DICTUM

Sprichwort, adage, proverb, saw, saying, byword, proverbe, proverbio, refrán, frase proverbial, ditado, provérbio, przysłowie, Redensart, colloqualism, idiom, expression, phrase, tournure, poncif, dicton, expresión, frase hecha, locución, frase fatta, modo di dire, expressão idiomática, powiedzenie, powiedzonko, Zitat, quotation, citation, excerpt, quote, cita, citazione, detto, sentenza, passo, citação, Sentenz, sententia, proverbium, adagio, adagium, locutio, dictum, Spruch, carmen, elogium, pronuntatio, Redensart, phrase, collocation, locution

  • Aber jeder muss seine Fehler selbst büßen!
    Petronius, Satyricon
  • Aber jedes Temperament verlangt seine eigene Behandlung: Wenn ein heißblütiger Mensch durch Langsamkeit systematisch gereizt wird, so ein stiller durch plötzliche Heftigkeit.
    Nikolai Gawrilowitsch Tschernyschewski (1828-1889), Was tun?
  • Aber jenen höhern Kunstsinn der Wollust, durch den die männliche Kraft erst zur Schönheit gebildet wird, lehrt nur die Liebe allein den Jüngling. Es ist Elektrizität des Gefühls, dabei aber im Innern ein stilles leises Rauschen, im Äußern eine gewisse klare Durchsichtigkeit ...
    Friedrich Schlegel (1772-1829), Lucinde
  • Aber jener ist auch mir wert, der ruhige Bürger,
    Der sein väterlich Erbe mit stillen Schritten umgehet
    Und die Erde besorgt, so wie es die Stunden gebieten.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Hermann und Dorothea 5. Gesang Vs 19 3
  • Aber kalt und zurückhaltend empfing sie mich, und als ich ihr einige innige Worte zuflüsterte, wandte sie mir laut lachend den Rücken zu.
    Wilhelm Hauff, Phantasien im Bremer Ratskeller
  • Aber kein Genuss ist vorübergehend: denn der Eindruck, den er zurückläßt, ist bleibend ...
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Lehrjahre V,10
  • Aber kein Kranker kann durch eines unempfindlichen Arztes grausames: es hat nicht viel zu sagen, mehr geängstigt werden, als ein Seelenkranker durch einen gefühllosen Freund.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an E. W. Behrisch, 2.11.1767
  • Aber kein Übel gibt es, das langes Leben nicht mit sich brächte.
    Francesco Petrarca (1304-1374), an Stefano Colonna den Alten in Rom
  • Aber komisch ist nur das Entgegengesetzte von Nichtkomisch, das ist alles.
    Gilbert Keith Chesterton (1874-1936), Heretiker
  • Aber Lehr und Rede,
    Selbst ein Beispiel, wenig will es frommen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Pandora
    Prometheus Vs 1070
  • Aber Leib und Gebein ist nicht zum besten verwahret,
    Wenn die geistliche Hand der weltlichen Zügel sich anmaßt.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Hermann und Dorothea 6. Gesang Vs 300f.
  • Aber leider ist selbst das kaum Vergangene für den Menschen selten belehrend ...
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Schriften zur Kunst - Winckelmam und sein Jahrhundert - Vorrede
  • Aber leiten
    Zu dem ewig Guten, ewig Schönen,
    Ist der Götter Werk, die lasst gewähren.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Pandora
    Eos Vs 1085
  • Aber liebe keinen Mann in wahrem Ernst, auch zum Spaß nicht weiter, als daß du mit einem unschuldigen Erröten in Ehren wieder davon kommen kannst.
    Shakespeare, Wie es Euch gefällt
  • Aber man fährt wie eine abgeschossene Kanonenkugel über die Erde dahin, und wenn man heimkommt, soll man rings ihre Höhen und Tiefen erkundet haben.
    Adelbert von Chamisso (1781-1838), Reise um die Welt
  • Aber man gelangt gar bald auf dem Wege der Berühmtheit zur Geringachtung derselben.
    Goethe, A. G. v. Stroganoff, 1825-1830
  • Aber man kann studieren, und sich tief in den Irrtum hinein studieren.
    Gotthold Ephraim Lessing, Hamburgische Dramaturgie
  • Aber man kann unmöglich die Wut des hungrigen Magens bändigen, welcher den Menschen so vielen Kummer verursacht!
    Homer, Odyssee
  • Aber man kann zweifeln, ob es wohlgetan ist, alle Handlungen der Menschen durch eine Kette von Gesetzen fest zu umgrenzen, so dass sie eine Übertretung nicht mehr wagen.
    Johann Amos Comenius (1592-1670), Das einzig Notwendige
  • Aber man muss wissen, wo man steht und wohin die anderen wollen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 989
  • Aber man soll Böses mit Gutem vergelten.
    en] But we must do good against evil.
    William Shakespeare (1564-1616), Ende gut, alles gut II, 5
  • Aber man soll den Gegenteil hören, bevor man ihn richtet.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Reineke Fuchs 9. Gesang Vs 79
  • Aber mein Körper war wie eine Harfe, und ihre Worte und Gebärden waren wie Finger, die über die Saiten strichen.
    James Joyce (1882-1941), Arabia
  • Aber mir liegt kein Mädchen nackt genug da.
    Martial (40-102), Epigramme
  • Aber mit der Zeit wirst du alt, dann siehst du den Tod. Dann begreifst du, daß nichts - nichts - nichts - nicht Macht noch Ruhm, Reichtum, Genuß oder Schmerzlosigkeit soviel wert sind wie die einfache Fähigkeit zu atmen, wie das einfache Am-Leben-sein - bei aller Qual des Sich-erinnern-müssens und allem Leid durch den unwiederherstellbaren, vernutzten Körper; nur zu wissen, daß man am Leben ist..
    Faulkner, Eine Legende
  • Aber Motivation hat mit Wollen keine Berührung; sie lässt sich nicht nach dem Gegensatz von Zwang und Freiheit einteilen, sie ist tiefster Zwang und höchste Freiheit.
    Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften
  • Aber nach Willkür lebend seiner Lust gemäß ist der, welcher dem Sinnengenuss huldigt; und ein heiliges Leben führt der immerdar, welcher an der Überwindung seiner Sinne seine Freude hat.
