DICTUM

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  • ANSPANNEN
  • Wer angespannt ist, muss ziehen.
    Dän.:] Den som er forespendt faaer at drage. (Prov. dan., 176.)
  • 1
  • ANSPANNEN
  • Wer sich lässt anspannen, der muss ziehen. - Lehmann.
  • 1
  • ANSPANNEN
  • Wer sich lässt anspannen, muss sich auch treiben lassen.
    Böhm.:] Kdo táhne, toho pohúnejí. (Celakovský, 378.)
  • 1
  • ANSPANNEN
  • Wie einer angespannt hat, so wird er ackern (fahren).
    Böhm.:] Jak zapráhl, tak potáhne. (Celakovský, 160.)
    Slovak.:] Kdo jako robí, tak sa mu vodí. (Celakovský, 160.)
    Wend.:] Tak ak jaden goni, ga teke ze. (Celakovský, 160.)
  • 1
  • ANSPANNEN
  • Dü spannet frö an u fiet spät. (Bedburg.)
  • 2
  • ANSPARTELN
  • Dar tege ansparteln. - Eichwald, 1800.
  • 2
  • ANSPEIEN
  • Er ist's Anspeien nicht werth.
  • 2
  • ANSPINNEN
  • Die spinnen doch ollen okrôt an. - Weinhold, 47.
  • 2
  • ANSPRACHE
  • Auf Ansprache und Antwort will der Schöffe Recht weisen. - Graf, 433, 272.
    info] Erst nachdem beide Theile vollständig gehört sind, kann das Urtheil geschöpft werden.
    Mhd.:] Nach ansprach und antwort walde der scheffen recht weisen. (Grimm, Weissthümer, II, 626-627.)
  • 1
  • ANSPRACHE
  • Jede Ansprache hat ein Ende. - Graf, 430.
    info] Reden und Prozesse sollen nicht ungebührlich ausgedehnt werden.
    Angels.:] Aelc spraek haebbe ende. (Schmid. Ges., 63, 10.)
  • 1
  • ANSPRACHE
  • Ansprake hebbe. - Eichwald, 40.
  • 2
  • ANSPRECHER
  • Der Ansprecher darf den Antworter nicht todtschlagen mit seinem Schwert. - Graf, 432, 259.
    info] Der Verklagte braucht keinen Umstand einzuräumen, den der Kläger (Ansprecher) gegen ihn ausbeuten könnte, namentlich darf er in seltenen Ausnahmsfällen Urkunden herausgeben, weil niemand schuldig ist, sich mit seinem eigenen Schwert todtschlagen zu lassen.
    Altfries.:] Dij oensprekir schel dyn sitter naet daedslaen mey syn agne swerd. (Hettema, XIII, 24, 86).
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  • ANSPUCKEN
  • Er ist fürs Anspucken zu schlecht.
    info] Um einen höchst verworfenen und schmuzigen Menschen zu bezeichnen. So spuckte z.B. Diogenes einem Schwelger ins Angesicht, um zu sagen, dass dies der schmuzigste Ort im Hause sei. Als Zeichen der grössten Verachtung spuckten die Kriegsknechte Jesum ins Angesicht.
    Frz.:] Un bougre de cracher.
  • 2
  • ANSTAND
  • Alles mit Anstand, sagte der Teufel, und nahm den Pfaffen im Ornat.
  • 1
  • ANSTAND
  • Anstand ist die Hauptsache.
    Lat.:] Caput artis est, decere, quod facias.
  • 1
  • ANSTAND
  • Anstand tut's, sage Säuberlich, da putzt er an der Tafel seine Nägel aus.
  • 1
  • ANSTAND
  • Anstand und Lüge sind Geschwisterkinder.
  • 1
  • ANSTAND
  • Anstand ziert und kostet nichts. - Petermann, Jugendblätter, 1862, Nr. 26.
  • 1
  • ANSTAND
  • Wer nicht mit Anstand ein Schelm sein kann, dem legt jeder Knabe das Handwerk.
  • 1
  • ANSTAND
  • Auf dem Anstande sein, oder: Auf den Anstand gehen.
    info] Die Gelegenheit zur Erreichung eines bestimmten Zwecks abwarten.
  • 2
  • ANSTAND
  • Sich einen Anstand geben.
