DICTUM

Sprichwort, adage, proverb, saw, saying, byword, proverbe, proverbio, refrán, frase proverbial, ditado, provérbio, przysłowie, Redensart, colloqualism, idiom, expression, phrase, tournure, poncif, dicton, expresión, frase hecha, locución, frase fatta, modo di dire, expressão idiomática, powiedzenie, powiedzonko, Zitat, quotation, citation, excerpt, quote, cita, citazione, detto, sentenza, passo, citação, Sentenz, sententia, proverbium, adagio, adagium, locutio, dictum, Spruch, carmen, elogium, pronuntatio, Redensart, phrase, collocation, locution

  • An der Fuhr bin i selber schuld, hat der Ochs gsagt, wie er 'n Mist hat aufs Feld ziachn müssen.
  • An der Futterkrippe sitzen
    en] to feed at the public trough
    fr] tenir l'assiette au beurre
    it] mangiare alla greppia
  • An der Galanterie muss was schlumpern.
  • An der Gaukelei teilnehmen und auf der Bühne eine anständige Rolle spielen, das kann jeder; aber im Inneren und in seiner Brust, wo alles für uns erlaubt ist und wo alles verborgen bleibt, dort mit sich im Reinen zu sein, das ist der springende Punkt.
    Michel de Montaigne (1533-1592), Die Essais
  • An der Geduld erkennt man den Mann.
    i] Geduld bezeichnet hier männliche Ausdauer im Kampfe, keineswegs das feige Hinnehmen jedes Unrechts.
  • An der Gesellschaft erkennt man die Leute, sagte die Henne, als sie Enten ausgebrütet hatte und am Hühnerstall vorüberging.
  • An der Gesellschaft erkennt man die Leute.
  • An der Glückseiche wächst die Hochmutsflechte.
  • An der Grenze ist übel wohnen.
    bm] U samých hranic neni dobre chalupu staveti.
  • An der Größe liegt nicht viel.
    i] Die geistige Bedeutung eines Menschen hängt nicht von seiner körperlichen Größe ab.
  • An der Größe liegt's nicht, sonst wär' ein Mühlstein mehr wert als ein Edelstein.
  • An der Hagebutte sieht man nicht, dass sie einst eine Rose gewesen ist.
  • An der hänffen Sucht verderben.
    i] Gehängt werden.
  • An der hund hincken, huren (buhlschwester) wincken, frawen weinen und krämer schweren soll sich niemand (kein weiser an)keren.
    zit] Du aber sollst dich an der Hund hincken, der Metzen wincken, der Frauen weinen, der Kinder greinen, der Krämer schwören nicht ein Dimplein kehren.
    zit] Weist das sprichwort: an frawen weinen, an hund hincken auff dreyen beinen und darzu auch an Kaufmanns schweren soll sich kein weiser man an kern.
    zit] An alter Bummler Trinken, an junger Mädchen Winken, an alter Weiber Zähren und mancher Fürsten Schwören, da soll sich niemand kehren.
    mhd] An hundes hinken, frawen wainen und krâmer schweren, dâ darff sich kain man an keren. Fastnachtsspiel
    bm] Kdy? pes spí,?id přisahá,?ena pláče, nevĕř.
    dk] Naar hunde hinker, horen vinker, qvinder græde, kræmmere svære, derom skal sig ingen kere.
    nl] Aan der honden hinken, aan der hoeren winken, aan des kramers zweren, en des wijfs begeeren zal men zich niet keeren.
    la] Phoenicum pacta.
    pl] Kiedy pies śpi, żid przysięga, pijany się modłi, a białogłowa płacze, rzadko wierzyć trzeba.
  • An der Hunde Hinken und der Kaufleute Schwören soll sich niemand kehren.
  • An der Hunde Hinken,
    An der Huren Winken,
    An der Weiber Zähren (o. Und der Krämer Schwören)
    Soll sich niemand kehren.
  • An der Hütte des Hirten klopft der Hunger nie an.
  • An der Inquisition soll sich niemand reiben.
    i] Es soll sich keiner unterstehen, das Verfahren derselben zu tadeln.
  • An der Jahrzahl erkennt man den Wein nicht.
  • An der Jugend ist alles lieblich.
    la] Pueritia semper amabilis.
