DICTUM

Sprichwort, adage, proverb, saw, saying, byword, proverbe, proverbio, refrán, frase proverbial, ditado, provérbio, przysłowie, Redensart, colloqualism, idiom, expression, phrase, tournure, poncif, dicton, expresión, frase hecha, locución, frase fatta, modo di dire, expressão idiomática, powiedzenie, powiedzonko, Zitat, quotation, citation, excerpt, quote, cita, citazione, detto, sentenza, passo, citação, Sentenz, sententia, proverbium, adagio, adagium, locutio, dictum, Spruch, carmen, elogium, pronuntatio, Redensart, phrase, collocation, locution

  • Ach Gott, säd Lott, soeben Stuten backt un acht schüllig!
  • Ach Gott, secht Lott, fief Kinner un keinen Pisspott.
  • Ach Gott, wât is de Welt grôt, säd' de Jung, un sêt achter'n Kohlkopp.
    Holstein
  • Ach Gott, wie geht es immer zu, an arme wischt man stets die schuh.
  • Ach gott, wie gerne ich wissen wolt, wem ich auf erden vertrauen solt. Wenn einer zu mir spricht: Gott grüße dich! so spricht das Herz: hüte dich!
  • Ach Gott, wie weh tut Scheiden
    Hat mir mein Herz verwundt.
    Clemens Brentano / Achim von Arnim, Des Knaben Wunderhorn / Der traurige Garten
  • Ach halt an Treu und Ehren,
    Mein allerhöchster Schatz,
    Und lass dich nit abkehren
    Des schnöden Klaffers Schwatz,
    Gib ihren falschen Zungen
    In deinem Herz kein Platz.
    Hans Sachs (1494-1576), Ein schönes Buhllied einer ehrlichen Frau
  • Ach hätte dich doch deine Mutter aufgegessen und die Hühnchen übriggelassen, die würden wenigstens noch gackern.
  • Ach Herr, laß dein lieb' Engelein.
    Am letzten End' die Seele mein.
    In Abrahams Schoß tragen.
    3. Strophe von Martin Schallings (1532-1608) KirchenliedHerzlich lieb hab' ich dich, o Herr', die J.S. Bach an den Schluß seiner Johannespassion gesetzt hat
  • Ach herrje / herrjemine!
  • Ach Ich hab' sie ja nur auf die Schulter geküßt.
    Millöcker, Der Bettelstudent
  • Ach ich habe viel zu bedenken, sagte der Schultheiss, da er im Bade saß und nit wusst, ob er gezwagt hatt'.
  • Ach ich wünschte - hat nie ein Haus gebaut.
    Libanon
  • Ach ihr vernünftigen Leute! Leidenschaft! Trunkenheit! Wahnsinn! Ihr steht so gelassen, so ohne Teilnehmung da, ihr sittlichen Menschen! Scheltet den Trinker, verabscheut den Unsinnigen, geht vorbei wie der Priester und dankt Gott wie der Pharisäer, dass er euch nicht gemacht hat wie einen von diesen. Ich bin mehr als einmal trunken gewesen, meine Leidenschaften waren nie weit vom Wahnsinn, und beides reut mich nicht: denn ich habe in meinem Maße begreifen lernen, wie man alle außerordentlichen Menschen, die etwas Großes, etwas Unmöglichscheinendes wirkten, von jeher für Trunkene und Wahnsinnige ausschreien musste.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Werther 1. Buch, 12. August
  • Ach ja, Herr Amtmann, ja.
    i] Ist als Schlusswort einer Gellert'schen Fabel sprichwörtlich geworden, in der es auch seine Erklärung findet.
  • Ach ja, solange es Tag ist, werden wir schon den Kopf oben behalten, es ist nicht möglich, zu weichen, solange man schafft, aber die Nacht, die große Nacht wird kommen, wo alle Arbeit aufhören muss.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Soret, 14.2.1830
  • Ach könnte man doch Verstand kaufen, und sei er noch so teuer.
  • Ach lasst uns heut nicht klug sein.
    ndt] Last vns heint nicht klug sein.
    la] Qui addit scientiam, addit dolorem.
  • Ach Luft Luft Clavigo
    Goethe, Clavigo A IV, Guilberts Wohnung / Marie
  • Ach mach' dir nicht ins Hemd.
  • Ach nun wird mir immer bänger
    Welche Miene welche Blicke
    Goethe, Der Zauberlehrling
  • Ach Sie neiget das Haupt, die holde Knospe. Wer gießet.
    eilig erquickendes Naß neben die Wurzeln ihr hin,
    daß sie froh sich entfalte, die schönen Stunden der Blüte.
    nicht zu frühe vergehn, endlich auch reife die Frucht?
    Aber auch mir, mir sinket das Haupt von Sorgen und Mühe.
    Liebes Mädchen Ein Glas schäumendes Weines herbei.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
  • Ach Sie war nicht liebenswürdig, sie liebte, und das ist das größte Unglück, das einem Weibe begegnen kann.
    Goethe, Lehrjahre V11,7
  • Ach so gewiss ist's, dass unser Herz allein sein Glück macht.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Werther 1. Buch, 10. August
  • Ach steigt aufs schönste Dach.
    i] Sorgen gibt es überall.
