DICTUM

Sprichwort, adage, proverb, saw, saying, byword, proverbe, proverbio, refrán, frase proverbial, ditado, provérbio, przysłowie, Redensart, colloqualism, idiom, expression, phrase, tournure, poncif, dicton, expresión, frase hecha, locución, frase fatta, modo di dire, expressão idiomática, powiedzenie, powiedzonko, Zitat, quotation, citation, excerpt, quote, cita, citazione, detto, sentenza, passo, citação, Sentenz, sententia, proverbium, adagio, adagium, locutio, dictum, Spruch, carmen, elogium, pronuntatio, Redensart, phrase, collocation, locution

  • Béranger, Pierre Jean] Béranger ist ein Talent, das sich selber genug ist. Er hat daher auch nie einer Partei gedient. Er empfindet zu viel Satisfaktion in seinem Innern, als dass ihm die Welt etwas geben oder nehmen könnte.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Eckermann, 2.3.1871
  • Béranger, Pierre Jean] Er ist der Sohn armer Eltern, der Abkömmling eines armen Schneiders, dann armer Buchdruckerlehrling, dann mit kleinem Gehalte angestellt zu irgendeinem Bureau; er hat nie eine gelehrte Schule, nie eine Universität besucht, und doch sind seine Lieder so voll reifer Bildung, so voll Grazie, so voll Geist und feinster Ironie und von einer solchen Kunstvollendung und meisterhaften Behandlung der Sprache, dass er nicht bloß die Bewunderung von Frankreich, sondern des ganzen gebildeten Europas ist.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Eckermann, 3.3.1827
  • Béranger, Pierre Jean] Seine Lieder haben jahraus jahrein Millionen froher Menschen gemacht; sie sind durchaus mundrecht auch für die arbeitende Klasse, während sie sich über das Niveau des Gewöhnlichen so sehr erheben, dass das Volk im Umgange mit diesen anmutigen Geistern gewöhnt und genötigt wird, selbst edler und besser zu denken.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Eckermann, 14.3.1830
  • Béranger, Pierre Jean] Übrigens hat Béranger in seinen politischen Gedichten sich ab Wohltäter sein Nation erwiesen. Nach der Invasion der Alliierten fanden die Franzosen in ihm das beste Organ iihrer gedrückten Gefühle.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Eckermann, 4.5.1827
  • Berappen.
    es] Apoquinar, soltar la mosca (argot).
  • Berat dich Gott bricht keinem den Steck'.
  • Berät man's, so verrät man's.
  • Beratdichgott bricht keinem den Sack.
  • Berate dich beim Wein, aber entschließ dich später beim Wasser.
    England
  • Berate dich, wenn du sonst niemanden hast, mit deinem Knie.
    Japan
  • Berate langsam und vollziehe schnell.
  • Berater der Götter.
    la] consiliator deorum
  • Beratschlagen Große, so sprechen sie in Gleichnissen.
    Kaguru (Ostafrika)
  • Beratschlagt draußen auf See, wer das Schiff führen soll.
    Samoa-Inseln.
    i] Dort zeigt sich der Erfahrene)
  • Beratung ist ein kostenloses Geschenk, das teuer werden kann für den, der es bekommt.
  • Beraube den Armen nicht, ob er wohl arm ist.
  • Beräucherte Ahnenbilder sind alte Warenschilder.
    la] Fumosae imagines.
  • Berausche dich nicht, so wirst du nicht sündigen.
  • Berdikit-dikit, lama-lama menjadi bukit.
  • Bere alla Greca.
  • bere come una spugna (o.un otre o.un lanzo)
  • Bere etxe pobrea, erregerena baino hobea.
  • bere il calice fino alla feccia
  • Bere sangue di drago, e pascersi di cameleonte.
  • Berechne zuerst die Größe des Knochens nach deiner Kehle, ehe du ihn herunterschluckst.
  • Berechnest du auch ganz genau die Rolle, so du übernommen, bei einer schönen klugen Frau wirst du aus dem Concepte kommen.
