DICTUM

Sprichwort, adage, proverb, saw, saying, byword, proverbe, proverbio, refrán, frase proverbial, ditado, provérbio, przysłowie, Redensart, colloqualism, idiom, expression, phrase, tournure, poncif, dicton, expresión, frase hecha, locución, frase fatta, modo di dire, expressão idiomática, powiedzenie, powiedzonko, Zitat, quotation, citation, excerpt, quote, cita, citazione, detto, sentenza, passo, citação, Sentenz, sententia, proverbium, adagio, adagium, locutio, dictum, Spruch, carmen, elogium, pronuntatio, Redensart, phrase, collocation, locution

  • Auf den Sand bauen.
    Matth. 7, 26
    ndt] Dat were up Sand buwet. (Pommern)
    dk] At bygge paa sand (paa en klippe).
    nl] Hij bouwt en toren op het zand.
    nl] Hij bouwt op een zandgrond.
    nl] Hij timmert op het zand.
    la] In harena aedificas.
  • Auf den Sand geraten.
    zit] Der deutsche Fremde, welcher mit seinen Sprachkenntnisen (in Paris) irgendwo auf der Straße auf den Sand gerät.
  • Auf den Sankt Nimmer(mehr)stag verweisen.
  • Auf den Sankt-Benediktentag (21. 3.) säe Erbsen, Bohnen und Zwiebeln.
  • Auf den Sanktmpf einer Fichte wächst nie eine Birke. Estland
  • Auf den Sattel fallen und 's Pferd nehmen.
  • Auf den Schalk ein Hütlein decken.
  • Auf den Schergen folgt der Henker.
  • Auf den Schlips treten.
  • Auf den Schlitten - die Last hinten, auf den Wagen - vorne.
    ee] Reekoorm tagapool, vankrekoorm ettepoole.
  • Auf den Schoß nehmen.
    es] Poner en el regazo.
  • Auf den Schreck (hin) ...
  • Auf den Schwof gehen; schwofen.
  • Auf den Sims gehören.
  • Auf den sollte man mit vier Füßen treten.
    Oberösterreich
    i] Von jemandem, welcher nur durch wiederholte nachdrückliche Worte oder Strafen u.s.w. zur Ordnung angehalten werden kann.
  • Auf den Sommer über acht Tage.
    Breslau
    i] So viel wie auf den Nimmermehrstag.
    nl] Te zomer als de kalveren op het ijs dansen.
  • Auf den Sonntag folgt gern der blaue Montag.
    fr] Il n'y a pas de bonne fête, sans lendemain.
  • Auf den Sparer folgt der Zehrer.
  • Auf den Speck von Versprechungen beisst kein Jude an.
  • Auf den Stapel schüttet die Ernten der Erde der Kaufmann.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Der Spaziergang
  • Auf den Stich kommen.
    i] Plötzlich, unangemeldet.
  • Auf den Stolz gehört Schand.
  • Auf den Strauch schlagen..
  • Auf den Streit folgt Frieden.
  • Auf den Streit folgt wieder Einigkeit.
    pl] Po swadzie lepsza zgoda, po wojnie smaczniejszy pokój, po gorzkiém cukrowniejísza słodyvcz.
  • Auf den Strich gehen
    en] to walk (o. go on) the streets
    fr] faire le trottoir (o. l'asphalte) - aller aux asperges (argot)
    it] battere il marciapiede
  • Auf den Stuhl kommen.
    i] Ein Landesamt bekommen.
  • Auf den Stump gehen.
    i] In Nordamerika von politischen Rednern, die zur Zeit der Staats- oder Unionswahlen herumreisen, um in Versammlungen für den Candidaten der Partei zu sprechen.
  • Auf den Stumpf einer Fichte wächst nie eine Birke.
    ee] Kuuse kannu pääle kõiv ei kunagi kasu.
  • Auf den Sturm folgt die Ruhe.
  • Auf den Stutz.
  • Auf den Suppen armer Leute schwimmen nicht viel Fettaugen.
  • Auf den Tag Sankt Gallus (16. 10.)
    die Weidekuh in den Stall muss,
    und der Apfel in den Sack muss.
  • Auf den Thron lassen wir die Weiber, aber weder Schmiede noch Zimmerleute werden, denn dazu braucht man keine Puppen.
