DICTUM

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  • BAD
  • Wer das Bad bereitet, kommt nicht hinein.
    info] Ausgenommen manchmal, weil keine Regel ohne Ausnahme ist.
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  • BAD
  • Wer gern in heisse bäder rent, billich er offt den ars verbrent.
    Lat.:] Culum comburit, qui feruida balnea quaerit. (Loci comm., 145.)
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  • BAD
  • Wer ins Badt kompt, der wird nass. - Lehmann, 276, 28.
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  • BAD
  • Wer ist gen Bad gefahren, dem soll wol getwagen und geschoren werden. - Eiselein, 51.
    info] Das Bad im Mittelalter beschränkte sich nicht nur auf ein Sitzen im Wasser, es war noch mit verschiedenen andern Proceduren verbunden. So wurde z.B. das Scheren des Haupthaares und Bartes im Bade vorgenommen. In einem alten Badeliede wird der Vorgang beim Baden so geschildert: »So man gen Bad sitzet ein, tut man krauen und kratzen fein, man pflegt auch zu schröpfen in dem Bad, damit man das böse Blut komm ab. Der Brauch im Bad ist auch der, dass man sauber zwag und scher. Eh' man nun geht aus dem Bad, prusst man sich fein sauber ab. Nach dem Bad man zu ruhen pflegt.« Um dieser Proceduren willen pflegten sich meistens Barbiere (Heildiener in unserem Sinne) den Besitz von Badestuben zu verschaffen, wozu auch ein bedeutendes Hülfspersonal erforderlich war. In den vom 3. September 1487 bestätigten Statuten der breslauer Bader innung werden als solches aufgeführt: Scherer, Lasser (d.i. Aderlasser), Badeknechte, Tschurer und Reiberinnen.
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  • BAD
  • Wer krätzig ins Bad geht, kommt räudig wieder heim. - Lehmann; Simrock, 690.
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  • BAD
  • Wer langsam ins Bad kommt, verbrennt sich bald.
    info] Warme Bäder nannten die Alten herculische, weil Vulcan dem Hercules als Anerkennung seiner Thaten warme Bäder bereitete. Auch, da Nero warm badete, neroanische.
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  • BAD
  • Wer nicht ins Bad kommt, dem kann der Bader weder Füsse noch Haupt waschen.
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  • BAD
  • Wer offt ins Bad gehet, dem wird offt gezwogen. - Lehmann, 728, 30.
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  • BAD
  • Wer oft (viel) ins Bad gehet, wird oft gezwaget. - Simrock, 689.
    info] gezwaget = gewaschen.
  • 1
  • BAD
  • Wer selten zu Bade kommt, der verbrennt leicht den Arsch.
    Bei Tunnicius (827): De selden to bade kumt, de vorbernt gêrne den êrs. (Culum raro lavans pellem cum femore laedit.)
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  • BAD
  • Wer sich nicht vorm Bade schämt, darf sich auch nicht vorm Nacktsein schämen.
    info] Die Türken: Im Bade verschämt tun, ist, wie in der Fremde dick tun. (Nordmann.)
  • 1
  • BAD
  • Wir seind im Bad, es gehe, wie es wolle, wir schwitzen oder frieren. - Lehmann, 244, 7.
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  • BAD
  • Wir sind im Bad, Gott geb' uns das Schwitzen. - Sprichwörterschatz, I, 98.
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  • BAD
  • Zu einem guten Bade gehört ein guter Trunk.
