Le Part du diable (Carlo Broschi oder Des Teufels Anteil; Scribe), opéra comique 3 Akte (16. Jan. 1843 Paris, Opéra-Comique)
Musik von Daniel-F.-E. Auber

Solisten

  • Ferdinand VI., König von Spanien - Baß
  • Maria Teresia, seine Gemahlin - Alt
  • Fray Antonio, Großinquisitor - Baß
  • Carlo Broschi, ein berühmter Sänger - Sopran
  • Casilda, seine Schwester - Sopran
  • Rafael d'Estuniga - Tenor
  • Gil Vargas, sein Lehrer - Baß

    Chor

  • Hofstaat, Offiziere, Soldaten, Wachen, Mönche, Dienerschaft

    Ort und Zeit

  • Madrid und Aranjuez, um 1736

    Der "Carlo Broschi", dreizehn Jahre nach Fra Diavolo entstanden, ist das bezeichnedste Werk in der späten Schaffenszeit Aubers. Es ist nicht mehr von dem übersprudelnden Leben erfüllt wie Die Stumme von Portici oder Fra Diavolo, doch ist es noch immer ein Schatz schöner Melodien in formvollendeter Komposition.

    1. Akt. Wald in der Umgebung von Madrid. Carlo wartet unter einer Eiche auf seine Schwester Casilda. Das arme Mädchen war entführt und auf ein Schloß gebracht worden, von wo sie entflohen ist. Der junge Rafael d'Estuniga kommt vorbei und schwärmt seinem Hofmeister Gil Vargas von seiner unbekannten, plötzlich verschwundenen Geliebten vor. Wie sie weg sind, erscheint Casilda und erzählt eine ähnliche Geschichte. Carlo gibt die Schwester in die Obhut des nahen Klosters, dann sitzt er wieder unter seiner Eiche und singt sich ein Lied. Der schwermütige König, der gerade auf der Jagd weilt, hört's und ist davon so begesitert, daß die Königin Carlo zur Aufheiterung des Königs nach Madrid mitnehmen will.
    Rafael benutzt die Gelegenheit und bittet die Königin kniefällig um eine Fähnrichstelle, die aber veweigert wird, weil sich Rafael der Protektion des verhaßten Großinquisitors erfreut. In seiner Verzweiflung ruft er den Teufel zu Hilfe und Carlos in der Eiche läßt sich herbei, dessen Rolle zu spielen. Als Teufel fordert er seinen Anteil und der verdutzte Rafael verspricht ihm von allen Gewinnen die Hälfte.

    2. Akt. Saal im königlichen Palaste zu Madrid. Carlo ist in den letzten drei Monaten ein großer Herr geworden. Der König ist von der Schwermut befreit und Carlo hat für Rafael die zuerst abgelehnte Fähnrichstelle erwirkt, während seine Schwester Casilda Hofdame bei der Königin geworden ist. Rafael wird zum Hauptmann befördert, muß aber die gleichzeitige Geldbelohnung als Anteil dem "Teufel" Carlo abliefern; der hebt das Geld als Mitgift für Casilda auf. Rafael wünscht nun sehnlich, die verschwundene Geliebte zu sehen. Der "Teufel" erfüllt den Wunsch; aber wie Rafael Casilda umarmen will, wird er vom Obersthofmeister in den Arrest gesteckt.
    In Gil Cargas erkennt Casilda ihren ehemaligen Entführer. Sie wirft sich dem König zu Füßen und in ihm wiederum erkennt sie den Edelmann, auf dessen Schloß sie seinerzeit gebracht worden ist. Der verrückte König ist ganz entsetzt, weil er das Mädchen für den Schatten derjenigen hält, deren Tod er verschuldet zu haben glaubt. Mit Mühe wird der König überezugt, daß Casilda echt und lebendig ist. Der kecke Rafael entwischt aus dem Gefängnis und findet zu Casilda. Beide werden vom König überrascht, der rasend vor Eifersucht das Liebespaar verbrennen lassen will. Carlo behauptet vor dem König, daß Rafael und Casilda miteinander verheiratet seien. Der König verzeiht und Rafael glaubt gern das neue Kunststück des Teufels. Rafael wird außerdem zum Oberst der leibgarde befördert, damit Casilda in der Nähe des Königs bleibt.

    3. Akt. Saal in Aranjuez. Der König hat den Schwindel von der angeblichen Ehe erkannt und will Carlo mit Rafael umbringen lassen. Carlo behauptet frech, er kenne den eigentlichen Entführer Casildas. Er beruhigt den tödlich erschrockenen König damit, daß er auch wisse, daß der König nur dem bösartigen Großinquisitor in die Falle gegangen sei, weil dieser gegen die Königin intrigiere. Nun erwacht der Geist Ferdinand, er verzeiht den Geschwistern, eint die Liebenden und geht bekehrt zu seiner bravn Königin zurück.

    Handlung

  • Faksimile
    Opernführer Johannes Scholtze, ca. 1920 (PDF)
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