DICTUM

Sprichwort, adage, proverb, saw, saying, byword, proverbe, proverbio, refrán, frase proverbial, ditado, provérbio, przysłowie, Redensart, colloqualism, idiom, expression, phrase, tournure, poncif, dicton, expresión, frase hecha, locución, frase fatta, modo di dire, expressão idiomática, powiedzenie, powiedzonko, Zitat, quotation, citation, excerpt, quote, cita, citazione, detto, sentenza, passo, citação, Sentenz, sententia, proverbium, adagio, adagium, locutio, dictum, Spruch, carmen, elogium, pronuntatio, Redensart, phrase, collocation, locution

  • Auf der Oberfläche kann man die Menschen leicht kennenlernen, aber im Innern, in der Tiefe, da gehören gefährliche Lagen dazu.
    Wilhelm Heinse (1746-1803), Aphorismen
  • Auf der Parille, da man mit dem Gesäß durchguckt.
  • Auf der Prager Brücke begegnet man entweder einem Mönche, einer Hure oder einem weißen Pferde.
    en] London bridge was made for wise men to go over, and fools to go under.
  • Auf der recht- und linken Seite,
    Auf dem Berg und in der Mitten
    Sitzen, stehen sie zum Streite,
    All einander ungelitten.
    Wenn du dich ans Ganze wendest
    Und votierest, wie du sinnest,
    Merke, welchen du entfremdest,
    Fühle, wen du dir gewinnest.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), National-Versammlung
  • Auf der rechten Schulter unsern Herrgott und auf der linken den Teufel tragen.
  • Auf der redlichen Hand geht ma leichter durch Land als auf gschwinde Füaß.
  • Auf der Reichenstraße zu Füßen, wo sich die Bettelleute aus den Fenstern grüßen.
  • Auf der Reis' ein guter Gefährt ist so gut wie ein Pferd.
  • Auf der Reise lernt man seine Gefährten kennen.
    nl] Als men met iemand veertien dagen op reis is, kan men hem leeren kennen.
  • Auf der Reise rafft man auf, was man kann, jeder Tag bringt etwas, und man eilt auch, darüber zu denken und zu urteilen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Charlotte v. Stein, 7.11.1786
  • Auf der Rezitation ruht alle Deklamation und Mimik. Da nun beim Vorlesen jene ganz allein zu beachten und zu üben ist, so bleibt offenbar, dass Vorlesungen die Schule des Wahren und Natürlichen bleiben müssen, wenn Männer, die ein solches Geschäft übernehmen, von dem Wert, von der Würde ihres Berufs durchdrungen sind.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 737
  • Auf der richtigen Fährte sein.
  • Auf der richtigen Spur sein.
  • Auf der Rückseite
    la] in dorso
  • Auf der Schattenseite (des Lebens) stehen.
  • Auf der Schaukel und Waage sitzen.
    i] Unsicher, keinen festen Fuß noch Raum haben.
    nl] Hij zit op een' schopstoel.
  • Auf der Schlachtbank sind alle Kühe Ochsen und in der Lohgruben sind alle Ochsen Kühe.
    i] Der Fleischer verkauft das Kuhfleisch für Ochsenfleisch und der Gerber bezahlt die Ochsenhäute für Kuhhäute oder behandelt sie in der Grube wie diese.
  • Auf der Schnauze/Fresse liegen.
  • Auf der Schneckenpost kommen (reisen).
    i] Um eine sehr langsame, träge Bewegung zu bezeichnen.
  • Auf der schwächsten Schulter ruht oft die schwerste Last.
    nl] Die de zwakste schouders heeft, moet het zwaarste pak dragen.
  • Auf der Schwelle stehen.
  • Auf der Schwelle
    i] gleich zu Beginn
    la] in limine
  • Auf der See lernt man beten.
  • Auf der See soll man sich vor dem Priester doppelt neigen.
    i] Man soll den Priestern alle Ehre erweisen, weil sie nach altem Volksglauben das Wetter, wenn auch nur das schlechte, machen, womit Seegefahren verbunden sind.
  • Auf der Seite liegend ist die Mann flinker.
    ee] Küllile mees võrksamp.