    Mahabharata (400 v. Chr.), Buch 14
  • Aber nicht allein die allgemeinen Tendenzen entscheiden in dem Fortgang der Geschichte: es bedarf immer großer Persönlichkeiten, um sie zur Geltung zu bringen.
    Leopold von Ranke (1795-1886), Weltgeschichte
  • Aber nicht die Klügsten allein haben die besten Einfälle. Gute Einfälle sind Geschenke des Glückes.
    Gotthold Ephraim Lessing, Philotas
  • Aber nicht genug, dass uns die Bühne mit Schicksalen der Menschheit bekannt macht, sie lehrt uns auch gerechter gegen den Unglücklichen sein und nachsichtsvoller über ihn zu richten.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Die Schaubühne als eine moralische Anstalt betrachtet
  • Aber nicht nur der Krieg soll Betten der Ehre aufschlagen, auch der Friede, und dieser umso mehr, da er länger dauert und also mehr Bettfähige finden und machen kann.
    Jean Paul (1763-1825), Politische Fastenpredigten
  • Aber nicht zufrieden, den Arm des Volkes zu entwaffnen, sucht man noch die heiligsten Quellen seiner Kraft durch das Laster zu vergiften. Dies ist der feinste, gefährlichste und abscheulichste Angriff auf die Freiheit.
    Georg Büchner (1813-1837), Dantons Tod
  • Aber nichts ist verloren und verschwunden,
    Was die geheimnisvoll waltenden Stunden
    In den dunkel schaffenden Schoß aufnahmen.
    Die Zeit ist eine blühende Flur,
    Ein großes Lebendiges ist die Natur,
    Und alles ist Frucht, und alles ist Samen.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Die Braut von Messina, 1999/2004 (Chor)
  • Aber niemals ist das Vaterland liebenswerter als in den Tagen der Not.
    Carl von Ossietzky (1889-1938), Das boykottierte Vaterland
  • Aber noch einen schönere Nutzen, der zugleich mit der größten Zufriedenheit verknüpft ist, danken wir dem lebendigen Umgang mit unterrichteten Menschen und der Freimütigkeit dieses Umgangs. Oft ist ein Wink, ein Wort, eine Warnung, ein Beifall, ein Widerspruch zur rechten Zeit fähig, Epoche in uns zu machen ...
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Schriften zur Literatur - Rede bei Eröffnung der Freitagsgesellschaft
  • Aber noch erhabner ist es, den Menschen zu sehen im Kampf mit seinem Schicksale, wenn er es wagt einzugreifen in den Gang der Weltgeschichte, wenn er an die Erreichung seines Zwecks sein Höchstes, sein Alles. setzt.
    Georg Büchner (1813-1837), Kato von Utika
  • Aber noch gilt es ein grässliches Wagen,
    Leben und Blut in die Schanze zu schlagen!
    Theodor Körner (1791-1813), Bundeslied vor der Schlacht, 12. 5. 1813
  • Aber noch nicht zufrieden damit, dass sie ihre Kinder nicht mehr stillen, gehen die Frauen in ihren Wünschen sogar so weit, gar keine Kinder mehr zu bekommen: die Folgen davon sind nur zu natürlich. Sind der Mutter ihre Pflichten erst lästig, dann findet man auch bald Mittel, sie gänzlich abzuschütteln ... Diese Unsitte, an welche sich noch andere Ursachen der Entvölkerung reihen, deutet uns das Schicksal an, das Europa bevorsteht. Die Wissenschaften, die Künste, die Philosophie und die Sitten, welche es hervorruft und erzeugt, werden es früher oder später in eine Wüste verwandeln.
    Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), Emile
  • Aber nun das Landleben!
    Der Mann arbeitet; für wen?, für sein Weib.
    Er ruht aus; wo?, bei seinem Weibe.
    Er geht in die Einsamkeit; wohin?, zu seinem Weibe.
    Er geht in Gesellschaften; wohin?, zu seinem Weibe.
    Er trauert; wo?, bei seinem Weibe.
    Er vergnügt sich; wo?, bei seinem Weibe.
    Das Weib ist ihm alles - und wenn ein Mädchen ein solches Los ziehen kann, wird es säumen?
    Heinrich von Kleist (1777-1811), an Wilhelmine von Zenge, 27. Oktober 1801
  • Aber nur dem Kampf entsprießt dein Glück im höheren Leben.
    E. T. A. Hoffmann (1776-1822), Der goldne Topf
  • Aber nur der ist ein guter Regent, dem Verfassung, Gesetz und Menschlichkeit heilig sind.
    Karl Julius Weber (1767-1832), Demokrit, Der Staat und seine Formen
  • Aber Nutzen auch nicht, sagte der Bauer, als einer seine Stiefeln borgen wollte und versicherte, es werde kein Schaden daran geschehen.
    i] Wird häufig als Erwiderung gebraucht, wenn jemand etwas borgen will und bemerkt, er werde keinen Schaden daran tun.
  • Aber oft ist grad das Schwarze auf dem Weißen die größte Lüge.
    Karl May, Der Weg zum Glück
  • Aber ohne Arbeit gibt es kein Glück. Die Leidenschaften selber zwingen zu Arbeiten und zu recht harten Arbeiten, die alle Tatkraft der Seele erfordern.
    Stendhal (1783-1842), Über die Liebe
  • Aber ohne Geld, du gibst es selber zu, freier Mensch, ein Schaf ist mehr als du.
    August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Polizei, Geld und Wetter
  • Aber ohne Pass, da bist du kaum ein Tier, freier Mensch, es tauscht kein Hund mit dir.
    August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Polizei, Geld und Wetter
  • Aber ohne Zweifel hat Plato richtig vorausgesehen, dass die Könige nur dann die Ratschläge philosophierender Männer gutheißen werden, wenn sie sich selbst mit Philosophie beschäftigen.
    Thomas Morus (1478-1535), Utopia
  • Aber potz Urban's Leiden, was hilft's, wenn keine Kraft hernach folgt.
    i] Sankt-Urban ist Schutzpatron der Winzer und Trunkenbolde.
    la] Aut minus animi, aut plus potentiae.
