches weichen, noch nicht ausgetrockneten Käse bedeutet und auch so im Böhmischen und Polnischen vorkommt.
  • Alles raus, was keine Miete zahlt!
  • Alles Reden ist nur Gered. Weiß man erst, was dahinter steht, lässt mans klappern wie die Mühlen am Bach und geht stillfein in sein eigen Gemach.
    Christian Morgenstern (1871-1914), Sprüche
  • Alles Reden ist sinnlos, wenn das Vertrauen fehlt.
    Franz Kafka (1883-1924)
  • Alles Reden ist verloren, findet man nicht offne Ohren.
  • Alles Reden und Beschreiben hilft bei sinnlichen, ja auch bei moralischen Gegenständen nichts.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Charlotte v. Stein, 2.12.1786
  • Alles reduzieren sie zuletzt auf den sogenannten Effekt, alles ist relativ, und so wird auch alles relativ, außer dem Unsinn und der Abgeschmacktheit, die denn auch ganz absolut regiert.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Lehrjahre VIII,7
  • Alles reformiert sich: Musik war ehemals Lärm, Satire war Pasquill, und da, wo man heutzutage sagt: Erlauben Sie gütigst, schlug man vor alters hinter die Ohren.
    Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799)
  • Alles regelt sich in Raten - nur das Plötzliche nicht.
    Emil Gött (1864-1908), Aphorismen
  • Alles Regieren muss durch das Benutzen der menschlichen Natur geschehen.
  • Alles rennet, rettet, flüchtet,
    Taghell ist die Nacht gelichtet.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Das Lied von der Glocke
  • Alles richtig verstehen macht sehr nachsichtig.
  • Alles Römische ziehe ihn unwillkürlich an. Dieser große Verstand, diese Ordnung in allen Dingen sage ihm zu, das griechische Wesen nicht so, die Liebe und Neigung dafür habe er sich nur angeeignet.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), S. Boisserée, 11.8.1815
  • Alles rülpset in seiner Art.
  • Alles Schaffen aus dem Notwendigen heraus ist Leben und Mühe, die sich selbst verzehren, wie im Blühen das Vergehen schon herannaht.
    Gottfried Keller (1819-1890), Der grüne Heinrich
  • Alles Scheisse, Deine Elli!
  • Alles schenken,
    Niemals henken,
    Verändert Land und Stand.
    Abraham a Sancta Clara (1644-1709), Etwas für Alle
  • Alles schläft und ist glücklich, nur ich nicht.
    Fernando Pessoa (1888-1935), Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares
  • Alles Schnickschnack - ohne Geld!
  • Alles schon dagewesen!
    Karl Gutzkow (1811-1878), Uriel Acosta
    nl] Alle dingen hebben hunnen keer, behalve de tijd, want als die eens voorbij is, zoo komt hij niet weder.
  • Alles Schöne der Alten ist bloß charakteristisch,
    und bloß aus dieser Eigentümlichkeit entsteht die Schönheit.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Der Sammler und die Seinigen
  • Alles Schöne hat einmal ein Ende.
    it] Ogni bel gioco dura poco.
  • Alles Schöne im Leben ist unmoralisch, illegal oder es macht dick.
  • Alles Schöne im Menschen kommt von den Strahlen der Sonne und von der Milch der Mutter - das ist es, was uns mit Liebe zum Leben erfüllt.
    Maxim Gorki (1868-1936), Die Mutter und Tamerlan
  • Alles schreitet vorwärts, entwickelt sich; nur eins wird kleiner: der Geist.
    Jules Michelet (1798-1874), Die Liebe
  • Alles schweige!
    Jeder neige
    Ernsten Tönen nun sein Ohr!
    Weihelied in den Deutschen Bundesliedern (Jena 1817)
  • Alles sei recht, was du tust, doch dabei lass es bewenden,
    Freund, und enthalte dich ja, alles, was recht ist, zu tun.
    Wahrer Eifer genügt, dass das Vorhandne vollkommen
    Sei; der falsche will stets dass das Vollkommene sei.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Politische Lehre
  • Alles Seiende ist wahr.
    la] Omne ens verum.
  • Alles Selbstdenken kommt mir wie Sünde vor, wenn ich in der Natur bin; könnt man ihr nicht lieber zuhören?