  • Auf der Seite, zur Seite
    la] a latere.
  • Auf der sicheren Seite sein.
  • Auf der Siegerstraße/Siegesstraße sein.
  • Auf der Sonnenseite des Lebens stehen.
  • Auf der Spitze des Schwertes gedeiht des Landes Wohlfahrt nicht.
    dk] Det er farligt at sætte et lands velværd paa sverdits spidse.
  • Auf der Stelle treten.
  • Auf der Stelle.
    en] Right away.
    es] En el acto, de inmediato.
  • Auf der Stirn den Heraklit und im Herzen den Demokrit.
  • Auf der Stirn ist die Haut am dicksten, antwortete Klaus einem alten Manne, der eine junge schöne Frau hatte und ihn darum fragte, sonst kämen die Hörner zu leicht durch.
    zit] Ein Alter, so eine schöne Frau hatt, fragte einen, wo die Haut am dicksten were, der antwortet, an der Stirn, sonsten wären auch die Hörner längst durchgewachsen.
  • Auf der Stirn und im Auge kann man die Briefe des Herzens lesen.
    it] In fronte si legge quel che nel cor si porta.
  • Auf der Stör arbeiten.
    i] In einem fremden Hause arbeiten, wo dann der Hausvater die Beköstigung übernimmt, oft auch die nötigen Materialen zur Arbeit anschafft. Stören = herumziehen, wandern. Ein Störer ist ein Mensch, der ein Handwerk, eine Handtierung unbefugt betreibt; auch wohl ein Mann, der mit Frauenzimmern in wilder Ehe lebt.
  • Auf der Straße (o. auf dem Pflaster) sitzen
    i] stellenlos sein
    en] to be (out) an the streets (o. on the dole)
    fr] être sur le sable
    it] essere in mezzo alla strada
  • Auf der Straße des geringsten Widerstandes versagen die stärksten Bremsen.
  • Auf der Straße ein Bettler, hinter dem Hag ein Dieb.
  • Auf der Straße ein Engel, daheim ein Teufel.
    la] Intus Hecuba, foris Helena.
    la] Intus Herodes, foris Johannes.
  • Auf der Straße gehört und in der nächsten Gasse schon ausgeplaudert - ein Verschleudern der Gesittung ist das.
    Konfuzius (551-479 v. Chr.), Gespräche
  • Auf der Straße haste nicht, um andere zu überholen.
  • Auf der Straße hoch her und daheim der Brotschrank (Keller) leer.
    dk] Paa gaden bæres guldet rød, men hiemme ledes efter brød.
    dk] Stolt i stræde og lidet i pynge, det er folskt.
  • Auf der Straße hören und auf dem Wege reden ist die Preisgabe des Geistes.
    Konfuzius (551-479 v. Chr.), Gespräche Lunyu
  • Auf der Straße liegen.
  • Auf der Straße mähen wollen.
    fr] A voye publique aguyser faulx.
    la] Ad publicum viam acuere falcem.
  • Auf der Straße nach dem Maul, treibt Hansmichel schnell den Gaul.
  • Auf der Straße sittig, in der Kirche andächtig, im Hause heiter und nett, nur freundlich im Bett.
    nl] Zedig ter strate aandachtig in de kerk, blijde in huis vriendelijk te bed.
  • Auf der Straße sitzen/ohne Beschäftigung sein.
    fr] être sur le pavé.
    es] Quedarse en la calle, quedarse sin casa ni dinero.
  • Auf der Straße soll man nicht auf seine Feinde schelten.
    es] Quando fueres por camino, no digas mal de ta enemigo.
  • Auf der Straße wächst nichts.
    Oberösterreich
    i] Spricht die Absicht aus, dass die Anlegung neuer oder die Erweiterung bisheriges Straßen kein Gewinn sei, weil der Boden dem Anbau entzogen werde; eine, Ansicht, die einer Widerlegung nicht bedarf, da gute Verkehrstraßen den Wohlstand nicht hemmen, sondern fördern.
  • Auf der Straße wie ein Gaul und zu Hause stinkend faul.