  • An der Kasse Schlange stehen.
    es] Hacer cola para pagar.
  • An der Kette wird auch der Hund schneller alt.
    ee] Kedi otsas vananeb kuergi kiiremine.
  • An der Kinder Weis' erkennt man der Mutter Fleiß.
  • An der Klaue erkennt man den Löwen.
    Plutarch (45-125), De defectu oraculorum
  • An der Kleidung des Mannes kann man erfahren, wie seine Frau ist.
  • An der Kleidung kennt man den Toren, wie den Esel bei den Ohren.
  • An der Kleinkinderschule würdest Du Deine Freude haben, und auch die große Schule ist
  • An der Klippe immer noch weiter ist schon manches Schiff gescheitert.
    fr] Les ambitieux font toujours naufrage au? plus ultra.
  • An der Klippe ist schon manches Schiff zerschellt.
    nl] Op die klip heeft zich zoo menigeen gestooten.
  • An der Knospe schon erkennt man die Frucht.
  • An der Knospe sieht man schon, was eine Rose werden will.
  • An der Kralle erkennt man den Löwen.
    i] Einen hervorragenden Menschen erkennt man oft an Eigentümlichkeiten, die an sich unbedeutend, für ihn aber charakteristisch sind.
    fr] A l'ongle on connaît le lion.
    it] Dall'unghia si conosce il leone.
  • An der Krämer Schwören soll sich niemand kehren.
  • an der Krippe sitzen
  • An der Krone erkennt man den Kaiser.
  • An der kühnen Arbeit der Menschen sich ergötzend, wird man immer wieder an die Vergangenheit erinnert, und das hilft sehr, die Gegenwart richtig einzuschätzen.
    Maxim Gorki (1868-1936), Durch die Union der Sowjets
  • An der Ladenpforte sind viele Freunde und Genossen, an der Pforte des Elends weder Genossen noch Freunde.
  • An der Latt sein.
    i] Eine Strafe abbüßen.
  • An der Leine fängt der Hund keinen Hasen.
    Bulgarien
  • An der Liebe Niederlagen lässt der Dichter Lieder nagen.
  • An der Macht ist der Mensch so gern alleine.
  • An der Macht sein.
    es] Estar en el poder.
  • An der Madonna ist's noch gut, An Sanct Rochus hat's zu sehr warten lassen.
    Mailand
  • An der Madonna ist's noch gut, An Sanct Rochus ist's noch etwas.
    Venetien
  • An der Männer Schwören, an der Frauen Zähren soll sich niemand kehren.
    zit] Den Schwüren der Männer und den Ttänen der Frauen ist niemals zu trauen.'
    it] Ad uomo che giura, ed a donna piangente, non creder mai niente.
  • An der Mannigfaltigkeit der Welterscheinungen freut sich der Lebemensch, an der Einheit dieser Mannigfaltigkeit der höhere Forscher.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an E. Meyer, 23.4.1829
  • An der Matratze horchen.
  • An der Menschlichkeit sündigt, wer den Gegensatz und den Hass der Rassen schürt und propagiert.
    José Martí (1853-1895), Unser Amerika
  • An der Nadel hängen.
  • An der Narrenkappe muss jeder sein Teil haben.
    i] Die Narrenkappe ist eine an den Zipfeln mit Schellen versehene Kappe, dergleichen ehemals die Hofnarren trugen.
    zit] Tragt die Kappe willig, habt nur Mut, ein Narr zu sein; klug zu sein, ist billig.
  • An der Nase herumführen.
  • An der Nase ziehen
    la] naribus trahere
  • An der Nasenspitze ablesen.
  • An der Nasenspitze kann man doch den Mann nicht erkennen.
    ee] Ega nina otsast või meest tunda.
  • An der Oberfläche des Weltgeschehns herrscht das Unvorhergesehene.
    Oswald Spengler (1880-1936), Der Untergang des Abendlandes
  • An der öffentlichen Krippe liegen.
    i] Von den Einkünften eines Amtes leben.
  • An der Pfaffen scheinen, an der Frauen weinen, an der kramer schweren soll sich niemand kehren.