    Bettina von Arnim (1785-1859), Die Günderode
  • Alles Sichtbare, mag es auf göttlichem oder menschlichem Prinzip beruhen, ist ein einheitliches Ganzes: Organe sind wir eines großen Körpers.
    Lucius Annaeus Seneca (1-65), Briefe an Lucilius
  • Alles sind Biber, alle gleich.
    Russland
  • Alles sind Taten, die vollbracht werden.
    ee] Kõik on teod, mes tehässe.
  • Alles soll man dem Nächsten wünschen, sagt der Jude, nur keinen bösen Nachbar.
  • Alles soll man kennen, nichts soll man brauchen.
    Jüdisch-deutsch
    i] Man soll sich soviel als möglich Kenntnise einsammeln, auch wenn man nicht weiß, ob man sie gebraucht. Will sagen, dass jedes Wissen zwar nützlich und angenehm sei, wofern man nicht angewiesen ist, davon zu leben.
    ndt] Alles soll män können, nischt soll män brauchen.
  • Alles soll nach seiner Nase gehen!
  • Alles soll nach seiner Pfeife tanzen.
  • Alles soll so einfach wie möglich gemacht sein, aber nicht einfacher.
  • Alles soll zu seiner Geige stimmen.
  • Alles sollte man dem Menschen opfern. Nur nicht den Menschen.
  • Alles spielte sich hinter den Kulissen ab
    en] all that took place (o. happened o. occurred) behind the scenes
    fr] tout se déroula dans la coulisse
    it] tutto si svolse dietro le quinte
  • Alles Spinozistische in der poetischen Produktion wird in der Reflexion Machiavellismus.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 322
  • Alles Sprechen und Schreiben heißt Würfeln um den Gedanken. Wie oft fällt nur ein Auge, wenn alle sechs fallen sollten.
    Friedrich Hebbel (1813-1863), Tagebücher
  • Alles Staat und nichts in der Schüssel.
    Frankreich
  • Alles stammt aus einem großen Ei, und unser ganzer Erdball ist ein großes Ei, das alle anderen enthält.
    Voltaire (1694-1778), Der Mann mit den vierzig Talern
  • Alles Starke ist einfach!
    Robert Musil (1880-1942), Der Mann ohne Eigenschaften
  • Alles stehen und liegen lassen.
  • Alles steht auf'm sprung.
  • Alles steht in Gottes Hand.
  • Alles steht Kopf.
  • Alles stiehlt ein Dieb, nur nicht die Lieb'.
  • Alles Streben des höheren Menschen gilt höheren Dingen, das Trachten des gewöhnlichen gilt dem Gewöhnlichen.
    Konfuzius (551-479 v. Chr.)
  • Alles strebt zum Guten.
    la] Omnia bonum appetunt.
  • Alles Süße gilt den Beduinen als Dörrfeigen.
    Arabien
  • Alles taugt nicht zum Essen, (über) alles geziemt es sich nicht zu sprechen.
    ee] Kik ei sünni süvvä, kik ei kõlba kõnelda.
  • Alles taugt nicht zum Essen, was man mit den Augen sieht.
    ee] Kõik ei kõlba süvvä, mis silmäge näed.
  • Alles taugt zu essen, was im Mund nicht schreit.
    ee] Kõik sünnib süüa, mis suus ei karju.
  • Alles Tragische beruht auf einem unausgleichbaren Gegensatz. Sowie Ausgleichung eintritt oder möglich, schwindet das Tragische.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), F. v. Müller, 6.6.1824
  • Alles trägt dazu bei, einem zur Herrschaft über andere erzogenen Menschen jedes Gefühl für Gerechtigkeit und Rechenschaft zu rauben.
    Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), Contrat social
  • Alles trägt Pelzmützen, und er redet vom Schwitzen.
    i] Er behauptet ganz unwahrscheinliche Dinge, wie z.B. nicht zu frieren, oder gar, zu schwitzen, wenn man bald erfrieren möchte.
  • Alles Transparent, sagte der Wirt bei der Illumination; da konnte man durch die Fleischschnitten hindurchsehen.
  • Alles trauert, du bist lustig.
    la] Lugent cuncta, tu laetus es.