    Köthen
  • Auf der Straße wo niemand ist, kann man niemand finden.
    i] In dem Sinne: Wo nichts ist u.s.w.
    dk] Der gribes ingen paa de veye man ikke kommer.
  • Auf der Straße zu gehen, wird niemand gehindert.
    Altrömisch
    i] Allgemeine Dinge stehen auch zu allgemeinem Gebrauch.
  • Auf der Strecke bleiben.
  • Auf der Streu ein Leu, auf der Straß' ein Has'.
  • Auf der Stute reitest du, und die Stute suchst du.
    Litauen
  • Auf der Suche nach der verlorenen Zeit.
    geflügeltes Wort
  • Auf der Tasche liegen..
  • Auf der Tracht des Richters und Geistlichen beruht ein guter Teil ihrer Wirksamkeit. Der Geistliche im Oberrock vor dem Altar; der Richter in dem selben Kostüm, in dem er soeben die Weinschenke oder die Bierbank verlassen, würde des Eindrucks verfehlen, er würde die Erinnerungen und Vorstellungen, die daran haften, nicht zu überwinden vermögen. Indem die Tracht ihn derselben entkleidet, leistet sie seiner Wirksamkeit Vorschub, fördert sie den Zweck des Amtes selber.
    Rudolf von Ihering (1818-1892), Der Zweck im Recht,?, 9
  • Auf der Trift wächst kein Gras.
    ee] Karjatee peal ei kasva rohtu.
  • Auf der Tür zum Erfolg ist angeschrieben: Stoß und zieh!
    Jiddisch
  • Auf der Überholspur sein.
  • Auf der Waage des Goldschmieds prüfen..
  • Auf der Walstatt zeigt sich der Tapfere.
  • Auf der Walz/Walze sein; auf die Walz/Walze gehen.
  • Auf der Wanderschaft.
    en] On the tramp.
  • Auf der Weinbrüder Commendation gehen ist nicht gut.
  • Auf der weiten Welt sich freuen, das sind Sprünge zum Bereuen.
  • Auf der Welt fehlt es nicht an guten Menschen.
  • Auf der Welt gibt es nichts, was weicher und dünner ist als Wasser. Doch um Hartes und Starres zu bezwingen, kommt nichts diesem gleich. Dass das Schwache das Starke besiegt, das Harte dem Weichen unterliegt, jeder weiß es, doch keiner handelt darnach.
    Lao-Tse (6. Jh. v. Chr)
  • Auf der Welt gibt es nur drei schmutzige Gewerbe: Hure, Schauspieler und Musikant.
  • Auf der Welt groß auftrumpfen, heißt vor dem Himmel oft klein beigeben.
  • Auf der Welt habe ich nur einen Weg, den, auf dem du mir entgegenkommst.
    Max Dauthendey (1867-1918), Auf der Welt habe ich nur einen Weg
  • Auf der Welt ist alles eitel.
  • Auf der Welt ist genug Platz für Geschrei.
  • Auf der Welt ist nichts elender als eine reiche Frau zu haben.
    Russland
  • Auf der Welt ist niemand unedler als der, der ein Anliegen nicht gewährt, um das er angesprochen worden und das zu gewähren er imstande ist.
    Buch des Kabus (1058), 8, Nuschirewans letzte Lehren
  • Auf der Welt sei der Vater dem Sohn, die Mutter der Tochter ein Vorbild.
  • Auf der Werfte kann (soll) man das Schiff nicht loben.
    it] Non giudicar la nave, stando in terra.
  • Auf der Wiese der Hoffnung weiden viele Narren.
  • Auf der Wurst herumfahren (reisen, reiten).
    i] Nacheinander auf mehreren Höfen einen Besuch abstatten, auch in der Gesellschaft mehrerer Personen umherschmausen.
    zit] Die Venus merkte das bei zeiten; sie schalt: Du kleiner Bösewicht, dass du willst auf der Wurst rumreiten, gefällt mir keinesweges nicht.
  • Auf der Wurzel ruht der Baum.
  • Auf der Zielgeraden sein.
  • Auf der Zunge Honig, aber im Herzen Eis.