  • Ach Sünder, wend dich um und lerne Gott erkennen;
    Ich weiß, du wirst ihn bald den lieben Vater nennen.
    Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann (1675)
  • Ach tröstet euch, unser Herrgott hat's g'tan; es ist doch no nit der Verlust von er Chuo.
  • Ach und es nimmt die Gefahr [...] dem Menschen alle Besinnung.
    Goethe, Hermann und Dorothea 1. Gesang Vs 121
  • Ach und Weh über einen schreien (ausrufen).
    fr] Il fit de grands hélas.
    fr] Crier haro sur quelqu'un.
    Zeter über jemanden schreien, jemanden festnehmen, indem man haro dabei schreit.
  • Ach und weh, gibt es aber Mäus' im Bodensee?
  • Ach und Wehe ist das tägliche Brot in der Ehe.
  • Ach wär' i Landvogt, wie wett i d' Bure strofe; wie wett i d' Lüt zwinge, dass s'mer müesstid Geld is Hûs bringe; wie wett i d' Lüt bocke ond ene 's Geld onder de Negle vöra drocke.
    i] Auch dieser, auf Bedrückung hinausgehende Wunsch hat seine Entstehung in dem alten Landvogtei-Wesen der Schweiz
  • Ach wären unsre Professoren doch in Croatien geboren So hätten sie von Rom sich nicht so weit entfernt, und wüssten was man in Sekunda lernt.
    August Wilhelm Schlegel, Die gelehrte Bildung der Croaten
  • Ach Warum muss mein Herz so voll von Liebe sein
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
  • Ach Warum, ihr Götter, ist unendlich.
    Alles, alles, endlich unser Glück nur
    Sternenglanz und Mondes Überschimmer,
    Schattentiefe, Wassersturz und Rauschen.
    Sind unendlich, endlich unser Glück nur.
    Goethe, Pandora / Epimeleia Vs 498f.
  • Ach was wollten wir anfangen, sagte das Mädchen, wenn der liebe Gott nicht wäre.
    Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), Aphorismen (Sudelbücher), 1796 - 1799
  • Ach was!
    Allons donc!
  • Ach was, Sie werden wieder gesund.
    fr] Allons donc, vous vous rétablirez.
  • Ach wat sall dat lang' Toben, sä' de Frû, har är Mann är väör rûtsloan, hâr s' hinn' wedd'rrinngoan.
    i] Was soll das lange Warten, Zögern, Grollen, Sträuben, sagte die Frau, hatte der Mann sie vorn herausgeschlagen, ist sie hinten wieder hineingegangen
  • Ach watt, dat sünd Fîsemetenten.
    Mecklenburg
    i] Ausflüchte, listige Streiche, Chicanen.
  • Ach welch ein Unterschied ist es, ob man sich oder die andern beurteilt.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Wanderjahre II,10
  • Ach Wenn ich nicht so vernünftig wär'.
    Ich täte mir was zuleide
    Heine, Der arme Peter
  • Ach wenn in unsrer engen Zelle.
    Die Lampe freundlich wieder brennt,
    Dann wirds in unserm Busen helle,
    Im Herzen, das sich selber kennt.
    Goethe, Faust I, Studierzimmer / Faust Vs 1194
  • Ach wer daheimen wer.
  • Ach wie bald, ach wie bald, schwinden Schönheit und Gestalt.
    Wilhelm Hauff, Reiters Morgengesang
  • Ach wie glücklich sind die Toten
    Friedrich Schiller, Das Siegesfest
  • Ach wie ist das ein schwere pein, dienen ohn verdienst, arbeiten ohn Lohn, lieben ohn widerlieb.
  • Ach wie oft sah ich große Kunst und gut Ding im Schlaf, desgleichen mir wachend nit fürkommt.
    Albrecht Dürer (1471-1528), Schriftlicher Nachlaß
  • Ach wie schnelle läuft die Uhr, gibst du einen Kuss mir nur.
    Adelbert von Chamisso, Küssen will ich, ich will küssen
  • Ach wie schön, dass du geboren bist! Gratuliere uns, dass wir dich haben, dass wir deines Herzens gute Gaben oft genießen dürfen ohne List.
    Joachim Ringelnatz, Geburtstagsgruß
  • Ach wie trüb ist meinem Sinn,
    Wenn ich in der Fremde bin.
    Maximilian von Schenkendorf (1783-1817), Muttersprache
  • Ach wie unbedeutend erscheint dem Menschen in leidenschaftlichen Augenblicken alles, was ihn umgibt, alles, was ihm angehört
    Goethe, Lehrjahre VIII,2
  • Ach wie weit ist der Himmel! Von der Hölle trennt uns nur ein Zaun.
    Walachei
  • Ach wie zackig!
    Breslau
    i] Ironischer Aufruf für: Ach, wie schön! Daher, weil die zackig geschnittenen Säume u.s.w. den Frauen besonders für schön gelten
  • Ach wüßtest du, wies Fischlein ist
    So wohlig auf dem Grund,
    Du stiegst herunter, wie du bist,
    Und würdest erst gesund.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Der Fischer
  • Ach zwei liebende Herzen, sie sind wie zwei Magnetuhren; was in der einen sich regt, muß auch die andere mitbewegen, denn es ist nur eins, was in beiden wirkt, eine Kraft, die sie durchgeht.