  • Aber Rache ist ein süßeres Gut als das Leben selbst.
    var] Rache ist süß.
    la] At vindicta bonum vita iucundius ipsa.
  • Aber Rosen winde genug zum häuslichen Kranze,
    Bald als Lilie schlingt silberne Locke sich durch.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Elegien II - Hermann und Dorothea
  • Aber Schiffe sind nur Bretter, Matrosen sind nur Menschen.
    William Shakespeare, Der Kaufmann von Venedig
  • Aber schlecht schläft es sich ohne einen guten Namen und einen kleinen Schatz.
    Friedrich Nietzsche (1844-1900), Zarathustra, I, Von den Lehrstühlen der Tugend
  • Aber schön ist auch die Zeit des Erwachens, wenn man nur zur Unzeit uns nicht weckt.
    Friedrich Hölderlin (1770-1843), Hyperion
  • Aber Schöneres ist nichts in der Welt als Neigung durch Vernunft und Gewissen geleitet.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten
  • Aber Schweigen bringet Fülle
    Reicheren Vertrauens zurück [ ... ].
    Niemand soll und wird es schauen,
    Was einander wir vertraut:
    Denn auf Schweigen und Vertrauen
    Ist der Tempel aufgebaut.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Loge? Verschwiegenheit
  • Aber Schwester, wer wird sich denn mit so schwerem Panzer tragen, sagte die Kröte zur Schildkröte.
  • Aber selbst ein guter Gedanke hat wenig Wert, wenn er von einem Flachkopf ausgesprochen wird.
    Oswald Spengler (1880-1936), Untergang des Abendlandes
  • Aber selbst heroische Tugend bleibt von der Nachrede böser Zungen nicht verschont.
    Jonathan Swift (1667-1745), Ein Tonnenmärchen
  • Aber Sie finden kein Wort über Musik [in den Reisenotizen], und zwar deswegen nicht, weil das nicht in meinem Kreise lag.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Eckermann, 3.11.1823
  • Aber Sie werden bei weiterm Leben immer mehr finden, wie wenige Menschen fähig sind, sich auf den Fuß dessen zu setzen, was sein muss, und dass vielmehr alle nur immer das loben und das hervorgebracht wissen wollen, was ihnen selber gemäß ist. Und das waren die Ersten und Besten, und Sie mögen nun denken, wie es um die Meinungen der Masse aussah und wie man eigentlich immer allein stand.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Eckermann, 23.3.1829
  • Aber sie wird kommen, diese Zeit, wo trotz aller List und Aufgebot der Gewalt, die Wahrheit durchdringen und die Herzen des Volkes erfüllen wird, diese Zeit des Volkes, der Armen, und die Herrschaft der Reichen wird zu Ende gehen.
    Bettina von Arnim (1785-1859), Armenbuch
  • Aber sind sie [Liebende] zu zwein, stellt auch der dritte sich ein.
    Amor, ja! er schmückt sich mit diesen herrlichen Kränzen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Der neue Pausias und sein Blumenmädchen
  • Aber sittliche Handlungen zu beurteilen, dazu gibt jedem sein eigenes Gewissen den vollständigsten Maßstab, und jeder findet es behaglich, diesen nicht an sich selbst, sondern an einen anderen anzulegen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Rameaus Neffe, Anmerkungen - Rameaus Neffe
  • Aber so einfach und so leicht der Gedanke ist [in der Schöpfung], so schwer lassen es sich die Menschen werden, alles zu zerstückeln.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), S. Boisserée, 3.8.1815
  • Aber so eingeschränkt ist die Menschheit, dass sie für ihres Daseins Anfang und Ende keinen Sinn hat.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Werther 2. Fassung
    Alpin
  • Aber so ist es: gestern verliebt und heute ein Esel.
    Karl May, Die Liebe des Ulanen
  • Aber so rechtfertig ist der Mensch! wenn er glaubt, etwas Übereiltes, Allgemeines, Halbwahres gesagt zu haben, so hört er dir nicht auf, zu limitieren, zu modifizieren und ab- und zuzutun, bis zuletzt gar nichts mehr an der Sache ist.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Werther 1. Buch, 12. August
  • Aber so sind die Mädchen - 'n dünnes Fell und ein Herz wie'n Hase.
    Mark Twain (1835-1910), Tom Sawyers Abenteuer
  • Aber so sollte es mir immer gehen, dass ich durch Anschauen und Betrachten der Dinge erst mühsam zu einem Begriffe gelangen musste, der mir vielleicht nicht so auffallend und fruchtbar gewesen wäre, wenn man mir ihn überliefert hätte.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit III,11
  • Aber so viel ist gewiss, dass außer dem Angeborenen der Rasse sowohl Boden und Klima als Nahrung und Beschäftigung einwirkt, um den Charakter eines Volkes zu vollenden. Auch ist zu bedenken, dass die frühesten Stämme meistenteils von einem Boden Besitz nahmen, wo es ihnen gefiel und wo also die Gegend mit dem angeborenen Charakter der Menschen bereits in Harmonie stand.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Eckermann, 2.4.1829
  • Aber so viel ist gewiss, dass ich eine Oper nur dann mit Freuden genießen kann, wenn das Sujet ebenso vollkommen ist wie die Musik, so dass beide miteinander gleichen Schritt gehen. Fragt ihr mich, welche Oper ich gut finde, so nenne ich euch den Wasserträger [von Cherubim], denn hier ist das Sujet so vollkommen, dass man es ohne Musik als ein bloßes Stück geben könnte.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Eckermann, 9.10.1828
  • Aber so wenig als im Leben des Einzelnen ist es für das Leben der Menschheit wünschenswert, die Zukunft zu wissen.
    Jacob Burckhardt (1818-1897), Weltgeschichtliche Betrachtungen
  • Aber so wie es lächerlich wäre, wenn einer das Sehen durch das Hören, das Hören durch das Sehen kompensieren und ersetzen wollte, sich bemühte, die Töne zu sehen statt zu hören: so ist es lächerlich, durch Mathematik die übrigen Erkenntnisarten zu kompensieren und vice versa, so in allen übrigen, oder es wird eine Phantasterei. Daher gibt es jetzt so manche Phantasten, die ohne positive Kenntnisse durch phantastische Kombination dessen, was von jenen öffentlich verlautet, sich das Ansehen tiefer Einsicht in das Wesen eines jeden zu geben wissen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Riemer, 24.7.1807
  • Aber sonst... / Ansonsten gehts dir gut. / Aber sonst bist du gesund?