  • Auf der Zunge Honig, unter der Zunge Essig.
  • Auf der Zunge zergehen lassen.
  • Auf derselben Waage.
    i] mit dem gleichen Maßstab gemessen werden
    la] eadem trutina pensari
  • Auf derselben Weide sucht der Ochse Gras, der Storch Frösche und der Jagdhund Hasen.
    nl] In dezelfde weide zoekt de os gras, de windhond een' haas en de ooijevaar een' kikvorsch.
  • Auf des anderen Buckel ist es gut zu reiten.
    ee] Teise turjal on hea ratsutada.
  • Auf des andern Seel' und Beutel kann keiner votieren.
    i] Mit Bezug auf solche Fälle, in denen persönliche Haftung gilt und kein Bürge zulässig ist.
    la] Nemo voto suo alterius animae aut marsupio praejudicare potest.
  • Auf des Bäckers Tisch kommt selten Weißbrot.
    Russland
  • Auf des Diebes Kopf brennt sogar die Mütze.
    ee] Varga peas põleb mütski.
  • Auf des Fischers Tisch kommen die schlechtesten Karpfen.
    Russland
  • Auf des Fleischers Tisch kommt selten ein saftiger Braten.
  • Auf des Geizigen gefülltem Kasten sitzt der Teufel, um zu rasten.
    it] Nell' arca dell' avaro il diavolo sta coricato.
  • Auf des Glückes großer Waage
    Steht die Zunge selten ein.
    Du musst steigen oder sinken,
    Du musst herrschen und gewinnen,
    Oder dienen und verlieren,
    Leiden oder triumphieren,
    Amboß oder Hammer sein.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Gesellige Lieder: Kophtisches Lied (ein anderes)
  • Auf des heiligen Peters (27. 4.) Fest
    sucht sich das Storchenpaar sein Nest.
  • Auf des Hundes Biss Hundshaar nit vergiss, und auf viel Wein lass Wein das beste Pflaster sein.
  • Auf des Kahlen Haupt fallen die größten Schlossen.
  • Auf des Kahlen Haupt hagelt es am ärgsten.
  • Auf des Kahlen Haupt regnet es die größten Schloßen.
    Russland
  • Auf des Meisters Worte schwören.
    fr] Jurer sur la parole du maître.
    nl] Op's meesters woord zweren.
    la] In verba magistri jurare. Horaz (65-8 v. Chr.)
  • Auf des Nachbars Felde steht der Flachs immer am schönsten.
    zit] Ein jeden dunckt, seines nachbarn flachss viel besser denn der sein aufwachss.
    mhd] Frömder acker stuont ie baz dan eigensât; daz machet haz.
    bm] Hojnĕj?í v?dy obilí na sousední roli.
    pl] Lepsze zbo?e na cudzém.
  • Auf des Narren Rücken gehört eine Rute.
    Sprüche Sal. 10, 13
  • Auf des Reichen Brot ist Feuer, auf des Reichen Habe eine Schlange.
    ee] Rikka leval tuli otsas, rikka varal uss otsas.
  • Auf des Reichen Herde gefriert kein Wasser.
  • Auf des Richters Tisch ein Stück Papier, zu seinen Füßen ein Paar Lippen.
  • Auf des Schusters Rappen reiten.
    ndt] Met Schausters Rappen föhren.
    Zu Fuß gehen.
    fr] Aller sur la haquenée des cordeliers.
    la] Per pedes apostolorum.
  • Auf des Teufels Eis ist nicht gut gehen.
  • Auf des Teufels Rücken gewonnen, unter seinem Bauch zerronnen.
  • Auf des Toten Mund hin darf man nicht verurteilen: Sünder sind wir alle.
    ee] Surnu suu pääle ei kästa kohut mõista: patutse oleme keik.
  • Auf des Zaren Tafel kommt nicht aller Wein.
    Russland
  • Auf dessen Wagen man fährt, des Melodie man singt.
  • Auf deutschem Boden darf nie wieder ein Joint ausgehen.
    geflügeltes Wort
  • Auf di hab i lang scho gwart, hat der Adam zu der Eva im Paradies gsagt.
  • Auf dich habe ich gerade gewartet!