    Dies Sprichwort kommt in einem Schreiben des Herzogs Julius von Braunschweig an den Markgrafen Johann von der Neumark vor. Der Herzog hatte im Februar 1570 dem Markgrafen in Küstrin einen Besuch gemacht und schreibt ihm, dass er auf der Rückreise sammt Wagen und allen Leuten ins Wasser geworfen worden sei. Er schreibt: »Wissen E.L., dass wir gestrigen Tages, da wir von derselben abgezogen, zu einem sehr köstlichen Wildbad, dergleichen Wir uns in der Mark nicht vermuthet, und in dem Wir auf dem andern Damm so hierwärts nach Frankfurt geht, fahren wollen, fast bis an die Ohren ins Wasser mit Wagen und allen Leuten, die bei uns gesessen, über Haufen gefallen sein. Dieweil aber deshalb ohn allen Schaden abgegangen«, setzt er jovial hinzu, »haben wir uns zu Frankfurt, wie man spricht, dass zu einem guten Bade ein guter Trunk gehöre, mit dem Bessten ergötzt und E.L. Gesundheit getrunken.« (Berlin, oder Der Preuss. Bauernfreund, I, Berlin 1810, Nr. 27, S. 126.)
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  • BAD
  • A Bud is wie Taschlech. (Jüd.-deutsch. Warschau.)
    info] Taschlech heisst die Ceremonie am ersten Neujahrstage, wenn man zum Flusse geht, um dort nach einem kurzen Gebete die Sünden abzuschütteln. Sinn: Ein Bad ist für den Körper, was das Taschlech für den Geist, nämlich reinigend.
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  • BAD
  • Dä wird doch am Eng (Ende) et Bad köhle müsse. (Bedburg.)
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  • BAD
  • Das Bad (allein) austragen (austrinken, aussaufen, bezahlen) müssen.
    info] Für einen andern büssen müssen.
    Frz.:] Payer la folle-enchère. - Payer les pots cassés.
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  • BAD
  • Das Bad austappe(n) müesse. (Ulm.)
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  • BAD
  • Das Bad für alle bezahlen müssen.
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  • BAD
  • Das bad hat er jhm selbst gemacht (übergehängt, zubereitet). - Henisch, 169.
    Dän.:] Han har selv ildet den badstue til sig.
    Frz.:] Il a chauffé l'étuve pour lui-même.
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  • BAD
  • Das Bad muss jeder austrinken.
    info] Der Ton auf das; jeder muss sterben.
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  • BAD
  • Ein Bad nehmen. - Eiselein., 50.
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  • BAD
  • Ein Bad vberhencken. - Franck, I, 1b.
  • 2
  • BAD
  • Einem das Bad gesegnen. - Grimm, I, 1070.
    info] Man rief dem Einsteigenden Prosit balneum zu; aber auch in übler Bedeutung für einen derb durchprügeln. - Konrad Baumgarten gesegnete dem Vogt von Wolfenschiess das Bad so, dass er ihn mit der Axt todtschlug. Und mit der Axt hab' ich ihm 's Bad gesegnet.« (Schiller.)
    info] Das Wort kommt übrigens in einer ältern, wahrscheinlich von Schiller für seinen Tell benutzten Schrift schon vor, die den Titel führt: Ein Schönes Spiel, Gehalten zu ist ry in der Eidgenossenschaft, Von Wilhelm Thellen ihren Landmann und Ersten Eydgenossen, Sammt dem Tellen Lied. Gedruckt im Jahre Christi MDCXCVIII. (Ohne Druckort.) Was bei Schiller Baumgarten sagt, sagt in dem obigen Spiel Kuno Appenzeller von Unterwalden: »Da gab ich jhm warms mit eim schlag und gsegnet jhm mit der Axt das Bad, dass er tot lag in der Standen.« (Vgl. Europa, Chronik der gebildeten Welt, Leipzig 1862, Nr. 9, S. 286.)
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  • BAD
  • Einem ein Bad bereiten (anlassen, aufgiessen, richten, rüsten). (S. Einbrocken.) - Wurzbach I, 1; II, 11.