    L. Schücking, Welt und Zeit, Berlin 1855
  • Berechnung und Klugheit sind charakterische Eigenschaften eines Feldherrn.
    Publius Cornelius Tacitus (58-120), Historien
  • Berechnung wie viel jünger man wird, wenn man des Morgends um 3 Uhr aufsteht.
    i] Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), Aphorismen (Sudelbücher), 1772 - 1773
  • Beredsamkeit ist Gedankenmalerei; darum machen jene, die nach dem Malen noch etwas beifügen, ein Gemälde statt eines Porträts.
    Blaise Pascal (1623-1662), Pensées
  • Beredsamkeit ist Macht, denn sie ist anscheinende Klugheit.
    Thomas Hobbes (1588-1679), Leviathan
  • Beredsamkeit und Wahrheit sind Nachbarn aber keine Freunde.
    Jean Paul (1763-1825)
  • Beredsamkeit, die nicht mit der Logik übereinstimmt, Wahrhaftigkeit, die nicht mit der Vernunft übereinstimmt, Mut, der nicht mit der Gerechtigkeit übereinstimmt, Gesetzlichkeit, die nicht mit der sinngemäßen Anwendung übereinstimmt, sind wie ein irrender Wanderer auf schnellem Rosse oder wie ein Wahnsinniger, der ein scharfes Schwert schwingt.
  • Beredt beim Wein(trinken).
    la] ad vinum diserti. Cicero (106-43 v. Chr.), Pro Caelio
  • Beredt sein ist eine herrliche Gabe, aber fromm sein ist besser.
  • Beredter als selbst Cicero.
    la] Cicerone disertius ipso
  • Beredter Gefährte ist so gut wie ein Wagen.
  • Beredter Mund geht nicht zugrund.
  • Beredter Mund spricht aus Herzensgrund.
  • Beredtes Schweigen.
  • Bereichere dich an dem, was du umsonst haben kannst, was etwas kostet, dem geh' aus dem Wege.
    i] Was man umsonst haben kann, ist stets annehmbar, daher verschmäht kein Morgenländer auch das kleinste Geschenk.
  • Bereist ein ochs die ganze welt,
    man hieße ihn doch nur ein rind.
    Oswald von Wolkenstein (1377-1445), Wer hier um dieser weiten Lust
  • Bereit bis auf den letzten Gamaschenknopf.
    i] Sagte im Juli 1870 der französische Kriegsminister Le Boeuf vor der Kriegserklärung gegen Deutschland.
  • Bereit geld im Kasten ist ein guter Hase.
  • Bereit geld leidet keinen kummer.
    nl] Gereed geld lijdt geen' kommer.
  • Bereit im Sommer den Schlitten, im Winter den Wagen!
  • Bereit ist ein guter Mann, aber Fähig ist ein besserer.
  • Bereit oder nicht, zu gehen,
    Er muss vor seinem Richter stehen!
    Friedrich Schiller (1759-1805), Wilhelm Tell, IV, 3 (Barmherzige Brüder)
  • Bereit sein ist alles.
    William Shakespeare (1564 - 1616), Hamlet V, 2
    The readiness is all.
  • Bereit sein ist viel, warten können ist mehr, doch erst: Den rechten Augenblick nützen ist alles.
    Arthur Schnitzler (1862-1931), Buch der Sprüche und Bedenken
  • Bereit und aufrichtig.
    i] Wahlspruch Calvins.
    la] Prompte et sincere.
  • Bereit zum Untergang ist reif zum Aufgang.
    i] Emil Gött, Aphorismen
  • Bereite (d. i. mach) im Winter Räder, dann kannst du im Sommer fahren.
    ee] Valmista talve ajal rattaid, siis sui ajal võid sõita.
  • Bereite den Regenschirm vor, bevor es regnet.
  • Bereite der Henne ein Nest, und sie wird Eier für dich legen.
    Portugal
  • Bereite dich aufs Unheil vor, noch ehe du in der Knospe bist.
    China
  • Bereite Hand lobt alles Land.
  • Bereite Honig, mein Sohn, sei aber nicht so verliebt darein, dass du ihn selber issest.