    Wilhelm Heinse (1746-1803), Aphorismen
  • Auf den Thunersee Erbsen setzen.
  • Auf den Tisch des Bäckers kommt selten Weißbrot.
  • Auf den Tisch gehört mehr als ein Decktuch.
    it] Altro vuol la tavola, che tovaglia bianca.
  • Auf den Tisch verweisen.
    i] Aus dem nordamerikanischen Parlamentsleben entlehnt, in dem Petitionen, Anträge u.s.w. durch die Redeform: 'Sie auf den Tisch legen' zurückgewiesen werden.Auf den Tisch verweisen' heißt im gewöhnlichen Leben dort: eine Bitte nicht gewähren, abschlagen u.s.w.
  • Auf den Tod eines andern warten.
    i] Wie z.B. Substituten und solche, die Altenteile u. dgl. zahlen müssen.
    dk] En vente-død.
    nl] Het is een dwaas, die zich betrouwt op eens andermans dood.
    nl] Het is niet goed, op eens anders dood te hopen, want de een sterft zoo ras als de ander.
    nl] Hij wacht lang, die naar eens anders dood wacht.
  • Auf den Topf müssen.
  • Auf den Traum ist nicht zu bau'n.
  • Auf den Trichter kommen.
  • Auf den Triebs geben.
    i] Einem den letzten Rest geben.
  • Auf den trüben Morgen kommt ein heitrer Tag und aus der netten Jungfer, da wird ein Schlumpersack.
  • Auf den Tupfen treffen.
  • Auf den Wecker gehen/fallen.
  • Auf den Weg bringen.
  • Auf den Weg der Wahrheit bringen
    la] in viam veram inducere
  • Auf den Weg machen.
  • Auf den Weg zurückbringen.
  • Auf den Wegen der Freundschaft soll man kein Gras wachsen lassen.
    Marie-Therese Geoffrin, auch französisches Sprichwort
  • Auf den Wein schleicht Armut ein.
  • Auf den Weinmonat folgt der Wintermonat.
    i] Auf vieles ungezähmtes Weintrinken geht es gemeiniglich kühl her und schleicht die Armut ein.
  • Auf den Wellen ist alles Welle,
    Auf dem Meer ist kein Eigentum.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Die Braut von Messina (Chor)
  • Auf den werde ich keinen Toast ausbringen.
    zit] Ursprünglich war der Toast materiell und hatte nichts mit Empfindung zu tun; er war das Stückchen braunen Zwiebacks, welches in jeder Bowle Punsch schwamm. Als in König Wilhelm's oder König Anna's Tagen die modischen Nichtsthuer in Bath sich im heißen Wasser bewegten, ihre Chocolade von schwimmenden Korkbretern einnahmen oder auf unsichtbaren Sesseln sitzend, die Gazette lasen, wurden sie durch die Erscheinung einer Nymphe entzückt und in Staunen gesetzt, welche in einem höchst koketten Anzuge in das Bad kam und glänzend wie Amphiterite selbst aussah, wenn sie im Meer einherschwamm. Die feinen Herren ganz besonders ehrten sie in der derben Art und Weise jener Zeit. Sie tauchten ihre Tassen in das Wasser so nahe als möglich der Stelle, wo die entzückende Nymphe stand und tranken es zu ihrer Ehre und ihrem Ruhm aus. Unter den eifrigen Zuschauern der Galerie befand sich ein junger Mensch im gländzendsten aller Geburtstagsanzüge, mit Schönheitspflästerchen, Puder und Degen, und rief, diesen ziehend, mit allen Blumen und Figuren der Redekunst, die damals gang und gäbe waren, aus, dass er sich einen Kuckuck aus der Flüßigkeit mache, dass er aber entschlossen sei, den Toast darin kosten zu wollen. Damit meinte er die Dame im Bade, welche der Stutzer in solcher Weise mit dem größten Zwieback verglich, der damals zum Punsch gehörte. Da der Sprecher aussah, als wolle er seine Rede zur Tat machen, so entstand ein allgemeines Auseinanderstieben der Wassernymphen mit obligatem Geschrei und Atemloser Pause in der Flucht, eben sowohl zur Verfolgung einladend, als anscheinend sie fürchtend. Die Geschichte verbreitete sich in der Stadt und von dem Tage an wurde das Wort Toast auf die Dame angewandt, zu deren Ehre man trinken wollte, bis es nach und nach die Worte bezeichnete, in denen diese Ehre ausgedrückt wurde. Athenäum
  • Auf den Wind nicht wette, weil er lang geweht,
    Dass er länger werde wehn.
