Musiklexikon

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A

  • A heißt bei uns die sechste Stufe der diatonischen oder die zehnte der chromatischen Tonleiter, von c aus gerechnet, die von den romanischen Völkern nach der aretinischen Solmisatiou la genannt wird. Kürze, wie Bestimmtheit in der Bezeichnung jedoch scheinen unserer Benennung der Töne durch Sprachlaute in Zukunft die Allgemeinheit zu verheißen. Diesen, im Reigen der Sprachelemeute von allen Völkern der Erde zuerst angeführten Laut gebrauchten die ersten mit musikalischem Gefühl begabten Menschen, um den Ton zu bezeichnen, welchen sie als den Anfang der Tonreihe annahmen. Von Pythagoras (584-504 v. Chr.) wissen wir, dass er der griechischen Tonreihe, deren absolute Tiefe je nach der Stimme des Sängers bestimmt ward, noch einen Ton hinzufügte (προςλαμβανόμενος, der Hinzugefügte) und, die Töne mit Buchstaben bezeichnend, für diesen tiefsten (ersten) Ton A anwandte.
    Später, von Guido V. Arezzo (1010-1050 n. Chr.), wurde diesem tiefsten Ton die zweite Stelle, indem er noch einen unter demselben gebrauchte, den er Γ bezeichnete. Diese Bezeichnung lehrt uns, dass man schon lange den Brauch kannte, die Oktaven mit gleichen Lauten zu benennen. Erst im 16. Jahrhundert erhielt durch Joseph Lazarino das A seine heutige Stellung. Die Anfangsstelle der Tonreihe wurde, wie erwähnt, bei den Griechen nach der Stimme des Einzelnen festgestellt, und durch diesen Brauch, da der Gesang bisher stets die Säule der Musik war, mag sich die absolute Tonhöhe des A bis ins 16. Jahrhundert wenig verändert haben, weil die bei vielen Menschen noch vorhandenen tieferen Töne den Änderern der Scala nicht als unbedingte Notwendigkeit eine Erhöhung des A gebot. Das 17. Jahrhundert jedoch, wo das Tonreich durch die Entwicklung der Instrumentalmusik sich beinahe bis an seine äußersten Grenzen erweiterte, brachte eine fast babylonische Verwirrung in die Bestimmung des ā, Kammerton, auf welchen zwei Oktaven über A gelegenen Ton man die primitive Bedeutung des A übertragen hatte. In dieser Zeit, wo hinsichtlich der Zahl wie des Umfangs der Instrumente jedes Jahrzehnt seinen reichen Tribut zollte, hatte jede Stadt, ja jeder Instrumentenfertiger seinen eigenen Kammerton und bediente sich, um denselben zu fixieren, der Stimmgabel. Zur näheren Bezeichnung der Tonhöhe der verschiedenen a jedoch brauchte man die Benennung nach dem Längenmaße der Orgelpfeifen (32. 16. 8. 4. 2. 1. ½füßig), welche Tonhöhe aber nicht absolut sein konnte, da die Orgelbauer, um Material zu sparen, mehr als alle anderen Instrumentenmacher das ā erhöhten, so dass es, unter dem besonderen Namen Chorton bekannt, als ein einen ganzen über dem Kammerton liegender Ton angenommen wurde. Erst im 18. Jahrhundert lehrte die Akustik die Tonschwingungen und das Zählen derselben mit Genauigkeit anwenden.
    Nachdem jedoch der größere Völkerverkehr, außer der großen Ungleichheit des Kammertons und der daraus entspringenden Störung, die rapide Erhöhung des ā, wie folgt, gezeigt hatte:
    Paris: 1788 = 409; 1821 = 431; 1833 = 434; 1852 = 449
    Berlin : 1759 = 427; 1821 = 437; 1833 = 442; 1858 = 443
    Petersburg: 1771 = 417; 1796 = 437; 1830 = 453; 1S57 = 460;
    gab Frankreich 1858 diesem Übelstande Ausdruck und Abhilfe. Eine Ministerial-Kommission stellte nach reiflicher Erwägung der Gutachten von Musikgelehrten und Naturforschern das ā auf 437,5 Schwingungen fest. Somit ist nun nach unserem jetzigen Erkennen für alle Zeiten das Tonreich fest geordnet. Der erste Laut der Sprachelemente verlor zwar im Laufe der Zeiten die ursprüngliche Anwendung, das scheinbare Fundament des Tonbaues zu bezeichnen; jedoch nur, um bei der korrekteren Auffassung der Töne als Schwingungen, die der Seele des Menschen durch das Gehör Empfindungen zu bereiten vermögen, den Mittelpunkt zu benennen, um welchen sich das Tonall in fest normierten Bahnen bewegt. Alle Benennungen des a haben somit eine durchaus mathematische Feststellung gewonnen. Über A als den für die Tonbildung beim Gesange aus organischen und Zweckmäßigkeitsgründen vorzugsweise verwendeten Vokal s. -> Stimmbildung.
