DICTUM

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  • ANFANGEN
  • Anfang'n un tolang'n.
    »Beide Hann' in beide Taschen, will dat Spillwerk doch nie flaschen.« (Ptattdütscher Husfriend, II, 25.)
  • 2
  • ANFANGEN
  • Anfangen und aufhören sind bei ihm eins.
    Lat.: In limine deficere.
  • 2
  • ANFANGEN
  • Der fängt früh an! - Tendlau, 395.
    info] Zeigt schon früh, was man von ihm zu erwarten hat.
  • 2
  • ANFANGEN
  • Dös ist gar net ang'fange. (Schwaben.)
    info] Es reicht nirgends hin.
  • 2
  • ANFANGEN
  • Er fängt (seine Erzählung, Geschichte u.s.w.) bei Adam (mit Erschaffung der Welt) an.
    info] Aristoteles hat: Bei der Linie anfangen (A linea incipere), d.h. ganz von vorn. Von den Wettläufen hergenommen. Im Circus die Linie, von der ausgegangen wurde, dann jede Grenzlinie. (Erasm., 5.)
  • 2
  • ANFANGEN
  • Er fängt an ab- oder zurückzuhalten. - Sprenger II.
    info] Von seinem ersten Vornehmen abzusehen. Aus der Schiffahrt entlehnt: Die Flotte hielt ab, blieb ausser dem Bereich des feindlichen Feuers.
  • 2
  • ANFANGEN
  • Er fängt an den Kamm aufzusetzen und den Gescheidten zu spielen.
    Frz.: Il commence à lever la tête, et à vouloir faire l'entendu.
  • 2
  • ANFANGEN
  • Er fängt die Frühmetten mit Husten und das Abendessen mit Saufen an.
  • 2
  • ANFANGEN
  • Er fängt's an, wo er's gelassen hat. - Langbein's Werke, 29. Bd.
  • 2
  • ANFANGEN
  • Er hat länger angefangen als gebaut.
    info] Ueberlegt, Pläne gemacht.
  • 2
  • ANFANGEN
  • Er mag anfangen, seinen Weinberg zu schneiden.
  • 2
  • ANFANGEN
  • Es ist nichts mit ihm anzufangen.
    Lat.: Influit, quod exhauritur.
  • 2
  • ANFANGEN
  • Se fängk bâl ân zo krome. (Köln.) - Firmenich, I, 476, 229.
    info] D.h. kommt bald in die Wochen.
  • 2
  • ANFANGEN
  • Was er angefangen, soll ein End' erlangen.
    Lat.: Eandem tundere incudem.
  • 2
  • ANFÄNGER
  • Der Anfänger ist aller Ehren werth. - Pistor., IV, 51.
  • 1
  • ANFÄNGER
  • Ein Anfänger ist kein Meister.
    Böhm.:] Kdo nikdy zle, nikdy dolre. - Kazdy ucedlník od kazu se ueí. - První výklad nebez peccu. - Thadlu od kazu zacíná. (Celakovský, 217.)
    Kroat.:] Kazení jest spatné umeni. - Po kvaru se clovek vuci. (Celakovský, 217.)
  • 1
  • ANFÄNGER
  • Ein guter Anfänger ist alles rühmens werth. - Petri, II, 192.
  • 1
  • ANFÄNGER
  • Ein jeder ist ein anfenger vnd Meister seines eigen Glücks vnd vnfalls. - Petri, II, 200.
  • 1
  • ANFÄNGER
  • Es geht meist über den Anfänger hinaus.
    Lat.:] In caput auctoris facinus plerumque redundat.
  • 1
  • ANFÄNGER
  • Mit einem Anfänger muss man Nachsicht haben.
    info] Weil er in der Regel aus Unkunde fehlt.
    Lat.:] Venia primum experienti. (Diogen.) (Erasm., 526.)
  • 1
  • ANFÄNGER
  • Es ist vmb einen guten anfenger vnd vmb ein guten deuter zu thun. - Petri, II, 278.
  • 2
  • ANFANGS
  • Aegina die besten Kinder.
    info] Von allem, was einen guten Anfang nimmt, allmählich aber schlechter wird.
    Lat.:] Primum Aegina pueros optimos alit. (Erasm., 480.)
  • 1
  • ANFANGS
  • Anfangs bedenck das End. - Lehmann, 17, 10.