  • Auf dicke Wolken folgt großes (schweres) Wetter.
    mhd] Wenn es sich wolket, so will es regnen.
    la] Inclusa odia pariunt grandes tempestates.
  • Auf dicken Hintern ist gut sitzen.
  • Auf die (gute) Bahn kommen.
    nl] Op de baan komen.
  • Auf die abgebrannte Zündpfanne gehört frisch Kraut.
  • Auf die alte Hacke!
    i] Schlesischer Trinkspruch, soviel wie auf altschlesische Treue und Redlichkeit. Ein kleines silbernes Äxtlein, schlesisch auch Hacke genannt, wird ans Glas, woraus einer Gesundheit trinkt, oben an den Rand des Glases, dass es nur daran bummelt, gehängt. Das Glas wird dann rein ausgetrunken, bis auf die Nagelprobe, das Äxtlein darf dabei aber nicht herunterfallen.
  • Auf die alten Häuser liegen schware Stein', auf die neuen leichte Hypotheken.
    i] Schwere Steine zum Festhalten der Schindeldächer, leichte Hypotheken, d.h. leichtfertig aufgenommene.
  • Auf die alten Sprünge kommen.
    i] Die frühere Handlungsweise annehmen. Jener lehrte Affen tanzen, als aber jemand Nüße unter sie warf, vergassen sie ihre Kunst. Ein Pferd, das auf der Reitschule zugeritten worden, nimmt oft die frühern Sprünge wieder an.
  • Auf die anderen du säst, von dir selbst du erntest.
    ee] Teiste pääle külvad, oma päält lõikad.
  • Auf die Arbeit schimpft man nur solange, bis man keine mehr hat.
  • Auf die bahn bringen.
    i] Etwas Neues erdenken, erfinden.
  • Auf die Barrikaden gehen.
  • Auf die Bäume, sie kommen!
    ndt] Ouf Baim - se kommet!
  • Auf die Beine kommen.
    i] Gesund werden oder wieder in bessere Vermögensumstände kommen. Oft heißt es in letzterer Beziehung auch, er ist so weit gekommen, dass er sich schämt, seine Beine zu gebrauchen und vielmehr danach strebt, sich anderer Beine zu bedienen.
  • Auf die Bildung des Charakters haben Zucht und Übung einen bedeutenden Einfluss.
    Samuel Smiles (1812-1904), Charakter
  • Auf die bleierne Frage folgt eine eiserne Antwort.
  • Auf die Blüte folgt die unreife Frucht, die Blüte ist in sich eine Vollkommenheit. Eben so ist es mit dem Menschen. Der Jüngling wird für vollkommener gehalten, als der Mann von 30, 40 Jahren, und dann kömmt erst wieder ein vollendeter Zustand, die Reife.
    Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), Aphorismen (Sudelbücher), 1789 - 1793
  • Auf die Bolwanen kriegen.
    Livland.
    i] Bolwan (russisch) ist ein nachgemachter oder ausgestopfter Lockvogel, besonders ein Birkhahn. Auf die Bolwanen kriegen, heißt fangen, belisten, ins Netz ziehen, Gelegenheit finden, sich zu rächen oder einen Verweis zu geben.
  • Auf die brach schlagen.
  • Auf die Bremse treten.
  • Auf die Brôusn seì.
  • Auf die Bürde folgt die Würde.
  • Auf die Butterseite fallen (Murphys Gesetz).
  • Auf die Dauer hilft nur Power.
  • Auf die Dauer.
    en] In the long run.
    es] A la larga, con el tiempo.
  • Auf die durchwachten Nächte der Ehrbegierde folgen schlaflose Nächte der Reue, dass man sich die Mühe geben konnte, solchen Phantomen nachzulaufen.
    Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803)
  • Auf die dürre Hand heiraten.
    i] Wird durch folgendes Sinngedicht Lessing's erklärt: Ein Bettler ging auf Freiersfüßen und sprach zu einer Magd, die er nach Wunsche fand: 'Nimm mich!' Sie fragt: 'Worauf?' - 'Auf diese dürre Hand, die soll uns wohl ernähren müssen.'