  • a ballata (ital.) - im Charakter der Ballata; tanzliedartig
  • a bassa voce (ital.) - mit leiser Stimme; leise
  • a battuta (ital. = im Takt) - (wieder) streng im Takt; kennzeichnet den Wiedereintritt streng taktmäßiger Gliederung nach einer im Takt freien Stelle. Syn.: misurato, a tempo
  • a beneplacito (ital.) - nach Belieben, frei im Vortrag; > ad libitum
  • a cadenza (ital.) - kadenzartig, frei zu interpretieren oder zu improvisieren
  • a capella (ital. früher auch a oder alla capella = nach Art der Sänger-Kapellen) - Vokalmusik ohne Instrumentalbegleitung. Der a-capella- Stil (etwa bei Palestrina) verlangt eine Setzweise, in der die Sänger ohne Instrumentalhilfe rein intonieren können. Die beste Schule dieser Schreibart bietet Fux, Gradus ad Parnassum. Eine besondere Bedeutung hatte sie im 16. Jh. durch die humanistischen Wort-Ton-Ideale
  • a capriccio (ital.) - in beliebigem, freiem Zeitmaß; > ad libitum
  • a capriccio (ital.) - nach Laune, nach Belieben; frei im Vortrag
  • à demi détaché (franz.) - halb abgestoßen; > détaché
  • a destra (ital.) - rechts, für die rechte Hand
  • à deux (franz.) - 1. zu zweit; doppelt besetzt. 2. in zweistimmiger Besetzung
  • à deux cordes (franz.) - auf zwei Saiten, zweichörig; beim Klavierspiel mit halber Verschiebung (linkes Pedal)
  • à deux mains (franz.) - zu zwei Händen; (Klaviermusik) zweihändig
  • à deux voix (franz.) - für zwei Stimmen, zweistimmig
  • a due (ital.) - 1. zu zweit, doppelt besetzt. 2. in zweistimmiger Besetzung
  • a due corde (ital.) - auf zwei Saiten, zweichörig; beim Klavierspiel mit halber Verschiebung (linkes Pedal)
  • a due mani (ital.) - zu zwei Händen; (Klaviermusik) zweihändig
  • a due voci (ital.) - für zwei Stimmen, zweistimmig
  • a due volte (ital.) - zweimal
  • à la même (franz.) - im Zeitmaß; vgl. a tempo
  • à la pointe de l'archet (franz.) - an der Spitze des Bogens
  • à l'envers (franz.) - umgekehrt, in Gegenbewegung
  • a libro aperto (ital.) - frei vom Blatt
  • à mesure (franz.) im Takt, (wieder) streng im Zeitmaß; > a battuta
  • a mezza corda (ital.) - auf der Mitte der Saite, auf halber Saite
  • a mezza voce (ital.) - mit halber Stimme; halblaut
  • a mezzo arco (ital.) - in der Mitte des Bogens, mit halbem Bogen
  • a misura (ital.) - (wieder) streng im Takt; > a battuta
  • a piacere, a piacimento (ital.) - nach Belieben, frei im Vortrag; > ad libitum
    die Wahl des Tempos und der Vortragsweise ist freigestellt
  • à plaisir (franz.) - nach Belieben, frei im Vortrag; > ad libitum
  • a poco a poco (ital.) - nach und nach, allmählich (mit Vortragsbezeichnung)
  • à première vue (franz. = auf den ersten Blick) - vom Blatt
  • a prima vista (ital.) - vom Blatt
  • a primo tempo (ital.), tempo I - im ersten Zeitmaß
  • a punta d'arco (ital.) - mit der Spitze des Bogens
  • à quatre (franz.) - 1. zu viert, vierfach besetzt. 2. in vierstimmiger Besetzung
  • à quatre cordes (franz.) - auf vier Saiten, vierchörig
  • à quatre mains (franz.), à 4 ms - zu vier Händen; (Klaviermusik) vierhändig
  • à quatre voix (franz.) - für vier Stimmen, vierstimmig
  • a quattro (ital.) - 1. zu viert, vierfach besetzt. 2. in vierstimmiger Besetzung
  • a quattro corde (ital.) - auf vier Saiten, vierchörig
  • a quattro mani (ital.) - zu vier Händen; (Klaviermusik) vierhändig
  • a quattro voci (ital.) - für vier Stimmen, vierstimmig
  • a sei (ital.) - 1. zu sechst, sechsfach besetzt. 2. in sechststimmiger Besetzung
  • a sinistra (ital.) - links, für die linke Hand
  • à six (franz.) - 1. zu sechst, sechsfach besetzt. 2. in sechststimmiger Besetzung
  • a suo arbitrio (ital.) - nach eigenem Ermessen; > ad libitum
  • a suo comodo (ital.) - nach eigenem Belieben; > ad libitum
  • a tempo (ital.) - im Zeitmaß; nach zeitweiliger Tempoänderung (z. B. accelerando, ritardando) oder Aufhebung der strengen Taktordnung (z. B. tempo libero, tempo rubato) wieder im vorhergehenden Zeitmaß
  • a tempo giusto (ital.) - im angemessenen Zeitmaß
  • a tempo libero (ital.) - im freien Zeitmaß
  • a tempo ordinario (ital.) - im gewohnten Zeitmaß
  • a tempo primo (ital.) - im ersten (ursprünglichen) Zeitmaß
  • a tempo rubato (ital.) - im willkürlichen, freien Zeitmaß
  • a tre (ital.), a 3 - zu dritt, dreifach besetzt; in dreistimmiger Besetzung
  • a tre battute (ital.) - in der aus drei Takten zu einem Großtakt zusammengefaßten metrischen Einheit; > ritmo di tre battute
  • a tre corde (ital.) - auf drei Saiten, dreichörig; beim Klavierspiel Aufhebung der Verschiebung nach Gebrauch des linken Pedals
  • a tre voci (ital.) - für drei Stimmen, dreistimmig
