DICTUM

Sprichwort, adage, proverb, saw, saying, byword, proverbe, proverbio, refrán, frase proverbial, ditado, provérbio, przysłowie, Redensart, colloqualism, idiom, expression, phrase, tournure, poncif, dicton, expresión, frase hecha, locución, frase fatta, modo di dire, expressão idiomática, powiedzenie, powiedzonko, Zitat, quotation, citation, excerpt, quote, cita, citazione, detto, sentenza, passo, citação, Sentenz, sententia, proverbium, adagio, adagium, locutio, dictum, Spruch, carmen, elogium, pronuntatio, Redensart, phrase, collocation, locution

  • Besace de mendiants n'a pas de fond.
  • Besada d'ase, no taca.
  • Besaget doch das dictum.
    Cacatum non est pictum.
    Gottfried August Bürger (1747-1794), neue hochweltl. deutsche Reime
  • Besando al niño, a su madre le hace un cariño.
  • Besänftige den Sturm, der dich bisher getrieben!
    Man kann sehr ruhig sein und doch sehr zärtlich lieben.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)
  • Besänftigen ist eine rare Kunst.
    Jeremias Gotthelf, Uli der Pächter
  • Besänftigen ist eine rare Kunst; um sie zu üben, muss man das Herz, welches man besänftigen will, vollständig kennen und aller seiner Schwingungen Meister sein.
    Jeremias Gotthelf (1797-1854), Ulli der Pächter (1849)
  • Besapen Mund sprekt ût Hartensgrund.
    Rastede
  • Besar alguien el suelo.
  • Besar alguien la tierra.
  • Besar correa.
  • Besar la mano/las manos.
  • Besar la tierra que alguien pisa.
  • Besar sin otro pecar, por maravilla lo has de contar
  • Besäße der Mensch die Beharrlichkeit, so wäre ihm fast nichts unmöglich.
    China
  • Besäuselt sein.
  • Beschaffen Glück ist unversäumt.
    mhd] Beschaffens glück ist unversaumpt.
  • Beschaffen Glück kann kein Unfall abwenden.
  • Beschaffen Glück kommt oft und dick.
  • Beschäft'ge stets die schwindlichten Gemüter.
    mit fremdem Zwist, dass Wirken in der Ferne.
    das Angedenken voriger Tage banne!
    William Shakespeare (1564 - 1616)
  • Beschäftige dich mit Dichtung,
    Das spornt dir deinen Geist an.
    Sei es schlichte Prosa,
    Die labt dich ohne Mühe,
    Oder hohe Verskunst,
    Sie ist der reinste Genuss.
    Otfrid von Weißenburg (790-875), Evangelienbuch
  • Beschäftigen Sie Ihre Tochter mit einer weiblichen Arbeit, welche für das Haus von Nutzen ist und sie daran gewöhne, den gefährlichen Verkehr mit der Welt zu entbehren; aber lassen Sie nie zu, dass sie zur großen Gefahr für ihren Glauben über Theologisches urteile.
    François Fénelon (1651-1715), Rat an eine Dame von Stand wegen der Erziehung ihrer Tochter
  • Beschäftigt sein.
    en] To be engaged.
  • Beschäftigt wie die Sau am Sonntage.
  • Beschäftigt wie eine Maus in den Sechswochen.
    Ostpreußen
  • Beschäftigte Leser sind selten gute Leser.
    Christoph Martin Wieland (1733-1813), Geschichte der Abderiten
  • Beschäftigung, nur Beschäftigung, und man ist geborgen, man weiß so lange nichts von sich, als man etwas tut.
    Friedrich Hebbel (1813-1863), Tagebücher, 27. 11.1838
  • Beschaidenhait ist vertriben zu Hof.
  • Beschämend ist nicht der, der nicht weiß, sondern der, der nicht fragt.
  • Beschau dir die Frauen nachts oder von weitem oder unter einem Schirm.
    Japan
  • Beschaue dir die Bude, bevor du kaufst.
  • Beschauliches Leben.
    la] vita contemplativa
  • Beschauligkeit.
    Sey rein/schweig/weich' und steig auf in die Dunkelheit /.
    So kommstu über alls zur GOtts beschauligkeit.
    i] Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Vierdtes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 36
  • Bescheid bringt gemeines Recht.