  • 2
  • ANSTÄNDIG
  • Er ist anständig gewesen, sagt Maass, schreiben Sie, ergebenster Herr Geheimrath. (Stargard.)
    info] Nach buchstäblichem Vorgange. Maass (s.d.), ein jüdischer Pferdehändler, stand im steten Verkehr mit dem verstorbenen Freiherrn von Schöning, bei dem er halb eine Art Hofnarr war. Bald sagten sie einander die schönsten Grobheiten, bald verkehrten sie sehr höflich mit einander. Maass, des Schreibens unkundig, musste sich seine Correspondenz führen lassen. Die Anrede lautete sehr verschieden, je nachdem das Verhältniss eben war. Obiges ist sprichwörtlich geworden, es wird von demjenigen angewandt, der mit dem Gewinn, Lohn u.s.w. zufrieden ist, den er von einem andern erhalten hat.
  • 2
  • ANSTÄNDIG
  • Ömmer anständig, Finger ut em Arsch. - Frischbier, I, 94.
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  • ANSTAUNEN
  • Er staunet's a, wie ne Chua es neues Tennsthor. (Luzern.)
  • 2
  • ANSTECHEN
  • Er ist angestochen. (S. Angetrunken.)
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  • ANSTECKEN
  • Erst ansteken (upstiken, die Pfeife anzünden), se (de) Jan, as he nâ de Galgen schull. - Frommann, IV, 288.
  • 1
  • ANSTECKEN
  • Es wird mancher angesteckt, der nicht beim Kirchhof wohnt. - Opel, 380.
  • 1
  • ANSTECKEN
  • Das steckt ihn an. (Nürtingen.)
    info] Es ärgert ihn.
  • 2
  • ANSTEHEN
  • Dat steiht em an, as den Hund dat Pottschrappen. (Oldenburg.)
  • 1
  • ANSTEHEN
  • Es stehet übel an, wenn man straft, was man selber gethan.
    Lat.:] Turpe est doctori cum culpa redarguit ipsum.
  • 1
  • ANSTEHEN
  • Wem's nicht ansteht, dem steht's ab.
  • 1
  • ANSTEHEN
  • 'S schtî nu long oder kurz on, su wîl îch 'n wîder bezâlen. (Schles.) - Frommann, III, 410, 379.
  • 2
  • ANSTEHEN
  • Das stehet ihm an, wie dem Zaunstecken ein menschlich Kleid. - Simplic., 900.
  • 2
  • ANSTEHEN
  • Das steht dir an, wie dem Esel 's Tabackrauchen. - Wurth, 38.
  • 2
  • ANSTEHEN
  • Dat steiht em an, as de Hoor dat Spinn'n. - Schütze.
  • 2
  • ANSTEHEN
  • Dat steit dî an, as wenn de Hunn 'n Lêm hacken un de Katten klêmen. (Mecklenburg.) - Schiller, III, 6a.
  • 2
  • ANSTEHEN
  • Dat steit em an, as 'n Hund dat Grasfräten.
  • 2
  • ANSTEHEN
  • Dat steit em an, as wenn 'n Kaulhâse (Kohlhase) sick tigen 'n Wârwulf steggert. - Lyra, 25.
  • 2
  • ANSTEHEN
  • Dat steit em so hotten an. - Eichwald, 807.
  • 2
  • ANSTEHEN
  • Deam stot's an wie der alte Kuh 's Bisa. - Birlinger, 890.
    info] D.h. das lustige übermüthige Umherspringen.
  • 2
  • ANSTEHEN
  • Es steht ihm an wie dem Esel das Lauteschlagen.
  • 2
  • ANSTEHEN
  • Es steht ihm an wie dem Schweine die Perlenschnur.
  • 2
  • ANSTEHEN
  • Es steht ihm an wie dem Stoffel der Degen.
  • 2
  • ANSTEHEN
  • Es steht ihm an wie der Hure das Spinnen.
    info] Er weiss nicht damit umzugehen. Von den liederlichen Dirnen entlehnt, die im Spinnhause (einer Arbeitsanstalt) für ihr Gewerbe büssen, aber weder grosse Geschicklichkeit noch grossen Fleiss zeigen.
  • 2
  • ANSTEHEN
  • Es steht ihm an, als einer Sau das Balgtreten.
    »Das ihm dann gleichwol ansteht als einem Esel die Orgel schlagen, einer Sau die Balg treten.« (Nas, 214b.)
  • 2
  • ANSTEHEN
  • Es steht ihm an, wie dem Esel das Tanzen. - Kirchhofer, 273.
  • 2
  • ANSTEHEN
  • Es steht ihm an, wie einer Sau Manschetten (oder: ein Halsband). - Kirchhofer, 296.
  • 2
  • ANSTEHEN
  • Es steht jm an, als dem bern das tantzen. - Franck, I, 49a.