    Lieber wette, weil er lang sich nicht gedreht,
    Dass er bald sich werde drehn.
    Friedrich Rückert (1788-1866), Vierzeilen
  • Auf den Wink bedient werden.
    fr] Être servi au doigt et à l'oeil.
  • Auf den Winter folgt (wieder) ein Sommer, aber alte Leute werden nie (ein Alter wird nicht) wieder jung.
  • Auf den Winter folgt der Frühling.
    la] Sequitur ver hiemem.
  • Auf den Winter folgt ein Sommer, aber alte Leute werden nie wieder jung.
  • Auf den Wolken reiten.
    i] Von Hochfahrenden.
  • Auf den Wörtern kauen.
    i] Mit der Sprache nicht fertig werden können.
  • Auf den Zahn fühlen.
  • Auf den Zehenspitzen stehen.
    zit] Diese gewöhnliche Redensart ist ganz und gar unrichtig. Nicht der ganze Fuß und nicht die Zehenspitzen, sondern Teile des Fußes berühren den Boden. So hinten ein starker zweiknorriger Höcker (tuberositas), vorn aber die Köpfe der MittelFußknochen. Selbst die geschickteste Tänzerin steht nicht auf der Zehenspitze, sondern auf den Köpfen der Mittelknochen.
  • Auf den Zeiger gehen.
  • Auf den Zinnen der Partei stehen.
    i] Die Redensart hat ihren Ursprung in der Zeit politischer Dichtung nach 1840, als die Gedichte eines Lebendigen von Herwegh erschienen waren und Freiligrath in seinem Gedicht: Aus Spanien den Gedanken aussprach: 'Der Dichter steht auf einer höhern Warte als auf den Zinnen der Partei.' Herwegh antwortete in seinem Gedicht: Die Partei, dessen Schlusszeilen lauten: 'Ich hab' gewählt, ich habe mich entschieden, und meinen Lorber flechte die Partei.'
  • Auf den Zorn ist nicht gut trinken.
  • Auf den Zufall bauen ist Torheit, den Zufall benutzen ist Klugheit.
  • Auf den zweiten Blick.
  • Auf den Zwutsch gehen.
  • Auf den, der unten liegt, soll man nicht sitzen.
  • Auf den/bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag.
  • Auf den/zum Punkt kommen.
  • Auf denn, beende das Zögern!
    la] Eia age, rumpe moras!
  • Auf denn, nach Valencia!
    Pius Alexander Wolff (1782-1828), Preciosa IV. 12
    zit] Auf, ins Feld! Es geht zum Siege
    Krieger, gen Valencia!
  • Auf denn, Schluss mit dem Zögern!
    la] Heia age, rumpe moras!
  • Auf der Abschussliste stehen.
  • Auf der Alm gibt's kein Sünd.
    zit] Es reut mich auch kein Lustbarkeit, und auf der Alm gibt's kein Sünd, denn was auf der Alm geschehen ist, braucht man nicht zu beichten, es bleibt alles an den Taxusbäumen (Nadelhölzern) beim Abfahren hangen.
    Augsburger Allgemeine Zeitung, 1855
  • Auf der Alm lässt sich sorglos lieben, denn im Herbst wird abgetrieben.
  • Auf der anderen Seite ...
  • Auf der anderen Seite des Zaunes ist das Gras immer grüner.
  • Auf der anderen Seite ist das Gras immer grüner.
  • Auf der Anklagebank sitzen.
    en] To be in the dock.
  • Auf der armen Braut Gelöbnis trinkt der Schenk zuerst.
  • Auf der armen braut verlöbnuss trinket der schenck erst.
    nl] Ter armer bruloft drinct die schenker voor.
    la] Dum pauper dotat, primum pincernula potat.
  • Auf der Badepritsche viele Kinder, auf der Hausdarre viele Kienspäne.
    ee] Saanalabal lapsi paelu, pereparsil peerga paelu.
