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  • ANTLITZ
  • Golden Antlitz, Herz von Eisen. - Altmann VI, 446.
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  • ANTLITZ
  • Schön Antlitz verkauft ein räudig Gesäss. - Lehmann.
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  • ANTLITZ
  • Stände sein Antlitz am Himmel, die Bauern würden zum Wetter läuten. - Körte, 200.
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  • ANTO
  • nahebei) is noch nich half. (Oldenburg.) - Frommann, II, 389.
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  • ANTON
  • Anton, steck den Degen ein!
    info] Der Titel einer Posse von Kalisch, die 1859 in Berlin auf Ascher's Narrenfest aufgeführt und als Anspielung auf die Kriegsgelüste des französischen Kaisers Napoleon III. betrachtet wurde. Durch häufige Wiederholung ging das Wort bald in ein Sprichwort über und wird angewandt, um im Ernst oder auch scherzhaft die Angriffs- und Streitlust zu dämpfen. - Die Redensart ist nicht aus der Posse entstanden, sondern vom Dichter nur benutzt worden; sie ist nach mehrfachen Mitteilungen viel älter. Herr Dr. Führböter in Hirschberg schrieb mir in Beziehung darauf: »Als ich vor etwa 50 Jahren in Halle studirte, fand ein Studentenkrawall statt, der solche Ausdehnung gewann, dass Militär requirirt werden musste. Die Studenten marschirten in ganz fideler Stimmung dem Militär entgegen, umzingelten den commandirenden Offizier, schlossen ihn immer enger und enger ein und sangen: ?Anton, steck den Degen ein; Anton? u.s.w. Da der Offizier ein humaner Mann war und er die Studenten in der heitersten Stimmung, also ohne alle Böswilligkeit fand, so verlief die ganze Geschichte gutartig. Ob nun an jenem Tage das Wort: Anton steck den Degen ein, erst aufgekommen oder schon früher in Gebrauch gewesen ist, kann ich nicht sagen; nur so viel weiss ich, dass ich von jenem Tage ab die Strassenjungen sehr häufig habe jodeln hören: Anton, steck den Degen ein.«.
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  • ANTON
  • Heiliger Anton von Paddua, schick mir 'nen Mand von Mantova, der niets anfrisst, und niets versaufft und zu koan ander Menscher lauft. - Illustrirte Zeitung, Leipzig 1868, Nr. 1322, S. 299.
    info] Die italienischen Mädchen wenden sich an denselben Heiligen, sie wollen aber nicht blos einen Mann, der ihnen gefällt, sondern auch noch ein Grundstück, einen Weinberg und etwas anderes, worüber sie sich nicht näher auslassen. San Antonio, mio benigno, sol tre grazie vi domando: un potere, un marito a mio piacere, una vigna, qualia casa altra; San Antonio, non voglio altro. In Irland glaubten früher die Mädchen diesen Zweck dadurch zu errei chen, dass sie am Katharinentage (25. November) aufs strengste fasteten. Auch in der Bretagne opferten ehemals die Mädchen der heiligen Katharina kleine Stühle von Wachs, um schöne und reiche Männer zu bekommen; und in den Ardennen gilt noch immer die sogenannte neuvaine de la Chandeleur für ein sicheres Mittel heirathslustiger Mädchen, die heilige Jungfrau für ihre Wünsche zu gewinnen.
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  • ANTON
  • Sankt Anton nehmen die Tage zu um eine Mönchsruh. (S. Drei.) (Königsberg.)
    Frz.:] A le saint Antoine les jours croissent le repas d'un moine.
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  • ANTON
  • Zent Tönnes (Sankt Anton) brengt Is of brecht Is. (Aachen.) - Firmenich, I, 494.
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  • ANTON
  • Anton, das verstehst du nicht. (Kamnitz.)
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  • ANTON
  • Ruhig, Anton, kaltes Blut! (Deutz.)
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  • ANTONIUS
  • Antoni, vergiss den Lein nie. - Boebel, 28.
    info] Der dem Anton von Padua gewidmete 13. Juni wird als ein zum Leinsäen günstiger Tag bezeichnet.
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  • ANTONIUS
  • Sankt Antoni bricht Eis: find't er keins, macht er eins. (Euskirchen.) - Boebel, 1.