  • An der Pforte des Ladens (Überflusses) gibt's der Freunde und Genossen gar viele, an der Pforte des Elends weilen weder Freunde noch Genossen.
    Rabbinische Blumenlese (1844)
  • An der Pisangpalme der Tatkraft wachsen die Bananen des Ruhms.
    Ägypten
  • An der Priester Leben kehrt man sich mehr als an ihre Lehren.
  • An der Quelle ist (o. schmeckt) das Wasser am reinsten (besten).
  • An der Quelle ist auch die Wolga nicht tief.
    Russland
  • An der Quelle ist das Wasser am reinsten.
  • An der Quelle saß der Knabe
    Blumen wand er sich zum Kranz.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Der Jüngling am Bache
  • An der Quelle sitzen.
  • An der Raufe nagen.
    i] Not, Mangel an den notwendigsten Bedürfnissen leiden; am Hungertuche nagen.
    fr] Ronger son râtelier, sa litière.
  • An der Raufe sein.
    en] To lie at rack and manger.
  • An der Rebe hängen die reifsten und vollsten Trauben am tiefsten zur Erde herab. So ist der Mensch, je weiser, desto bescheidener.
    Talmud
  • An der Red erkennt man den Mann.
  • An der Red' erkennt man den Toren wie den Esel an den Ohren.
    la] Ex verbis fatuos, ex aure tenemus asellos.
  • An der Rede erkennt man den Mann.
    Pred. Sal. 27, 18
    i] Man erkennt an der Sprache nicht bloß Bildung und Charakter eines Menschen, sondern auch an seinen Dialekten die Provinz oder Stadt, in der er geboren oder erzogen worden ist. Die Chinesen sprechen dieselbe Erfahrung sprichwörtlich aus: ein Mensch, in den Ländern Tsi oder Tsu geboren oder erzogen, behält unfehlbar seinen Accent; sowie man in Deutschland den Berliner, den Sachsen, Schlesier u.s.w. sofort erkennt.
    bm] Po chodu a po řeči pozná? človĕka.
    bm] Pozná? po vřavĕ (řeči), co ve hlavĕ.
    it] Al canto l'uccello, al parlare il cervello.
    it] Al parlar si scorge l'uomo.
    it] Dal discorso si conosce di qual tempera sia il cuor dell' uomo.
    kroat] Covĕk se po be?edi poznaje.
    la] Qualis autem homo ipse esset, talem esse eius orationem
    pl] Poznać wnet z mowy, jakiéj kto głowy.
    se] Af ljudet kännes malmen, af talet pröfwas mannen.
    un] Embert a' szaváról jobban meg ösmérheted, mint sem a' nyomáról.
    un] Ki-tetszik szavából, ha tehén-e vagy fülemile.
  • An der Reihe sein.
  • An der Reinlichkeit erkennt man die Hausfrau fein, Schmudelei verrät ein Schwein.
  • An der Saale hellem Strande
    Stehen Burgen stolz und kühn.
    Franz Kugler (1808-1858), Rudelsburg
  • An der Schale beisst sich mancher die Zähne aus, ehe er zum Kern kommt.
  • An der Scholle kleben.
  • An der schönen blauen Donau.
    i] Kehrreim des Gedichts 'An der Donau' von Karl Beck.
  • An der Schrift erkennt man den Schreiber.
    nl] Men ziet aan het schrijven wel, wat klerken het zijn.
  • An der Schulter ausweinen.
  • An der schwarze Tafel stoh.
    Hauenstein im Aargau
    i] Gantverpfändung, öffentlicher Zwangsverkauf.
  • Än der schwarzer Jêrd (Erde) gerêt gât Kiren.
    i] Auch wohl scherzhaftes Schmeichelwort für Brünetten, fast in dem Sinne wie Acker.
  • An der Schweine Waschen ist Seife und Lauge verloren.
  • An der Schwelle des Hafens sein.
    la] In limine portus esse. Vergil (70-19 v. Chr.)
  • An der Schwelle des Todes bittet ein Mann um das Fieber.
  • An der Schwindsucht stirbt man (entweder dann), wenn die Blätter im Herbst vom Baum fallen oder wenn die Blätter im Frühling an den Bäumen treiben.
    ee] Tiiskusõh koolõssõ', kas leht sügüse lätt puust vai leht keväjä tulõ puuhtõ.
