DICTUM

Sprichwort, adage, proverb, saw, saying, byword, proverbe, proverbio, refrán, frase proverbial, ditado, provérbio, przysłowie, Redensart, colloqualism, idiom, expression, phrase, tournure, poncif, dicton, expresión, frase hecha, locución, frase fatta, modo di dire, expressão idiomática, powiedzenie, powiedzonko, Zitat, quotation, citation, excerpt, quote, cita, citazione, detto, sentenza, passo, citação, Sentenz, sententia, proverbium, adagio, adagium, locutio, dictum, Spruch, carmen, elogium, pronuntatio, Redensart, phrase, collocation, locution

  • Auch eine blinde Henne findet manchmal ein Goldkorn.
    Thomas Morus, Utopia
  • Auch eine blinde Katze stößt mal auf eine tote Ratte.
  • Auch eine Edelrebe trägt einen Wintertroll.
  • Auch eine Feile wird vom Roste stumpf.
  • Auch eine fromme Frau zeucht wohl ein Hürlein.
  • Auch eine Fülle Bücher ersetzt den guten Lehrer nicht.
  • Auch eine Fülle von Büchern ersetzt den guten Lehrer nicht.
  • Auch eine Gans gleitet wohl einmal auf dem Eise aus.
  • Auch eine geringe Macht kann als Zugabe den größten Ausschlag geben.
    Demosthenes (384-322 v. Chr), Staatsreden
  • Auch eine goldene Glocke taugt nichts, an der ein hölzerner Klöppel hängt.
    Lettland
  • Auch eine große Maus muss man zu keiner Katze machen.
  • Auch eine gute Axt taugt nichts in der Hand dessen, der böse Sankteiche führt.
  • Auch eine Hauskatze kann sich in ein Krokodil verwandeln.
    Bengalisch
  • Auch eine Hetäre könnte einer als etwas Schädliches tadeln, und was man sonst dergleichen hegt und pflegt, wobei sich aber doch immer findet, dass es für den Augenblick sehr angenehm ist.
    Platon (428-347 v. Chr.), Phaidros
  • Auch eine Hure hat oft ein fromm Kind.
    la] Nulla tam prava mater, quae non filiam honestam esse velit.
  • Auch eine Katze kann den Kaiser angucken.
    Jiddisch
  • Auch eine Kerze so groß wie eine Tasse kann den morgigen Tag nicht erleuchten.
  • Auch eine kleine Axt kann einen starken Baum umhauen.
  • Auch eine kleine Wolke kann den Himmel trüben.
    it] Ogni piccolo nuvolo guasta il bel sereno.
  • Auch eine kleine Wunde kann töten.
    dk] Smaae saar kunne og döde.
  • Auch eine kluge Henne legt wohl einmal in die Nesseln.
    fr] A bon pêcheur souvent anguille échappe.
    fr] Le plus sage peut failler.
    un] Olykor a mester is el hibázz:a a vecsernyét.
  • Auch eine Kuh säuft wohl mehr als sie vertragen kann.
    ndt] A Kuh söüft â méa, ässe vertroa kô.
    Henneberg
    Mit Anwendung auf Säufer.
  • Auch eine leichte Bürde wird schwer, wenn man sie weit trägt.
  • Auch eine Lüge hilft zuweilen.
  • Auch eine Luthersche Wurst kann in einer katholischen Pfanne gebraten werden.
  • Auch eine Mücke hat ihre Milz.
    la] Habet et musca splenem.
  • Auch eine Mücke trinkt vom Blut des Löwen.
  • Auch eine Mücke zieht ein Pferd herunter, wenn der Wolf hilft.
    ee] Ka kiholane tõmpap hobese maha, kui susi avitap.
  • Auch eine Nessel verwelkt zuletzt.
  • Auch eine Nisse hat Galle.
    ee] Sappi on saivarilgi.
  • Auch eine Pogge (Kröte) quakt, wenn man sie tritt.
  • Auch eine Ratte fängt mit betrunkenem Kopf eine Katze.
    ee] Rott ka' saa ulli pääga kassi kätte.