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  • ANTONIUS
  • Sankt Antonius mit dem weissen Bart, wenn er nicht regnet, er doch den Schnee nicht spart.
    It.:] Sant' Antonio dalla barba bianca, se non piove, la neve non manca. (Giani, 111.)
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  • ANTONIUS
  • Wenn Antoni (17. Januar) die Luft ist klar, so gibt es ein trocknes Jahr. (Arnsberg.) - Boebel, 1.
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  • ANTONIUS
  • Bei Sankt Antonii Kapelle anziehen. - Eiselein, 32.
    info] Die Sauglocke läuten.
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  • ANTONIUS
  • Dass dich Sankt Antoni ankomme! - Agricola, 499.
    info] Im 11. und 12. Jahrhundert wüthete eine Krankheit, welche das Feuer des heiligen Antonius, auch Wildfeuer (ignis infernalis, gehennalis) genannt wurde. Was für ein Uebel es gewesen, ist nicht genau bekannt. Die Glieder der Kranken wurden schwarz wie verbrannt und faulten zuletzt gänzlich ab. Noch im Jahre 1533 wallfahrteten über 10000 Italiener und ganze Scharen von Deutschen und Ungarn zum Grabe des heiligen Antonius in der Dauphiné. Bekannt ist auch, dass die Antonitermönche die Kranken christlich pflegten, die an dieser Krankheit litten. Auf diese Krankheit bezieht sich das obige, in alten Sprichwörtersammlungen vorkommende Fluchsprichwort.
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  • ANTONIUS
  • Er ist im Sankt Antonius' Orden.
    info] Holl.:] Hij is in Sint Anthonies gild. (Harrebomée, II, 267a.)
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  • ANTONIUS
  • Sankt Antonius soll unser Heiliger sein, wenn er uns hütet (mästet) unsere Schwein'.
    info] Wir dienen und verehren den, der uns nützt.
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  • ANTONIUSTAG
  • Am Antoniustag (17. 1.) erblickt das Schwein am Himmel die Sonne.
    ee] Tennüspäiv nägi tsiga päävä taivahe är.
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  • ANTONIUSTAG
  • Am Antoniustag (17. 1.) gesegnetes Brot wird aufs Flachsfeld gelegt.
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  • ANTONIUSTAG
  • Am Antoniustag (17. 1.) musste die Hälfte des Viehfutters vorhanden sein.
    ee] Tõnisepäevast pidi pool loomatoitu alles olema.
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  • ANTONIUSTAG
  • Am Antoniustag (17. 1.) seien der Quappe die Flechten losgegangen.
    Estland
    info] Die Quappe fängt an zu laichen.
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  • ANTONIUSTAG
  • Am Antoniustag (17. 1.) steht auf des Daches Giebel: Das Brot zur Hälfte, das Viehfutter zur Hälfte.
    info] Die Wintervorräte dürfen nur zur Hälfte verzehrt und müssen noch zur Hälfte übrig sein. Der Antoniustag (17.1.) wird von den Esten für die Mitte des Winters gehalten. Die Russen nennen daher auch den heiligen Timotheus (22.1.) Halbwinterer und die heilige Xenia (24.1.) Halbbrotbewahrerin.
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  • ANTONIUSTAG
  • Am Antoniustag (17. 1.) verlängert sich der Tag um einen Teufelsschritt. (Eine Stunde).
    it] Sant' Antonio il dì s'allunga d'un passo di demonio.
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  • ANTONIUSTAG
  • Am Antoniustag (17. 1.) wird der Winter in zwei Hälften gezählt.
    ee] Tinuspääval loedas talv poolõs.
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  • ANTONIUSTAG
  • Am Antoniustag (17. 1.) wird des Winters Rücken gebrochen.
    ee] Tõnisepäeval murtakse talve selg katki.
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  • ANTONIUSTAG
  • Am Antoniustag (17. 1.) wird im Meer das erste Robbenjunge geboren.
    ee] Tõnisepäeval sünnib esimene hülgepoeg merre.
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  • ANTONIUSTAG
  • Gross Kälte am Antoniustag (17. Januar) - gross Hitze am Laurenzitag (10. August), doch keine lange dauern mag.
    It.:] Sant' Antonio gran freddura, - San Lorenzo gran caldura - l' uno e l' altro poco dura. (Giani, 110.)