  • Alles Tun auf Gott gebaut, keinem Menschen recht getraut, nicht zu groß und nicht zu klein, höflich, doch nicht zu gemein, viel Geduld bei wenig Geld, so kommt man fort in aller Welt.
    Obersulzbach in Mittelfranken
  • Alles tun zu seiner Zeit;
    Sonntagsarbeit nicht gedeiht.
  • Alles Übel des Menschen kommt davon, dass er nicht allein sein kann: daher der Hang zu Spiel, Luxus, Zerstreuung, Wein und Frauen, daher Unwissenheit, Lästersucht, Missgunst, Selbstvergessen und Lauheit gegen Gott.
    Jean de La Bruyère (1645-1696), Vom Menschen
  • Alles Übel kommt von dem, was die Jugend nicht weiß und das Alter nicht kann.
  • Alles Übel kommt von oben.
    zit] Wie der Meister, so der Geselle.
  • Alles Übel kommt von Spanien, alles Gute vom Norden.
    Spanien
  • Alles Übel nimmt ein Ende.
  • Alles über den Haufen schmeißen.
    es] Echarlo todo por tierra, desbaratar los planes.
  • Alles über die Klinge jagen (o. springen lassen).
  • Alles über ein Leisten schlagen.
    var] Alles über einen Kamm scheren.
    en] To put everything topsy turvy.
    fr] Faire fagot de toute herbe.
    it] Fare d'ogni erba fascio.
    es] Hacer de toda yerba un fardo.
  • Alles über einen Kamm scheren - alles mit der gleichen Elle messen - alles über einen Leisten schlagen - alles in einen Topf werfen.
    en] to measure everything by (o. with) the same yardstick - to lump everything together - to apply the same standard to everything.
    fr] mettre tout dans le même sac (o. pot o. panier o. sur le même pied) - (man sollte nicht alles ... = il ne faut pas mélanger les torchons et (o. avec) les serviettes.
    it] mettere tutto in un mazzo (o. in un mucchio o. nello stesso calderone) - fare di ogni erba un fascio
  • Alles über einen Kamm scheren
    i] Aus der Barbierstube entlehnt, wo man den Kamm nach der Person, die sich das Haar schneiden ließ, oder nach dem Masse der Haare, das verlangt wurde, wählte. Die Redensart stammt, wie viele andere, aus den alten Badestuben. Das vexare liegt übrigens nicht notwendig darin, es heißt auch: alle ohne Rücksicht gleich behandeln, wie ein Bader, der für alle Kunden denselben Kamm nahm.
    es] Medirlo todo por el mismo rasero
  • Alles über einen Leisten machen (o. schlagen, ziehen).
  • Alles über Eva.
    geflügeltes Wort
  • Alles Übermaß ist schädlich und verderblich.
    Giacomo Casanova (1725-1798), Neunundneunzig Abenteuer
  • Alles Übermäßige verstößt gegen die Natur.
  • Alles überwindet der Mensch, aber nur, wenn die Überwindung für ihn eine Notwendigkeit ist - alles vermag er, wenn er muss.
    Ludwig Andreas Feuerbach (1804-1872), Tagebuch 1834-1836
  • Alles uf di leicht Achs'l namma.
    Franken
  • Alles um der Wurst willen.
  • Alles um Liebe!
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), J. G. v. Zimmermann, September 1775
  • Alles umb alles.
    Die Seeligkeit ist alls. Wer alles wil erheben /
    Der muß auch zuvoran hier alls umb alles geben.
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Sechstes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 105
  • Alles ums liebe Geld.
    nl] Om gelds wille is 't al te doen.
  • Alles umsunst, das schafft kein Gunst.
  • Alles Unangenehme soll man vielmehr höchst prosaisch und nüchtern auffassen, damit man es möglichst leicht nehmen könne.
    Arthur Schopenhauer (1788-1860), Aphorismen zur Lebensweisheit, Paränesen und Maximen
  • Alles Unbekannte gilt für groß.
    Tacitus (58-120), Agricola
  • Alles Unbekannte wirkt bloß auf die Phantasie, die immer vergrößert oder verkleinert und nie das Maß der Wirklichkeit trifft.
