DICTUM

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  • ÄRMEL
  • Ma wird nich lange Ermel mit em moachen. - Gomolcke, 770.
    info] Auch in der Fassung: Wir warn orste lange Ermel mietem machen. (Gomolcke, 1117.) Oder: Ber warn irschte longe ärmel mîdem mochen. (Frommann, III, 243, 67.) - Wenig Umstände, man wird ohne zarte Rücksichten gegen ihn vorgehen.
  • 2
  • ÄRMEL
  • Man darf ihn nicht mit dem Ärmel dazu ziehen.
    info] Er lässt sich nicht nöthigen hinzugehen, er geht gern.
    Frz.:] Il ne se fera pas tirer par la manche.
  • 2
  • ÄRMEL
  • Man hat ihm den Ärmel nicht ausgerissen.
    info] Von Gästen, die man eben nicht sehr zum Dableiben genöthigt hat.
  • 2
  • ÄRMEL
  • Man kann's nicht aus dem Ärmel schütteln.
  • 2
  • ARMEN (VERB.)
  • Du bist wol gearmet. - Franck, II, 69a; Eyering, I, 79c.
  • 2
  • ARMENBÜCHSE
  • Wer die Armenbüchse trägt, muss sie nicht verrosten lassen.
  • 1
  • ARMENGESCHLECHT
  • Wer will in das Armengeschlechte, der maure, baue viel und - rechte. - Pistor., III, 15.
  • 1
  • ARMENGUT
  • Armengut geht in einen Fingerhut.
  • 1
  • ARMENHAUS
  • En Armhius, en Larmhius. (Westf.)
    info] Auch in Holstein: Armhuus - Larmhuus. - Dies Sprichwort trifft besonders da zu, wo, wie noch sehr häufig der Fall, die Armenhäuser die elendesten und schmuzigsten Baracken im ganzen Dorfe sind, in welchen alles Gesindel zusammengesperrt wird, das keine Arbeit bekommt, weil es nicht arbeiten mag, keine Herberge findet und das weder von der Landespolizei in Corrections-, noch von den Staatsanwalten in Strafanstalten aus formellen Gründen untergebracht werden kann. Das Armenwesen, besonders in den Landgemeinden, ist im allgemeinen noch im beklagenswerthesten Zustande.
  • 1
  • ARMENHAUS
  • Im Armenhaus gibt's mehr ehrliche Leute als kluge (sparsame).
    Span.:] De los leales se hinchen los hospitales. (Bohn I, 211.)
  • 1
  • ARMENIER
  • Der Armenier hat den Verstand im Kopfe, der Georgier im Auge. - Ausland, 1871, S. 405a.
  • 1
  • ARMENKASSE
  • Einem etwas aus der Armenkasse geben. (Ostpreuss.)
    info] Ihm einige aufzählen.
  • 1
  • ARMENRUH
  • Ei der Armaruh han de Pauern käne Schuh. - Schles. Provinzialblätter, 1863, S. 127.
    info] Armaruh = Schlesisches Dorf im Goldberger Kreise, in dem es aber zur Zeit so armselig nicht zugeht.
  • 1
  • ARMENSEELKUTSCHER
  • Liaber als das wâr' i' Armeseal'ngutsche'. - Frommann, VI, 37.
    info] Wird im Unterinnthal gesagt, wenn man irgendetwas sehr ungern verrichtet.
  • 1
  • ÄRMERES
  • Es ist nichts Ärmeres als der Bettelsack, den kann man nicht füllen.
  • 1
  • ÄRMERES
  • Es ist nichts ärmeres, denn eines geitzigen Mannes Hertz. - Henisch, 1449, 32.
  • 1
  • ARMETEI
  • Armetei bringt Haderei. (Weingarten.) - Birlinger, 29.