  • Auf die eigene Kappe nehmen.
  • Auf die Erhaltung der Unwissenheit scheint sogar von jeher eine größere Anzahl Menschen absichtlich bedacht gewesen zu sein als auf die Erweiterung der Grenzen menschlicher Erfahrung; ...
    Georg Forster (1754-1794), Über den gelehrten Zunftzwang
  • Auf die Essbremse treten.
  • Auf die Eule blasen.
    i] Soviel als traurig werden, den Ton sinken lassen.
    pl] Zadac na sowe.
  • Auf die Fahne schreiben.
  • Auf die Fährte kommen.
  • Auf die falsche Karte setzen.
    en] To bet on the wrong horse.
  • Auf die Feige Wasser, auf die Birne Wein.
    Italien
    i] Gesundheitsrücksichten gebieten, nach dem Genusse von Feigen Wasser zu trinken, da der Wein sie unverdaulich machen soll.
  • Auf die Feinde muss man wohl Acht haben, denn niemand bemerkt unsere Fehler eher als sie.
    Antisthenes, überliefert von Diogenes Laertios (3. Jh. n. Chr.)
  • Auf die Finger klopfen.
  • Auf die Finger schauen.
  • Auf die Fleischbank geben.
    i] Von den Judasschülern, Verrätern, falschen Jüngern.
    zit] Mein Zung' bringt manchen um sein Leben, den ich hab' auff den fleischbanck geben.
  • Auf die Frage, ob er denn wisse, was 'unschicklich' sei, hat einmal ein kleiner Junge geantwortet 'Unschicklich ist, wenn jemand dabei ist.' Und der Gesetzgeber möchte immer dabeisein!
    Karl Kraus (1874-1936), Aphorismen. Kategorien
  • Auf die Frage: Tee oder Cognac? entscheide man sich für beides.
    Julius Stettenheim (1831-1916), Der Moderne Knigge
  • Auf die Frage: was ist Freiheit? antwortet ein Meister: ein gutes Gewissen.
  • Auf die Frage: Wie geht's? antworte man nicht: Wie man's treibt. Man suche nicht mit diesem alten Scherz zu beweisen, dass einem nichts einfällt. Das wissen die Anwesenden ohnedies.
    Julius Stettenheim (1831-1916), Der Moderne Knigge
  • Auf die Freuden folgen tausend Schmerzen.
    la] Post gaudia mille dolores.
  • Auf die Füße kommen.
  • Auf die Gans ist leicht zu kommen.
  • Auf die Gestalt kommt es nicht an, sonst beschämte der Pfau einen Mann.
  • Auf die Gesundheit der Kaczkowska, die den Juden Wasser trägt.
    i] Kaczkowska, eine begüterte Edelfrau in Polen, brachte alles durch Trunksucht durch und kam so herunter, dass sie in einer kleinen Stadt für ein Glas Schnaps den Juden allerhand niedere Dienste leistete.
    pl] Za zdrowie Kaczkowski, co zydom wode nosi.
  • Auf die Gesundheit von jemandem trinken.
    es] Beber a la salud de alguien.
  • Auf die gleiche Stufe stellen.
  • Auf die Glocke hauen.
  • Auf die Glut kommt die Wut.
  • Auf die gnade Gottes sündigen.
  • Auf die Gnade großer Herrn folgt Gift und - Tod gar gern.
  • Auf die Goldwaage legen
    la] aurificis statera examinare
  • Auf die große Mistfuhre (werde ich kommen, wird es geschehen u.s.w.).
    zit] Ich hörte einst einen Geistlichen einen Knaben fragen, wann er geboren sei, worauf die Antwort erfolgte: In der großen Mistfuhre; ein anderer sagte: Im Heidelbeerschlage, d.i. zur Zeit, wenn die Blaubeeren reif sind.
  • Auf die großen Freuden folgen die großen Leiden.
    Sully Prudhomme (1839-1907), Intimes Tagebuch
  • Auf die Gunk'l (Kunkel) gean.
    Oberösterreich
    i] Mit dem Spinnrad in anderer Häuser; in Schlesien: zum Rocken, zum Lichten gehen.