  • Auch eine Reise von tausend Meilen fängt mit dem ersten Schritt an.
  • Auch eine schädliche Wahrheit ist nützlich, weil sie nur Augenblicke schädlich sein kann und alsdann zu anderen Wahrheiten führt, die immer nützlich und sehr nützlich werden müssen, und umgekehrt ist ein nützlicher Irrtum schädlich, weil er es nur augenblicklich sein kann und in andre Irrtümer verleitet, die immer schädlicher werden.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Charlotte v. Stein, 8.6.1787
  • Auch eine schöne Blume wird welk und verliert ihren Geruch.
    it] Ogni fiore al fin perde l'odore.
  • Auch eine schöne Frau wird schließlich hässlich wie ein Affe.
  • Auch eine schöne Gegend!
    i] Diese Redensart, welche diesseit wie jenseit des Atlantischen Oceans sprichwörtlich umläuft, gehört ursprünglich einem Gespräch zweier Berliner Frauen an, das sich in Glassbrenners Berlin, wie es ist und trinkt findet. Sie fragen sich gegenseitig, wo ihre Söhne im Freiheitskriege gefallen seien. Als die eine antwortet: 'Bei Leipzig', erwidert die andere im Berliner Dialekt die obige Redensart, die nun inzwischen auch im Hochdeutschen Boden gefasst hat.
  • Auch eine schwarze Henne legt weiße Eier.
  • Auch eine schwarze Kuh gibt weiße Milch.
  • Auch eine stehen gebliebene Uhr kann noch zweimal am Tag die richtige Zeit anzeigen.
  • Auch eine Taube hat Zorn.
    la] Columbae quoque biliosae finute fiunt.
  • Auch eine umgeworfene Bildsäule muss man nicht mit Kot werfen.
    i] Achtung auch dem noch, der, durch irgendein Verhältniss gezwungen, seine hohe Stellung hat aufgeben müssen oder von derselben verdrängt worden ist.
  • Auch eine wilde Rose hat eine Blüte.
    Estland
  • Auch eine winzige Wahrheit kann eine große Lüge zunichte machen.
  • Auch einem alten Topf sieht man an, dass er mal ein nettes Töpfchen war.
    ndt] Au ama alda Scherba sieht ma a, dass r amol a netts Häfele war.
  • Auch einem alten Zimmermann kann das Beil einmal abfahren (ins Bein, in die Finger gehen).
    bm] I misstr tesař se utne.
  • Auch einem frommen Hunde muss man die Hand nicht ins Maul stecken.
  • Auch einem guten Fischer entwischt ein Aal.
    fr] A grant pescheur eschappe anguille.
    nl] Aan een' goed' visscher ontglipt wel een aal.
  • Auch einem guten Kettenhund darf man nicht trauen.
    en] Though the mastiff be gentle, yet bite him not by the lip.
    pt] Ainda que teu sabujo he manso, não o mordas no beiço.
  • Auch einem guten Koch brennt zuweilen die Suppe an.
  • Auch einem Hunde, der mit dem Schwanze wedelt, darf man nicht trauen.
  • Auch einem klugen Diebe wird zuweilen seine Beute gestohlen.
  • Auch einem Lügner entwischt manchmal eine Wahrheit.
    zit] Selbst Münchhausen wird manchmal die Wahrheit sagen.
  • Auch einem Ochsen kann bange werden, wenn er vom Löwen zu Gaste gebeten wird.
    dk] Studen kand blive bange, naar hand bydes til løvens maal.
  • Auch einem Pferde, das gut zieht, bestreicht man das Heu nicht mit Butter (Honig).
  • Auch einem scheuen Liebenden wächst der Mut in der Brautnacht.
  • Auch einem Schweine fällt zuweilen eine Perle ins Maul.
  • Auch einem Tauben predigt der Pfarrer nur einmal.