    info] Hat oft den übeln Sinn von: nachstellen, Fallen legen, in Gefahr stürzen, weil der Nackte, Wehrlose überfallen und erschlagen werden kann, oder auch weil das Bad zu heiss bereitet wird. (Grimm, I, 1069.) - In der Schweiz wird diese sprichwörtliche Redensart, wie oben bemerkt, aus der Erzählung abgeleitet, wie der Vogt von Wolfenschiess von der Gattin Konrad Baumgarten's verlangt, sie möchte mit ihm ins Bad gehen; sie ist aber wol noch ältern Ursprungs. Wurzbach leitet sie aus der Sitte slawischer Völker ab, Schwitzbäder zu gebrauchen. Nach M. Gallus soll Boleslaus der Tapfere (992-1025) oft dergleichen Bäder gebraucht haben. Wenn er einen Jüngling bessern, aber auch gleichzeitig für begangene Fehler züchtigen wollte, so nahm er ihn mit ins Bad, in welchem er ihn eigenhändig mit der Ruthe hieb, ihm dabei gute Lehren gab und - mit einem neuen Kleide nach Hause schickte. Hierin soll die obige Redensart ihren Ursprung haben.
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  • BAD
  • Einem ein Bad einheizen. - Theatr. Diabolorum, 447b, 2.
  • 2
  • BAD
  • Einem ein Bad überthun. - Kirchhofer, 54.
    info] Einem einen schweren Handel oder eine böse Sache auf den Hals richten.
  • 2
  • BAD
  • Einem ein sauberes Bad bereiten.
    info] Ihn in schlimme Händel verwickeln.
    Frz.:] Mettre quelqu'un en de beaux draps blancs. (Lendroy, 141.)
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  • BAD
  • Einen aus dem Bade ziehen.
    info] Ihn retten.
  • 2
  • BAD
  • Einen zum Bade schicken.
    info] Es war ehemals Sitte, sich einmal im Jahre zur Ader zu lassen, was auf holländisch coppen heisst, daher Kopper- oder Koppelmanndag (Fasttag der Bader am Montag nach Drei- König), was fälschlich mit »Kupfermontag« übersetzt worden ist. Diese Operation geschah in der Regel im Bade und wurde von den Bartscherern vorgenommen, welche darum auch lange Bader hiessen. Daher auch obige Redensart für: Jemanden ein Loch in den Kopf schlagen. (Vgl. Ausland, 1870, Nr. 10, S. 232.)
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  • BAD
  • Er ist ins Bad gereist. - Frischbier, II, 248.
    info] Büsst eine Gefängnissstrafe ab.
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  • BAD
  • Es ist so mehr ein Bad als ein Bädechen. - Petri, II, 277.
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  • BAD
  • Ich muss immer 's Båd ausgissen. (Schles.) - Frommann, III, 416, 626.
    info] Jüdisch-deutsch in Warschau: Er müss tumid (immer) dus Bud ausgiessen. Er büsset immer die Sünden anderer, er ist der Sündenbock.
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  • BAD
  • In solchem bad ist das die lacken. - Murner, Vom luth. Narren; Kloster, X, 85.
    info] Lacken = das Laken, oberdeutsch: Lailaken = Bett-, Badetuch u.s.w.
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  • BAD
  • Ist lange nicht zum bad gewest. - Luther's Ms., S. 1.
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  • BAD
  • Man hat ihm ein heiss Bad übergehenkt. - Murner, Schelm., 41.
  • 2
  • BAD
  • Sie gehören in Ein Bad. - Grimm, I, 1070.
    info] Verdienen dieselbe Behandlung, dieselbe Strafe.
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  • BAD
  • Sie sitzen beide in Einem Bade.
    »Man findt aber ettlich narren, wenn sy jre weiber gnug schenden vnd in jr eigen nest scheissen, nemmen sy die dann wieder zu jnen vnd sitzen dann beyde ins Bad.« (Rollwagenbüchlein, XXV.)
  • 2
  • BAD
  • Wenn sie ins Bad gingen, sie könnten Hosen und Schuh anbehalten. - Waldis, IV, 90.
