DICTUM

Sprichwort, adage, proverb, saw, saying, byword, proverbe, proverbio, refrán, frase proverbial, ditado, provérbio, przysłowie, Redensart, colloqualism, idiom, expression, phrase, tournure, poncif, dicton, expresión, frase hecha, locución, frase fatta, modo di dire, expressão idiomática, powiedzenie, powiedzonko, Zitat, quotation, citation, excerpt, quote, cita, citazione, detto, sentenza, passo, citação, Sentenz, sententia, proverbium, adagio, adagium, locutio, dictum, Spruch, carmen, elogium, pronuntatio, Redensart, phrase, collocation, locution

  • Am Ende der Nacht hört man das Geschrei.
  • Am Ende der Weisheit ist Gott.
    England
  • Am Ende des Grabens der Purzelbaum.
    i] Man fällt man hinein. Wird in vertraulichem Sinne auf den angewandt, der sich in eine Reihe verfehlter Unternehmungen einlässt, die endlich seinen Untergang herbeiführen.
  • Am Ende des Grabens fällt man hinein.
  • Am Ende des Jahres gleicht der Hund dem Meister.
  • Am Ende des Lebens gehen dem gefaßten Geiste Gedanken auf, bisher undenkbare, sie sind wie selige Dämonen, die sich auf den Gipfeln der Vergangenheit glänzend niederlassen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 258
  • Am Ende des Schwadens sitzt man, in der Mitte ruht man sich aus.
    ee] Ii otsan istutas, poolõn iin puhatas.
  • Am Ende des Spiels gehen König und Bauer in denselben Beutel.
    England
  • Am Ende des Spiels wartet der Teufel.
    en] Gaming has the devil at the bottom.
  • Am Ende eines Tages wirst du nicht für das beurteilt was du hättest tun können, sondern für das, was du getan hast.
  • Am Ende erhält man die Rechnung.
  • Am Ende erkennt man das Gewerbe.
  • Am Ende fehlt das Tuch.
    fr] Au bout de l'aune faut le drap.
  • Am Ende findet man die Wahrheit.
    Rechtssprichwort
    i] Will sagen, dass man vor geschlossener Untersuchung nicht einseitig urteilen solle.
  • Am Ende gehen die Füße dorthin, wo das Herz ist.
  • Am Ende hängen wir doch ab
    Von Kreaturen, die wir machten.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust II A II, Laboratorium
    Mephisto Vs 7003
  • Am Ende hapert's am meisten.
    Schlesien
    fr] En la queue est li encombriers (difficulté) souvent.
  • Am Ende ist alles gut. Wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende.
  • Am Ende ist das Geld doch das Zeichen aller Notwendigkeiten und Bequemlichkeiten des Lebens.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an J. H. Meyer, 19.9.1788
  • Am Ende ist der ganze Kerl
    Noch nicht einmal geboren.
    Albert Lortzing (1801-1851), Waffenschmied II. 7
  • Am Ende ist doch das schlechteste Theater besser als die beste Langweil.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Lili Parthey, 23.7.1823
  • Am Ende ist ein Mensch alles müde, nur des Herzens Verlangen und der Seele Wanderung nicht.
  • Am Ende ist ihnen (den Großen) niemand unentbehrlich.
    Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781), Minna von Barnhelm, IV, 6 (Tellheim)
  • Am Ende ist nichts ohne Furcht als ein gut Gewissen.
  • Am Ende kackt die Ente
  • Am Ende kann doch nur ein jeder in seinem eignen Sinne aufgeklärt werden.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
  • Am Ende kennt man das Gewebe.
  • Am Ende knallt die Peitsche.
    hu] Végén csattan az ostor.
  • Am Ende kommt die Ehre.
    i] Als Aufmunterung für j-n, der nach einer ehrenvollen Stellung trachtet.
  • Am Ende kommts vielleicht gar aufs alte heraus, dass wir nur wenig wissen können und dass bloß die Frage ist, ob wir es gut wissen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Schiller, 15.7.1798
  • Am Ende läuft es auf eins hinaus, ganz von einer notwendigen Gewohnheit oder ganz von der willkürlichsten Zufälligkeit abzuhangen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Wahlverwandtschaften
  • Am Ende lobe das Leben und am Abend den Tag.
    nl] Het einde des jaars zal men eerst heilig loven.
    la] Totum laudatur, si finis laude beatur.