  • Auch einem völlig Unbekannten erteilen wir am Schluß des Briefes die Versicherung der vollkommensten, ausgezeichnetsten Hochachtung und reden ihn in der Überschrift als hochgeehrten, hoch zu verehrenden Herrn an. Was wissen wir von seiner Achtungswürdigkeit, seiner Ehrenhaftigkeit? Nichts! Und selbst wenn er uns bekannt ist und wir nichts weniger als das Gefühl der Hochachtung vor ihm empfinden, bedienen wir uns gleichwohl jener Phrasen. Begehen wir damit nicht eine wesentliche Unwahrheit? Dann müßte ein wahrheitsliebender Mann Anstand nehmen, sich ihrer zu bedienen. Aber er braucht es nicht, denn sie gelten nicht dem Individuum, sondern der Person - es ist der soziale Wert der Person als solcher, der in diesen typischen Formen zum Ausdruck gebracht wird und auf dessen Anerkennung in seiner eigenen Person jeder, der denselben nicht durch entschiedene Unwürdigkeit verscherzt hat, der Sitte zufolge einen gerechten Anspruch hat.
    Rudolf von Ihering (1818-1892), Der Zweck im Recht
  • Auch einen alten Kuckuck kann man nicht mit dem Habicht verwechseln.
  • Auch einen fremden Esel soll man aus der Grube ziehen.
  • Auch einen großen Schmaus, wenn ich ihn zufällig erlange, lasse ich mir schmecken, und wiederum liege ich viele Tage da, ohne etwas zu essen.
    Man bietet mir manchmal vortreffliche Nahrung an, manchmal mäßige, manchmal spärliche, und manchmal kommt es überhaupt nicht dazu.
    Mahabharata (400 v. Chr.)
  • Auch einer guten Katze entgeht (o. entschlüpft) oft eine Maus.
  • Auch einer ungerechten Bitte muss man das Ohr nicht versagen.
    it] A prieghi ingiusti la clemenza è sorda.
  • Auch einer von denen.
    geflügeltes Wort
  • Auch eines Königs Gut kann man verzehren.
    nl] Aan een konings goed is wel doorkomen.
    nl] Zoo kan men wel konigs goed verteren.
  • Auch eines Zaren Schloss kann brennen.
  • Auch einst wurde gelebt, als man Weidenkätzchen aß, warum denn nicht jetzt, wo man Roggenbrot ißt.
    ee] Elätie ennemuina, kui süödi pajusta urbi, saadik siis nüüd eledä, kui süüä rügista leibä.
  • Auch Eisen kann erweicht werden, aber es bedarf großer Hitze.
  • Auch Eisen setzt Rost an und zerstört sich selbst.
  • Auch Eisen verschleißt zuletzt.
    ee] Raud ka kulub viimaks ära.
  • Auch Eisen wird stumpf.
  • Auch Enthaltsamkeit hat ihre Grenzen.
    fin] Raja se on raittiudellakin.
  • Auch er [Goethe] bewundert mehr das wollüstige Farbenspiel, als die Charakteristik Calderons, in der er weit unter Shakespeare stehe. In den Intrigenstücken sei er besonders Meister, und hier müsse der Deutsche noch recht bei ihm in die Schule gehn.
    H. Voß, 25.9./9.10.1814
  • Auch er [Maler Hensel] steckt in dem seichten Dilettantismus der Zeit, der in Altertümlei und Vaterländelei einen falschen Grund, in Frömmelei ein schwächendes Element sucht, eine Atmosphäre, worin sich vornehme Weiber, halbkennende Gönner und unvermögende Versuchler so gerne begegnen; wo eine hohle Phrasensprache, die man sich gebildet, so süßlich klingt, ein Maximengewand, das man sich auf den kümmerlichen Leib zugeschnitten hat, so nobel kleidet, wo man täglich von der Auszehrung genagt an Unsicherheit kränkelt, um nur zu leben und fortzuwebeln, sich aufs schmählichste selbst belügen muß.
    Goethe, An Zelter, 24.8.1823
  • Auch Erfolg wird bestraft. Die Strafe besteht darin, dass man mit Leuten zusammenkommen muss, die man früher meiden durfte.