  • An der Seite von: 'Ich werde das tun' stand: 'Noch nicht getan'.
  • An der Sonne ist es warm, aber bei Muttern ist es gut.
  • An der Sonne öffnet sich die Rose.
    i] Warmherzigkeit schafft Vertrauen.
  • An der Spitze aller Kultur steht ein geistiges Wunder: die Sprache, deren Ursprung, unabhängig vom Einzelvolk und seiner Einzelsprache, in der Seele liegt ... . dann aber sind die Sprachen die unmittelbarste höchste spezifische Offenbarung des Geistes der Völker, das ideale Volk desselben, das dauerhafteste Material, in welches die Völker die Substanz ihres geistigen Lebens niederlegen, zumal in den Worten großer Dichter und Denker.
    Jacob Burckhardt (1818-1897)
  • An der Spitze von etwas stehen.
    es] Ser responsable de algo../Estar al cargo de algo.
  • An der Sprache erkennt man das Regime.
  • An der Stiefmutter Grabe weinen.
    i] Von erheuchelten Tränen.
  • An der Stimme erkennt man Mensch und Vieh.
  • An der Stinkblume merken, dass es nicht nach Rosen riecht.
    Russland
  • An der Stirn ist auf der Stirn.
  • An der Stirn kann man sehen, wie einer beschaffen ist.
    es] No se mide el hombre que para la frente.
  • An der Stirn sieht man nicht das Hirn.
  • An der Stirn zu lesen ist des Menschen Wesen.
    la] Frons animi janua.
  • An der Straße steht ein Haus, da mancher macht ein Tadel draus; wenn jeder dächte nur an sich, so gäb' es keine Feinde nich.
  • An der Strippe.
    Idiom
  • An der Suppe großer Herrn soll man sich den Mund nicht verbrennen.
  • An der Tafel des Gastmahls gibt's mehr Freunde als an der Tür des Kerkers.
  • An der Tafel kommt zuerste der Abt, dann der Küchenmeister und dann ich, sagte der Narr; der Herrgott isst bei uns mit den Armen.
  • An der Tafel muss man nicht vom Tode reden.
    i] Man soll nichts sprechen, was den Umständen, dem Orte, der Zeit oder den anwesenden Personen nicht angemessen ist.
    it] Non ragionar (ricordar) de'(i) morti a tavola.
  • An der Tafel wird man nicht älter.
    it] A tavola non s' invecchia.
  • an der Tagesordnung sein
  • An der Tanne kann kein Äpfelchen wachsen.
  • An der Tat liegt die meiste Macht.
  • An der Theologie und an Stockfischen ist die Tunke das Beste.
  • An der Tugend Blüte denken, macht alle Seufzer kränken.
  • An der Tür des Paradieses steht geschrieben: Nie in ihrem Leben hat eine Schwiegermutter ihre Schwiegertochter lieb gehabt.
  • An der Tür des Tauben klopf' so oft du willst.
  • An der Tür des vollen Gewölbes drängen sich Freunde und Verwandte, aber die kalte Küche ist leer.
  • An der Tür sollt es geschrieben stan, Hurenleben ist zum tot ein ban.
    la] Scribatur portis, meretrix est ianua mortis.
  • An der Wahrheit sein.
    i] Auf der Erde vollendet haben.
  • An der Warte und am Bauen liegt mehr als am Kosten.
  • An der Weiber Zähren, an der Bauern Geren und der Spieler Schwören soll sich niemand kehren.
    fr] Femme rit quand elle peut et pleure quand elle vent.
    fr] Femme se plaint femme se malade femme se deult quand elle veut.
    it] Due sorte di lagrime negli occhi delle donne una di dolore, altra d'inghanni.
    it] Le donne sono simile al coccodrille: per prendere l'uomo piangane e presso lo divoranno.
    la] Foemina dum plorat, dum rusticus ebrius orat, dum lusor jurat nihil haec devotio durat.
  • An der Welt ist alle Straff verloren.
  • An der Welt ist Tauf und Krisam verloren.
