DICTUM

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  • AUFSTÜTZEN
  • Er hat sich aufgestützt wie der Bauer in der Schenke. (Niederlausitz.)
  • 2
  • AUFTAKELN
  • Er ist im Auftakeln. - Sprenger II.
    info] Er erholt, rafft, hebt sich, fängt an, sich wiederherzustellen.
  • 2
  • AUFTAUEN
  • Er taut nun auf. (Schles.)
    info] Fängt an zu sprechen, an der Unterhaltung theilzunehmen.
  • 2
  • AUFTIEGELN
  • Einem etwas (besonderes) auftiegeln.
  • 2
  • AUFTRAG
  • Ich danke für diesen Auftrag.
    info] Ironisch, um zu sagen: ich will davon nichts wissen.
    Lat.:] Non nostrum onus, bos clitellas. (Quint.)
  • 2
  • AUFTRAGEN
  • Trag' auf und zettle nicht.
    info] Mache es ordentlich.
  • 1
  • AUFTRAGEN
  • Auftragen, dass sich der Tisch biegt. - Grimm, I, 761.
  • 2
  • AUFTRAGEN
  • Dick (auch saftig) auftragen.
    info] Stark übertreiben, lügen.
  • 2
  • AUFTRAGEN
  • Er hat stark aufgetragen.
    info] Handgreiflich gelogen.
    Engl.:] That was laid on with a trowel. (Bohn II, 64.)
  • 2
  • AUFTRAGEN
  • Er trägt gern auff, doch auss andrer Leut keller. (S. Gast 174.) - Franck, II, 101a.
  • 2
  • AUFTRENNEN
  • Besser auftrennen, als auf(zer)reissen.
  • 1
  • AUFTRETEN
  • Man muss leise auftreten, die Erde ist schon alt.
    Dän.:] Tag sagt paa, jorden er gammel. (Prov. dan., 486.)
  • 1
  • AUFTRETEN
  • Wer zuletzt auftritt, muss zurück. - Graf, 25, 281.
    info] Unter gleichen Rechten entscheidet der Vorzug der Zeit. »De letzt vptrett, moth tho rügge.« (Rügen, 267, 201.)
  • 1
  • AUFTRETEN
  • Er tritt auf wie ein Garnmann. (Schles. Eulengebirge.) - Schles. Provinzialblätter, 1866, S. 428.
    info] Fest, sicher, selbstbewusst, weil die Garnsammler, sobald sie das Garn in die Hand bekommen und sehen, dessen Güte und Werth erkennen, und den Preis dafür bestimmen.
  • 2
  • AUFTRIPPELN
  • Sie trippelte auf und ab wie eine Bachstelze. - Eselsfresser, I, 165.
  • 2
  • AUFTUN
  • Man tut leichter das Maul auf als den Seckel.
  • 1
  • AUFTUN
  • Man tut lieber den Mund auf als den Beutel.
  • 1
  • AUFTUN
  • Er tut sich auf, als wenn er zehn Teufel gefressen und den elften im Maul hätte. (Auerbach.)
  • 2
  • AUFTUN
  • Tu dich auf, mein Beutelein.
    info] Redensart, wenn Geld zu geben.
  • 2
  • AUFWACHEN
  • Wach auf, mein Herz und singe; wenn êns nôch Brantwein ginge und wär og nê zu lang.
    info] So parodirt im Hirschberger Kreise der Volkswitz das bekannte Kirchenlied. (S. Wald 29, Geld.)
  • 1
  • AUFWACHSEN
  • Worin (womit) Einer aufgewachsen, das ist ihm auch angewachsen.
    Böhm.:] S cím kdo vyrostl, to mu i prirostlo. (Celakovský, 222.)
    Ill.:] Kako tko nikne, tako i bikne. (Celakovský, 222.)
  • 1
  • AUFWACHSEN
  • Aufgewachsen sein wie Spargel. - Hermes, IV, 89.
    info] D.i. ohne Bildung.
  • 2
  • AUFWACHSEN
  • Aufwachs'n wie Gabelholz. (Oberösterr.) - Baumgarten, Ms.
    info] D.i. ohne Erziehung.
  • 2
  • AUFWACHSEN
  • Aufwachsen wie die Heiden (Hottentotten).
  • 2
  • AUFWACHSEN
  • Er ist aufgewachsen und hat den Verstand verwachsen. (Lit.)
  • 2
  • AUFWACHSEN
  • Er wächst auf wie ein Talglicht. (Memel.)