  • 1
  • ANFASSEN
  • Jerer fat an sin Näs, denn find't hei Fleisch. (Mecklenburg.)
  • 1
  • ANFASSEN
  • Wer viel anfasst, behält wenig.
  • 1
  • ANFECHTEN
  • Was dich nicht anficht, das lass gehen, wie es gehet. - Henisch, 1029, 9; Petri, II, 589.
  • 1
  • ANFECHTEN
  • Es ficht jhn nichts an. - Henisch, 1029, 14.
  • 2
  • ANFECHTUNG
  • Anfechtung ist der Seele eine Artzeney und dem Leibe Gifft. - Wirth, II, 8.
  • 1
  • ANFECHTUNG
  • Anfechtung ist ein Salz, welches die Tugend würzt.
    Lat.:] Virescit vulnere virtus.
  • 1
  • ANFECHTUNG
  • Anfechtung lehrt aufs Wort merken. - Körte, 180; Härlin, 39.
    info] Auf die Stimme Gottes, sie thue sich kund in der Natur, Vernunft oder Bibel.
  • 1
  • ANFECHTUNG
  • Anfechtung lehrt, dass man Gott hört. - Mannich, Sacra emblem., 49.
  • 1
  • ANFECHTUNG
  • Anfechtung macht einen Mann. - Petri, II, 17.
  • 1
  • ANFECHTUNG
  • Anfechtung macht gute Christen, sagte der Handwerksbursch auf der Landstrasse.
  • 1
  • ANFECHTUNG
  • Anfechtung macht gute Christen. - Steiger, 46; Simrock, 331.
    info] Bewährung macht stark
  • 1
  • ANFECHTUNG
  • Es ist gross Anfechtung, kein Gelt haben.
  • 1
  • ANFEINDEN
  • Wen man anfeindet, den muss man fürchten.
  • 1
  • ANFEINDEN
  • Willst du nicht angefeindet werden, so halte stets den Sack auf dem Rücken, die Augen zur Erden.
  • 1
  • ANFLENNER
  • A îs a rechter Ânflenner, ma wiss wul. (Schles.) - Frommann, III, 412, 456.
  • 2
  • ANFLICKEN
  • Einem etwas anflicken. - Frischbier, II, 69.
    info] Ihn verleumden, ihm Fehler andichten u.s.w.
  • 2
  • ANFLIEGEN
  • Was bald anfliegt, fliegt bald ab.
  • 1
  • ANFLIEGEN
  • Et is em nit angefluogen, et hêt et midde gesogen. (Waldeck'sches Uppland.) - Firmenich, I, 325, 14.
  • 2
  • ANFRAGE
  • Anfragen stehen frei.
  • 1
  • ANFRAGE
  • Eine Anfrage beisst niemand. - Freitag, Soll und Haben, II, 101.
  • 1
  • ANFRAGEN
  • 'S anfrage(n) kostet nex. (Ulm.)
  • 2
  • ANFÜHREN
  • Wer einmal angeführt, nicht leicht wieder trauen wird.
  • 1
  • ANFÜHREN
  • Wer einmal einen angeführt, dem ist nicht mehr zu trauen.
    Lat.:] Cavendum ab eo, qui semel imposuit.
  • 1
  • ANFÜHREN
  • Angeführt mit Löschpapier. (Oberharz.)
  • 2
  • ANFÜHREN
  • Angeführt, mit Butter geschmiert.
  • 2
  • ANFÜHREN
  • Jemand anführen.
    info] Ihn betrügen, hintergehen.
  • 2
  • ANFÜHRER
  • Ein übler Anführer ist schlimmer als alle Nachfolger.
    Dän.:] Hvo vom ilde anförer er värre end den som folger. (Prov. dan., 29.)
  • 1
  • ANFURZEN
  • A werd ens (uns) anforzen wie 'n Schandarm. (Schles.)
    info] So barsch behandeln, wie Gensdarmen wol zu thun pflegen.
  • 2
  • ANGAFFEN
  • Er gafft mich an, wie die Kuh das neue Thor.
    Frz.:] Il me regarde comme un nigaud qui n'a jamais vu son semblable.
    »Solt es auch nit angaffen zwar, als wie ein Kalb Scheuern Thor.« (Aus dem Jahre 1595.) (Weller, Annalen, I, 99.)