  • Bescheid entrichtet alle Ding.
  • Bescheid geben.
    en] To let know.
  • Bescheid tun.
    i] Einen dargebotenen Trunk annehmen.
  • Bescheiden freue dich des Ruhms,
    So bist du wert des Heiligtums.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Divan - Buch der Parabeln - Ich sah mit Staunen ...
  • Bescheiden Glück kommt alle Tage.
    var] Bescheiden glück kompt uber nacht.
  • Bescheiden ist, wer sich bescheidet, wer bescheiden.
    Sich lässt und Grenzen ehrt, die ihn von andern scheiden.
    Friedrich Rückert (1788-1866), Die Weisheit des Brahmanen (1836-1839), Buch 20, Nr. 103 (Stufe 6. Prüfung, Nr. 380)
  • Bescheiden sollst du sein wie ein kleiner Vogel, denn er baut schließlich sein Nest auch nicht größer als notwendig.
  • Bescheiden wollt' ich sein, säh' ich mich voll geehrt,
    Stolz muss ich sein, solang ihr leugnet meinen Wert.
    Friedrich Rückert (1788-1866), Die Weisheit des Brahmanen
  • Bescheiden zweifelnd fingst du an.
    Und stehst am Ziel ein ganzer Mann.
    Emanuel Geibel (1815-1884)
  • Bescheidene Frauen haben an den Ohren noch Augen.
  • Bescheidene Frauen haben weder Augen noch Ohren.
    en] Discret women have (sometimes) neither eyes nor ears.
    nl] Eene deugdzame vrouw heeft ooren noch oogen.
  • Bescheidene Kleider machen bescheiden; pompöse hinterlassen unmerklich ihre Spuren in den Manieren selbst einfacher Personen. Nicht alle Menschen können ihre Kleidung ihren Sitten anpassen, alle jedoch richten ihre Manieren nach ihrer Kleidung.
    Joseph Joubert (1754-1824), Gedanken, Versuche und Maximen
  • Bescheidenes Glück kommt alle Tage.
  • Bescheidenes Veilchen! - Na freilich, mein Schatz, wir trinken schon Sekt, aber wart noch ein Weilchen.
    Otto Julius Bierbaum, Redouten-Ritornelle
  • Bescheidenheit ... ist eine Selbstverleugnung nach außen, welche, auf einem großen inneren Werte ruhend, als die höchste Eigenschaft des Menschen angesehen wird.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Wilhelm Meisters Lehrjahre
  • Bescheidenheit aber ist immer mit Verstellung verknüpft und eine Art Schmeichelei, die um desto wirksamer ist, als sie ohne Zudringlichkeit dem andern wohltut, indem sie ihn in seinem behaglichen Selbstgefühl nicht irre macht.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Noten zum Westöstlichen Divan, Buch des Unmuts
  • Bescheidenheit bei mittelmäßigen Fähigkeiten ist bloße Ehrlichkeit: bei großen Talenten ist sie Heuchelei.
    Arthur Schopenhauer (1788-1860), Parerga, 2, Aphorismen
  • Bescheidenheit ein schönes (das schönste) Kleid.
    i] Die wahre Kraft, der wahre Verstand und das wahre Talent sind immer bescheiden.
    it] Chi non è discreto non merita rispetto.
  • Bescheidenheit gehört in gute geschlossene Gesellschaft. Schon in größerer Sozietät steht das Unbescheidne immer im Vorteil, aber Derbheit, ja Grobheit gehört in eine Volksversammlung, wo der Pöbel mitreden will und den man überschreien oder selbst schweigen und sich nach Hause drücken muss.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 1398
  • Bescheidenheit geht über Schönheit.
    en] An ounce of discretion is worth a pound of wit.
    it] L' onestà e gentilezza sopravanza ogni bellezza.
  • Bescheidenheit is s Timmste (= Dümmste), wos de krigst, dos nimmste.
  • Bescheidenheit ist beim Verdienst, was in einem Gemälde die Schatten sind: sie verleiht ihm Leuchtkraft und hebt es heraus.
    Jean de La Bruyère (1645-1696), Von Verdienst und Wert
  • Bescheidenheit ist das beste Brot bei jedem Mahle.
    la] Modestus esto aeque in jocis ac seriis.