  • 2
  • AUFWACHSEN
  • Er wächst in Schönheit auf wie die jungen Affen. - Sprenger IV.
    info] Die bekanntlich nicht sehr schön sind.
  • 2
  • AUFWACHSEN
  • Er waset up as de Loddik bi 'm Tîen. (Westf.)
    info] Loddik = Lattich, Huflattich.
  • 2
  • AUFWACHSEN
  • Er wechst auff wie ein alter Zwerg. - Eyering, II, 450.
  • 2
  • AUFWACHSEN
  • Er wechst auff wie ein Erdbeerbaum. - Henisch, 914, 9.
  • 2
  • AUFWACHSEN
  • Er wechst auff wie ein großes korn. - Eyering, II, 450.
  • 2
  • AUFWACHSEN
  • Er wechst auff wie ein Riss (Riese). - Eyering, II, 450.
    info] Ironisch von kleinen Leuten.
  • 2
  • AUFWACHSEN
  • Er wechst auff wie ein Schneck. - Eyering, II, 450.
  • 2
  • AUFWACHSEN
  • Es wächst auf, als wollt' es eine Tanne werden und bleibt doch nur ein Besenpfriem. (Nishnij-Nowgorod.) - Altmann V.
    Lat.:] Parturiunt montes, nascetur ridiculus mus.
  • 2
  • AUFWAND
  • Großer Aufwand und nichts in der Hand, führt bald aus dem Land.
    Frz.:] Faire grande chère et beau feu.
  • 1
  • AUFWAND
  • Massiger Aufwand ist besser als Verschwendung.
    Lat.:] Modeste melius facere sumtum quam ampliter. (Plautus.)
    info] Wer großen Aufwand macht, muss fürstliches Gut oder fürstliche Schulden haben. - Sailer, 342.
  • 1
  • AUFWÄRMEN
  • Es wird manches aufgewärmt, was die Kohlen nicht bezahlt.
  • 1
  • AUFWÄRMETAG
  • Es ist (heute) Aufwärmetag. (Holl.)
    info] Ein Tag, an dem nicht frisch gekocht wird; auch uneigentlich, wenn längst bekannte Dinge wieder aufgetischt werden.
  • 2
  • AUFWARTEN
  • Aufwarten wie die Mäuse des Diogenes.
    info] So lange als etwas zu essen da ist.
  • 2
  • AUFWARTEN
  • Aufwarten wie ein Pudelhund.
    info] Von hündischer Speichelleckerei. - In ähnlicher Weise sagt der Franzose von denen, die sich auf alle Art erniedrigen, um ihre Absichten zu erreichen: Faire le chien couchant.
  • 2
  • AUFWÄRTS
  • Wer aufwärts will, muss aufwärts blicken. (Schles. Riesengebirge.)
  • 1
  • AUFWARTUNG
  • Öss denn kêne Opwardung hier, wenn man borge wüll? - Frischbier, I, 168.
    info] Wenn die Bedienung im Gasthause nicht bald zur Hand ist.
  • 2
  • AUFWASCHEN
  • Es ist Ein Aufwaschen.
    info] Es ist eine Mühe, geht in einem hin. - Wenn man eine Sache zugleich mit der andern berichtigen oder ordnen will.
    Frz.:] C'est le même travail, c'est la même peine.
  • 2
  • AUFWASSER
  • Er hat Aufwasser bekommen. - Frischbier, I, 170.
    info] Für seine (schlechten) Reden, Handlungen. Billigung gefunden und ist dadurch in denselben bestärkt worden.
  • 2
  • AUFWECKEN
  • Wecke die Katze nicht auf, wenn sie schläft.
  • 1
  • AUFWICHSEN
  • Aufgewichst, der Herr Vetter kommt!
  • 1
  • AUFZÄHLEN
  • Ich werde dir ein paar aufzählen.
  • 2
  • AUFZÄUMEN
  • Er ist heute gut aufgezäumt. - Frischbier, II, 165.
    info] Er ist streitlustig, zanksüchtig. (S. Satteln.)
  • 2
  • AUFZEHREN
  • Hi hea't ap am a Tjidder staak. (Nordfries.)
    info] Er hat's auf(gezehrt) bis an den Tüderstock, d.h. sein Hab und Gut ist fort, er hat alles bis auf den im Boden befestigten Seilpflock, woran das Weidevieh steht, aufgezehrt.
    Holl.:] Alles op, en de kleêren voor de kosten. (Harrebomée, I, 411a.)