  • 2
  • ANGAFFEN
  • Er lässt sich angaffen wie einen Oelgötzen. (S. Dasitzen , und Illustrirte Zeitung, 1857, Nr. 729.)
  • 2
  • ANGAFFEN
  • Etwas angaffen wie ein kalb ein stadelthor. - Franck, Weltbuch, CVIIa.
  • 2
  • ANGEBEN
  • Angeben vnd Ertz schatzen trifft selten zu. - Petri, II, 17.
  • 1
  • ANGEBER
  • Angeber sind des Teufels Netzweber.
  • 1
  • ANGEBER
  • Ein Angeber ist besser als zehn Faulenzer. (Franken.)
  • 1
  • ANGEBER
  • Wer Angebern und Zuträgern glaubt, hat (behält, erhält) keinen Freund.
  • 1
  • ANGEBEREI
  • Des (es) ist hamansche Angeberei. - Tendlau, 38.
    info] Jüd.-deutsch: Haman's Mesires.
  • 2
  • ANGEBINDE
  • Das war ein schönes Angebinde.
    Lat.:] Donum onomasticum.
  • 1
  • ANGEBINDE
  • Einem ein Angebinde geben. - Wurzbach II, 7.
    info] Diese Redensart hat ihren Ursprung in einer Sitte des 16. Jahrhunderts, in welchem man Bräuten, Wöchnerinnen, Kindern u.s.w. ein ihnen bestimmtes Geschenk an den Arm band.
  • 2
  • ANGEBLARR
  • Einem ênt ön 't Angeblarr hauen. - Frischbier, II, 71.
    info] Angeblarr =Angesicht
  • 2
  • ANGEBOREN
  • Angeboren ist besser als angelernt. - Günsburg, 115, 16.
  • 1
  • ANGEBOREN
  • Angeboren ist unverloren.
    It.:] Quel che vien dalla natura, fino alla fossa dura. (Giani, 1142.)
  • 1
  • ANGEBOREN
  • Was angeboren ist, darf man sich nicht schenken lassen.
    Lat.:] Magis herus fidus nascitur quam scribitur. (Philippi, I, 233.)
  • 1
  • ANGEBOREN
  • Was angeboren ist, lässt sich nicht abgewöhnen.
  • 1
  • ANGEBOREN
  • Dat is em an'burn, as de Su 't Wühlen. - Schlingmann, 11.
    info] In Schwaben: Deam ist's angebora wie der Sau 's Nuelen. (Birlinger, 992.)
  • 2
  • ANGEBOREN
  • Es ist ihm angeboren. - Horn, Spinnstube, 1852, S. 23.
  • 2
  • ANGEDUDDELT
  • Er ist angeduddelt. - Neuer Volkskalender, Innsbruck 1845.
    info] Benebelt.
  • 2
  • ANGEFÄLLE
  • Angefälle ist kein Lehen. - Graf, 560, 51.
  • 1
  • ANGEFLOGEN
  • Et is em nit angefluoggen, et hät et midde gesuoggen. (Waldeck.) - Firmenich, I, 325.
  • 2
  • ANGEFOCHTENER
  • Ein angefochtener gründet und grübelt so tief, dass er sich kaum erhalten kann. - Schottel, 1141a.
  • 1
  • ANGEHEITERT
  • Er ist angeheitert.
    info] Mässiger Rausch.
  • 2
  • ANGEHEN
  • Das geht (ging) an, sagte die alte Frau, als ihr Rock lichterloh brannte.
  • 1
  • ANGEHEN
  • Dat geit mi nicks an, ick bin 'n Hamborger, sagte der Fuhrmann. (Hamburg.)
    info] Ein hamburger Fuhrmann, der (im Mai 1865) Feldmarschall Graf Wrangel gefahren hatte, verlangte beim Absteigen in Altona das Fahrgeld. Als man ihn auf die altonaer Commandantur wies, gab er die obige, bald sprichwörtlich gewordene Antwort. (Schlesisches Morgenblatt, 1865, Nr. 116.)
  • 1
  • ANGEHEN
  • Dat ging an, saed dumm Jürgen, 'n Schilling un' ne Schnäd Brot.
  • 1
  • ANGEHEN
  • Dem es angehet, der masse sich solches an. - Aventin, LIIIIb.
    info] Wer sich getroffen fühlt, der nehme sich bei der Nase.
  • 1
  • ANGEHEN
  • Es geht dich auch an, wenn deines Nachbars Haus brennt.
