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  • A sieht gerade aus wie a fatiger Sâk.
    info] Wie Säcke, die ein Jahr gebraucht worden sind.
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  • A sieht noch gar nächtig aus. - Gomolcke, 218.
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  • A sieht rot aus wie ein gestochener Bock.
    Köthen
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  • A sieht wie a abgestochener Bock aus.
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  • A siht am Klede aus wie a scheckichter Flescherhund. - Gomolcke, 208; Robinson, 298.
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  • A siht wie a obgestochener Bock aos. - Gomolcke, 206; Robinson, 278.
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  • A sitt aus wie a junger Ilfbîmer. (Schles.)
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  • A sitt aus wie ein Hîmn (Heimchen). (Schles.)
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  • A sitt aus wie ein Schabehesse. (Breslau.)
    info] Abgeschabt, schäbig (s. Fetzpopel).
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  • A sitt aus, as wenna em Woalpert-Obende meda Hexa uffn Galgaberge getanzt hätte. (Hirschberg.) - D. Stoppe, Parnass im Sattler, S. 529.
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  • A sitt gerade aus wie a fatiger Sâk.
    info] In Schmiedeberg ging ein junger, noch nicht dreissig Jahre alter Mann von mattem Ansehen und schlaffer Haltung über die Strasse. Eine Frau bemerkte gegen eine andere: »A sitt gerade aus wie a fatiger Sâk,« d.i. wie ein Sack des vorigen Jahres. Wie Säcke, die ein Jahr gebraucht worden sind, aussehen, ist bekannt.
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  • A sitt zum Gôtdrborma aus. - Schles. Provinzial-Blätter, 1871, 395.
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  • Ar sieht aus, ass wenn ar nit dreia zöhl'n köenet. (Franken.) - Grimm, II, 1371.
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  • As de een utsieht, heet de anner. (Mecklenburg-Schwerin.)
    info] Sie sind einander ganz gleich, der eine dreissig, der andere ein halb Schock.
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  • Ausseen wie a grojgeres de Repp-Zu dick. (Jüdisch-deutsch. Warschau.)
    info] Von einem kränklichen, magern Aussehen. Der Talmud (Tract Gittin 56) erzählt eine Legende von Rebbi Zu dick, der 40 Jahre gefastet hatte, um den Untergang des Tempels abzuwenden. Von Zeit zu Zeit soll er bloss an einer einzigen Feige genagt haben. Man kann sich daher leicht denken, wie zusammengeschrumpft derselbe gewesen sein muss.
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  • Aussehen wie 's böse Gewissen im Katzenjammer. - Buch der Welt 1846 S. 253b.
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  • Aussehen wie a Flohj (Floh) in a Pantoffel. (Jüdisch-deutsch. Warschau.)
    info] Von kleinen, unansehnlichen Menschen, die lange, weite Kleider tragen.
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  • Aussehen wie a S'roka auf a Chaser. (Jüd.-deutsch. Warschau.)
    info] Sroka, poln. = Elster; Chaser = Schwein. Von kleinen possierlichen Figuren, die noch etwa auf großen Pferden einherstolzieren.
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  • Aussehen wie an ubgekloppte Hoispann. (Jüd.-deutsch. Warschau.)
    info] Hoispann = Hosianna. Am siebenten Tage des Lauberhüttenfestes wird das große Hosianna gesungen, und Weiden- ruthen »Hoischannes« abgeklopft bis die grünen Blätter abfallen, und werden dann als etwas Unbrauchbares weggeworfen.
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  • Aussehen wie das Hungerleiden von Irland. - Gartenlaube 1856, S. 70.
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  • Aussehen wie das schwarze Haus (die schwarze Schule) zu Agram.
    info] In Agram befindet sich, hoch gelegen, die erzbischöfliche Residenz, umgeben von mehrern ansehnlichen Gebäuden, von denen jedes einem Domherrn zur Wohnung gehört. Dieser Theil der Stadt wird die Kapitelstadt genannt. Hier steht ein Haus, das schon über hundertunddreissig Jahre durch seine schwarzen Wände auffällt, und allgemein das »schwarze Haus,« seit sich aber die Schule darin befindet, die »schwarze Schule« genannt wird. Die daselbst Studirenden aber heissen »schwarze Studenten.« (Vgl. darüber: Oesterreichischer Schul bote 1875 S. 45 fg., wo auch eine sich auf die »schwarze Schule« beziehende kriegerische Sage erzählt wird.)