  • 2
  • ANSTEHEN
  • Sich zu etwas anstellen wie eine Kuh, die auf den Kirschbaum klettern will.
  • 2
  • ANSTELLEN
  • Hai stellt sik an, är wenn'e van der dullen Suege friätten härre. (Arnsberg.) - Firmenich, I, 353.
    info] Er stellt sich an, als wenn er von der tollen Sau gefressen hätte.
  • 2
  • ANSTELLEN
  • He stelt sik an, as wenn he kên fîf tellen kun, un was doch en Schelm in seiner Hût. - Schütz, IV, 37.
  • 2
  • ANSTELLUNG
  • Er bekommt eine Anstellung zum - Mistfahren. (Troppau.)
  • 2
  • ANSTELLUNG
  • Er bekommt eine Anstellung, ja, mit dem Hintern am Ofen (oder: an die Wand). (Troppau.)
  • 2
  • ANSTELLUNG
  • Hei heft e Anstellung - möt dem Arsch an e Wand. (Königsberg.) - Frischbier, II, 95.
  • 2
  • ANSTIEREN
  • Einen anstieren wie die Kuh ein neues Thor.
  • 2
  • ANSTIFTER
  • Er ist der erste Anstifter.
    Lat.:] Fons et radix es.
  • 2
  • ANSTINKEN
  • Stink' einmal einer gegen ein Fuder Mist an.
    info] Wer vermag etwas gegen solche Frechheit, Gemeinheit, Niederträchtigkeit!
  • 1
  • ANSTOß
  • Ohn allen Anstoss und nicht wie eine Kuh ins Mausloch. - Grimmelshausen, Vogelnest, II.
  • 2
  • ANSTOßEN
  • Stoss nicht an, die Badstube ist niedrig. - Fischart, Prakt.
  • 1
  • ANSTOßEN
  • Wer nirgend anstossen will, muss aus der Welt gehen.
    Holl.:] Sie ongeschonden wil zyn, moet ongeboren weren. (Harrebomée, II, 137.)
  • 1
  • ANSTOßEN
  • Wer nirgends will stossen an, muss Schickelmann zu Händen han.
  • 1
  • ANSTREICHEN
  • Welche sich anstreicht, die sorgt vor jhr gesess mehr als vor jhr Seel. - Lehmann, 708, 62.
  • 1
  • ANSTREICHEN
  • Er will nirgend anstreichen.
    info] Verletzen.
  • 2
  • ANSTREICHEN
  • Ich werde ihm das anstreichen. - Frischbier, II, 96.
    info] Ich werde es mir für den Zweck der Wiedervergeltung merken - durch einen Strich.
  • 2
  • ANSTRENGUNG
  • Kleine Anstrengungen bringen grossen Gewinn.
    info] Bei Tunnicius (271): Klein underwin holt grôt gewin. (Ingens observant tranquilla negotia lucrum.)
  • 1
  • ANSTRICH
  • Er weiss der Sache einen Anstrich (eine Farbe, ein Färbchen) zu geben. - Körte, 200.
    info] Sie von der günstigsten Seite darzustellen.
  • 1
  • ANSTRICH
  • Es ist ein rother Anstrich, den er vom Fidelbogen hat. - Nibelungen.
  • 1
  • ANSTRICH
  • Er weiss sich einen Anstrich zu geben.
  • 2
  • ANSTRICH
  • Es hat Anstrich.
  • 2
  • ANSTRICH
  • Es hat meinen Anstrich nicht.
  • 2
  • ANTEIGEN
  • Wenn angeteigt ist, muss auch gebacken werden. (Korkehmen.) - Frischbier, II, 97.
  • 1
  • ANTHAUPT
  • Er isch am Anthaupt. (Solothurn.) - Schild, 70, 158.
    info] Am Ende seiner Tage. (S. Fürhaupt.)
  • 2
  • ANTICHRISTUS
  • Christum nicht predigen.
  • 1
  • ANTIKE
  • Ick bin en Antike, sagte der Invalid, ik bin alt un nackend un fehlt mir a Been.
  • 1
  • ANTIQUITIES
  • Foes to all living work, except your own;
    And advocates for folly dead and gone.
    POPE.
  • 3
  • ANTIQUITIES
  • His chamber all was hang'd about with rolls,
    And old records from antient times derived ;
    Some made in books, some in long parchment scrolls,
    That were all worm-eaten, and full of canker holes.
    SPENSER.
  • 3
  • ANTIQUITIES
  • How his eyes languish ! how his thoughts adore
    That painted coat which Joseph never wore !