  • Auch erregen Gespenstererzählungen ein noch schauerlicheres Gefühl, wenn man sie auf Reisen liest, und zumal des Nachts, in einer Stadt, in einem Hause, in einem Zimmer, wo man noch nie gewesen.
    Heinrich Heine (1797-1856), Die Harzreise
  • Auch eure Haare auf dem Haupte sind alle gezählt.
    Matth. 10, 30.
    dk] Alle vore hoved-haar ere talte.
  • Auch fällt es dem Menschen durchaus nicht schwer, an Wunder einer früheren Zeit zu glauben; allein einem Wunder, das heute geschieht, eine Art von Realität zu geben und es, neben dem sichtbar Wirklichen, als eine höhere Wirklichkeit zu verehren, dieses scheint nicht mehr im Menschen zu liegen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Eckermann, 15. 3. 1831
  • Auch Faulenzen hat seine Grenzen.
  • Auch Fehler sind lehrreich.
    Maxim Gorki (1868-1936), Über die Wirklichkeit
  • Auch fehlt es Menschen, die Zeit genug haben, nie an Finten, Gesetze zu umgehen.
    Baruch de Spinoza (1632-1677), Politischer Traktat
  • Auch feines Gold schäumt im Tiegel.
  • Auch festes Eis macht die Sonne zu Wasser.
  • Auch Fliegen haben ihre Galle.
    i] Man muss auch mit dem Zorn des Unbedeutenden rechnen.
  • Auch Fliegen werfen Schatten.
  • Auch Frauen können ein Geheimnis für sich behalten, vorausgesetzt, man erzählt es ihnen nicht.
    August Strindberg
  • Auch Frauen vernehmen den göttlichen Ruf,
    Der ihnen nach Weisheit zu streben befiehlt ... Der Weiber Geschlecht
    Ist nicht von den Musen verlassen.
    Euripides (480-406 v. Chr.), Medea
  • Auch Freunde können zu Feinden werden.
    Altgriechisch
  • Auch frisches Holz fängt Feuer.
  • Auch Frösche beteiligen sich am Gesang.
  • Auch früh aufstehen hilft nicht, vor Gott zu entfliehen.
  • Auch für deine Person musst du niemandem Geld leihen, besonders nicht deinen Freunden; denn deine Anleihe wieder einzufordern, will mehr sagen, als sie nicht gegeben zu haben.
    Buch des Kabus (1058)
  • Auch für Eheleute gibt es kein Fundbüro für verlorene Illusionen.
  • Auch für ein Gebot finden sich jede Menge Liebhaber.
  • Auch für einen starken Stier findet man (Menschen), die ihm den Hals umdrehen.
    ee] Eks kange sõnni kaela väänajaid ikka ka leita.
  • Auch für Gold kann man nicht alles kaufen.
    it] L'oro non compra tutto.
  • Auch für Völker bleibt die Gärtnerregel bewährt, dass man Bäume, wenn sie nicht blühen wollen, durch starke Verletzungen zum Blühen nötigen kann.
    Jean Paul (1763-1825), Politische FastenPredigt
  • Auch Gedanken, die Macht gewinnen wollen, hängen sich an Gedanken, die schon Macht haben.
    Robert Musil (1880-1942), Der Mann ohne Eigenschaften
  • Auch Gefängnisbrot bekommt man nicht umsonst.
    ee] Ka türmä leibä anda-ai' ilma süvvä'.
  • Auch Gefühle sind jetzt nicht an der Zeit. Gedanken und Gefühle, das ist mehr für Leute, die nichts zu tun haben.
    Robert Musil (1880-1942), Der Mann ohne Eigenschaften
  • Auch gefülltem Kuchen schadet die Butter nicht.
  • Auch gefundenes Geld will gezählt sein.
  • Auch geheilte Wunden lassen Narben zurück.
  • Auch geistige und sittliche Qualitäten des Weibes vermögen die wertlose Geschlechtlichkeit des Mannes anzuregen. Es kann kompromittierend sein, sich mit einer anständigen Frau auf der Straße zu zeigen; aber es grenzt geradezu an Exhibitionismus, mit einem jungen Mädchen ein Gespräch über Literatur zu führen.