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  • Aussehen wie ein Grasteufel. - Höfer, Erzählungen, Stuttgart 1835, S. 39.
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  • Aussehen wie eine Ente, wenn's blitzt.
    »Sie selbst näherte sich dem Brautpaar, welches aussah wie eine Ente, wenn's blitzt.« (Hermes, III, 241.)
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  • Aussehen wie eine Sau im goldenen Halsbande. - Frischbier, II, 202.
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  • Aussehen wie Gottes Wort vom Lande.
    info] In dem Bericht über das erste Eintreten elsass- lothringer Abgeordneter in den deutschen Reichstag heisst es in Bezug auf die geistlichen Abgeordneten: darunter die Abbés G. und S.; die übrigen sahen aus, wie »Gottes Wort vom Lande« in katholischen Gegenden überhaupt aussieht. (Schlesische Presse 1877, Nr. 80, S. 3.)
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  • Ausseng'n wie a kochter Hiersbrei. (Franken.)
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  • Aussengen wie a kochte Leifpredigt. (Franken.)
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  • Bei dem sieht's aus wie bei'm Pimpela z' Laff, wo die Hühner auf dem Tisch Herberg hielten. (Gegend von Nürnberg.) - Baierische Schulzeitung 1864 S. 301.
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  • Da sieht's aus wie bei der Zerstörung Jerusalems.
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  • Da sieht's aus wie bei's Bettelmanns Umkehr. (Rottenburg.)
    info] D.i. bei seinem Umzuge, Wohnungswechsel, viel werthloses Zeug durcheinander.
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  • Da sieht's aus wie in einem Hundestalle. (Nürnberg.)
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  • Da sieht's aus wie nach der Zerstörung von Magdeburg.
    info] Die Böhmen sagen: wie bei Jankov, wo die Oesterreicher unter Götz am 6. März 1645 von den Schweden geschlagen wurden.
    Böhm.:] Porídís tam, vyberes tomu, co Kec u Jankova. - Vyhlízí tam jako u Jankova (pusto). (Celakovský, 480.)
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  • Dâ süht us wie de Nuth Goddes. (Bedburg.)
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  • Dar sieht aus, as hett em dr Aff gelaust. (Oberharz.)
    info] Von einem unordentlichen Menschen mit struppigem, ungekämmtem Haar.
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  • Das beste Aussehen ist, in sich selbst lugen.
    info] In sich selbst hineinsehen.
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  • Das sieht aus wie kleiner heiliger Abend.
    info] Es ist der dem Festabend vorher gehende Tag gemeint, an dem alle die Vorbereitungen zum Feste getroffen werden.
    Dän.:] Det seer ud som lille Juul-Aften. (Prov. dan., 329.)
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  • Dat sitt ût, als wenn säk twe Bare range. - Frischbier, II, 221.
    info] Wenn zwei Männer sich küssen (s. Bulle).
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  • Dat sitt ût, wie grên on gêl geschête dorch e Hêkl. (Dönhoffstädt.) - Frischbier, II, 222.
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  • Dat süt hier ût, as in 'ne Röwerkule. - Dähnert, 386a.
    info] Hier ist übel gewirthschaftet, es sieht aus wie in einer Räuberhöhle. Von geschmackloser, widerlicher Farbenzusammenstellung.
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  • De sitt noch hübscher ût wie Runzel's Trîn. - Frischbier, II, 229.
    info] Katharina Runzel war ein Mädchen in Wehlau, das die Natur an schöner Mitgabe vernachlässigt hatte.
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  • De sütt ut, as wenn he up de Gaarwiensch eren Bön spökt har. - Schütze.
    info] Bön = Boden; spökt = gespukt. - Aussehen, als hätte er bei der Leichenwärterin als Ermordeter vorgespukt. Von einem Menschen bleicher, hässlicher Gestalt.