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  • ANTREIBEN
  • der Jugend macht hurtig im Alter.
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  • ANTREIBER
  • Een flitige Andriwer is bäter, as dre fule Arbeiters. (Süderdithmarschen.)
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  • ANTREIBER
  • Ein guter antreiber ist aller ehren werth. - Luther's Ms., 2.
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  • ANTREIBER
  • Ein guter Antreiber macht einen guten Arbeiter.
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  • ANTRÖCKEN
  • Dat tröck em so an.
    info] Es ergriff, erfasste ihn.
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  • ANTUN
  • Es ist ihm angethan. - Grimm, Myth., 580.
    info] Dem Vieh, dem Kinde u.s.w. Von heimlichen Wesen, z.B. von Elben ist das Vieh berührt, angehaucht und deshalb erkrankt oder gelähmt (Volksaberglaube).
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  • ANTWORT
  • Ain linde antwort stillet den zorn, aber ain hart wort richtet grimm an. - Agricola, II, 20.
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  • ANTWORT
  • Antwort, die nicht zur Frage passt, ist eine Last.
    Lat.:] Responsio debet fieri secundum interrogationem.
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  • ANTWORT
  • Besser eine kluge Antwort langsam, als eine dumme schnell. - Altmann VI, 436.
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  • ANTWORT
  • Das ist eine schöne Antwort, die auf alle Fragen passt.
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  • ANTWORT
  • Eine Antwort auf eine Frage und noch fünfe dazu. (Türk.)
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  • ANTWORT
  • Eine Antwort sanft und lind, stillet den Zorn geschwind.
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  • ANTWORT
  • Eine gelinde Antwort stillet den Zorn. - Spr. Sal., 15, 1 und 25, 15; Schulze, 66.
    Lat.:] Lingua mollis confringet duritiam. - Responsio mollis frangit iram.
    Span.:] La blanda respuesta la ira quiebra, la dura la despierta. (Zeiller, Episteln, 397.)
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  • ANTWORT
  • Eine richtige Antwort ist wie ein lieblicher Kuss. - Henisch, 86, 42; Petri, II, 221.
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  • ANTWORT
  • Eine schnelle Antwort ist oft des Glückes Geburtsort.
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  • ANTWORT
  • Gute Antwort auf böse Worte kostet wenig und gilt (wirkt) viel. (Span.)
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  • ANTWORT
  • Gute Antwort bricht den Zorn. - Eiselein, 649; Simrock, 371.
    Lat.:] Frangitur ira gravis, cum sit responsio suavis.
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  • ANTWORT
  • Keine Antwort ist auch eine Antwort. - Pistor., II, 30; Bücking, 81; Egenolff, 750; Eisenhart, II, 4, 2; Weisheit, 3; Volkmar, 352, 199; Schonheim, Q, 17.
    info] Nur dann ist keine Antwort eine Antwort, und zwar eine verneinende, wenn nothwendig eine Antwort erfolgen und diese auch eine bejahende sein muss.
    Engl.:] One answer to one question and five more. (Proverbs, 129.)
    Frz.:] Le silence vaut une réponse.
    Jüd.-deutsch:] Kaan Tschuwe is aach e Tschuwe. (Tendlau, 852.)
    Lat.:] Etiam silentium responsi vicem obtinet. - Interpres est orationis abditus, silentium. - Qui tacet, consentire videtur.
    Ung.:] Néha az okos nemfelelet is felelet.
    info] Simrock, 369; Hillebrand, 97; Hertius, I, 7.
    Dän.:] Intet svar er ogsaa svar. (Bohn I, 381.)
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  • ANTWORT
  • Keyn antwort ist auch ein antwort. - Franck, I, 49a u. 81a.
    info] In Waldeck: Kenne Antfert îs auch enne Antfert. (Curtze, 333, 232.)
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  • ANTWORT
  • Sanfte Antwort ist ein Recept vor Zorn. - Zehner, 93.
    Mhd.:] Süsse antwart pringt süsse wort und pricht den zorn an allem ort. (Vintl.) (Zingerle, 28.)
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  • ANTWORT
  • Die Antwort aus der Scheiden nemmen. - Herberger, I, 316.
