DICTUM

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  • ABENDS
  • Abends wird der Faule (o. werden die Faulen) fleißig.
    info] Von einem, der den ganzen Tag faulenzt, weil da bald wieder Feierabend wird.
    ndt] Abends wart de Faulen flitig.
    ndt] To de Nacht kriegen de Fulen de Macht.
    ndt] Wenn die Dach is von hinnen, denn willen die Fulen beginnen.
    en] At evening the sluggard is busy.
  • 1
  • ABENDS
  • Abends zechen, morgens ratschlagen.
  • 1
  • ABENDS
  • De Oawends in der Julen dann spinnet du Fiulen, geit dat Rad de Klipp de Klapp, se hädden so geren upen Haspel wat. (Westf.)
    info] Julen = Dämmerung, Zeit der Eulen, auch Julenflucht.
  • 1
  • ABENDS
  • Des Abends is dei Heerd warm, des morgens is dei Steert warm.
    info] Darum fürchtet man sich im Winter abends ins Bett und morgens heraus.
  • 1
  • ABENDS
  • Det Oawens huck, det muorgens tuck. - Woeste, 65, 7.
  • 1
  • ABENDS
  • Die abends weinen, werden morgens lachen.
    Böhml.: Vecer plác, a zjitra radost. (Celakovsky, 197.)
  • 1
  • ABENDS
  • Eines vollen abends soll keiner nicht in argk gedenken.
    »Spricht man.« (Theatr. Diabolorum, 453b, 2.)
  • 1
  • ABENDS
  • Ômens blô, morjens schrô; ômens geel, morjens schnel. (Trier.) - Laven, 189, 90; Firmenich, III, 547, 149.
    info] schnel = Trübes Wetter. Ein Fischersprichwort aus Triers Vorort Barbele.
  • 1
  • ABENDS
  • Owends däut me de Döer tau. (Westf.)
  • 1
  • ABENDS
  • Wen man des Abends satt nicht macht, der rühret sich die ganze Nacht.
  • 1
  • ABENDS
  • Wer abends geigt, kann morgens tanzen.
    info] Wenn nicht aus Lust, doch aus Noth.
  • 1
  • ABENDS
  • Wer abends ohne Schulden, hat morgens einen Gulden.
    info] D.h. ist reich!
  • 1
  • ABENDS
  • Omens ruhd, morjens gud; morjens ruhd duhd selde gud. Omens blass, morjens nass. (Trier.) - Laven, 189, 91; Firmenich, III, 547, 50.
  • 2
  • ABENDS
  • Abends wenn ich schlafen geh,
    Vierzehn Engel bei mir stehn,
    Zwei zu meiner Rechten,
    Zwei zu meiner Linken.
    Clemens Brentano (1778-1842)/Achim von Arnim (1781-1831), Des Knaben Wunderhorn, vertont von Humperdinck, Hänsel und Gretel
  • 3
  • ABENDSEGEN
  • Abendsegen - Morgensegen.
  • 1
  • ABENDSEGEN
  • Ein guter Abendsegen trocknet die Mittagsthränen.
  • 1
  • ABENDSEGEN
  • Nu to'n drüddenmal, säd de oll Frû, un las'n Abendsegen.
  • 1
  • ABENDSEGEN
  • Klâs Abendsegen. (Mecklenburg.)
  • 2
  • ABENDSONNE
  • Die Abendsonne ist schön, aber sie reift keine Trauben.
    Dän.: Mod aften mister solen sin varnu og skin. (Prov. dan., 17.)
  • 1
  • ABENDSTEGE
  • Abendstege sind der Liebe Pflege.
  • 1
  • ABENDSTEGE
  • Die Abendstege erfahren viele Dinge.
  • 1
  • ABENDTAU
  • Abendtau und kühl im Mai bringt viel Wein und bringt viel Heu.
  • 1
  • ABENDTAU
  • Abendthau im Mai bringt Korn, Wein und Heu. - Boebel, 93.
  • 1
  • ABENDTAU
  • Abendthau im Mai, gibt das rechte Heu. - Bairischer Hauskalender.
  • 1
  • ABENDTAU
  • Abendthau und kühl im Mai, bringt Wein und Heu. - Mecklenburger Kalender, Rostock 1864.