    Wilhelm Heinse (1746-1803), Das Spiel des Wesens
  • Alles und sonst no Einiges.
    Ulm
  • Alles under der Nasen einschießen.
  • Alles ungebildete Denken ist übertriebenes Denken.
    William Butler Yeats (1865-1939), Entfremdung
  • Alles Ungewöhnliche hindert die Leute, so zu leben, wie sie wollen.
    Maxim Gorki (1868-1936), Wladimir Iljitsch Lenin
  • Alles Unglück fahet sich in Gottes namen an (in nomine Domini).
    i] Und so beginnen auch die päpstlichen Bullen.
    zit] Daher man gewöhnlich spricht: Alles Unglück fahet sich in Gottes Namen an, und in Gottes Namen schlug jener Bauer seinen Knecht zu tot.
    zit] Haben diese 16 Nonnen auch angefangen in nomine Domini Krüg und Häfen zerbrechen und gute scherben zu machen.
  • Alles Unglück in der Welt geschieht nur, weil einer mehr tut als er muss.
  • Alles Unglück ist gut, wenn man Brot dabei hat.
  • Alles Unglück ist im Krieg.
    la] Nulla salus bello.
  • Alles Unglück kommt durch den Mund.
  • Alles Unglück von A bis Z. O meine liegen alle zwischen A und G (Frau, Ehe).
    Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), Aphorismen (Sudelbücher), 1776 - 1779
  • Alles Unglück, das aus den geschlechtlichen Beziehungen, aus den Verliebtheiten entsprungen ist, kommt nur daher, dass wir die fleischliche Wollust mit dem geistigen Leben, mit - schrecklich zu sagen - der Liebe vermengen; wir brauchen unseren Verstand nicht dazu, diese Leidenschaft klar zu beurteilen und zu bestimmen, sondern dazu, sie mit den Pfauenfedern der Geistigkeit auszuschmücken.
    Lew Nikolajewitsch Tolstoi (1828-1910), Über die Ehe
  • Alles Unheil dieser Welt kommt vom falsch verteilten Geld.
  • Alles Unheil kommt von einer einzigen Ursache, dass die Menschen nicht in Ruhe in ihrer Kammer sitzen können.
    geflügeltes Wort
  • Alles Unheil rührt von unserer riesenhaften Unwissenheit her. Was man studieren musste, wird ohne Diskussion geglaubt. Statt zu erwägen, bestätigt man.
    Gustave Flaubert (1821-1880), an George Sand, 31. 3. 1871
  • Alles Unnatürliche ist unvollkommen.
    Frankreich
  • Alles Unrecht hat seinen Ursprung im Geist. Wenn der Geist verwandelt wird, wie kann dann Unrecht bleiben?
  • Alles Unsinn!
    Chansons que tout cela!
  • Alles unter einen Hut bringen (o. bringen wollen).
    i] Alle Meinungen und verschiedene Ansichten vereinigen.
  • Alles untereinander mengen.
    la] Mare coelo miscere (confundere ).
  • Alles untereinander werfen, wie ein Schuhmacher die Leisten.
  • Alles upp't Lîv (Leib) hängen.
    i] Sein Vermögen auf Kleider verwenden.
  • Alles verändert sich mit der Zeit.
    Estland
  • Alles verändert sich um uns her. Wir selbst verändern uns, und keiner ist sicher, morgen das noch zu lieben, was ihm heute gefällt. So sind alle unsere Entwürfe der Glückseligkeit nichtige Hirngespinste.
    Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), Träumereien eines einsamen Spaziergängers
  • Alles Verborgene kommt an den Tag.
    Matth. 10, 26
    bm] Tajne sám bůh soudí.
  • Alles Verbot, Bücher zu lesen oder Kunstwerke zu sehen, die zu Ausschweifungen verleiten können, ist unnütz, der freie Mensch muß einmal dadurch, wenn er die Natur will kennenlernen, wie sie ist. Und im Genuß macht's kein wahrhaftig lebendiger Mensch mit frischen Sinnen gerad dem andern nach, jeder folgt seinem eignen Willen, seinem Verstand und Gefühl, was allein glücklich macht. Den Toren wird's nicht viel schaden, und schadet's ihnen, so ist nicht viel daran gelegen, denn diese können überhaupt selten anders als mit Schaden klug werden.