    Redewendung
  • Aber soviel wird Dir bekannt sein, daß die beliebteste Einbruchspforte dieser sich fälschlich Humanität nennenden Rechtsunsicherheit die Bestrebung bildet, den die Strafe ausschließenden Begriff der Unzurechnungsfähigkeit in der unklaren Form einer verminderten Zurechnungsfähigkeit auch auf jene zahlreichen Individuen auszudehnen, die weder geisteskrank, noch moralisch normal sind und das Heer jener Minderwertigen, moralisch Schwachsinnigen bilden, von dem unsere Kultur leider immer mehr verseucht wird. Du wirst Dir selbst sagen, daß der Begriff einer solchen verminderten Zurechnungsfähigkeit - wenn sich das überhaupt einen Begriff nennen läßt, was ich bestreite! - aufs engste mit der Fassung zusammenhängen muß, die wir den Vorstellungen der vollen Zurechnungsfähigkeit bzw. Unzurechnungsfähigkeit geben, und ich komme damit auf den eigentlichen Gegenstand meiner Mitteilung.
    Robert Musil (1880-1942), Der Mann ohne Eigenschaften
  • Aber sterben! Gehn, wer weiß wohin,
    daliegen, kalt und regungslos, und faulen!
    Dies lebenswarme fühlende Bewegen
    verschrumpft zum Kloß! Und der entzückte Geist
    getaucht in Feuerfluten oder schaudernd
    umstarrt von Wüsten ewiger Eisesmassen!
    Gekerkert sein in unsichtbare Stürme
    und mit rastloser Wut gejagt rings um
    die schwebende Erde! Oder Schlimmeres werden,
    als selbst das Schlimmste,
    was Fantasie wild schwärmend, zügellos,
    heulend erfindet: Das ist zu entsetzlich!
    William Shakespeare (1564-1616)
  • Aber Tage währt's,
    Jahre dauert's, daß ich neu erschaffe.
    tausendfältig deiner Verschwendungen Fülle,
    auftrösle die bunte Schnur meines Glücks,
    geklöppelt tausendfadig.
    von dir, o Suleika.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
  • Aber tief muss uns empören,
    Was wir von der Lade lesen -
    Welche Gans bist du gewesen,
    Dass ein Schwan dich konnt betören.
    Heinrich Heine (1797-1856), Letzte Mythologie
  • Aber Träume sind nun einmal die eigentlichen Wirklichkeiten in unserem wunderbaren Dasein!
    Ellen Key, Das Jahrhundert des Kindes
  • Aber trotzdem er halb und halb an eine Halluzination glaubte, erwartete er doch sein ganzes Leben lang täglich gewissermaßen eine Fortsetzung dieses Ereignisses, eine Lösung dieses Rätsels.
    Fjodor Dostojewski, Die Dämonen
  • Aber Tugend und Laster, sie unterscheiden die Menschen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Reineke Fuchs 8. Gesang Vs 205
  • Aber um eine fremde Nation eigentlich zu begreifen, um den Schlüssel zur Erklärung ihrer Eigentümlichkeit in jeder Gattung zu erhalten, ja selbst nur um viele ihrer Schriftsteller vollkommen zu verstehen, ist es schlechterdings notwendig, sie mit eigenen Augen gesehen zu haben.
    Wilhelm von Humboldt (1767-1835), an Goethe, 1800
  • Aber uns alle beherrscht etwas, das untrüglich ist und das keine Eitelkeit und keine Eifersucht zu ihrem Vorteil verdrehen kann: die durch Berechnung und Erfahrung ermittelte Wahrheit!
    George Sand (1804-1876), Gefährten von der Frankreichwanderschaft
  • Aber uns ist wonnereich,
    in den Euphrat greifen.
    und im flüßgen Element.
    hin und wieder schweifen.
    Löscht ich so der Seele Brand,
    Lied es wird erschallen;.
    schöpft des Dichters reine Hand,
    Wasser wird sich ballen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
  • Aber unser Pferd ist ja immer froh, wenn es abgespannt ist, sagte das Mädchen, als die Mutter klagte, sie sei trübe gestimmt, weil sie abgespannt sei.
  • Aber unsere Gesellschaft nimmt den Charakter des Eigennutzes an und wird dadurch sehr leicht das Gegenteil von dem, was sie sein sollte.
    Friedrich Buchholz (1768-1843), Hermes oder Über die Natur der Gesellschaft mit Blicken in die Zukunft
  • Aber vergangen ja sei das Vergangene!
    Homer (8. Jh. v. Chr.), Ilias, XVI, 60; XIX, 65
  • Aber vergangen sei das Vergangene, wie es auch kränkte.
    Homer, Ilias
  • Aber vermag der Maler wohl auszudrücken: Ich liebe?
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Der neue Pausias und sein Blumenmädchen
  • Aber vermeidet den Mann, der aus modischem Kult ein Geschäft macht,
    der sein lockiges Haar stutzerhaft legt wie ein Geck.
    Ovid (43 v. Chr.-17 n. Chr.), Die Liebeskunst
  • Aber vom Pfaffen kommt der Neid
    misstraun, Verdruß und Zwistigkeit
    Redt er mir nichts übern Herrn Pater
    Er ist im Haus' als wie der Vater
    Hat über meine Tochter viel Gewalt
    Zeigt ihr wie sie soll werden klug und alt
    Und ist ein Mensch von viel Verstand
    Hat auch gesehn schon manches Land
    Aber bedenkt sie nicht dabei
    Wie sehr gefährlich der Pfaff ihr sei?
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Ein Fastnachtsspiel vom Pater Brey
    Würzkrämer, Sibilla, Würzkrämer
  • Aber vom [unserm] Jahrhundert kann man dies nicht verlangen [dass dem Reinen alles rein sein soll], ohne Feigenblätter und Tierfelle kommt es nicht aus, und das ist noch viel zu wenig.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Wanderjahre III,3
  • Aber von allen politischen Idealen ist der Wunsch, die Menschen glücklich zu machen, vielleicht der gefährlichste.