    Karl Kraus (1874-1936), Aphorismen. Eros, Moral, Christentum
  • Auch Gelegenheit macht nicht Diebe allein, sie macht auch beliebte Leute, Menschenfreunde, Helden, von dem Einfall, den ein Witziger hat, gehört mehr als die Hälfte dem Dummkopf zu, den er traf. (umständlich ausgeführt)
    Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), Aphorismen (Sudelbücher), 1776 - 1779
  • Auch Genialität ist eine Abnormalität.
  • Auch geringer Leute Rat ist nicht zu verachten.
    la] Non contemnatur quisquis bene consiliatur.
    la] Non sit neglecta servi sententia recta.
  • Auch gescheite Hähne frisst der Fuchs.
  • Auch geschickte Reiter werden zuweilen abgeworfen.
  • Auch Gesundheit kann anstecken.
  • Auch getrocknete Tränen weinen noch.
  • Auch Goethe bewundert mehr das wollüstige Farbenspiel, als die Charakteristik Calderóns, in der er weit unter Shakespeare stehe. In den Intrigenstücken sei er besonders Meister, und hier müsse der Deutsche noch recht bei ihm in die Schule gehn.
    Johann Heinrich Voß (1751-1826), 25.9./9.10.1814
  • Auch Gold kann man zu teuer kaufen.
    nl] Man kann wel goud te duur koopen.
  • Auch GOtt muß sich verdienen.
    Daß ich den höchsten GOtt zum Bräutgam angenommen /
    Hat Er umb mich verdient/daß Er ist zu mir kommen.
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Fünfftes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 340
  • Auch Gott nimmt da nicht, wo nichts ist.
  • Auch Gott stirbt dem Menschen nur, um verwandelt und schöner für ein verwandeltes und schöneres Geschlecht wieder aufzuerstehen.
    Emil Gött (1864-1908), Aphorismen
  • Auch GOtt verläugnet sich.
    Wenn Gott zum Heilgen spricht: du du hast mich erzihlt:
    Sag/ob er nicht mit jhm recht der Verläugnung spielt?
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Andertes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 199
  • Auch Götter sterben, wenn niemand mehr an sie glaubt.
    Jean-Paul Sartre
  • Auch Götter und Feen begehen Fehler.
  • Auch Grabtücher macht man aus Linnen.
    i] Nicht bloß Schleier.
  • Auch graue Federn können schön singen.
  • Auch große Geister haben nur ihre fünf Finger breite Erfahrung, - gleich daneben hört ihr Nachdenken auf: und es beginnt ihr unendlicher leerer Raum und ihre Dummheit.
    Friedrich Wilhelm Nietzsche, Morgenröte, Aph. 564
  • Auch große Köpfe haben zuweilen eine Platte.
    i] Sie sind mangelhaft.
  • Auch große Kraft wird schwach unter dem Gegendruck von noch größerer Kraft, und dem Zwang des Unvermeidlichen muss alles erliegen.
    Francesco Petrarca (1304-1374), an Francesco Nelli in Avignon
  • Auch großen Katzen geht das Haar aus.
  • Auch grün Holz brennt endlich, wenn man es mit dürrem ins Feuer legt.
    i] Macht der Verführung.
  • Auch gut Bier macht böse Köpfe.
    nl] Goed bier maakt ook kwaade lieden.
  • Auch gut mit, sagte der Junge, als er ein Stück Kuchen haben wollte und eine Ohrfeige bekam.
  • Auch gut, hat der Bauer gesagt, da hatt' er einen Floh gefangen, er war aber auf den Läusefang aus.
    var] Auch gut, sagte der Bauer, da hatte er einen Floh gefangen, er war aber auf Läusefang aus.
  • Auch gute Hunde knurren, wenn man ihnen mit dem Stock kommt.
    bm] Nepodávej psu vidliček.