    Russland
  • Bereitet euch auf den Kampf vor!
  • Bereitet man den Hühnern nicht beizeiten ein Bett, so legen sie in die Nesseln.
  • Bereits halten sich die Schandtaten nicht mehr heimlich, sie treten vor jedermanns Augen auf, und die Schlechtigkeit ist so öffentlich geworden und hat sich in eines jeden Brust so gewaltig gemacht, dass die Unschuld nicht etwa nur eine Seltenheit geworden, sondern gar nicht mehr zu finden ist, denn hat wohl etwa nur der eine oder der andre das Gesetz durchbrochen? Von allen Seiten, wie auf ein verabredetes Zeichen, haben sie sich erhoben, um Recht und Unrecht eins zu machen.
    Lucius Annaeus Seneca (1-65), Drei Bücher über den Zorn
  • Bereits hat sich auch der Monotheismus in einen alles umfassenden, alles durchdringenden Pantheismus aufgelöst und verflüchtigt sich immer mehr.
    August Bebel (1840-1913), deutscher Politiker, Mitbegründer der SPD
  • Bereits mit der Geburt geht man seinem Vaterlande gegenüber eine Schuld ein, von der man sich niemals ganz befreien kann.
    Charles de Secondat, Baron de Montesquieu (1689-1755), Geist der Gesetze
  • Bereits vergeben sein.
  • Bereitung braucht es nicht voran:.
    Beisammen wind wir, fanget an!
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust I, Studierzimmer.
    Mephisto Vs 1445
  • Bereitwilligkeit ist die Kunst, gern zu tun, was man ohnehin tun muss.
  • Berenjena ni hincha ni llena.
  • Berenjenas de Almagro y (el) vino del jarro.
  • Beretta in mano non fece mai danno.
  • Beretta rossa.
  • Bereu'n? Das wäre memmenhaft und weibisch.
    en] Relent! 'tis cowardly and womanish.
    William Shakespeare (1564-1616), Richard III. (1592), übersetzt von Schlegel, Akt 1, Szene 4 (Erster Mörder)
  • Bereue nie, zu wenig gegessen zu haben.
    Estland
  • Bereuen heißt, sich selbst im Stich lasse.
  • Bereuen ist gemein. Tugend fürs Publikum.
    Otto Julius Bierbaum, Die Schatulle des Grafen Thrümmel
  • Bereuen ist gut, aber nichts Böses tun, ist besser.
    Gustave Flaubert (1821-1880), an George Sand, 1871
  • Bereust du nie, was du tust?' fragte Agathe rasch. Ich habe den Eindruck, dass du nie etwas bereust. Etwas Ähnliches hast du auch einmal selbst gesagt.' 'Gott im Himmel,' gab nun Ulrich zur Antwort, der wieder ausschritt 'in jedem Minus steckt ein Plus. Vielleicht habe ich so etwas gesagt, aber man braucht das doch nicht allzu wörtlich zu nehmen.' 'In allem Minus ein Plus?' 'In allem Schlechten etwas Gutes. Oder wenigstens in vielem Schlechtem. Gewöhnlich steckt in einer menschlichen Minusvariante eine nicht erkannte Plusvariante: das habe ich wahrscheinlich sagen wollen. Und wenn du etwas bereust, so kannst du doch gerade darin die Kraft finden, etwas so Gutes zu tun, wie du es sonst nie zustandebrächtest. Nie ist das, was man tut, entscheidend, sondern immer erst das, was man danach tut!'.
    Robert Musil (1880-1942), Der Mann ohne Eigenschaften
  • Bereut und wandelt euch.
    la] Paenitemini igitur et convertimini.
  • Berg und Berg kommen nicht zusammen, aber Mensch und Mensch.