  • Bescheidenheit ist das gemäßigte Selbstbewußtsein. Wer sich nicht für etwas hält, kann nicht bescheiden sein; der aber ist es, der von sich selbst die Grenzen seiner Kraft und die Mangelhaftigkeit seiner Leistungen kennt.
    Berthold Auerbach (1812-1882), Gesammelte Schriften (1892)
  • Bescheidenheit ist der Anfang aller Vernunft.
    Ludwig Anzengruber (1839-1889), Einfälle und Schlagsätze (Nachlaß)
  • Bescheidenheit ist der Anfang echter Höflichkeit.
  • Bescheidenheit ist der einzige Glanz, den man dem Ruhm hinzufügen darf.
    nach Charles Pinot Duclos (1704-1772), Considérations sur les moeurs
  • Bescheidenheit ist der Schmuck der jungen Leute.
  • Bescheidenheit ist der Wächter der Tugend.
  • Bescheidenheit ist der Zaun der Weisheit.
  • Bescheidenheit ist des Talentes schönste Zierde.
    Johann Nestroy (1801-1862), Freiheit in Krähwinkel
  • Bescheidenheit ist die höchste Form der Arroganz.
  • Bescheidenheit ist die Mäßigung seiner Ansprüche durch billigere Ansprüche anderer.
    Immanuel Kant (1724-1804), Reflexionen zur kritischen Philosophie
  • Bescheidenheit ist die Mutter der Tugend.
    zit] Die Bescheidenheit als man liest, eyn unter aller Tugend ist.
    it] La discretezza è madre della virtù.
    it] Norma del viver è la discretezza.
    la] Qui ipsus se contemnit, in eo est indoles industriae. Plautus
  • Bescheidenheit ist die Tugend des Hässlichen.
  • Bescheidenheit ist eigentlich eine gesellige Tugend, sie deutet auf große Ausbildung; sie ist eine Selbstverleugnung nach außen, welche, auf einem großen innern Werte ruhend, als die höchste Eigenschaft des Menschen angesehen wird.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Divan, Noten und Abhandlungen - Künftiger Divan - Buch des Unmuts
  • Bescheidenheit ist ein Schmuck, den man seiner Toilette hinzufügt.
    Theodor Mundt (1808-1861), Der Delphin (1838-1839)
  • Bescheidenheit ist eine Dattel, die an der Palme des Reichtums selten reif wird.
    Ägypten
  • Bescheidenheit ist eine Eigenschaft, die von der eigenen Macht herrührt.
  • Bescheidenheit ist eine Eigenschaft, welche die Frauen an einem Liebhaber mehr loben als lieben.
    en] Modesty is a quality in a lover more praised by the women than liked.
    Richard Brinsley Sheridan (1751-1816), Der Nebenbuhler (1775), Akt 2, Szene 2 (Sir Lucius O'Trigger), übersetzt von Drabig
  • Bescheidenheit ist eine Zier, doch reicher wirst du nur mit Gier.
  • Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr.
    var] Verborgener Schatz ist nichts wert.
    en] Fortune favours the bold.
    fr] Il ne faut pas cacher le lumière sous le boisseau.
    it] Chi non vuole piedi in collo non si inchini.
    it] Fra Modesto non fu mai prior.
    es] Para él que no tiene mesura, toda la calle es suya.
  • Bescheidenheit ist eine Zier,
    doch weiter kommt man ohne ihr.
  • Bescheidenheit ist sein beschieden Teil.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust II A ll, Gotisches Zimmer (Famulus) Vs 6659
  • Bescheidenheit ist vertrieben zu Hof.
  • Bescheidenheit mag eine Tugend sein, aber Schüchternheit ist ein Laster.
    England
  • Bescheidenheit öffnet alle Türen.
    pl] Pokora wszędy ujdzie (podlezie).
  • Bescheidenheit ohne Maß ist verkappter Stolz.
  • Bescheidenheit und Geduld behält in guter Sache allzeit den Platz.
  • Bescheidenheit ziemt dem Jüngling.
    la] Decet verecundum esse adulescentem.
    Titus Maccius Plautus (254-184 v. Chr.), Asinaria
  • Bescheidenheit ziert den Infanteristen.