  • Am Ende meines Strebens könnte meine göttliche Tat (oder Mittat) gewesen sein: dem Manne das Weib gleichgestellt zu haben.
    Emil Gött (1864-1908), Gedichte, Sprüche und Aphorismen
  • Am Ende pflegen die Idealisten doch Recht zu behalten, wenn auch mitunter vielleicht hundert Jahre, nachdem sie begraben sind.
    Theodor Storm (1817-1888)
  • Am Ende sein.
    es] No poder más, estar agotado.
  • Am Ende siegt immer die Wahrheit. Doch leider sind wir erst am Anfang. Petan
  • Am Ende sieht man cujus toni.
  • Am Ende sieht man wohl, wie man leben soll.
    fr] A la fin louée la vie, et au soir loué le jour.
    fr] A la fin on verra qui aura mangé le lard.
    fr] Il faut attendre le boiteux.
    it] Al levar delle tende si conosce la festa.
    it] Nel fine si canta l'alleluja.
    la] A bellariis commendatur epulum.
    la] Exitus ostendit, quo mundi gloria tendit.
    un] Végén szoktak a dolgot megdicsérni.
  • Am Ende sieht's ein Tor, ein Klüg'rer in der Mitte,
    Und nur der Weise sieht das Ziel, beim ersten Schritte.
    Friedrich Rückert (1788-1866), Weisheit des Brahmanen
  • Am ende sihet man, was die Glocken geschlagen hat.
  • Am Ende sind wir alle Pedanten. -
    Das mach ich mir denn zum reichen Gewinn,
    dass ich getrost ein Pedante bin.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Zahme Xenien II
  • Am Ende söhnet der Geist mit allem uns aus.
    Friedrich Hölderlin (1770-1843), Hyperion
  • Am Ende soll man auf den Anfang sehen.
    dk] Som enden er sidst i gierningen, mane den være først i betragtningen.
  • Am Ende soll man ein Ding loben.
    en] The end crowns all.
    William Shakespeare (1564-1616), Troilus und Cressida IV,5
    fr] La fin couronne les oeuvres.
    nl] Het einde kroont (prijst) het werk.
    nl] Het einde prijst het leven, gelijk de avond den dag.
    it] Il fine corona l'opera.
    la] Finis coronat opus. Ovid
    pl] Koniec wieńczy dzieło.
    es] El fin corona la obra.
    ru] Конец - (всему) депу венец.
  • Am Ende soll man nicht umkehren.
  • Am Ende stellt sich alles her, wenn derjenige welcher weiß, was er will und kann, in seinem Tun und Wirken unablässig beharrt.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Zelter, 21. 1. 1826
  • Am Ende stirbt die Kohlraupe im Kohl.
    China
    i] Die Schlechten kommen in ihren Sünden um.
  • Am Ende treiben sies nach ihrer Weise fort,
    Als wenn sie nicht erzogen wären.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust II A II, Am untern Peneios
    Chiron Vs 7343
  • Am Ende verlieren alle Blumen ihren Duft.
    Italien
  • Am Ende vieler Katastrophen gibt es immer einen Italiener.
  • Am Ende war das Leben weniger als der Blick auf das weiße Fohlen, das hinter der Zaunlücke vorbeitrabte.
  • Am Ende weiß man, wieviel es geschlagen hat.
  • Am Ende wird noch, der neusten Philosophie gemäß, alles in nichts zerfallen, eh es noch zu sein angefangen hat.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Zelter, 12.2.1829
  • Am Ende wird sich's zeigen.
    fr] L'évènement en fera foi.
    fr] Nous en jugerons par le succès.
  • Am Ende/ausgelaugt sein.
    es] No poder más, estar agotado.
  • Am ene Weib und an ene Mühle ist aliwîl öppis z' verbessre.
  • Am Enne bitt de Aal.
    Oldenburg
  • Am Erikstag (18. 5.) schießt der Roggen in die Ähren.
    ee] Eerikupäeval tulevad rukkipead välja.