  • Auf der Bahn sein.
    i] Von denen, die mit großem Eifer nach etwas streben. Das Bild von den öffentlichen Wettkämpfen.
  • Auf der Bahn stürzen.
    i] Bild ebendaher, von denen, die nach etwas streben, aber, ehe sie es erlangen, sterben, oder auf eine andere Weise zurückgehalten werden.
  • Auf der Bank der Spötter sitzen.
    geflügeltes Wort
  • Auf der Bank liegt man sanfter, als auf einem Purpurbett.
    ndt] Man ligt sanffter auff einer bank, denn auff einem purpurbett.
    en] Lowly sit richly warm.
  • Auf der Bärenhaut (o. der faulen Haut) liegen.
    i] Seine Zeit mit Müßiggang od. Faulenzen hinbringen. Die alten Germanen lagen, wenn sie nicht mit Kampf oder Jagd beschäftigt waren, ruhend auf den Fellen der erlegten Bären und ließen die Frauen alle Arbeiten besorgen
  • Auf der Bärenhaut liegen.
    es] Estar tumbado a la bartola, no mover ni un dedo../Estar echado sobre la piel de oso.
  • Auf der Bauchzitter spielen.
    zit] Ich spielte gestern Abend der Liese ein wenig auf der Bauchzitter. - Wenn sie euch die Bauchzitter lehnete, ihr vergösset der Lauten.
  • Auf der Bierbank sitzen.
    nl] Iemand op de bierbank houden.
    nl] Zij zitten altijd op de bierbank.
  • Auf der Bildfläche erscheinen.
  • Auf der blauen Donau schwimmt ein Krokodil,
    die Mutter will es fangen mit einem Besenstiel.
    Der Besenstiel ist zu kurz.
    und die Mutter lässt einen Furz.
  • Auf der Brache liegen.
    i] Untätig, ohne Berufsarbeit sein.
    ndt] Broch leien.
  • Auf der breiten (großen) Straße bleiben.
    i] Dem Schlendrian folgen, vom eingeführten Gebrauche, von der alten Weise nicht abgehen, es mit der Mehrzahl halten.
    fr] Suivre le chemin battu; le grand chemin des vaches.
  • Auf der Brennsuppe dahergeschwommen kommen.
  • Auf der Buhlschaft im nächsten Jahr, musst du lassen Hertz, Haut und Haar.
  • Auf der Chaussee wächst kein Gras, eine Hure wird nicht schwanger.
    Finnland
  • Auf der einen Seite ist mir alles Wurst, auf der andern alles Pomade.
    i] Berliner Lokalsprichwort. Bei der Kreuzung von Oberwall- und Jägerstraße ist auf der einen Seite die bekannte Parfümerie von Treu und Nuglisch, auf der andern das vielbesuchte Wurstgeschäft von Niquet.
  • Auf der Eltern Schoß werden die Kinder groß.
    la] Omnis in Ascanio curi stat cura parentis. Vergil
  • Auf der Erde bleiben.
    es] Ser realista, no hacerse ilusiones.
  • Auf der Erde gibt es keine Feier, die nicht zu Ende geht.
  • Auf der Erde gibt es nur darum Liebe, weil die Menschen an die Unsterblichkeit glauben. Mit dem Aufhören dieses Glaubens würde die Liebe vernichtet werden, überhaupt jede lebendige Kraft zur Fortsetzung des irdischen Lebens versiegen. Es würde dann auch nichts Unsittliches mehr geben: alles würde erlaubt sein. Es gibt keine Tugend ohne die Unsterblichkeit.
    Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821-1881)
  • Auf der Erde hat es niemals einen gewaltigeren Widerspruch gegeben als den zwischen der römischen Regierung und ihrem Glauben.
    Voltaire (1694-1778), Die Briefe Amabeds
  • Auf der Erde ist es hart und der Himmel ist weit weg.
  • Auf der Erde ist gut gehen.
  • Auf der Erde sind selbst die Füße der Kleinen, und die Köpfe der Großen reichen auch nicht bis zum Himmel.
