DICTUM

keywords Ab

  • AB
  • Ab Sephe (Sophie oder Joseph).
    info] Eine sprichwörtliche Redensart in Gera, um zu sagen: Fort, weg damit.
  • 1
  • AB
  • Weit abe ist gut für schiessen. - Tappius, 195a.
    Lat.: Extra telorum jactum. (Erasm., 830; Tappius, 195a; Philippi, I, 146.)
  • 1
  • AB
  • Ab - von der Magd auf die Tochter.
  • 2
  • AB
  • Ab und einen Walzer. - Klix, 15.
  • 2
  • AB
  • Ab und zu. D.i. manchmal.
  • 2
  • ABACKERN
  • Sich mit einem abackern müssen. - Frischbier, II, 1.
  • 2
  • ABAR
  • De Abar is sîn Feeren nett so gôd nödig als de Lünick (Schatz). - Kern, 564.
    (s. Storch).
  • 1
  • ABAR
  • De Abars nögd, mutt Poggen hebben. - Kern, 562.
    info] Wer Störche (grosse Gäste) einladet, muss Frösche (entsprechende Speisen) vorzusetzen haben.
  • 1
  • ÄBÄR
  • De Aebär ( Storch, s.d.) is sin Feddern eben so god nödig, as de Lüning (Sperling).
  • 1
  • ÄBÄR
  • De Aebärs nögt, mutt Poggen hebben.
  • 1
  • ÄBÄR
  • Wor Aebärs sünt, dar sünt ok Poggen (Frösche).
  • 1
  • ÄBÄR
  • Dar sünt mehr Aebärs as Poggen.
  • 2
  • ABAR
  • Dat sünd mehr Abars als Poggen. - Kern, 163.
    info] Mehr Brotesser als Brotverdiener.
  • 2
  • ABBADAN
  • Ueber Abbadan geht kein Dorf. - Burckhardt, 664.
    info] Von der lächerlichen Eitelkeit mancher Leute, die von ihrem Geburtsort, wäre er auch nur das elendeste Nest, nur mit den grössten Lobeserhebungen sprechen.
  • 1
  • ABBEEREN
  • Einen abbeeren (abprügeln).
  • 2
  • ABBEISSEN
  • Bitj a Nöös uf, do as at Aanliat skeand. - Lappenkorb.
    info] Beisse die Nase ab, so ist das Antlitz geschändet. Sinn: Schädige ein Glied deiner Familie, so beschimpfst du sie ganz.
  • 1
  • ABBEISSEN
  • Du musst so abbeissen, wie du schlucken kannst.
    Masurisch: Tak nmsisz kasac, ja polkniesz. (Frischbier, I, 4234.)
  • 1
  • ABBEISSEN
  • Ar beisst korz o (ab). (Franken.) - Frommann, VI, 319.
    info] Das Essen schmeckt ihm.
  • 2
  • ABBEISSEN
  • Der beisst dem lieben Gott die Zehen ab.
  • 2
  • ABBEISSEN
  • Er beisst ab, was er in den Mund bekommt.
  • 2
  • ABBEISSEN
  • Er beisst sich lieber einen Finger ab.
    info] Der Knauser.
  • 2
  • ABBEISSEN
  • Er muess churz abbysse. (Solothurn.) - Schild, 76, 214.
  • 2
  • ABBELLEN
  • Etwas abbellen müssen.
    info] Zwangsweise eine Aussage, eine Verleumdung widerrufen müssen. Die Redensart gründet sich auf einen vor fünfhundert Jahren stattgefundenen Vorgang. Hedwig, die Gemahlin Jagello's, des Königs von Polen (der nach seiner Taufe Wladislaus hiess), war durch den Vicar Komorick von Krakau, Genevoss Dalewicz, bei ihrem eifersüchtigen Gemahl dahin verdächtigt worden, sie habe heimlich eine Zusammenkunft mit dem Herzog Wilhelm von Oesterreich, ihrem frühern Verlobten, gehabt, und sie wäre ohne Dazwischenkunft der Umgebung von ihrem Gemahl ermordet worden. Als ihre Unschuld bald bewiesen ward, wurde der falsche Angeber verurtheilt, seine Aussage - abzubellen. Der Schuldige legte sich unter den Sessel der Königin auf den Boden nieder und erklärte laut: »Ich habe gelogen wie ein Hund, als ich die schmählichen Worte gegen die Königin sprach.« Darauf musste er dreimal das Gebell des Hundes nachahmen. (Dunker, Sonntagsblätter, Berlin 1873, Nr. 2, S. 23.)
  • 2
  • ABBETTELN
  • Er wird mir schon noch eine abbetteln.
    info] In Wien, um zu sagen, mich so reizen, dass er eine Ohrfeige bekommt.