    Lat.:] Tua res agitur paries cum proximus ardet. (Hor.)
    Engl.:] When thy neighbour's house is on fire, beware of thine own.
    Frz.:] Quand on voit brûler la maison de son voisin, on a sujet d'avoir peur.
    It.:] Quando brucia nel vicinato, porta l' acqua a cosa tua.
    Schwed.:] När grannens wägg brinner står din egen i fara. (Marin, 21.)
  • 1
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  • Jetzt geht's an, und wenn's angeht, geht's gleich an. (Ulm.)
  • 1
  • ANGEHEN
  • So kann't angân, säd' de Paster tô Spanclet, da drôgen se em tô Krôge. (Flensburg.) - Hoefer, 814.
  • 1
  • ANGEHEN
  • Was dich nicht angeht, danach sollst du auch nicht fragen (das begehre nicht zu wissen). - Egenolff, 285b; Körte, 6463; Schonheim, T, 15.
  • 1
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  • Was dich nicht angeht, das lass stehn, und was du nicht halten kannst, lass gehn.
    info] Man sagt, was einem nit geht an, des lass er vor jhm vbergahn. (Waldis, IV, 59.)
  • 1
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  • Was dich nicht angeht, davon sprich weder Gutes noch Böses.
    It.:] Di cosa che non ti cale, non dir nè ben nè male. (Cahier, 2894.)
  • 1
  • ANGEHEN
  • Was dich nicht angeht, in das stecke (mische) dich nicht. (Lit.) (S. Anrühren.)
  • 1
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  • Was dich nicht geht an, das nimm dich nicht an. - Kirchhofer, 339.
  • 1
  • ANGEHEN
  • Was dich nit angeet, darnach solt du auch nicht fragen. - Agricola, II, 23.
  • 1
  • ANGEHEN
  • Was einem nicht angehet, das soll er lassen für übergehen. - Henisch, 1431, 52; Petri, II, 592.
  • 1
  • ANGEHEN
  • Was einen selbst angeht, daran denkt man am ersten (meisten).
    Lat.:] Suam quisque homo rem meminit. (Plaut.)
  • 1
  • ANGEHEN
  • Was enge angehet, das wol bestehet. - Henisch, 894, 5; Petri, II, 599.
  • 1
  • ANGEHEN
  • Was gehet es mich an, wie mein Nachbar (Nächster) lebt. - Meisner, 8.
  • 1
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  • Was geht mich Nürnberg an, ich hab' keinen Stein (kein Haus) darin.
    Engl.:] What have I to do with Bradshaw's wind-mill? (Bohn, 210.)
  • 1
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  • Was geht's dich an? Lass ihn sein Windel auswäsche'! (Jüd.-deutsch.) - Tendlau, 864.
  • 1
  • ANGEHEN
  • Was geht's mich an, wenn Quaku's Haus brennt, brennt doch mein Schurzband noch nicht! (Neger in Surinam.) - Wullschlägel.
    info] Mag es andern schlecht gehen, wenn ich nur nicht darunter leide.
  • 1
  • ANGEHEN
  • Was mi nöt angeht, geh mi nit nieder. (Rott.-Thal.)
  • 1
  • ANGEHEN
  • Wat deck nits angeit, da lôt dîne Näsen twischen ûte. - Schambach, II, 411.
    info] Mische dich nicht unbefugter Weise in die Angelegenheiten anderer.
    Böhm.:] Co se té netýce, nestrkej rýce. (Celakovský, 272.)
  • 1
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  • Wat en'n angeit, dat en'n nae geit. (Grubenhagen.)
    info] In Bezug auf das starke Band, welches durch Blutsverwandtschaft um Menschen geschlungen wird.
  • 1
  • ANGEHEN
  • Wat en'n nich angeit, da bekümmert man sek nich imme. (Göttingen.) - Schambach, 71.
    info] Gegen unberufene Einmischung und für sorgfältige Behandlung der eigenen Angelegenheiten.
  • 1
  • ANGEHEN
  • Wat mick geht nix an, do lât ick mine Nase van. - Curtze, 331, 202a.
  • 1
  • ANGEHEN
  • Watt di nix angeit, dao laot dâ Näse daavon. (Altmark.) - Daniel, 143.
  • 1
  • ANGEHEN
  • Wen's angeht, der kratze (melde, zupfe) sich (bei der Nase).
  • 1
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