  • 2
  • AUFZIEHEN
  • Langes Aufziehen verhindert viel Gutes und Böses.
  • 1
  • AUFZIEHEN
  • Aufziagen wiera Elefant. (Oberösterr.)
    info] D.i. schwerfällig in der äussern Erscheinung.
  • 2
  • AUFZIEHEN
  • Aufziehen wie der Ostermondtagstier. - Gotthelf, Erzählungen, I, 273.
  • 2
  • AUFZIEHEN
  • Da dürfft er nich mit ufgezogen kummen. - Robinson, 721.
  • 2
  • AUFZIEHEN
  • Er kommt auffgezogen wie die Fliege aus der Buttermilch. - Herberger, II, 383.
  • 2
  • AUFZIEHEN
  • Er zieht auf wie ein Esel unter den Affen.
  • 2
  • AUFZIEHEN
  • Zoit a nich uf wie der Fetzpopel? (S. Aussehen.) - Gomolcke, 1121.
  • 2
  • AUFZUCKEN
  • Bald aufgezuckt, bald hingeworfen.
  • 1
  • AUFZUCKEN
  • Frisch aufgezuckt ist halb gegluckt. - Henisch, 1245, 28.
  • 1
  • AUFZUG
  • Dîne Uptüäge sind hier nich anbracht. - Lyra, 23.
  • 2
  • AUFZÜNDEN
  • Wer aufzünden will, dem fehlt's nirgends an Zunder.
  • 1
  • AUGAPFEL
  • Ein Augapfel der Gerechtigkeit.
    info] Von einem unbestechlichen Richter.
    Lat.:] Justitiae oculus.
  • 1
  • AUGAPFEL
  • Keiner sagt: Dein Augapfel ist schwarz.
    info] Zur Schilderung einer herzinnigen Einigkeit, sodass keiner den andern im mindesten verletzt.
    Engl.:] He would not say to one: black is the white of your eye. (Fielding.)
    Jüd.-deutsch:] Scholem weschalwe! Kaaner sagt: Schwarz Appel dein Aag. (Tendlau, 594.)
  • 1
  • AUGAPFEL
  • An jemandes Augapfel rühren.
  • 2
  • AUGAPFEL
  • Es ist sein Augapfel.
    info] Von etwas sehr Liebem, Theuerm, Unentbehrlichem.
    Frz.:] Conserver quelque chose comme la prunelle de l'oeil.
  • 2
  • AUGAPFEL
  • Jemand wie seinen Augapfel hüten (werth halten). - Schulze, 29.
    Lat.:] Oculis ferre. - In sinu ferre. (Cicero.) (Erasm., 65.)
  • 2
  • AUGE
  • 'S gäb Mänge-n-es Aug, der Anger g'säch nüt. (Solothurn.) - Schild, 71, 162.
  • 1
  • AUGE
  • 'T is gruplik vörde Ôgen, säd' jenn Mann, wenn enen 't Rad öwer de Näs' gêt. (Mecklenburg.)
  • 1
  • AUGE
  • Ab Auge, ab Herz. (Luzern.)
  • 1
  • AUGE
  • Als das aug' erfüllet, so ist dem bauch genug gethan. - Henisch, 152.
  • 1
  • AUGE
  • An den Augen sieht man, was einer ist und was er kann.
  • 1
  • AUGE
  • An den augen tevblein vnd in den hertzen tevflein. - Trymberg, Renner, um das Jahr 1280.
  • 1
  • AUGE
  • At Ugh wal sin uk ha. (Nordfries.)
    info] Das Auge will sein auch haben.
  • 1
  • AUGE
  • At Ugh wal uk wat ha. (Nordfries.)
    info] Das Auge will auch etwas haben.
  • 1
  • AUGE
  • Auch des Armen Augen sehen und begehren. (Rumänien.) - Neue Freie Presse, 4581.
  • 1
  • AUGE
  • Auch die besten Augen sehen oft falsch (fehl, schel).
    It.:] Occhio ben sano sa spesso veder torto.
  • 1
  • AUGE
  • Auch ein Auge muss Schlaf haben.
  • 1
  • AUGE
  • Auch ein hartes Auge blutet, wenn man es mit einem Bretnagel putzt. - Sprichwörtergarten, 8.
    Engl.:] You should never touch your eye, but with your elbow.
    Frz.:] Quand on a mal aux yeux, il n'y faut toucher que du coude.
    Lat.:] Tange montes, et fumigabunt.
  • 1
  • AUGE
  • Auch in vorsichtige Augen fallen Splitter. - Schlechta, 272.