    Armenien
  • Berg und Tal kommen nicht zusammen, wohl aber die Menschen.
    var] Berg und Tal kommen nicht zusammen, aber die Leute (o. aber gute Menschen wohl).
    i] Das Sprichwort gilt von dem unvermuteten Zusammentreffen zweier Personen, die lange Zeit fern von einander gelebt haben.
    fr] Les montagnes ne se rencontrent pas, mais les hommes se rencontrent. (Die Berge begegnen sich nicht; aber die Menschen begegnen sich)
  • Berg und Tal liegt stille, Menschenskinder mäßigt euch, sagt Tostmann.
    ndt] Bârg un Dâl ligget stille, Minschenkinner moitet seck, sagt Tostmann. Hildesheim.
    i] Moitet seck ist das plattdeutsche möten, sick moten = sich mäßigen, beruhigen, zurückhalten.
  • Berg und Thal kommt z' sümme, warum sollet d' Leut net z' sümme komme.
    Schwaben
  • Berg-Rat; Tal-Rat könnte man einen Aufseher über die Brunnen nennen.
    i] Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), Aphorismen (Sudelbücher), 1796 - 1799
  • Bergab gehen.
    es] Empeorar, hacer un retroceso, ir cuesta abajo.
  • Bergab geht's rasch.
    i] Sowohl mit dem Vermögen als auch mit Stellungen, die jemand der Gunst verdankt.
  • Bergab gehts um ein Pferd leichter.
  • Bergab ist es immer schwerer zu gehen als bergauf.
    ee] Perimäkke minek um iks rasedamb kui ülesmäkke.
  • Bergab ist es leicht zu gehen.
    ee] Allamäge on kerge minna.
  • Bergab leite mich, bergauf schone mich, in der Ebene brauche mich, sagt das (fleißige) Pferd.
  • Bergab säuberlich, bergan lernts sichs selbs.
    Martin Luther (1483-1546)
  • Bergab schieben alle Teufel, bergauf hilft koa Heiliger.
  • Bergab werden mehr Hasen geschossen, als bergauf.
  • Bergamaschi brusa Cristi.
  • Bergamaschi, Fiorentini e passere, n'è pieno tutto il mondo.
    var] Bergamaschi, Fiorentini, passere e frati mendicanti n' è pieno tutto il mondo.
  • Bergamasco diede fuoco a un Crocifisso, perch'era guelfo.
  • Bergan hat das alte Weib (Hexe) gemietet, bergab fuhr sie selbst.
    masur] Pod gora baba nagmała, a z góry sama iech ała.
  • Bergan legt nur ein Narr den Hemmschuh an.
  • Bergarbeit ist Rossarbeit.
  • Bergauf - sachte!
    Bergab - achte!
    Gradeaus - trachte!
  • Bergauf gehen/Es geht bergauf.
    es] Mejorar, irhacia arriba, ir cuesta arriba.
  • Bergauf ist eine Last, aber (o. doch) oben süß die Rast.
  • Bergauf sachte, bergab achte, gradeaus trachte.
  • Bergauf sachte, bergab achtsam, wo ein gerader Weg, da fahr los.
    Estland
  • Bergauf sachte,
    Bergab achte,
    Gradaus trachte.
  • Bergauf treib' mich nicht bergab jag' mich nicht, auf der Ebene schon' mich nicht und im Stall vergiss mich nicht, sagt das Pferd zu seinem Herrn.
  • Bergauf, bergab ist besser, als müßig in seinen vier Pfählen.
  • Bergauf, bergab, zuletzt ins Grab.
  • Bergbau leidet keinen Zwang.
    Rechtssprichwort
    zit] Die alte Regel bewies damals ihr Recht etc. (Die Bergleute wanderten nämlich (im 15. Jahrhundert) infolge unweiser Berggesetze aus)
  • Berge begegnen sich nicht, aber Menschen.
  • Berge haben Augen, Wände haben Ohren.
    es] Montes ven, paredes oyen.
  • Berge kommen nicht zusammen, aber Menschen.
    i] 1. Abrechnung wegen Beleidigungen und Rechtsverletzungen ist nie unmöglich. 2. Gleich Große machen selten Gemeinschaft. 3. Wenn entfernte Freunde sich an einem dritten Orte treffen. Dies Sprichwort gehört zu den ältesten und den am weitesten verbreiteten. Es war besonders in chaldäischer Sprache gebräuchlich: Turo beturo lo poga, enosch béenosch poga. Nach Duke's Rabbinischer Blumenlese kommt es auch bei den Arabern vor, wie es sich auch bei den Negern Surinams findet.
    pl] Góra z gorą się nie zejdzie, ale człowiek z czło wiekiem się zejść moźe. (Berg kümmen nit zünauf (zusammen), aber Menschen mit Menschen.)