  • à trois (franz.) - zu dritt, dreifach besetzt; in dreistimmiger Besetzung
  • à trois cordes (franz.) - auf drei Saiten, dreichörig; beim Klavierspiel Aufhebung der Verschiebung nach Gebrauch des linken Pedals
  • à trois voix (franz.) - für drei Stimmen, dreistimmig
  • à una corde (franz.) - auf einer Saite, einchörig; beim Klavierspiel mit voller Verschiebung (linkes Pedal)
  • a una voce (ital.) - für eine Stimme, einstimmig
  • à une main (franz.) - für eine Hand; (Klaviermusik) einhändig
  • à une voix (franz.) - für eine Stimme, einstimmig
  • a voce piena (ital.) - mit voller Stimme
  • a voce sola (ital.) - für eine (Sing-)Stimme allein, ohne Instrumentalbegleitung
  • à volonté (franz.) - nach Belieben, frei im Vortrag; > ad libitum
  • ab initio (lat.), ab inizio (ital.) - (noch einmal) vom Anfang an; > da capo
  • abbandóno , con (ital.) - nachlassend
  • abbandona(ta)mente, con abbandone (ital.) - hingebungsvoll, mit Hingabe; langsamer werdend
  • abbassamento di voce (ital.) - Sinkenlassen der Stimme
  • abbassando (ital.) - schwächer werdend; > diminuendo
  • abbellimenti (ital. - Verzierungen), angewandt sowohl bei improvisierten und notierten Verzierungen, als auch bei freien Ausschmückungen und speziellen Verzierungen
  • Abbreviaturen , Abkürzungen der Notation durch Zeichen, vor allem 1. bei mehrmaliger Wiederholung von Tönen, Tonfiguren oder Takten; 2. bei Verzierungen; 3. beim Glissando oder bei gleichartiger Fortsetzung einer Passage oder Figuration; 4. bei Oktavversetzung; > agréments
  • Abruptio [lat. das Abreißen ], in der Kompositionslehre des 17. und 18. Jh. eine musikalische Figur (ohne rhetorisches Vorbild dieses Namens), deren allgemeines Merkmal das unerwartete Abbrechen oder Zerreißen des musikalischen Kontextes ist. Im Stylus recitativus ist die A. nach Chr. Bernhard (um 1650) und J.G. Walther (1732) gegeben, wenn die Singstimme in der Quarte endet und der Baß die Kadenz allein zu Ende führt oder (nach Bernhard), wenn statt eines Verlängerungspunktes eine Pause gesetzt wird. H.Chr. Koch (1802) beschreibt sie als Abbrechen des Satzes an ungewöhnlichem Ort, z.B. wenn nach Subdominante und Dominante eine Generalpause folgt, ehe die Tonika erscheint. Die A. ist verwandt mit der > Ellipsis.
  • Abschiedsvorstellung - die letzte Bühnenvorstellung in der Karriere eines Darstellers
  • Abstrich, Aufstrich [franz. tiré, poussé; engl. downstroke, upstroke; ital. in giù, in su], beim Streichinstrumentenspiel die Richtung der Bogenbewegungvom Frosch zur Spitze (a.) und umgekehrt (Aufstrich). Bei Bogenführung mit Untergriff (Viola da gamba) werden betonte Töne und gehaltene Akkorde mit Aufstrich, bei modernen Instrumenten mit Obergriffhaltung (wie der Violine) mit A. gespielt; hier eignet sich der Aufstrich zur Ausführung der Stricharten > staccato > portato
  • accarezzevole (ital.) - schmeichelnd, mit liebkosendem Ausdruck
  • accelerando sino al(la) fine (ital.) - bis zum Schluß (allmählich) schneller werdend
  • accelerando, con accelerazione (ital.) - beschleunigend, (allmählich) schneller werden; mit Beschleunigung, zu schnellerem Zeitmaß übergehend. Syn.: stringendo, affrettando
  • accelerato (ital.) - beschleunigt
  • accent (frz.) Gesangsverzierung in der Barockmusik, bei der am Ende einer längeren Note der nächsthöhere Ton leicht anklingt, wie 'ein Hauch oder ein schmerzliches Anheben der Stimme' (Montéclair)
  • accento (ital.), Gesangsart des 17. Jahrhunderts (M. Praetorius), auch superjectio gennant. Art Nachschlag 'wenn über eine Consonanz oder Dissonanz eine Note im nächsten Intervallo drüber gesetzet wird'
  • accentus (lat.) = Betonung. Seit dem 16. Jahrhundert im gregorianischen Gesang und der altevangelischen Kirchenmusik Sammelbegriff für den bloß formelhaften Gesangsvortrag (accentus ecclesisastici) , der hauptsächlich das Rezitieren auf einem Ton und die Verwendung melodischer Formeln für die Akzentuierung und die syntaktische Gliederung des Textes verwendet (Lese-, Gebets-, Psalmton, Lektionen, Orationen) im Gegensatz zu den selbständigen melodischen Gebilden des concentus (Antiphonen, Responsorien, Hymnen, Sequenzen). In dem quasi parlando oder unbegleiteten recitativo wird der Großteil der Texte auf dem tonus currens (Reperkussionston, tuba, tenor) in gehobener Weise gelesen, dazu Anstieg (initium) , Mitteleinschnitt (mediatio) und Schlußabstieg (clausula finalis oder cadentia = Fall)
  • accent(u)ato (ital.) - betont, hervorgehoben; > marcato
  • acceso (ital.) - feurig
  • acciaccatura (ital.), Name einer Verzierung in der Orgel- und Klaviermusik des 17. und 18. Jahrhunderts. Die Untersekunde erklingt kurz gleichzeitg mit der Hauptnote, auch als Füllnote bei harpeggio-Brechungen Siehe auch: Vorschlag und Vorhalt