  • 2
  • BADEESEL
  • Wie ein Badeesel. - Henisch, 940, 50.
    info] D.i. »einer, der wenig Nutzen von seiner arbeit hat.«
  • 2
  • BADEGELD
  • Einem das Badegeld schenken. - Kirchhofer, 53.
    info] Wer ins Bad, besonders nach Baden ging, dem wurde in alten Zeiten, namentlich von Freunden und Bekannten ein Geschenk an Geld gemacht, was später in Geschenke anderer Art, wie silberne oder goldene Becher, verwandelt wurde. Die Räthe machten den ins Bad gehenden Bürgermeistern, die Zünfte ihren Vorstehern u.s.w. dergleichen Geschenke, bis der Misbrauch den Gebrauch aufhob.
    info] Das Baden war im Mittelalter (14. Jahrh.) so allgemein, dass jeder Handwerker Sonnabends sein Bad nahm; es war bis in die untersten Schichten des Volks dergestalt beliebt, dass in den Fällen, wo man jetzt ein »Trink- oder Biergeld« gibt, dazumal »Badegeld« gegeben wurde, und zwar ganz in dem Sinne des ersteren. Vgl. darüber Dr. G.L. Ringk, Deutsches Bürgerthum im Mittelalter, der auch erzählt, dass in den Ausgaberechnungen von diplomatischen Reisen sich für die Diener der Gasthäuser und die Geleitsknechte Badegeld verzeichnet findet. Zunftmitglieder erhielten solches an den Tagen der Rechnungsablage aus der Zunftkasse. Auch findet sich nach dessen Mitteilung in den Frankfurther Baumeisterbüchern und andern Ausgabeschriften sehr häufig Badegeld eingetragen, welches den Handwerkern am Schlusse einer Arbeit gegeben wurde, welcher Ausdruck sich in der sprichwörtlichen Redensart: Einem das Badegeld schenken, bisjetzt erhalten hat.
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  • BADEGELD
  • Nit das badgelt womit verdienen. - Franck, Paradoxa, 87b.
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  • BADEGELD
  • Was gibst zu badgelt? - Henisch, 169.
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  • BADEHELLER
  • Ein paar Badeheller sparen. - Fischart, Gesch.
  • 2
  • BADEKNECHT
  • Das ist vom Badeknecht. (Nürnberg.)
    info] D.h. eine Lüge, weil Badestuben und Badeknechte einen Ruf nach dieser Seite hatten.
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  • BADEMANTEL
  • Etwas zum Bademantel erhalten. - Fischer, Psalter, 707, 2.
  • 2
  • BADEMUTTER
  • Alte Bademütter und alte Ärzte sind die besten. - Henisch, 328.
    It.:] Medico vecchio, e barbier giovane.
    Lat.:] Antiquus bonus est medicus, tonsorque novellus.
  • 1
  • BADEMUTTER
  • Bademütter und Waschweiber reden viel an einem langen Sommertage.
    Holl.:] Drie vroedvrouwen, drie besteedsters en drie waschvrouwen zijn te zamen negen koppelaarsters. (Harrebomée, I, 50.)
  • 2
  • BADEMUTTER
  • Wenn die Bademutter das Kind zur Welt gefördert, hat, wird sie stets gerühmt, hätte sie auch den Schos der Kreissenden zerrissen. (Russ.)
  • 2
  • BADEN (NAME)
  • Baden, Wildbad und Zell fliessen aus Einer Quell.
    info] Um anzudeuten, dass die Heilbrunnen Liebenzell, Wildbad und Baden-Baden in ihren Hauptbestandtheilen (kohlensaures und schwefelsaures Natron, Eisenoxyd, Kieselerde, Kochsalz und kohlensauren Kalk) sehr ähnlich sind und eine gemeinsame unterirdische Quelle haben mögen.
  • 1
  • BADEN (NAME)
  • Was zu Baden geschieht, muss man zu Baden liegen lassen. - Körte, 369; Kirchhofer, 15; Simrock, 693.
    info] Von dem, was sich jemand an einem Badeorte erlaubt haben mag, soll zu Hause nicht gesprochen werden. Die Bäder von Baden waren schon in uralten Zeiten ein Aufenthalt nicht nur kranker, sondern auch gesunder und froher Menschen, die von ihren Geschäften ausruhten und sich wol auch muthwilliger Laune überliessen. Das Sprichwort will nicht, dass dies im Heimatkreise der Betreffenden besprochen werde.