  • 2
  • ABBEUTELN
  • Abibeudln wie da Hund Fleh. (Oberösterr.) ? Brumig, 80.
    info] Etwas, z.B. eine Rüge, abschütteln.
  • 2
  • ABBITTE
  • Abbitte leisten.
  • 0
  • ABBITTE
  • Abbitte ist die beste Buße. - Simrock, 8; Graf, 351, 403.
    Dän.: Afbede er beste bod. (Prov. dan., 16; Molbeck, 133.)
    Lat.: Errantia medicina confessio. (Rhodin, 2.)
    Schwed.: Afbedja är bästa bot. (Rhodin, 2; Wensell, 1; Grubb, 4.)
  • 1
  • ABBITTE
  • Abbitte ist die beste Genugtuung.
  • 1
  • ABBITTE
  • Abbitte nicht, aber Halsstarrigkeit ist Schande.
    info] Jene zeigt ein edles, diese aber ein böses Herz an.
  • 1
  • ABBITTE
  • Die beste Abbitte ist, nicht mehr thun.
  • 1
  • ABBITTEN
  • Abbitten ist besser als leugnen.
  • 1
  • ABBLITZEN
  • Hei öss afgeblötzt. - Frischbier, I, 11.
    info] Er hat einen Korb bekommen.
  • 2
  • ABBORGEN
  • Wer dir abborgen wil, dem leih, doch merk vor, wer er sey. - Petri, II, 696; Henisch, 455, 31.
  • 1
  • ABBRECH
  • Abbrech und Teufelsabbiss muss sein.
  • 1
  • ABBRECH
  • Die Abbrech nicht finden können (das Ende).
  • 2
  • ABBRECH
  • Nimm die Abbrech!
    info] Höre auf!
  • 2
  • ABBRECHEN
  • As man bricht sich ab auf heissen, bluft man auf kalten. (Jüd.-deutsch. Brody.)
    info] Wenn man den Körpertheil verbrennt hat, bläset man auch das kalte.
  • 1
  • ABBRECHEN
  • Wer sich etwas abbricht, der erwirbt etwas.
  • 1
  • ABBRECHEN
  • Wiltu abbrechen, so bau auch wieder. - Petri, II, 793.
  • 1
  • ABBRECHEN
  • Er hat es zu grün (unreif) abgebrochen.
  • 2
  • ABBRENNEN
  • Abgebrannt wie ein Mohr.
    »Ich bin abgebrannt wie ej Muhr.« (Larisch, 25.)
  • 2
  • ABBRENNEN
  • Er ist abgebrannt (ist ohne Geld).
  • 2
  • ABBRENNEN
  • Er ist kalt abgebrannt. (Litauen.) - Frischbier, II, 3.
    info] Von denen, die kurz vor dem gerichtlichen Zwangsverkaufe ihres Grundstücks die Gebäude mit Hülfe von Freunden niederreissen, und das Material, wie das Inventar und Mobilar fortschaffen, damit die Gläubiger nichts erhalten können.
  • 2
  • ABBÜRSTEN
  • Was sich nicht abbürsten lässt, das muss man abstreicheln (s.d.).
    info] Manche Menschen sind wie ihr Rock, man kann nicht alles herunterbürsten, vieles geht nur herunterzustreicheln.
  • 1
  • ABBÜRSTEN
  • Wir wollen einander abbürsten.
  • 2
  • ABC
  • Das Abc hat nur Ein W, unser Leben hat hundert und meh.
  • 1
  • ABC
  • Das Abc macht das meiste Weh.
  • 1
  • ABC
  • Das Abc macht dem Pfarrer das meiste Weh.
  • 1
  • ABC
  • Mit dem Abc kann man richten, Krieg und grosse Sachen schlichten.
  • 1
  • ABC
  • Mit einem Abc kan man Krieg vnnd grosse sachen schlichten. - Lehmann, 728, 29.
  • 1
  • ABC
  • Wer das Abc nicht ertragen kann, dem muss man keine Bibel geben.
  • 1
  • ABC
  • Wer das Abc recht kann, hat die schwerste Arbeit gethan.
  • 1
  • ABC
  • Wer selber das Abc nicht kann, muss andere nicht das Buchstabiren (Lesen) lehren (wollen).
  • 1
  • ABC
  • Wie fein ist es, wenn einer das Abc hinder sich vnd vor sich gelernt hat vnd auffsagen kan, sagte jener als er truncken die Treppe herabgefallen war. - Zinkgref, IV, 504.
  • 1
  • ABC
  • A hôt's Abc om Puck'l ûfgeschmîrt. (Oesterr.-Schles.) - Peter, 443.
  • 2
  • ABC
  • Abc, beim x will ich anfangen. - Gomolcke.
    info] Wenn die Schlesier von einem sagen wollen, dass er sehr wenig Lob verdient, so sprechen sie: Man müsste ihn durchs ganze Abc loben und beim x anfangen.