  • Aber von Weihrauch wird man nicht satt. Bloßes Lob allein nützt einem nicht viel; da muss noch etwas Solideres hinzukommen.
    Molière (1622-1673), Der Bürger als Edelmann
  • Aber warum sprechen die Männer dieses Wort so oft aus über Wesen, denen sie den ersten Dank des Lebens schuldig sind, und die von der Natur selbst geopfert werden, damit Leben nach Leben erscheine?
    Jean Paul (1763-1825), Levana
  • Aber was braucht man, wenn man jung ist und sich liebhat?
    Maxim Gorki (1868-1936), Die Hochzeit
  • Aber was den Greis entkräftet, das stärkt den Jüngling.
    Heinrich Heine (1797-1856), Die romantische Schule
  • Aber was der Mensch täglich treibt, lässt er sich, wenn er Geschick dazu hat, gefallen, sollte er auch nicht gerade sehen, dass etwas dabei herauskomme. Der Deutsche besonders ist von einer solchen ausharrenden Sinnesart ...
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit III, 12
  • Aber was genoss ich denn endlich, als ich allein war? Mich selbst, die ganze Welt, alles, was ist, alles, was sein kann, alles, was die sinnliche Welt Schönes und die Gedankenwelt Sichtbares in sich fasst. Ich versammelte um mich her alles, was meinem Herzen schmeicheln konnte, meine Wünsche waren das Maß meiner Freuden.
    Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), an Malesherbes (26. Januar 1762)
  • Aber was liebt man eigentlich an einem Menschen, wenn man ihn gar nicht kennt? - fragte sie unschuldig. Ulrich ließ sich Zeit. 'Fällt dir nicht auf, daß es eigentlich stört, wenn uns ein Mensch heute begegnet, der uns persönlich gefällt und so schön ist, daß man über ihn etwas Passendes sagen möchte?' Agathe nickte. 'Also richtet sich unser Gefühl' gab sie zu 'nicht nach der wirklichen Welt und den wirklichen Menschen?' 'Also hätten wir die Frage zu beantworten, welchem Teil davon es gilt oder welcher Umgestaltung und Verklärung des wirklichen Menschen und der wirklichen Welt?' ergänzte Ulrich leise. Nun war es Agathe, die zuerst keine Antwort gab; aber ihr Blick war erregt und phantastisch. Schließlich erwiderte sie schüchtern mit einem Gegenvorschlag. 'Vielleicht kommt hinter der gewöhnlichen dann die große Wahrheit zum Vorschein?'
    Robert Musil (1880-1942), Der Mann ohne Eigenschaften
  • Aber was nützt das Predigen, wenn einer nicht wohltun will.
    Denis Diderot (1713-1784), Dies hier ist kein Märchen
  • Aber weder zu erzählen noch zu beschreiben ist die Herrlichkeit einer Vollmondnacht, wie wir sie genossen, durch die Straßen über die Plätze wandelnd, auf der Chiaja, dem unermeßlichen Spaziergang, sodann am Meeresufer hin und wider. Es übernimmt einen wirklich das Gefühl von Unendlichkeit des Raums. So zu träumen, ist denn doch der Mühe wert.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Italienische Reise II, 5.3.1787
  • Aber wehe einem jeden, der nicht sein Schicksal an dasjenige der öffentlichen Gemeinschaft bindet, denn er wird nicht nur keine Ruhe finden, sondern dazu noch allen inneren Halt verlieren und der Missachtung des Volkes preisgegeben sein, wie ein Unkraut, das am Wege steht.
    Gottfried Keller (1819-1890), Aus dem Tagebuch, 2. 5. 1848
  • Aber wehe, wehe, wehe! Wenn ich auf das Ende sehe!
    Wilhelm Busch, Max und Moritz
  • Aber welch ein Unglück, ohne Hoden zu sein!
    Voltaire (1694-1778), Candide oder Die beste der Welten
  • Aber welche Hälfte, sagte die Frau, als ihr die Freundin riet, dem Manne nur die Hälfte zu glauben.
  • Aber wenn bei hohen Jahren
    Sich ein Edler uns gesellt,
    O, wie herrlich ist die Welt!
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Personen - An den Grafen Kaspar Sternberg
  • Aber wenn die Anmut einer herrlichen Gegend uns lindernd umgibt, wenn die Milde gefühlvoller Freunde auf uns einwirkt, so kommt etwas Eigenes über Geist und Sinn, das uns Vergangenes, abwesendes traumartig zurückruft und das Gegenwärtige, als wäre es nur Erscheinung, geistermäßig entfernt.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Wanderjahre II, 7
  • Aber wenn die Großen und Reichen dieser Welt Güter und Rangzeichen austeilen, so hat das Schicksal dem Elenden zum Gleichgewichte den Segen gegeben, nach dem der Glückliche zu geizen nicht versteht.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an J. J. Krafft, 23.11.1778
  • Aber wenn du froh verweilest
    Wo ich mir die Welt beseitge,
    Um die Welt an mich zu ziehen,
    Bist du gleich mit mir geborgen ...
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Divan - Buch Suleika - Einladung
  • Aber wenn du ihn einmal gefasst hast, lasse ihn nicht mehr los!
  • Aber wenn du weit gehen willst, geh mit anderen.
  • Aber wenn er auch ein Prinz von Geblüt wäre, meine Tochter hat es nicht nötig, sich einen Freier verschaffen zu lassen.
    Leo Tolstoi, Anna Karenina
  • Aber wenn ich auch ein Graf sein muss, so bleibt mir doch eins - ich kann versuchen, ein recht guter zu werden; ein Tyrann werde ich gewiss nicht.
    Frances Hodgson Burnett, Der kleine Lord
  • Aber wenn man die Unredlichkeit der Deutschen in ihrer ganzen Größe kennen lernen will, muss man sich mit der deutschen Literatur bekannt machen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), A. Schopenhauer, 1808/1814
  • Aber wenn man es genau betrachtet, so wird jede auch nur die geringste Fähigkeit uns angeboren, und es gibt keine unbestimmte Fähigkeit.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Lehrjahre VIII,3
  • Aber wenn man Menschen braucht, ist man genötigt, sich ihnen anzupassen; da es keinen andern Weg gibt, sie zu gewinnen, trifft die Schuld nicht den Schmeichler, sondern den, der die Schmeichelei will.