    Goethe, Lehrjahre I,17
  • Ach! aus dem Glück entwickelt oft sich Schmerz.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Natürliche Tochter A II Sz 3
    Hofmeisterin Vs 9176
  • Ach! beim Tabakrauchen bedenkt der Statistiker nur den Tabak. Aber, gerechter Gott! das Vergnügen, nach des Tages getragener Last und Arbeit, in seiner Familie ruhig und vorbereitend zum kurzen Schlaf und der sich morgen wieder erneuernden schweren Arbeit, das Kraut abbrennen zu sehen, das Geschäft des Ausspuckens, und den Ersatz durch teuer erkauften Trunk, die ausruhende Beschäftigung - o großer Gott! das alles bedenkt niemand. Laßt es dem Armen, der es einmal hat, ihr, die ihr alles habt, was ihr wollt, und wechseln könnt, wie es euch gefällt.
    Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), Aphorismen (Sudelbücher), 1784 - 1788
  • Ach! Daß alles bei uns so kurz ist und zerstückelt! In Nacht und Tag abgeteilt und Morgen und Abend, und daß wir den Tag noch mit unserm Mittagsmahl spalten! Und immer essen und verdauen, und so wenig leben und Zeit haben, etwas Großes in einem Stück zu vollenden.
    Wilhelm Heinse, Aphorismen
  • Ach! dass ich Mensch bin, - ein Murmeltier, auf den Alpen passiver Begriffe.
    Christian Morgenstern, Per exemplum
  • Ach! der Menge gefällt, was auf den Marktplatz taugt,
    Und es ehret der Knecht nur den Gewaltsamen;
    An das Göttliche glauben
    Die allein, die es selber sind.
    Friedrich Hölderlin (1770-1843), Menschenbeifall
  • Ach! die Erscheinung war so riesengroß,
    Dass ich mich recht als Zwerg empfinden sollte.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust, I, 1 (Faust)
  • Ach! Die Gattin ist's, die teure,
    Ach! es ist die treue Mutter,
    Die der schwarze Fürst der Schatten
    Wegführt aus dem Arm des Gatten,
    Aus der zarten Kinder Schar,
    Die sie blühend ihm gebar,
    Die sie an der treuen Brust
    Wachsen sah mit Mutterlust -
    Ach! des Hauses zarte Bande
    Sind gelöst auf immerdar:
    Denn sie wohnt im Schattenlande,
    Die des Hauses Mutter war;
    Denn es fehlt ihr treues Walten,
    Ihre Sorge wacht nicht mehr;
    An verwaister Städte schalten
    Wird die Fremde liebeleer.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Lied von der Glocke
  • Ach! Die Rosen welken all'!
    Wilhelm Hauff (1802-1827), Reiters Morgengesang
  • Ach! es ist der Erde Los,
    Blühen, tragen und zerfallen.
    Justinus Kerner (1786-1862), Gedichte: Vom morschen Baum
  • Ach! für des Menschen wilde Brust ist keine Heimat möglich ...
    Friedrich Hölderlin (1770-1843), Hyperion
  • Ach! Ich empfinde es mit so lebhaftem Vergnügen, was es ist, etwas Gutes mit reiner Seele, in Einfalt, ohne Rücksicht auf das Urteil der Menschen zu tun.
    Johann Caspar Lavater (1741-1801), Geheimes Tagebuch, 14.1.1769
  • Ach! Ich hab' sie ja nur auf die Schulter geküßt.
    Karl Millöcker (1842-1899), Der Bettelstudent
  • Ach! lebt von Schmerzen die Liebe nicht
    Und nicht von Liebe das Leben?
    Adelbert von Chamisso (1781-1838), Der Klapperstorch
  • Ach! Luft! Luft! Clavigo!
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Clavigo A IV, Guilberts Wohnung (Marie)
  • Ach! man sollte alles Beste, zumal des Gefühls, nur einmals aussprechen!
    Jean Paul (1763-1825), Die unsichtbare Loge, Mumien, Teil 1, Vorrede
  • Ach! nun wird mir immer bänger!
    Welche Miene! welche Blicke!
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Der Zauberlehrling
  • Ach! Schreiben ist geschäftiger Müßiggang, es kommt mir sauer an. Indem ich schreibe, was ich getan habe, ärgere ich mich über den Verlust der Zeit, in der ich etwas tun könnte.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Götz A IV, Jaxthausen (Götz)
  • Ach! Sie neiget das Haupt, die holde Knospe. Wer gießet
    eilig erquickendes Naß neben die Wurzeln ihr hin,
    daß sie froh sich entfalte, die schönen Stunden der Blüte
    nicht zu frühe vergehn, endlich auch reife die Frucht?
    Aber auch mir, mir sinket das Haupt von Sorgen und Mühe.
    Liebes Mädchen! Ein Glas schäumendes Weines herbei.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
  • Ach! Sie war nicht liebenswürdig, sie liebte, und das ist das größte Unglück, das einem Weibe begegnen kann.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Lehrjahre V11,7
  • Ach! So ist der Menschen Geschlecht: wir sehnen und hoffen,
    Und das ersehnte Glück wird uns errungen zur Last.
    Theodor Körner (1791-1813), Erinnerung an Karlsbad 1811
  • Ach! und es nimmt die Gefahr [ ... ] dem Menschen alle Besinnung ...