  • accidentien = Versetzungszeichen
  • accompagnamento (ital.), accompagnement (frz.), Begleitung durch das Generalbaßspiel
  • accompagnato (ital. = begleitet), abgekürzt für recitativo accompagnato - ist im Gegensatz zu der bloßen Akkordstütze des 'recitativo secco' (des 'trockenen' Erzählertons) der dramatisch-affekthafte Sprechgesang (begleitet mit in Stimmen ausgearbeitetem Instrumentalsatz) der älteren Oper, mit für dramatische Höhepunkte vorbehaltener Bewegungsschilderung; erstmals 1607 im Orfeo von Monteverdi (4. Akt); sie wird zwar in der Regel dem vollen Orchester zufallen, während beim Secco meist der bloße Continuo das Parlando unterstützt. Doch ist z. B. das 'malende' Continuospiel in Bachs Matthäus-Passion bei 'Und der Vorhang im Tempel zerriß' zweifellos ein Acc., dagegen das Rezitativ im Orfeo von Gluck trotz der 'Ausinstumentierung für Streichorchester' meist bloßes Secco. Hauptmeister großer Acc.-Monologe in der Oper des 18. Jh.s waren z. B. Händel , Hasse , Jommelli und Graun ; Cavalli benutzt ab der Mitte des 17. Jahrhunderts ausgehaltene Streicherakkorde für Schattenszenen
  • accoppiato (ital.) - verbunden, gebunden; > legato
  • accord parfait (frz.) > Dreiklang
  • accordando, accordante (ital.) - auf leeren Saiten der Streichinstrumente in der Art es Einstimmens
  • accordando, accordante (ital.) - zusammenstimmend
  • accordatura > scordatura
  • accrescendo (ital.) - stärker werdend, zunehmend an Tonstärke; > crescendo
  • act music, act tune, curtain tune (engl.), in England zur Zeit Elisabeths I., Jakobs I. musikalische Zwischenspiele in Theaterstücken. An der Universität Oxford auch anläßlich des 'act', der mündlichen Prüfung, aufgeführt. Im allgemeinen eine kurze Komposition für Soli, Chor und Orchester mit einem lateinischen Text.
  • acuto (ital.) - spitz, scharf, schrill; auch: hoch
  • ad alta voce (ital.) - mit lauter Stimme; laut
  • ad finem (lat.) - bis zum Ende; gegen Ende zu (mit Musizieranweisung)
  • ad initium (lat.) - am Anfang, zu Beginn (mit Musizieranweisung)
  • ad libitum (ital., lat. = nach Belieben; es wird freigestellt, Abk. ad lib. oder ad libit.) - 1. frei in Zeitmaß und Vortrag; 2. in entsprechend der notierten Tonlage beliebig zu wählender Besetzung; setzt das Mitwirken einer Vokal- oder Instrumentalstimme in einem Ensemble frei; 3. ergänzende Bezeichnung für notierte, aber nicht notwendigerweise (> obligat) auszuführende Instrumental- oder Vokalstimme > rubato
    Synonym: recitativo, senza misura, senza tempo, a suo arbitrio, a piacere, a capriccio, a piacimento, a bene placito
  • ad una corda (ital.) - auf einer Saite, einchörig; beim Klavierspiel mit voller Veschiebung (linkes Pedal)
  • ad una mano (ital.) - für eine Hand; (Klaviermusik) einhändig
  • ad una voce (ital.) - für eine Stimme; einstimmig
  • adaggissimo (ital.) - äußerst langsam, so langsam wie möglich
  • adagietto (ital. = kleines adagio) - ein wenig langsam, doch nicht ganz so langsam wie adagio ; Bezeichnung für einen kürzeren Adagio-Satz, z. B. 4. Satz der 5. Symphonie von G. Mahler , Nr. 4 der Pièces brèves für Klavier op. 84 von G. Fauré
  • adagio (ital. = langsam, gemächlich, auch adagissimo kommt vor)- langsames Hauptzeitmaß; langsamer als andante und schneller als largo oder lento; eine der ältesten musikalischen Tempovorschriften. Sie kam zu Beginn des 17. Jh. auf und forderte entweder ein leichtes Verlangsamen des Grundtempos im Verlauf des Vortrags oder bei den Schlußakten, oder aber den Übergang zu einer Taktart mit größeren Notenwerten. Im 18. Jh. galt A. bei den meisten Komponisten als Zeitmaß zwischen Largo u. Andante; dagegen wurde z.B. von Händel und J.S. Bach die Bez. A. für einen Satz verwendet, der langsamer ist als Largo. Überhaupt ist A. seit dem 18. Jh. auch die Bez. für einen ganzen Satz mit der Tempovorschrift A. (A.-Satz), meist im Verband zyklischer Formen: Sonate, Streichquartett, Symphonie, Konzert als Mittelsatz für die lyrische Reflexion. Der musikalische Charakter eines A.-Satzes kann mannigfaltig sein. Haydn etwa hat (besonders in den Streichquartetten) eine Vorliebe für das liedhafte Adagio cantabiel; Beethoven gestaltet seine A.-Sätze ungemein differenziert, neben dem Adagio cantabile (z.B. in der Sonate Pathétique op. 13 und in der IX. Symphonie) gibt es bei ihm Sätze u.a. mit den Bez. Adagio sostenuto (Mondscheinsonate op. 27, Nr. 1), Adagio grazioso (Klaviersonate op. 31, Nr. 1). Häufig sind Bz.en wie Adagio molto, Adagio assai, Un poco Adagio. Bei Bach begegnet auch Adagissimo.