  • Berge kreißen, doch sieh! Es kriecht eine winzige Maus 'raus.
    la] Parturiunt montes, nascetur ridiculus mus!
    Horaz (65-8 v. Chr.), Dichtkunst (um 20 v. Chr.), übersetzt von Voß, Vers 139
  • Berge kumme' nit zusamme', aber Menschen. Jüdisch-deutsch.
    i] Wird vernommen, wenn entfernte Freunde sich an einem dritten Orte treffen. Dies Sprichwort gehört zu den ältesten und den am weitesten verbreiteten. Es war besonders in chaldäischer Sprache gebräuchlich: Turo beturo lo poga, enosch béenosch poga. Nach Duke's Rabbinischer Blumenlese kommt es auch bei den Arabern vor, wie es sich auch bei den Negern Surinams findet.
    pl] Góra z gorą sie nie zejdzie, ale czlowiek z czlo wiekiem sie zejsc moze. (Berg kümmen nit zünauf (zusammen), aber Menschen mit Menschen.).
    var] Berg und Berg kommen nicht zusammen, aber Mensch und Mensch.
    var] Berg und Tal kommen nicht zusammen, aber Menschen.
    var] Berg und Thal kommt z' sümme, warum sollet d' Leut net z' sümme komme. Schwaben.
    var] Berge kommen nicht zusammen, aber Menschen.
    var] Berge und Berge begegnen sich nicht, wohl aber Menschen und Menschen.
    var] Der Berg kann ohne den Berg bestehn, die Menschen müssen zusammengehn. Basken.
    ndt] Berg und Tal kommen net zsamm, aber die Leut.
    ndt] Berg und Thal chöma nid zsäma, aber d' Lüt. Bern.
    ndt] Berge kumme' nit zusamme', aber Menschen. Jüdisch-deutsch.
    ndt] Barg un Dal begegnen sick nich, äwest wol Minschenkinner. Mecklenburg.
    ndt] Bearg un Dal ligget stille, Menskenkinner begiegnet sik wan'er wo. Westfalen.
    i] 1. Abrechnung wegen Beleidigungen und Rechtsverletzungen ist nie unmöglich. 2. Gleich Große machen selten Gemeinschaft. 3. Wenn entfernte Freunde sich an einem dritten Orte treffen. Dieses Sprichwort gehört zu den ältesten und den am weitesten verbreiteten. Es war besonders in chaldäischer Sprache gebräuchlich: 'Turo beturo lo poga, enosch béenosch poga.'.
    zit] Berg und Thal kommen nicht zusammen, aber siebenhunderttausend Thaler Reisewitzer Bierbrau-Actien. Dresdener Nachrichten 1869.
    en] Friends may meet, but mountains never greet.
    en] Mountains do not come nearer to mountains, but men to men.
    fr] Deux hommes se rencontrent bien, mais jamais deux montagnes.
    fr] Deux montagnes ne se rencontrent jamais (o. point), mais les (o. deux) hommes se rencontrent.
    fr] Les hommes se rencontrent et les montagnes non (o. mais non les montagnes).
    fr] Les montagnes ne se rencontrent pas, mais les hommes se rencontrent.
    ho] Bergen en dalen ontmoeten elkander niet, maar menschen wel.
    it] I monti si stanno fermi gli uomini però s' incontrano. (Die Berge bleiben stehen, aber die Menschen begegnen sich.).
    it] I monti stanno fermi e le persone camminano.
    it] I monti stanno fermi, gli uomini camminano.
    it] Si riscontrano gli uomini, e non le montagne.
    la] Occurrunt homines, nequeunt occurrere montes.
    la] Malum malo aptissimum.
    la] Mons cum monte non miscetur.
    schwed] Afside bor och folk.
    schwed] Aldrig så langt emellan bergen att inte trollen råkas.
    es] Muévense los hombres, mas no los cumbres.
    tü] Dag daga kavusmaz insan insana kavusur.