  • Bescheidenheit ziert den Jüngling, aber die Jungfrau ziert sich selber.
  • Bescheidenheit, Bescheidenheit, verlass mich nicht bei Tische und hilf, dass ich zu jeder Zeit das größte Stück erwische.
  • Bescheidenheit, das schönste Kleid.
    zit] Ist bunt dein Rock und neu dein Mieder,
    So schlag erst recht die Augen nieder;
    Sonst möchten die, so das Kleid betrachten,
    Das eitle Mädchen mit Recht verachten.
  • Bescheidenheit, die liebenswürdigste Tochter der Selbstkenntnis, und durchaus verschieden von der Kuttentugend Demut, haschet nicht nach Auszeichnungen, drängt sich nicht zu, und werden sie ihr, so nimmt sie solche mit Dank an, ohne sich zu erheben.
    Karl Julius Weber (1767-1832), Demokritos (1832-1840), Die Selbstsucht
  • Bescheidenheit, ein Schmuck des Manns, steht jedem fein,
    Doch doppelt jenem, der Grund hätte, stolz zu sein.
    Friedrich Rückert (1788-1866), Die Weisheit des Brahmanen (1836-1839), Buch 3 Nr. 46 Vers 29
  • Bescheidenheit, verlass mich nicht bei Tisch, und gib, dass ich das größte Stück erwisch'.
  • Bescheidenheit.
    Das Richtscheid deß Gemütts ist die Bescheidenheit:.
    Wer sich nach jhr nicht mißt/der fehlt der Tugend weit.
    i] Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Vierdtes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 37
  • Bescheidenheitel kommt um den Geldbeutel.
    i] Nur nicht zu blöde und höflich!
  • Bescheidentlich, weidenlich.
  • Bescheidne Frauen haben an den Ohren noch Augen.
  • Bescheidne Hörer, die nicht stören.
    Für schlechte Redner stets gehören.
    es] A mal hablador discreto oydor.
  • Bescheidne Wahrheit sprech ich dir.
    Wenn sich der Mensch, die kleine Narrenwelt,
    Gewöhnlich für ein Ganzes hält:.
    Ich bin ein Teil des Teils, der anfangs alles war,
    Ein Teil der Finsternis, die sich das Licht gebar ...
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust I, Studierzimmer.
    Mephisto Vs 1346f.
  • Bescheidung und Demut.
    Führet die Menschen zu dauerndem Glück.
    Euripides (480-406 v. Chr.), Die Bakchen
  • Beschenke Frauen, ehre sie, sei offen, dienstbar immerhin,
    Versuch's mit Gründen, mit Gewalt - du beugst nicht ihren starren Sinn.
    Hitopadesha (9.-12. Jh.), Narâjana
  • Beschenken macht Bedenken.
  • Beschert bleibt wohl, man tu, was man will.
  • Beschert ding das ist unerwert.
  • Beschert Glück ist unverwehrt.
  • Beschert Gott a S'ojcher (Kaufmann), schickt der Tawel (Teufel) a Mäkler.
    i] Jüdisch-deutsch, Warschau
    i] Gegen die Vermittler, die dem Geschäfte oft mehr schaden als nützen.
  • Beschert Gott das Weib, so beschert er auch den Jungen, sagte der fromme Mann, da betete er vor seiner Frauen Bette.
  • Beschert Gott den Hasen, Beschert er auch den Rasen.
  • Beschert Gott den Hasen, so beschert er auch den Wasen (o. Rasen).
    i] Segnet er die Ältern mit Kindern, so reicht er auch, was zu ihrer Erhaltung nötig ist, oder: Was er erschafft, das weiß er auch zu erhalten.
  • Beschert Gott die Pfarre, so gibt er auch die Guarre (Geige, Frau).
  • Beschert Gott ein Glück, so befinden sich allzeit zwey Unglück darbey.
    la] Juxta unum bonum duo mala hominibus distribuit Deus.
  • Beschert Gott ein stück fleisch, so wils gemeinlich der Teuffel sieden und anrichten.
  • Beschert Gott einen Kaufmann, so schickt der Dämon einen Makler.
    Jiddisch
  • Beschert Gott Glück und Heil, so wird man frech und geil.