    Martin Luther (1483-1546)
  • An der westlichen Küste von Afrika gebrauchen sie [die Engländer] die Neger selbst in ihren großen Besitzungen, und es ist gegen ihr Interesse, dass man sie dort ausführe. In Amerika haben sie selbst große Negerkolonien angelegt, die sehr produktiv sind und jährlich einen großen Ertrag an Schwarzen liefern. Mit diesen versehen sie die nordamerikanischen Bedürfnisse, und indem sie auf solche Weise einen höchst einträglichen Handel treiben, wäre die Einfuhr von außen ihrem merkantilischen Interesse sehr im Wege, und sie predigen daher, nicht ohne Objekt, gegen den inhumanen Handel.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Eckermann, 1.9.1829
  • An der Zunge des Bewerbes hüpft der Name des Geliebten.
  • An der Zunge erkennt man den Kopf (Menschen).
  • An derselben Klippe scheitern.
    i] Auch: An dieselbe Klippe stossen, d.h. in Ausführung eines Planes durch etwas gehemmt werden, was schon andern bei Verfolgung derselben Absicht ein Hindernis gewesen ist.
    la] Haerere in eisdem scopulis. Offendere in eundem scopulum.
  • An derselben Sucht krank liegen.
  • An des anderen Vorteil denken, wird zum eigenen werden.
    China
  • An des Armen Barte lernt der Junge scheren.
    var] An armer Leute Bart lernt der Junge scheren.
  • An des Herren Sohlen hangt der beste Mist.
    nl] Aan de voetzolen des meesters hangt de beste mest.
  • An des menschen stirn kan man sein frommkeit nicht spürn.
  • An des Nachbarn Fall soll man sich spiegeln.
  • An des Narren Barte lernt das Messer scheren.
    it] A la barba de' pazzi il barbier impara a radere.
    la] A barba stulti discit tonsor.
    la] Audax in barba stulti novacula.
    pt] Na barba do nescio aprendem todos a rapar.
    es] A barba de necio aprenden todos á rapar.
  • An des Pfarrers Rockschößen klettert der Teufel in den Glockenstuhl.
    Spanien
  • An des Schläfrigen Angel beißt ja kein Fisch.
    ee] Ega uimatse õnge kala ei hakka.
  • An des Schwätzers Kopfe ist nicht viel Gutes zu sehen.
    Surinam
    en] He tat is a blab is a scab.
    nl] Laat geene klappers in uw huis wonen, want zij draagen veel in en uit.
  • An des Täters Kopf hängt die Tat den Zopf.
  • An des Tauben Tor muss man stark klopfen.
  • An des Tigers Grabe hört man kein Wehklagen der Antilopen.
    Abessinien
    i] Um den Gedanken auszudrücken, dass der Tod eines Tyrannen von dem Tyrannisierten nicht beklagt wird.
  • An des Todes Seil kommen.
  • An des Waisen Kopf lernt der Barbier zu rasieren.
  • An des Wartenden Angel beißt der Fisch.
    ee] Uutaja õnge hakkab kala.
  • An Deutschlands baldiger 1heit,
    Da 2fle ich noch sehr.
    Adolf Glaßbrenner (1810-1876), Eingabe an seine Majestät den König (1847)
  • An di is kên Haar gôds.
    Altmark
    i] An der ist kein gutes Haar.
  • An dickes Drutscherl.
    Oberösterreich
    i] Eine dicke weibliche Person mit plumpen Körperbewegungen.
  • An die ärgere Hand fallen.
  • An die Armee, meine Herren, rühren Sie nicht! Da sage ich ihnen auch nicht bloß meine Meinung, sondern die Meinung der Majorität der Nation; da hört die Gemütlichkeit auf.
    Otto von Bismarck (1815-1898), im Reichstage (14. Juni 1882)
  • An die Arznei glauben, macht sie wirksam.
    Indien
  • An die Backe kriegen.
  • An die Berge scheint die Sonne zuerst.
  • An die Brust heften.
  • An die Decke gehen.
    es] Subirse por las paredes.
  • An die Diern drängen s' sik an as die ollen Wiewer an'n Fischwågen.
    ndt] An das Mädchen drängen sie sich ran, wie die alten Weiber an den Fischwagen.
  • An die dumme Stirne gehört als Argument von Rechts wegen die geballte Faust.
    Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900), Menschliches Allzumenschliches
  • An die Fahne heften.