  • Auch gute Köpfe, aber leider Leute ohne Phantasie und Gefühl stellen sich Poesie als bloße Exempel zu moralischen Sätzen vor und sind ihr deswegen gut.
    Wilhelm Heinse (1746-1803), Aphorismen
  • Auch Güte platzt und hat ein Ende.
    fr] Bonté change si on la point.
  • Auch gute Schwimmer ertrinken schließlich.
    fr] Bons nageurs sont à la fin (o. souvent) noyés.
  • Auch gute Schwimmer verschlingt ein Strudel.
  • Auch guter Acker, ungebaut, trägt nichts als Disteln und Unkraut.
  • Auch gutes Bier macht böse Köpfe.
  • Auch hält es schwer, in jugendlichen Tagen über Stoffund Gehalt, Behandlung und Form deutlich zu werden.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Schriften zur Literatur - Neueste deutsche Poesie
  • Auch harte Arbeit macht Gewöhnung leicht.
    la] Durum etiam facilem facit assuetudo laborem.
  • Auch hat schon Franklin eine besondere Aversion gegen die Mathematiker, in Absicht auf geselligen Umgang, klar und deutlich ausgedrückt, wo er ihren Kleinigkeits- und Widerspruchsgeist unerträglich findet.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Zelter, 28.2.1811
  • Auch hätte Gott die Welt nicht geschaffen, wenn Geschaffen-Sein nicht wäre schaffen; darum also hat Gott die Welt geschaffen, dass er sie noch ohne Aufhören schafft.
    Meister Eckhart (1260-1328), Buch der göttlichen Tröstung
  • Auch Helden siegen nicht immer.
    dk] Kemper falde ofte seyerløse.
  • Auch herrscht unter den Römerinnen weit mehr Künstlergeschmack als in Deutschland, wozu freilich der frühe Anblick der unsterblichen Meisterstücke der Kunst in Tempeln und öffentlichen Gebäuden viel beitragen mag.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), J. D. Falk, 28.12.1794
  • Auch heute noch ist Wasser das Mittel gegen Schmutz.
    i] Ironische Aufforderung, sich zu waschen.
  • Auch hiebei bewährt sich die alte Wahrheit: man soll wenig tun, aber Tüchtiges und es wirken lassen nach Zeit und Umständen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Sulpiz Boisserée (1783-1854), 22.10.1826
  • Auch hier erinnert das Läuten der Glocken unaufhörlich an die katholische Religion, wie das Geklirr der Ketten den Gefangnen an seine Sklaverei. Mitten in einem geselligen Gespräche sinken bei dem Schall des Geläuts alle Knie, alle Häupter neigen, alle Hände falten sich, und wer auf seinen Füßen stehen bleibt, ist ein Ketzer.
    Heinrich von Kleist (1777-1811), an Wilhelmine von Zenge, 13.-18. September 1800
  • Auch hinsichtlich der Besonnenheit, der Tapferkeit, der Hochsinnigkeit und aller anderen Tugenden, muss man zwischen dem Missratenen und dem Wohlgeratenen streng unterscheiden. Versteht sich jemand nicht auf diese Unterscheidungskunst, sei es ein einzelner Mensch oder ein Staat, so hat jener hinkende und verkrüppelte Freunde, dieser hinkende und verkrüppelte Herrscher.
    Platon (428-347 v. Chr.), Staat
  • Auch hinter Hecken darf man nichts entdecken.
    i] Was geheim bleiben soll, jemandem mitteilen; man kann belauscht werden.
    it] Le siepi non hanno occhi, ma orecchi.
  • Auch hohe Tugend ist vorm Fall nicht sicher.
    se] Höga dygder, storra feel.
  • Auch Honig kann bitter schmecken, wenn er als Medizin verwendet wird.
  • Auch hundert gute Ratschläge vermögen ein Paar geschickte und erfahrene Hände nicht zu ersetzen.
  • Auch hundert Kürassiere können keinen Nackten berauben.
  • Auch hunderte gute Ratschläge vermögen ein Paar geschickte und erfahrene Hände nicht zu ersetzen.