    Molière (1622-1673), Der Geizige
  • Aber wenn man sich ganz fühlt, und still ist und die reinen Freuden der Liebe und Freundschaft genießt, dann ist durch eine besondere Sympathie jede unterbrochene Freundschaft, jede halbverschiedne Zärtlichkeit wieder auf einmal lebendig.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Anna Catharina Fabricius, 14. 10. 1770
  • Aber wenn man so genau weiß, was man will, ist man in der Ausführung niemals mit sich selbst zufrieden.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Charlotte v. Stein, 11.11.1785
  • Aber wenn man [im Elsaß] im politischen Sinne sich gern als Franzose betrachtet, so sind doch in jeder anderen Richtung deutsche Kultur und deutsche Sitten überwiegend, und keine der französischen Superstitionen wird jemals dort tiefe Wurzeln schlagen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Schriften z. Lit. Der Pfingstmontag - Nachtrag
  • Aber wer darf sich rühmen, genug Erfahrung zu besitzen? Und ist der nie betrogen worden. welcher sich schmeichelte, am besten damit ausgesteuert zu sein?
    Denis Diderot (1713-1784), Jacques le fataliste
  • Aber wer den Esel nicht prügeln kann, prügelt den Sattel.
    Petronius, Satyricon
  • Aber wer für das Wissen die Augen zumacht, fällt der Eitelkeit und Bravade (Prahlerei) anheim, weil er nicht weiß, dass er in seinem eigenen Busen die Feinde seines Glückes trägt, Begierden und Gelüste, so hält er den für einen großen Mann und Redner, der diesen Gierden und Lüsten schmeichelt.
    Adalbert Stifter (1805-1868), an Gustav Heckenast, 6. 3. 1849
  • Aber wer hätte gedacht, dass der alte Mann noch so viel Blut in sich hätte?
    en] Yet who would have thought the old man to have had so much blood in him?
    William Shakespeare (1564-1616), Macbeth V, 1
  • Aber wer het kein tugent nit,
    Kein zucht, scham, er, noch gute sit,
    Den halt ich alles adels lär,
    Ob joch ein fürst sin vater wer.
    Sebastian Brant (1457-1521), Das Narrenschiff (1494. Nr. 76
  • Aber wer keinen Feind hat, verdient keinen Freund.
    Johann Gottfried Seume (1763-1810), Apokryphen
  • Aber wer klug ist, der lernt fürwahr vom Feinde gar vieles.
  • Aber wer kommt früh zu dem Glücke, sich seines eigenen Selbsts, ohne fremde Formen, in reinem Zusammenhang, bewusst zu sein?
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Lehrjahre VI - Bekenntnisse einer schönen Seele
  • Aber wer seinen Autor durchdringt, wird doch auch nach dem, was dieser leistete, bei sich aufrufen können, was jener hätte leisten wollen und sollen. Ich habe wenigstens beim Übersetzen immer so verfahren, will aber nicht behaupten, dass es zulässig sei.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an K. F. Streckfuß, 27.1.1827
  • Aber wer tut dem Kaufmann es nach, der bei seinem Vermögen.
    Auch die Wege noch kennt, auf welchen das Beste zu haben?.
    Goethe, Hermann und Dorothea 3. Gesang Vs 79
  • Aber wer von uns kann sich rühmen, weise zu sein? Die Voraussicht der Menschen ist gering, und ihre Vorsicht wird unaufhörlich vereitelt.
    Anatole France (1844-1924), Aufruhr der Engel
  • Aber wer weiß, wie geneigt die Trägheit ist, sich mit der ersten besten Entschuldigung zu begnügen, wird mir verzeihen, wenn die meinige über mich Herr geworden ist, wo ich eine sehr gute zu haben denke.
    John Locke (1632-1704), Über den menschlichen Verstand
  • Aber wer, keinen Feind hat, verdient keinen Freund.
    Johann Gottfried Seume (1763-1810), Apokryphen
  • Aber wie bin ich oft verlästert worden, bei meinen edelsten Handlungen am meisten. Aber das Geschrei der Leute kümmerte mich nichts.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), F.v.Müller, 31.3.1824
  • Aber wie das Erhabene von Dämmerung und Nacht, wo sich die Gestalten vereinigen, gar leicht erzeugt wird, so wird es dagegen vom Tage verscheucht, der alles sondert und trennt, und so muss es auch durch jede wachsende Bildung vernichtet werden, wenn es nicht glücklich genug ist, sich zu dem Schönen zu flüchten und sich innig mit ihm zu vereinigen, wodurch denn beide gleich unsterblich und unverwüstlich sind.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit II,6
  • Aber wie jeder, der eine Übeltat begangen, fürchten muss, dass, ungeachtet allen Abwehrens, sie dennoch ans Licht kommen werde, so muss derjenige erwarten, der insgeheim das Gute getan, dass auch dieses wider seinen Willen an den Tag komme.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Wahlverwandtschaften I,9
  • Aber wie komme ich denn dazu, ein Buch schreiben zu müssen?!' meinte Ulrich. 'Mich hat doch eine Mutter geboren und kein Tintenfaß!'.
    Robert Musil (1880-1942), Der Mann ohne Eigenschaften
  • Aber wie könne denn eine Lektüre, eine Konversation, ein Zusammenleben bestehen, wenn man immer opponieren wolle.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), F. v. Müller, 24.6.1826
  • Aber wie soll man die Knechte loben,
    Kömmt doch das Ärgernis von oben!
    Wie die Glieder, so auch das Haupt!
    Weiß doch niemand, an wen der glaubt!
    Friedrich Schiller (1759-1805), Wallensteins Lager 8, Kapuziner
  • Aber wie sollt' er seinen Rücken
    Nach einem halben Hufeisen bücken?
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Legende vom Hufeisen
  • Aber wie sollte die Welt sich verbessern? Es lässt sich ein jeder
    Alles zu und will mit Gewalt die anderen bezwingen.
    Und so sinken wir tiefer und immer tiefer ins Arge.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Reineke Fuchs 8. Gesang Vs 158
  • Aber wie überschritten sie die Nute?