  • Berge leben länger als Könige.
    Estland
  • Berge mit Bäumen sind Spuren von Gott.
  • Berge sind keine gegenseitige Stütze, Menschen schon.
  • Berge und Berge begegnen sich nicht, wohl aber Menschen und Menschen.
  • Berge versetzen (o. können, wollen).
    i] Etwas Ungeheures vollbringen. Nach Hiob, 9, 5.
    nl] Met den wil kan men bergen verzetten.
  • Berge versetzt der Glaube. Jawohl! Die schweren Probleme löst der Glaube nicht auf, sondern er verschiebt sie nur.
    Ludwig Feuerbach (1804-1872)
  • Berge von ...; ein (ganzer) Berg von ...
  • Berge werden von Herrn Niemand umgestoßen.
  • Berge worden dalen, en dalen bergen.
    de] Berge werden Täler und Täler Berge.
  • Bergen ist das norwegische Hamburg.
  • Bergen ontmoeten elkaar niet, maar mensen wel.
  • Berger qui vante le loup,
    N'aime pas les moutons.
  • Berger sans taureau finira sans troupeau.
  • Bergers, bergers, le loup n'a tort que quand il n'est pas le plus fort!
    La Fontaine
  • Bergkarikaturen ebensowohl wie Menschenkarikaturen in germanischen Ländern.
    Heinrich Heine (1797-1856)
  • Bergleute, Werkleute, ansehnliche Leute.
  • Bergluft - gesunde Luft, darin die Leute wohl dauern.
  • Bergluft macht still.
    zit] Bei uns wird nichts verplaudert, sprach er, Bergluft macht still. Scheffel, Ekkehard III
  • Bergrecht ist stark, und weder König noch Herzog noch Graf kann dagegen.
    Rechtssprichwort
    i] Unter allen Regalen, d.h. ausschließlichen Rechten des Staats (des Volks, Königs), steht das Bergregal oben an, da sich der Bergbau besonderer Begünstigungen erfreute. Selbst die Rechte der bevorzugtesten Stände mussten ihm gegenüber zurückstehen.
    mhd] Dos bergrecht ist stark und noch Künig, noch Hertzog noch graff en kan dagegen.
  • Bergspitzen verdecken einander vor dem Blick.
    Bantu
  • Bergwerk haben vil ankerens.
  • Bergwerk und Rollenrecht verliegt sich bei Jahr und Tag.
    Rechtssprichwort
    i] Wenn jemand den Bergbau eine gewisse Zeit lang, etwa Jahr und Tag, nicht mehr bergordnungsmäßig betrieben hat, so geht sein Berglehn wieder verloren).
    mhd] Berchwerk unde stollerechte verlicht sek bi jar unde bi tage.
  • Bergwerk und Vogelstellen verderben manchen jungen Gesellen.
  • Bergwerk will haben Verstand und eine treue Hand. Königshütte
  • Bergwerke können nicht alle Jahre schütten.
  • Bericht von Moden aus dem stolzen Welschland,
    dem unser blödes Volk, nach Art der Affen.
    nachhinkend, strebt, sich knechtisch umzuschaffen.
    William Shakespeare (1564 - 1616)
  • Berichte nicht mehr, denn man dich fraget.
  • Berichte nit mee, denn man dich fraget.
  • Berimbau não é gaita.
  • Berlin bleibt doch Berlin.
    geflügeltes Wort
  • Berlin hat seine gleichgültige Ecke verloren.
    i] Auf der Stelle derselben steht jetzt das prächtige Gebäude der Reichsbank, das in drei Straßen hineinschaut. Der Volkswitz nannte sie so, weil auf der einen Seite alles 'Wurst' (bei Niquet) und auf der anderen alles 'Pomade' (bei Nuglisch) war)
  • Berlin ist auch eine schöne Gegend.