  • 1
  • AUGE
  • Auch mit guten Augen sieht man viele Dinge nicht.
    It.:] Tal ha belli occhi che niente vi vede. (Bohn I, 127.)
  • 1
  • AUGE
  • Aug' in Auge, Thor in Thor. (Lit.)
  • 1
  • AUGE
  • Aug' sihestu, hand greiff zu. - Henisch, 152.
  • 1
  • AUGE
  • Aug' um Auge, Zahn um Zahn. - Schulze, 10; Grimm, I, 790; Hillebrand, 260.
    info] Wiedervergeltungsrecht.
    Frz.:] L'oeil pour oeil, dent pour dent, rien pour rien.
    It.:] Al male fagli mal.
    Dän.:] Öge for öge, tand for tand. (Prov. dan., 28.)
  • 1
  • AUGE
  • Aug' und Hand nicht in fremde Brief' und Beutel.
    info] Etwas vollständiger sagen die Dänen: halte deine Augen von fremden Briefen, deine Ohren von fremder Rede, deine Hände von fremdem Gelde frei: Hold dine Öyne fra fremmede breve, örne fra fremmed tale, og haender fra fremmede penge. (Prov. dan., 297.)
  • 1
  • AUGE
  • Aug' will keinen Rauch.
    It.:] All occhio non piace il fummo.
  • 1
  • AUGE
  • Auge ohne Licht siehet nicht.
  • 1
  • AUGE
  • Auge und Herz sind die Kuppler der Sünde. - Günsburg, 14, 113.
  • 1
  • AUGE
  • Auge, Glaub' (Credit) und Glimpf (Ehre), leiden keinen Schimpf. - Körte, 331.
    Frz.:] A foi et l'oeil ne se touche.
    Lat.:] Lumina, fama, fides, ludibria ferre recusant.
    Ung.:] A hirnév, a hit és a szem nem tud tréfát éppen.
    »Ein Aug', Gerücht vnd Glaub dess Mans leydt keinen Schertz das glaub nur gantz.« (Petri II, 167.) - »Wer mit Augen, Ehr' und Glaub tut schertzen, wird schwerlich dulden jhre Schmertzen.« (Eyering, III, 539.)
    Span.:] Con el ojo ni la fe, no me barlari. (Cahier, 3425.)
  • 1
  • AUGE
  • Auge, was du siehest, Hand, das nim weg. - Coler, 306b.
    info] Sagen die Diebe.
  • 1
  • AUGE
  • Auge, wo Gunst, Hand, wo Schmerz, und wo der Schatz das Herz. (Böhm.)
  • 1
  • AUGE
  • Augen auf und Mund zu, gibt ein Leben in Ruh'.
  • 1
  • AUGE
  • Augen auf, Kauf ist Kauf. - Körte, 325; Hillebrand, 239.
    Lat.:] Caveat emptor.
    info] Gehört zu den sechzehn Sprüchen, die im neuen Rathhause zu Berlin an der Decke eines der Sitzungssäle stehen.
  • 1
  • AUGE
  • Augen auf, Kaufmann (Käufer). (Aegypt.) - Burckhardt, 421.
    info] Die Ware liegt ausgebreitet vor dir; lässest du dich betrügen, so ist es deine eigene Schuld.
  • 1
  • AUGE
  • Augen dienen tut nie gut.
  • 1
  • AUGE
  • Augen für Geld. - Hillebrand, 240.
    info] Hat die Bedeutung: Wer die Augen nicht aufthut u.s.w. (S.d.)
  • 1
  • AUGE
  • Augen seynd der liebe Pforten. - Lehmann, 53, 15.
  • 1
  • AUGE
  • Augen sündigen nicht, wenn sie Gründe hören.
    info] Bei Tunnicius (1117): Ogen sundigen nicht als se de reden horen. (Non oculi peccant, ratio si praecipit illis.)
  • 1
  • AUGE
  • Augen und Ohren haben auch ihre Zungen. - Winckler, V, 93.
  • 1
  • AUGE
  • Augen und Stirn sind Spiegel vom Gehirn.
  • 1
  • AUGE
  • Augen zu, Arsch auf, gibt gesunden Lebenslauf.
    info] Erklärt gesunden Schlaf und angemessene Leibesöffnung für die Hauptbedingungen der Gesundheit.
    Holl.:] Het oog in het venster, en de aars in het kakhuis. (Harrebomée, I, 7.)
  • 1
  • AUGE
  • Augen, die man nicht sieht, vergisst man rasch.
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