    Sachsen
    i] Wider die, welche unüberwindbar scheinende Dinge als unüberwindliche Hindernise betrachten. Dies Sprichwort verdankt seine Entstehung einem Vorgang bei der Stadt Zerbst durch die Magdeburger, welche zur Zeit, als Graf Günther von Schwarzburg (1503-45) Erzbischof von Magdeburg war, häufig in Fehde lebten. Die Zerbster sollten durch die Magdeburger eine Züchtigung erhalten. Da die bei der Stadt fließende Nute eben stark angeschwollen war, überließen sich die belagerten Zerbster der Ruhe. Dies benutzten die Magdeburger, indem sie eine '90 Ellen lange, wundersam zu beugende Brücke' durch gute Schwimmer jenseits befestigen ließen, dann hinübergingen und die Zerbster überfielen, da diese an einen solchen Übergang nicht gedacht hatten.
  • Aber wir ersuchen sämtliche Teilnehmer, eine doppelte Pflicht stets vor Augen zu haben: nicht zu verschweigen was von außen, es sei nun als Person oder Begebenheit, auf sie [die Selbstbiographen] gewirkt, aber auch nicht in Schatten zu stellen, was sie selbst geleistet, von ihren Arbeiten, von deren Gelingen und Einfluss mit Behaglichkeit zu sprechen, die dadurch gewonnenen schönen Stunden ihres Lebens zu bezeichnen, und ihre Leser gleichfalls in eine fröhliche Stimmung zu versetzen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Schriften zur Literatur - Bildnisse jetzt lebender Berliner Gelehrten
  • Aber wir haben alle unsere Fehler.
    en] But nobody but has his fault.
    William Shakespeare (1564-1616), Die lustigen Weiber von Windsor I,4
  • Aber wir können nicht an das Gewissen der Welt appellieren, wenn unser eigenes Gewissen schläft.
    Carl von Ossietzky (1889-1938), Das besiegte Deutschland
  • Aber wir sitzen untätig da, ohne zu bedenken, dass, wer selber nichts tut, nicht einmal seinen Freunden zumuten darf, etwas für ihn zu tun, geschweige denn den Göttern.
    Demosthenes (384-322 v. Chr), Zweite olynthische Rede
  • Aber wir verschwören uns gar zu gern mit dem Irrtum gegen das Natürlichwahre, so wie wir die Karten mischen, eh' wir sie herumgeben, damit ja dem Zufall sein Anteil an der Tat nicht verkümmert werde, und so entsteht gerade das Element, worin und worauf das Dämonische so gern wirkt und uns nur desto schlimmer mitspielt, je mehr wir Ahnung von seiner Nähe haben.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Dichtung und Wahrheit IV,20
  • Aber wo der Arzt ist, ist Krankheit. Und wo Krankheit ist, ist der Tod.
  • Aber wo Liebe herrscht, haben wir, die wir eben noch wilde Tiere waren, jetzt Kultur - Kunst und alles Große, dessen wir uns mit Recht rühmen.
    Maxim Gorki (1868-1936), Sofa Andrejewna Tolstaja
  • Aber woher die ernsten, mystisch-politischen Philosopheme? Ein Begeisterter äußert sein höheres Leben in allen seinen Funktionen; also philosophiert er auch, und zwar lebhafter als gewöhnlich, poetischer. Auch dieser tiefe Ton gehört in die Symphonie seiner Kräfte, und Organe. Gewinnt aber nicht das Allgemeine durch individuelle, das Individuelle durch allgemeine Beziehungen?
    Novalis, Aphorismen, II. Glauben und Liebe oder Der König und die Königin
  • Aber wozu ein einziger, unbeschränkter Hausvater? Welcher Willkür ist man da nicht ausgesetzt?
    Novalis, Aphorismen, III. Politische Aphorismen
  • Aber wozu Reichtümer, durch solche Martern gesammelt,
    Da es doch Tollheit ist fürwahr, da es offener Wahnwitz,
    Wenn wie ein Armer du lebst, um einmal als Reicher zu sterben?
    Juvenal (60-127), Satiren
  • Aber wüßte man schon vorher, was auf einen zukommt - ein Tor, der dann noch weiterleben wollte!
    Alexander Iwanowitsch Herzen (1812-1870), Mein Leben
  • Aber zu höheren, ja zu den höchsten Kunstbetrachtungen wurden wir aufgefordert, indem die Bau- und Bildwerke Griechenlands lebhafter zur Sprache kamen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Tag- und Jahreshefte 1820
  • Aber zu viel Licht ist zum Sehen ebenso unbequem als zu wenig.
    Christoph Martin Wieland (1733-1813), Geschichte der Abderiten
  • Aber zunächst einmal legen Menschen, die an Luxus gewöhnt sind, eine irreführende äußere Schlichtheit an den Tag; sie schätzen den Luxus gering, sie bedienen sich seiner als eines Mittels, er ist nicht Zweck ihres Daseins.
    Honoré de Balzac (1799-1850), Der Ehevertrag
  • Aber [als Schauspieler] mit Lebhaftigkeit umfassen, was sich der Autor beim Stück gedacht hat, was man von seiner Individualität hingeben müsse, um einer Rolle genug zu tun, wie man durch eigene Überzeugung, man sei ein ganz anderer Mensch, den Zuschauer gleichfalls zur Überzeugung hinreiße, wie man, durch eine innere Wahrheit der Darstellungskraft, diese Bretter in Tempel, diese Pappen in Wälder verwandelt, ist wenigen gegeben. Diese innere Stärke des Geistes, wodurch ganz allein der Zuschauer getäuscht wird, diese erlogene Wahrheit, die ganz allein Wirkung hervorbringt, wodurch ganz allein die Illusion erzielt wird, wer hat davon einen Begriff?
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Lehrjahre V,7
  • Aber, ach! nicht das Sparen allein, um spät zu genießen,
    Macht das Glück, es macht nicht das Glück der Haufe beim Haufen,
    Nicht der Acker am Acker, so schön sich die Güter auch schließen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Hermann und Dorothea 4. Gesang Vs 181f.
  • Aber, Christ! Sprach ein Atheist, Wie du hoch betrogen bist, Wenn der Himmel eine Fabel ist! Aber, sprach der Christ, Atheist! Wie du noch betrogner bist, Wenn die Hölle keine Fabel ist!