  • An die falsche Adresse geraten.
    i] Nicht den Richtigen treffen.
    en] To come to the wrong address (o. shop, house). - To mistkae your man. - To knock at the wrong door. - To bark u the wrong tree (coll)
    fr] Se tromper d'adresse.
    it] Capitar male.
  • An die Fersen gewachsen sein.
    i] Er war seiner Mutter an die Fersen gewachsen.
  • An die Fersen heften.
  • An die Flabben schlagen.
    i] Backen, Wangen, flabben, auch flappen = mit Schall küssen, auch unmässig küssen, schmatzen.
  • An die Füße fassen/packen.
  • An die Geschichte verweise ich euch, forscht in ihrem belehrenden Zusammenhang nach ähnlichen Zeitpunkten und lernt den Zauberstab der Analogie gebrauchen.
    Novalis (1772-1801), Die Christenheit oder Europa
  • An die graue Hûr (Haren) derkennt män die Juhr.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
  • An die große Glocke hängen.
    geflügeltes Wort
  • An die Gurgel gehen.
  • An die guten Tage soll man denken und die bösen überwinden.
    en] Think of ease, but work on.
  • An die H. Clara.
    Wer dich genennet hat/hat dir den Nahmen geben /
    Den du mit Wahrheit hast/hier und in jenem Leben.
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Drittes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 63
  • An die Hammelbeine packen.
  • An die Heiligen zu denken heißt gewissermaßen, sie zu schauen.
    Bernhard von Clairvaux (1090-1153), Fünfte Ansprache auf das Fest Allerheiligen
  • An die Hirten.
    Gieb Antwort liebes Volk/was hastu doch gesungen
    Als du inn Stall eingingst mit den erbebten Zungen /
    Und GOtt ein Kind gesehn? Daß auch mein Jesulein
    Mit einem Hirten Lied von mir gepreist kan seyn.
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Drittes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 9
  • An die Hütte des Hirten pocht der Hunger nicht.
    Spanien
  • An die Jungfrau MARIA.
    Sag an/O werhte Frau/hat dich nicht außerkohrn
    Die Demut/daß du GOtt empfangen und gebohrn?
    Sag/obs was anders ist? Damit auch ich auf Erden
    Kan eine Magd und Braut und Mutter Gottes werden.
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Drittes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 3
  • An die Jungfrau Maria/die geheime Lilie.
    Du Edle Lilie wer findet deines gleichen?
    Solt' er auch alles Feld im Paradeiß durchstreichen.
    Du gläntzest wie der Schnee/wann jhn zu schöner Zeit
    Der Himmel mit dem Gold deß Phaethons bespreit:
    Für dir muß Sonn und Mond und alle Stern' erbleichen.
    Dein ansehn/deine Pracht ist schöner als das Kleid
    Des Königs Salomons in seiner Herrligkeit /
    Dir muß der klare Blitz der Seraphine weichen:
    Dein Edeler Geruch erquikt die gantze Welt /
    Und was sonst unsrem GOtt dem Herrn zu Fusse fällt.
    Jn dir findt man allein die Schönheit der Jungfrauen /
    Der Märterer bestand/und aller Heilgen Ziehr.
    Drumb Edle Lilie komm und erquik mich hier /
    Daß ich mög ewig dich und deinen Saamen schauen.
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Sechstes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 2
  • An die Kette/Leine legen.
  • An die letzte Wohltat erinnert man sich am besten.
    England
  • An die Löwenhaut einen Fachsbalg nähen.
  • An die Nerven gehen.
  • An die niedrige Mauer lehnen sich alle.
    Italien
  • An die Nieren gehen.
  • An die Qualität denkt man noch, wenn man den Preis längst vergessen hat.
  • An die richtige Adresse geraten.
    es] Dar con la dirección correcta.
  • An die Schlange beiß' ich nicht an, sagte der Bub' zum Pastor; da sollte er in der Kinderlehre den Sündenfall erzählen.
  • An die Spitze der zum Hörnertragen besonders veranlagten Scharen stellen wir jene Bankiers, die fortwährend mit Millionen arbeiten, deren Kopf dermaßen mit Berechnungen angefüllt ist, dass schließlich die Zahlen die Hirnschale durchdringen und sich in Additionsreihen über ihrer Stirn erheben.
