Abos, Abosso, Avos, Avosso, Girolamo

* 16. Nov. 1715 in La Valletta (Malta)
&dagger Okt. 1760 in Neapel
Maltesischer Komponist spanischer Herkunft

Abos war der Sohn eine Spaniers. Ein Eintrag von 1729 im Register des neapolitanischen Konservatoriums 'Poveri di Gesù Cristo' nennt einen Studenten 'Maltese maggiore'. Vermutlich bezieht er sich auf Girolamo Abos, der als Kind zur musikalischen Erziehung nach Neapel gegangen war; seine wichtigsten Lehrer waren die, zu dieser Zeit am Konservatorium unterrichtenden 'maestri' Francesco Durante und Gerolimo Ferraro
1742 wurde er Nachfolger von Alfonso Caggi als 'secondo maestro' am Poveri di Gesù Cristo, wo jetzt Feo 'maestro' war; 1743 verlor Abos diesen Posten, als das Institut in ein Seminar umgewandelt wurde
1743 Stellvertreter von dem älteren Prota, Leonardo Leo und Durante am Conservatorio 'San Onofrio a Capuana'
1748-1760 hier als Nachfolger Protas als 'maestro' tätig, zu seinen Schülern gehörten Paisiello und der Kastrat Giuseppe Aprile
1754-1759 Zweiter Kapellmeister (secondo maestro) am 'Conservatorio della Pietà dei Turchini' (sein Nachfolger war Cafaro) und Kapellmeister der Kathedrale von Neapel
1756 als Cembalist nach London
1759 gab er seine Unterrichtstätigkeit auf
Abos wirke auch an verschiedenen Kirchen in Neapel als Kapellmeister; er wird häufig mit Avossa verwechselt

Abos gilt als angesehender Komponist von opere buffe und serie, die in und außerhalb Italiens mit wechselndem Erfolg aufgeführt wurden. 1756 wurde Tito Manlio (Neapel 1751) in London gegeben. Walsh druckte seine 'favourite airs', aber Burney kommentierte, dass 'none were favoured by the public'. Dennoch tauchten nach Abos' Tod Arien aus seinen Werken in komischen Opernpasticcios in London auf (Love in a Village, 1763; The Maid of the Mill, 1765). In seinen Kirchenwerken folgte er seinem Vorbild Durante, strebend nach einer Synthese aus homophonischem Konzert und opernhaftem Stil, in der Tradition von sakraler Vokalpolyphonie

Bühnenwerk

operone