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  • ANTWORT
  • Die Antwort passt, weiter, sagt Goethe.
    info] Genast in seinem Tagebuche eines alten Schauspielers erzählt den zu Grunde liegenden Vorgang so: »Die Schauspieler in Weimar hatten stets die erforderliche Zeit zum Einstudiren ihrer Rolle. Bei der ersten Theaterprobe zur Zenobia musste Unzelmann, einer der fleissigsten Künstler und sogar Liebling Goethe's, seine Rolle lesen. Da rief Goethe aus seiner Loge: ?Ich bin nicht gewohnt, dass man seine Aufgabe ablieset; der Tag hat vierundzwanzig Stunden, die Nacht mit eingerechnet.? Unzelmann trat bis an das Proscenium vor und sagte: ?Euer Excellenz haben recht, der Tag hat vierundzwanzig Stunden; aber meine Frau liegt seit mehreren Tagen krank darnieder, deshalb hab' ich nicht zum Lernen kommen können, und so gut wie der Staatsmann und Dichter bedarf auch der arme Schauspieler der Nachtruhe!? Goethe rief mit kräftiger Stimme: ?Die Antwort passt, weiter!?« (Anekdotenjäger, 74. Heft, S. 150.)
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  • ANTWORT
  • Du findest jn nit on antwort. - Franck, II, 97b.
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  • ANTWORT
  • Er bleibt keine Antwort schuldig.
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  • ANTWORT
  • Er hat immer eine Antwort bei der Hand.
  • 2
  • ANTWORT
  • Er ist um Antwort nicht verlegen.
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  • ANTWORT
  • Es ist eine Antwort, die Hörner und Zähne hat.
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  • ANTWORT
  • Es ist eine lakonische Antwort.
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  • ANTWORT
  • Es sind Antworten wie bei Hofe, weder ja noch nein. - Lehmann.
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  • ANTWORTEN
  • Antworte nicht, man frage dich denn.
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  • ANTWORTEN
  • Antwortet man nicht, so ist man überwunden. - Graf, 444, 378.
    info] Wer sein Recht nicht vertheidigt, oder bei gerichtlichen Verhandlungen gar nicht, oder nicht rechtzeitig erscheint, geht seines Rechts verlustig. - In Schleswig: Antwortet he nicht, so is he verwunnen. (Thorsen, Schleswig, 36, 25.)
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  • ANTWORTEN
  • Wer antwort, eh man fraget jn, der zeigt sich selbst im Narren Sinn. - Brandt, Nsch., 19.
  • 1
  • ANTWORTEN
  • Wer antworten will, den darf man nicht verfesten. - Graf, 444, 394.
    Mhd.:] We antwarden wel, dem darf man nicht vorvesten. (Göschen, 56, 28.)
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  • ANTWORTEN
  • Wer antwortet auf unnützes Gespei (übel Geschrei), der macht aus Einem Unglück (Unheil) zwei. - Simrock, 372.
    Frz.:] A folle demande il n'y faut point de réponse.
    Schwed.:] En dum fråga kräfwer intet swar. (Marin, 11.)
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  • ANTWORTEN
  • Wer antwortet ungefragt, dessen Verstand wird mit Recht beklagt.
    Lat.:] Qui prius respondit quam audiat, stultum se esse demonstrat et confusione dignum.
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  • ANTWORTEN
  • Wer antwortet vngefragt, der ist nicht gescheid. - Lehmann, 35, 9.
  • 1
  • ANTWORTEN
  • Wer antwortet, eh' er höret, dem ist Narrheit und Schande. - Spr. Sal., 18, 13; Schulze, 76.
  • 1
  • ANTWORTEN
  • Wer antwortet, eh' er hört, der hat einen Wurm im Kopf.
    info] Lehmann setzt hinzu: »Wo Obrigkeiten Bescheid und Urtheil geben, ehe sie beide Parteien genug gehört haben, da ist der Witz verwundet.«
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  • ANTWORTEN
  • Wer antwortet, eh' man ausgefragt, der bellt wie der Hund, wenn die Thür aufgeht.
    info] Dieser bellt, ohne zu wissen, ob Freund oder Feind hereinkommen werde.
    Dän.:] Hvo som svarer för udtalt er, er som hunden der göer för dörenoplades, og veed ey enten det er ven eller uven. (Prov. dan., 536.)