  • Beschert Gott Glück, es geht nimmer zurück.
  • Beschert Gott Glück, so brauch's mit klarem (o. rechtem) Blick.
  • Beschert Gott Glück, so gebrauch's mit Schick.
  • Beschert ist unverwert.
    la] Certum est et inevitabile fatum.
  • Beschertes Glück ist unversäumt.
  • Beschertes Glück nimm nie zurück.
  • Bescheten coe, bescheten calf.
  • Bescheuert sein.
  • Beschick dein aigen Landt, lass frembdes vngewand.
  • Beschickert sein.
  • Beschimpf keinen alten Mann, denn auch mancher von uns wird ein Greis.
    Jesus Sirach 8,6
  • Beschimpf niemals eine Frau, die sündig fällt!
    Victor Hugo (1802-1885), Seelendämmerung
  • Beschimpfen eines Mädchens ruft nach einem Problem.
  • Beschimpfungen sind die Gründe jener, die Unrecht haben.
    fr] Les injures sont les raisons de ceux qui ont tort.
  • Beschiss tregt nit für.
    i] In dem Sinne: Unrecht Gut gedeihet nicht.
  • Beschissen is besser als beseegt.
    Hirschberg
    i] Es ist besser betrogen als beschimpft werden, oder als Schimpf verdienen.
  • Beschissen ist geprahlt.
    Auf die Frage: Wie geht es dir?
  • Beschissen Kuh, beschissen Kalb.
    nl] Bescheten coe, bescheten calf.
    la] Ex vili vacca vitulus vilis generatur.
  • Beschissen Loch und kurz Hemd, langer Bauch und kurtz Bein, groß Bruch und nichts drein, das stehet nicht fein.
  • Beschissene Kinder soll man nicht wegwerfen.
    i] Äußerer Schmutz ist bald abzuwaschen.
    zit] Man sagt, das man die beschissne kindt nicht offtmals weggeworffen findt.
    zit] Kein beschissens kind zu werffen hin, dan es werden auch leut aus jn.
    dk] Man kaster ikke barnet bort for det er ureent.
    nl] Men moet geene bek ... . (besnotte) kinderen wegwerpen, want men weet niet, waar zij nog toe komen kunnen.
  • Beschissene Lumpen gehören olle ei ê Loch.
    Böhmen
  • Beschissens Heu vnd faules futter, faul Eyer vnd stinckend Butter.
  • Beschissne Werk und gute Wort sind ärger als Diebstahl und Mord.
    la] Fide parum, sed multa vide, nam multa videre, saepe juvat, multum fidere saepe nocet.
    la] Fide, sed ante vide, qui fidit, nec bene vidit, fallitur, ergo vide, ne capiare fide.
  • Beschît di nich, du häst die rein angetogn.
    i] Wenn jemand über seine Kräfte hinaus will.
    de] Bescheiß dich nicht, du hast dich sauber angezogen.
  • Beschît di nich, eh 't Wâter warm wât.
    Jerrentowitz.
    de] Bescheiß dich nicht, ehe das Wasser warm wird.
  • Beschît di nich, et ös noch kein Wâter opgestellt.
  • Beschlafen ist gut, aber man muss sich nicht mit der Bettlade fangen lassen.
  • Beschlag, weil du bei der ess bist.
  • Beschlägt mit Gold der Jude sein versilbert Tor,
    Du glaubst doch nicht, dass er dadurch geadelt wird.
    Saadi (1190-1291), Rosengarten
  • Beschließt er im Grabe den müden Lauf,
    Noch am Grabe pflanzt er die Hoffnung auf.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Hoffnung
  • Beschluß.
    Freund es ist auch genug. Jm fall du mehr wilt lesen /.
    So geh und werde selbst die Schrifft und selbst das Wesen.
    i] Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Sechstes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 263
  • Beschlüsse reifen haufenweise, und dann werden sie faul.
  • Beschmutze nicht den Ort, wo du gegessen hast.
    Malaysia.
    i] Sei dankbar.
  • Beschmutze nicht der Platz, wo du gegessen hast.
  • Beschmutztes Wasser löscht auch den Durst.
    schweiz] B'schissens Wasser löscht au de Durst.
  • Beschneide dem Adler die Flügel, er bleibt ein Adler.