    Holl.:] Hij ziet en uit, av of hij in de maan gebakken was. (Harrebomée, II, 47a.) - Hij ziet er uit, of hij den oven geblazen had. (Harrebomée, II, 157b.)
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  • Dei sitt ut wie e Groschefarkel. (Königsberg.)
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  • Der sieht aus wie der erste Seeräuber. (Troppau.)
    info] Pockennarbig.
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  • Der sieht aus wie die Henne unter dem Schwanze.
    info] Er ist krank.
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  • Der sieht aus wie's Kätzle am Bauch. - Birlinger, 1060.
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  • Der sieht aus, as ob er's Vaterunser verspielt hätte. (Rottenburg.) - Birlinger, 1060.
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  • Der sieht aus, man meint, er hab a gstandne Milch gstoche und's Blut sei ihm in's Gesicht gspritzt. (Rottenburg.) - Birlinger, 1060.
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  • Der sieht aus, wie dem Tod sein Spion.
    info] In Wien von einem Magern.
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  • Der sieht so übel aus, dass der Tod vor ihm erschrickt. - Birlinger, 1049.
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  • Die sieht aus wie's Anneles Truhle.
    info] Sehr altmodig, wie aus einer alten Truhe herausgekommen.
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  • Du sihest aus als ein Corinthisch Dirne.
    Lat.:] Ut Corinthia videris. (Erasm., Ad. 506.)
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  • Du süst mi hell ut, wenn du die kämmt und wuschen hest. - Schütze.
    info] Von Leuten, die nach unserer Meinung etwas ihre Kräfte Übersteigendes ausführen wollen.
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  • Du süyst als einn begethenn almisse. (Westf.) - Tappius, 88b.
    Lat.:] Rore pascitur. (Tappius, 88a.)
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  • E segt aus wä't Liewen. (Siebenbürg.-sächs.) - Frommann, V, 32, 14.
    info] Wie das Leben, gesund, blühend.
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  • Ein gutes Aussehen ist so gut (ist besser) als ein Empfehlungsbrief.
    Frz.:] Bonne mine vaut mieux que lettres de recommandation. (Cahier, 1899.)
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  • Er (es) sieht aus wie eine Hampelmanniade.
    info] Die gemässigten Vereine sehen neben den heissblütigen Extremen meist wie rechte Hampelmanniaden aus.
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  • Er (sie) sieht aus wie Milch und Kienruss. - Körte, 354.
    info] Von Nichtschönen.
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  • Er sah auss wie einer, dem ins Tach regnet. - Grimmelshausen, Deutscher Michel.
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  • Er segt aus wä de deir Zeyt. (Siebenbürg.-sächs.) - Frommann, V, 32, 15.
    info] Wie die teure Zeit, schlecht.
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  • Er segt aus, wä mon em Schlep durch e gesint hât. (Siebenbürg.-sächs.) - Frommann, V, 32, 18.
    info] Wie wenn Schlep durch ihn geseihet hätte. Sinen = seihen. Schlep - der aus dem Schlepkraut (Rainfarren) gekochte, klebrige Saft zum Überstreichen von Polstern und Betten. Von einem, der schwach und krankhaft aussieht.
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  • Er seht aus wie an ausgepatschter Scheigez. (Jüd.-deutsch. Warschau.)
    info] ausgepatschter = geohrfeigter; Scheigez = Christenbube, Bursche. Er ist erhitzt; im Gesichte roth.
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  • Er seht aus wie an ausgezwugene Mojd. -
    info] ausgezwugene= vom altdeutschen zwagen = waschen; Mojd = Maid. - Von geziertem, mädchenhaftem Aussehen.
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  • Er seht aus wie Mondrisch.
    info] Mondrisch = Verkleinerungsform von Mordochaï. - Von possirlichen, lächerlichen Aufzügen. Das Buch Esther 6, 10. 11 erzählt von einem solchen Aufzuge, wie Mordochaï hoch zu Ross und im Königsgewande von Haman herumgeführt wurde.
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  • Er seht aus wie vün 'm Journal herub. (Jüd.-deutsch. Warschau.)
    info] Journal = Modejournal. Der Stutzer, Modenarr.