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  • ANTWORTEN
  • Wer antwortet, ehe er höret, der zaiget an sein Thorhait vnd wirdt ze schanden. - Agricola, 12.
  • 1
  • ANTWORTEN
  • Wer da antwort ee er gehöre, der glichet sich eym doren. - Hagen und Büsching, I, 503.
  • 1
  • ANTWORTEN
  • Wer ungefragt antwortet, ist nicht klug.
  • 1
  • ANTWORTEN
  • Antworten wie ein Normann.
    info] Normännisch, d.i. unbestimmt, zweideutig.
    Frz.:] Répondre en Normand.
  • 2
  • ANTWORTEN
  • Er antwortet ihm den Arsch auf den Kopf. (Holst.)
    info] Wer spitz, frech oder verkehrt antwortet.
  • 2
  • ANTWORTEN
  • Er antwortet wie die Thurmbauer zu Babylon.
    info] Unpassend, verworren.
    Dän.:] Handsvarer tidt som de der bygde babels-taarn. (Prov. dan., 536.)
  • 2
  • ANTWORTEN
  • Er antwortet wie ein Hund, wenn er gefragt wird.
    info] Vom Schweigenden.
  • 2
  • ANTWORTEN
  • Er kann auf alles antworten, nur auf die vorgelegte Frage nicht.
    Frz.:] Avoir réponse à tout, hormis à qui va là. (Lendroy, 1282.) - Ueber die französische Redensart: Être à qui etc. vgl. Lendroy, 1274.
  • 2
  • ANTWORTER
  • Lieber des Antworters Wort sprechen als des Klägers. - Graf, 433, 265.
    info] Da der Beklagte dem Kläger gegenüber sich in der Regel in einer Art Nothwehr befindet, so ist er durch die gesetzlichen Einrichtungen in vieler Hinsicht begünstigt.
    Mhd.:] Spreke limer des antwoerders woert dann des clegers.
  • 1
  • ANVERTRAUEN
  • Es wär' ihm gut anzuvertrauen, was alle Welt wissen soll.
  • 2
  • ANWALT
  • Der Anwalt (Morsche) mag sich zerreissen, wenn der Richter (Dajjen) nicht will. (Jüd.-deutsch.) - Tendlau, 760.
    info] Der Untergeordnete kann wenig gegen die Willkür des Uebergeordneten durchsetzen.
  • 1
  • ANWALT
  • Junger Anwalt macht den Process alt und die Tasche kalt.
    Frz.:] De jeune advocat, procès perdu. - De jeune procureur cas mal entendu. (Gruter.)
  • 1
  • ANWAND
  • Er ist noch nicht an der Anwand.
    info] Es lässt sich noch nicht über den Ausgang urtheilen.
  • 2
  • ANWARTSCHAFT
  • Eine fette Anwartschaft ist besser als ein magerer Besitz.
    Span.:] Vale mas buena esperanza que ruin posesconi. (Don Quixote.)
  • 1
  • ANWEISUNG
  • Anweisung (Assignation) ist keine Zahlung. - Eisenhart, IV, 56; Volkmar, 356.
    info] In dem Falle aber, wenn A. eine Forderung an B. hat, dieser aber A. an C. weist, welcher dem B. schuldig ist, um sich die Summe auszahlen zu lassen, C. aber entweder an A. nicht zahlen will oder überhaupt nicht zahlen kann, ist die Anweisung keine Zahlung. A. hat die Schuld des C. von B. nicht übernommen und hält sich mit seiner Forderung nur an B.
    Holl.:] Assignatie is geene betaling. (Harrebomée, I, 22.)
    info] Simrock, 374; Hillebrand, 171; Hertius, I, 91; Haslocher, 55; Estor, II, 79.
    Holl.:] Onderwijzing is geene betaling. (Harrebomée, II, 135a.)
  • 1
  • ANWEISUNG
  • Anweisung (Delegation) ist gute Bezahlung. - Eisenhart, IV, 56a; Pistor., II, 31; Volkmar, 365.
    info] Dies Sprichwort gilt, wenn A. für seine Forderung an B., dessen Forderung an C. an Zahlungsstatt förmlich übernimmt und sich somit aller Ansprüche an B. begibt.
    info] Hillebrand, 172; Eisenhart, 433.