  • 1
  • BADEN (VERBUM)
  • Bad' gnug oder sitz' nicht (erst) ein. - Eiselein, 50; Henisch, 170.
    info] Alles ordentlich, genügend, gehörig oder gar nicht.
    info] Eine Badekur im Mittelalter dauerte zwar nicht so viel Wochen als in unsern Tagen, dagegen dauerten die einzelnen Bäder länger. Während jetzt ein Bad dreissig bis fünfundvierzig Minuten dauert, kam es vor, dass die Leute bis zu vier Stunden täglich badeten. In Ems fing man mit einer Stunde an, und legte jeden Tag bis zu zehn Stunden eine Stunde zu. Es wird sogar eines Falles aus jener Zeit gedacht, in welchem ein Wassersüchtiger ohne Unterbrechung zehn Tage lang im Bade blieb, in demselben ass und schlief. (Vgl. Keil, Gesellen-Stammbuch, S. 74 fg.)
  • 1
  • BADEN (VERBUM)
  • Bade dich eh' es Nacht wird.
    info] Wol nur von dem Baden in freien Gewässern, wegen der dabei möglichen Gefahren zu verstehen.
  • 1
  • BADEN (VERBUM)
  • Bade nicht in allen Pfützen.
  • 1
  • BADEN (VERBUM)
  • Baden ist mehr als waschen.
  • 1
  • BADEN (VERBUM)
  • Baden wendet nicht allen Schaden. - Simrock, 692; Kirchhofer, 240.
  • 1
  • BADEN (VERBUM)
  • Der nicht gebadt hat, der muss austragen. - Lehmann, 179, 4.
  • 1
  • BADEN (VERBUM)
  • Es baden am Montag die truncken, am afftermontag die reichen, am mittwoch die witzigen, am Donnerstag die gryndig vnd lausig sind, am freytag baden die vngehorsamen, am samsztag die hochuertigen. - Haltaus, Liederbuch, LXVIII, 1, 5.
  • 1
  • BADEN (VERBUM)
  • Kalt baden macht (mag) Schaden (schaden). - Fischart.
    info] Ist hier von warmen Bädern die Rede, denen der erforderliche Wärmegrad abgeht.
  • 1
  • BADEN (VERBUM)
  • Lang baden trücknet den leib auss, aber kurtz feuchtiget den leib. - Friesen, Spiegel, Bl. 36.
  • 1
  • BADEN (VERBUM)
  • Nüchtern baden macht dürre leib, vnnd mit vollem magen feist. - Friesen, Spiegel, 36.
  • 1
  • BADEN (VERBUM)
  • Oft baden bekommt dem Leibe wohl, aber den Augen übel.
    info] Kann wol nicht vom Baden überhaupt und allen Bädern gelten; oder soll es vielleicht heissen: bekommt dem Beutel übel.
  • 1
  • BADEN (VERBUM)
  • Wer am lengsten badet, lebt am lengsten. - Henisch, 170.
    info] Wie der, der am längsten suppt. Scherzwort.
    Lat.:] Senecta hominum balnea calida. (Philostratus.)
  • 1
  • BADEN (VERBUM)
  • Wer baden will einen Rappen (Raben) weiss, der verschwendet seinen Schweiss.
  • 1
  • BADEN (VERBUM)
  • Wer baden will, muss die Kleider ablegen.
    info] Die Russen: Nacktheit gilt bei den Badenden als kein Verstoss wider den Anstand. (Altmann VI, 419.)
  • 1
  • BADEN (VERBUM)
  • Wer badt nicht lieber im saubern Wasser als im wüsten. - Lehmann, 149, 128.
  • 1
  • BADEN (VERBUM)
  • Wer lange badet, der lebt lange. - Petri, II, 730.
  • 1
  • BADEN (VERBUM)
  • Wer selten badet, der verbrent gemeingklich den hindern. - Henisch, 170.