  • Auch hüte dich vor Hohn und Spott gegen fremde Gäste;
    Nicht immer sieht, der innen sitzt, den Wert seines Besuches.
    Hávamál
  • Auch ich bin ein Maler.
    it] Anch'io sono pitore!
    Antonio da Correggio (1489-1534)
  • Auch ich bin erwacht Freund, und zu dem Grad der philosophischen Besonnenheit gekommen, wo Liebe zur Wahrheit die einzige Führerin ist, wo ich allem was ich für Irrtum halte mit dem mir verliehenen Licht entgegengehe, ohne grade laut zu sagen, das halte ich für Irrtum, und noch weniger, das ist Irrtum.
    Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), Aphorismen (Sudelbücher), 1773 - 1775
  • Auch ich halte das fürs Beste,
    Was dem wackern Mann gefällt,
    Wenn im stillen warmen Neste
    Sich ein Heiliges lebend hält.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust II A II, Felsbuchten (Thales) Vs 8355
  • Auch ich in Arkadien!
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Italienische Reise - Motto zu Teil I
    la] Et in Arcadia ego.
  • Auch ich lebte in Arkadien.
  • Auch ich muss gestehen, dass von allen den Gelehrten, die ich in meinem Leben habe kennengelernt und die ich eigentlich Genies nennen möchte kein einziger geraucht hat.
    Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), Aphorismen
  • Auch ich sah nie einen Esel, nämlich keinen vierfüßigen, der wie ein Mensch gesprochen hätte, während ich Menschen genug traf, die jedesmal, wenn sie den Mund auftaten, wie Esel sprachen.
    Heinrich Heine (1797-1856), Zur Geschichte der Religion, Vorrede zur 2. Auflage
  • Auch ich schreite einem ehrenvollen Tode aus diesem Kerker entgegen, ich sterbe für die Freiheit, für die ich lebte und focht und der ich mich jetzt leidend opfre.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Egmont A V, Gefängnis (Egmont)
  • Auch ich soll gottgegebne Kraft
    Nicht ungenützt verlieren
    Und will in Kunst und Wissenschaft
    Wie immer protestieren.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Dem 31. Oktober 1817
  • Auch ich verharre meiner Pflicht,
    Der Schatten weicht der Sonne nicht.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Zahme Xenien VIII
  • Auch ich war dort, habe Honigwein und Bier getrunken, ist mir übern Bart geflossen, aber in den Mund nicht gekommen.
  • Auch ich war ein Jüngling mit lockigem Haar,
    An Mut und an Hoffnungen reich.
    Albert Lortzing (1801-1851), Der Waffenschmied, III, 13 (Stadinger)
  • Auch ich war in Arkadien geboren,
    Doch Tränen gab der kurze Lenz mir nur.
    i] Aus dem Schiller'schen Gedicht 'Resignation', das übrigens schon damals, als dies Gedicht verfasst wurde, sehr im Volke verbreitet war. Das letzte Stück des Kinderfreundes von Weisse schloss (1782) mit dem Schäferspiel: Das Denkmal in Arkadien.
  • Auch ich war in Arkadien!, ist die Grabschrift aller Lebendigen in der sich immer verwandelnden, wiedergebärenden Schöpfung.
    Johann Gottfried Herder (1744-1803), Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit
    la] Et in arcadia ego. (Maler Bartolomeo Schidone, 1559-1615, setzte diese Worte auf eines seiner Bilder)
  • Auch Ihnen, der so viel gelitten hat, gönne ich von Herzen diesen aus eigener Tätigkeit hervorquellenden Trost, den Ersatz für so vieles, was hinter uns blieb.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Krug v. Nidda, 1820
  • Auch im (Frauen)rock steckt ein Mensch.
    ee] Sieligu sies on ka inimene.
  • Auch im Düngen kann man zu viel tun.
    dk] Man kand og giøde sin ager for meget.
  • Auch im Frauenrock steckt ein Mensch.
  • Auch im Guten?
    i] So fragt jemand, wenn man ihm sagt, dass seiner gedacht worden sei.