    Heinrich Heine (1797-1856), Himmelfahrt
  • Berlin ist vielleicht der einzige Ort, von dem man sagen kann, dass ein Publikum beisammen sei, und um so mehr muss es einen Autor interessieren, wenn er daselbst gut aufgenommen wird.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an A. Hirt, 30.1.1798
  • Berlin! Berlin! du großes Jammertal,
    Bei dir ist nichts zu finden, als lauter Angst und Qual.
    Heinrich Heine (1797-1856), Das Buch der Lieder, Junge Leiden (gedruckt 1817-1821), Romanzen, Berlin
  • Berlin, 2. Sept. 1816. - Ich öffne den Brief, der mir einen Urlaub von vier Monaten bewilligt. - Freudenrausch, Herzklopfen. Wie thöricht bin ich noch mit 26 Jahren! Ich werde also Italien sehen. Aber ich werde es dem Minister nicht sagen: Die Eunuchen haben immer einen hellen Zorn gegen die Ganzen. Ich mache mich auch auf zwei Monate Kälte nach meiner Rückkehr gefaßt. Aber diese Reise ist mir ein zu großes Glück, und wer weiß, in drei Wochen geht vielleicht die Welt unter.
    i] Stendhal (1783-1842), Der Autor über sich selber
  • Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin.
    geflügeltes Wort
  • Berliner Kind, Spandauer Wind, Charlottenburger Pferd sind alle drei nichts wert.
    nl] Die te Gent is geboren, te Utrecht ligt ter schole en te Luik leert zijn Walsch, is een muitmaker door zijn' hals, en komt gij dan nog wat te kort, zoo moogt gij aanspreken die van Dord.
  • Berliner Luft.
    geflügeltes Wort
  • Berliner Republik.
    geflügeltes Wort
  • Berliques e berloques.
  • Bern canta o Francez, papo molhado.
  • Bern hat schöne Gassen und ein wüstes wildes Land.
    i] Ein Bernerischer Schriftsteller meint, dass dies Sprichwort in alten Zeiten entstanden und besonders von der nächst um die Stadt gelegenen Landschaft zu verstehen sei. Auf die Gegenwart passt es nicht mehr, denn die Italiener vergleichen sprichwörtlich das Berner Gebiet sogar mit Mailand.
    it] Berno ed il Bernese, vale Milano ed il Milanese.
  • Bern wird bleiben Herr im Land, es stehe kurz oder lang.
    i] Ein Wort, das der Hofnarr Kaiser Rudolfs an diesen richtete, als er 1207 diese Stadt belagerte.
  • Bernardus monachus non uidit omnia.
    en] Benard, the monk, did not see everything.
  • Bernardus valles amat.
    de] (Der heilige) Bernhard liebt die Täler
  • Berniques et moules, les meilleurs mets qui soient sur terre.
  • Bernis bern is tuica bern.
  • Berno ed il Bernese, vale Milano ed il Milanese.
  • Bern] Den 8ten konnte ich in Bern früh mit dem Perückenmacher nicht fertig werden, suchte Leute auf, die ich nicht fand, und durchstrich bei der Gelegenheit die Stadt, sie ist die schönste, die wir gesehen haben, in bürgerlicher Gleichheit eins wie das andere gebaut, all aus einem graulichen weichen Sandstein, die Egalität und Reinlichkeit drinne tut einem sehr wohl, besonders da man fühlt, dass nichts leere Dekoration oder Durchschnitt des Despotismus ist.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Charlotte v. Stein, 9.10.1779
  • Berojgesse (schmollende) Leut gehen auf die Seit'.
    Jüdisch-deutsch, Warschau.
    i] Sie suchen sich zu meiden.
  • Berolinum, orbi lumen.
    de] Berlin, Licht des Erdkreises
  • Berooide beurs, berooide zinnen.
  • Berooide meesters maken rijke knegten.
  • Berr sein ne a su ork uff da weecha Quôrk.
    Hirschberg.
    i] Die Sache interessiert uns sehr wenig.
    de] Wir sind nicht sehr gespannt auf den weichen Quark.
  • Berr sein noch neh auseinander, soite der Hoan, als der Râgenworm eis Lohch krichn wullte.