  • 1
  • ARMINIAN
  • Es ist ein umgekehrter Arminian. - Sprenger III.
    info] Wird in Holland von einem Barsch in bestimmter Zubereitungsform gebraucht, der aufgespalten und gestopft zu den Leckereien gezählt wird. Vielleicht mag zur Zeit des remonstrantischen Streits ein Anhänger des Arminius damit verglichen worden sein, der zur Partei des Gomarus überging und für diese ein Leckerbissen war. (Sprenger IV, 40.)
  • 1
  • ÄRMLICH
  • Ärmlich zehrt, wer betteln fährt.
  • 1
  • ARMS
  • His warlike shield
    Was all of diamond, perfect, pure, and clean;
    For so exceeding shone his glistering ray,
    That Phoebus' golden face it did attaint,
    As when a cloud his beams doth overlay.
    SPENSER: Faerie Queene.
  • 3
  • ARMS
  • Nigh at hand,
    Celestial armory, shields, helms, and spears,
    Hung high, with diamonds flaming and with
    gold.
    MILTON.
  • 3
  • ARMS
  • The arm'rers temper in the ford
    The keen-edged pole-ax, or the shining sword;
    The red-hot metal hisses in the lake.
    POPE.
  • 3
  • ARMS
  • The armorers accomplishing the knights,
    With busy hammers closing rivets up,
    Give dreadful note of preparation.
    SHAKESPEARE.
  • 3
  • ARMS
  • The sword
    Of Michael from the armory of God
    Was giv'n him; temper'd so, that neither keen
    Nor solid might resist that edge.
    MILTON.
  • 3
  • ARMS
  • The weighty mallet deals resounding blows,
    Till the proud battlements her tow'rs inclose.
    GAY.
  • 3
  • ARMS
  • The whole division that to Mars pertains,
    All trades of death that deal in steel for gains,
    Were there; the butcher, armorer, and smith,
    Who forges sharpen'd fauchions, or the scythe.
    DRYDEN.
  • 3
  • ARMS
  • With plain heroic magnitude of mind,
    And celestial vigour arm'd,
    Their armories and magazines contemns.
    MILTON.
  • 3
  • ARMSCHMALZ
  • Armschmalz fettet. (Westf.)
  • 1
  • ARMSCHMALZ
  • Armschmalz ist das beste Schmalz.
    info] Selbstverdientes Schmalz schmeckt und nährt am besten.
  • 1
  • ARMSCHMALZ
  • Armschmalz tut's.
    info] Anhaltende Arbeit führt zu Wohlstand oder zur Erreichung des Zwecks.
  • 1
  • ARMSCHMALZ
  • Da gehört Armschmalz hin. (Weingarten.) - Birlinger, 614.
    info] Es ist große Kraft vonnöthen.
  • 2
  • ARMSCHMALZ
  • Dazu gehört Armschmalz. - Grimm, I, 553.
    info] Kraft und Anstrengung des Arms.
  • 2
  • ARMSDICK
  • Et geit em armesdicke dör de Hilligen-Drei- Küenigesstrâte. (Westf.)
    info] Es sind die heiligen drei Könige gemeint, die an Epiphanias umhergehen; »sie essen gern, sie trinken gern«. (Goethe.)
  • 1
  • ARMSELIGE
  • Armseligen ist es ein Trost ihresgleichen zu sehen.
  • 1
  • ÄRMSTER
  • Der Ärmste muss das Gelag bezahlen.
  • 1
  • ARMSÜNDERGESICHT
  • Er hat ein Armsündergesicht.
  • 2
  • ARMUT
  • Alsbald einen armut anstösst, eilends jn jederman verlöst.
    Lat.:] Pauper uitatur, miser et uilis reputatur. (Loci comm., 158.)
  • 1
  • ARMUT
  • An die Armut will jedermann die Schuhe wischen. - Weisheit, 5; Schonheim, P, 8.
    info] Riehl hat in seiner Schrift Deutsche Arbeit den vierten Abschnitt dem Lobe der Armut gewidmet und dabei auch eine Anzahl hierhergehörender Sprichwörter behandelt.