  • 1
  • BADEN (VERBUM)
  • Wer vil badet, der wirt offt gezwagen. - Henisch, 170.
  • 1
  • BADEN (VERBUM)
  • Wer zu lang bad, dem schor man zwier.
    »Wie uns ein Sprichwort lehret schier.« (H. Sachs, III, LXXVII, 1.)
  • 1
  • BADEN (VERBUM)
  • Wo baden Brauch ist, gehört Nacktheit zur Sitte.
  • 1
  • BADEN (VERBUM)
  • Einen baden, wie Hinz seine Mutter.
    »Sieds in eim Kessel vnd setzt euch drein. Lasst den Kessel ob dem Fewr stehn. Wird euch das Reissen bald vergehn.« (Ayrer, IV, 2579, 20.)
  • 2
  • BADEN (VERBUM)
  • Er badet wol - in Hosen. - Eiselein, 50.
  • 2
  • BADEN (VERBUM)
  • Er ist ein wenig zu heiss gebadet. - Tappius, 86a; Sailer, 299.
    info] Er ist bald im Harnisch; von dem Schnellentzündbaren.
    Lat.:] In fermento jacere.
    info] Jüdisch-deutsch in Warschau: Er is heiss gebuden, d.i. er ist heftig. Sein Blut kommt leicht in Wallung wie nach einem heissen Bade.
  • 2
  • BADER
  • Bader erkennt man an der Schürze.
    info] Man nimmt ihnen auch, wie Goethe bemerkt, nichts übel.
  • 1
  • BADER
  • Bader geben sich oft für Wundärzte aus.
    info] Und nehmen's übel, wenn man sie nicht Doctor heisst und ihr Gebräu - Medicin.
  • 1
  • BADER
  • Ein guter Bader gibt ein guten trincker. - Henisch, 168 (172 ist Druckfehler).
  • 1
  • BADER
  • Aus einem Bader ein Bischof werden.
    info] Allgemein: aus einer unbedeutenden Stellung zu einer hohen Würde emporsteigen. Wahrscheinlich liegt dem Sprichworte eine geschichtliche Thatsache zum Grunde.
    Lat.:] A remo ad tribunal.
  • 2
  • BADER
  • Bader - Salbader.
    Lat.:] Balneator, percunctator. (Binder II, 314; Eiselein, 50.)
  • 2
  • BADER
  • Es ist ein Bader. (Altgr.)
    info] Bei den Griechen ein Schimpfwort; angewandt auf einen Menschen, der sich mehr als zuviel um anderer Leute Angelegenheiten bekümmert. Bei uns sagt man: Sein eigener Bader sein; d.h. für seinen eigenen Vortheil Sorge tragen, ohne auf die Gunst und Gefälligkeit anderer zu warten. Von den Bädern entlehnt, wo jeder, wenn der Bademeister nicht kam, selbst Wasser schöpfte.
    Lat.:] Mihi ipsi balneum ministrabo. (Aristoph.) (Erasmus, 784.)
  • 2
  • BADER
  • Es ist ein versoffener Bader. - Grimm, I, 1073.
  • 2
  • BADERE
  • Sie hatte nicht einmal die Badere an. - Eiselein, 51.
    info] Badere = Badehemd.
  • 2
  • BADESTUBE
  • Eine alte Badestube gibt ein tüchtiges Bad. (Finn.)
    info] Verhärtete Richter strafen am härtesten.
    Dän.:] Gamle badstuer give og godt bad.
    Frz.:] On peut prendre un bain salutaire dans une vieille étuve.
  • 1
  • BADESTUBE
  • In den badtstuben vnd bei den schereren erferet man allezeit ettwas newes. - Tappius, 17b; Sailer, 370; Lehmann, II, 279, 50.
    info] Wenn auch selten viel Wahres.