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Hermann und Dorothea 1. Gesang Vs 121
  • Ach! unsre Taten selbst, so gut als unsre Leiden,
    Sie hemmen unsres Lebens Gang.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust I, Nacht (Faust) Vs 632
  • Ach! wären unsre Professoren doch in Croatien geboren! So hätten sie von Rom sich nicht so weit entfernt, und wüssten was man in Sekunda lernt.
    August Wilhelm Schlegel, Die gelehrte Bildung der Croaten
  • Ach! Warum muss mein Herz so voll von Liebe sein!
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
  • Ach! Warum, ihr Götter, ist unendlich
    Alles, alles, endlich unser Glück nur!
    Sternenglanz und Mondes Überschimmer,
    Schattentiefe, Wassersturz und Rauschen
    Sind unendlich, endlich unser Glück nur.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Pandora (Epimeleia) Vs 498f.
  • Ach! wenn ich nicht gar zu vernünftig wär',
    Ich tät mir was zuleide.
    Heinrich Heine (1797-1856), Buch der Lieder: Der arme Peter
  • Ach! wenn in unsrer engen Zelle
    Die Lampe freundlich wieder brennt,
    Dann wirds in unserm Busen helle,
    Im Herzen, das sich selber kennt.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust I, Studierzimmer (Faust) Vs 1194f.
  • Ach! wenn man so in sein Museum gebannt ist
    Und sieht die Welt kaum einen Feiertag,
    Kaum durch ein Fernglas, nur von weiten,
    Wie soll man sie durch Überredung leiten?
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust I, Nacht (Wagner) Vs 530f.
  • Ach! wer doch wieder gesundete!
    Welch unerträgliche Schmerzen!
    Wie die Schlange, die verwundete,
    Krümmt sichs im eignen Herzen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Zahme Xenien VIII
  • Ach! wie süß träumt man die frühen Stunden,
    Wo man von der Mutterliebe lebt.
    Theodor Körner (1791-1813), Wiegenlied
  • Ach! wie unbedeutend erscheint dem Menschen in leidenschaftlichen Augenblicken alles, was ihn umgibt, alles, was ihm angehört!
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Lehrjahre VIII,2
  • Ach! zwei liebende Herzen, sie sind wie zwei Magnetuhren, was in der einen sich regt, muss auch die andere mitbewegen, denn es ist nur eins, was in beiden wirkt, eine Kraft, die sie durchgeht.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Lehrjahre I,17
  • Ach!, der Gott in uns ist immer einsam und arm. Wo findet er alle seine Verwandten? Die einst da waren und da sein werden? Wann kommt das große Wiedersehen der Geister? Denn einmal waren wir doch, wie ich glaube, alle beisammen.
    Friedrich Hölderlin (1770-1843), Fragment von Hyperion
  • Ach, alle diese Schriftsteller besitzen nichts als Geist und Kunstfertigkeit.
    Voltaire, Der ehrliche Hurone
  • Ach, alle Wissenschaft ähnelt in einem Punkte dem Greisentum, dessen schlimmes Symptom die Kenntnis des Lebens ist, als welche uns hindert, in Leidenschaft zu geraten und um nichts Thorheiten zu begehen. Ich wünschte, nachdem ich Italien gesehen habe, daß ich in Neapel das Wasser des Lethe fände, Alles vergessen, und dann meine Reise von vorne anfangen, und so meine Tage hinbringen könnte. Aber dies wohlthätige Wasser existiert nicht. Jede neue Reise, die man in diesem Lande macht, hat ihre besondere Physiognomie, und unglücklicherweise schleicht sich nach und nach immer mehr Wissenschaft ein. Statt die Ruinen des Jupiter-Tempels wie vor sechsundzwanzig Jahren zu bewundern, zappelt meine Phantasie in alle den Dummheiten, die ich darüber gelesen habe.
    Stendhal, Ueber Kunst im Allgemeinen
  • Ach, allzu lästig scheint, ich weiß es wohl,
    Uns unwillkommne Hilfe! Sie erregt
    Nur innern Zwiespalt.
    Goethe, Natürliche Tochter A IV Sz 3 / Gerichtsrat Vs 2258
  • Ach, als ich noch kein Spitzel war,
    Welch kreuzerbärmlich Los!
    Dreitausend Reichsmark jedes Jahr,
    Das macht sich ganz famos.
    Karl Henckell (1864-1929), Lockspitzellied
  • Ach, an der Erde Brust.
    Sind wir zum Leide da
    Goethe, Faust I, Nacht / Chor der Jünger Vs 791
  • Ach, armer Yorik.
    en] Alas, poor Yorik.
    William Shakespeare (1564-1616), Hamlet V, Szene 1
  • Ach, aus dieses Tales Gründen,
    Die der kalte Nebel drückt,
    Könnt ich doch den Ausgang finden!
    Ach, wie fühlt ich mich beglückt!