  • adagio assai (ital.) - sehr langsam
  • adagio molto (ital.) - sehr langsam
  • adagio pesante (ital.) - schwer lastendes, sehr breites adagio
  • addolorato (ital.) - wehmütig, schmerzerfüllt
  • adirato (ital.) - wütend, zornerfüllt
  • affabile (ital.) - freundlich, gefällig, angenehm
  • affannato (ital.) - bekümmert, betrübt
  • affetto (ital.) Gemütsbeweung; con affetto, affettuoso, mit warmem und freibewegtem Ausdruck (etwa zwischen > espressivo und > appassionato)
  • affettuoso, con affetto, affettuosamente (ital. = mit innerer Bewegung, ausdruckvoll), in heftiger Erregung, leidenschaftlich - mäßig langsam, im Zeitmaß zwischen adagio und andante; Vortragsbezeichnung seit dem Ende des 16. Jh. (G. Gastoldi, Balletti a 3 v., 1594) die den Ausdruck eines Stückes näher kennzeichnet und vor allem im Barockzeitalter verwendet wurde. Dient auch als Tempovorschrift (Mittelsatz des 5. Brandenburgischen Konzerts von J. S. Bach)
  • afflitto, con afflizione (ital.) - betrübt, traurig; mit Traurigkeit
  • affrettando (ital.) - beschleunigend, eilend; > stringendo, accelerando
  • affrettato, affrettoso (ital.) - beschleunigt, rasch, schneller; > piu mosso
  • agevole, con agevolezza (ital.) - leicht, gefällig, behende; in gefälligem Vortrag
  • aggiustamente (ital.) - genau im Takt
  • agile, agilmente, con agilità (ital.) - flink, beweglich; mit Behendigkeit
  • agitamente (ital.) - mit Erregung, mit unruhiger Bewegung
  • agitato (ital. = erregt) - bewegt, doch nicht ganz so schnell wie > presto
    Vortrags-Bez., die vor allem von Beethoven (z.B. Finale der Klaviersonate op. 27 Nr. 1), Mendelssohn (Lieder ohne Worte Nr. 5, 10, 17, 21, 38 und 46) und Chopin (Études op. 25 Nr. 4; Préludes op. 28 Nr. 1, 8 und 22) verwendet wurde
  • agitato (ital.) - erregt, unruhig; Vortragsbezeichnung bei Beethoven (Finale der Klaviersonate op. 27 Nr. 1), Mendelssohn (Lieder ohne Worte Nr. 5, 10, 17, 21, 38 und 46) und Chopin (Études op. 25 Nr. 4; Préludes op. 28 Nr. 1, 8 und 22)
  • Agogik (griech. άγωγεĩν = führen) von H. Riemann 1884 geprägtes Wort für die kleinen Wellenbewegungen des Zeitmaßes und des Rhythmus beim lebendigen musikalischen Vortrag im Gegensatz zur mechanischen Starrheit des Metronoms; sie kann im Großen bei starken Affektaufladungen bis zur 'agogischen Stauung' führen, d.h. über das > ritardando bis zur echten > Fermate , im Kleinen den geradtaktigen Silbenvortrag bis zur 'agogischen Triolierung' treiben; d.h. das geringe Verlängern oder Verkürzen der eigentlich gleichlangen Silben zur Triole (bei Lully und Couperin 'pointierter Vortrag)
  • agréments (franz. = Verzierungen), ab 16. Jh. in der französischen Musik Name für Abbreviaturen. Mit ihnen werden Verzierungen und Variierungen einer Melodie vermerkt. Jeder Komponist hatte seine eigene Gewohnheit für die Notation, so dass der Ausführende eine gründliche Kenntnis der alten Technik besitzen sollte. Der 'Geschmack' der Zeit muss nachgefühlt werden und der Künstler muss gut improvisieren können, dies gilt besonders für Lautenspieler, denn die Komponisten dieser Musik hattten als erstes ihr ganz eigenes System der agréments . Im 17. und 18. Jh. haben Musiktheoretiker versucht, die Verzierungstechniken zu katalogisieren, konnten jedoch keine allgemeinverbindlichen Regeln aufgestellen. Sie legen jedoch Wert auf die Behauptung, dass agréments nicht nur bloße Verzierung, sondern immer Teil des musikalischen Ausdrucks sein sollten.