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  • Er seht aus wie zü Fütter. (Lemberg.)
    info] Fütter = Futter; Pelzwerk. - Er sieht mager, abgehärmt aus.
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  • Er sieht aus als ob ihm der Teufel den Rock mit Dreck glasirt hätte.
    info] Plattdeutsch in Fritz Reuter's Erzählung: Ut mine Stromtid, Wismar 1863.
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  • Er sieht aus nach wenig und dünkt sich ein König.
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  • Er sieht aus weiss und blo, wie gedörrt Bohnenstroh. - Fischart, Gesch.
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  • Er sieht aus wia'n verscheuchtes Hüahnle. (Ulm.)
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  • Er sieht aus wie a klopfter Haas. (Ulm.)
    info] Wenn Einer eine rechte Tracht Prügel bekommen hat.
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  • Er sieht aus wie a Mistbutten. - Idioticon Austr.
    info] Von einem unverhältnissmässig dicken Menschen.
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  • Er sieht aus wie anderthalb Spitzbuben. (Nordenburg.) - Frischbier, I, 199.
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  • Er sieht aus wie ausgeschissen (ausgespieen, ausgespuckt).
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  • Er sieht aus wie das Bild von Riffling. (Oberpfalz.)
    info] Entfärbt, schlecht.
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  • Er sieht aus wie das garstige Ding zu Dresden.
    info] Das »garstige Ding« war am Chor der alten Kreuzkirche zu Dresden und gehörte, wie das Brückenmännchen, der Todtentanz, der Queckbrunnen, der Trompeter am Trompeterschlösschen, der bärtige Kopf auf der Zahnsgasse u.m.a. zu den von verschiedenen Handwerkern erwählten Wahrzeichen der Stadt Dresden. (Vgl. Illustrirte Zeitung vom 28. Februar 1857, Nr. 713, S. 194.)
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  • Er sieht aus wie das Hungerjahr.
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  • Er sieht aus wie das Leiden Christi.
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  • Er sieht aus wie der alte Fischer. (Schles.)
    info] Diese Redensart war zur Zeit des Befreiungskriegs in Schlesien (vielleicht auch anderwärts) üblich. Sie bezieht sich auf eine der hervorragendsten Persönlichkeiten der Lützower Frei schar, den Rittmeister Fischer. Weil aber Schlesien sein Geburtsland, so war er hier überall zu Hause und mit seinem langen schwarzen Barte und breiten Schwerte sprichwörtlich. (Vgl. Weichsel, Über die Lützower, und H. Pröhle, F.L. Jahn's Leben, Berlin 1855, S. 94.)
    Holl.:] Hij ziet er Haselunsch uit. (Harrebomée, I, 290.)
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  • Er sieht aus wie der breslauer Fetzpopel. (Schles.)
    info] So nannte man eine um den Anfang des vorigen Jahrhunderts in Breslau lebende und sich durch ihre Hässlichkeit und altväterische Tracht auszeichnende Weibsperson, deren Figur man sogar auf Pfefferkuchen abdruckte. Das Wort ist offenbar aus Fetz = Lumpen, Lappen, und Popel = etwas Verhülltes, eine Gestalt zum Scheuchen, ein vermummtes Schreckbild, zusammengesetzt. Der Name machte sich bald genug auch in andern Städten geltend. So lebte noch in den Jahren 1770-80 ein glogauischer Fetzpopel, eine kleine miswachsene Person von hässlichem Ansehen, die beständig in Schwarzblau gekleidet ging und so, aus einer schwarzblauen Kapuze hervorgrinsend mit einem mächtigen Stabe in der Hand, ganz wie man sich Hexen denkt, aussah. (Fülleborn, Breslauer Erzähler, 1800.) Die Illustrirte Zeitung vom 1. Mai 1858 (Nr. 774) erwähnt des breslauer Fetzpopel in dem Artikel »Städtewahrzeichen« zwar, aber auf eine ungenügende Weise. (S. Fetzpopel.)