    Friedrich Schiller (1759-1805), Sehnsucht
  • Ach, da ich irrte, hatt' ich viel Gespielen;
    Da ich dich kenne, bin ich fast allein.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Gedichte, Zuneigung (Es handelt sich um die Wahrheit)
  • Ach, damals, wie oft habe ich mich mit Fittichen eines Kranichs, der über mich hinflog, zu dem Ufer des ungemessenen Meeres gesehnt, aus dem schäumenden Becher des Unendlichen jene schwellende Lebenswonne zu trinken und nur einen Augenblick, in der eingeschränkten Kraft meines Busens, einen Tropfen der Seligkeit des Wesens zu fühlen, das alles in sich und durch sich hervorbringt.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Werther 1. Buch, 18. August
  • Ach, daß der Liebesgott, trotz seinen Binden,
    Zu seinem Ziel stets Pfade weiß zu finden
    en] Alas that love, whose view is muffled, still.
    Should without eyes see pathways to his will
    Shakespeare, Romeo und Julia I,1
  • Ach, das Fieber ist keine Krankheit, aber die Eifersucht ist eine.
    Afrika
    nl] Wat de liefde niet ziet, dat grijpt ze.
  • Ach, das Gefühl auf Kamelrücken gewiegt zu werden! Vor sich einen ganz roten Himmel, ganz braunen Sand, einen flammend hingestreckten Horizont, gewelltes Gelände.
    Gustave Flaubert (1821-1880), November
  • Ach, das ist das Schöne an der Jugend, dass sie mit ebensoviel Hoffnungen operiert wie das Alter mit Erinnerungen ...
    Bertha von Suttner (1843-1914), Lebenserinnerungen
  • Ach, das Leben des Menschen ist, wie jeder Strom, bei seinem Ursprunge am höchsten. Es fließt nur fort, indem es fällt - In das Meer müssen wir alle. Wir sinken und sinken, bis wir so niedrig stehen, wie die andern, und das Schicksal zwingt uns, so zu sein, wie die, die wir verachten.
    Heinrich von Kleist (1777-1811), an Adolfine von Werdeck, 28. 7. 1801
  • Ach, das waren noch Zeiten, als ich noch alles glaubte, was ich hörte.
    Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799)
  • Ach, dass den Augen eine Kunst gebricht: Sie malen was sie schaun, die Liebe nicht.
    William Shakespeare, Shakespeares Sonette
  • Ach, dass der Liebesgott trotz seinen Binden
    Zu seinem Ziel stets Pfade weiß zu finden!
    William Shakespeare (1564-1616), Romeo und Julia, I, 1 (Romeo)
  • Ach, dass der Liebesgott, so mild im Scheine,
    So grausam in der Prob' erfunden wird!
    en] Alas that love, so gentle in his view,
    Should be so tyrannous and rough in proof!
    William Shakespeare (1564-1616), Romeo und Julia I,1
  • Ach, dass der Mensch so häufig irrt
    Und nie recht weiß, was kommen wird!
    Wilhelm Busch (1832-1908). Zu guter Letzt
  • Ach, dass der Trug so holde Bildung stiehlt
    Und Bosheit mit der Tugend Larve deckt!
    en] Ah! that deceit should steal such gentle shapes,
    And with a virtuous vizard hide deep vice!
    William Shakespeare (1564-1616), König Richard III. II, 2
  • Ach, dass der Unbestand immer das Lieblichste bleibt!
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Weissagungen des Bakis, Nr. 20
  • Ach, dass die Einfalt, dass die Unschuld nie
    Sich selbst und ihren heilgen Wert erkennt!
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust I, Garten (Faust) Vs 3102
  • Ach, dass die innre Schöpfungskraft
    Durch meinen Sinn erschölle!
    dass eine Bildung voller Saft
    Aus meinen Fingern quölle!
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Künstlers Abendlied
  • Ach, dass die Menschen so unglücklich sind!
    Gewiss, ich will für ihn manch Requiem noch beten.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust I, Der Nachbarin Haus (Margarete) Vs 2941
  • Ach, dass die Stolzen müssten zuschande werden!
    Psalm 119, 78
  • Ach, dass ein Herz von Frühlingswonne
    Stets träumt, wenn ihrer es entbehrt!
    Anastasius Grün (1806-1876), Der letzte Ritter
  • Ach, dass es doch wie damals wär'!
    Doch kommt die schöne Zeit nicht wieder her.
    August Kopisch (1799-1853), Die Heinzelmännchen
  • Ach, dass Gewerb und Pflicht uns dazu treiben!
    Mit wieviel Schmerz verlässt man manchen Ort
    Und darf doch nun einmal nicht bleiben!
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust I, Garten (Mephisto) Vs 3086
  • Ach, dass hienieden nichts dauert, dass das plötzliche Ende desto bittrer ist, je süßer uns die Freude dünkte!
    Francesco Petrarca (1304-1374), Petrarca über sich selbst
  • Ach, dass ich meine armen Kinder so geschlagen, klagte der Bauer, und sie waren des Pfaffen.
  • Ach, dass ich nicht vergessen mag,
    Wie einstens froh die Leute waren!
    Froh konnt ein Froher sich gebaren,
    Entgegenjauchzt sein Herze wonniglicher Zeit!
    Soll das nimmermehr geschehn,
    Dann schmerzt mich's, dass ich's je gesehn.
    Walther von der Vogelweide (1170-1230)
  • Ach, dass man nicht der Wege zwei zugleich Begehen kann! Indem wir diesen wandern,
    Bleibt jener; und auch dieser schien uns gleich,
    Weil wir zu sehnlich dachten an den andern.