  • 1
  • ABENDWUNSCH
  • Abendwunsch ist auch ein Wunsch.
    info] Ein Wunsch bleibt, kommt er auch spät, doch ein Wunsch.
  • 1
  • ABENTEUER
  • Abenteuer bringt Vorteil.
  • 1
  • ABENTEUER
  • Abenteuer erleben nur die (o. sind für den) Abenteurer.
    USA.
    en] Adventures are to the adventurous.
  • 1
  • ABENTEUER
  • Abenteuer ist selten allein.
    Mhd.: Die eventure is mannichvalt. (Groote, Koln Reimschul, 1834.) - Dat eventur is mannichvolt. (Lübben, 3688.)
  • 1
  • ABENTEUER
  • Abenteuer ist selten geheuer.
    Vläm.: Avontuur is rond.
  • 1
  • ABENTEUER
  • Abenteuer kommen nicht zum Frühstück.
    Vläm.: Avontuur komt niet bij vroeg opstaan.
  • 1
  • ABENTEUER
  • Abenteuer sind selten geheuer.
    fläm] Avontuur is rond.
  • 1
  • ABENTEUER
  • Abenteuer werden meistens abends teuer.
  • 1
  • ABENTEUER
  • Abenteuer.
    info] Liebesverhältnis
  • 1
  • ABENTEUER
  • Abentewr bringt vortheil. - Henisch, 784, 28.
  • 1
  • ABENTEUER
  • Auf Abenteuer schauen (warten). - Grimm, I, 28.
    info] Bei den Handwerkern auf gut Glück arbeiten.
  • 2
  • ABENTEUER
  • Dat will en Eventür wesen. - Schütze, I, 305.
    info] Das wird aufs Glück ankommen.
  • 2
  • ABENTEUER
  • Er hat viel Abenteuer durchgemacht.
    info] Viel erfahren, gefährliche Dinge unternommen.
    Böhm.: Divna on prosel praceta. (Celakovsky, 518.)
  • 2
  • ABENTEUER
  • He mut sin Eventür stân. - Schütze, I, 305.
    info] Er muss seine Gefahr laufen.
  • 2
  • ABENTEUER
  • Up Eventür. - Schütze, I, 305.
    info] Aufs gerathewohl.
  • 2
  • ABENTEUERLICH
  • Es stat abentürlich.
    info] Hiess im 14. Jahrhundert soviel als: die Wege und Strassen sind unsicher vor Raubrittern.
  • 2
  • ABENTEUERN
  • Abenteuern soll man nicht in wichtigen Dingen.
  • 1
  • ABENTEUERN
  • Ik mag et nig eventüren. - Schütze, I, 305.
    info] Ich mag's nicht machen.
  • 2
  • ABER
  • Aber, Wenn und Gar, sind des Teufels Waar'.
    info] Alle Einschränkungen machen die Aussagen zweifelhaft.
  • 1
  • ABER
  • Das Aber ist ein Zaun, über den sich wenige traun.
  • 1
  • ABER
  • Das wörtlein aber ist klein vnnd hat ein grossen Rock, man kan viel darunter verbergen. - Lehmann, 181, 22.
  • 1
  • ABER
  • Jeder hat sein Aber.
    Frz.: Chacun a ses défauts.
    Holl.: Niemant en is sonder dat.
    Lat.: Jam vix sunt visi qui cavere nisi. (Fallersleben, 545.)
  • 1
  • ABER
  • Ohne Aber ist nichts in der Welt.
    Lat.: Beatum ab omni parte nihil est. (Horaz.)
  • 1
  • ABER
  • Ohne Aber kein Mann, keine Zeit ohne Wenn und Dann.
    Lat.: Nunquam sunt visi qui caruere nisi.
  • 1
  • ABER
  • Wäre kein Aber dabei, so wäre Rattengift Arzenei.
  • 1
  • ABER
  • Wäre nicht das Aber, jedes Pferd hätte seinen Haber.
  • 1
  • ABER
  • Wenn das Aber nicht war', hätte mancher einen guten Ruf.
    Lat.: Si nisi non esset perfectus quilibet esset.
    Ung.: Ha ha nem volna, minden szegény gazdag volna.
  • 1
  • ABER
  • Wenn das Aber nicht wär', so söffen manche das ganze Meer.
    Frz.: Avec un Si on mettrait Paris dans bouteille (oder dans sa poche).