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  • Er sieht aus wie der dresdner Todtentanz.
    info] Der »Todtentanz«, dies in Deutschland in seiner Art einzige Werk der Bildhauerkunst des ausgehenden Mittelalters und eins der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt Dresden ist am Eingange des Todtenackers bei den Scheunenhöfen zu Neustadt-Dresden, dicht au der Wohnung des Todtengräbers seit dem Jahre 1733 aufgestellt. Der ganze Reigen besteht aus 27 aus Sandstein gearbeiteten, in vier Abteilungen zerfallenden Figuren in Lebensgrösse unter Anführung Klapperbein's. (Vgl. darüber, sowie über Entstehung der Todtentänze, ihre Geschichte, die Todtentänze zu Annaberg, Basel, Bern, Erfurt, Lübeck, Luzern, Strasburg, Wien. u.s.w., die Artikel in der Illustrirten Zeitung, Nr. 711 u. 712.)
    info] Besonders: Massmann, Die Baseler Todtentänze, Stuttgart 1847.
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  • Er sieht aus wie der dumme Junge von Meissen.
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  • Er sieht aus wie der Gottseibeiuns (der Teufel, der leibhaftige Böse etc.).
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  • Er sieht aus wie der gute Gott zu Schaffhausen.
    info] Es war dies eine 22 Fuss hohe Bildsäule, die unter einem gewölbten Bogen zu Schaffhausen stand. Sie ward im Jahre 1447 errichtet, von vielen Pilgern wallfahrtend besucht und 1529 niedergerissen.
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  • Er sieht aus wie der halbe Mond. - Reuter, Ut mine Stromtid.
    info] Auf der einen Seite hell und rein, auf der andern dunkel beschmuzt.
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  • Er sieht aus wie der heilige Geist von Guntau. - Frischbier, I, 201.
    info] Dorf bei Wehlau in Ostpreussen.
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  • Er sieht aus wie der Himmel, wenn er Landregen beschert. - Demokrit, I, 248.
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  • Er sieht aus wie der leibhafte Tod.
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  • Er sieht aus wie der Mann von Tenedos.
    info] Ernst, finster, furchtbar. Nach Plutarch hatte ein König von Tenedos das Gesetz gegeben, dass hinter dem Richter ein Mann mit einem Beile stehe, den sofort zu richten, der ein falsch Zeugniss ablege oder den Richter belüge.
    Lat.:] Tenedius homo. (Erasm., 528.)
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  • Er sieht aus wie der Saalaffe.
    info] Hat, macht ein Fratzengesicht. - Der Saalaffe gehört zu den Wahrzeichen der Stadt Halle und ist ein Steinbild einer dortigen Brücke, über das man Näheres in der Illustrirten Zeitung (Nr. 760), auch eine beigegebene Abbildung findet.
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  • Er sieht aus wie der Schatt' an der Wand. (Rottenburg.)
    Holl.:] Hij ziet er uit als eene schim. (Harrebomée, II, 249a.)
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  • Er sieht aus wie der schwarze Herrgott (zu Dresden).
    info] Zu den vielen Wahrzeichen Dresdens, als: der Teufelstritt in der Kreuzkirche, der steinerne Kopf auf dem Neumarkte, das Weiberregiment an der Moritzstrasse, die Gans in der Großen Brüdergasse, die steinernen Kinder in der Schloss- und der Schreibergasse, der goldene Reiter auf der Aeussern Pirnaischen Gasse u.a.m., gehört auch der schwarze Herrgott in der Kreuzkirche. Der schwarze Herrgott zu Dresden war bereits im 14. und 15. Jahrhundert ein kirchlicher Gegenstand hoher Berühmtheit. Es soll dies Crucifix schon vor dem Jahre 1270 bei einer Hochflut der Elbe aus Böhmen angeschwemmt und von der Menge im Triumphe in die alte Kreuzkapelle getragen worden sein, wo es aufgestellt wurde. Da es Jahrhunderte zur Verehrung ausgestanden und an Sonn- und Festtagen stark beleuchtet ward, so hatte es durch den vielen Kerzenrauch eine so ungemeine Schwärzung erhalten, dass man es allgemein den schwarzen Herrgott nannte. Als im Jahre 1539 die Reformation eingeführt wurde, kam der schwarze Herrgott mit andern Reliquien auf den Boden der Sakristei, die Götzenkammer genannt. Er verbrannte dort am 19. Juli 1760, als unter den preussischen Bomben die Kreuzkirche zusammenstürzte. (Vgl. Illustrirte Zeitung, Nr. 729.)