  • 2
  • ABC
  • Beim Abc anfangen.
    Lat.: A linea incipere. (Aristid.)
  • 2
  • ABC
  • Eine Pfarre ohne Abc haben.
    info] Pfarrer in einem Orte ohne Adel, ohne Beamten und ohne Collegen sein.
  • 2
  • ABC
  • Einen wieder beim Abc anfangen lassen.
    info] Ganz von vorn.
    Frz.: Remettre quelqu'un à l'Abc.
  • 2
  • ABC
  • Er ist das kleine und grosse Abc durch.
    info] Er hat viel erfahren, ist durchtrieben.
  • 2
  • ABC
  • Er ist kaum über das Abc hinaus.
    Lat.: Ne Aesopum quidem trivisti. (Suidas.)
  • 2
  • ABC
  • Er ist noch (nicht) im Abc.
    info] Er hat noch nicht die ersten Schritte zur Bildung gethan, hat noch nicht einmal den äussersten Vorhof der Wissenschaft betreten. Cicero sagt: Ne eruditum quidem illum pulverem attigit. (Faselius, 156.)
  • 2
  • ABC
  • Er ist noch im Abc.
  • 2
  • ABC
  • Er ist über's kleine Abc hinaus.
    Jüdisch-deutsch in Warschau: Er känn in die kleine Ojssiëlech. Er ist gebildet, hat etwas gelernt. Ojssiëlech ist eine Verkleinerungsform vom hebräischen Oss = Zeichen, Buchstabe.
  • 2
  • ABC
  • Er kommt nun aus dem Abc.
  • 2
  • ABC
  • Jemand aufs Abc verweisen.
    info] Ihn unwissend schelten, ihn als Schüler behandeln.
    Frz.: Renvoyer quelqu'un à l'Abc.
  • 2
  • ABC
  • Nicht das Abc können.
    info] Durchaus unwissend sein. Die Alten sagten von einem Unwissenden, Ungebildeten: Er ist nicht einmal über den Aesop gegangen. Er hat den Aesop nicht einmal gelesen. Die Aesop'schen Fabeln waren jedem bekannt.
    Frz.: Ne savoir ni A ni B.
    Lat.: Ne Aesopum quidem trivisti. (Suidas.) (Erasm., 361.)
  • 2
  • ABCONTERFEIEN
  • Ich will dich abconterfeyen. - Franck, II, 92a.
  • 2
  • ABCSCHÜTZ
  • Er ist noch ein Abcschütz darin. - Grimm, I, 18.
    info] Wie Feld- und Bretschütz, welche Feldhüter und Obergesell bedeuten, Feld und Arbreitsbret hüten, so der Abcschütz seine Fibel oder Abctafel.
  • 2
  • ABCTEUFEL
  • Er ist (nur) ein junger Abcteufel, der noch nicht buchstabiren kann. - Luther, Grimm, I, 18.
    info] Von unbedeutenden, nicht durch gelehrte Autorität ausgezeichneten Gegnern.
    »So unverschämt zugreift, das ist entweder ein junger ABC Teuffel oder Schulteuffelin.« (Luther's Werke, VI, 341a.)
  • 2
  • ABDANKEN
  • Er hat abgedankt wie der ulmer Kuhhirt. (Rottenburg.)
    info] Der seinen Dienst kündigte, als er vernahm, dass man ihn absetzen oder entlassen wolle.
  • 2
  • ABDARBEN
  • Er darbt's am Halse ab und frisst's selber.
  • 2
  • ABDECKEN
  • Einen abdecken. - Frischbier, II, 5.
    info] Ihn durchprügeln.
  • 2
  • ABDERITENSTREICHE
  • Abderitenstreiche machen.
    info] Vgl. Wieland's Abderiten, bei uns sprichwörtlich geworden.
    Lat.: Abderitanae pectora plebis. (Martial.) (Binder II, 28.)
  • 2
  • ABDINGEN
  • Abdingen ist auch (ist der erste) Gewinn.
  • 1
  • ABDRESCHEN
  • Es ist bereits abgedroschen. - Grimm, I, 20.
    info] Schon zu fade.
  • 2
  • ABDRUCK
  • Der letzte Abdruck.
    info] Das Verb »abtrucken« in diesem Sinne findet sich in Simplic., IV, 600.
    Lat.: Extremus vitae habitus. (Frisch, 208b.)
  • 2
  • ABDRUCK
  • Er ist zum Abdrucke reif. - Frischbier, II, 3.
    info] Sein Tod steht nahe bevor.
  • 2
  • ABEL
  • Es ist allezeit ein Abel gewesen zum Leiden und ein Kain zum Peinigen.