    He shows, on holidays, a sacred pin
    That touch'd the ruff that touch'd Queen Bess's chin.
    YOUNG : Love of Fame.
  • 3
  • ANTIQUITIES
  • Immortal glories in my mind revive,
    When Rome's exalted beauty I descry
    Magnificent in piles of ruin lie.
    ADDISON.
  • 3
  • ANTIQUITIES
  • My copper lamps, at any rate,
    For being true antique I bought ;
    Yet wisely melted down my plate
    On modern models to be wrought;
    And trifles I alike pursue
    Because they're old, because they're new.
    PRIOR: Alma.
  • 3
  • ANTIQUITIES
  • My copper medals by the pound
    May be with learned justice weigh'd:
    To turn the balance, Otho's head
    May be thrown in ; and for the mettle
    The coin may mend a tinker's kettle.
    PRIOR: Alma.
  • 3
  • ANTIQUITIES
  • O goddess, say, shall I deduce my rhymes
    From the dire nation in its early times ?
    POPE.
  • 3
  • ANTIQUITIES
  • Of ancient writ unlocks the learned store,
    Consults the dead, and lives past ages o'er.
    POPE.
  • 3
  • ANTIQUITIES
  • Poor Vadius, long with learned spleen devour'd,
    Can taste no pleasure since his shield was scour'd.
    POPE.
  • 3
  • ANTIQUITIES
  • Rare are the buttons of a Roman's breeches,
    In antiquarian eyes surpassing riches;
    Rare is each crack'd, black, rotten, earthen dish,
    That held of ancient Rome the flesh and fish.
    DR. WOLCOTT.
  • 3
  • ANTIQUITIES
  • Some on antiquated authors pore;
    Rummage for sense.
    DRYDEN.
  • 3
  • ANTIQUITIES
  • Then thus a senior of the place replies,
    Well read, and curious of antiquities.
    DRYDEN.
  • 3
  • ANTIQUITIES
  • There is a power
    And magic in the ruin'd battlement,
    For which the palace of the present hour
    Must yield its pomp, and wait till ages
    Are its dower.
    BYRON : Childe Harold.
  • 3
  • ANTIQUITIES
  • There is a temple in ruin stands,
    Fashion'd by long-forgotten hands;
    Two or three columns, and many a stone,
    Marble and granite, with grass o'ergrown !
    BYRON : Siege of Corinth.
  • 3
  • ANTIQUITIES
  • What toil did honest Curio take,
    To get one medal wanting yet,
    And perfect all his Roman set.
    PRIOR: Alma.
  • 3
  • ANTIQUITIES
  • With sharpen'd sight pale antiquaries pore,
    Th' inscription value, but the rust adore ;
    This the blue varnish, that the green, endears:
    The sacred rust of twice ten hundred years.
    POPE.
  • 3
  • ANTIQUITIES
  • Ye glorious Gothic scenes ! how much ye strike
    All phantasies, not even excepting mine !
    A gray wall, a green ruin, rusty pike,
    Make my soul pass the equinoctial line
    Between the present and past worlds, and hover
    Upon their airy confine, half-seas over.
    BYRON.
  • 3
  • ANTIQUITY
  • An archeologist is the best husband any woman can have: the older she gets, the more interested he is in her.
    AGATHA CHRISTIE
  • 3
  • ANTIQUITY
  • Antiquity is full of the praises of another antiquity still more remote.
    VOLTAIRE
  • 3
  • ANTIQUITY
  • Antiquity was perhaps created to provide professors with their bread and butter.
    JULES DE GONCOURT
  • 3
  • ANTIQUITY
  • Had the Greeks held novelty in such disdain as we, what work of ancient date would now exist?
    HORACE
  • 3
  • ANTIQUITY
  • I never fail to be moved by knowing that the ground on which I walk is layered with the past - with achievement and strife and the repeated passions and conflicts of the human creature, always changing, always the same. Generations passing like grass.
    EVA HOFFMAN
  • 3
  • ANTIQUITY
  • If we look backwards to antiquity, it should be as those that are winning a race.
    CHARLES CALEB COLTON
  • 3
  • ANTIQUITY
  • When eras die, their legacies
    Are left to strange police.
    Professors in New England guard
    The glory that was Greece.
    CLARENCE DAY
  • 3
  • ANTLITZ
  • Das Antlitz bringt das Mädchen an den Mann. (Serb.)
  • 1
  • ANTLITZ
  • Das Antlitz einer Geliebten bedarf keiner Kammerfrau. (Pers.)
  • 1
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