  • 1
  • ABER
  • Wenn das Aber und Wenn nicht wär', so hätte niemand viel Beschwer.
  • 1
  • ABER
  • Wenn man das Aber nicht hette, so were mancher bei gutem Lobe. - Schottel, 1144a.
  • 1
  • ABER
  • Wer das Aber nicht bedacht, dem hat's zum Schluss einen Strich gemacht.
  • 1
  • ABER
  • Es ist ein Aber dabei. - Grimm, I, 31.
    info] Wenn man Bedenken trägt, eine Sache zu unternehmen, oder wenn man weiss, dass jemand gewisse Ursachen hat, sich in die Sache nicht einlassen zu wollen. Eine jüdisch-deutsche Redensart heisst: Es is e Wajhi (ein Uebel) dabei, weil man annahm, dass jede Erzählung der Bibel, die mit dem Worte wajhi (und es war) beginne, ein Uebel enthalte, vielleicht wegen der Aehnlichkeit des Wortes mit waj hi (wehe ist's). (Tendlau, 610.)
    Schwed.: Det var ett Aber. (Strömbäck.)
  • 2
  • ABERGLAUBE
  • Aberglaube hat Bohnen in den Ohren.
  • 1
  • ABERGLAUBE
  • Aberglaube ist ein morscher Stab, wer sich darauf stützt, der fällt hinab.
    Böhm.: Povera jest hul, kdo jí veró, tente vul. (Celakovsky, 15.)
  • 1
  • ABERGLAUBE
  • Aberglaube ist keine Wissenschaft. - Bertram.
  • 1
  • ABERGLAUBE
  • Aberglaube und Schwindsucht erben von Geschlecht zu Geschlecht. - Altmann VI, 491.
  • 1
  • ABERGLÄUBISCHE
  • Der Abergläubische lässt den Himmel einfallen, wenn eine Mücke niesst. - Comotoria, 1876, S. 64.
  • 1
  • ABERMAL
  • Abermal nicht mehr, liebes Kind. - Gruter, III, 3; Lehmann, 32, 1.
  • 2
  • ABERN
  • Wer ewig abert, holt keinen Hasen ein.
    info] Wer vor lauter Bedenklichkeiten nicht zum Anfange einer Sache gelangt, wird wenig vollbringen und erreichen.
  • 1
  • ABERN
  • Er abert beständig.
    Frz.: Il a toujours des mais.
  • 2
  • ABERWITZ
  • Aberwitz ist keinem nütz.
  • 1
  • ABERWITZ
  • Aberwitz und Narrenhand, malet sich auf jede Wand.
    Engl.: He is a fool and ever shall, that writes his name upon a wall.
  • 1
  • ABFAHREN
  • He faart af as Kümmelfrizens Speck. (Holst.)
    info] Stirbt oder geht davon wie u.s.w. Bezieht sich auf eine nicht bekannte Anekdote.
  • 2
  • ABFALL
  • Der Abfall guckt ihm zum Gesicht heraus. - Tendlau, 688.
    info] Auf seinem Gesicht liegt die Abtrünnigkeit vom Judenthum ausgeprägt.
  • 2
  • ABFALL
  • Er kann von den Abfällen leben. - Tendlau, 744.
    info] Von jemand, der bei Reichen u.s.w. in Dienst steht, gute Trinkgelder und Nebeneinnahmen und Genüsse hat.
  • 2
  • ABFALLEN
  • Abgefallen, sagte Don Carlos, als seine Leute zu Alfons überliefen.
  • 1
  • ABFALLEN
  • Er fällt ab, wie der Koth vom Rad. - Kirchhofer, 243.
  • 2
  • ABFALLEN
  • Er fällt ab, wie eine reife Birne. - Frischbier, I, 10.
  • 2
  • ABFALLEN
  • Es wird noch was abfallen.
    info] Noch einen kleinen Gewinn oder Nutzen geben.
  • 2
  • ABFENSTERN
  • Einen abfenstern.
    info] Von der Sitte, dass junge Burschen nachts an das Fenster ihrer Geliebten kommen. Wenn sie abschlägigen Bescheid erhalten, werden sie abgefenstert.
  • 2
  • ABFERTIGEN
  • Besser langsam vnd wol abgefertigt, dann bald vbel. - Henisch, 1073, 74; Petri, II, 38.