    Honoré de Balzac (1799-1850), Die Physiologie der Ehe
  • An die stangen kommen.
    i] In Streit, in Kampf mit jemandem geraten.
  • An die Stelle der alten bürgerlichen Gesellschaft mit ihren Klassen und Klassengegensätzen tritt eine Assoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist.
    Karl Marx (1818-1883)/Friedrich Engels (1820-1895), Manifest der Kommunistischen Partei
  • An die Stelle der eigenen Vernunft tritt die Majorität.
    la] Stat pro ratione numerus!
    Otto von Bismarck (1815-1898), im deutschen Reichstag, 12. 6. 1882; 24.1.1887
  • An die Stelle des Glaubens ist der Unglaube getreten, an die Stelle der Bibel die Vernunft, an die Stelle des Himmels die Erde, des Gebetes die Arbeit, der Hölle die materielle Not, an die Stelle des Christen der Mensch.
    Ludwig Feuerbach (1804-1872), deutscher Philosoph
  • An die Stützen, die wir wanken fühlen, klammern wir uns doppelt fest.
    Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916)
  • An die Substanz gehen.
  • An die tote Hand kommen.
    i] Von einem geistlichen Stifte erworben werden.
  • An die unrechte Tür anklopfen (anbossen).
  • An die Wahrheit der geistigen Welt glauben: das ist Religion.
    Leopold von Ranke (1795-1886), Tagebuchblätter
  • An die Wand drücken, dass sie quietschen.
    geflügeltes Wort
  • An die Wegscheide kommen.
  • An die Zuschauer (gerichtet)
    i] von der Bühne aus unmittelbar ans Publikum
    la] ad spectatores
  • Ân Diem der Iésel (Esel) behôrt, begrôt hier auch.
  • An diese politische Quadratur des Zirkels ist sehr viel Mühe gewandt worden: aber der rohe Eigennutz scheint durchaus unermeßlich, antisystematisch zu sein. Er hat sich durchaus nicht beschränken lassen, was doch die Natur jeder Staatseinrichtung notwendig erfordert. Indes ist durch diese förmliche Aufnahme des gemeinen Egoismus, als Prinzip, ein ungeheurer Schade geschehn und der Keim der Revolution unserer Tage liegt nirgends, als hier.
    Novalis (1772-1801), Aphorismen, II. Glauben und Liebe oder Der König und die Königin
  • An diesem Augenblicke hängt die Welt!
    Friedrich Schiller (1759-1805), Wallensteins Tod (1799), V, 9 Gordon
  • An diesem Bangen, an diesem Verwelken der Sinne,
    an dieser Grabessehnsucht fühl' ich es,
    dass mir nicht fern das Ende der Tage!
    Franz Grillparzer (1791-1872), Die Argonauten II
  • An diesem Ende des Marktes erzählte er eine Lüge, am anderen Ende glaubte er sie selbst.
    Türkei
  • An diesem Feste wird nicht anders getanzt.
    i] Wenn man zwar etwas im allgemeinen als unziemlich betrachtet, aber zugibt, dass es an einem gegebenen Orte, bei einer bestimmten Gelegenheit nicht zu vermeiden sei, z.B. wenn man im Bade sich entkleidet, in einer Gesellschaft Trunkener etwas übers rechte Maß mitgeht, unter Weibern den männlichen Ernst fahren lässt u.s.w. Entlehnt von den Festen, an denen bestimmte Gebräuche üblich und schwer zu ändern sind. Wenn Kirmes ist, hörte ich einen schlesischen Bauer sagen, so ist Kirmes. Und einen anderen: 'S wird fortgesoffen, 's ist Kirmes.
  • An diesem Herzen endet meine Irrfahrt.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Die Jungfrau von Orleans, III, 3 (Burgund)
  • An diesem Menschen ist nicht sein Äußeres, sondern sein Inneres hinzugelogen: er will durchaus nicht Schein und Oberfläche scheinen, was er doch ist.
    Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900), Nachlaß (Unschuld des Werdens)
  • An diesem Seil muss man nicht ziehen.
    i] Muss sich an der Sache nicht beteiligen, nicht daran mit arbeiten.
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