  • Aida-Trompete, eine im Triumph-Akt in Aida von Verdi verlangte Fanfarentrompete von etwa 1,5 m Länge in C, B, H und As gebaut sowie mit 1 bis 3 Ventilen versehen; im Ton durchdringend und glänzend
  • aigu (franz.) - spitz, scharf, schrill; auch: hoch
  • air (franz. = Arie, Lied, Melodie); 1) wörtlich für ein Gesangsstück, insbesondere für die knappen, tanznahen Sologesänge in der Oper bei Rameau und Lully . Neben der Dacapoform aus Italien gab es das ein- und zweiteilige Air ohne Reprise, das in der Großen Oper des 19. Jh verwendet wird. Hier unterscheidet man air de charactère, air tendre, air de bravoure usw. 2) uneigentlich in Suiten oder für sich alleinstehend, für ein nicht ausgesprochen tanzhaftes, sondern mehr melodisches Stück, meist stark verziert. Es stammt aus der Vokalmusik des 16. Jh. (seit 1571 in Frankreich als Air de cour bekannt) in den Gattungen air à danser, air à boire, air de ballet und air spirituel . Mitte des 17. Jh. kamen die Formen air en rondeau und air sérieux auf. Das air dieser Zeit ist strophisch gebaut, bestehend aus zwei kurzen Abschnitten, wobei der zweite ausdruckstärker und verzierter als der erste ist. Am Ende des 19. Jh. wies das air keine feste Form mehr auf ( Debussy )
  • al fine (ital.) - bis zum Schluß(-zeichen), bzw. der mit dem Wort fine  bezeichneten Stelle; > da capo al fine
  • al niente (ital.) - bis zum Nichts an Tonstärke nachlassend
  • al più presto (ital.) - so schnell als möglich
  • al ponticello (ital.) - Bogenführung nahe am Steg
  • al rigore di/del tempo (ital.) - (wieder) ganz streng im Zeitmaß; > a battuta
  • al riverso, al rovescio (ital.) - von rückwärts, im Krebsgang
  • al segno (ital.) - bis zu dem betreffenden Zeichen
  • alla ballata (ital.) - im Charakter der Ballata; tanzliedartig
  • alla breve (ital. = nach der brevis), Alla-breve-Takt - im 2/2 oder 4/2 Takt wird die halbe Note antelle der Viertelnote zur Zählzeit; eine Tempobeschleunigung bzw. -verdopplung ist damit erst seit etwa 1700 verbunden.
  • alla burla (ital.) - im Charakter der Burleske; burlesk
  • alla caccia (ital.) - im Charakter der Caccia; Jagdmusik- aber auch kanonartig
  • alla cadenza (ital.) - wie eine Kadenz; kadenzartig interpretieren oder improvisieren
  • alla camera (ital.) - im Kammerstil, kammermusikartig
  • alla marcia (ital.) - im Charakter eines Marsches; marschartig
  • alla meglio (ital.) - so gut es geht
  • alla mente (ital.) - aus dem Gedächtnis, aus dem Stegreif
  • alla misura (ital.) - (wieder) streng im Takt; > a battuta
  • alla polacca (ital.) - im Charakter der Polonaise
  • alla punta d'arco (ital.) - an der Spitze des Bogens
  • alla quinta (ital.) - in der Quinte, im Quintabstand
  • alla siciliana (ital.) - im Charakter des Siciliano; in langsam-wiegender Bewegung
  • alla stretta (ital.) - in strettaartig gesteigerter Bewegung; > Stretta
  • alla tedesca (ital.) - im Charakter des Deutschen Tanzes: ländler- oder walzerartig
  • alla turca (ital.) - im Stil der türk. (Janitscharen-)Musik
  • alla zingarese (ital.) - im Stil der Zigeunermusik
  • alla zoppa (ital.) - im Charakter der Zoppa; in synkopierten Rhythmen
  • allargando (ital.) - breiter (langsamer) werdend, meist mit gleichzeitg zunehmender Tonstärke
  • all-bottom sound (engl.) mit dumpfer Tongebung
  • allegramente (ital.) - etwas weniger lebhaft; langsamer als allegro und schneller als allegretto
  • allegramente (ital.) - heiter, munter
  • allegretto (ital.) - ein wenig lebhaft, doch nicht ganz so schnell wie allegro. Bezeichnet eine 'graziöse und leichte Bewegung' zwischen Allegro moderato und Andante con moto. A. erscheint bei Mozart oft als Tempoangabe von Menuetten: Symphonie in g-moll, KV 550; Symphonie in C-dur, KV 551; Kleine Nachtmusik, KV 525. Bei Beethoven kommt A. als Satzbez., teils mit verscheidenen Zusätzen, besondeers häufig vor, z. B. im 4. Satz der 6., im 3. Satz der 7. und im 2. Satz der 8. Symphonie (dort als 'A. scherzando').