    Schlesien.
    i] Wir sind noch nicht auseinander, sagte der Hahn, als der Regenwurm ins Loch kriechen wollte.
  • Berretta in mano non fece mai danno.
  • Berros y jaramagos, estómagos muy sanos.
  • Berry by berry, a basket will be full.
  • Berta! Berta!
    Ihr zeiget mir das Höchste Himmelsglück,
    Und stürzt mich tief in einem Augenblick.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Tell 3,2
  • Bertha mit dem Fuße (o. mit der langen Nase).
  • Bertha rosas, Heotrud violas dat.
    fr] Berthe donne des roses, Heotrud des violettes.
  • Beruf ist ein anderes Wort für Vorurteil.
    Oscar Wilde, Zwei Gespräche von der Kunst und vom Leben
  • Beruf und Gaben, auch viel gearbeitet haben, hat nie kein zur Seligkeit erhoben.
  • Berufsstand geht über Geburtsstand.
  • Berufstätigkeit ist die Mutter eines reinen Gewissens, ein reines Gewissen aber die Mutter der Ruhe; - und nur in der Ruhe wächst die zarte Pflanze des irdischen Wohlseins.
    Ernst von Feuchtersleben (1806-1849), Zur Diätetik der Seele (1838), Tagebuchblätter
  • Berufung auf die Machtverhältnisse.
    la] argumentum ad baculum
  • Berufung auf die Unsinnigkeit.
    la] argumentum ad absurdum
  • Berufung ist die Einladung, sich in Gott zu verlieben und diese Liebe unter Beweis zu stellen.
    Mutter Teresa
  • Berüglichs leben ist geldes werd. Biss danckbar dem, der dich geehrt.
    la] Bona res quies.
    la] Beneficium repende.
  • Beruhigt euch, ich liebe das Vaterland ebensosehr, wie ihr. Wegen dieser Liebe habe ich dreizehn Lebensjahre
  • Berühmt zu werden ist nicht schwer,
    Man darf nur viel für kleine Geister schreiben;
    Doch bei der Nachwelt groß zu bleiben,
    Dazu gehört schon etwas mehr,
    Als seicht an Geist in strenger Lehrart schreiben.
    Christian Fürchtegott Gellert (1715-1769), Der unsterbliche Autor
  • Berühmte Leute von gestern sind morgen schon vergessen.
  • Berühr nicht Dreck, Dreck beginnt zu stinken.
    ee] Ära sitta puudu, sitt hakkab haisema.
  • Berühre nicht alte Wunden.
  • Berührst du den Erdboden mit der Hand, sogleich eröffnen sich dir ungeahnte Möglichkeiten, aber zu nützen sind diese nur, wenn man arbeitet, immer wieder arbeitet.
    Anton Hansen Tammsaare (1878-1940), Wargamäe
  • Berührt dich eines Ambrahändlers Hand,
    So duftet lang' davon noch dein Gewand.
    Firdusi (940-1020), Satire auf Sultan Mahmud
  • Berührt mit mildestem Wort die herbsten Punkte,
    Daß Laune nicht das Übel mehre!
    Shakespeare, Antonius und Kleopatra
  • Berührung mit dem Tod, selbst in seiner am wenigsten schrecklichen Gestalt, ist ehrfurchtgebietend und grausig.
    Charles Dickens (1812-1870), Ein Besuch in Newgate
  • Berza helada con morcilla ¡vaya cosa rica!
  • Berza vuelta a calentar y mujer vuelta a casar, al diablo se le pueden dar.
  • Berza, poca fuerza.
  • Berza, ¿por qué no cociste? cochina, porque no me revolviste.
  • Berzas en enero saben como carnero.
  • Berzas y nabos para en uno son entrambos.
  • Berzas y tocino manjar de vizcaino.
  • Berøm dig ei at du giør kongen tieneste, men kongen, at han værdiger dig dertil.
  • Berømmelsen af herkomst er vel god, men af egen dyd er og bedre.
  • Bes du geck, Sting, dä Blaffert es got.
  • Besace bien promenée nourrit son maître.
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