  • Am ersten (und letzten) April schickt man die Narren, wohin man will.
    nl] Oop den eersten Aprijl verloor Alba zijn bril.
    nl] An 'n irsten April schickt man de Narren wohen man will, un de Kinner nach de Apteik, dat sei Müggenfett, Puckelblau oder Krewtblaut halen.
    nl] Op den eersten April sendt men de gekken, waar men will. (In Holland, wo man den Befreiungskampf vom spanischen Joche von jener Frühlingsnacht herdatiert, wo am 1. April 1572 die Meergeusen den Soldaten Alba's die kleine Feste Briel entrissen)
  • Am ersten April schickt man d' Narren, wo man will, am ersten Mai schickt man's wieder hei.
    nl] Oop den eersten Aprijl verloor Alba zijn bril.
    nl] An 'n irsten April schickt man de Narren wohen man will, un de Kinner nach de Apteik, dat sei Müggenfett, Puckelblau oder Krewtblaut halen.
    nl] Op den eersten April sendt men de gekken, waar men will.
    In Holland, wo man den Befreiungskampf vom spanischen Joche von jener Frühlingsnacht herdatiert, wo am 1. April 1572 die Meergeusen den Soldaten Alba's die kleine Feste Briel entrissen.
    ndt] Em erschde Abril schiggt ma d' Narre no(n), wu ma will. (Kurpfalz)
  • Am ersten Feiertag geht nicht einmal der Hund zu des anderen Haus.
    ee] Edimädse pühä ei lää pini kah tõsõ tarõ mano.
  • Am ersten Mai fährt man den Ochsen ins Heu.
  • Am ersten Mai soll sich eine Krähe im Roggen verstecken.
  • Am ersten Mai treibt man die Ochsen ins Heu.
  • Am ersten Tag bin ich der Fremde (d. i. der Gast), am zweiten Tag eine Last, am dritten Tag stinke ich.
    ee] Esimesel päeval olen võõras, teisel päeval olen koormaks, kolmandamal päeval haisen ma.
  • Am ersten Tag ein Gast, am dritten Tag eine Last.
    The first day a guest, the second day a guest, the third day a calamity.
  • Am ersten Tag triffst du einen Freund. Am nächsten Tag triffst du einen Bruder.
  • Am ersten Weihnachtsfeiertag geht nicht einmal der Hund zu des anderen Haus.
  • Am Esel ins Theater reiten
  • Am Essen erkennt man den Arbeitsmenschen.
    ee] Süöjäst tuntakse tüömiest.
  • Am Evangelio verleurt man nichts.
  • Am Fabian un Sebaschtian fange d' Bäum ze saften an.
    Strasburg
    i] Um diese Zeit (20.1.) fängt nach dem Sprichwort die Natur an, sich allmählich wieder zu beleben. Die Bewegung wird im Pflanzenreich wieder merklich.
  • Am Faden zieht man den Knäuel hervor.
    es] Por el hilo sacarás el ovillo.
  • Am falschen Ende sparen.
    ndt] Eeen Giezkrågen sport den speck up dei Musfall'.

    en] Cutting corners.
    fr] Faire des économies de bouts de chandelles.
  • Am falschen Fleck.
  • Am farbigen Abglanz haben wir das Leben.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust II A I, Anmutige Gegend
    Faust Vs 4727
  • Am Fass und Brunnen schmeckt's am besten.
    i] Also aus erster Hand.
  • Am Fasten stirbt niemand.
    i] Dass in Deutschland das Fasten nicht zum Hungertode geführt hat, wenigstens nicht in den Klöstern, geht aus dem Küchenbuche des altbayerischen Klosters Benedictbeuern hervor, das der Pater Kuchelmeister im Jahre 1714 eigenhändig unter dem Titel 'Absonderliche Anmerkungen, so in unserer Klosterkuchel das ganze Jahr hindurch zu beobachten seind', in einer Schrift von 136 Seiten zusammengestellt hat. Gleich am ersten und höchsten Feiertage, dem Aschermittwoch, heißt es: 'In die cinerum auf Mittag: Erstlich durchtriebene Arbissuppen mit gebähten Brotschnitten, Eier mit Schmalz auf etlichen Schüsseln, so viel nämlich erklecklich sind, auch so viel Schüsseln geröstete Hechten, alsdann ein guter Sudfisch, jedem seine Portion, etlich Stückel aber mehr, damit alles wohl erklecklich sei. Item Zottlkraut und auf jeder Schüssel vier Häringe. Nach diesen 4 Schüsseln gebachene Dollen, item 4 Schüsseln Platais, dass in jeder wenigstens 6 liegen, dann 4 Schüsseln geselchte Renken oder eingemachte Ruten, mehr 4 Schüsseln geschmelzten Stockfisch, 4 Stück Lachs in süßer Brüh mit Zwiebeln und Mandeln, 4 Schüsseln Schnecken in Häusern, 4 Mandeltorten, 4 Schüsseln Hasenehrl und ebenso viel Krebsen und Zwetschgen und zuletzt drei Schüsseln Obst.'