    Finnland
  • Auf der Erde soll es sieben Narren geben: Freßnarren, Saufnarren, Arbeitsnarren, Faulheitsnarren, Geldnarren, Hungernarren und streitende Narren.
    ee] Maa peal olla seitse hullu: söömahull, joomahull, tööhull, laiskusehull, rahahull, näljahull ja riiuhull.
  • Auf der Erde wird alles verkauft.
  • Auf der Erde/dem Boden bleiben.
  • Auf der ersten Reise sammelt man Erfahrungen, auf der zweiten verdient man Geld.
    Arabien
  • Auf der Fähre gilt kein Gotteslohn.
    i] Jeder muss sein Fährgeld zahlen.
  • Auf der Fahrt ins Jenseits befiehlt kein König.
    Japan
  • Auf der falschen Fährte/Spur sein.
  • Auf der falschen Hochzeit tanzen.
  • Auf der Faulbank liegen mästet.
    nl] Vuil maakt vet.
  • Auf der faulen Brücke stehen.
  • Auf der faulen Haut liegen.
  • Auf der Felge kauen.
  • Auf der Fenze (Zaun) sitzen.
    i] In Nordamerika will man damit sagen, dass jemand keiner von den scharf hervortretenden Parteien angehöre, weder inner- noch außerhalb des eingezäunten Feldes sich befinde, sondern eine neutrale oder zuwartende Stellung eingenommen habe.
  • Auf der Fleischbank sind alle Kühe Ochsen.
    i] Die Fleischer verkaufen gern das Kuhfleisch für Ochsenfleisch.
  • Auf der Flöte gewonnen, auf der Trommel von dannen.
  • Auf der Flucht.
    en] On the run.
  • Auf der Flur erscheinen die Blumen,
    Die Zeit zum Singen ist da.
    Altes Testament, Hohelied Salomos 2, 12
  • Auf der Folter sein.
    i] Große Marter, Pein und Angst ausstehen. Entlehnt von den Marterwerkzeugen früherer Gerichtsbarkeit.
  • Auf der Frauen Weinen und der Krämer Schwören muss ein kluger Mann nicht hören.
  • Auf der ganzen Linie.
  • Auf der ganzen Welt wird man nicht zur Ader gelassen, bekommt man kein Klistier verabreicht, ohne dass man dafür bezahlt oder dass ein anderer es für einen tut.
    Voltaire (1694-1778), Candide oder Der Glaube an die beste der Welten
  • Auf der ganzen Welt.
    en] Worldwide.
  • Auf der Gasse ein Engel, zu Hause (o. daheim) ein Teufel.
  • Auf der Gasse Hui und im Hause Pfui.
  • Auf der Gasse ist mancher sehr gescheit, daheim hat er zum Narren nicht weit.
    la] Foris sapere, domi desipere.
  • Auf der Gasse mit Prunk, zu Hause kein Kukurutzstrunk.
    Wallachei
  • Auf der Gassen ist gut spinnen.
    la] At pulchrum digito monstrari et dicier hic est.
  • Auf der Geign ko ma spieln, sagt da Bua, wia eahm's Madl Kirtanudln ( = Kirchweihnudeln) ins Mäu (= Mund) gschob hat.
  • Auf der Gewinnerstrasse sein.
  • Auf der gleichen Linie (mit etwas/jemandem) sein/liegen; auf jemandes Linie liegen; mit etwas/jemandem auf einer Linie liegen.
  • Auf der großen Retirade.
    Pius Alexander Wolff (1782-1828), Preciosa III. 2
    i] Um die Zeit eines Vorganges u.s.w. zu bezeichnen. Die Worte sind aus Preciosa (3. Aufzug, 2. Scene), einem von Pius Alexander Wolff (1782-1828) gedichteten und von Karl Maria von Weber komponierten Drama (Berlin 1823) entlehnt, wo der einbeinige Pedro mitteilt, dass er sein Bein 'auf der großen Retirade' verloren hat.
  • Auf der Grube gehen und das Schindmesser im Hintern haben.
  • Auf der Gruben gehen.
    i] Von einem alten Betagten.
    ndt] Er geht auf der grub.
    ndt] A gieht schun uf der Grube rum.
  • Auf der grünen Wiese.
    geflügeltes Wort
  • Auf der Güte Mittel folgt erst der Knittel.
    it] Il prudente prima di dar di piglio all' armi deve provar ogni cosa.