  • allegrezza, con (ital.) - mit Fröhlichkeit, Heiterkeit
  • allegrissimo (ital.) - äußerst lebhaft; > presto
  • allegro (di) molto (ital.) - sehr lebhaft; > allegro vivace
  • allegro (ital. = heiter, lustig) lebhaftes, schnelles Hauptzeitmaß; schneller als andante und langsamer als presto . Seit dem frühen 17. Jh. Bez. für eine lebhaften Bewegung, die ursprünglich mehr die Bedeutung einer Vortrags- denn einer bestimmten Tempovorschrift hatte. Erst im 18. Jh. charakterisierte man A. im Sinne einer eindeutigen Tempobezeichnung als weniger rasch als das Presto. Eine genauere Bestimmung erfolgte oft mit den Zusätzen 'commodo', 'con moto'., 'giusto', 'moderato' usw. Gelegentlich findet sich auch der Superlativ 'allegrissimo' (z. B. bei V. Jelich, 1622, später u.a. bei M. Clementi). In zyklischen Formen (Sonate, Symphonie, Streichquartett usw.) trägt der erste Satz häufig die Bez. A., doch kann A. auch Titel eines einzelnen Stückes sein (z. B. F. Chopin, Allegro de concert, op. 46; B. Bartók, Allegro barbaro).
  • allegro assai (ital.) - sehr lebhaft (> allegro molto) , aber gelegentlich auch mäßig lebhaft (> allegro moderato)
  • allegro con brio (ital.) - feuriges, vielfach etwas schnelleres allegro
  • allegro giusto (ital.) - angemessen lebhaft, im normalen allegro- Zeitmaß
  • allegro man non tanto (ital.) - nicht ganz so lebhaft
  • allegro man non troppo (ital.) - nicht zu lebhaft
  • allegro moderato (ital.) - mäßig lebhaft
  • allegro vivace (ital.) - lebhaftes, sehr schnelles allegro
  • allentando (ital.) - nachlassend, langsamer werdend; > rallentando
  • all'estenuarsi (ital.) - sich erschöpfend, nachlassend an Tonstärke und Bewegung
  • all'improvvista (ital.) - improvisiert; aus dem Stegreif, frei im Vortrag
  • allonger l'archet (franz. = den Bogen verlängern) - mit breitem Bogenstrich
  • all'ottava (ital.); 8va (ottava alta) bzw. 8 va (ottava bassa) - in der Oktave, oktaviert; eine Oktave höher bzw. tiefer als notiert
  • all'unisono, unisono (ital.) - im Einklang, gleichstimmig, einstimmig; Parallelbewegung der bezeichneten Stimmen im Intervall der reinen Prime oder auch Oktave
  • alternieren - zwischen zwei Ausführenden (Besetzungen) bzw. Ausführungsmöglichkeiten abwechseln
  • altra volta (ital.) - noch einmal
  • alzamento di voce (ital.) - Erheben der Stimme
  • amabile, amabilmente, con amabilità (ital.) - liebenswürdig, lieblich; mit gefälligem Ausdruck
  • amarevole, con amarezza (ital.) - schmerzlich, betrübt; mit schmerzvollem Ausdruck
  • amoroso, amorevole, con amore (ital.) - lieblich, zart, innig; mit Liebe
  • ancora (ital.) - noch einmal; > da capo
  • andante (ital. = gehend) - ruhig gehend, mäßig bewegt; als mittleres, etwa der menschlichen Pulsgeschwindigkeit entsprechendes Hauptzeitmaß langsamer als allegro und schneller als adagio. Dem Wortsinn entsprechend ist A. als Satzbez. im 18. Jh. häufig bei solchen Stücken anzutreffen, deren rhythmische Faktur tatsächlich den Eindruck des Gehens vermittelt. Dabei kann sich das 'Schrittmaß' auf Achtel- wie auf Viertelnoten beziehen. Die Satzbez. A. wird oft durch Angaben ergänzt, die die Charakter des betreffenden Satzes näher umschreiben, z. B. Andante grazioso für den Beginn des Varitationensatzes von Mozarts Klaviersonate A-dur, KV 300i, Andante cantabile für viele langsame Sätze von Beethoven u.a. Komponisten. Der Wortsinn wird besonders deutlich in Satzbez. wie Andante ma adagio (Arie der Giunia Dalla sponda tenebrosa in Mozarts Lucio Silla) oder Andante vivace (Beethoven, Duett Odi l'aura op. 82, 5); diese Angaben verbinden keine widersprüchlichen Tempobez., sondern sind wörtlich als 'Gehend, aber langsam' bzw. 'Lebhaft gehend' zu deuten. Vgl. 'Meastoso andante' für den Trauermarsch von Beethovens Klaviersonate op. 26. Im Laufe der 19. Jh. wird A. generell Bez. für ein langsames Tempo zwischen Allegro und Adagio. A. kann auch der Titel von einzelnen Instrumentalstücken sein, die nicht Bestandteil zyklischer Formen (Symphonie, Sonate usw.) sind (z. B. Chopin, Andante spianato für Klavier und Orchester, A. Jolivet, Andante für Streichorchester).