  • Am Fastenmarientag (Mariä Verkündigung, 25. 3.) hat der Kiebitz das erste Ei im Nest.
    ee] Puastumuarjapäeval on kiivel esimene muna pesas.
  • Am Fastenmarientag (Mariä Verkündigung, 25. 3.) soll die Bäuerin den Schweinen das halbe Futter wegnehmen, und den fehlenden Teil muss sich das Schwein draußen schon selbst suchen.
    Estland
  • Am Fastenmarientag (Mariä Verkündigung, 25. 3.) wird der erste heiße Stein ins Wasser geworfen, der zweite beim Hinaustreiben von Vieh (1. 4.) und der dritte am Georgstag (23. 4.).
    ee] Paastumaarjapäeval visatakse esimene kuum kivi vette, karjalaskmisepäeval teine ja jüripäeval kolmas.
  • Am Fasttag (6. 8.) werden die Äpfel sauber.
    ee] Paasapäävä läävä' ubinah puhtas.
  • Am faulsten sind die Parlamente, die am stärksten besetzt sind.
    Winston Churchill
  • Am fear a bhios a' riarachadh na maraig, bidh an ceann reamhar eige fhèin.
  • Am fear a thèid a ghnàth a-mach le lìon, gheibh e eòin air uairibh.
  • Am fear dan dàn a'chroich, cha tèid gu bràth a bhàthadh.
  • Am fear nach cuir a shnaidhm, caillidh e chiad ghrèim.
  • Am fear nach dèan cur sa Mhàrt, cha bhuain e san Fhoghar.
  • Am Februar krachen de Schtîn, äm Mierz kracht det Eiss.
  • Am Feiertag gesponnen hält nicht.
  • Am Feiertag zerrinnt, was der Werktag beginnt.
    fr] Jour ouvrier gaigne-denier, jour de feste despensier.
  • Am Feiertage gesponnen hält nicht.
  • Am feinsten lügt das Plausible.
    Emil Gött (1864-1908), Aphorismen
  • Am feinsten Tuch findet man den Bleicherzipfel.
  • Am feinsten Tuch täuscht man sich am meisten.
    nl] In het fijnste laken, is het meeste bedrog.
  • Am Feld erkennt man den Mann.
    ee] Põllust tuntakse meest.
  • Am Ferkel wird oft gerochen, was die Sau verbrochen.
    la] Quod sus peccavit, succula saepe luit.
  • Am Fest der Beschneidung Mariä!
    i] Also nie, am Nimmerleinstag.
  • Am Festtag sind alle Leute große Herren.
  • Am feur a thig a-mach sa Mhàrt, thèid e staigh sa Ghiblean.
  • Am Finger erkennt man den Riesen.
  • Am Firmament in diesem Jahr ist's so geblieben wie es war.
    Matthias Claudius (1740-1815), Universalhistorie des Jahrs 1773
  • Am Fliegen kannst du die Krähe nicht hindern, wohl aber, dass sie auf deinem Kopf landet.
    Jamaika
  • Am Flug kann man noch nicht jeden Vogel erkennen.
    Estland
  • Am Fluge erkennt man den Vogel.
  • Am Flusse kannst du stemmen und häkeln,
    Überschwemmung lässt sich nicht mäkeln.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Sprichwörtlich
  • Am Fohlen erkennt man das Pferd.
    i] Man sieht, was aus ihm werden wird, oder auch was die sind, von denen es abstammt.
  • Am Freien liegt eines Mannes Gedeihen.
    i] An der richtigen Ehefrau also.
  • Am freiesten wird der sein, der am wenigsten Bedürfnisse hat.
  • Am Freitag ist Gott reich, am Montag gerecht.
    ee] Reede Jummal rikas, eespa õige.
  • Am Freitag und am Dienstag heiratet man nicht, verreist man nicht und tritt keine Stellung an.
    it] Di venere e di marte non si sposa, non si parte e non s'inizia in arte.