    Johann Georg Fischer (1816-1897), Hüben und Drüben
  • Ach, dass wir doch, dem reinen stillen Wink
    Des Herzens nachzugehn, so sehr verlernen!
    Ganz leise spricht ein Gott in unsrer Brust,
    Ganz leise, ganz vernehmlich, zeigt uns an,
    Was zu ergreifen ist und was zu fliehn.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Tasso A III Sz 2 (Prinzessin) Vs 1670f.
  • Ach, dass wir Menschen nicht, wie die Waldvögelein,
    Ein jeder seinen Ton mit Lust zusammen schrein!
    Angelus Silesius (1624-1677), Der cherubinische Wandersmann (1675)
  • Ach, dem Landmann ist ein Gatte unentbehrlich. Der Städter mag seiner entbehren, ich will es glauben, das Geräusch der Stadt kann seine geheimen Wünsche unterdrücken, er lernt das Glück nicht vermissen, das er entbehrt. Aber der Landmann ist ohne Gattin immer unglücklich.
    Heinrich von Kleist, an Ulrike von Kleist, Mai 1799
  • Ach, den Lippen entquillt Fülle des Herzens so leicht!
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Römische Elegien XX
  • Ach, der Gott in uns ist immer einsam und arm. Wo findet er alle seine Verwandten? Die einst da waren und da sein werden? Wann kommt das große Wiedersehen der Geister? Denn einmal waren wir doch, wie ich glaube, alle beisammen.
    Friedrich Hölderlin, Fragment von Hyperion
  • Ach, der Kön'ge hartes Schicksal,
    Dass, wenn man sie nicht mehr fürchtet,
    Dann nur ihnen Wahrheit spricht! ...
    Auch zu andern, andern Zeiten
    Sagt man ihnen wohl die Wahrheit;
    Aber sie, sie hören nicht.
    Johann Gottfried Herder (1744-1803), Cid, II, 32
  • Ach, der Liebesschmerz ist der einzige Liebhaber so mancher stillen Mädchenseele ...
    Jeremias Gotthelf (1797-1854), Anne Bäbl Jowäger
  • Ach, der Tugend schöne Werke,
    Gerne möcht' ich sie erwischen,
    Doch ich merke, doch ich merke,
    Immer kommt mir was dazwischen.
    Wilhelm Busch (1832-1908), Kritik des Herzens
  • Ach, der unselige Ehrgeiz, er ist ein Gift für alle Freuden.
    Heinrich von Kleist, an Wilhelmine von Zenge, 10. Oktober 1801
  • Ach, des Geistes wurde ich oft müde, als ich auch das Gesindel geistreich fand!
    Friedrich Nietzsche (1844-1900), Zarathustra, II, Vom Gesindel
  • Ach, des Himmels Gründe,
    Sandbänke sind sie gegen dieses Auges Tiefen!
    Christian Dietrich Grabbe (1801-1836), Don Juan u. Faust (1829), A. 2, Sz. 1 (Faust)
  • Ach, des Lebens schönste Feier
    Endig auch den Lebensmai,
    Mit dem Gürtel, mit dem Schleier
    Reißt der schöne Wahn entzwei!
    Friedrich Schiller (1759-1805), Lied von der Glocke
  • Ach, die bleiche Wintersonne! Sie ist traurig wie eine glückliche Erinnerung.
    Gustave Flaubert (1821-1880), November
  • Ach, die Elenden, die Kriege führen!
    Lukan (39-65), Der Bürgerkrieg
  • Ach, die Erde kühlt die Liebe nicht.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Die Braut von Korinth
  • Ach, die Menschen sind gar zu albern, niederträchtig und methodisch absurd, man muss so lange leben als ich, um sie ganz verachten zu lernen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), F.v.Müller, 11.6.1822
  • Ach, die Schande, die brennt nur kurz, die Wunde verheilt und tut nicht weh, wenn das Mal auch in Ewigkeit bleibt.
    Józef Ignacy Kraszewski (1812-1887), Gräfin Cosel
  • Ach, die Tür des Glückes geht nicht nach innen, so dass man auf dieselbe losstürmen und sie aufdrücken könnte.
    Søren Kierkegaard, Entweder-Oder
  • Ach, die Welt ist so geräumig, und der Kopf ist so beschränkt.
    Wilhelm Busch, Beschränkt
  • Ach, die Welt ist Sterbenden so süß.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Elegie auf den Tod eines Jünglings
  • Ach, die Welt wurde für Männer geschaffen, nicht für Frauen.
    Oscar Wilde (1854-1900), Eine Frau ohne Bedeutung
  • Ach, die zärtlichen Herzen! ein Pfuscher vermag sie zu rühren,
    Sei es mein einziges Glück, dich zu berühren, Natur!
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Venezianische Epigramme 77
  • Ach, diese Armut der Seelen zu zweien! Ach, dieser Schmutz der Seelen zu zweien! Ach, dieses erbärmliche Behagen zu zweien! Ehe nennen sie dies alles, und sie sagen, ihre Ehen seien im Himmel geschlossen.
    Friedrich Nietzsche (1844-1900), Also sprach Zarathustra
  • Ach, diese dumme Gefälligkeit, sobald jemand was will, sagt man ja.