    Friedrich Haug (1761-1829), deutscher Schriftsteller
  • Aber, ein ungeschlachter Schlagbaum vor dem Tore der Erwartung.
    Ludwig Bechstein (1801-1860), Arabesken (1832)
  • Aber, Wenn und Gar sind des Teufels War'.
    Alle Einschränkungen machen die Aussagen zweifelhaft.
  • Aber, Wenn und Gar.
    Sind des Teufels War.
  • Aber, wenn wir aufrichtig sein wollen: Bringt denn die Emanzipation der jungen Mädchen wirklich so viele Gefahren mit sich?
    Honoré de Balzac (1799-1850), Die Physiologie der Ehe
  • Aber, wie gesagt, jedes Gewaltsame, Sprunghafte, ist mir in der Seele zuwider, denn es ist nicht naturgemäß.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Eckermann, 27. 4. 1825
  • Aber, wird mir irgend ein Duclos sagen, Sie sehen überall Liebe.
    Ich antworte: Ich habe Europa durchreist, von Neapel bis Moskau, mit allen originalen Geschichtsschreibern bei mir im Wagen.
    Sobald man sich auf dem Forum langweilt, oder, um spazieren zu gehen, nicht mehr seine Armbrust mitzunehmen braucht, ist das einzige übrigbleibende Motiv der Thätigkeit die Liebe.
    Stendhal, Ueber Frauenschönheit, Liebe, Ehe
  • Aberatio ictus.
    fr] Coup qui n'atteint pas le but visé.
  • Aberats izatea baino, izen ona hobe.
  • Aberatsa, tranpa hutsa; pobrea, amets hutsa.
  • Aberellaschnee isch bess'r, wed'r Schafmist.
    Bern
  • Aberglaube - das heißt bestimmte Formen, die für bestimmte Personen in bestimmter Situation angenehm, und bequem sind.
    Lew Nikolajewitsch Tolstoi (1828-1910), an N. P. Wagner, 25. 3. 1890
  • Aberglaube bedeutet Mangel an Selbstvertrauen.
  • Aberglaube hat Bohnen in den Ohren.
  • Aberglaube ist das Kennzeichen eines schwachen Geistes.
    Honoré de Balzac (1799-1850)
  • Aberglaube ist der Spleen der Seele.
    Alexander Pope (1688 - 1744), Aphorismen
  • Aberglaube ist die Form der Ehrfurcht, die selbst den Zufall als eine Anordnung höherer Mächte anerkennt.
    Carl Ludwig Schleich (1859-1922)
  • Aberglaube ist die Freigeisterei zweiten Ranges.
    Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900)
  • Aberglaube ist ein morscher Stab, wer sich darauf stützt, der fällt hinab.
    bm] Povĕra jest hůl, kdo jí vĕró, tentĕ vůl.
  • Aberglaube ist keine Wissenschaft.
  • Aberglaube ist nämlich die Freigeisterei zweiten Ranges - wer sich ihm ergibt, wählt gewisse ihm zusagende Formen und Formeln aus und erlaubt sich ein Recht der Wahl. Der Abergläubische ist im Vergleich mit dem Religiösen immer viel mehr 'Person' als dieser, und eine abergläubische Gesellschaft wird eine solche sein, in der es schon viele Individuen und Lust am Individuellen gibt. Von diesem Standpunkt aus gesehen, erscheint der Aberglaube immer als ein Fortschritt gegen den Glauben und als Zeichen dafür, dass der Intellekt unabhängiger wird und sein Recht haben will. Über Korruption klagen dann die Verehrer der alten Religion und Religiosität - sie haben bisher auch den Sprachgebrauch bestimmt und dem Aberglauben eine üble Nachrede selbst bei den freiesten Geistern gemacht. Lernen wir, dass er ein Symptom der Aufklärung ist.
    Friedrich Nietzsche (1844-1900), Die fröhliche Wissenschaft
  • Aberglaube ist nicht Wissenschaft.
  • Aberglaube und Fanatismus sind nicht nur Geißeln im Gefolge der Religion, sie sind derart unheilbare, eingewurzelte Krankheiten des menschlichen Geistes, dass man ihre Spuren bis in den Bereich des künstlerischen Geschmacks und der reinen Unterhaltung verfolgen kann.
    Melchior Grimm (1723-1807), Genie und Mitwelt
  • Aberglaube und Schwindsucht erben von Geschlecht zu Geschlecht.
  • Aberglauben ist die Religion der schwachen Geister.
    England
  • Aberglauben ist immer noch was Besseres als Unglauben.
    Johann Nepomuk Nestroy, Höllenangst
  • Abergläubische Jahrhunderte beschuldigen neue Meinungen leicht der Gottlosigkeit; ungläubige Jahrhunderte dagegen beschuldigen sie nicht minder leicht der Narretei.
    Germaine de Staël (1766-1817), französische Schriftstellerin
  • Abergläubische lieben Reliquien von Heiligen und Frommen aus demselben Grunde, aus dem sie Gestalten und Bilder begehren, nämlich um ihre Andacht zu beleben und eine kräftige Vorstellung eines solchen Musterlebens zu gewinnen, das sie nachahmen möchten.
    David Hume (1711-1776), Untersuchungen über den menschlichen Verstand
  • Aberitanae pectora plebis.
    de] Grobe, ungeschickte Leute.
  • Aberitenstreiche tun.
    Törichtes, dummes Zeug tun. Die Bewohner Abderas in Thrazien waren ihre Dummheit wegen bekannt; vgl. Lucian (um 150) Wie man Geschichte schreiben muss; Christoph Martin Wieland, Abderiten (1774)
  • Abermal nicht mehr, liebes Kind.
  • Aberrare a fortuna tua non potes, obsidet te.
    Publilio Siro, Sententiae
  • Aberras a ianua.
    de] Es fehlt noch weit. - Weit gefehlt.
  • Aberras a scopo.
  • Aberras ab ianua.
  • Aberratio criminis.
  • Aberratio delicti.
  • Aberratio finis legis.
  • Aberratio ictus.
  • Aberratio personae.
  • Aberratio rei.
  • Abertamemte; Sem dissimulação.
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