  • Auf der Hand liegen.
    es] Ser evidente, estar claro.
  • Auf der Haut herscheren.
  • Auf der Heerstraße wächst kein Gras.
    en] Grass grows not upon the highway.
  • Auf der Herberge zeigt sichs, was man kann.
    Böhmen
  • Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen.
    François VI. Herzog de La Rochefoucauld (1613-1680)
  • Auf der Hochzeit sind die Jungen rot, draußen sind die Jungen flink, zu Hause gehen (sie) tastend-tappend.
    ee] Pulmas poisid punased, väljas poisid väledad, kodus käivad kompa- kampa.
  • Auf der Hochzeit trinkt die Verwandtschaft, auf der Taufe trinken die Dorfkinder.
    ee] Pulmad suguvõsa juua, joodud külalaste juua.
  • Auf der Hochzeit wird keine Mühe gescheut.
    ee] Pulmas vaeva ei vaatata.
  • Auf der Höhe der Empfindung erhält sich kein Sterblicher.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Zwo biblische Fragen
  • Auf der Höhe der Zeit sein.
  • Auf der Höhe sein.
    en] To feel fit.
    es] Estar en plena forma.
  • Auf der Höhe seiner Weltmacht erklärte Kaiser Augustus: soweit auch seine Gewalt reiche, wäre er doch gänzlich außerstande, ein einziges lateinisches Wort zu schaffen.
    Alexander Moszkowski, Das Geheimnis der Sprache
  • Auf der hohen Schule z' Gramastede.
    Oberösterreich
    i] Gramastetten, einst auch Grammastadium, ein Pfarrdorf im Mühlkreise Oberösterreichs. Baumgarten vermuthet, dass sich die scherzhafte Redensart nach Pillwein in seiner Geschichte, Geographie und Statistik, ein alter Geschichtschreiber Inspruggen und mit ihm mehrere andere, durch 'Grama' verleitet, diesen Ortsnamen etymologisch auf einen einstigen Studienplatz deuteten.
  • Auf der hohen wart, da ist man übel und liegt hart.
    i] Wenn man auf eine gute Stelle vertröstet wird.
  • Auf der Hundehochzeit wäre es auch gut, aber man muß zuviel durch Drahtzäune kriechen.
    ee] Koera pulmas oleks ka hää, aga liiga pailu tuleb traataidest läbi pugeda.
  • Auf der Hut ist für viele Dinge gut.
  • Auf der Hut ist immer gut.
  • Auf der Hut sein.
    i] Vorsicht gebrauchen
    la] Jura vigilantibus.
    es] Estar ojo avizor, estar en guardia.
  • Auf der Innenseite der Hand wachsen keine Haare.
  • Auf der Juden Christtag (Weihnacht).
    zit] Das Urteil soll auff nechste Griechisch Calendas, d.i. auff der Juden Christtag und der Genffer Lichtmess ausgesprochen werden.
    la] Ad Calendas graecas.
  • Auf der Kammbank zu Hause sein.
    Henneberg
    i] Vor Freude über Tisch und Bänke springen, Schüsseln und Kannen von den Gesimsen herunterwerfen. Kammbank oder Kammbret = Küchenrepositorium zu Tellern, Schüsseln, Töpfen; dann das Gesimse an den Decken einiger Stuben, kupfernes und zinnernes Gerät daraufzustellen. Vermutlich soviel als Kannenbank.
  • Auf der Kanzel ein Löwe, im Beichtstuhl ein Lamm.
    Oberösterreich
    i] Der Geistliche soll auf der Kanzel ein Löwe, im Beichtstuhl ein Lamm sein.
  • Auf der Kanzel ist der Mönch keusch.
  • Auf der Kanzel lehrt man beten, bei der Tafel lehrt man reden, rauchen lehrt man voneinander, trinken von Gans oder Ganter.
    ndt] Op de Kanzel lehrt man beden, bi de Tafel lehrt man reden, schmöken lehrt man vun enanner, drinken al vun Gos or Ganner.
  • Auf der Kanzlei sein.
    i] Scherzhaft für Abtritt, wie auch Kapelle, Oberlandesgericht, mittelhochdeutsch sprachhûs.