    Lat.:] At nunc barbaries grandis habere nihil. - Pauper ubique jacet. (Ovid.) - Mendico ne parentes quidem amici sunt. (Tappius. 7.)
    Ung.:] Kutya is a szegényt hamar megugatja.
  • 1
  • ARMUT
  • An williger Armut hat Gott kein Schuld. - Petri, II, 18.
  • 1
  • ARMUT
  • Armaut drücket, äwwer schanget nit. - Curtze, 323, 110.
  • 1
  • ARMUT
  • Armaut giew Rammpauk (Zänkerei). (Westf.)
  • 1
  • ARMUT
  • Armuot altet ouch den Mann. - Eiselein, 40.
  • 1
  • ARMUT
  • Armuot hönet den Degen. - Eiselein, 40.
  • 1
  • ARMUT
  • Armuoth liehrt Veglin spöälen. - Schlingmann, 36.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut - ein Wehmuth. - Dietrich, I, 214.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut alle (aller) Thüren zutut. - Simrock, 540.
    Holl.:] De armoede is een zware roe, zij sluit ons alle deuren toe. (Harrebomée, I, 20.)
  • 1
  • ARMUT
  • Armut an Gut ist besser als Armut an Muth.
    info] Irdische Güter lassen sich immer noch eher ersetzen als geistige.
    Frz.:] La pauvreté des biens se peut guérir, celle de l'âme est sans remède. (Cahier, 1297.)
  • 1
  • ARMUT
  • Armut behelt Armut. - Henisch, 249, 71.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut bei bösen Jahren lehrt einem viel erfahren.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut bindet den Sack bei der Hälfte zu.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut bleibt überall dahinten.
    Lat.:] Quam raro egregios pauper sortitur honores. (Binder I, 1440; II, 2729; Palingen, II, 304; Seybold, 474.)
  • 1
  • ARMUT
  • Armut bleibt verschmäht.
    info] Wenn der Reiche aufsteht zu reden, so hört ihm jedermann gern zu; wenn aber der Arme den Mund aufthut, so fragt man: Wer ist der?
  • 1
  • ARMUT
  • Armut braucht leichtes Blut, sagte der Geizhals, und speiste den Bettler ab.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut braucht List. - Kirchhofer, 248.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut bringt Demut. - Franck, II, 113b.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut bringt der Familie einen tüchtigen Sohn, und Gefahr offenbart dem Staat den loyalen Minister.
    China
  • 1
  • ARMUT
  • Armut bringt in der Regel Abhängigkeit hervor.
    Oliver Goldsmith (1728-1774) , Der Weltbürger
  • 1
  • ARMUT
  • Armut bringt Kunst und Demuth.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut bringt Ungeduld.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut dempffet Hochmuth. - Henisch, 674, 17; Petri, II, 20.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut demütigt die Menschen, sodass sie selbst über ihre Tugenden erröten.
    Luc de Clapiers, Marquis de Vauvenargues (1715-1747), Nachgelassene Maximen
  • 1
  • ARMUT
  • Armut den Herzen Friede geit (gibt), Reichthum in großen Sorgen leit (liegt).
  • 1
  • ARMUT
  • Armut den Sack zum halben Theil zubind. - Petri, II, 20.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut des Geistes Gott erfreut,
    Armut und nicht Armseligkeit.
    Matthias Claudius (1740-1815), Ein gülden ABC
  • 1
  • ARMUT
  • Armut drängt durch Türen und Fenster herein.
    ee] Vaesus tükis ussist ja aknist sisse.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut ein Schalk, macht manchen fetten Balg. - Simrock, 550; Sailer, 71.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut erfährt viel. - Simrock, 548.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut erfreyet Kunst. - Petri, II, 20.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut ernährt, aber sie macht nicht fett.