  • Am fremden Hunde riechen die anderen.
  • Am Freudentag, wenn wir die Gäste begrüßen,
    die heiter kommen, heiter zu genießen,
    da freut uns jeder, wie er schiebt und drängt
    und, Mann für Mann, der Säle Raum verengt.
    Doch höchst willkommen muss der Biedre sein,
    tritt er als Beistand, kräftig zu uns ein
    zur Sorgenstunde, die bedenklich waltet.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
  • Am Fronleichnamstage sprengt man Weihwasser auf die Felder.
  • Am frühen Morgen entscheide über den Abend.
  • Am Fünften, am Agathentag (5. 2.), da rieselt das Wasser den Berg hinab.
  • Am funfzehnten April der Kuckuck singen soll und müsst' er singen aus einem Baum, der hohl.
  • Am furchtbarsten erscheint dieses Dämonische, wenn es in irgend einem Menschen überwiegend hervortritt. [ ... ] Es sind nicht immer die vorzüglichsten Menschen, weder an Geist noch an Talenten, selten durch Herzensgüte sich empfehlend, aber eine ungeheure Kraft geht von ihnen aus, und sie üben eine unglaubliche Gewalt über alle Geschöpfe, ja sogar über die Elemente, und wer kann sagen, wie weit sich eine solche Wirkung erstrecken wird?
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit IV,20
  • Am Fuß der Kerze ist es finster (o. dunkel].
    Persien
    i] Im Umkreis eines großen Geistes halten es oft nur kleine aus.
  • Am Fuße der Mauer erkennt man den Maurer.
  • Am Fuße des Leuchtturms herrscht Dunkelheit.
    Japan
    var] Am Fuße des Leuchtturms ist es dunkel.
  • Am Fuße des Liiakse-Berges ist keine Stadt.
    ee] Ega linn Liiakse mää all ole.
  • Am Gang, an der Red' und am Gewand wird der Mensch erkannt.
    la] Ex habitu cognoscere.
  • Am Gange und am Trinken erkennt man die Frau.
    Spanien
  • Am Gängelband führt man keine Männerhand.
  • Am Gängelband.
    Idiom
  • Am ganzen Himmel herumirren.
    Altrömisch
    i] Sehr bedeutend irren. Entweder aus der Mythe des Phaëton oder der Ceres, oder von den Schiffern entlehnt, welche den Lauf der Sterne beobachten und ihren Lauf danach richten.
    la] Toto coelo errare.
  • Am Gaul kauft man die Füße.
  • Am Geblök erkennt man die Schafe.
    nl] Het schaap en het lam herkennen elkander aan hun geblaat.
  • Am Geding ist keine Folge.
  • Am Gedinge ist keine Folge.
    Rechtssprichwort
    i] Das Sprichwort hat seine Quelle im sächsischen Lehnrecht. Die juridische Grundbedeutung von 'Gedinge' ist 'Vertrag' oder 'Verabredung'. Unter Gedinge ist hier die durch ein Versprechen des Lehnsherrn jemandem gegebene Anwartschaft auf ein Lehn zu verstehen, das er ihm geben wolle, sobald es erledigt werde. Wenn mit der gegebenen Anwartschaft nicht eine vorläufige Belehnung verbunden ist, so geht der Sinn des Sprichworts vorzüglich dahin, dass solche Anwartschaften widerruflich sind und den Erben desjenigen, der sie erhielt, noch kein Recht auf den Besitz des Lehns geben, wenn ihrer nicht besonders im Gedingbriefe gedacht worden, dass ferner die Kraft der Anwartschaft mit dem Tode des Versprechenden erlischt, sowie sie den gegenwärtigen Besitzer des Lehns in seinen Rechten nicht kränkt.
    mhd] An 'me gedinge n'is nenn volge.
  • Am Gefährten erkennt man den Mann.
  • Am Gehen und am Trinken erkennt man die Frau.
    es] En el andar y en el beber se conoce la mujer.
  • Am gekrümmten Schnabel kennt man den Raubvogel.
    fr] Tout bec crochu de proye est soustenu.
  • Am gelben Mittwoch, als der Riepel die Stieg abfiel.
    i] Zu ergänzen: war es oder wird es sein.
  • Am Geld kleben.
    es] Estar pegado al dinero, ser un agarrado, un avaro.
  • Am Geld, im Trunk und im Zorn erkennt man des Menschen Gemüt.