    Lat.:] Lippis et tonsoribus notum.
    info] Das Baden war im Mittelalter eine allgemeine Gewohnheit, und da nicht jeder in seinem Hause eine Badestube haben konnte, so gab es an jedem Orte öffentliche Badestellen, deren Besitzer oder Leiter der Bader hiess. Zu Ulm bestanden deren im Jahre 1489 nicht weniger als 198, Nürnberg besass deren bereits im 14. Jahrh. 12, Wien 29. In Breslau, welches damals 20-30000 Einwohner zählte, bestanden 12 Badestuben. (Vgl. Kriegk, Deutsches Bürgerthum im Mittelalter, Frankfurt a.M. 1871.)
  • 1
  • BADESTUBE
  • Wer die Badestube hat, der braucht um den Quast nicht zu sorgen. (Russ.)
  • 1
  • BADESTUBENFARBE
  • Badstuwenfarwe diu zergat. - Minnesänger; Eiselein, 50.
  • 1
  • BADESTÜBLEIN
  • Einem das Badestüblein wärmen.
    info] Einem warm oder etwas Besonderes, Apartes machen.
  • 2
  • BADETAG
  • Den Badetag soll man halten wie den Sonntag.
    info] Erklärt sich vielleicht daraus, dass die Badestuben im Mittelalter nicht wie heute täglich, sondern nur an bestimmten, von der Obrigkeit festgesetzten Tagen zum Gebrauch geöffnet waren; an kleinern Orten gewöhnlich Sonnabends, in Städten Montags oder Dienstags, Donnerstags und Sonnabends. Fiel auf diesen Tag ein kirchlicher Feiertag, so trat der nächstfolgende Werktag an die Stelle. Kriegk erzählt, dass der, welcher in Frankfurt a.M. am andern Tage baden wollte, dazu die bürgermeisterliche Genehmigung einholen musste.
  • 1
  • BADEWASSER
  • Wie Badewasser schmecken.
    info] Badewasser nannte man ein im nördlichen Deutschland aus sehr wenig Korn, aber aus desto mehr verschiedenen Kräutern fabricirtes, unangenehm schmeckendes Getränke, an das man sich erinnerte, wenn man von schlechtem Biere sagte: Es schmeckt wie Badewasser. (Franck, Antiquarische Bemerkungen, Speier 1874, S. 20.)
  • 2
  • BÂFLÎSCH
  • De Bâflîsch schmakt nit gât, bäs er drif gedauert huot. - Schuster, 284.
  • 1
  • BAGATELLE
  • Bagatelle führt zur Hölle.
    info] Es ist gefährlich, etwas für Kleinigkeit zu betrachten.
  • 1
  • BAGATELLE
  • Es ist eine Bagatelle für einen Kurfürsten. (Köthen.)
  • 2
  • BAGDAD
  • Bagdad ist nicht weit für einen Verliebten. (Türk.)
    info] Um zu sagen, dass für Verliebte die Entfernungen schwinden und es für sie nichts gibt, das zu schwer zu überwinden wäre.
  • 1
  • BAHN
  • Alte Bahn und alte Freunde sind die besten.
    Frz.:] Il n'y a rien de si sûr que de toujours suivre le chemin battu.
    Ung.:] A járt utat és a régi barátodot könnyen meg ne változtasd.
  • 1
  • BAHN
  • Bekannte Bahn und alte Freunde sind die besten. - Simrock, 903.
  • 1
  • BAHN
  • Niemand will gern zuerst die ban brechen. - Henisch, 180.
  • 1
  • BAHN
  • Wer keine Bahn brechen kann, muss die Schleppe tragen.
  • 1
  • BAHN
  • Auf der Bahn sein.
    info] Von denen, die mit großem Eifer nach etwas streben. Das Bild von den öffentlichen Wettkämpfen.
  • 2
  • BAHN
  • Auf der Bahn stürzen.
    info] Bild ebendaher; von denen, die nach etwas streben; aber, ehe sie es erlangen, sterben, oder auf eine andere Weise zurückgehalten werden.
  • 2
  • BAHN
  • Auf die (gute) Bahn kommen.
    Holl.:] Op de baan komen. (Harrebomée, I, 24.)
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