  • Auf die Haberhälm kommen.
    i] In sehr bedrängte Lage.
  • Auf die Haberwaid schlagen.
    i] Die Weide auf den Haferfeldern erfolgt spät und ist sehr unergiebig. Also in Not, Verlegenheit.
  • Auf die harte Tour.
  • Auf die Haut des unerlegten Bären muss man nicht trinken und zehren.
  • Auf die Hecke klopfen.
    i] Soviel wie: auf den Strauch schlagen.
  • Auf die Hinterbeine (o. Hinterfüße) treten.
    i] Eine rückgängige Bewegung machen)
    la] In pedes retrocedit.
  • Auf die höchste Liebe traue,
    Die sich nimmer wandeln kann!
    Ernst Moritz Arndt (1769-1860), an des kleinen Fr. Brandas Mutter
  • Auf die Hochzeit folgt ein Halbjahr Hunger.
    Tamilen
    i] Die Hochzeit wird nämlich bei den Tamulen überaus prächtig hergerichtet.
  • Auf die hohe Kante legen.
  • Auf die Hunde, die heftig bellen, und Feinde, die viel Prahlens machen, hält man nicht viel.
    la] Canes plerumque, qui vehementius latrant, et hostes, qui multum hostilitatis denunciant, habentur viliores.
  • Auf die Jagd gehen.
    Euphemismus: auf Partnersuche gehen
  • Auf die Jugend ist kein Verlass, sie will heut' dies und morgen das.
    zit] Sie ist ein Geschirr, so bald rinnt, ein Holz, so bald brennt, ein Kerzchen, so bald abfliesst, eine Farbe, so bald abschiesst, ein Fleisch, so bald stinkt, ein Schiffel, so bald versinkt. Die Jugend lauft nicht, sondern springt, sie stolpert nicht, sondern fällt, sie raucht nicht, sondern brennt, sie wälzt sich nicht, sondern stürzt sich in alle Laster wie der verlorne Sohn; sie brennt in Unzucht wie der Ammon; sie fällt in allen Übermut wie der Absalon, sie springt in das Verderben wie die Kinder Eli. Abraham a Sancta Clara (1644-1709), 1699
    bm] Zelený hrozen není sladký, a mladý človĕk není stálý.
  • Auf die Jungfernschaft (o. Jungfrauschaft) kann man keine Semmel borgen.
  • Auf die Kacke hauen.
  • Auf die Kante setzen.
    ndt] Up de Kant sett'n. Altmark
    Etwas erübrigen, zurücklegen. In de Kant setten = im Winkel verwahren, Geld aufheben.
  • Auf die Kanzel laufen zu predigen, gleich wie eine Sau zum Troge.
  • Auf die Kehle kommt's an, sonst verschlänge der Walfisch Elefanten.
  • Auf die Klappe/Goschen fallen.
  • Auf die Knochen gehen.
  • Auf die Krähe zielen und die Kuh treffen.
    i] Die Krähen setzen sich zuweilen auf den Rücken der Kühe. Also den Freund statt des Feindes verwunden.
    bm] Mířil na orla, a trefil vola.
    bm] Mířil na vránuj, a trefil krávu.
  • Auf die Kreuzwoche folgt Ostern.
  • Auf die Krippe JEsu.
    Diß Holtz ist köstlicher als Salomonis Thron;
    Weil drein geleget wird der wahre GOttes Sohn.
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Drittes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 1
  • Auf die Krippe JEsu.
    Hier liegt das wehrte Kind/der Jungfrau erste Blum /
    Der Engel Freud und Lust/der Menschen Preiß und Ruhm.
    Sol Er dein Heyland seyn/und dich zu GOtt erheben /
    So mustu nicht sehr weit von seiner Krippe leben.
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Drittes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 30
  • Auf die krumme Tour.
  • Auf die Kunst, sich in der Welt zu betragen und nach Erfordern dreinzuschlagen, kommt es bei den Nationen an.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), F.v.Müller, 23.8.1827
  • Auf die Lahmen müssen wir warten.
    Frankreich
  • 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 277 278 279 280 281

    B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
  • operone