  • Auf der Kapuzinersuppe herumreisen.
    i] Handwerksburschen und Bettler zogen den Kapuzinerklöstern nach, weil sie mittags vor der Pforte Suppe erhielten.
  • Auf der Katzenzunge sind Krankheiten, auf der Hundezunge ist Arznei.
  • Auf der Kippe stehen
    en] to be touch and go - to hang in the balance
    fr] branler dans le manche
    it] essere in sospeso
  • Auf der Kirchweih isst man gern den Gauch in Pfeffer.
  • Auf der Kirchweih mach ich mich breit.
  • Auf der Knute wirst du nicht weit reisen.
    Russland
  • Auf der Kommandobrücke stehen.
  • Auf der Landstraße wächst kein Gras.
    nl] Op een' gebaanden weg groeit geen gras.
  • Auf der Lauer liegen; sich auf die Lauer legen.
  • Auf der Lauer sein/auflauern.
    es] Estar al acecho.
  • Auf der Leitung sitzen/stehen.
  • Auf der letzten Bank sitzen.
    i] Von den Schmarotzern gesagt, die bei den Alten nur unter der Bedingung zu einem Gastmahle zugelassen wurden, dass sie sich auf den letzten Platz setzten, oder von geringen Gästen, welche von den Reichen zwar aufgenommen, aber auf die letzten Plätze gesetzt werden.
    la] Imi subsellii. (Gellius.)
  • Auf der letzten Saite spielen.
    i] Es geht zu Ende mit Vermögen oder Leben.
    fr] Il joue de son reste.
  • Auf der Linden war nichts zu finden, vor der Lause da blieb's ausse, in Berlebach, da kriegt's den Krach, auf der Lösse da blieb's össe.
    i] Spott auf die unergiebigen Bergwerke bei Berleburg.
  • Auf der Malae*1 fühlt man sich wie in einer dunklen Nacht.
  • Auf der Malke grün nemmt män auch a großen Kuhn aus.
    i] Malke = Königin, hier: Dame im Kartenspiel; Kuhn = Stamm, Kartenregel. Man will damit sagen, dass selbst der Kleinste zuweilen einen großen Dienst leisten könne.
  • Auf der Matte stehen/bleiben.
  • Auf der Matte zart - gegen Bullen hart.
  • Auf der Melonenranke wachsen keine Auberginen.
  • Auf der Mönche Tafel liegt der Sterlet, auf des Archimandriten Tisch der Stör.
    Russland
    i] Es bezieht sich auf die Klöster Trojca und Wisanja (Dreieinigkeit und Bethanien), zwei berühmte Wallfahrtsörter)
    la] Fruges consumere natit. Telluris onus.
  • Auf der Mondes blassen Schein stellt sich ein Regen ein.
    Oberschlesien
  • Auf der Mühle wird allerhand Korn gemahlen.
  • Auf der Mutter Schoß werden die Kinder groß.
    zit] Unter zehn großen Männern verdanken neun ihren Müttern diese Größe.
    se] Modrens skiöt är barneens trefnad.
  • Auf der Narrenstraße ist's der erste Schritt, sich für weise halten.
  • Auf der Nase herumtanzen.
  • Auf der Nase liegen.
    es] Estar fastidiado, estar enfermo.
  • Auf der Natur wächst kein schimmel noch rost.
  • Auf der Neige ist nicht gut sparen.
    i] Es ist schwer sparen, wenn etwas zu Ende geht.
    ndt] Up de Nêge is ne guot spoaren.
    en] Better spare at the brim, than at the bottom.
    en] Too late, to spare when the bottom is bare.
    fr] C'est bien tard d'épargner, quand tout est dissipé.
    fr] Il n'est plus tems d'épargner quand on voit le fond.
    la] Sera in fundo parsimonia. Seneca
    pl] Nie w czas oszczędzamy, gdy dna dobieramy.
    un] Késő a' takarékosság, mikor üres a' szekr ény.
  • Auf der Netzhaut des menschlichen Auges bilden sich alle Gegenstände verkehrt ab. Da entsteht nun die Frage: wieso erblicken Sie mich aufrecht, da ich Ihnen doch eigentlich total verdreht erscheinen müsste?
    Alexander Moszkowski (1851-1934), Der Garten Gallettis
  • Auf der Nussschale geigen.
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