  • Am Gelde riecht man's nicht, womit es verdient ist.
    en] Money is welcome though it come in a dirty clout.
  • Am Georgstag (23. 4.) gibt das Schaf einen Rock, am Michaelstag (29. 9.) einen Pelz.
    ee] Jüripäev annab lammas kuue, mihklipäev kasuka.
  • Am Georgstag (23. 4.) gibt man den Mägden und Knechten die Pässe in die Hand und sie können auf den Heuboden schlafen gehen.
    ee] Jüripäeval anta tütrukutele ja sulastelle passid käde ja nad voivad menna lakka magama.
  • Am Georgstag (23. 4.) legt das Birkhuhn das erste Ei.
    ee] Jüripäeval muneb teder esimese muna.
  • Am Georgstag (23. 4.) soll sich das neue Korn schon so recken,
    Dass sich die Krähe drin kann verstecken.
  • Am Georgstag (23. 4.) werden neue Kummethölzer um den Hals gelegt, neues Kerbholz für die geleistete Arbeit wird in die Hand gegeben.
    ee] Jüripäiv vastse taose pandas kaala, vastne teopulk andas kätte.
  • Am Georgstag (23. 4.) wird den Tieren der Schlüssel abgegeben.
    ee] Jüripäeval anti kätte loomade võti.
  • Am Georgstag (23. 4.) wurde dem Wolf der Zaum angelegt, am Michaelstag (29. 9.) abgenommen.
    ee] Jüripää pandud hundile päitsed pähe, mihklipää võetud ää.
  • Am Georgstag (23. 4.) zeigt sich schon die Schwalbe einen Augenblick,
    Und zieht sich dann nochmal zurück.
  • Am Geraumen is gut imkären.
  • Am Gerichtstage wird jeder seinen Korb tragen.
  • Am Gertrudstag (17. 3.) wird der Schweinetrog hinter den Zaun geworfen, das Schwein muß sich dann selbst ernähren.
    ee] Käädrepääv tsiamold hiidetäs aia takka, tsiga peät sis jo esi hennäst toitma nakkama.
  • Am geruch erkennt man die blumen.
  • Am Geruch erkennt man Kräuter, am Geschwätze Bärenhäuter.
  • Am Gesang (o. Federn, Nest) kennt man den Vogel.
    it] Al canto si conosce l'ucello et al parlar il buon cervello.
    kroat] Pozna se ptica po perju.
    kroat] Pticu je poznati iz popévke.
    la] E cantu dignoscitur avis.
    la] Index est animi sermo.
  • Am Gesang erkennt man den Vogel.
    var] Am Gesang kennt man den Vogel.
  • Am Gesang hört man zu aller Frist, was es für ein Vogel ist.
  • Am Gesang und an den Federn erkennt man jeden Vogel.
    la] Ex cantu et plumis volucris dinoscitur omnis.
  • Am Gesange erkennt man nicht, womit der Vogel gefüttert wird (o. was der Vogel gefressen).
  • Am Geschmack erkennt man den Wein.
  • Am Gesellen erkennt man den Mann.
  • Am Gesicht erkennt man den Menschen.
    zit] Das Verhältnis der Seele zum Gesicht ist von den Physiognomen noch so wenig erklärt, als von den Botanikern das Verhältniss der Staubfäden zum Kelche. W. Menzel, Streckverse
  • Am Gesicht erkennt man den Mohren, an den Worten den Toren.
  • Am Gesicht erkennt man den Säufer.
    fr] A la trogne on connaît l'ivrogne.
  • Am Gesicht erkennt man, wie ein Mensch geartet ist.
    la] Ab occursu faciei cognoscitur sensatus.
  • Am Gesicht sieht man, was einer im Schilde führt.
    bm] Hned se vydá, tvárí, co se v srdci varí.
    la] Sua quemque inscribit facies.
    pl] Twarz lacno wynurzy, co sie w sercu burzy.
  • Am Gesind kennt man den Herren.
  • Am Gewäsch den Gimpel, den Segler am Wimpel.
  • Am Geweih erkennt man den Spießer.
  • Am Giebel und am Dach merkt (o. spürt) man des Wirtes Hausgemach.
  • Am gleichen Strang (o. Strick) ziehen
    en] to pull together
    fr] tirersur la même corde
    it] mirare al medesimo scopo
    la] pari iugo niti
    es] Tirar todos de la misma cuerda, perseguir todos el mismo objetivo.