    Holl.:] Hij zag er uit als het beeld van Sint Klaas te Rillem, dat de muggen zoo bescheeten hadden, dat de boeren het niet meer wilden aanbidden. (Harrebomée, I, 38.)
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  • Er sieht aus wie der Schweinsbartel am Eck der Rothen Tanne.
    info] Den Namen »Schweinsbartel« führte ein Prellstein an einem Eckhause (genannt zur Rothen Tanne) zu Bartenstein in Ostpreussen, der die rohen Züge der menschlichen Gestalt hatte. (S. Heiliger.) Also plump, roh ungehobelt.
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  • Er sieht aus wie der Teufel in der siebenten Bitte in Luthers kleinem Katechismus.
    info] Die Mutter Goethes in einem Briefe vom 11. April 1779 an die Herzogin Amalie von Sachsen. (Weimar. Sonntagsblatt von Ruppius, Berlin 1864, S. 48.)
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  • Er sieht aus wie der Teufel, als er aus den Kratzbeeren kam.
    info] Sehr zerkratzt und zerrissen.
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  • Er sieht aus wie der Tod im basler Todtentanz. - Kirchhofer, 18. (Oder: wie der Tod von Basel). Simrock, 746.)
    info] An einer Mauer in Basel stellten eine Reihe Abbildungen den Kampf aller Stände der Menschen mit dem Tode vor. Diese Abbildungen hiessen der Todtentanz. Er ist dem Zahn der Zeit unterlegen und lebt nur in Bildern und im Sprichwort noch.
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  • Er sieht aus wie der Tod von Dirschau. (Preussen.)
    info] So sagt man an einigen Orten der Provinz Preussen für das allgemeinere »Warschau«, wobei man sich auf die Niederlage bezieht, welche die Danziger bei der Stadt Dirschau er litten hatten, von welcher Schütz in seiner Preussischen Chronik umständliche Nachricht ertheilt. (Vgl. Bock; Hennig.)
    info] Vgl. auch Rochholz, Schweizersagen aus dem Aargau, Aarau 1856, II, 385.
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  • Er sieht aus wie der Tod von Eylau. - Frischbier, II, 207.
    info] Erinnert an die Schlacht bei Preussisch-Eylau 7. und 8. Februar 1807.
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  • Er sieht aus wie der Tod von Guntau. - Frischbier, II, 208.
    info] Es muss wol das Dorf Gundau im Kreise Wehlau gemeint sein, da ein Ort »Guntau« in Schlott's Ortskunde (Tilsit 1848) nicht aufzufinden ist.
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  • Er sieht aus wie der Tod von Hastenbeck.
    info] Von Einem, der übel aussieht. Diese niedersächsische Redensart soll folgende Veranlassung haben. Zu Anfang des 18. Jahrhunderts sei die etwa eine halbe Stunde von Hastenbeck vorbei fliessende Wahre bis in den dort noch jetzt vorhandenen großen und vielleicht damals noch grösser gewesenen See ausgetreten und habe in demselben eine ausserordentliche Menge von Fischen zurückgelassen, welche die Einwohner in solchem Übermasse gegessen, dass sie sämmtlich davon krank geworden und der Ort fast ganz ausgestorben sei, die übrig gebliebenen aber ein sehr elendes Aussehen behalten hätten. (Journal von und für Deutschland 1787, VII, 95. Nach dem Braunschweiger Anzeiger, 1758, S. 1396).
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  • Er sieht aus wie der Tod von Kiewten. (Ostpreussen.)
    info] Kiewitten (zusammengezogen = Kiewten) ist ein Kirchdorf zwischen Heilsberg und Bischofstein (Ermeland). Auf dem Portale der Kirchhofsmauer steht ein steinernes Todtengerippe. Unter dem Sensenmanne liest man die Worte: »Was ich bin, wirst du einst werden.«
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