    Franziska Gräfin zu Reventlow (1871-1918), Tagebücher
  • Ach, diese lange tiefe Qual,
    Wie dauert sie auf Erden!
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Sehnsucht
  • Ach, du armer Zoale.
    Schlesien
    i] Rufen Frauen aus beim Anblick eines kleinen, sehwächlichen Kindes. Auch Ausdruck des Mitleidens und Erbarmens frierender Bettelkinder.
  • Ach, du Ärmster / du Ärmste!
  • Ach, du kriegst 'n Dot in de Woten (Waden).
    Ukermark
    i] Ausruf des Schreckens.
  • Ach, du leiwe Güt, fief Boengers in ein Tüt!
  • Ach, du liebe Rute, du tust mir viel zu Gute.
    i] Aus einer 1540 unter dem Titel: Von den sieben bösen Geistern, welche Küster und Dorfschulmeister regieren, erschienenen Schrift
  • Ach, du lieber Augustin, alles ist hin!
    Stock ist hin, Rock ist hin, Madl ist hin, Geld ist hin!
    Ach, du lieber Augustin, alles ist hin!
    Wiener Gassenhauer
  • Ach, du lieber Gott, gib unserm Herrn ein'n sel'gen (o. bald'gen) Tod, auf dass uns bleibt ein Bissen Brot.
  • Ach, du meine Güte!
    i] Ausruf des Erstaunens, Güte = Gott.
    berlinisch] Ach, du dicker Vater! (mit dem Zusatz: Hast du dünne Kinder!). - Ach, du dicke Eiche!
  • Ach, du, mein Ludewig, komm her und nudle mich.
    Pommern
  • Ach, dürft ich fassen
    Und halten ihn
    Und küssen ihn,
    So wie ich wollt,
    An seinen Küssen
    Vergehen sollt!
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust I, Gretchens Stube (Gretchen) Vs 3408
  • Ach, dus is a Schmückler.
    Jüdisch-deutsch, Warschau
    i] Bortenmacher, Posamentier. Euphemistisch für Schwindler, der seine Worte drehen und wenden kann, wie es ihm sein Vorteil gebietet, ungefähr wie die Bortenmacher mit den seidenen Schnüren verfahren.
  • Ach, einem Mädchen zu traun,
    Ist eitel Torheit.
    Lorenzo da Ponte (1749-1838), Figaros Hochzeit, IV, 22 (Figaro)
  • Ach, es geschehen keine Wunder mehr!
    Friedrich Schiller (1759-1805), Die Jungfrau von Orleans
  • Ach, es ist der Erde Los
    Blühen, tragen und zerfallen.
    Justinus Kerner (1786-1862), Vom morschen Baum
  • Ach, es ist niemandem erlaubt, auf die unwilligen Götter zu vertrauen!
    Vergil (70-19 v. Chr.), Aeneis
  • Ach, es ist so dunkel in des Todes Kammer,
    Tönt so traurig, wenn er sich bewegt
    Und nun aufhebt seinen schweren Hammer
    Und die Stunde schlägt.
    Matthias Claudius (1740-1815), Der Tod
  • Ach, es ist zu spät, sprach die Frau, als der Knecht sie bei dem Leichenzug ihres Mannes um Heirat anging.
  • Ach, es muss öde und leer und traurig sein, später zu sterben als das Herz - aber noch lebt es.
    Heinrich von Kleist (1777-1811), an Caroline von Schlieben, 18. Juli 1801
  • Ach, es versucht uns nichts so mächtig an der Mangel.
    Die klügsten Fische treibt der Hunger an die Angel.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
  • Ach, es war nicht meine Wahl!
    Friedrich Schiller (1759-1805), Die Jungfrau von Orleans IV, 1
  • Ach, flüchtig entgleiten die Jahre!
    la] Eheu fugaces, Postume, Postume, labuntur anni.
    Horaz (65-8 v. Chr.), Oden
  • Ach, Freundchen, rede nicht so wild,
    Bezähme deine Zunge!
    Ein jeder Wunsch, wenn er erfüllt,
    Kriegt augenblicklich Junge.
    Wilhelm Busch (1832-1908), Schein und Sein: Niemals
  • Ach, Fröhlichkeit und Trauern
    Mag Tageslänge dauern.
    Am Abend sieht sich gleich das Glück.
    Georg Philipp Schmidt von Lübeck (1766-1849)
  • Ach, gestern schossen sie hier voll Wut. Die Bäume stehen bespritzt mit Blut.
    Max Dauthendey (1867-1918), Gestern und heute
  • Ach, goldne Ruhe, kehre wieder!
    Emanuel Schikaneder (1751-1812)/Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Die Zauberflöte, II, 19
  • Ach, hätt ich fleißiger studiert,
    Dem Wein entsagt, der Lust am Weibe,
    Gesitteter mich aufgeführt,
    Gesichert wären Bett und Bleibe.
    François Villon (1431-1463), Das Testament
  • Ach, hätte die Welt nie von Gott gewusst, sie würde glücklicher sein!
    Karl Gutzkow (1811-1878), Vorrede zum Neudruck von Schleiermachers Briefen über Schlegels Lucinde
  • Ach, Herr Pastor, ich verlange nichts dafür, sagte das Mädchen, als er sie fragte, was sie mit ihren Sünden verdient habe.