  • 2
  • ABFINGERN
  • Das kânn i ma âfingerle. (Niederösterr.)
    info] Das ist nicht so schwer zu begreifen, ich kann es an den Fingern abzählen.
  • 2
  • ABFLIESSEN
  • Wo es abfliesst, muss es auch zufliessen.
  • 1
  • ABFLUSS
  • Vom Abfluss wird kein Meer voll.
    »Immer heraus und nimmer hinein, wird man bald am Boden sein.«
  • 1
  • ABFLUSS
  • Wo kein Abfluss ist, wird das Wasser faul.
    info] Bewegung erhält Leben, auch Schätze sind todt, die nicht wirken.
  • 1
  • ABFRAGEN
  • Du fraachst ja de Koh dat Kalw af. (Holst.)
    info] Die Russen: Einer Schwangern das Kind aus dem Schose fragen. (Altmann VI, 524.)
  • 2
  • ABFRAGEN
  • Ich will's jm wol abfragen. - Agricola II, 48.
  • 2
  • ABFRAGEN
  • So fragt man den Bauern die Künste ab.
    info] Wenn man sich nicht will ausfragen lassen: »Ich bin kein Bauer, der leicht auszufragen ist.«
  • 2
  • ABFÜHREN
  • Abführen und Beichten muss man nicht verschieben.
  • 1
  • ABFÜHREN
  • Besser abgeführt, als angeführt.
  • 1
  • ABFÜHREN
  • Die müssen abführen, die zuletzt zugreifen. (S. Eingewinnen, Einschiffen 2 u. Zugreifen 1.) - Graf, 281, 339.
  • 1
  • ABFÜHREN
  • Einen abführen.
    info] Ihn mit Beschämung abschicken.
  • 2
  • ABFÜTTERN
  • Was man abfüttert, das zehntet man nicht. - Graf, 123, 337.
    info] Da von den Hausthieren ein Zehent gefordert ward, so wurde von dem, was als Futter für das Vieh gebraucht ward, keiner gegeben, weil sonst doppelt gezehntet worden wäre.
    Nordfr.:] Was man abfüttert an grazs, daz zehent man nicht.
  • 1
  • ABGABE
  • Abgaben und Steuern sind keine Ehrgeschenke, sondern Pflicht.
    Dän.: Skat og skyld er ingen aeregaer, man en pligt. (Prov. dan., 14.)
  • 1
  • ABGABE
  • Es ist keine schlimmere Abgabe als die Magensteuer.
  • 1
  • ABGABE
  • Wenn ik mie Afgaben betal, denn kann mi so'n nakten Kêrl kin floh afstarben laten. - Goldschmidt, 94.
    info] Ausdruck unabhängiger Gesinnung Beamten gegenüber.
  • 1
  • ABGANG
  • Der abgang des einen ist des andern ufgang. - Zimmerische Chronik, IV, 743.
  • 1
  • ABGANG
  • Der Abgang von einem verachteten Amte verlacht den Stolz des Herrschers. - Burckhardt, 287.
    info] Wer seine Stellung verlassen hat, sieht das Lächerliche derselben ein.
  • 1
  • ABGANG
  • Vier abgang schaden sehr vil: mangel der nahrung, notigkeit der zinss güldten; zerrinnung der witz vnd sinn; wo kein freund vorhanden. - Rasch, 191.
  • 1
  • ABGANG
  • Bei seinem Abgange (Tode) wird man keine Trauerlieder singen.
  • 2
  • ABGEBEN
  • Gib ab ab, gib ab ab - klappert's in der Mühle.
  • 1
  • ABGEBEN
  • Ick gäv' mi off van de Säk', es Jan Lüüg van 't olde Pärd. - Stürenburg, 166a.
    info] van = Sück van vat ofgüven = sich von etwas abmachen, lossagen.
  • 1
  • ABGEBEN
  • Da gewt 't wat af. - Frischbier, II, 10.
    info] Es setzt Hiebe.
  • 2
  • ABGEBEN
  • Er gibt einen guten Constabler ab, wo man Schelmstücke abbrennt.
    info] Von einem Betrüger.
  • 2
  • ABGEBEN
  • Er gibt einen guten Kriegsmann ab, aber hinter dem Ofen.
    info] Von Furchtsamen, Feigen, welche dies Wort geiselt.
  • 2
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