  • Am gleichen Strang zu ziehen, heißt noch gar nichts. Auch Henker und Gehenkter tun das.
  • Am Glück ist alles gelegen.
    fr] Il n'y a qu'heure et malheur en ce monde.
    la] Fortuna homini plus quam consilium valet.
  • Am Goldbach wachsen die Freunde wie Erlen am Ufer.
    Russland
  • Am Golde hängt doch alles.
    geflügeltes Wort
  • Am Grab kann man den Namen des Menschen lesen, der sich nützlich machen konnte.
  • Am Grabe der Stief(Schwieger-)mutter weinen.
    i] Schmerz heucheln, wo man sich freut.
  • Am Gräinjt gid et der Lous gât.
    Siebenbürgen-Sachsen
    Im Grinde geht es der Laus gut.
  • Am Grangd äss de Gield biesten ugelôcht.
    i] Grangd = eine gute siebenbürgische Traubengattung.
  • Am Gregorstag geht nunmehr der Winter in das Meer.
    pl] Grzegorza idzie zima do morza.
  • Am Gregorstage (12. 3.) schwimmt das Eis ins Meer.
  • Am Grenzort fehlt's nicht an Diebstahl und Mord.
    it] Gente di confini, o ladri, o assassini.
  • Am großen Kunstwerk ist Stimmungskern und Geflecht nicht zu unterscheiden; vielmehr: Das Gedankliche und das Bildliche wächst organisch aus der ganzen Stimmung heraus. Das Gefühl schafft, gebiert sich selbst seinen Körper ...
    Christian Morgenstern (1871-1914), Von neuer Lyrik
  • Am Großtun erkennt man den/die Kleinen.
  • Am Grunde der Geduld ist der Himmel.
  • Am Gründonnerstag fliegen die Glocken nach Rom und kommen Karsamstag zurück.
    Oberösterreich
    i] Um die Zeit zu bezeichnen, in der nicht geläutet wird. Während derselben wurde (oder wird an einzelnen Orten noch) 'ratschen' gegangen. Das 'Ratschen gehen' ist ein Kinderfest, die Knaben ziehen herum und rufen die Stunden aus und lassen sich zum Schluss mit Eiern u. dgl. beschenken.
  • Am Gründonnerstag und Karfreitag Regen gibt selten Erntesegen.
  • Am grünen Tisch; vom grünen Tisch aus.
  • Am guten Alten
    In Treuen halten,
    Am kräft'gen Neuen,
    Sich stärken und freuen
    Wird niemand gereuen.
    Emanuel Geibel (1815-1884), Spätherbstblätter
  • Am guten Bissen verdirbt man sich den Magen zuerst.
  • Am guten rat ist nichts verloren.
  • Am guten Tage ein gutes Werk.
    fr] A bon jour bonne oeuvre.
  • Am guten Tage sei guter Dinge, und den bösen Tag nimm auch für gut; denn diesen schafft Gott neben jenem, dass der Mensch nicht wissen soll, was künftig ist.
    Prediger Salomo, 7, 14
  • Am Hag sein.
    i] An der Grenze seiner Kunst, seiner Gelehrsamkeit, seines Wissens.
  • Am Halm erkennt man noch, wie groß die Ähre war.
  • Am Halmen kann man sehen, was er für eine Ähre tragen werde.
    zit] An der Jugend, was im Alter werd auss ihr werden, denn was sich arten will, das äugelt sich bald.
  • Am Handel erkennt man die Ware.
  • Am Handel kennt (o. lernt) man den Wandel.
  • Am Handgriff liegt viel.
  • Am hartnäckigsten werden verlorene Posten verteidigt; siehe die Religion. Sie aufgeben, hieße bei Tausenden von Männern, die sich nicht mehr verwandeln können, ein verlorenes Leben sich eingestehen.
    Emil Gött (1864-1908), Aphorismen
  • Am hässlichsten ist Hässlichkeit am Spötter.
    William Shakespeare (1564-1616)
  • Am Hechte ist der Schwanz das Beste.
    fr] Dos de brochet, ventre de carpe.
  • Am heiligen Gallus (16.10.) der Apfel in den Sack muss.
    pl] Swietego Garusza, musze do miecha vszystkie iablusza.
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