  • Ach, Herr Schutzmann, bitte sehr, machen Sie mir doch die Ehr', führen Sie mich aufs Revier, dass ich nicht versumpfe hier.
    Maxim Gorki, Malva
  • Ach, hielt die Elster doch das Maul! Ach, wäre sie doch faul!
    Johann Wilhelm Ludwig Gleim, Die Elster und der Uhu
  • Ach, himmlischer Gott, was schwindelt man sich alles vor, wenn es ein wenig Frühling ist, sogar, dass die Menschen nicht entsetzlich wären.
    Franziska Gräfin zu Reventlow (1871-1918), Tagebücher
  • Ach, ich Armer!
    la] Vae misero mihi!
  • Ach, ich bin des Treibens müde!
    Was soll all der Schmerz und Lust?
    Süßer Friede, komm', ach komm' in meine Brust!
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Wandrers Nachtlied
  • Ach, ich bin gelaufen, gelaufen und hingefallen, wieder aufgestanden, umgeworfen, wieder aufgesammelt, bis ich da angekommen bin, wo mein Ziel anfängt.
    Franziska Gräfin zu Reventlow (1871-1918), Tagebücher
  • Ach, ich fühl es wohl, wir scheiden
    Kaum so schwer von wahren Freuden
    Als von einem schönen Traum.
    Franz Grillparzer (1791-1872), Ahnfrau, II
  • Ach, ich fühl es! Keine Tugend
    Ist so recht nach meinem Sinn; - Stets befind ich mich am wohlsten,
    Wenn ich damit fertig bin.
    Dahingegen so ein Laster,
    Ja, das macht mir viel Pläsir;
    Und ich hab die hübschen Sachen
    Lieber vor als hinter mir.
    Wilhelm Busch (1832-1908), Kritik des Herzens
  • Ach, ich hab' sie ja nur auf die Schulter geküsst.
    geflügeltes Wort
  • Ach, ich habe sie verloren!
    Christoph Willibald Gluck (1714-1787), Orpheus und Eurydike
  • Ach, ich kann es nicht erreichen,
    Und das Herz bleibt ungestillt.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Jüngling am Bache
  • Ach, ich könnte alle Hennen küssen, die so lang gezogene Kugeln legen.
    Joachim Ringelnatz, Ostern
  • Ach, ich merk es! Wehe! wehe!
    Hab ich doch das Wort vergessen!
    Ach, das Wort, worauf am Ende
    Er das wird, was er gewesen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Der Zauberlehrling
  • Ach, ich sah den Himmel offen
    Und der Sel'gen Angesicht!
    Doch auf Erden ist mein Hoffen,
    Und im Himmel ist es nicht!
    Friedrich Schiller (1759-1805), Die Jungfrau von Orleans IV, 1
  • Ach, ich wünschte - hat noch nie ein Haus gebaut.
  • Ach, ihr Götter! große Götter
    In dem weiten Himmel droben!
    Gäbet ihr uns auf der Erde
    Festen Sinn und guten Mut,
    O wir ließen euch, ihr Guten,
    Euren weiten Himmel droben!
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Menschengefühl
  • Ach, in der Ferne zeigt sich alles reiner,
    Was in der Gegenwart um nur verwirrt.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Tasso A IV SZ 2 (Leonore) Vs 2402
  • Ach, irdische Größe erlischt wie ein Traum.
    Albert Lortzing (1801-1851), Zar und Zimmermann
  • Ach, Lieb und Treu ist wie ein Traum,
    Ein Stündlein wohl vor Tag.
    Eduard Mörike (1804-1875), Ein Stündlein wohl vor Tag
  • Ach, Liebe, du wohl unsterblich bist!
    Nicht kann Verrat und hämische List
    Dein göttlich Leben töten.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Der Müllerin Reue
  • Ach, lieber Herr,
    Das Wasser schmeckt mir gar nicht sehr,
    Dieweil darin ersäufet sind
    All sündhaft Vieh und Menschenkind.
    August Kopisch (1799-1853), Historie von Noah
  • Ach, liebste Madam Ludewig, ne, so was dut der Peter nich.
    Stettin
  • Ach, man fühlt mit sechzehn Jahren
    Leicht der Liebe Lust und Schmerz.
    Mélesville (1787-1865), Herolds Oper, Zamba, I, 2
  • Ach, man lernt, wenn man muss; man lernt, wenn man einen Ausweg will; man lernt rücksichtslos. Man beaufsichtigt sich selbst mit der Peitsche; man zerfleischt sich beim geringsten Widerstand.
    Franz Kafka (1883-1924), Ein Bericht für eine Akademie
  • Ach, man schlägt sich, man verträgt sich,
    Und ganz plötzlich ist man sechzig.
    Ein Jahr ins andre schiebt sich,
    Und auf einmal ist man siebzig.
    Kaum noch viel Gedanken macht sich,
    Wer sich zubewegt auf achtzig.
    Schafft er's wohl auch noch bis neunzig?
    Günstig wär's, denn's reimt sich.
  • Ach, man sparte viel,
    Seltner wäre verruckt das Ziel,
    Wär weniger Dumpfheit, vergebenes Sehnen,
    Ich könnte viel glücklicher sein -
    Gäbs nur keinen Wein
    Und keine Weibertränen!
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Stoßseufzer
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