    Wilhelm Heinse (1746-1803), Aphorismen
  • Alles Verbotene ist süß.
    Ägypten
  • Alles verdeckt er, wie die Otter die Füße.
  • Alles verdienet Reim und Fleiß,
    wenn man es recht zu sondern weiß.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Zahme Xenien V - Kein Stündchen ...
  • Alles verdirbt und was wir nit seind.
    Christ werde was du suchst: wo du's nicht selber bist /
    So komstu nie zur Ruh / unds wird dir alls zu Mist.
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Sechstes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 184
  • Alles Vergangene ist Traum und Schatten.
    Nikolai Michailowitsch Karamsin (1766-1826), Reise durch Deutschland
  • Alles Vergängliche
    Ist nur ein Gleichnis;
    Das Unzulängliche,
    Hier wird's Ereignis;
    Das Unbeschreibliche,
    Hier ist's getan;
    Das Ewig-Weibliche
    Zieht uns hinan.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
  • Alles vergeht, der Glaube besteht.
  • Alles vergeht, die Kunst besteht.
    la] Nil non mortale tenemus pectoris exceptis ingeniique bonis.
  • Alles vergeht, doch die Kunst erfreut und erhebet den Menschen;
    Wenn er längstens nicht mehr, zeugt sie noch rühmlich von ihm.
    Ludwig I., König von Bayern (1786-1868), Tempel der Juno vom Girgenti
  • Alles vergeht, Gottes Liebe besteht.
    fr] Tout se passe fors que aymer Dieu.
    se] Alth forgaar wtan gudz miskundh.
  • Alles vergeht, Tugend besteht.
    mhd] Sint daz ez allez sus zergât, daz aldiu werlt ze handen hât, niht mêr bestât niur tugend tât.
    dk] Alt forganger uden Guds naade.
    la] Viret post funera virtus.
  • Alles vergeht, Wahrheit besteht.
  • Alles vergeht. Neues entsteht. Immer sich wandelnd in irrendem Schweifen
    Verläuft des Menschen Leben.
    Euripides (480-406 v. Chr.), Hippolytos
  • Alles vergeht; doch wird Schönes allein so beweint.
    August von Platen (1796-1835), Verfall
  • Alles verjubeln.
  • Alles verlangt seine Zeit.
    ee] Kõik ajab oma aega.
  • Alles verläuft wohl geordnet.
  • Alles verloren, nur die Ehre nicht.
    fr] Tout est perdu hors honneur.
    i] Dies Wort sollte Franz I. von Frankreich nach der unglücklichen Schlacht von Pavia gesprochen haben; die spätere Zeit hat nachgewiesen, dass es ihm, wenigstens in dieser Form, zu Unrecht zugeschrieben wird. Es soll in einem Briefe an seine Mutter enthalten sein. In dem von Dulaure aufgefundenen und in dessen Geschichte von Paris abgedruckten Briefe heißt es: 'Sie zu benachrichtigen, welches der Ausgang meines Unglücks ist, so ist mir von allen Dingen nur die Ehre und das gerettete Leben geblieben.'
  • Alles vermag der Mensch, nur sich selbst in den Hintern beißen: das kann er nicht.
  • Alles Vernünftige hat seinen Ausgangspunkt und sein Ziel: die Bewegung ist die Äußerung des Lebens, das Ziel ist der Sinn des Lebens.
    Wissarion Grigorjewitsch Belinski (1811-1848), Über das Buch 'Leitfaden für das Studium der Geschichte der Neuzeit'
  • Alles versaufen bis ans End' (o. versoffen vor seinem End'), macht ein richtig Testament.
  • Alles verschlimmert sich unter den Händen der Menschen!
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit III,14
  • Alles verschwunden, was uns gebunden. Frei wie der Wind, Götter wir sind!
    Jakob Michael Reinhold Lenz (1751-1792), Lied zum teutschen Tanz
  • Alles versoffen bis ans End,
    Macht ein richtig Testament.
    var] Alles verzehrt vor seinem End,
    Macht ein richtig Testament.
  • 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 277 278 279 280 281

    B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
  • operone