  • 1
  • ANWEISUNG
  • Anweisung is noch geen Betahlung. (Ostfries.)
    info] Eichwald, 45; Frommann, II, 389, 37; Bueren, 13; hochdeutsch: Graf, 237, 104.
  • 1
  • ANWEISUNG
  • Das ist eine Anweisung auf eine Silbergrube im Monde.
  • 2
  • ANWEISUNG
  • Es ist wie eine Anweisung auf arme Leute. - Burckhardt, 505.
  • 2
  • ANWENDE
  • Wär sek up 'ner Ânewendge nêren kan, dei blîwe von 'n Twei-Morgen-Acker. - Schambach, II, 566.
    info] Enthält die Mahnung, insofern man in kleinen Verhältnissen sein bescheiden Auskommen finden kann, zufrieden zu sein und nicht nach grössern zu streben.
  • 1
  • ANWENDE
  • Anewand siyn. (Westf.)
    info] Einen Wendepunkt erreicht haben. Wenn der Pflüger durch ein anstossendes Feld oder einen Weg u.s.w. genöthigt ist, auf dem Acker selbst, den er pflügt, umzuwenden, so bleiben die Enden desselben vorläufig ungepflügt. Dieser Streifen, der später der Breite nach umgebrochen und mit Querfurchen versehen wird, heisst: Anewand, Anewenne, Anwende.
  • 2
  • ANWENDEN
  • Frisch angewendt ist halb geendt. - Henisch, 1245, 66; Eyering, 633.
  • 1
  • ANWENDEN
  • Um einen Feddan wendet man gern ein Kassaba an. - Burckhardt, 471.
    info] Eine Kleinigkeit wird gern für etwas Werthvolleres aufgeopfert. Der Feddan ist ein ägyptisches Landmass und enthält gegenwärtig gewöhnlich 300 Kassabas oder Ruthen zu 3,64 Meter. - Man opfert einen Pfennig, um einen Thaler zu gewinnen.
  • 1
  • ANWENDEN
  • Er wendet Grünes und Dürres an. - Lendroy, 1577.
  • 2
  • ANWERBEN
  • Wer sich anwerben lässt und verlobt, ist nicht mehr frei.
    Span.:] Ir a la guerra, y cusar, no se ha de a consejar. (Cahier, 3286.)
  • 1
  • ANWERBUNG
  • keine Verbindung. - Eisenhart, I, 4, 53; Pistor., I, 4; Volkmar, 341, 56.
    info] Dem Ehestande gehen Anwerbung, Jawort, Verlobung und Trauung voraus. Dies Sprichwort bezieht sich aufs erste und will anzeigen, dass, solange auf die Anwerbung das Jawort nicht erfolgt, der Anwerber seine volle Freiheit habe, seinen Antrag zurückzunehmen und eine andere Verbindung einzugehen.
    info] Simrock, 373; Hillebrand, 116; Estor, I, 332; III, 461; Sailer, 251.
  • 1
  • ANWERFEN
  • Wirf's dick an, so klebt was dran - sagt der Maurer, wenn er schlechtes Mauerwerk durch schlechten Anwurf zudeckt.
  • 1
  • ANWISCHEN
  • Ik heff ämm ên anwischt. - Danneil, 6.
    info] Unvermerkt einen Schlag versetzt.
  • 2
  • ANXIETY
  • Anxiety and conscience are a powerful pair of dynamos. Between them, they have ensured that I shall work hard, but they cannot ensure that one shall work at anything worthwhile.
    ARNOLD J. TOYNBEE
  • 3
  • ANXIETY
  • As a rule, what is out of sight disturbs men's minds more seriously than what they see.
    JULIUS CAESAR
  • 3
  • ANXIETY
  • Be not over-exquisite
    To cast the fashion of uncertain evils :
    For grant they be so, while they rest unknown,
    What need a man forestall his date of grief,
    And run to meet what he would most avoid ?
    MILTON : Comus.
  • 3
  • ANXIETY
  • Fear, born of the stern matron Responsibility, sits on one's shoulders like some heavy imp of darkness, and one is preoccupied and, possibly, cantankerous.
    WILLIAM McFEE
  • 3
  • ANXIETY
  • Fine worries, like fine wines, are at their best only after they have been properly mellowed.
    DAN GREENBURG WITH MARCIA JACOBS
  • 3
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