  • 1
  • ABEL
  • Ist Abel todt, wird Kain roth.
    info] Nach der Sünde wacht das Gewissen auf.
  • 1
  • ABEL
  • Jeder Abel hat seinen Kain.
    »Christ sein und ohne Ursach gehasset werden, gehört zusammen.« (Heinrich von Schubert in Altes und Neues aus dem Gebiete der Seelenkunde, Leipzig 1851, I, 208.)
  • 1
  • ABEL
  • Was konnte der fromme Abel davor, dass sein Bruder ein Schalck war. - Grimmelshausen, Vogelnest, I.
  • 1
  • ABELSCH
  • Heb di nich so abelsch. - Dähnert, 2a.
    info] Stell dich nicht so albern.
  • 2
  • ABEND
  • Am Aba nit nid'r, am Morga nid ûf, isch all'r fule Lüüte Bruch.
    Bern
    info] Am Abend nicht ins Bett, am Morgen nicht aufstehen, ist aller faulen Leute Brauch.
  • 0
  • ABEND
  • Aller Tage Abend ist noch nicht gekommen. - Beyer, 83; Bücking, 110, 306; Egenolff, 90a; Siebenkees, 260; Grimm, I, 23.
    info] Die Sache ist noch nicht zu Ende, noch nicht abgethan. Man muss den Erfolg abwarten und nicht zu voreilig urtheilen.
    Frz.: Il sera encore demain soir. - Il n'est pas encore soir pour tous les jours. - Le dernier jour n'est pas encore passé.
    It.: Non e'ancor sera a Prato.
    Lat.: Nescis quid serus vesper vehat. - Nondum omnium dierum sol occidit. (Tappius, 140a.)
    Für Ostfriesland Kern, 1217. - In Siebenbürgen: Et äs nôch net aler Dâg Ôwend. (Schuster, 704.)
    Dän.: Alle dages aften er ikke endnu kommen. (Prov. dan., 17.)
    Ekki er aldra daga komid kvöld. (Jonssyni, 65.)
    Dat kjem dag etter denne dag. - Der fleire dagar atter i aust. (Trondhjem.) (Aasen, 176.)
    Schwed.: Alla dagars afton är ännu icke kommen.
  • 1
  • ABEND
  • Am Abend gekammert, am Morgen gejammert.
  • 1
  • ABEND
  • Am Abend geschwelgt, am Morgen gekelcht.
    info] Dafür gebüßt, gelitten.
  • 1
  • ABEND
  • Am Abend ist warm der Herd, am Morgen der Steert.
  • 1
  • ABEND
  • Am Abend noch ein Edelmann, am Morgen spricht er die Leute an.
  • 1
  • ABEND
  • Am Abend zeigt es sich, ob die Nacht hell sein wird.
    info] Die Aegypter wollen damit sagen, dass eine Person von ihrer frühesten Jugend Zeichen ihrer künftigen Tugenden gibt.
  • 1
  • ABEND
  • An Einem Abend kann man nicht zwei Räusche haben.
  • 1
  • ABEND
  • An einem Abend verduftet, was den Sommer über erschuftet.
  • 1
  • ABEND
  • Ander dag Abend is noch nich e kommen. (Braunschweig.)
  • 1
  • ABEND
  • Auch noch am Abend kann die Taub' ein Oelblatt bringen.
  • 1
  • ABEND
  • Auf den Abend soll man den Tag loben.
    Lat.: A solis occasu, non ab ortu, describe diem. - Diem vesper commendat.
  • 1
  • ABEND
  • Auf einen fröhlichen Abend folgt ein trauriger Morgen. - Petri, II, 24.
    info] Hier ist hauptsächlich der Polterabend gemeint.
  • 1
  • ABEND
  • Auf einen traurigen Abend kann ein fröhlicher Morgen folgen. - Herberger, I, 732.
  • 1
  • ABEND
  • Bei hellem Abend und trübem Morgen ist der Wanderer geborgen.
  • 1
  • ABEND
  • Besser sind drey abend als sieben morgen. - Henisch, 320, 13.
  • 1
  • ABEND
  • Bevor man am Abend einschläft, frage man sich: was hast du am Tage gethan?
  • 1
  • <<< 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 >>>

    alphabetical
    A-a A-b A-c A-d A-e A-f A-g A-h A-i
    A-j A-k A-l A-m A-n A-o A-p A-q
    A-r A-s A-t A-u A-v A-w A-y A-z
    Aa Ab Ac Ad Ae Af Ag Ah Ai Aj Ak Al Am
    An Ao Ap Aq Ar As At Au Av Aw Ax Ay Az
    Ba Be

    keywords
    Aa Ab Ac Ad Ae Af Ag Ah Ai Ak Al Am An Aq Ap Ar As At Au Av Aw Ax Az
    Ba Be

    DICTUM operone