  • Beschneide du Deinen Buchsbaum wie du willst, und pflanze Deine Blumen nach Dir verständlichen Schattierungen, aber beurteile nicht den Garten der Natur nach Deinem Blumengärtchen.
    Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799)
  • Beschneide nicht die Habe deines Nächsten.
  • Beschnittener oder unbeschnittener Jude.
    zit] Beschneidung ein Diploma ist, das Venus ausstellt manchem Christ.
  • Beschossener Hase flieht vor jedem Gebüsch.
  • Beschränke deine Kinder nicht auf das Selbst gelernte, denn sie wurden in eine andere Zeit geboren.
  • Beschränke keiner,
    Was ihm zu tun notwendig, in der Furcht,
    Er stoß auf neidsche Tadler.
    William Shakespeare (1564-1616), König Heinrich VIII., I, 2 (Wolsey)
  • Beschränke nicht den breiten Ozean.
  • Beschränkt sein - gut: den Horizont auf den Arm nehmen.
  • Beschränkt sein.
    es] Ser corto de entendederas.
  • Beschränkt und unerfahren, hält die Jugend.
    Sich für ein einzig auserwähltes Wesen.
    Und alles über alle sich erlaubt.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Tasso A II Sz 5 (Antonio) Vs 1601
  • Beschränkte haben unbeschränkte Möglichkeiten.
  • Beschränkten Menschen ist es eigen, dass sie die wenigen Ideen, die in dem engen Kreise ihrer Fassungskraft liegen, mit einer Klarheit ergreifen, die uns in der Schätzung ihres Geistes oft irre macht. Sie sind wie Bettler, die das Gepräge und die Jahreszahl jedes ihrer Kreuzer kennen.
    Ludwig Börne (1786-1837), Fragmente und Aphorismen
  • Beschränkter Untertanenverstand.
    geflügeltes Wort
  • Beschränktheit sucht sich der Genießende.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)
  • Beschränkung der Pressefreiheit ist eine Stütze und ein Beweis der Tyrannei und erhält besonders die Hierarchie und den Aberglauben.
    Johannes von Müller (1752-1809)
  • Beschreiben kann man nur das Fassliche, aber nicht das Vollkommene.
  • Beschreibung des Menschen: Abhängigkeit, Wunsch nach Unabhängigkeit, Bedürfnisse.
    Blaise Pascal (1623-1662)
  • Beschreibung eines sonderbaren Bettvorhanges. Im Jahr 1769 geriet ich auf den Gedanken, allerlei Gesichter auf einen Bogen Papier neben einander zu zeichnen, die meistens etwas Lächerliches an sich hatten. Wenige Personen, denen ich das Papier vorlegte, konnten sich des Lachens enthalten, durch kein Buch hätte sich dieses so bald erreichen lassen. Ich hatte aber noch nicht 40 Köpfe gezeichnet, als ich mich schon erschöpft fühlte. Die Zusätze kamen nur selten. Im folgenden Jahr legte mich ein kleines Flußfieber in ein Bette, das einen schrägen Himmel hatte, durch dessen nicht gar dichtes Gewebe, das noch dazu aus ziemlich ungleichen Fäden bestund, die weiße Wand durchschien. Hier zeigte sich eine unzählbare Menge der seltsamsten und drolligsten Gesichter. Ich konnte in einer Fläche, die kaum so groß als ein Quartblatt war, über 100 hervorbringen, und jedes hatte mehr Ausdruck und Eignes als sonst in den gezeichneten Gesichtern anzutreffen ist, die unverbesserlichen Köpfe des Hogarth ausgenommen mit denen sie viel Ähnliches hatten. Wenn ich einen Kopf hatte, so nahm ich seinen Mund zum Auge und den Augenblick stund ein neuer da, der mich bald anlächelte bald anfletschte, ein dritter lachte mich aus und ein vierter blickte ihn höhnisch an. Es ist unmöglich alle die hustenden, niesenden und gähnenden Stellungen zu beschreiben, die sich mir vorstellten. Hätte ich sie mit eben der Kraft zeichnen können, mit welcher sie sich meinem Auge und meiner Einbildungskraft darstellten, ich würde gewiß diesen Vorhang verewigen. Leonardo da Vinci soll diese Beschäftigung jungen Malern empfehlen.
    i] Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), Aphorismen (Sudelbücher), 1772 - 1773
  • Beschuldige keinen unebenen Boden, wenn du nicht weißt, wie man tanzt.