  • Auch im Hasse gibt es Eifersucht: wir wollen unseren Feind für uns allein haben.
    Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900), Nachlaß (Unschuld des Werdens)
  • Auch im hässlichen Körper ist eine schöne Seele liebenswürdig.
    it] Beato il corpo che per l'anima lavora.
  • Auch im Lamm ist Zorn.
    Ungarn
  • Auch im Paradies ist die Einsamkeit nicht süß.
  • Auch im reinen Wasser gibt es Insekten.
    ee] Puhta vee sees on ka putukaid.
  • Auch im Scheitern kann Größe liegen.
  • Auch im Schlaf haut auf den Amboss der Schmied.
  • Auch im Schlimmen gibt's eine Progression. Wenn man sich gehn lässt, so entsteht allmählich ein Ungeheuer in seiner Art. So in Brutalität, in Grausamkeit, Frömmelei usw.
    Novalis (1772-1801), Fragmente
  • Auch im schönsten Garten ist Unkraut zu erwarten.
  • Auch im schönsten Wald fehlt es nicht an verkrüppeltem Holz.
  • Auch im Sieden der Eier ist Vernunft.
    i] Als Boswell einst den Redner Burke fragte, wie er wohl den Menschen definieren würde, erwiderte dieser: 'Der Mensch ist ein kochendes Tier.' 'Die Definition ist gut', sagte Boswell, 'und jetzt verstehe ich erst das alte Sprichwort: Auch im Sieden der Eier ist Vernunft.'
  • Auch im Spiel kann man den Freund erkennen.
    bm] I ve hře přítele poznás.
  • Auch im Stamm Levi gibt's zerbrochene Töpfe.
  • Auch im Straßenschlamm bleibt Gold immer Gold.
    Rumänien
  • Auch im Traum fängt die Spinne Fliegen.
  • Auch im Untergehn ist die Sonne oft noch schön.
    i] Auch im Leben alter Leute gibt es angenehme Seiten.
    la] Non omnia grandior aetas, quae fugiamus, habet. Ovid
  • Auch im Weizen findet man Unkraut.
  • Auch in armen Häusern wird ein gehorsamer Sohn geboren.
  • Auch in Berlin war ich im Frühjahr; ein ganz ander Schauspiel! Wir waren wenige Tage da, und ich guckte nur drein, wie das Kind in Schön-Raritäten-Kasten. Aber du weißt, wie ich im Anschaue lebe; es sind mir tausend Lichter aufgegangen Und dem alten Fritz bin ich recht nah worden, da ich hab sein Wesen gesehn, sein Gold, Silber, Marmor, Affen, Papageien und zerrissene Vorhänge, und hab über den großen Menschen seine eignen Lumpenhunde räsonieren hören.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Merck, 5.8.1778
  • Auch in Beziehung auf die Kunst ist die Geschichte der Menschheit ein zusammenhängendes Ganzes, auch hier überliefert das eine Volk dem andern, was es erreicht hatte, und das Ziel ist ein gemeinsames, nach dem alle streben.
    Karl Schnaase (1798-1875), Geschichte der bildenden Künste bei den Alten
  • Auch in Danzig sind die Dächer mit Fladen nicht gedeckt.
  • Auch in dem elendesten Dasein gibt es ein Häkchen, an das ein Faden des Heils sich anknüpfen ließe.
    Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), Aphorismen
  • Auch in den finstersten Keller leuchtet einmal einer mit einer Kerze hinein.
  • Auch in den Geschlechtsteilen des Menschen blüht die Vernunft, sodass ein Mensch weiß, was er zu tun und lassen hat. Daher hat er Genuss an diesem Werk.
    Hildegard von Bingen (1098-1179), Mensch und Welt
  • Auch in den Pelz des Herrenhundes kommen Flöhe.
  • Auch in den Wäldern der Hermeline merkt man den Thronwechsel.
  • Auch in den Wissenschaften ist alles ethisch, die Behandlung hängt vom Charakter ab.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Tagebuch, 15.2.1831
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