  • andante con moto (ital.) - beschleunigt gehend; etwas schneller als andante
  • andante ma adagio (ital.) - langsam gehend; langsamer als andante
  • andante moderato (ital.) - mäßig gehend; etwas langsamer als andante
  • andante molto (ital.) - sehr ruhig gehend; etwas langsamer als andante (aber auch als schneller gedeutet)
  • andante sostenuto (ital.) - zurückhaltend in der Bewegung; langsamer als andante
  • andante vivace (ital.) - lebhaft gehend, schneller als andante
  • andantino (ital., Diminutiv von Andate) - ein wenig bewegt, etwas schneller (gelentlich auch langsamer) als andante; als Hauptmerkmal gilt hier der leichter akzentuierte Bewegungscharakter. Zielt ähnlich wie Andante dem Wortsinn entsprechend auf den Bewegungscharakter eines Satzes bezieht. Dabei ist unbestimmt ob A. ein schnelleres oder ein langsameres Tempo als Andante bezeichnet. A.-Sätze: Mozart , Konzertarie Io non chiedo, eterni Dei, KV 300b (A. sostenuto e cantabile), Andantino für Klavier und Orch., KV 588b, Arie des Ottavio Dalla sua pace aus Don Giovanni (A. sostenuto)
  • andare a tempo (ital.) - im Tempo gehen, (wieder) im ursprünglichem Zeitmaß; > a tempo
  • angoscioso (ital.) - ängstlich, besorgt, kummervoll
  • animando il tempo (ital.) - das Zeitmaß belebend, beschleunigend
  • animato, con anima (ital.) - belebt, lebhaft; mit lebendigem Ausdruck (oft mit Tempo- oder Intensitätssteigerung verbunden)
  • animoso (ital.) - mutig
  • aperto (ital.) - 1. offen; (wieder ohne Dämpfer). 2. nicht gedeckt; Orgelregister mit offenen Pfeifen
  • appasionato (ital.) - schnelles Zeitmaß zwischen allegro und presto; leidenschaftlich, mit Hingabe. Der Ausdruck wurde berühmt durch Beethovens Sonata appassionata für Klavier op. 57, stammt in diesem Fall aber nicht vom Komponisten selbst, sondern von seinem Hamburger Verleger Cranz. Beethoven hat aber selbst diese Bez. in den Sontaten für Klavier op. 106 (3. Satz Adagio sostenuto. Appassionato e con molto sentimento) und op. 111 (schneller Teil des 1. Satzes Allegro con brio ed appassionato) benutzt. Sie erscheint später auch besonders in Werken romantischer Komponisten (z. B. bei Schumann im Allegro appassionato des Concertstücks für Klavier und Orchester op. 92).
  • appena (ital.) - kaum (mit Vortragsbezeichnung)
  • appoggiato (ital.) - getragen, gehalten, > portato
  • arbitrario, a suo arbitrio (ital.) - willkürlich, nach eigenem Ermessen; > ad libitum
  • arcato (ital.) - gestrichen, mit dem Bogen; > arco
  • archeggiare (ital.) - mit dem Bogen über die Saiten streichen
  • arco (ital. = Streichbogen) - (wieder) mit dem Bogen streichen; Kurzform für coll'arco
  • arco allungato (ital.) - mit breitem Bogenstrich
  • arco saltato (ital.) - mit Springbogen (Strichart)
  • ardente (ital.) - feurig, glutvoll
  • ardito, aditamente (ital.) - kühn, verwegen, frisch
  • arioso (ital.) - gesangvoll, arien- oder liedhaft
  • armonioso (ital.) - wohlklingend
  • arpeggiando (ital.) - harfenartig auszuführen, arpeggieren; d. h. in gebrochenen Akkorden spielen
  • articolando, articolato (ital.) - artikuliert, deutlich gegliedert
  • artificiel, artificielle (franz.) - gekünstelt, künstlich; aber auch: kunstgerecht
  • assai (ital.) - sehr, ziemlich; verschärft die voranstehende Tempobezeichnung (z. B. allegro assai = sehr lebhaft)
  • assieme (ital.) - zusammen
  • assoluto (ital.) - absolut, uneingeschränkt
  • at the centre (engl.) - in der Mitte (z. B. des Trommelfells) anschlagen
  • at the middle (engl.) - halb zur Mitte hin (z. B. des Trommelfells) anschlagen
  • at the rim (engl.) - am Rande (z. B. des Trommelfells oder Beckens) anschlagen
  • attacca (ital. = knüpfe an!, falle ein!, hänge an!) - unmittelbar anschließen; gleich weitermusizieren
    Spielvorschrift, z. B. am Ende eines Satzes, ohne längere Pause sofort weiterzuspielen. Sie findet sich u.a. am Ende des 3. Satzes der 5. Sinfonie von Beethoven und in seiner Klaviersonate op. 57  am Ende des Andate. Gleichbedeutend ist a. subito (= schließe sofort an) oder a. subito ilseguente (= schließe das folgende sofort an).
  • attacca subito (ital.) - sofort anschließen; ohne jede Pause sofort weitermusizieren
  • attacca subito il seguente (ital.) - das Folgende sofort anschließen
  • au chevalet (franz.) - Bogenführung nahe am Steg; > sul ponticello
  • au talon (franz.) - am Frosch
  • audace (ital.) - kühn, verwegen, frech
  • avanti (ital.) - vorher, voran; vorwärts!, weiter! (mit Musizieranweisung)
  • avec la pointe de l'archet (franz.) - mit der Spitze des Bogens
  • avvivando (ital.) - belebend, aufhellend
  • A B C D E F G H I J K L M
    N O P Q R S T U V X Y Z

    operone