  • Beschuldige nicht den Spiegel, wenn dein Gesicht schief ist.
  • Beschuldigen Sie nicht den Falschen!
    en] Don't put the saddle on the wrong horse!
  • Beschütze das Kind wie die Seele, aber schüttle es wie einen Apfelbaum - dann wird aus ihm ein Kind.
    ee] Last hoia ku hinge, a raputa ku uibot, sis saa lat's.
  • Beschütze mich vor dem Bettler, der reich, und dem Sklaven, der frei wurde.
    Arabien
  • Beschwehrt komt niemand fort.
    Der Schiffer wirfft im sturm die schwersten Wahren auß:.
    Meinstu mit Gold beschwehrt zu kommn ins Himmels Hauß?
    i] Angelus Silesius (1624-1677), Cherubinischer Wandersmann, Sechstes Buch, Geistreicher Sinn- und Schluß-Reimen, 103
  • Beschwerden und Meckereien sind die Muskeln der Schwachen.
  • Beschwere dich beim Himmel - er ist weit weg, beschwere dich bei der Erde - sie hört schwer.
    Mongolei
  • Beschwerlicher Erfolg.
    la] curiosa felicitas
  • Beschwernis ist wie ein rauch in Augen, wie ein Holzapfel in Zähnen.
  • Beschwernis tun oft weher als Zähn ausbrechen.
  • Beschwernisse sind dornen, wer sich weiss darvon zu reissen, der hat ein ruhig leben.
  • Beschwernuss ist wie ein rauch in Augen, wie ein Holtzapffel in Zehnen.
  • Beschwernuss tun offt weher als Zähn aussbrechen.
  • Beschwernussen seind dornen; wer sich weiss daruon zu reissen, der hat ein ruhig leben.
  • Beschwerte Briefe sind willkommen.
    i] Von Wertpapieren begleitete. Ein afrikanischer Negerstamm hat das Sprichwort: Leere Briefe gehen nicht an Bord.
  • Beschwichtigen heißt, ein Krokodil zu füttern, in der Hoffnung, dass es einen zuletzt frisst.
    Winston Churchill
  • Beschwipst sein.
  • Beseelt das Herz: So dürstet es nicht mehr nach Luft, sondern nach Äther.
    Jean Paul (1763-1825), Levana
  • Beseh ich es recht genau, so ist es ganz allein das Talent, das in mir steckt, was mir durch alle die Zustände durchhilft, die mir nicht gemäß sind und in die ich mich durch falsche Richtung, Zufall und Verschränkung verwickelt sehe.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Zelter, 26.3.1816
  • Beseht die Gönner in der Nähe!
    Halb sind sie kalt, halb sind sie roh.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Faust, Vorspiel auf dem Theater.
    Direktor Vs 123
  • Beseitigt unsere unglückseligen Fortschritte, beseitigt unsere Irrtümer und Laster, beseitigt das Menschenwerk, und alles ist gut.
    Jean-Jacques Rousseau, Émile
  • Besemmelt sein.
  • Besenstümpfe nimmt man manchmal auch dann in Gebrauch, wenn keine besseren Besen mehr zu bekommen sind.
    Estland
  • Besessen ist das Schicksal. An Verrücktheit.
    Gleicht's nur dem Menschen selbst, denn es springt um,
    Ein wankelmütiger Wind, und nimmerdar.
    Ist einer glücklich, der es einmal war.
    Euripides (480-406 v. Chr.), Die Troerinnen
  • Beseych jm auch ein sonders hew.
  • Beside oneself with something.
  • Beside the mark/point.
  • Beside themselves.
  • Beside yourself.
  • Besiegt ist nur, wer den Mut verliert. Sieger ist jeder, der weiter kämpfen will.
  • Besiegt sein ist kein Schimpf und stark sein ist kein Ruhm.
  • Besiegt werden harte Herzen durch weiche Bitten.
    Tibull (55-19 v. Chr.), Elegien
  • Besiegt werden heißt, einen Sieg davon tragen.
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