    Dän.:] Fattigdom føder, men feder ikke.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut ertragen, wenn man arm geboren worden, ist eine Tugend, deren tausend Menschen fähig sind - aber von dem höchsten Überflusse plötzlich zur höchsten Notdurft heruntersinken und zufrieden sein und sich obendrein noch glücklich schätzen, ist eine Erscheinung, die ich nimmermehr erklären kann.
    Diderot, Merkwürdiges Beispiel einer weiblichen Rache
  • 1
  • ARMUT
  • Armut ertragen, wenn man in Armut geboren und erzogen ist - das können tausend Menschen; aber vom Überfluss zum Mangel übergehen, sich dareinschicken und überdies sein Glück darin finden - das ist es, was ich nicht begreifen kann.
    Denis Diderot (1713-1784), Jacques le Fataliste
  • 1
  • ARMUT
  • Armut erzeugt Armut, Reichtum erzeugt Reichtum.
    ee] Vaesus kasvatap vaesust, rikkus rikkust.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut fehlt einiges, Habsucht alles.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut findet (alle) Wege und Sanktge.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut findet alle Weg' und Stege. - Simrock, 558.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut findet alles auf den ersten Griff. - Simrock, 559.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut findet auf ungekehrten Bänken.
    info] Sie treibt mitunter sehr freisinnige Nebenhandwerke.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut folgt Armut bis in die Grub hinein. - Petri, II, 20.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut gehört hinter die Thür.
    info] Kann im buchstäblichen Sinne nur von der Armut gelten, die mit Schlechtigkeit gepaart ist.
    Lat.:] Quam raro egregios pauper sortitur honores.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut geht nicht betteln, sondern der Bettel.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut geht nit betlen. - Franck, I, 117a.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut get nit heischen, sunder Bettel; denn Armut hat viel Ranks. - Eiselein, 40.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut greifft nit fehl. - Egenolff, 314b.
    info] Weil ihr Geld gezählt und ihre spärliche Habe leicht zu übersehen ist, oder weil sie gewiss ist, nirgends etwas zu finden.
    Ung.:] Szegény ember hamar megolvashatja malaczait.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut hat allenthalben Geleit. - Simrock, 554.
    Dän.:] Fattigdom har stor frihed.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut hat den sechsten (ist der sechste) Sinn. - Simrock, 562.
    info] Noth macht erfinderisch.
    Lat.:] Paupertas est ingeniosa.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut hat dreihundertfünfundsechzig Fasttage.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut hat ein schwarz Gesicht und stehet beschambt in dieser und jener Welt. - Pers. Rosenthal, 257.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut hat einen Sinn mehr, denn andere Leute - die Noth. - Simrock, 561.
    Dän.:] En fattig har et sind meer.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut hat Eselskleid und Pfauenstimm'.
    info] Ist für Auge und Ohr gleich unangenehm.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut hat gut Fasten halten.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut hat ihren Stand ohn Neid erhalten. - Petri, II, 20.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut hat Muth. - Sprichwörtergarten, 51.
    info] Wenn auch oft keinen andern als - Unmuth.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut hat Städte gebaut. - Sailer, 197.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut hat überall geliehen. - Körte, 286.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut hat viele an den Galgen gebracht.
    Engl.:] Poverty is the cause of many evils.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut hat viele zu Herren (Huren) gemacht und viele auch an den Galgen gebracht. - Lehmann.
    info] Von den sittlichen Gefahren der Armut.
    Dän.:] Armod har giort mange til horer, til herrer, til betlere og til tyve.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut heilt Hochmuth. - Sprichwörtergarten, 50.
    It.:] Povertà fa, viltà.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut hindert der Ehren viel, Kunst ohne Geld ist Affenspiel.
  • 1
  • ARMUT
  • Armut hinkt, Reichthum (Wohlstand) springt.
    Holl.:] Armoede dwingt, weelde springt. (Harrebomée, I, 20.)
  • 1
  • ARMUT
  • Armut holt die Trägheit ein, es sei denn, dass diese auf einem Mönch reitet. - Klosterspiegel, 18, 7.
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